Ausgabe 
31.1.1919
 
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»nrfi, MN rasch Drvt zu schassen" von Sthxn Barth geschrieben: ES hcmd.lt sich xm schnellste Bereitstellung neuen Kulturlandes^in großem Stile, nm unfern .ahruiiasmittelspiclraum zu erweitern und um b I HaupMil dec jetzt brachliegenden Ärbci:skrSstt- nutzbrrng57rd zu beschäftigen. Aus bei Bennmmng von neuem landw rtichifUichen Nutz­land soll eine neue Industrie gemach: werden. Es handelt sich darum, möglichst rasch ertragbringen- deS Kulturlano bercitzustellen und schon für bic nächste Ernte Vorteile zu schüffen. Sobald genügend Land ausbereitet ist, must cm bic Herstellung der ersten Dauerintellen gegangen werden.

Laut Mittiluug d-.s Direktors der Landwirt - schaf.s.ammer in Halle steht die Veröffentlichung eines Gesetze itnnftft.s über Landsiedelung bevor, wonach der Grostarundbesitz zehn Prozent seiner Fläche abtreten müsse, ferner würdea die Güler eingezogen, die von Kricgsgewinnlern gelaufl worden seien, ebenso die, die in den letzten 20 Jabren den Besitzer mehrfach gewechselt hätten, ferner die schlecht bewirtschafteten und weiterhin die, deren Besitzer nicht selbst wirc-- schasteten^ und schliestlich die ans Bauerngütern zusammengekauften.

Aus Statt und Land.

Gießen, den 31.Januar 1919.

Lebensmittel.

* Bei der städt. GernüseverkavfssteNe kommt morgen und die folgenden Tage Kohlgemüse, Gelbe Rüben, Möhren, Noterüben, Kohlraben, Dörr­obst per Pfund 4 Mk. und Zwiebeln das Pfund zu 55 Pfg. markenfrei zum Verkauf. Auch Samen ist wieder eingetroffen und zwar Bohnen-, Erbsen- (ver- schiedene Sorten), Gelbe Nüben-, Mairüben. und Noterüben Samen, der täglich von 9 bis 12 und 2 bis 4 Uhr, solange der Vorrat reicht, im Brotmarken- bezirk 2 Turmhaus) zum Verkauf kommt.

* Tas Backen von Weihbrot für den Mo­nat Februar 1919 ist übertragen worden: G. Schilling, Bismarckstr., Gg. Keil, Neustadt, A. Deicheri, Ciebigftr.

Kerzen-Derteilung. Bei Ausgabe der Brot' marken am Samstag, dem 1. d Mts., kommen gleich­zeitig Marken für Kerzen zur Verteilung. Siehe De- kanntmachuug.

* Freibank. Samstag, 1. Februar 1919, wer­den von 12-4 Uhr die Nrn. 401-550 beliefert.

** Amtliche PersoTtalnachrich- t en. Uebcrtragen wurde am 23. Januar der Schulamtsanwärtcrin Else Adler aus Bensheim eine Lehrern, stelle an der Volks­schule zu Horchheim, Kreis Worms. lieber» tragen wurde am 23. Januar der Schularnts- anwärtcrin Barbara Korb aus Dorn-Dürk­heim eine Lchrerrnstelle an der Volksschule Ku Horchheim, Kreis Worms.

♦♦ Aus dem S tadtthea ter- bureau. Da in den Kriegsjahren vielerlei Dekorationen und Requisiten Not gelitten haben, so mußten für die Faustausfüh­rungen von der Bühnenleitung mancher­lei Neuanschaffungen und Auffrischun­gen vorgenommen werden. An den Auf­frischungen mären unter Leitung von Direktor Steingoetter verschiedene Mitglieder des tech- nisclfer, Personals, die vor kurzem aus dem Felde zurilckgekehrt sind, beteiligt. Es seien genannt die Herren Theatermeistrr Har- jrrecht, Dekorationsmaler Löffler, Be­leuchtungstechniker Keim und Schnürmeister F e u st e r. Die vorkommenden Tänze find von Frau Lina Oldini eingerichtet.

