Samstag, Februar DI9
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ZwiMngrrunddruS u.Verlag: Vrühl'sche Univ.-Vuch. u.ZteindruSerei R.Lange.Schriftleitung, Sefchäftrstette «.Druckerei- Zchulstr I.
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fckmeihen und damit die auj dem dentsrkien Volke lastende Hu:gerblockahe verschärfen. Weiterhin wird
einer Annäherung an von jenseitS der (Ären »dagegen protestiert, daß unsere jfcinbe bei Murhrne
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ständiger Entwicklung gelassen würde, ist die Konferenz der einzel staatlich en Rc-
Zur Eröffnung der Nationalversammlung.
Berlin, 30. Ian. Die erste Sitzung der Nationalversammlung am 6. Februar, mittaqs 1 Uhr, wird zunächst unter einem Alterspräsidenten tagen. Als solch r kommt vermutlich der bisherige Reichstagsabgcordnete Wilhelm Pfannkuch in Betracht, der im Jahre 1811 in K..siel geboren und jetzt als Kandidat der sozialdemokratischen Partei im dritten Wahlkreis Stadt Berlin gewählt worden ist.
Annahme von Anzeige» f. die Tagesnummcr Vit zum Nachminag vorher ohuejedeBcrbmdtichkeit
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Pcrantwortlich für Politik: 'Ang. Goetz, für den übrjaen Teil: Dr. Reinhold 3enj; für den Anzeigenteil: v. Beck; sänitlich in Gießen
zen hereingctragene Pläne zu erwecken. Das ist die nationale Seite der Angelegenheit."
Eine Heffeuversammluug in Caffel.
Cassel, 31. Ian. Hier vereinigte sich gestern auf Einladung des Bürgerbundes eine große Anzahl Männer und Frauen, um das Schicksal Hessens bei einer Aufteilung Preußens zu erörtern. 3m Laufe der Versammlung äußerte sich Oberbürgermeister Koch unter lebhaftem Beifall zu dem Thema wie folgt: Die hessische Frage sei heute noch nicht spruchreif. Alles hange davon ab, wie die künftige Reichsverfassung aussehen werde, bezw. ob eine Stärkung der Reichsgewalt gelinge. Für ihn gebe es nur einen Weg, den einer Stärkung der Reichsgewalt. Der Entwurf des Staatssekretärs Prcuß gehe ihm noch nicht weit genug; zum Beispiel müsse die Vereinheitlichung des Schulwesens, der Landwirtschaft, der Eisenbahnen usw Tatsache werden. Gelinge es der Nationalversammlung nicht, die Schwierigkeiten, die die Einzelstaaten machen, zu beheben, so habe sie einen großen Teil ihrer Bestimmung verfehlt. Die Nationalversammlung müsse mit Nachdruck das Vordrängen der alten partikularistischen Sondcrinteressen verhüten, wie sie von süddeutscher Seite versucht würden. Vielleicht sei die Demokratie genötigt, gegen solchen Partikularismus nach rechts und links Front zu machen.
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jährlich Vlk. 4.05^ durch Abhole- u. Ziveiqstelleit monatl. 3)1 L 1.25 durch diePost Mk. 4.05 viertel- jährt. ausscht. Beiteilg. Fenisprech - Anschliifle: Wir die Srf)tiitleilunflll2 Verlaa.Geschä'tss1elIe5l Anschrift für DratUnach- -ichten: Anzeiger Sietze«.
Die pariser Konferenz.
Paris, 30. Jan. (WTB.) Präsident Wilson, die Premierminister mtb Mi lister d-?s Aensiern von Amerika, Großbritannien, Frankreich imb Italien sowie die Vertreter Japans hielten am Donnerstag zwei Sitzungen ab. Der Gedankenaustausch über denStillenOzean und Afrika ging in Anwesenheit der Vertreter der Dominions und des sranzösi scheu Koloirialministers Simvn und Sal- vago Raggis weiter. Ein zufriedenstellendes vorläufiges Abkommen wurde über die hinsichtlich der deut scheu Kolonien un der besetz e G biete in der asiatischen Türkei und Aff n a.izutvendenden Grundsätze getroffen. Am Nachmittag war die belgische Abordnung anwesend. Du smans, Pander- r>elde uird ran Deuvet setzten den be gi chen Stand- punkt hrnüchllich des Kongos anscinmider. Außerdem wurde entschieden, das; die militärischer: Vertreter der alliierten und asso iierten Mächte und der Oberste Kri-cgs.at in Versailles ausgcfor- b:rt werden sollen, einen Bericht über bie beste lmd sachgcmätzeste Verteilung der für die Aufrrcht- crhalknng der Ordnung im besetzten türkischen Gebiet notwendigen Streitkräfte ein* zureichen.
