Ausgabe 
28.6.1919
 
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btöOCTi erst Vh Uhr nachts, ohne ein Ergeb­en i s geheiligt zu hccheg. Es hnirbe besastossen, bafj heute i'uchniitlLg eine kleine Kommiss van int Ab- oeordw-telihause Zusammentritt, bie aus Vertreters der Regierung, oer Lansesversammluna intb der ftTbrilerargaiufatÜMien bestehen soll. Es sollten die eüiieüieii Förderungen und Die Möglick-kriten einer eventuellen Befriedigung! durchberaten tverben.

lieber bie gestrigen Verhandlungen erfahren Wir noch lolgerrde Einzelheiten: In der Nack>t gegen 12 Uhr erschienen in bet' Litzung Beamten b ec- treter, bte aus eurer Versammlung am Pots^ damer Bahnhof tarnen. Tie stellten ebenfalls hohe finanzielle Forderungen, und zwar in einem derartigen Ton«, das; auch die anwesenden Arbeüervertreler ihr größtes Befremden über dieses rigorvs« Borg, l/en ausdrüll'len. Sie forderten nichts weniger als sosortige Annahne ihrer Wünsch«, tvidrigensalls sie in einer halben Stunde in den Ausstand treten würden. Weiter wurde in den Beratungen betont, daß sich allerdings seit den letzten Verhandlungen vor sechs Wvchm die Lebens- mtttripreise nickst gesenkt (jät tcn. Tas l>abc daran gelegen, daß man nicht wusste, wie die Friedens verhauUungen auslaufen würden, und ob wir nick;! tnit der Blockade red>ncn mühten. Jnzwisck>en sei man aber mit der Neichsregieruna in Verbindung actreten. Tiefe werde »valnsck^inlich während der heutigen Beratungen fd/Dii praktische Vorschläge machen können, wie eine Senkung der Lebens- mittelpceise her bei geführt toerd<m könne.

Taß die ganze Angelegenheit der Eisenbahner lediglich; einen politischen Hintergrund hat, ist durch das kommunistische Flugolatt und durch die Ge spräche, die zwisck^n den Kommunisten in Ham­burg und in Berlin televl-onisch geführt wurden, Äixr Genüge erwiesen. Auch in verfckstedenen an deren Stäoien traten die Spartakisten bereits alle Vorbereitungen, um den Sturz der Regierung her» beizuführen. Tiefe Ziele toaren natürlich; den Füh­rern der Bewegung bekannt, die unter dem Teck- mantel von tvirtsck-aftlichen Forderungen ihre An­hänger in den Streik treiben wollten. Wenn es so weiter geht, so müßten, um das Defizit bei der Eisenbahn zu decken, täglich 10 Millionen Mark von den Steuerzahlern aufgebracht werden. Ter Streik bet Eisenvahivarbeiter in Utertin scheint jetzt allgemein zu sein, da in den Werkstätten nicht mehr aearbeitet wird. Ter Verkehr auf dem Görlitzer Bahnhof ruht, die elektrisch^ Bahn nach ichlerfelde und btc Wannseebahn verkehren nickst. Ebenso ruht der Verkehr auf dem Stettiner Bahnhof. Ter Be­trieb auf dem Anlstrlter, Lcl-rter unv Potsdamer Balmhof ruht, die elektrische Bahn nach Lichterfelde Bahnhof ist nur noch äußerst schwach. Auf der Stadtbahn sielst man vielleicht alle Stunden ein­mal einen Zug.

Senkung der Lebensmittelpreise.

