Ausgabe 
28.6.1919
 
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Samstag, 28. Mi (919

<69. Jahrgang

Erstes Blatt

Personen. Mittlerweile hat die Negierung mit einem anderen Mittel es zuwege gebracht, daß die sLiscnbahnerverbände für die Wiederauf­nahme der Arbeit eintreten. Es sollen nämlich vom Reich hohe Geldsummen aufgewendet werden, um eine allgemeine Senkung der Lebensmittelpreise zu bewirken. Es ist im Grunde die selbstverständliche Pflicht der Re­gierung, so zu handeln. Alle zuständigen Steb- len,.auch in den lokalenBezirken,müssen auf das ernsteste ermahnt werden, alles zu tun, um den Wucher- und Schieberpreisen ein Ende zu (machen,. die uns in den letzten Atonalen das Leben verbittert haben! Es kann da Vieles geschehen, denn der Friede, der heute unterzeichnet werben soll, erleichtert die Zu-

Die Hrage de; deutschen ©Sens.

Vern, 27. Juni. (WTB.) Nach deut Daily Telegraph" werden englische Truppen Danzig und amerikanische Oberschle­sien besetzen.

Eine Erklärung Hörsing».

Berlin, 27. Juni. (Wolfs.) Amtlich. Die Behauptung, daß die Reichvregierung erklärt hätte, sie würde sich einer etwaigen Kriegs­erklärung an Polen durch die Rcichs- kommissare Hörsing und Winnig zwar offi­ziell hvidersctzen/ inoffiziell sie dagegen föv-t dern, ist bereits gestern auf das strikteste als Erfindung gekennzeichnet worden. Nun­mehr erklärt auch Reichskommissar Hör- sing, daß die Angelegenheit chm völlig un­bekannt sei. Er habe weder Hilfe erbeten, noch sei ihm solche angeboten worden. Er werde selbstverständlich nur den Anweisungen dey Reichsregierung Folge leisten und nach er­folgter Ratifizierung des Friedensvertrages zu dem von der Regierung bestimmten Zeit»- punkte die Zurückziehung der Trup- pen aus dem abzutretendcn Gebiete veran­lassen. Bis dalfin allerdings werde er die jetzige Grenze des Deutschen Reiches gegen willkürliche Einfälle der Polen verteidigen. Reichskommissar Hörsing betont ferner, daß er den bekannten Aeußeiungen des Generals .Hoff m a n n, Widerstand auch gegen den Willen der Regierung zu leisten, völlig sern- stehe.

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worden wäre, wäre es zweifellos zuerst im I Osten zu blutigen Schlägen gekommen. Dort stehen die besten Teile unserer Reichswehr, diel, bereit gewesen wären, den Einmarsch der Polen mit Waffengewalt zu verhindern. Das ! Reich kann diese Braven bei einem solchen 1 Vorhaben nun nicht mehr unterstützen, im Gegenteil, es muß die Truppen zurückziehen und die Friedensbedingungen loyal erfüllen. Einzelne militärische Führer, wie General­major Hoffmann, sollen darauf bestehen, den Kanrpf dennoch durchzuführen..Sie wollen an­scheinend aus den bedrohten Provinzen einen unabhängigenOststaat" machen und aus dieser Grundlage den Befreiungskampf führen. Ein unglücklicher Gedanke, weil er aussichtslos ist. Weil er außerdem den Frie­den des Reiches gefährden würde, denn den Feinden würde damit Anlaß geboten, bei uns einzumarschieren und womöglich noch unsere Hilfe in ihrem Feldzug gegen unsere deut­schen Brüder zu fordern. Gegen die lieber- rnacht der Gegner ist gegenwärtig nichts aus­zurichten. Gas sehen auch einsichtige hervor­ragende Männer im Osten selber ein, und sie warnen vor Unbesonnenfeiten. Auch der Volkswille in den Ostprovinzen ist keineswegs einmütig einem Befreiungskampf zugeneigt, wie etliche Kundgebungen beiveisen. Man muß also erwarten, daß die Forderungen der Reichsregierung befolgt werden und das ge­fahrvolle und nutzlose Gegenspiel wider die Friedensabmachung unterbleibt. Die Revision des Vertrages niuß durch geistigen Kampf eingeleitet Dutrben!

