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sPiels. Noch wt einigen Wochen trat er an die Spitze eineS Konsortiums, das sich in Kassel ge­bildet hat. um einDeutsches Rütli" inS Leben zu rufen. Aus einer Wald wiese des Habichtswaldes bei Kassel, unter uralten Lichen und Buchen sollten alljährlich zur Sommersonnenwende deutsche Män­ner und ivrauen -u'ammeNkommen. um die Treue zur deutschen »eimat zu beftärtigen. Gleichzeitig prvvagieeie er mit allen Mitteln, auch mit Hilfe des Kinos, für eine Erllärung des Habichtswaldes als Naturdenkmal Sein Plan ging dabin, den Park von WilhelmShvhe zu einem deutschen National-

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erü in unserer Seit ganz erkannt worden ist, Bedeutung seines nachze'as>enen bürgerlichen den TitelDoyzeck" trug.

** Amtliche Personalnachrichten. Ernannt wurde am 20 Oktober der Direktor an der Liebigs- Oberrealschule zu Darmstadt Geh. Schulrat Dr. Dor- feld unter Belassung in seinem derzeitigen Amte und unter Belassung seines Eharakters als Geh. Schulrat zum ehrenamtlichen, außerordentlichen Mitglied der Abteilung für Schulangelegenheilen im Landesamt für das Bildungswesen mit dem Titel Oberschulrat. - Ernannt wurde am 22. Oktober 1919 der Land- wirtschastslehrer Dr. Gustav Lung zu Alsfeld mit Wirkung vom Tage seines Dienstantritts an zum Vorsteher der Landwirtscha tlichen Winter­schule zu Groß-Gerau. Der evangelische Pfar­rer Franz JacobowSki zu Langenhain wurde auf sein Nachsuchen unter Än.rk.nnung lernet langjährigen der evangelischen Landeskirche ge­

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Feuilleton.

Die wahre Gestalt ton BüchnersDoyzeck".

Büchners DramaWopzerk" ist am Gießener ©tabt-beater für diese Spielzeit in Borbereitung. Die nachstehenden Ausführungen über die wahre Gestalt des TramaS werden daher besondere- Interesse erregen.

Unter den Dramen deS not 23 Fahren da Hin­geschiedenen Dichters Georg Büchn r, des en t*e:uale

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Drama, W wie fein andere- Baff t*?r Vergangen- beit in das Neuland psycholoyiscl)er Dramatik binansweist und der jüngsten erprefswnistischen Kunst 6itm Vorbild geworden ist, wurde von dem ersten Herausgeber der sämtliche Bt e Büchners, Karl Emil Franzos, ans dem schwer leserlichen Manuskript te nes bandichri tlichen Nachlasses tnt- zifsert und gab in seiner fragmentarischen Form zu mancherlei Bedenlen Anlaß, ohne daß man aber an der Zuverlässigkeit der Frauws chen Lesung zweifeln tonnte. Wie fahrlässig und willkürlich aber Franzos mit dem ihm an vertrauten Gut am-

gäbe der beiden Handschriften durch Franzos feine Rede fein. Vielmehr bat er mit einer kaum zu übertreffenden Willkür fortgelassen, geändert, ver­schoben und was das Aerg.tr dünkt, durch eigene, freierfundene Sähe die Wirkung zu steigern ze ucht. Belege dafür lassen sich zu jeder Seite de? Fran»os- fchen Textes desAonzecf in Menge fielen."

fassenden Unterrichts für die Mannschaften be- Artigen wir. Die Kaserne darf nicht Tummelns für Loli.ik werden. Die Leute und Offiziere müf^en auf dem Sohrn der Verfassung steh.ii. Der mili* därische Apparat mutz der Regierung völlig gut Verfügung stechnr.