Berlin, 27. Juni. (Wolff.) In der Nach- mittagsverixrudlung ivieS Eisenbahnminister Oeser daruuf bin, dast bet den Verhandlung'n mit den EisenbahiU'rn vor sechs Wock-en diese er­klärt hätten, sie luoKten auf ihre Lohnforderungen verzichten, lucnn eine bessere Lebensmittelvrsor- aung erreicht werden könnte. Die Eisenbähnbehörde yat sich daraufhin mit den betreffenden Reichs­ämtern und Ministerien in Verbindung gesetzt und Verhandlungen geführt, die gestern zum Äv- schlust gekommen sind. Es tourbv beschlosseti, daß Re ich, Staat und Gemeinden zusam­men die .Mittel aufzubringen ver­suchen werden, um eine Senkung der Lebens­mittelpreis eherbeizuführen. Es soll also nicht nur gesagt 'werden, wir trerben alles tun, um Lebens­mittel zu beschaffen, sondern es sollem vom 6. I ul ia b bestimmte Stationen zu bestimml'en Preisen an die gesamte Bevölkerung abgegeben ^werden. Tie Senkung der Preise wird so stark fein, daß die Ersparnis z. B. für eine fünfköpfige Familie pro Wock-e 25 bis 30 Mk. ausmacht. Es ist beabsichtigt, vorläufig auf drei Monate folgende Mengen ausländischer Lebensmittel pro Bod« und K'opf abzugeben:/8 Pfund K'ochntelst für 0,80 Mk. das Pfund gegen früher 2,20 Mk.. je nack; der Stadt 100 bw 200 Gramm Fleisch für 4,50 Mk. bau Pfund (11 Mk.), '/« Pfund Reis oder Hülstrnfrückste, ein Pfund stteis jetzt 2,40 statt 3 bio 8,40 Mk. und ein Pfund Hülsenfrüchle für 2,50 Mk. statt srül>-r 4,50 Mk., V< Pfund Speck für 1 Mk. das Pfund statt 7,70 Mk.: für lkartosseln auch für Frühkartoffeln soll der Preis pro Pfund 12 bis 13 Pfg. be­tragen (statt 25 Pfg.). Tiefe Maßnahmen n/Ürben für ine Tauer von bret Monaten für bie Gesamt- bevölkernng des Deutschen 9teid>e8 rund l'/v Mil­li« rdl-n ersordt-rn. Sie sollen ausgebracht werden nod> einem noch zu bestimmenden Schüssel durch das Reich, den Staat und die Ofenrehibeii.

Die Eisenbahnervcrbände für Wieder» anfnahme der Arbeit.

Tie Verbände lurfynten zu diesem BeschlußH Regitn-ung in besonderen Erklänmgen Stellung. Schließlich mürbe bie Frage her Bell-iebsräte er­örtert und ber Vorsckilag gemacht, für Preußeic ein Landesgesetz über die Schrssnng von Betriebsräten herauszuvrmsN'N. Minister Oeser erHärte sich be­reit, bie Betriebsräte in seinem ))tessort zu bilassen: die allgemriire Farm deü M.tespsteins mürbe aber abgelehilt. Tie Debatte währte bis in die Abend­stunden. Tie Ei senlmlstierver bände wollen an alle tim: Mitgliedc'r die drrugende Aufforderung rickstcn, die Ar beit sofort toieder aufzunebmen.

vir Unruhen in Hamburg.

Danibürg, 27. Juni. Die unter dem Ober- desthl des Otene.alS von Lettvw-Vordeck stehentx'n R e g i e r u n g S t r n p p e n haben heute m den Moi gr-nstnndeii ,den Vormarsch nach Ham- bura anin-tretm. Taö Stomnumbo über die einge- rmkleu Truppen jibtTiiimmt (^meralmajor Ma - 1 Q ö'*.'nHn<rnbeiir ber ReickiiNvelirbri stade 9. fein mi bre bimnobirerfdiiaft Hamburgs gericksteter vtiuruf Mjni ix-u über Hamburg v.'rlBingten B e lager im gszust « nd aus ein eilmtcrted

11k Hamburg aus Er fwbert die Be- »öneruiin painb11ratf a»tf, die Slmßen zu mtaffeii, ba loust die DNrchiflkhrung ber ben ))ieirl«2timppen übertragenen A.aßnahinen crfdtivrrt wird. Jeder ober bin toeilervn Aufgaben ber N'/rfsioeln-lnippen ml.rstete Mißstand wird mit aller Schiefe wbvxxUn. Bisljer ist es zu Kämpfen nodp nickst (jeBoinmen, doh läßt sich tnc weitere Entwicklung ber Lage. nod> nickst ülnrseljen

Ter Senat verösfentlickst eine Sklmnitinarfyunn worin er zur flOtbc und Einsickst auf flor bett, um bie Gmälrnnifl Hamburgs, die weitere Zufuhr von Lebensmitteln aus bem $2üitfl<utbe, sowie das ge­samte Wirtsckiaflslebiii nickst in Unordnung *u bnn- gen T<T Senat wendet sich baitn g»grn bie von ber j^wölsersonmüssiion ausgestellte Beljauptuug, baß bie pc'litisckin' (wlixift auf bie Betriebsräte und du BolkSwc'hr über ffm an gen sei. Die Bürgerscljast unb der Senat feiert die gejrtzmäßige Regienuia.