Die Herstellung des inneren Friedens in Deutschland ist die am nächsten liegende Auf­gabe. Unheildrohend tauchen allerwärts wie­der Putschversuche der Kommu­nisten auf, Krawalle aller Art, bei denen die Politik der radikalen Parteien mit im Spiele ist. Die Unruhen in Hamburg,' ursprünglich aus berechtigter Erbitterung gegen Wucher und Nahrungsmittelfälschungen entstanden, wurden alsbald planmäßig in revolutionäres Fahrwasser gebracht, und es ist nachgewiesen worden, daß mit dem Ber­linerVollzugsrat" Verabredungen bestanden hckben, wonach von Hamburg aus ein neuer Umsturz durch ganz Deutschland sich fort­pflanzen sollte. Tatsächlich haben die Auf­rührer die Stadt Hamburg in ihre Gewalt gebracht, die dortigen Regierungstruppen ent­waffnet und einen regierendenZwölferaus- schuß", der wohl nur dem Namen nach aus allen drei sozialistischen Parteien zusammen­gesetzt äst, eingesetzt. Die Reichsregierung hat sich sofort zum Einschreiten entschlossen: die Hamburger Erhebung darf, nachdem Lettow- Vorbeck mit seinen Truppen die dortige Lage beherrscht, als mißlungen gelten. Das sparta- kistische Treiben wurde un5 dort am Ende auch noch die Feinde auf beit Hals gelockt haben, denn nach dem Friedensvertrag steht den Tschicho-Stowalen zur Warenverteilung das Recht auf eine Niederlassung im Hams- burger Hafen zu. Um einen Vorwand zur Be­setzung Hamburgs würden die Engländer nicht verlegen sein, wenn Kommunistenwirtschaft sich dort breit macht.

Zu einer großen direkten Gefahr für das Reich war auch die Streikbewegung der Eisenbahnangestellten geworden, die zuerst im Direktionsbezirk Erfurt so eigen­artige Formen angenommen hatte. Bekannt­lich hat man dort einen unteren Beamten als Präsidenten eiuletzen wollen! Durch Einset-- zung einesBorates" bei der Direktion ist der Streit schließlich geschlichtet worden; in­dessen zeigt sich dort jetzt eine Gegenbewegtntg der Beamtenschaft. Sodann streikten die Eisen­bahner auch in der Reichshauptstadt. Eisen­bahnerrätekongresse tagten tn Frankfurt a.M. und Berlins und es fiel da das für den poli­tischen Charakter der Bewegung sehr bezeich­nende Wort:Weir die Eisenbahn in der Haird hat, hat die Hand an der Gurgel des Staa­tes." Wie wir gestern mitteilten, hat der Reichswehrminister einige energische Erlasse herausgegeben und die Streikbewegungen ein­fach 'verboten. Das Verbot gatt aber nur für die unter Noskes Befehlsgewalt stehenden

UiiHaeme von ünj.ige» f. die iuqe^numiner bid* zu in Nactunillag vvrhev ohneiebeikvbinblicbteiti Drtts für l mm höhe Iüb 91n>ciqenv 34nun 'rette örtlich 15 l't., auswärts 18 Bf., für Reklame- an zeigen von 70 mm vrette 48Pf. Bei Platz- vorichriit20°/.,Aufschlag. Hauvtjchriitteiler: Aug. (Soetu Verantwortlich für Politik: Aua. woetz. für den übrigen Teil: Dr. Remhow Zenz; für den Anzelgcnteü: H. Beck-, sämtlich in Gießen

5ur Lnederrsunterzelchnung.