My Grafe (D.-N-ttl.): Die alte Arm« war die Ärnndias: unseres gesamten Vaterlandes, un­seres Deutschtums. Gegen sie fanden sich die Feinde von innen und außen Auiantnam. Es ist ein tLogisches Gestaut, das oeutsv Männer so Der- bUnret waren, bas sie mit bat Sieg ihrer Partei a=> Daterland zu Boden ftrerften. Was gehört für

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Titel des WerkesWoyzeck" tautet, wie die ge­schichtliche Persönlichkeit hieß, deren We'en unb Schicksal in dem Helden na-wirkt. Der Name Woyzeck war nämlich durch eine auifehenerregende unb vielbeachtete Mordsache, bk sich am 21. Juni 1821 in Leipzig ab spielte, allgemein bekannt ge­worden. Ader auch außer dem Titel ist der ganze Text von Franzos vollkommen entstellt wieder­gegeben worden. Man findet im Manuskript aus- acbebitte Stellen, die er wegge assen hat. Entgegen seinen Angaben zählt die Handschrift der erlten Fassung nicht vier, londern fünf Bogen, die zweite nichteinige Blättchen", sondern 2b Quartleiten. Wenn Franzos behauptet 'bitte, daß absolut Leine Linie lesbar" sei, und er deshalb in einem barbari­schen, die Handschriften auf das schwerste schädi­genden Verfahren das Manuskript lesbarer gemacht hatte, so kann davon Beine Rede fein. Sowohl die erttc rote die -weite Fassung sind in der Hauptsache zweifelsfrei zu entzitfern: nur ist allerdings durch das unglückselige Verfahren, das Franzos zur momentanen Verstärkung anroanbte, vieles für immer verloren gegangen. Alle Versuche, die nun mit Hil e von hil.^bereiten C^mikern unb Phvsi- lern unternommen wurden, bie Photogravlie. die Beleuchtung durch besonders starke Lichtquellen, die Anwendung blauer Scheiben oder chemischer Aeaaenzien in Dampfsorm zeitigten nur ein be­scheidenes Ergebnis.Von einerbuchstäblichen treue", urteilt Witkowski,kann in der Wieder-

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park erklärt zu wissen. Das Schloß aber sollte ein Ehrenheim für Deutsche werden, die sich um bcutf(6t Kultur verdient gemacht haben.

Aus einem Notizbuch.

Von Hugo von Hofmann-thal.

Hugo v. Hofma n-stlai oerö'fenthä in der neuen, im Insel-Verlag en'ch raev- den Zeit schrickTas Inscl d)irf" eine An­zahl tiefsinniger, feingeschlifiener Avbo- rismen, von denen wir einige wiebergeb».

Eine Flaumfeder kann einen Kieselstein nurt schleifen, wenn sie von Der Hand der Liebe ge­führt wird.

Die Menschen sind oft die Sklaven ihrer Will­kür, auch in sich selbst: aber cs ist er :auni ich, n* selten sie ihren Willen anzu'ehen wissen.

Menschen unserer verworrenen Epoche ihr Eigentliches in Zwischenerlebnis en, netteren Mißverständnissen, Kvniusztonen streutheicken.

Autorität aber sich erkennen, ist höherer Menschlichkeit

Wahre Sprachliebe ist nicht möglich ohne Sprachverleugnring

Jede neue bedeutende Bekanntschaft zerlegt «m und fest uns neu zusammen.

Die ahnende Jugend weiß die Sdt vo« Kräften erfüllt,- aber es kommt ihr nicht bei. welche Rolle in der D lt bie Schwäche in ihres verschiedenen Formen spielt .,

Tas eigentliche Dichterische holt sich gleia weit vorn Herzlosen wie vom Emp indsamen.

Selbstliebe und 2e bsthaß find die tieistrn von den irdischen produktiven Kräften.

der teils laute Zustimmung, teils eisige Ablehnung fand: er trat für die Schaffung einerBühne der Deutschen" ein. eines Bayreuther

Au» dein Ueiche.

Gießen, den 30. Oft 1919.

Straßenbahn GießenKrofdorf.

Aus Krofdorf geht uns folgendes Schreiben zu, das den Ausbau des Straßen- bahnprofekles GießenWieseck unter einem erroet er.en Gesichtspunkte betrach.et.