Der Einmarsch der Regierungdtruppe».

Hamburg. 27. Juni. (Wolff.) Um 11 Uhr vormittags erfolgte der Einmarsch der Reichswehr, die unter dem Befehl oes Gene-- ralmaiors Mathias (Lübeck) stehl. Bis 9 Uhr morgens waren die Truppen, die bedeutende Ver­stärkungen erhalten hatten, von Osten her bis zur Alster vorgerückt Di« Truppen sind im Anmarsch auf den Hauptbahnhof. Auf der Westseite erfolgte der Vormarsch von Bahrenfeld auS. Tie Besetzung ging bisher ohne Störung in vollständiger Ruhe vor sich. Der Vormarsch erfolgte, da lerne Bürgschaften für die Ausführung der getroffene,. Abmachungen vorhanden marin. Der Stab ist aufr.rbem der Ansicht, daß die Abmachungen be reitS gestern nicht voll eingehalten wurden unb oeriocift auf die in der TonnerStagnacht beroasfnet vorgenommenen Fahndungen auf den Führer bn Einwohnerwehr uxb ber Aahrenselder Freiioilligen. Ferner besteht die Tatsache, daß gefangene 2!ahren- selder Frenvillige nicht bedindungslos ireigegeben wurden, vielmehr diejenigen in Hast blieben, die sich weigerten, nid>li mi'Uc zu den Waffen yu greifen. Ties trifft namentlich auf sämtlickre Chargierte au. Ebenso wurden kommunistische Ver­stärk u un ug en aus Tresden, Leipzrg unb Bre^ men sestgcstellt, die sich unter Vorlegung ihres Mitgliedsbuches M der Volkswehr anzumclden suchten. Auch die Verpflichtung, die freigelassen en Strafgefangenen wieder rinzuliefern, kann nicht eingehalten werden. Tie Reichswehrbrigade ist ge willt. jedes Blutvergießen zu vermeiden und will Ruh' und Ordnuung sichern. Sic ersucht die Be völkerung daher, knnerlei Widerstand zu leisten und alle Anordnungen willig zu erfüllen. Tie Brigade hofft, haß ihr auch von der V o l k s * wehr, die sich meist neutral erklärte, keine Schwie cigkeiten in den Weg gelegt witeden. Ta die Reichs wihrbrigade aus Angehörigen des deutschen Volles besteht, die in bester Absicht einrückten, ist umso eher rin friedliches Verhalten der Bevölkerung zu euoarteiL

Ham bürg.27. Juni. (WTB.) Nachdem die Vertreter der Arbeiterschaft bestimmte Gaoatien für die Erfüllung der vmi den Regierungstruuppen gestellten Bedingungen gegeben hacken, wurden Die Trufipen versuchstveise aus dem hamburgischen Staatsgebiet zurückgez-ogen. General von Lettow-Vorbeck, der oberste Führer der Reichs' erelution gegen Hamburg, ift lyeute mittag in Friedrichsnih eingctrosfen. Das Hauptquartier bleibt vorläufig dort.

H a m b u r g, 27. Juni. (Wolff.) In der Nacht zum Tonnerstag machten Einbrecher und Plünderer an vielfachen Stellen wertvolle Beute. Tie Angriffe auf bie Fül-lchütteler Straf­anstalt und bie SCorrcLionäanftioll blieben erfolglos. Eine bewaffnete Bande überfiel das Ratl-aus Stel- lingen-Langenfelde, iw sie etwa 500) Mk. und etwa 18 Zentner Fleisch erpreßten und die .veni- gen vvrl-anbenen Waffen Mitnahmen.

Die Toten und Verwundeten.