** Angeblicher Bro tmarken- d i e b sta h l. Einem Dausbnrschen, der die Brotmarken der 6. und 7. Woche an die zu- ständige Stelle ab liefern sollte, fehlten 7500 Stück. Nach seiner Behauptung waren sie ihm in der Alten Kaserne von Soldaten rechts­widrig abgenommen worden. Wie sich später herausstellte, hat der Hausbursck^e die Marken unterwegs verloren. Sie sind von dem Finder der zuständigen Stelle wieder abgeliefert wor­den.

** Die Notlage der Rechtsan­wälte. Auf Anstehen des Vorstandes der Anwaltskammer empfiehlt das hessische I u st i z m i n i st e r i u m den Amtsgerichten dringend, svwnt immer möglich, durch Zu­weisung von Konkursverwaltungen, Nachlaß- Pflegschaften, Nachlasvenoaitungen und fort» stigen Geschäften der freiwilligen Gerickftsbar- keit die aus dem Heeresdienst ausgeschiede­nen Rechtsanwälte beim Wiederaufbau ihrer Existenz zu unterstützen.

* Ein Vortrag des Negierungsbaumeisters Storck»Giehen über Die Stellung der Angehö­rigen technischer Berufe findet Sonntag, 2. Febr. vormittags 9'/, Uhr im Hotel Schütz statt.

* Befihwechsel. Gemüsehändler Handel er­warb das von ihm bisher innegehabtc Wohnhaus, Neuen Baue 7 (früher dem Schreinermeister Schop. dach gehörend) zum Preise von 60 000 Mk.

*' Der An gehörige^.Ausschuß für de »Ische Kriegsgefangene veranstaltete gestern abend im Saale des HotelsGroßherzog von Hessen" eine öffentliche Kundgebung für die deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen. Herr Heinrich Boller begrüßte die überaus zahlreich Erschienenen, wobei er nicht ohne Wehmut dein Gedanken Ausdruck verlieh, wie glück­lich wir wären, wenn die Veranstaltung nicht statt- zufinden brauchte. Darauf ergriff Herr Dr. Schnei­der das Wort zu einer an s Herz grei enden Rede über die Lage unserer (Befangenen. Er erinnerte an die Aeu erung des Prinzen Max von Baden, der ihre Zurückhaltung als Geiseln eine Unmenschlichkeit nannte, weil durch den Artikel 10 der Waffenstill- ftanbsbebingungcn bas Berner Abkommen, sogar ber Austausch ber Schroerverroundeten, zu Schanden ge­macht worden sei. Der Redner, ber infolge jahre­langer Tätigkeit beim Rote > Kreuz unb vieler münb- ücherBerichte von Zuruckgekehrten aus reicherErfahrung sprach, beleuchtete die Lage unserer Gefangenen bei den Franzosen und den Rumänen als den rachsüch­tigsten Feinden, erkannte aber andrerseits auch die besseren Zustände bei Engländern und Amerikanern an; aus Rußland seien, namentlich durch die Fürsorge- Kommissionen, etwa 50 60000 ihren Lieben wieder zugeführt worden, ebensoviele seien jedoch durch die Maßnahmen der tschechoslowakischen Regierung noch auf unabsehbare Zeit an Sibirien gekettet. Uns bliebe nt diesem unendlichen Jammer nur bas Eine: nicht 3U erlahmen im Kampfe für sie, die für uns kämpften, chncn zuzurufen, daß man ihrer in der Heimat nicht vergesse, unsre Not ab<r in einem Appell an das Gewissen der ganzen Welt hinauszuschreien, b;s Lin- herum und Erlösung komme Zu diesem Endziel sei die Versammlung zujammengetreten. De« neuen

Dienst entlassen wurde, mit fernem Dienstrevolver I gen Anmaßungen des Chefs der französischen Militär.