Noch den Berichten des Gießener Anzeigers ist bereits in mehreren Stadcracksi Atzungen die Bei- tcrfüf/Tung ter elektrischen Straßenbalm in Gießen beraten worden und es scheint ins Aug: gefaßt,zu sein, vorläufig nur d-ie Lrre Wicseck und Klein- Linden in dieses Netz einzuschließen. Nun liegt der bedeutende Ort Krofdorf vor den Diven Gießens unb strebt danach, durch eine elektrische Bahn mit dieser Stadl verbunden zu werden.

Schon vor dem Krieg) n>ir die Wetterführung der elektrischen Bahn nach Krofdorf beschtossen, nur der Krieg verhinderte die Ausführung dieses Pro- jettes.

Nun aufg-schoben ist nicht ausgehoben. Tas Interesse der hiesigen Bevölkerung an der Bahn ist nicht g.tinget geworven, im Gegenteil, es ist gewachsen.

Soll Kroftvrf emporüommen, so muß es eine Bahn nach Gießen haben, denn sein Gesicht zri-tt nach dieser Stadt und seine Bewohner haben le engsten Beziehungen zu ihr. Darüber herrscht nur eine Meinung. Auch für die Bewohner Gießens ist .die Wetterführung der Bahn nach Krofdorf nicht ohne Interesse. Ist doch der schöne Krofdorf er Wald ein Anziehungspunkt für viele Stadt­bewohner '

Auch ein praktisches Interesse werden die Be­wohner Gießens an der Wei Verführung der Bahn nach Krofdorf-Gleiberg haben, denn sic wird nicht nur von unserem Orte benutzt werden, sondern auch bie Orte Launsbach, Fellingshausen, Crum­bach, Kirchvers und andere finb an dem Bau dieser Bahn sehr intettfi'iert. Wo Verkehrsmittel sind, da hebt sich auch der Verkehr. Darum wird sich auch diese Bahn für die Stadt Gießen rentieren, ganz besonders, wenn auch die Beförderung von Gütern mit vorgesehen wird.

Wenn auch über erneute Verhandlungen un­serer Ortsbehörde mit der Stadt noch nichts in ti: Oeffentlichkeit gedrungen ist, so nimmt man doch b.i der Umsicht unb den großzügigen Arte schurungen unserer Gemeindevertretung und ihres Oberhauptes, des Herrn Bürgermeisters Braun, an, daß bereits Verhandlungen neuerdings in der Stille geführt werden. Sollte dies noch nicht ge- schehen lern, so mögen dickse Zeilen einen leisen An­stoß doM geben, bann hoben sie ihren Zweck erfüllt.

Lebensmittel.

* Milchversorgung. Insolg- ungenügender Belieferung der Stabt Gießen mit Milch kann für Donnerstag, 30. bs. Mts. auf die auf 1, Liter lau- t enden Milch mark en ke ne Milch beliefert werden.

** Freibank. Freitag, 31. Okt., nachmittags von 1 bis 3 Uhr, werden die Nummern 2901 bts 3000 beliefert.

Beranstaltungeu

Donnerstao: Lichtspielhaus,Die Rache des Ti­tanen- mit Fern Andra. - Schwarz-Weiß-Theater, Eili" undDas Haus gegenüber mit Harry Hyqgs.

Freitag: Stadttheater,(Ein Geschlecht», Tra­gödie von Fritz von Unruh, Gastspiel des Frank- futter Schauspielhauses, 7 Uhr. - Hochschulgesellschast, Prof. Dr. W. Arnelung liest seine Uebersehung der Antigone des Sophokles, Großer Höriaal der Uni- oerfität, 81/* Uhr. - Lichtspieltheater wie Donnerstag.

die rücksichtslosen Striche, durch die er ihm störend Erscheinendes beseitigte, beeinträchtigen den künst­lerischen W'tt unb die tragische Wirkung aufer» ordenllich Frmizas, bet iür diese i m -re rbärtige Kunst l itt 8 t än^n 5 ^att , handelt ni rin schlecht r ^opi , dec bad Orig nal otxl rerf G eft rt unb oersüßlaht Erst eine neue in Vorberei­tung befindliche Ausgabe wirb das Drama in feiner wa ren Ge alt bekannttnachen. die zwar Büchners Text nicht Dotff innnen wieder- berstel'en Tann, aber doch der bisher bekannt.n Wiedergabe unendluch über egen f'L

Louis Spohrs Enkel t.