Hamburg, 27. Juni. (Wolff.) Wie bis­her festgestellt wurde, liegen in den IVrankenhäusern 42 Tote unb 116 Verwundete. Tie am Mittwoch befreiten Gefangenen wurden zum Teil wieder ein geliefert. Einzelne stellten sich freiwillig, da sie beiürchtetem bin der Ankunft Der Reichs­wehr truppen als Plünderer behandelt zu werden.

Scheidemann beinahe verhaftet.

Lörrach, 27. Jnni. (Wolff.) TerOber­länder löste" in Lörrach nielbei: Miniflerpräste deut a. D. Scheide mann sollte bei seiner Ein­reise in die Schweiz von dem Führer ber hiesigen U. S. P. verhaftet werben unter der Anschul- dianng, sich den Folgen seiner Politik durch die Flucht eutzie'lien zu ivollen, Tie Grenzwache vereitelte jedoch die Ftestua^hme und ließ Scheidemann passieren.

*

Belagerungszustand in Frankfurt a.d. Oder.

F r a n k f u r t a. d. O., 27. Juni. (Wolff.) Jnsoge der Unruhen der vergangenen Tage wurde gestern mittag der Belage­rungszustand verhängt. Als die Negie­rungstruppen das Rathaus besetzten, versarw- melten sich, ungeachtet des Velagerungs- zuslandes und entgegen den wiederlwlten Auf^ forderungen des Militärs, eine große Men­schenmenge auf dem Marktplatz. Um den Platz zu räumen, waren die Regierungstruppcn wiederlwlt gezwungen, Schreckschüise abzu- aeben, sowie scharf zu schießen. Es gab sie­ben Tote und 22 Berwundete. Gegen 9 Uhr unternahmen unbewaffnete organisierte Arbeiter den Schutz der inneren Stadt. Die Regierunjistruppen zogen sich in die Kasernen zurück. Seitdem herrscht Ruhe. Es kommt immer mehr zu Tage, daß die Unruhen von auswärtigen Elementen hervorgerufen wurden.

Aus Stabt und Land.

Gießen, den 28. Juni 1919.

Unser neuer Roman.

Auf vielfaches verlangen, zumal unserer Leserinnen, beginnen wir heute einen Roman der beliebten Romanschriftstellerin

Anny wothe

die sich des gleichen Rufes wie die jetzt über­all gern gelesenen Romane von Courths- Mahler erfreut.

Der neue Roman

Ragna Socnöbnrg

schildert in höchst spannender weise den Seelen- Konflikt Ragna Svendburgs, die den Mann, den sie lieben muß, in dem (batten ihrer Schwester findet. Der Roman ist sittlich hoch­stehend und wird sich sicher den Beifall aller Leser erwerben. *

(Äcbt eure Werte den Vanken znrück.

Tage schn>erster Aüfregung liegen hinter unS. Stündlich wechselten die Nachrichten: wird be­dingungslos nnterfdyriebcn ober wird abgeleimt, kommt ber Feind ober kommt er nicht, wird wie­der Nckiegszustand werben oder kommt zum Frie­den unb was wird gesehen, )ueiut der Ä-einb konunt ? Wird <$ das Prü-ateLgrutmn fchLtzea,

werden bie ^laufen, besetzt werden, wird ba; Wirtschaftsleben writergeyen tonnen unb unter welchen locuuigungcn? 'Jcrcrxt nur die Sorge um das Wohl des Ganzen, auch die Sorge um doS eigene Ich, um die Angehörigen, um das Eigentum bewegten jeden aufs tiefste.

Die Banken zeigten ein ungewohntes Bild. Von ihnen wurde nncklcch Uebermenfchuches gefor­dert und geleistet. Sie waren die Stelle, wo man die neuesten Nachrichten erwartete, wo man sich Rat suchte, und es darf an dieser Stelle wohl ruhig ausgesprochen werden, die hiesigen Banken haben ben gewaltigen Ansturm bewältigt. Sie ioaren voll gerüstet auf starke Abhebungen, fte sind allen Mün­chen auf Barzahlung, Uebenoeifung an anders Plätze, [Übertragung von Depots restlos unb pünkt­lich nack)gekommen. Daß man städtische und ftaat» lickne Gelder, die natürlich einer Beschlagnahme durch den Feind in erster Linie ausgesetzt waren, in Sicherheit brachte, ist klar. Aber auch mancher andere hat geglaubt, daß Gelder unb Wertpapiere daheim in der Schublade ober an anderen Plätzen sicherer aufbewahrt seien unb haben sie abgehoben. Matt kann darüber verschiedener Meinung sein. Viele, ja die meisten, bewahrten Ruhe unb be­gnügten sich mit dem Schutze, den ihnen die feuer» unb diebessicheren Gewölbe ber Banken bieten, in bet richtigen Auffassung, daß es besser ist, feine Werte da zu besitzen, wo man sich selbst befindet

