Donnerstag, 26. Juni IW
Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhchen)
Zweites Blatt
Ur. M
Tre einzelnen Steuersätze sind folgendermaßen
6
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v. H.
v. L>. v. H. v. H. v. H. v. H.
festgelegt:
§ 13. Tie Abgabe beträgt:
für die ersten 10 000 des abgabepflichtigen!
Mehreinkommens
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Außerordentliche Kriegsabgabe für das Rechnungsjahr 1919.
Weimar, 25.'Juni. Der Nalionaloenomm- jung ist ein Gesetzentwurf über eine außerordentliche Kriegs abgabe für das Rechnungsjahr 1919 zugcgm'gen.
bett, 80 v. H. ihres im 5. KricgsgcsclKftsjahi er- ' : Kriegssteuerrücklage
Bei dein ungleichen Ausgang des Kneges und den dringenden finanziellen Lasten des Reiches nach Z 24 Absatz 1 und 8 26 Absatz 1 des fes die Abgabe von dem Mehrgewinn der gasten in ihrem Höchstsatz auf 80 v. £>. des .... Krreasgcschästsjaln erzielten Mehrgewinns temessen werden. Tementsprerl>end ist denn auch bereits durch Verordnung v-om 15. November 1918
3uni Vor riM Anzeiger das W ' Studenten । m Mittages )eute dazu, bei ^astwirtschafteii m Konrad Ar nder nicht er luni. Gellern fdi Ehesrau Marit Lochzeit.
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30 000 Mark 20
50 000 Mark 30
100 000 Mark 40
für weitere Beträge 50
§ 24. Tie fALgabe beträgt für inländische
eine SidtiM ----- r---- vn fötal? rw 3 hervorzuheben. । men betör'”
vüchertifch.
— Religion — Konfession — Politik. Ein politisches Glaubensbekenntnis von Prof. D. Karl Dunkmann. Preis 1,50 Mk. Verlag C. B. Groß, Berlin SW 48, Friedrichstr. 225.
— S t. Gotthard. Eine Geschichte ans vergangener Zeit von Ernst Zahn. Kürschners Bück-erschatz Nr. 1279. Hermann Hillgcrs Verlag, Berlin W9. Preis 40 Pf.
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Jahn M -taatsanivall,d^ »tri? ttru&en aus bej q :it rootben t Odenwald s Friseur ®an}j S wohnendes
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„Hexe!"> brummte Umbach, als sie vorausschritt.
Er, der wegen besonderer Befähigung in den Generalstab versetzte, neugebackene Maior, kam sich 'freute außerordentlich dumm vor. .... _
Aus der Geschichte wurde er nicht klug! , *
Ter Portier des Hotels, Kaiserhof stand in seinem langen Trcssenrock breitbeinig an der Eingangstüre. Ein vornehmes Privataulo fuhr vor Er kannte das Auto: es' gehörte dem Konsul Rosenberg. Tiensteifrig, die Hand an die Mütze gelegt, öffnete er den Wagenschlag. Aie Tochter oes Konsuls stieg aus. ,
„Ich habe eine Frage an Sie zu richten.
„Bitte, gnädiges Fräulein."
Beide traten in den Vorraum, des Hotels. Ruth eröffnete die Unterhaltung mit dem Portier, indem sie ifrin ein Trinkgeld gab.
„Ter Herr Kvnsnl ist nicht hier," sagte der sich -höflich verbeugende Mann, der glaubte, dre Frage, die an ihn gerichtet werden sollte, schon im voraus erraten zu haben.
„Ich toeifo, daß mein Vater nicht hier ist," sagte Ruth. „Ich will eine Auskunft von Ihnen haben Es handelt sich um einen Vorfall, der sich hier vor einigen Wochen abgespielt hat. Ich war hier zum Fünfuhrtee. Da hat ern Herr einen anderen, ich glaube, es ist ein Detektiv gew^^i, ins Gesicht geschlagen. Erinnern L-ie sich noch .
„Aber natürlich!" versickerte der Portier „Es soll ein ganz gefährlicher Mensch geweien fern.
„Ter Geschlagene war ein Tetektiv, fein Geheimpolizist?"