-rickossen Verwaltungen für den Unter lab» kreis, der auf dem

* ** ' Xor Obrmnlhinn nhfnfilt»

Gebiete des Zivilrechts und der Verwaltung absolute Befehlsgewalt beansprucht, obwohl ihm nach dem Waffenstillstandsoenrag nur das Recht der Kontrolle zusteht. Entgegen den Amnestieerlasien der deutschen BolNsbeauftragtcn vom 3. und 7. Dezember hat er verboten, die im Zentralgefängnis zu Freiendiez be­findlichen von den Amnestieerlasien betroffenen Straf» gefangenen freizulassen. Um die Absicht der deutschen Regierung durchführen zu können, den Eemeindever. waltungen im besetzten Gebiet einen Teil ber vom Reiche zu zahlenben Familienunterstützungen zu über- weisen, bat die deutsche Kommission tm Laufe der Der. Handlungen die Alliierten um Mitteilung, ob alle in die besetzten Gebiete fliehenden amtlichen deutschen

Dcrmifd)te»c

500000 Mark 5dinucrnclher au Mik'tarposten.

Aus Stettin wird gemeldet: Eine große (Ein- brech erbau de, die im Hafengebiet Stettins Diebstähle im großen Umfange unternommen hat, ist ermittelt und festgenommen worben. Die Diebe hatten sich schon meist am Tage mit den dort stehenden militä- rischen Posten in Verbindung gesetzt und an mehrere Schmiergelder im Betrage von 500000 Mark Der« teilt, wofür sie nachts nicht nur ein Auge zudrückten, ionbern sogar noch auspaßten, baß die Einbrecher nicht gestört würden. 3n einem Falle wurden von einer Bande von 20 Personen nachts auf einem Kahn der Heeresverwaltung 30 Zentner Kakao, 36 Zentner Konserven, 10000 Zigarren, 50000 Zigaretten ge­stohlen. Bisher wurden acht Personen verhaftet, dar­unter fünf Soldaten.

Gelder ungekürzt ihrem Zweck zugeführt werden. Es wurde eine allgemeine Erklärung darüber erbeten, daß die alliierten Militär- und Jiv löchörden sich jedes Eingriffes in die dortigen öffentlichen Kasten enthalten.

Berlin, 30. Fan. Nachdem ber deutschen Waffenstillstandskommiifion bekannt geworden ist, daß die Hafenanlagen der Thyssenschen Stahl- werke in Straßburg von der französischen Ver­waltungsbehörde unter Zwangsverwaltung gestellt worben sinb, hat sie in Spaa gegen diese neue Ver­letzung des Waffenst llstandsabkommens Protest ein­gelegt. Der südbadische Warenverkehr ist durch die französische Besetzung von Kehl stark gefährdet wor- den. Die beut|Qe Waffenstillstandskommission hat Schritte unternommen, um die Besetzung des Kehler Kohlenhafens und den Warenaustausch zwischen Kehl und dem badischen Hinterlande auch fernerhin zu sichern.

Berlin, 30. Jan. Die außerordentliche Kohlen- Knappheit im Osten Deutschlands veranlaßte bie deutsche Waffen still st andskommission, an AdmiralDrow- niiig telegraphisch die Ditte um Geleitscheine für namentlich anzumrldende Transportschiffe zu über­mitteln unter Hinweis auf die aus einer weiteren Verschärfung der Kohlennot leicht erwachsenden schweren Gefahren.

Ans bem von reu Engländern deseyten Gebieten.

Berlin, 30. Fan. Aus Spaa wird gemeldet: Die britischen Behörden haben die (Erlau! nis erteilt für die Einfuhr des Reichsanzeigers und anderer offizieller Staatsanzeiger in bas von den bri­tischen Truppen besetzte Gebiet. Wie wir en, oer­ben diese Zeitungen bereits jetzt dort eingeführt.

Hindenburg und Kaisers Gcduristag.

Kassel, 21. Jan. Die .Freiheit" vom 28. Januar berichtete von einer Kaisergeburtstagsfeier im Großen Hauptquartier in der Nacht vom 26. zum 27. Januar. Wie dieKastrier Allgemeine Zeitung" feftftellt, ist diese Meldung unwahr. Es handelte sich lediglich um eine Abschiedsfesir für scheidende Kameraden. Dagegen hat am 27. Januar mittags der Generalftldmarschall von Hindenburg etwa mit folgenden Worten des Kaisers gedacht und dabei einer selbstverftändl.chen Ehrenpflicht genügt:

Für feige und untreu, Eigenschaften, die dem Soldaten besonders verächtlich find, würden es selbst Andersdenkende erachten, wenn wir uns scheuen woll­ten offen zu bekennen, daß wir heute in Liebe, Dank­barkeit und Ehrfurcht, aber auch in tiefem Schmerz des Kaisers gedenken, dem bisher unser ganzes Sein und Tun gegolten hat, und für den wir allezeit bereit waren, Leib und Leben zum Heil des teuren Vater­landes einzu ehen. Gott f.gne ihn und verleihe ihm Kraft, das Schwere zu tragen, das sein unerforsch. sicher Wille ihm auferlegt hat. Mit diesen innigen, aus treuem Herzen kommenden Wunsch wollen wir still unsere Gläser leeren."

Eine Reilfisslschversorgnni.

* Berlin, 33. Ian. (W. B.) Der Reichs» Kommissar für Fischversorgung macht bekannt:

Die Bewirtschaftung ber ausländischen Fische sowie Schal- und Krustentiere ift seit bem 1. Januar 1919 von der Ientral-Einkaufsgesellschaft m. b. H. auf die Reichsfischversorgung D. m. b. H., Berlin, über­gegangen Die staatliche Bewirtschaftung dieser Waren muß einstweilen aufrechterhalten bleiben ; jedoch wird beabsichtigt, das Einfuhrgeschäft dem Einfuhrhandel zu übertragen, der sich zu diesem Zweck zu Einfuhr­syndikaten zusammenzuschließen hat. Den deutschen Handelskammern sind die Aufnahmebedingungen für bie Aufnahme in die zu bildenden Syndikate zuge­stellt worden mit der Ditte, sie den einschlägigen Handelsfirmen ihres Bezirks zugehen zu lasten. Die- jenigen Einfuhrfirmen, die für dieBeteiligung an den Syndikaten für die Einführung von Salzheringen, Klippfischen, Stockfischen, Oelsardinen und sonstigen Fischkonseroen in Betracht komnun, wollen sich zu­nächst mit ihrer Handelskammer in Verbindung setzen und sich spätestens bis zum 20. Februar 1919 bei der Reichsfi chversorgung G. m. b. H., Abteilung (L, Berlin W. 8, Behrenstraße 2, melden. Spätere An­meldungen können nicht berücksichtigt werden.

230000 Arbeitslose in Groß-Berlin.

Berlin, 30. Jan. Nach Mitteilungen der sta­tistischen Bureaus der Stadt Berlin sind im Augen­blick in Berlin rund 150000 Arbeitslose eingetragen. Hinzu kommen noch die Arbeitslosen der Vororte, so daß die Gesamtzahl der Arbeitslosen in Groß-Ber­lin mehr als 230000 beträgt Diese Zahl ist noch dauernd im Steigen, da die Zahl der Arbeits­angebote nur gering, die Arbeitswilligkeit aber noch geringer ist. Erst wenn wieder genügend Kohlen zur Verfügung stehen und die durch den Kohlenmangek lahmgelegten Fabriken wieder arbeiten können, dürfte sich das Arbeitsangebot wieder heben. Größere Men­gen von Arbeitern werden für die Riederlausiher Braunkohlenwerke angefordert. Die Arbeiter sollen einen Tagelohn von neun Mark für den Tag er­halten. Da die Arbeiter aber 7-8 Mark Erwerbs­losenfürsorge erhalten, so nehmen sie die Arbeit nicht an. Aehnlich liegt es bei anderen Notstandsarbeiten der Städte und Kreise, die liegen bleiben, da die Ar­beiter nach ihrer Meinung nicht genug verdienen. Auch der Andrang von stellenlosen Frauen wird täglich stärker.

Die Lage in Liba».

Li bau, 30. Ian. DasMem Dampfb." meldet! Die Lage in Kurland hat sich in den letzten Tagen gebessert.^ Die Dostchewisten wurden in mehreren Zu­sammenstößen über den Windaufluß zurückgeworfen. Gestern wurde Schrunden an der Windau nach heft tiger Gegenwehr von deutschen Truppen und baltischer Landwehr gestürmt. In vielen Landkreisen herrscht der Terror örtlicher Dostchewisten. Nicht geflüchtet« Gutsbesitzer und Pastoren sind verschleppt und teil­weise ermordet worden.