Nun, wo endlich wieder etwas Ruhe eingetreten ist, empfiehlt es sich aber auch dringend, daß jeder sein Teil dazu beiträgt, das Wirtschaftsleben wie­der in geordnete Bahnen zurückzuführen. Vor allem ist es jetzt dringendes Erfordernis, daß die zu Hause für ben Notfall aufgespeicherten Barmittel unb Noten wieder ben Banken zugeführt roerben, um «unseren Notenumlauf zu reduzieren imö unsere Zahlungsbilanz zu verbessern. Was uns jetzt noch 'm dieser furchtbaren Zeit der Erniedrigung Be- friebigung unb bie Möglichkeit, wieder hochzukom- inen, bietet, ist Arbeit und nochmals Arbeit. Und diese Arbeit des einzelnen kann nur bann von Nutzen fein, wenn unser Geldwesen wieder in Ordnung kommt. T.shalb ergeht der Ruf an jeden einzelnen: alle Werte wieder zurück zu den Banken!

Pcrfonctlvertchr GießenButzbach.

Solange die Perfonenzüge: Gießen ab 10.25 Uhr abends nach Butzbach unb von dort 11.25 Uhr zurück, aus Mangel sonst geeigneter Züge für Beförderung des Eisenbahicpersonals, ge obren wer­den, sind beide nach einer Mitteilung ber Eisen- babnbireftion für ben Personenverkehr in beschränktem Umfange freigegeben. Die beiden Züge D 175 (Butzbach ab 2.08 Uhr nachm.) und D176 (2.03 Uhr nachm.) l-alten nach gleick-er Mitteilung vom 1. Juli ab nicht mehr in Butz­bach. Veraillaisnng zum Wc'g'all des Aufenthalts hier gab der äußerst geringe Ab- unb Zugang von Öteifenbcn und die weiter notwendige Wahrung wichtiger Anschlüsse für beide Züge an sonstigen Stationen.

Die ersten Gefangenentransporte.

tot. Limburg, 26. Juni. Die e r st e n Transporte deutscher Kriegsge­fangener (aus amerikanischer Gefangen­schaft) treffen voraussichtlich Ende der Woche hier ein.

Lebensmittel.

Städtischer Eierverkauf. Von Montag ben 30. Juni bis Freitag den 4. Juli 1919 einschließlich erhalten bie Bezirke 5, 6, 11 limb 12 gegen Abgabe der Diermarke 7 unb Vor­lage ber Ausweiskarte ein Ei zum Preise von 33 Pf. (Stehe Bekanntmack-ung.) '

** Das Backen von Slranfcnbrot für ben Monat Juli 1919 ist nachstehenden Bäckern -übertragen worben: Horn, Jakob Nachf., Stein­straße, Brühl, C. Nachf., Neuenweg, Haas, Carl, Blrichstraßc, Weber, L., Frankfurter Straße.

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** Bei der Jahresfeier der Van* desuniversi tät am kommenden Diens­tag, 1. Juli d. Js., sind, wie uns mitgetellt wird, außer den geladenen Gästen auch anoere Freunde ber Universität tviklkommen, einer beson- foeren Einladungskarte bedarf es nicht. Die Feier in der Neuen Aula beginnt LI1/» Uhr pünktlich.

* O b er he s s i s che r Kuustverein. Tie seit Sonntag neue Ausstellung wird vovaussickstlich mir uodj kurze Zeit ausgestellt bleiben, ba die bereits an gemeldete Ausstellung der Berliner 11 Zeichner in aller Bälde zur Ausstellung gelangen muß. In der Giesjener Kirnstsmnmlung tm neuen Schloß findet nächste Woche wiedc-r ein Wechsel der Aquarelle unb graphischen Arbeiten statt.