AuS Kassel wird uns geschrieben: Im Alter von 74 Jahren starb hier dec Dichter Louis Wolff, der Enkel des großen Komponisten Louis Spohr. Seme DramenPietro Aretino",Ruth", Rachegeister",Anna SRiHing" unbVerlorene Braut" hatten einstmals schönen Erfolg. Am be­kanntesten ist sein WerkDie Nation Goethes". Goethe war sein geistiger Führer. Im Laufe des letzten Jahrzehnts verfocht er einen großen Plan,

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leisteten Dienste, mit Wirkung vorn 1. November 1919, in den Ritbestand versetzt. Zn den Ruhe­stand Dcrfegt wurde am 17. Oktober der ordent­liche Profelwr für Bau- und Zngenieurwissen- schäften an der Technischen Hochschule zu Darmstadt Geheimer Baurat Leo v. Will mann auf fein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. November 1919 an. Erledigt ist eine mit einem eoanaelischeu Lehrer zu besetzende Schul stelle an der Vollsschulc zuHomberga.d. Ohm, Kreis Als eld. Mtt der Schulstelle ist die Hälfte des Organistendienstes verbunden.

"Aus demMilitärwochenblatt. Der Abschied mit bei gesetzlichen Pension unb dem (Tba rahter als Generalmajor bewilligt: dem Obersien A l l a r d t, Vorst, des Bekleidungsamte» des 18.2LÄ. Der Abschied mit dem Charakter als Major bewil- Rgt v. Olberg, Hauptmann der Reserve des 3nf.- Regts. Nr. 115 (I Hannover), früher in diesem Re- ?iment, mtt der Erlaubnis zum Tragen der A «Uni- orm. Don seiner Dienststelle als Pferdevormunste« rungs-Äommilfar auf jein Gesuch enthoben unb zu den mit Pension verabschiedeten Offizieren üderge» führt: der Oberst z. D. v. O h ei m b in Darmstadt, mit dem Charakter als Gen «Mas. Stellenbesetzung in der Reichswehr mit Wirkung vom 1. Okt 1919: Drigadearzt Reichsw.-Dritz. 11 Oder-Stabsarzt Dr. Pfeiffer, vor dem Knege Regts.-Arzt de» Inf.» Regts. 125 und zuletzt dem Inst-Regt 118, unter Enthebung von dem ttommando nach Württemberg.

'Die Bezeich nung der Waffengat­tungen. Rach einer Verordnung des Reichswehr­ministers heißen die Mannschaften der Infan« Urieregimtntct jetzt wie folgt: Onfanteriereglmentcr und llnsantettebataillone: Grenadiere: Iägerbataillone: Jäger: Schützenregimenter und Schützenbataillone: Schützen: Kavallerieregimenter: Reiter: Mafchinenge- wehrformalionen: Schützen: Artillerie- und Minen- Werferformationen: Kanoniere unb Fahrer: Pionier - formahonen: Pioniere: Kraftfahttruppen: Kraftfahrer: Rachttchtentruppen: Funker; Fahttruppeu: Fahrer; Sanitätskompagnien: Sanitätsfolöaten.

** Die Auszahlung der Familien- Unterstützungen findet für die Jett vom 1. bis 15. November Samstag den 1. November 1919 tu der Jett von 9-12 Uhr oornu im Stadthaus, Zimmer 7, statt.

Petroleum. Diejenigen Geschäfte, welche bei dem Verkauf von Pettoleuin und Spiritus be- rücksichtigt zu werden wünschen, haben dies am Frei- tag den 31. d. Mts. auf dem Lebensmittelamt, Jim- mer 11, zu melden. Spätere Anmeldungen können nicht berüdtfiebtigt merben.