Die englische Demobilisierung.

London, 29. Inn. Reuter erfahrt, daß etn neuer Armeebefehl ausgeielen nnirbc, ttx> nach über 35000 M a n n täglich demo­bilisiert werden fol'.en. D:e Ent assung erfolgt nach Jahrgängen. Man hoftt, mi.ibeftcrd alle Männer übet 35 Jahre entlassen zu können. Während der Mch reu acht oder neun Monate bleibt jedoch eine Armee von ungefähr 900 000 SEanr erforderlich.

Reichs- oder Dolksbund für Kriegs- und Zivil- gefangene" eine Stütze zu geben, solle auch in Gießen eine Ortsgruppe erstehen. Nachdem Herr Dr. Schneider noch Fragen aus dem Publikum be­antwortet hatte, wurde eine Ortsgruppe, mit sofortigem Anschluß an den Reichsbund, du-ch einmütigen Be­schluß gegründet. Wieviele der Anwesenden mochten, während sie da;u ihre Stimme gaben, den Gedanken an einen ihnen teuren Angehörigen im Herzeu tragen! - Als dringendes Bedürfnis stellte sich eine baldige, in größerem Raume einzuberufende Versammlung heraus der, wenn sie an einem Sonntag nachmittags stattsinden werde, auch das Onterefie der Landbevöl­kerung sicher sei. Mit diesem Hinweis auf weiteres und dem Dank für den Redner schloß Herr Boller die Veranstaliung.

** Die Vereinigung der Untersekundaner 1912/14 veranstaltet eine Zusammenkunft Samstag den 1. Februar, abends 7V, Uhr, im Schipkapaß.

' Kleintierzucht auf dem Lande. Das rie­sige Abschlachten des Viehs während der Kriegsjahre hat überall auf dem Lande die Kleintierzucht geför­dert. Die großen Viehbestände, die man in den Dörfern sah, machen jetzt großen Schaf- und Ziegen- Herden Platz. 3n Gebirgslandschaften (Vogelsberg, Westerwald uff) ist die Großviehzucht nie auf der Höhe gewesen, um so erstaunlicher ist es, daß gerade dort große Ziegenherden auftauchen. Der M'lchertrag der Gebirgsziegen ist groß, und die Aufzucht, Pflege und Unterhaltung billig und einfach. Auch die Schaf­zucht lebt überall in den Niederungen wieder aus, seit sich eine Knappheit an Wolle und Wollstoffen peinlich bemerkbar gemacht hat. Kaninchen-, Gänse- und Hühnerzucht betreiben selbst kleine Leute mit gutem (Erfolg. Es wäre sehr zu begrüßen, wenn die in Vergessenheit geratene Bienenzucht ebenfalls wieder mehr betrieben würde.

** Im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße 34, tritt Reste! Orla heute zum letzten Male auf. V»n Sams­tag bis Montag spielt Stuart Webbs inDer Stell­vertreter .

* Schwarz-Weiß-Lichtspiele. Dis Montag 3 Februar gelangtDer geheimnisvolle Fremde" ml (Earl de Vogt und das LustspielDer Kammerdiener der Fürstin" zur Aufführung.

Landkreis Gichen.

ga. Grünberg, 29. Ian. Das Kommando der 116er, das hier die Bahnhofswache versah, ist gestern nach Gießen zurückgekehrt.

KrciS Lauterbach.

* Schlitz, 30. Ian. Auf Hofgut Rimbach sind 4 Schafe gestohlen worden. Die Schafe wurden jenseits der Fulda abgeschlachtet. Wer die Diebe zur Anzeige bringt oder der Polizeibehörde Spuren angibt, durch die die Täter festgestellt werden, sodaß sie gerichtlich bestraft werden können, erhält von Gräfl. Görtzischer Burggüterverwaltung 100 Mk. Belohnung.

Kreis Friedberg.