P r r i s. 31. Jan. (WTB.) Davas. Tit^vmati- scher S'.tuationsbericht. Das Komitee der zehn Vertreter der (Grossmächte befasste sich in der Domierstag-Sitzung mit der Prüfung der Kolonialfragen. Orts, der technisch.' Delegierte für Belgien, entwickelte seine.Vorschläge, die Verwaltung der deutschen Kolonien dem Völkerbunde zu übergeben, bzw. Teile derselben diesem oder jenem Staat rmter Kontrolle der gesamte:: Mächte zu überlassen. Das britische Krugslabinett hat sich der Wilsonsck)en Tl>evrie angeschlossen, dagegen Haden die Dominions energischen Protest eingelegt. Schließlich einigte man sich dahin, das;, wenn in einem dieser Gebiete sich gi?nugertb kultivierte Eingeborene bcff ben, die ihren nationalen Wünschen Ausdruck verleihen können und tatsächlich imstande sind, sich selbst zu regieren, der Völkerbund ihren Wünschen Rechnung tragen soll. In dieser B - zielmng nannte mau namentlich Arabien und Mesopotamien. Die Bevölleru dieser Länder sollen Getegrnhit bekommen, h ^.nWillen Ausdruck zu verleilien, und sollen entsch iden, ob sie unabhängig werden ober unter dem Protektorat einer Großmacht leben tvollen. Wo die Völker nicht imstande siud sich selbst zu rs.neren soll ,,v'erblind e t ch idni, wer die Souvrri in ausübe i soll. Gewisse (Garantien lind dabei uu.i .er betreffenden Großmacht zu übernehmen, und zwar werden die Garantien von der Fckedeuskönfeienz oder vom Völkerbunde festg legt. Diese werden für die verschiedenen Großmächte verscksieden sein. Es soll darüber von Fall zu Fall entschieden werden.
und gewahren nur immer die gesteigerten Mnstrengungen der Franzosen und Engländer, uns gänzlich an den Bettelstab zu bringen. Wann kommt ein Retter unserem Volke?
Wir dürfen die Hände nicht in den Schoß legen. Auch im wörtlichsten Sinne. Denn nur das Zugreifen der deutschen Arbeiterhand kann uns vor völligem Ruin retten. Reichsregierung, Wirtschafts- und Demvbili- sierungsämter schreien tagtäglich die Not ins Land, daß mehr gearbeitet, weniger gefeiert werden müsse. Die Bergwerke, die Eisenbahn, die Werkstätten, die Fabriken mrd Kleinbetriebe, ja, auch die Hauswirtschaft der Frauen, warten auf tätige Hände, auf die Rückkehr der Streikenden und Arbeitslosen mrd die allgemeine Erkenntnis, daß die Revolution in Deutschland nicht zu einer maßlosen Lohub.'ioegung gemacht loerden dürfe. Nur die Arbeit kann uns Freiheit, Frieden , urib Brot bringen.
Wir müssen uns auch politisch neu beginnen. Die Wahlen zur Nationalversammlung und zu den Volkskammern sind vorüber. Aber nun dürfen wir nicht teilnahmslos unsere Geschicke den Abgeordneten überlassen. Große Dinge stehen aus dem Spiel! Das deutsche Volk muß sich nmerficb einigen beim Aufbau einer Verfassung, bei oer Verteilung der Zuständigkeiten zwischen Reich und Ein- Jelstaaten. Die Lösung dieser wichtigen Frage tebt zum größten Teil außerhalb der Partei- uiio Wahlprogramme. Das von der Reichs- regierung veröffentlichte Gesetz über eine vorläufige Reichsverfassung hat eine Fülle von Wünschen und Zweiftln aufge- siHrt. Soweit die No w.'ndigleit vorliegt, möglichst schnell eine aktionsfähige Rleg erung z : sckiassen, b e in schnellem Handeln nns dem F.i.den und Neuaii bau en!gcge>>führt, ist der vorliegende Entimrrf kaum zu beanstanden. Ein von der Nationalversammlung gewählter Reichspräsident steht an der Spitze der Exekutive. Er beruft das Neichsministerium, das sich auf das Vertrauen der Mtiona!versanim- lung zu stützen und dieser Rechenschaft abzu- legen hat.