* Der Betrieb der Straßenbahn mußte gestern abend wegen einer Maschinenstörung auf etwa 7, Stunden eingestellt werden. Wie mir erfahren, wäre es nicht zu diesem Sttllstand gekommen, wenn nicht die Firma Buderus in Wetzlar gleichzeitig und ohne vorherige Denachrichtiaung die Stromverbindung abgeschaliet hätte. Dieses Abschatten ohne vorherige Benachrichtigung soll in letzter Jett häufiger vorge- kommen sein, wodurch unser Llektrizttätswerk mehr- fach in Verlegenheit gesetzt wurde. Denn für die dadurch ausfallenden 5-600 PS muß erst wieder*eine Masch ne in Betrieb gesetzt werden. Der Anschluß an Buderus hat bisher a.so nicht die erhoffte Sicherung geboten. Der Anschluß an das Kraftwerk Wölfers heim roirb aber in diesem Jahre kaum mehr zu er­möglichen sein. Das ftäbt Elektrizitätswerk bat zwar seine Teiloerbindungswerke gebaut, aber Wölfersheim hat beim Bau der (einigen Schwierigketten.

Ueberfahren. Bei dem gestern früh auf dem Bahnübergang an der Liedigstrahe Derunglü<ki-u hindelt es sich um den 61 Jahre alten Nachtwächter Wiegand Müller aus Hörnsheim. Nach einer Wacht in der Tisenbahnnebenwerkstätte, wo er beschäftigt war, ist er anscheinend von der Werkstätte aus über die Strecke gegangen, um nach dem Bahnhöfe zu gelangen. An einer Krümmung, wo sich fast zur oleichen Jett zwei Züge kreuzen, wollte er wahrscheii» lich dem einen ausweichcn, lief jedoch unglücklicher­weise dem anderen, 5 30 Uhr von Lich kommenden Personalzug, vor b;c Räder, die ihm über den Schädel gingen und den sofortigen Tod herbeifühtte l Der Verunglückte hinterläßt eine Frau unb mehrere er­wachsene Kinder.

* Antisemitische Plakate wurden in letzter Jett mehrfach an den Häusern und öffentsichen Plätzen angebracht. Das ist an sich schon ein Unfug, dem man nicht ernst genug entgegentreten kann. Schlimmer ist es aber noch, wenn sich, wie uns mil- geteilt wird, üble Witzbolde den gemeinen Scherz erlauben, jüdische Mitbürger unter dem Vorwande eines dringenden Telegramme» herausklingeln unb dem Dienstmädchen, dem sie außerdem noch 20 Pf Trinkgeld abverlangen, ein antisemitische» Flugblatt in die Hand drücken. (Es ist nur zu bedauern, daß die Täter nicht gefaßt werden konnten.

* Zur pünktlichen Durchführung des Bahnbetriebe«. Der Euenbahnbcckricb leidet nicht nur unter dem Mangel an Kohlen, sondern auch unter der schlechten Bejchas'enhrit deS Brennstoffes. Um die Pünttlichkril des Fabr- dicnsles nach Möglichkeit zu sichern, der Vll- nister der öffenllichen Arbeiten deshalb jetzt dtt Eisenbahndirektioncn von neuem angewiesen, be-

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«c^anfitit ist, das zeigt nun der Leipziger Literar- Wtoriler Pro>. Georg Wtttoroski in einem Aui'iay, den er im ersten Heck bei neuen, rm In el-Veckag erscheinenden ZeitschriftDa- JnÄickn'ft" »er- öfienllicht LHckvwsk war in bet Laar, den lange für verloren gehaltenen h a n d s ch ri f t l i che n Nachlaß Georg Büchner- benutz en zu können und das Manuskript des Trauerspiris einer eingehenden Durchsicht zu unterziehen Er stellt zunächsl fest, was man schon vorher vermutet. ia>en refie« ow»onjca in ajeengt fieren." hotte, daß der Held des Dramas unb damit der I Tie Aendcrungeit und Zusätze des Herausgebers,