** Die Auszahlung der Familien- «Unterstützungen an die Angehörigen der noch im Heeresdienst BesindlickteN für 1.15. Juli 1919 bzw. für ^int 1919 finbet statt: a) Rrichsunter- stützung: Montag, 30. Juni: b) Weitere Unter­stützung (Mietzuschirß) Dienstag, 1. Juli, in der Zeit von 812 Uhr vormittags im Stadthaus, Zimmer Nr.7.

** Zigarettenschwindler. Gestern hat sich in Gießen ein unbekanntes Soldat, der sich Fohann Schmidt aud Friedberg nannte, dadurch 1000 Mk. erscknvinoelt, daß er den Sohn eines Frankfurter Wirts mit nach Gießen nalmt, um für den Betrag Zigarren und Zigaretten zu besorgen. Hier angekommen, begaben sich beide in eine Wirtschaft, aus der sich der öolbat alsbald ent­fernte, um die Zigaretten zu Ix>ten. Nach kurzer Zeit erschien er wicoer und übergab dem jungen Maime einen Gepäckl)interleguugS>chein vom^Zalni- hos Gießen, mit bem Bemerken, daß er die Zi­garetten gleich an der Dandgepäck-AusbeivabrungS» stelle abgegeben, wo er sie sich bei der Abfahrt mitnehmen könne und ließ sich bic 1000 Mk. aud» händigen. Unter den Angaben, nun auch Zigarren au boten, versck)wand er auf Nimmerwiedersehen. An dein Bahnlwf mußte der GesckMigte bann die unangenehme Entdeckung machen, daß daS ab­gegebene Gepäckstück ein wertloses Küstck)en war.

** Fahrradschwindler. Gesterm er» stlpvinbelte sich rin Unbekarmter, ber abgeänderte feldgraue Uniform, blaue Mütze mit einem Wap­pen und gelbe Schuhe trug, ein markenloses Fahr­rad mit der Polizrinnmm^r 4077, schvarzem Rab- inenbau, ebensolchen Felgei^ braunen Holzgriffen mit roten Gummiteiten. Er lieh sich das Rad von einem Schüler, bem er vorher GurnmischLSuck»? zu Morgen versprochen hatte, um einmal um die Anlage zu fahren und btrnTjtoanb dann. Vor dem Vtelrüger fei hiermit nachdrücklichst gcioamt. Sach­dienliche Mittrilungen nimmt bie hiesige Krimmal­pol izri entgegen.

♦♦ Der letzte diesjährige öffent- liche Impftermin für die Erstimpslinge der Stadt Gießen wird am Mittwoch, 2. Juli 1919, itachm. 4 Uhr, im Jmpslokale, Turnhalle der Stadt- urädchcnschute, Schillerstrabe ö, abgehaUen»

Tn&tv.

ben beliebten Varietee-Humoristen unb el

Zigarrengeschäft Petersen am Markt übertrt Und sind Eintrittskarten dort schon jetzt erhall

lschcs vom 21. 3 «.. »in

M, in weiterer

GrÜningen. Wir erküren beute dazu, daß wucherische Preis in ben Gastwirtschaften

Wilhelm Arnold, Wilhelm Konrad Bing

langt wurde.

ihen zu sollen

Jokel, aufgestellt.

psmgr vorzuschl

3tt dem bestchm

"*£76

die Hände fielen. Ein Teil der Verbrecher lac

in Kollstanz erschossen worden.

Der D

Vornan vc

Kreis Schotten.

Gegen deu Schleichhandel.

Starkenburg und Rheinhessen.

Das Urteil im Rimbacher Raubmordproz rm. Darmstadt, 28. Jnni. Das Urteil

** Die Wirtschaft!. 55erein;grit Kriegshinterbliebener hält heute an V-8 Uhr im Felsenteller eine Mitgliede Versammlung ab, in der Lehrer F u n f, sitzender des Freien Hess. Landest cöanves Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene sprich wird.

die drei ersten lebenslänglick)e Zuchll>a»sstrafe Roeppel 15 und für Killinger 10 Jahre Zu

vcoeppel 11 Jahre jjudjtlyaud, srillmgcr 1 ^uchtl-aus und Tonn zwei Jahre sowie lichen Ehrenstrafen. Der Staatsamoalt batie

** Zirkus Blumenfe tag nächster Äüockze für 3 Tage

für 6«s' - -1 /

^ngdes alte ineges besvr ung DDtiube' f en von den bu >hnmasjahr,(Q Ä ber vermögen nb im übrigen nt

blieb steh.