Von großer Bedeutung und noch recht strittig ist dagegen die Verteilung der Voll- inachteu zwischen den Reichs- und den einzel- staatlichen Instanzen. Hier ist für die Neichs- einheit sogar eine große Gefahr im Verzug! Wahrend der Entwurf des Staatssekretärs Preuß bei der Unmöglichkeit, die alte p»eu- A'che Vormachtsmission in die neue Zeit
Die Zusammensetzung der preußischen Landen rsammlmrg.
Berlin, 29. Jan. (WTB.) Im einzelnen verteilen sich die Mandate der Lanhesvcrsarnrnlmrg auf die Wahlkreise folgendermaßen:
1.Ost Preußen: Dentschnationale 3, Chiist- liche Volksparte: 2, Deutsche Volkspartei 2, Demokraten 4, Sozialdemokraten 10 Sitze.
2. West Preußen: Dentschnationale 4, Christliche Volkspartei 2, Demokraten 5, Sozialdemokraten 6 Sitze.
Berlin: Deutschnationale 2, Christi. Volkspartei 1, Deutsche Volkspartei 1, Demokraten 3, Sozialdemokraten 8, Unabhängige 6 Sitze.
4. Potsdam (1—9): Dentschnationale 3, Deutsche Volkspartci 1, Demokraten 3, Sozialdemokraten 6, Unabhängige 2 Ditze.
5. Potsdam (10): Deutschnationale 2, Deutsche Volkspartci 2, Demokraten 2, Sozialdemokraten 5, Unabhängige 2 Sitze.
u Frankfurt a. O.: Dentschnationale .3, Demokraten 3, .Sozialdemokraten 6 Sitze.
7. Pommern: .Dcutschnationale 5.-Dtsckse. Volkspartei 2, Demokraten 3, Sozialdemokraten 7 Sitze.
9. Breslan: Deutschnationale 3, Christliche Volkspartei 4, Demokraten 2, Sozialdemokraten 9 Sitze.
10. Oppeln: .Deutschnationale 1, Christliche Volkspartei 11, Demokraten 1, Sozialdemokraten 7, Unabhängige 2 Sitze.
11. Liegnitz: Deutschnationale 2, Christi. Volkspartci 1, Demokraten 3, Sozialdemokraten 6 Sitze.
12. Magdeburg: Deutschnationale 1, Demokraten 4, Sozialdemokraten 7 Sitze.
13 Mcrj eburg: Deutschnationale 2, Christliche Volkspartei 1, Demokraten 5, Sozialdemokraten 3, Unabhängige 8 Sitze.
14. Schleswig-Hol st ein: Deutschnacko nale 1, Deutsche Volkspartei 1, Demokraten 5, Sozialdemokraten 8, Bauerndemokratcn 1 Sitz.
15. A u r i ch: Christliche Volkcpartei 2, Dtsche. Volkspartei 1, Demokraten 3, Sozialdemokraten 3, Welfen 2 Sitze.
16. Hannover: Christliche Volkspartei 3, Deutsche Volkspartci 2, Demokraten 1, Sozialdemokraten 9, Welfen 4 Sitze.
17. Münster: Dcutschnationale 1, Christliche Volkspartei 10, Deutsche Volkspartei 1, Demokraten 1, Sozialdemokraten 5 Sitze.
18. Arnsberg: Deutschnationale 2, Christliche Volkspartei 7, Deutsche Volkspartei 2, Demokraten 2, Sozialdemokraten 10, Unabhängige 1 Sitz.