Regierung nicht. Run traten wir auf unb sagten, vielleicht könnten wir noch einen erttäg ichen Frieden machen. Vielleicht? Dom Parteisrandpunkt hätten wir e» vielleicht nicht tun sollen, sondern andere die Suppe ausesien lasten sollen. Die Niederlage als Folge der Revolution darzustellen, ist eine bodenlose Entstellung der Tatsachen, und nun schien, bert Herr von Gräfe seine Anklagen gegen die, die den Frieden unterzeichnrn mußten. (3uruf rechts: Warum hat denn Scheibemann nicht unterzeichnet.) Sie kennen die Beweggründe. Sie (nach rechts) find wohl so verblendet, zu hoffen, daß Deutschland erst bolschewistisch roerben muß, damit dann die Reaktion kommen kann. Das wäre bie einzige (Erklärung für ihre Politik.

Abg. Dr. Haas (Dem.): Wir find besiegt wor­den von Deut chen, von denen, bie uns durch den U-Bootkrieg Amerika auf den Hals hetzten. Gegen eine Welt von Feinden hott n wir standzuhatten Haus unb Hof wollten die Soldaten verteidigen. Aber weiter wollten sie auch nicht gehen Ludendorff wagt es, den Mehrhettsparteien zu unterstellen, sie hätten den Zerfall d s Heeres mit Genugtuung gesehen. Diese H he Ludendorffs ist unerhört. War denn Luden­borff schon immer ein Freund der Soldaten? Wtt wollen, daß Löhnung, Kleidung und Derpflegu g der Reichswehr gut sind. Guter Unterricht muß erteilt werden Die in Betracht kommenden Stellen in Iivil- dienst müssen festgestellt werden, die den abgehenden Wehrmännern fr elfteren. Politisch unerfahrene, Offfsiere dürfen nicht von rechts aufgehetzt werden.

Abg. Koene n sUnabh.): Wenn Herr David die Politik der Mehrheilssozialisten mit einem Glorien- schein umgeben will, so muß gesagt werden: Sie ist genau so schuld am Kriege, w e die Rechtsparteien. Millionen werden gefordert für bie Militärpolizei. Der Militarismus saugt am Mark des Volkes mehr als je. (Ein korruptionsfond ist auch wieder da. Für den reaktionären Geist in der Reichswehr liegen schla- genbe Beweise vor. Die Generäle sind monarchistisch bis auf die Knochen. Herr Roske und in Preußen Herr Heine arbeiten ganz in deutschnationalem Sinne. In der deutschen Republik von Roskes Gnaden werden Streikverbote unb Belagerungszustanbs- ocrorbnungen erlösten. Richt einmal der Verband ehe­maliger Unteroffiziere ist mtt Roske mehr zufrieden. (Präsides Fehrenbach mahnt den Redner zur Kürze.) Die technische Rothilfe schafft erst den Streik. (Als Redner auf Hörsing unb besten Verbot einer unab- hängigen Zeitung zu sprechen kommt, mahnt ihn Präsident Fehrenbach zur Sache un, erinnert ihn baran, daß er bereit - zwei Stunden spreche.) Wie stark sind die Ieit-Freiwilligenregimenter, wieviel Kompagnien Stahlorganisationen gibt es. Das alles chiderspricht den Friedensbedingungen. lAndauernde Schlußrufe. Rufe rechts: Hochverräter.) Für den neuen Krieg brauchen Sie eine neue Armee. Verräter des Volkes fi d Sie. Wenn Roske noch eine Weile am Ruder bleibt, fo fließt in Deutschland mehr Blut im Bürgerkrieg, als der Krieg 1870/71 gekostet hat. (Beifall bei den Unabhängigen^

Minister Roske: jn Berlin sind hn März über 1000 Tote zu beklagen gewesen. (Es gibt keine Ieitfteiwilligen-Regimenter. (Es gib Liften, in bie sich Freiwillige eintragen lasten für Zeiten der Rot. Der Friedensvettrag wird von der Regierung loyal erfüllt werden. Auf bie französische Sozialdemokratie ist nicht viel zu rechnen. Die Reichswehr wird anständig ver­sorgt und bezahlt werden, aber sie muß ein beding­ungslose» Werkzeug in der Hand der Regierung sein. (Lärm links, Zustimmung bei der Mehrheit)

Das Gehalt des Reichswehrministers wird gegen die Stimmen der Unabhängigen und der Deutsch- nationalen bewilligt.