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**EinWohltätigkeitsfeftzu Gurs!, der Lazarett-Insassen Gießens findet Sonr. 29. Juni, nachm. 3 Uhr. im Eafö Leib mit grcl Doppel-5tonzert, misgesührt von der Äapeli- Reuhswehr-RegtS. 36, musikalische Leitung: Dbce fnrufifmrifter Löber, statt. Außerdem ist es geluita

| ^i lklaß d<s he Kriegsabgabe feten Gcm« tesmmung barüb L Mederlplung Üe (Liefe AbM

Fcacklomiler Gg. B ra nde n st e in zu verpili«hti, efl

Sein igfirter Ruf und bie stürmischen Erfolge in alle ms l erstklassigen Varietees und Konzert Häuser bürgt ö! $efki für i>te Erzielung einer guten Stimmung. ,Wn 5Lr igi

** Anlaaen-5?onzert. Sonntag, von, .!. v von 1112 Uhr, findet ein Konzert der Rq Mentsmusik des Reichswehr-Inf.-Regst. Nr. ;

statt. Die Musikfolge ist: 1. a) Nordland-;dol ig50^aL# b) Königslied aus ,/3orsaffar" von E. a»

2. Themen aus ber OperDer fliegens H lck Mne in

na. Grünberg, 28. Juni. Gestern feiert« Friedrich Schröder unb Ehefrau Marie jd. Bock das Fest der Goldenen Hochzeit.

icuie vuzu, uagoa [e. IW

. , astwirlschaften vs --rs Gcstbes Mi

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und Wilhelm Heinrich Bender nicht abvkp -Wen, mdm jgabc twn ben o ntm Mehmnkl und zugleich.

rnCndc erreicht h

ber" von R. Waaner. 3. a)^turm", Gedich,.e>i> G. K. Schmidt; v)Die schönsten Augen", Maes von K. Krautze. 4. Ouvertüre zur OperetteFig Bursche" von Frz. v. Supp6. 5.Großer R marsch der Fünfziger 18531913^ von P. Cu

Stadtverordnetensitzung ------

Oberbürgermeister mit Rücksicht auf vccschb Vorkommnisse im neutralen Gebiet vor jede: besonnenen Tat gegenüber den französischen R trollbehörden, da diese ber Gesamtl^eit unb Verwaltung zur Last fallen. Die Empfangs schüsse für die Rückkehr unserer Kriegs- unb J11 gefangenen sind gebildet, mit ben nötigen MM versehen und Haden sie alle Vorbereitungen I einen würdigen Empsmig getroffm Für neuen Krankcnkvaspvagen und die Reparatur J alten werden 10 500 Mk genehmigt. Der ct«r| lischen Petrusgerneinde wird die Erhebung cn Kirchensteuer hi Höhe von 30 000 Mk. geneW Die bau planmäßige Verbreiterung der Ramstädter Stütze wird gutgeheißcn. Tie * läge betr. Erhöhung der LaiUciibcu Trucruij

außer dem bisherigen Bürgermrisler Jul. Feub - noch ein weiterer Kandidat, Kaufmann Gm -l Tagegm gl<

spielen, Seltersweg 81, tritt ab heute bid eil nat»9J schließlich Montag, 30. Juni, B«rnd Aldorj, seinem neuesten FilmwerkDer Seele, 'rbanfen, baB fäufer" auf, außerdem kommt noch das 3aliii neg^^u bej1 irr LustspielEin Patentmädel" zur Aufführung. 'n

to* totrbei tercits durch Vi Iben Gefelllckafti

Genehmigung des Viehlwndelsverbandcs, Mi' lassene oder unrichtige Anmeldungen zum kataster, heimliche Schlachtungen, unerlaubter i« kauf von Lebensmitteln an Schleichhändler, liebt fdjrcitnng der Höchstpreise und unerlaubte Ausftl von Lebensmitteln aus dem Kreis, unvollstöndi Abliescrung der zwangsweise beiüirtfdxiiteteii Ü bensmittel.