„Aber, ich bitte! Ein föniglitter Knminal- beamter hat doch viel mehr Einsehen, viel mehr Bildung, als der Mensch, der ten Lchlag bekommen bat. Dazu hat er gar keme Befugnis. Sd)en Sie, ein Kriminalbeamter Jjatte >ich an mich gewandt ober an ben, Herrn Xirettor. Wir hätten den Spitzbuben höflich gebeten, mal einen Augenblick herauLWWommen, em Herr wolle ihn
für die nächsten an gesungen en oder vollen
10000 Mark 10
[ einznstellon.
Ta die GesellsckMften aus dem Mehrgewinn \V neben der in dem Entwurf vorgesehenen Abgabe 1 auch die nach den Landesgesetzen zu entrichtenden fc. Staats-, Gemeinde- und Kircheneinkommen- und W'Gewerbesteuern, soweit sie auf den Mehrgewinn re entfallen, bestreiten müssen, erschien es billig, Vor- w sorge dahin zu treffen, daß die Kriegsabgabe zu- iß, rammen mit diesen Steuern nicht den agnzen ab- le gabepflichtigen Mehrgewinn übersteigt. Dieser Ab- # sicht soll die Vorschrift des § 24 Absatz 4 des Ent- Msiurfes dienen, nach dem auf entsprechenden Nwch Mneis der abgabepflichtigen Gesellschaft die Pflicht- M abgabe insoweit freftritteii werden soll, daß sic '' iufammen mit der auf den Mehrgewinn enlsallen- ben .Staats-, Gemeinde-' und Kircheneinkommen-' £ nnb Gewerbesteuer nicht mehr wie 90 v. H. des U Mehrgewinns betragt.
still, nachdem er der Oefsentlichkeit übergeben ist, außerordentlich bedauert, namentlich, wenn sein Kamcradschafts- und Mensästichkeitsgefühl so stark ist. Doch fürchtet der Verfasser des ersten Eingesandts eine Belangung durch das Gericht nicht. Da Tatsachen auch heute noch bei Gericht gelten. lJm Interesse der guten Sache wünscht man aber, daß sich derartige Vorkommnisse nicht öfters tote* der holen, sie wären sonst mindestens eine ztveifcl- bafte Interessenvertretung zu nennen, zu der allcr- bings nicht ein wieder berufen ist.
Gesellschaften 80 v. v- des Mehrgewinns.
Ter Mgabesatz ermäßigt sich jedoch um 10 v. H. seines BettageS, wenn der Mehrgewinns 300000 Mark, aber nicht 500000 Mark über-« steigt, oder wenn bei einem Mehrgewinn von nicht mehr als einer Million der Geschäftsgewinn des fünften Kriegsgeschäftsjahres 25 v. H. des eingezahlten Grund- oder Stammkapitals speziell der frei .Beginn des ersten Kriegsgeschäftsjahres aus- genresenen wirklichen Reservekontenbeträgen nidjl übersteigt. Ter Abgabesatz ermäßigt sich um 20 v. H. seines Bettages, livenn der Mehrgewinn 200 000 Mark, aber nicht 300000 Mark übersteigt, oder frei einem Mehrgeioinn von nickst mehr als einer Million der Geschäftsgewinn 20 v. H. dieses Kapitals nickst übersteigt. Um 30 v. H. seines Bettages, toenn der Mehrgewinn 100 000 Mark, aber nickst 200 000 Mark übersteigt, oder wenn frei einem Mehrgewinn von nicht mehr als einer Million der Gesckstiftsgewinn 15 v. H. dieses Kapitals nicht übersteigt. Uni 40 v. H. seines Betrages, wenn der Mehrgewinn 50 000 aber nicht 100 0G0 Mark übersteigt, ober frei einem Mehrgewinn von nickst mehr als einer Million der Gesckstiftsgewinn' 10 v. H. dieses Kapitals trickst übersteigt. Um 50 v. H. seines Betrages, toenn der Melstgewinni 50 000 Mark nickst übersteigt ober toenn bei einem Mehrgewinn von nickst mehr als einer Million der Geschäftsgewmn 8 v. H. dieses Kapitals nickst übersteigt.