Wettere Titel werden angenommen. (Ebenso eine (Entschließung Arnstadt (Deutsch-Ratl.), den Waffen- meistern den Rang der mittleren Beamten zu verleihen.

Abg Frau Dehrn (Deutsch-Ratl.) tritt fürsSe» stehenbleiben der Heereswäschereien ein

Angenommen wird eine Entschließung Stück len (Soz.) wegen Aufbesterung der Gebühmiste usw. der Reichswehr.

Der Rest des Etats wird angenommen.

Beim Haushalt des Reichsmilitärgerichts erklärt Minister Roske auf eine Anfrage des Abg. Dr. Cohn (Unabh.), daß er nach Wiederzusammentritt des Hauses diesem einen Gesetzentwurf wegen Aufhebung der Militärgerichlsbarkett oorlegen wird.

Der Haushalt wird angenommen.

(Es folgte der Haushalt der Verwaltung der Reichsmarine.

Abg. Dr. Tiittelmann (D. Dpt.): Bessere Besoldungen der Deckoffiziere und der technischen Offiziere sind notwendig. Dabei wird andererseits Geld und Material verschleudert.

Abg. S t ü ck l e u (Soz.l bemerkt, daß der Aus­schuß beantragt habe, besonders den geeigneten Deck- Offizieren den Ausstieg zu den geeigneten Offizier­stellen offenzuhalten.

Abg. B r u ck h o f f (Dem.) wünscht, daß durch vertrauensvolle Beziehungen zwischen dem Offizier und Mann dem deutschen Volk wieder Liebe zur Flotte erwachsen möge und dankt der Marine für ihre Taten im Kriege.

Abg. Andre (Itt.) hofft, daß die Marine min­destens ausreichenden Küstenschutz biete. Der Abbau

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der alten Marine mäste schnell erfolgen. Größte Sparsamkeit mäste obwalten.

Admiral von Trotha, Chef der Admttalität: Ich werde dem Menschen in der Marine zu seinem Recht verheilen, so lange er seine Pflicht tut

Der Haushalt der Marine wird angenommen. Angenommen wird ferner der Haushalt des Reichs­tags, des Rechnungshofes, der Reichsdruckerei, der Reichsschuld, der allgemeinen Fmanzverwattung und des Eratgesetze».

Damit ist die zweite Lesung des Haushatts be­endigt. Nächste Sitzung morgen 9, Uhr. Dritte Lesung des (Etats. Schluß 8' 4 Uhr.

<tzungSbeftrriiui'i?m <rog?n die Reick^sn-Hc zu irit» tont! (Lärm lmÄ.) Te sck)warz-tvckß-rvto Falme itt nicht vcri-oLn. (Lärm lincks.» Sie 'nach tinf3) haben die Armee oolllifiert. Tie Löhne sind un­genügend Denn die &utc schlechter ne.'^n als Ar­beiter, so roerrfen Si' das garuc Geld für die Reichs­wehr 5um Fmster hinaus. Do sind denn die sieben Millionen Um atmen der Armee geblieben? Ob das Reich die Kosten für dir Reichs wrhr trogen tonn, darüber mag die Regierung sich bar Kops zerbrech«. Ter Reichsroehrnnnifter spricht zu den Offizieren anders als ?,n den Sozialisten, und beide glauben ihm. Aber mir haben mir den Schein enter aufrecht erhaltenen Dtfcramn In der Handhabung der Zensur als Oberbefehlshaber in den Marlen war Herr Noskc viel parteilicher als einer seiner Vorgänger. Wer seine Bersprechunoen nicht halten tonn, der soll die Konseauen^en barans ziehen wie Herr Scheide mann. Das hat Präsident Ebert iricfyt getan. Und daraus soll die Presse nicht Hinweisen dürfen?! So bleibt das Recht der freien Meinung, wenn man bas nicht sagen darf. Ich zweifle nicht, daß ber Reichswehr Minister in berrkefrr H^denpole gegen uns den Gummiknüppel schwingen wird. ^Beifall rechts, Zischen unb Pfeifen links.)