19. Hessen-Nassau: Dentschnationale 2, Christiick;e Volkspartei 5, Deutsche Volkspartei 1, Demokraten 5, Sozialdemokraten 9 Sitze.
22. Wahlkreis. (Düsseldorf 1—5). Bei den Wahlen zur Preußischen Lanvesversammlung entfiele:: aus die Christliche Volkspartci 253 7CK) Stimmen (5 Sitze), Mehrhcitssoüatisten 222 178 (süni Sitze), Deutsch-nationale Volkspartei 131 690 (drei Sitze), Unabhängigen 150 154 3 Sitze), Deutsche demokratische Partei 95 801 (2 Sitze).
23. Wahlkreis. (Düsseldorf 6—12).. Bei den Wahlen zur preußischen Landesversammlung entfielen aus Deutsche demokratis'^c Parün 44 556 Stimmen (1 Sitz), S,i l^emoirat-'n 176993 (riet Sitzes, Deutsch-nationale Volkspartei, Tentsche Volkspartci und Christliche Volkspartei zusammen 437 189 (11 Sitze'. Davon erhielt die Deutsch-nat. Volkspartci 40 711 (1 Sitz), die Deutsche Volksp 56 781 (1 Ätz), die Christliche Volkspartei 339 684 (9 Sitze).
Au; öet badischen LanLerversanimIung.
Karlsruhe, 31. Jan. (WTB.) In der heutigen Sitzung der badischen verfassunggebenden Landesversarnmlung wurde ein von allen Parteiei: unterstützter Antrag zur Beratung gestellt und einstimmig angenommen, in dem im Namen der Gerechtigkeit die badische Nationalversammlung Verwahrung dagegen einlegt, daß dem deutschen Volke bei jeder Verlängerung des Waffenstillstandes noch schärfere Bc dingungen aufcrlcgt werden, die das deutsche Ver kchrsleben lahmlegen und die den größten Teil des Reiches von jeder linksrheinisclwn Kohlenzufuhr ab-
yierungsvertreter starken partiknlari- stischen Neigungen entgegengekoinmen.Sie läßt den alten Bundesrat mit aus demRevolutious- beefen neu gewaschenem Antlitz wieder auf der Bildfläche erscheiuen und räumt ihm neben der Reichsregierung und der Nationalversammlung einschneidende Rechte ein. Süddeutsche Einflüsse scheinen sich entscheidend geltend gemacht zu haben. Die Stimmen- zuteilung im Staatenausschnß ist derart erfolgt, daß kein Freistaat mit mehr als ’/3 der Stimmen vertreten sein kann. Preußen erhält demgemäß 19 Stimmen, während im übrigen angeordnet wird, daß auf je eine Million Landeseimvohner eine Stimme entfällt. Bayern erhält danach 7, Sachsen 5, Württemberg 3, Baden 3, Hessen 2, die übrigen Bundesstaaten je eine Stimme. Im alten Bundesrat war Hessen beispielsweise mit 3 Stimmen vertreten. Man erkennt leicht, ryarnn: die süddeutschen Staaten einer Teilung Preußens sich entgegenstellen wollen. Die künftige Reichsverfassung wird zwar von der NatiAnalversanunlunq verabschiedet, allein der Staatenausschuß kann die vorzn- legenden Gesetzentwürfe „filtrieren", gegebenenfalls auch eigne Entwürfe der Nationalversammlung zur Beschlußfassung vorlegen. Für uns Hessen ist in dem Entwurf besonders zu beachten, daß „der Gebietsbestand eines Freistaates nur mit seiner Zustimmung geändert werden kann"I Das ist jene aus partiku^aristischem Interesse erwachsene Hemmung einer zeitgemäßen und freilich in vernünftigen Grenzen zu haltenden Neueinteilung des Reiches. Der Entwurf des Staatssekretärs Preuß würde der großhessischen Bewegung besser gerecht werden. Er sieht nänckich eine Volksabstimmung vor, falls sich die Bevölkerung eines Landesteiles aus dem bisherigen Staatsverband loslösen wollte, um sich mit einem oder mehreren anderen deutschen Freistaaten zu vereinigen oder einen selbständigen Freistaat innerhalb des Reiches zu bilden. Eine solche Abstimmung würde auf Antrag der zuständigen Landesregierung oder der Vertretung eines oder mehrerer Selbstverwaltungskörper, die mindestens ein Viertel der unmittelbar beteiligten Bevölkerung umfassen müßten, von der Reichsregierung angeordnet und von den zuständigen Landesbehörden durchgeführt werden.