Q. B a d - N a u h c i in, 30. Jan. Unter über­aus starkem Andrang ber Gfcmdnbe fanb gestern abenb in der hiesigen Daukesktrche eine Ge- chtnisseier für die int Kri ge gefallenen Helden statt. Bei ber Feier Mickten mit das Kurorchester, die bereinigten Mannerchöre unter Wilh. Bechtolshcimer, Wi.h. Diehl ais Organist und Dr. Otto Wissig als musikali­scher Leiter. Die Gebcnkreoe hielt Kirchenrat W i s s ig. Die Feier war btm schlichter Grütze und hinterließ einen tiefen Eindruck.

Starkenburg unb Rheinhessen.

I Darmftaöt, 30. Ian. Gestern setzten Buben durch Feuerchenschüren einen Baurn im Herrengarten in Brand. Das Feuer konnte bald gelöscht werden. - Bei der Firma Merk wurde für 160 000 Mark P latin gestohlen. - Sei einem hier wohnenden Feld­magazininspektor wurde bei einer Haussuchung ein ganzes Warenlager unterschlagenen Hceresgutes, Haupt- ächlich Spirituosen und Zigarren, im Wert von vielen Tausend Mark, beschlagnahmt.

= O f l e n b a d), 30. Jan. Nach Mitteilungen des Kreisgcsundheitsamtes sind in der Stadt in t«i ätzten Tagen drei Fälle von Blattern festgestrilt ivorden. Die Einschleppung erfolgte gus dem Osten. Gegen die Weiteroerbreitung der Kratckheit sind alle Vorsidstsmaßnahmen getroffen. Die Erkrankten wurden dem Krankenhaus zugeführt.

Offenbach, 30. Jan. Bei der Sprengung von Explosivstoffen in der hiesigen Metallschrauben­fabrik wurden Mittwoch nachmittag der Techniker Christ und der Arbeiter Wenzel getötet.

Kreis Wetz ar.

= Wetzlar, 30. Jan. In der Nähe der hie­sigen Station wurde ber 62 jährige Arbeiter Fr. Wolf ans Klein-Altenstädten von einem Eisen­bahnzuge überfahren und getötet.

Hessen-Nassau.

= Frankfurt a. M., 30. Jan. Der Rück­gang des Wirtschaftslebens spiegelt sich am besten, wie uns von maßgebender Stelle mit- ge teilt wird, im sinkenden Po st verkehr wider. An allen Postämtern geht die Zahl der ein­gelieferten Pakete, Wertsendungen, Briese usw. langsam zurück. In absteigender Linie bewegt sich auch die Zahl der einlaufendcn Postsendungen. Dazu kommt, daß sich die Schwierigkeiten des Post­verkehrs infolge der ständig wachsenden Beförde- rungskalamitäten auf der Eiscnbalm immer mehr häuften. Vom Frankfurter Hauptbahnl)of fahren gegenwärtig nur noch 64 Personenzüge aus gegen rund 800 in Friedenszeiten, also eine Verminde­rung um 92 Prozent. Mit den goldenen Zeiten der Ueberschüsse unserer Post ist es für lange Jahre vorbei.

Frankfurt a. M., 30. Ian. Das städtische Woh- n mgsamt hat in Verbindung mit Körperschaften glei­cher Tendenz die Bearbeitung der Pläne zu 2200 neuen Kleinwohnungen in Angriff genommen. Bei Zugrundelegung der heutigen Baukostenrechnun- gen erfordern diese Wohnungen Zu chüste in Höhe von 16 Millionen Mark 1500 Kleinwohnungen sollen in Verbindung mit der Eisenbahnvcrwaltung und ge­meinnützigen Bauvereinigungen geschaffen werden. Den Rest will die Stadt selbst Herstellen.

Frankfurt, 31. Ian. Die (Eltern der die Ru- dolsschule besuchenden Kinder fühlen sich durch die dauernde Entziehung der Schule von ihrem eigent­lichen Zwecke benachteiligt. Am Dienstag fand eine Elternversammlung statt, in der nach erregter Aus- spräche der Beschluß gefaßt wurde, daß, falls mit der Räumung des Gebäudes und feiner Wiederherstell»ig innerhalb der nächsten 14 Tage nicht begonnen werde, werden sie als Zeichen des Protestes gegen eine der­artige dauernde Benachteiligung der Kinder diese nicht länger zum Unterrichte in die für sie zu engen West­endschulräume schicken.