?3ei Erlaß des Gesetzes über eine außerordentliche Kriegsafrgabe vom 26. Juli 1918 bestand beiden Gemetnd.'körperschasien des Reiches Ueber- kinstimmung darüber, daß die beschlossene Abgabe eine Wiederholung im kommenden Jahre finden solle. ■ Tiefe Absicht will der vorliegende Entwurf eines Gesetzes über eine außerordentlick>e Kriegs- llbgabe für das Rechnungsjähr 1919 insofent ver- nTirllichen, indem er die Erl-ebuna einer Kriegsabgabe von den vornehmlich im Jahre 1918 erzielten Mehrciiikommen der Einzelpersonen Vorsicht und zugleich, nachdem der Krieg tatsäckstich scm Ende erreicht hat, die Kriegsgewinnbestellerung ter Gesellschaften durch Erhebuny einer Kriegsabgabe von den im fünften Krregsgeschastsiahr mehr erzielten Mehrgewinn zum Abschluß bringen Ml. Tagegen glaubt der Entwurf davon afr- jefren zu sollen, die nochmalige Erhebung einer Vermögensabgabe In Dem durch das Kriegsabgabegesctz für 1918 bestimmten Umfcnige vorzuschreiben, da die Heranziehung des alten Besitzes zu Lasten des »'rieges besonders gesetzlicher Rege- !ung vorzufrehalten sein wird." Abgc- schen von den durch die Geltung für ern neues Mchnungsjahr .(Geschäftsjahr) und durch Wegfall der Vermögensabgabe bedingten Aenderungen find im übrigen nur folgende Afrweichunaen gegenüber dem bestehenden Gesetz vom 26, Juli 1918
In der Begründung wird ausgesül/rt: „Tas besetz über eine außer ordentliche Kriegsabgabe tom 26. Juli 1918 brachte die Fortsetzung der Üriegsgewinnfresteucrung der Gesellschaften aus der [nsljer durch bas Gesetz über Dorbemieitbe Maßnahmen zur Bcstcucruiig der Kriegsgewinne vom 24. Tezembcr 1915 eii'.geleitelen und burch bas LricgSsteuergesetz vom 21. Juni 1916 gefchafienen Grundlage, indem es ben Mehrgewinn des vierten 'lriegsgeschäftsjahres erfaßt. T-ie in jenem G> seh weiter vor geschriebene, vom Reichstag be- fcMene Kriegsabgabe der Etnzelper- i o n e n zerfällt in eine Abgabe von Mehrer n - kommen unb eine Abgabe vom Vermög en. Tie Abgabe vom M^hretiikommen stellte bic bisherige Erfassung der Kriegsgewinne ber Cnnzel- »tersonen durch Besteuerung des Vermögetiszu- ivachses, wie sie nach dem Kriegssteuergesetz oom 121. Juli 1916 beschlossen wurde, auf eine ^ncuc »Grundlage, ohne daß hiermit jedoch aus die L-on- | bcrbcftcuerung des während des Krieges einge- ttetenen Vermögenszuwachses verzichtet werden sollte. ' Tie Abgabe vom Vermögen sollte ben der Abgabe nach § 9 Absatz 1 Nr. 2 des Kriegssteuer- KfcßeS vom 21. Juni 1916 zu Grmlde liegenden I tzjebanken, daß auch der alte Besitz während des lUT -4 lfticges -zu den Kriegslasten herangezogen werden M MfsühMM müsse, in weiterem Umfange zur Turchführnng tbm.
(In einem Teil der Auftage wiederholt.)
(Ein polnischer Schwindel.
Paris, 24. Juni. (WTB.) Havas. Das englische Oberkommando in Köln übermittelt Cle- inenceau folgende in Oberschlesien aufgefangene beutsche Depefche:
Posen, 21. Juni 1919. Die Regierung wird unterzeichneii.' Trotzdem wird H ö r s ist g für Schlesien unb Winning für Ost- und Westpreußeii zum Kriege gegen die östlichen Nachbarn aufrufen. Das Kabinett wird offiziell dagegen protestieren, wird aber die Aktion unter der Hand mit allen Mittelli. unterstützen.