Bei der Wahlagitation in Prerißen ist auf dem Gebiet dieser Fragen ein großer Wirrwarr angerichtet worden. Demokratische Bezirksinstanzen haben den demokratischen Kandidaten Prenß, weil er die Einheit Preußens gefährde, offen bekäinpft. ?llle Parteien wollten eben Hüterinnen der Einheit Preußens sein, weil sie sonst Stimmenverluste befürchteten. Nun rückt die „Voss. Ztg." die Begriffe wieder zurecht, indem sie darlegt, die Pieußenfrage hätte nicht von Obmännern entschieden werden dürfen, sondern sie märe von der demokratischen Gesamtpartei nach genügender Vorbereitui:g aller Parteifreunde zu enischeiden gewesen. Der Grundgedanke, daß über den Bundesstaaten und deren Interessen die Interessen des Reiches stehen müßten und daß „nach dem Fortfall der Zentralsonne, die die preußische Köuigskrone gebildet hat, andere Ällttel zur dauernden Festigung des Reichsbaues gesunden werden müssen", sei nicht bloß richtig, sondern knüpfe an die besten demokratischen Traditionen an. Nach unserer Ansicht ist diese Frage überhaupt keine Parteisache, ebensowenig wie die großhessische Bewegung eine solche ist. Soviel ist gewiß: partiknlaristische Interessen dürfen diese hochwichtigen Fragen nicht entscheiden oder ersticken. Der Nationalversammlung soll das letzte erlösende Wort zukommen. Die Ne ich s- einheit muß unsere Parole sein. In der „Köln. Ztg.", die dem Preuß'schen Verfassungsentwurf ebenfalls volle Gerechtigkeit widerfahren läßt, finden wir einen beachtenswerten Wink: „Es handelt sich darum, daß gerade jetzt sich alle Glieder der Willenskundgebung einer Mehrheit des gesamten Deutschen Reiches willig einfügen, um nach außen auch nicht im geringsten den Anschein
der abgeliefcrten Lokomotiven, Wagen und Kraftfahrzeugen in schikanöser Weise vor gehe::. Die Parteien protestieren dagegen, daß m:ter Mifuchtung der Waffenstillslandsbedingungen beutfebe Sold.iteN' in Gefangenschaft gehalten werden, ferner daß beut- scl)e Familien und Einzelperso>:en unter Wegnahme ihres Eigentums in einer jeher Menschlichkeit hohn- sprechenben Weise aus Äsaß-Lothnngen ausgewiesen und Teile unseres Lai:bes von feriwlichen Truppen besetzt werben. Die Reichsregierung wirb ersucht, mit allem Nachbruck bereut hinzuwirken. baß alsbalb mit ber Rückbeförberung bet deutschen Kriegsgefangenen und Zivilinternierten begonnen wirb.