Kassel, 30. Ian. Zwischen Eichenberg und Wihenhausen überfiel eine bewaffnete Bande in der Nacht zum Mittwoch einen Güterzug, der wegen der starken Steigung sehr langsam fahren mußte. Das Zugpersonal war den Räubern gegenüber wehr- los und mußte die Ausplünderung mehrerer Wagen geschehen lasten.

= 9 i m bürg, 30. Jan. fcter hat sich ein Major Fischer von einem au-wänizen ta taillon, weil er infolge der ^Neuordnung aus dem

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemrsinde.

Gottesbirnst am Sointtag, 2 Februar (4. nach Epiphanias).

In der S t a b t k i r ch c. 91/»: Pfarrassistent Schaefer; 11: Milit.-Gotttsb.: Pfr. Ausfelb; 2: Kinberk. f. d. Markusgem.: Pfarrasi. Schauer; 6: Pfarrer Mahr. In berJohanncskirche. 9'/- Pfr. Ausfelb; 2: Mnbrrk. f b. Joh.-Ekm.: Pfarrer Ausfelb; 6: Pfr Bechtolsh.rmcr. Kirchberg. Vorm. 10. Lollar: Vorm. 10.

Ka h) lischt Gemeinde.

Sonntag, 2. Febr., Mariae Lichtmeß). ß1/2*. 53eichtgel L..7: £)l. Messe, gemeinsch. Kommun, ber Iungfr : 8: Aust. b. hl. Kommun.; 9: tzochamt m. Preb., 11: Dl. Messe m. Preb.; 4xh: Jungfr.- Kongr.; ol/s: Preb. auläßl. b. Traucrgottesb. für bie gef. Krieger, baraus And. Moittag, 7, ist ein foierl. Scelenanck für alle ben Dclbentob fürs Va-- terlanb gest. Krieger b. Pfarrei. St. Blasiusfeg. nach jeb. Messe u. abbs. 6 Uhr. Freitag, 7. ist Segcnsmefse. Diasp.-Gottesb. am 2. Febr. in Laubach 10, Lich 91',. Samstag, 8. Febr., uachm. 5 unb abbs. 8: Beichtgelegeirhert.

Letzte Nachrichten.

Eine Verordnung znr Bcschaffunst landwirt­schaftlichen LiedcliiNstülandeS.