Das polnische Oberkommando sagt, daß die Herausforderung der Deutschen und die Behandlung, die sie der Bevölkerung angedeihen lassen, ju Wirren führen müssen. „Um die Alliierten schon rm voraus von dem Resultat in Kenntnis zu setzen, das diese Wirren zeitigen muß, sehen wir uns veranlaßt, mitzuteilen, daß unter diesen Umftänben der Bürgerkrieg unvermeidlich ist. Es ist nur die Wahrheit, toenn man sagt, daß die Deutsckien im Begriffe sind, ben Frieden vom ersten ,Tage an zu brechen unb ihn für Preußisch-Polen gar nicht zu halten."
Der 23. Juni nattonaler Trauerfeiertag?
Berlin, 24. Juni. Tie Deutschnationale V o l k s p a r t e i hat in ber Nationalversammlung den Antrag eingefrracht, wonach ber 23. Juni, der Tag der Zulnmmlliig zur bedingungslosen Unterzeichnung des Friedens, zum nationalen Trauerfeiertag bestimmt werden soll.
Das Abkomwen über die besetzten rheinischen Gebiete.
Versailles, 24. Juni. Gesandter von Haniel 'hat an den Vorsitzenden der Friedenskonferenz, C l e m e n c e a n, eine Note gerichtet, in ber er im Auftrage des Reichsministers des Auswärtigen .ber den alliierten und assozrierten Regierungen anfragt, wann die Verhanblungen über bas Abkommen betreffend die besetzten vhet- nischen Gebiete beginnen können.
Eine Aenßenmg Loyd Georges.
Berlin, ,24. Junt. Nach dem „Achtuhr- Abendblatt" meldet „Berning Post" aus Paris-: Lloyd George erklärte den englischen Pressevertretern in Paris, baß England nach Ablau einer einjährigen Warteftist gegen, die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund mchts einzuwenden :frabe. Auf mindestens 15 Jahre hinaus müsse jedoch der Wohlstand Teutschlands dazu dienen, die Verbrechen des Krieges wieder gut zu machen.
Amtliche englische Mitteilungen über die Versenkung der deutschen Flotte.
rührt >bestehen.
Ungarn und Tschccho-Slomaken.
Wien, 24. Ium. Wte das Korr.-Bureau aus Prag meldet, antwortete der Oberst- kommandierende der tschecho-slowa kischen Armee dem Kommandanten ber ungarischen Armee Böhn, daß bu tschecho-slowakischen Truppen am 24. Juni bir Feinbseligkeiten einstellen und erst am 26. Mitter nacht den Vormarsch in das von den Ungarn geräumte Gebiet beginnen werden. Das Ersuckien wegen der Räumung der durch die Rumänen be fetzten Gebiete hätte er der Friedenskonferenz in Paris übermittdtbie diese Räumung gewährleiste Er ersucht um Mitteilung bis zum 24. Juni, 5 Uhr nachmittags, ob die ungarische Regieruna mit den Vorschlägen einverstanden ist.
Der Prozeß gegen die Mörder des Obersü leutnants Kluber.
Berlin, ,24. Juni. (Privattel.) In dem Prozeß gegen die Mörder des Oberstleutnant? K l ü b c r vor dem S chwu r ge richt i n H al l bezeichnete der Angeklagte Fiedler den Mit angellagten Richter als Mörder des Oberstleut- nants Klüber. Nachdem Klüber über die Saate geschwommen War, sei Richter über die Brückc gelaufen und habe Klüber aus nächster Nähe erschossen.
Die Streiks in Kanada.
Umbach lachend. „Sie unterwerfen mich ja einem förmlichen Verhör!" ~
„Ich bin nun mal so neugierig. Wissen Sie noch, wo ber Bettel geblieben ist?"
„Torival hat ihn in die Westentasche gesteckt, soviel ich mick) entsinne. Ja, in die Westentasche. Tie Einladung der Gesellschafterin der Frau von Maarkatz auch! Ach, so, das habe rch Ihnen ja noch gar nicht erzählt. Tie Sache hatte nämlich auch, i'frre spaßige Seite. Ter ungemein befähigte Doppelgänger des Sperrt von Armbrüster hatte sich seinerzeit nicht nur um die Gunst der Fran von Maarkatz beworben, sandenz auch um die ihrer Gesellschafterin. Bei beiden mit Erfolg. Bei dem Zusammentreffen Torivals.mit der Frau von Maarkatz war diese Gesellschafterin, ein blasses, junges aMädckMt, zugegen. Auch sie hielt meinen Freund für jenen draufgängerischen ^pttzfrufren und steckte i'frm heimlich ein paar Worte zu, die sie auf das abgerissene Stückchen eines Programms ^gettitzelt hatte. Ich habe ben Erguß damals selber entziffert. .