Landkreis Gieken.

** GrÜningen, 27. Juni. Vor einigt Zeit brachte der Gießener Anzeiger das Gu gesandt eines Marburger Studenten ill, Preiswucher bei einem Mittagessen j

tenim Amtsverkündigungsblattv ösfentlicht. Unter diese Ztriegsvergehen fa/ insbesondere Verlauf und Ausfuhr von Viehßl

ML 2 wwJ Sfli durch «

ga. Schotten, 28. Juni. DaS Krelsav Schotten gibt bekannt, daß in Zukunft bei aflt Kriegsvergehen, die eine Sicherung be ..... Volks,'rnährung beeinträchtigen, sobald eine 8imrjubeben. ftrafung erfolgt ist, den Namen desBestra Bei dem ungl

»nt. Hungen, 28. Juni. Ein seltenes Jub ur.g einer V, läum begeht [jeute ber bei ber Holzhandlung n das Kncgsal Schäfer beschäftigte Hch. Würtz von h^rr. E, lan aut eine 4 0 iährige, arbeitsreiche Tätigkeit all Fuhrmann bei dieser Firma zurückblicken.

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rm. Darmstadt, 27. Juni. In ber berh

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haus beantragt. Am 1. März o. I. N durch eine Reihe Mannheimer Verbrecher, burd) bie spartakistischeu Unruhen aus den DlaU Heimer Gefängnissen befreit worden ivaren, < Raubzug nach Rimbach im Odenwald untcruii men; Hauptsührer war Friseur Adam In! Der in der Nähe von Rimbach wohnende £anltt Adam Helffrich wurde in seiner Hofreite ik fallen und durch einen Schuß getötet. Die Sc nung wurde bann ausgeraubt, »oobei den W brearern Lebensmittel und 400 Mk. in b<ir

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-m. Hungen, 23. Juni. Zu der morgen hi, - AcllWM stattfindenden Bür ge rmei sie r wähl wird 'M V0,1? S t - -- - - - * t(icrjieltenWtef

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tag nächster S&xfjje für 3 Tage in Gießen gaftiei . Jilll 1*}® < hat den Vorverkauf seiner Eintrittskarten bt Mage' oync v irrengeschäft Petersen am Markt übertrag ,:I>:slcuerung oes . sind Eintrittskarten dort schon jetzt erbäliii, <tenen wtW' ** In den Schwarz-Weitz-Licht Ile. Tic Abgate

wurde bereits am nächsten Tage, der Rest etn>- 1 r-wiuanon' Wock-en später in Mannheim Dcrbajtct. Zivei n v>. ihr ma( terc Teilnehmer an Dem Raubzuge, Blganm Weit j

(ber den Schutz auf Helffrich abgegeben hat cj ' < 3d)anb:üt Eitclwein, find nach ihrer Berlwltung aus » -M teroni-».",! Manllheimer GesänAnis ausgebrochen und bei) Versuch, über die Schweizer Grenze -u gclanfli

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Rimbacher Raubmordprozetz wurde heute io ff'J1 gegen 1 Uhr gefällt. Es erhielten die Angeklcgs .ra.

Joedt, Weiß und Matheis je 15 Jahre Zuchtdw rin8mfn JJ W fn

'Roeppel 11 Jahre Zuchtl^uS, Killmger 10 IS Zuchtl-aus und Tonn zloei Jahre fowie bie |g[[

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rm. Darmstadt, 27. Juni Eine au» er 40 jungen Burschen bestehende R ä u be t ge 11 schäft, meist im Alter unter 20 Jahren, W der Nackst »um 24. auf der Landstratze Worms und Bürstadt rin mit Frachtgütern, 1 bensmitteln usw. beladenes Lastauto überfallen u (unter Drohung mit Waffen auögcraubt. Die La genbarmerie griff aber in euergifdier Weise ein > ,Unb r. W konnten inzwischen über ein Dutzend der au.< B Kim nirf^oo stabt und den Nac^arorten stammenden Bmsist ; Jkjn J*' in Haft genommen werden.