Ministerpräsident Geiß schloß sich im Namen ber babischen vorläufigen Regierung bem Protest völlig an. Er sagte u. a., wie bisher, so werbe bie Regierung auch in Zukunft alle Kraft elm'etzen, um jeher Vergewaltigung bes babiscl-en Volkes entgegenzutreten. „Das babische Volk hat mit rmberat beutschen Stämmen im Vertrauen auf bie Erklärung Wiljons bie Waffen niebergelegt. Vor ber ganzen Welt forbert bas babische Volk Wilson auf, bie ehrliche Durchführung seines Programms burch- zusetzei:. Es würbe bas furchtbare Gefühl, baß wir betrogen unb getäuscht sinh, in uns zurückbleiben, wenn bie Wilsonschcn Forberungen nicht vollkommen unb treu burchgcführt werben. Leider zeigt die Art, .in der während bes Waffenstillstanbes das deutsche Volt von her Entente behandelt wirb, wenig von bem Geiste, in bem allein bas Programm Wilsons vollzogen werben Fann. Ohne Grunb bauert bie Blvckabe gegen Tcutschlanb weiter, ohne Grund läßt man unsere Greise, Frauen unb Kinder weiter leiden. Warum wirb ber Abschluß eines Vorfriehens abgelehnt? Auch gegen bie Behandlung ber Äsaß- Lothringcr protestieren wir. Wir fordern vor ber ganze:: Welt, haß endlich unseren unglücklichen Kriegsgefangenen bie Freiheit reich er ceicben wirb. Das beutsche Volk wirb sich nie bem Imperialismus anherer Völker beugen. Die babische Regierung hat, als bie erste aNchricht von ber beabfiefttigte:: Besetzung Kehls zu ihr kam, sofort bei her Reichsregierung unb bei ber Waffenstillstanbskommission in schärfster Weise protestiert und verlangt, baß in Zukunft bei allen ben babrschen Staat betrcHat* ben Fragen bie babische Regierung zugezogen wird. Auch von bieser Stelle wirb biefc Forderung wiederholt." Der Redner forderte zum Schluß seine bübischen Mitbürger auf, auch in biefen Zeiten schweren Unglücks bie nationale Würbe zu wahren. „Fest, einig unb geschloffen verteidigen wir unser Recht unb unsere Ehre!" (Lebh. BeisallI
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I überrnführen, den Grundsatz einer starken mip Wifarirfxfon Reichsgewalt voranstellte, wobei den Einzel-
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bessern. Der „Vorlvärts" hat in bie)en Tagen bas bittere Bekenntnis abgelegt, baß unsere Gegner allen politischen Jbealen znrn Trotz einen Machtstreben gegen uns vorbereiten, bc: bem wir nicht gefragt werben, sondern dem wir uns schließlich ofyne Einspruchsrecht zn fügen hätten. Die Welt ist eben noch nicht so geartet, wie bie bentschen Vertreter bes Pnziftsnuls es sich ursprünglich gedacht hatten. Seit einigen.Wochen meilt Präsident Wilson in Paris; unzählige Sitzungen hat er dort tätig etjaiten, über viele Vorfragen des F i b ns haben bie Entente-Staaten sich b reits g eh*igt So haben sie zuletzt lür ben b en tschen Kvlonialbe- s i tz einen Berivilnngs^'Mr anfgestellt. der uns so ziemlich gänzlich enteignet und nur für kümmerliche Reste eine internationale Kontrolle über uns verhängt. Die beuffd)en Protestrufe gegen willkürliche Gewaltakte, Bertragsverletzunoen unb Schikanen der Westmächte sinb an den Sßänben des Fochschen Salonwagens in Trier und der Vcrhandlungsstnbe in Spaa ziemlich spurlos verhallt. „Wv wir erschiene: und pochten an, Wcrrd nicht gegrüßt noch aufgetan. Wir müssen uns drücke:: von Ort zu Ort, Der alte Respekt ist eben fort." General v. Winter- seldt hat bie Sache satt bekommen unb ist Von seinem Führerposi-en in Spaa mit einer lauten unb vernehmlichen Erklärung zurück- aetreten. Wir werden sehen, ob diese Demonstration im andern Lager Eindruck machen hrirb. Der Nachfolger Winterfeldts soll nur panz in dessen Fußtapstn treten! Es sind fdMniirrige Aemter, bie bie beutschen Ver- häiibler inne haben, unb nur d^arakdervollie Manner bürfen bafür in Betrad)t kommen, i^raf Drock^orff-diantzau, ber ben redjten Ton gefunden zu haben scheint, wirb hoffentlich unermüblich fein! Indessen, Wilson, cuf dessen Zusagen wir uns verlassen haben, reift dieser Tage auf 3 Wochen nach Amerika eck, ohne unseren Vorstellungen und Frie- interessen auch nur einen Blick geschenkt tat haben. Die Blockade bleibt bestehen, hinter ber Absperrung bes Irnksrheinisdfen Gebietes suchen bie Franzosen einen Reichsabbröcke- lnngsprozeß in Gang zu bringen, wir hören nach wie vor nidfts über das Schicksal ber im Westen zu nick gehaltenen deutschen Gefangenen
Erster Platt M. Jahrgang r
GichenerAnzeiger ä General-Anzeiger für Oberhessen......
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