„Wissen Sie noch, was he geichneben hatte'
„Warten Sie mal! Ich habe für solche Tinge ein gutes Gebächtnis. Tie junge Dame bat ihn, ihr postlagernd zu schreiben, wo und wann )te ihn sprechen könne. Ja, das war's. Ich glaube, sie hatte Grete ober Gretchen unterschrieben/
Ruth siel es schwer, ihre Fassung zu bcivahren.
Beide Zettel hatten damals in der Westentasche genes Herrn gesteckt, mit dem sie das Cafe ausgesucht hatte. Ern Zufall frrackfte ihr jetzt die Aufklärung, wie die Zettel entstanden waren unb was sie bedeuteten. Tamals hatte sie geglaubt, sie seien Beweise dafür, baß er ein Heiratsschwindler sei. Sie hatte ihm das auch deutlich gesagt und war bann fortgel-ausen. Und nun —
„Was interessiert Sie denn an diesen Zetteln so seyr?" fragte Umbach. :
„Tas werde ich Ihnen mal erzählen, wenn wir recht viel Zeit 'haben, lieber Herr von Umbach!" erklätte Ruth frcdi. Etwas anderes fiel ihr nicht ein! „Jetzt müssen wir nämlich schleu- I lügst zur Mutter!"
sprechen. Tonn wäre die Sache ganz geräuschlos verlaufen." .
„Um was handelt es sich?" mischte sich einer ber Herren von ber Auskunftsstelle in bte Unter Haltung. Ter Portier Härte ihn auf. „Ach fo, sagte ber Herr, „das gnädige Fräulein hat damals dem Vorfall freigewohnt. Ja, ich entsinne mich. Tie ganze Sache beruhte auf einem Mißverstand nis. Ter Herr, der hier verhaftet werden sollte, war absolut Mn Verbrecher, sondern ent früherer Offizier von tadellosem Ruf. Er war am andren Tage zusammen mit dem Tetektiv hier. Erinnern Sie fich nicht mehr, Kellermann?'
„Richtig!" betätigte der Portier. „Sie haben recht. Herr Larsen. Am anderen Tag kam biv verhauene Unglückswurm mi^bent Herrn hierl-e unb hat sein Unrecht eingebauten. Ist dem dem Spitzel ganz recht gesck-ehen!"
Ter Herr nickte.
„Eine unerhörte Treisttgkeit von so einem Menschen, 'frier einzudringen und die Gäste zu belästigen. Wir sind doch kein Verbrecherkelter Na, ber soll uns noch einmal kommen!"
„Wenn ich ihn packe —!" Ter Portier schüt telte die Fäuste. _
„Können Sie mir die Adresse des Manner an geben, ber ben Schlag bekommen hat?" fragte Ruth.
„Tie Adrefte? Tauach habe ich den Menscke nicht gefragt," antwortete der Portier.
„Tie Adresse des Mannes erführen Sie 11 dem Detektivinstitut „Prometheus", erHärtc >• Herr vom Bureau, froh, der jungen, hübsch Tame die gewünschte Auskunft er.cLeii zu könne., „Ter Mann war ein Angestellter dieser Firm Ich war dabei, als ter Revierschutzmann sein-. Personalien aufnahm"
„Wo — liegt dieses Institut?"
Ter Herr schlug im Adreßbuch nach und aal der Tochter des Konsuls Rosenberg die gewünschte Adresse an.
Ruth dankte.