Berlin, 31. Jan. D-e Rnchsreg'erung unb ber Slaa's ekretär 8 4 Reichsarbeitsamtes erlassen unter bem 29. Januar ei.ie mit dem Tage der Verkimbitug in Kraft tretend: Verordnung zur Bc- fd)afrunfl ro.t landwirtschaftlichem Sie­be lu ug slanb, aus ber hervarzuheben ift: Die Vundessiaalen sind verpflch.et, zur Schaffung neuer Ansredelunsen gemeinnützige Siedelungs-- unternehmen ru begründen, toucit solche nicht ha irden jiiw. Der Geschäfts »ezirk ber Unter­nehmung (Äniiedelun^sbezirk) unrb durch die Lart- besrenttalbchöidm bestimmt. Staa^K.VmLnen sind bei Ablaus deS Pachtvertrages den gemeinnützigen Siebelungsmrtemehmen zu höchstens dem Siobe- lungsn»ert zum Kauf mrynbieten. Das gemein­nützig- Siebelungsuaterneh-nen ist berechirgt, un- wirtichaftliä>es ober im Wege ber dauernden Brennkultur ober zur Torsirutzung verwendet/ s Nkoorlaub ober anderes Oedland für Be>belungS- zwecke im Enteig.iuitgsw:ge in Anspruch zu neh­men. Das gemesinrützige Sied.-lungSunteruchmen I>at das Vorkaufsrecht auf bie in seinem Bezirk klegenen lairdw rtschaftlichen Grundstücke im Um­fange von 20 Hektar an auftvärts ober Teile von so!chen Grundstücken. In den Sirdclungsbezirken, deren la- d.inrtschas.l che dtutzf.äche nach der lanb- wirtschrfck:chrn Betriebszäh!uug von 1907 zu mehr als 13 v. 5). auf bie Güter von 100 und mehr Hektar laiünvirtsck-aftlicher Nutzfläche (große Gü­ter) entfällt ft.?b die Eigentümer diezer großen 'er zu Landi fcrirngSverbä:;ixn zu'arnmenzu- sch ießen. Tie Land.i ft.ru gL^erbände sind rcch.s- fäh'.g. Die lanbw.rtschasil.che '^utzs(Lck»e der SttalS- bnmänen wird itur für bie Ermittlung bes Hun- d:rtfatzes mi g zählt. Die nälxwen Bestimmungen erlassen die Bund.s'taaten. Die Landes^enttalbe- hord.n können bie Aufgaben ber Land!Leerungs- oerbänbe auch auf anbere S ellcn, ins eionbere auf besteh nde laudiuirtschaftl che Orgmiijatiancn (Landschaften usw.) übertragen. Der Landliesc- rnn^jerlxtub hat aus Verlangen des gemein* nützig.nt Si d.ckun s luternehmci:s zu Siedelungs- z>necken gevijnetxd Land aus dem Bestände ber gronrn Guter zu einem angemessenen Preise zu be­schaffen. Der Laich.iesertrngsverband hat an Stelle bi'ö gemeinnützigen SiedemngSmtternehmens das Vorlaufsrecht auf alle großen Güter seines Bezirkes. (Er muß das Vorkaufsrecht aus Verlangen des gemeinnützigen Sied ungsunternehmen ausüben. Die Ausübung des Vorkaufsrechtes kann er dem ge- meinnützigen Siedelungsunternehmen mit besten Zustimmung allgemein oder für den einzelnen Fall übertragen. Wo ein dringendes auf andere Weise nicht zweckmäßig zu befriedigendes Bedürfnis nach besiedlungsfähigem Land besteht, hat der Landliefe. rungsverband das Recht, geeignete Siedlungsländer aus dem Besitzstand der großen Güter gegen ange- mestene Entschädigung im Wege der Enteignung in Anspruch zu nehmen. Die Fälle, in denen die Land- lieferungsverbände besiedlungsfähiqe große Güter, auch mit Hilfe der Enteignung erwerben sollen, werden im ein- zelnen aufgezätzlt. Anwärter von Fideikommisten können einer Ucbcnragung an den Landlieferungsverband nicht widerspiechen. Das gemeinnützige Siedlungs- Unternehmen hat ein Wiederkaufsrecht für die von ihm begründeten Ansiedlungsstelle, wenn der Ansiedler sie ganz oder teilweise veräußert oder aufqibt, oder wenn er sie nicht dauernd bewohnt ober bewirtschaftet. Landgemeinden oder Gutsbezirke können durch An­ordnung der von der Landeszentralbehörde zu be­zeichnenden Stelle verpflichtet werben, benjenigen Ar­beitern, bie im landwiitschaftlichen Betriebe bes De- zirkes ständig beschäftigt sind, auf ihren Wunsch Ge­legenheit zur Pacht oder sonstigen Nutzung von Land für den Bedarf bes Haushaltes zu geben. Ist bas nötige Pacht- oder Nuhland auf andere Weise n d)t zu beschaffen, so kann die Landgemeinde es im Wege der Zwangspachtung oder (Enteignung in An- spruch nehmen.

Die Berhandlnnsten in Spaa

Berlin, 30. Ian Die deutsche Waffenstill, st an dsko m miffi o n hat der (Entente angeboten, die in Konstantinopel durch Kabelbruch außer Betrieb gesetzte ^unnelbahn durch Ueberfenbung eines in Deut a,lanb fertig liegenben neuen Kabels roieber betriebsfähig zu machen.

Aus dem Sitzungsbericht ber Waffenstillftanbs- Kommission in Spaa vom 29 Januar: Die Kommission sah sich roieber einmal veranlaßt, gegen mehrere Der- letzungen tes Völkerrechts unb der Waffenstillstands- bcbtngung.cn durch bie (Entente energisch Protest zu er- ' heben. Die deutsche Kommission erhob Einspruch ge-