Minister Noscke:

Herr con Gräfes fTd>? war Se^b'nwrdpa lickik. linier Heer und irnfrr Vo.k brach xu rnmnen unter der Last einer vielfachen UdK-rntadyt, unb es ist ehrent/an daraus tomungegrngen. Tie Ä. ikuircn mit den Litauern werden «ich durch Lrhand- hnttron teifitip lassen. Der Rücktranspart ist icf ttirrig Brileichr wird uns ein teilweiser Trans­port zur See bririlligt. <ks ist niLckswürdig, her Reichsregierang vorznwerfen, Oe verchlies^ sich den An orüct.en ber Reichswehr. Aber es kehll an Rohstafsen und an Ge d. Gesund wird die Trupp» nriben. wenn unfer Volk wieder ganz gesund ist. Tct Münchener Geiselmord war furchtbar. Wer t-ieie Tinge abatKub-n will, sorge dafür, daß wir die Ordnung aufrechck erhalten fönnzn. Die B.'r- ringerung des HerreS ist langsamer gegangen, weil Der Friede immer noch nicht ra­tifiziert ist. Eine beträchtliche Verminde­rung der Truppen geht mm statten. Die Generäle toroeti entlassen, occh wir nur noch bie wirklich in Dienst stehenden haben. Ich fragt niemanden nach seinem politischen Glaubensbekenntnis. Die Farben schwarz-weiß-rot sind nicht die Reichsfarben, unb es darf nicht damit demonstriert werden. Eine Reihe von verdienten Unteroffizieren ist bereits zu Offizieren befördert worden. In der Marine sind bereits 50 Proz. aller Stellen für den Rachschub aus den Mannschaften frei gehalten. Wir werden im aSgemeinen die Leute mit 18 Fahren einstellen. Wer mtt 80 Fahren dann austritt, mutz, wenn er nicht Offizier geworden ifi, wisseu, was er werden kann. Wir wer­ben ihm also den Jtoiloersargungsschrin geben müssen. Wir mästen den Leuten Ausfichten bieten. Die Reichswehr muß fo gestattet werden, dah sie dem Reich Halt gewährt auf seinem Wege zu neuem Auf­blähen. Die Reichswehr sollte nicht Sache de» Partei­gezänks sein. Im heutigen Deutfrt lanb kann man mit Resolutionen und Gesühlsduse ei keine Politik machen. Das deutsche Volk ist keine Leiche, wie Herr von Gräfe meint, cs blutet aus tausend Wunden, aber es lebt, und wir hoffen es roieber blühend zu sehen. Am demokratischen Stammtisch kann man über absolute Freiheit reden, aber bet einem Schicksal von 60 Millionen steht mehr auf dem Spiel Das Reich darf weder durch Toll­heiten von recht» noch durch Rarrheiten von links gefährdet werden. Feder Bürgerkrieg ist zu hindern. (Zuruf rechts: November Zuruf links: Wo waren Sie denn im Rooember?) Fch werde jeden Putsch, versuch von rechts genau so bekämpfen, wie den von links. Fe kleiner die Truppe, desto schärfer wird sie spacken Vorwärts und Aufwärts! (Lebhafter Bei- fall bei der Mehrheit.)

Minister Dr. David: Am 4. 8. 1914 stand das Volk zusammen in dem Glauben, es gelte, Haus und Hof zu schützen. Wer bat diese Einheit innerlich zermürbt? Diejenigen, die dem Volk den Glauben genommen haben, es gelte nur Verteidigung. Wer rief die ungeheure Macht Amerikas gegen uns auf den Plan? Wer hat den Derständigungsfrieden verhindert, der möglich war, als unsere Stellung noch stark war? Al» es zu ipäl war, da schrien Sie (nach rechts) nach Waffenstillstand Da wollte die alte