(Fortsetzung folgt)
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schiffe, 5 Panzerkreuzer, 8 leichte K'reuzer versenkt, ein Schlachtschiff sei flott. drei leichte Kreuzer seien auf Strand gesetzt unb außerdem seien zwei Zerstörer flott und 18 am Strand gesetzt. Die Frage der Vergütung für bi. Versenkung der Schiffe werde jetzt von ben Alliie. ten in Paris erwogen. Es sei unmöglich gewesen. Vorkehrungen zu treffen, um die Versenkung zu verhindern. Die Schiffe seien interniert unb nicp' ausgeliefert gewesen, unb bie britische Admiralitä. habe beshalb nicht bas Recht gehabt, Wachtmann chasten an Bord zu setzen. (Beifall.) Es sei niete vahr, daß die Marinesachverstänbigen der briti chen Admiralität bie Internierung empsahlen Ihre Ansicht sei seinerzeit klar unb bestimmt aus gesprochen worben. Aber bie Leiter ber alliierten Regierungen hätten sich für die Internierung ent chieden. Dies sei für die spätere Lage maßgefreni tetoefen unb habe bic Verhinderung ter Bei enkung ber Schiffe unmöglich gemacht.
London, 24. Juni. (Reuter.) Admiral v o n Reuter ist heute nach Park Hill-Lager in bet Nähe von Oswostry gebracht worben, wo e^ untei Arrest bleibt. 1860 andere oeutsche Marineoffizie-E uno Mannschaften von Seapa Flow wurden und. dem nahe gelegenen Lager gebracht.
Das Krieasminifterium über das Ausscheiden von Offizieren aus dem Dienst.
Berlin, 24. Juni. Das Kriegsmini ft e r i u in veröffentlicht einen Erlaß, wonach b-.v? deutsche Heer besonders schmachvollen Bedingungen des Frietensvertrages von den Soldaten mti iljrer Ehre nicht in Einklang gebrackst werten könnten. Es müßten aber sämtliche persönliche i Bedenken zurückgestellt werten, weil bie bring lichste Pflicht gegen bas Vaterland die Aufrecht echaltung ter Ordnung unb Rul)e und die Weiter führnng des laufenden Tienstes erfordere. Um das beschleunigte Ausscheidenvoll Offizieren ans dem Dienst zu erleichtern, wird befhnim’t:
1. Sämtliche preußischen Generale können vom heutigen Tage ab ihre Stellung zur Tisposition unmittelbar beim Personalamt des Kriegsmini steriums schriftlich ober telegraphisch ohne rotiterr Formalitäten beantragen, dieses Recht läuft am 23. Juli ab. Tie Entscheidung über Geitehmigung hängt von ter Möglichkeit des Ersatzes ab.
2. Ta dieser Weg für die Gesamtheit der Offiziere, Sanitätsoffiziere, Veterinär Offiziere unb Beamte nicht durchführbar ist, muß es für diese, ebenso für die Unteroffiziere unb Freiwillig.'», bei dem bisherigen Dienstweg verbleiben, jedoch können die Gesuche um Verabschiedung in aller- einfachster Form eingereicht 'werten.
3. Alle Versorgungsansprüche bleiben unbe
London, 24. Juni. (Reuter.) Das U n t erhall s ist nach ten Pfingstferien wieder zusammengetreten. Walter Lohg er Härte über die Versenkung der deutschen Flotte: Vizeadmiral v. Reuter hatte den Eindruck, daß ter Waffenstillstand am 21. Juni mittags abgelonfen sei und hat mündlich ten Befehl gegeben, bie Flotte zu versenken. Es sei dem deutschen Admiral ohne Schwierigkeiten möglich gewesen, den Befehl weiter zu geben, da er die Erlaubnis gehabt habe, seine eigenen Schiffe zur dlufrechterhaltung der Disziplin zu befuck>en. Gegenwärtig seien 10 Schlacht-
Kircbc und Schule.
Eilt Schulgesetz in Sachsen.
Dresden, 25. Juni. Das ber V o l k s - kämm er heute vorgelegte Uebergangs- gesetz für Volksschulwesen beläßt den Religionsunterricht in der Volksschule bis zur Regelung durch das Reich; es hebt aber die Verpflichtung der Kinder auf,, diesem Unterricht beizuwohnen und beseitigt auch die Pflicht der Lehrer^ ihn zu erteilen. Die Errichtung konfessioneller Privatschulen ist verboten. Dreijährige Fortbildungsschulen sind auch für Mädchen angeordnet.
Hochschnlnachrichten.
----Frankfurt a. M., 25. Juni. Im laufenden Sommerhalbjahr sind an ber Universität bisher 1109 Studierende, darunter ltz7 Frauen, neu immatrikuliert worden. Tie Gesamtzahl ber immatrikulierten ©tubierenben beträgt nunmehr 3804, barunter 373 Frauen (im Wintersemester 1918/19 2783 Studierende, darunter 281 Frauen). Tie Rechtswissenschaftliche Fakultät zählt 182 (10 Frauen), bie Mebizinische 870 (82), bie Philosophische 625 (138), bie Naturwissenschaftliche 630 (66), bie Wirtschasts- und Sozialwissenschaftliche 1197 Studierende (77 Frauen). — Außerdem sind zur Zeit 395 Gasthörer uni) 504 Besucher eingeschrieben. Tie Gesamtzahl ter zum Hören von Vorlesungen berechtigten Personen beträgt daher gegenwärtig 4703 (Wintersemester 1918/19 : 3420).
Lingesandk.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießen, den 26. Juni 1919.
Auf bas Eingesandt der Ortsgruppe Gießen des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und efretn. Kriegsteilnehmer in Nrte 144 des „Gieß. Anz." sei hier nochmals festgestellt, daß nur Tatsachen vorgebracht wurden, an denen auch ter Ton der Entgegnung nichts ändert. Inwieweit noch eine Rechtfertigung der bett. Unteroffiziere in dieser Situation am Platze gewesen märe, muß man der Oeffentlichkeit überlassen, denn es fei hier nochmals festgestellt, daß ein Vorstandsmitglied - den Antrag auf Entfernung stellte. An- । zunehmen ist allerdings, daß der Vorstand der | Gießener Ortsgruppe des Reichsbundes ten Vor-
Der Doppelgänger.
Roman von CarlSchüler.
Fortsetzung Nr. 50.
„Eine Frau von Maarkatz. Rabiates Weib, der Doppelgänger meines Freundes Armbruster hatte ihr mal ten Hof gemacht, und ifrr frei dieser Gelegenheit einen Brillautting unterschlagen. Für tiefe Schandtat machte sie nun .Herrn von Armbrüster verantwortlich. In ter Halle des Hotels ksplanate! In etwas geräuschvoller Weise! scheußlich!" i
Ruth bliefr stehen.
Wo hatte sie den Namen Maarkatz jefron gekört oder gelesen? Richttg! Er hatte auf einem ber Zettel gestanden, die der Herr im Cafä in ber Kurfürstenstraße aus ter Westentasche gezogen hatte!
.. Ruch brannte darauf, mehr zu erfahren. Aber sie zwang sich, äußerlich ruhig zu schemen, Um- bach durfte nicksts merken.
„Und Herr von Armbrüster kannte die Dame überhaupt nicht?"
„Nein. Er hatte weder sie noch ihre Geiell- iHvfterin jemals vorher gesehen. Ich habe ten > Oefchäftsführer des Hotels veranlaßt, die ztoreite ber Frau aufzuschreiben. Dorival mußte doch Na- । tnen unb Wvhnung ter Person wissen, bte er verklagen wollte." _
„Hat ter Geschäftsführer den, Namen unb te Wohnung der Frau von Maarkatz auf so em '■eines Zettelchen geschrieben?"
Ruch zeigte mit dem Zeigefinger ter rechten panö auf ter Innenfläche ter linken Hand dte ^Uüße des Zettels.
„Ja, so ein Zettelchen ist es gewesen," sagte ! ixltelnb ter Rittmeister, dem es komisch tiorfam, M feine Begleiterin sich für die Größe jenes ö»pterstückck)eiis interessierte.
। „Wo hat ter Herr von Armbrüster das Zettel- Nn auf gehoben? Erinnern Sie sich rooefr?" fragte kUith.
«Äas W Sie beim ter Zettel an?" fragte
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ÄÄbtt1^ teu Gesellschaften die Verpftickstung auf erlegt wor-
I den, 80 v. H. ihres im 5. er.
je bcoir&i^ I reiten Mehrgewinns in eine !
Lugano, 25. Juni. (WTB.) Die Streiks in Kanada nehmen zu. In W i n n i p e g veranstalteten 10 000 entlassene Soldaten eine Kundgebung vor dem Rathaus. Das Militär schoß. Es gab eine Anzahl Tote und Verwundete. 400 Demonstranten wurden verhaftet. Viele Läden ipttn sind geplündert. Es wurde der Belagerungszustand ch t -1 verhängt.