Paris, 27. Juni. (WTB.) HavaL 1 Diplomatische Lage. Dutasta fragte den i deutschen Bevollmächtigten nach der Ankunft der deutschen Bevollmächtigten-Delegation. , Von Daniel sagte, er habe keinerlei Nach­richten von der deutschen Regierung, die in der Nacht vom Donnerstag von Weimar nach Berlin Übergesiedelt sei. Die Resultate der Kabinettssitzung vom Mittwoch seien ihm nicht bekannt. Dutasta benäh sich am Donners­tag morgen nach Versailles zu Herrn v.Ha­rr iel mit der Bitte um eine endgültige And- wort, da die Alliierten entschlossen seien, eine* Verlängerung dieses abnormen Zustandes nicht zu gestatten.

Ein Trinkspruch poincares.

Versailles, 27. Juni. (Wolff.) Gestern fand im Elysse eine Tafel zu Ehren Wilsons und seiner Gemahlin, sowie aller Mitglieder der alliierten und assoziierten Friedensdelegation statt. P o i n c a r e brackste eiitat Trinkspruch aus, worin er vor allem auf die Tätigkeit Wilsons bei der Friedenskonferenz und aus die Hilfeleistungen Amerikas während des Krieges unb auf die un- verbrüchlicfe Freundschaft zwischen Amerika und Frankreich hinwies. Poincarö erklärte dann:Tie Delegierten der siegreichen Länder haben sich mo­natelang versammelt, um nicht nur ein Stück Papier in den Händen zu behalten. Wie Sie, Herr Präsident, wollen. wir alle, daß der Friede nicht ein leeres Wort, eine flüchtige Hoffnung und vorübergehendes Licht sei, sondern daß die Gesell­schaft der Nationen wohltätige Wirtlichkeit werde, daß alle Klauseln, welche unsere gestrigen Feinde unterzeichnen werden, loyal und ohne Hintergedan­ken und ohne Ausflückste cingehaltcn werben. Aus die Versenkung der bcutfäjen Schisse in Scapa Flow, auf.die Verbrennung der französischen Fah­nen in Berlin und auf die angeblichen Vorberei­tungen gegen Polen anspiclatd, erklärte Poin- car6, daß diese Verletzungen des Vertrages, noch ehe er imtcrfd>rieben sei, den Alliierten die Pflicht auferleg».', sorgfältig darüber zu wachen, daß verbvecherische Hände nickst plötzlich wieder Brand- ferbe anzündeten, welche zu ersticken die Entente! bemüht ijeivefen wäre. Ein wahrer Friede werde erst aus dem fortgesetzten Zu­sammenwirken der alliierten und as­soziierten «Völker hervorgehen. Der ^ertrag, der jetzt unterzeichnet werden solle, be­deute nur wenig, wenn es nicht gelinge, ihn durch den Geist der Eintracht, in welchem er abgesaßt worden sei, ständig lebendig zu erhalten. Er erhebe sein GlaS und trinke aiXf die Unsterblichkeit der sranzöfisch-amerikanischen Freundschaft, auf die un­zerstörbare Einheit aller alliierten und assoziierten Stationen.

Eine grobe Antwort ClemenrcauS an die Türken.

Versailles, 27. Juni. (Wolff.)Petit Parisien" meldet, daß Elemenceau namens der FriedensDvnsevenz dem Vorsitzenden der tür­kischen Delegation eine Antwortnote zukiommen ließ, worin Clemenceau b-aran erinnert, daß die Türkei gemäß der Denkschrift der türki- schm Telcgarion keinen Grund zu einem Konflick mit den Ententemächten hatte, foitbcrn lediglich als gefügiges Werkzeug Deutschlands in den Krieg gezogen sei. Clenreneoau erklärt, daß die These der türkischen Delegation, wonach die Veranlwor- tung für die erbarmungslose Kriegsülnuug und die unerhörten Greuel den jetzigen Führern des türkisck)en Volkes nicht zur Last gelegt werden dürften, für die Alliierten unannehmbar fei. Auch müsse die Türker die Folgen des bcrloreneit Krieges auf sich nehmen. Tie völlige territoriale Wiederherstellung der Türker sei gleichfalls un­möglich, da die Türken sich stets unfähig er­wiesen ijätten, fremde Völker, welche sie belierr sch­ien, friedlich weiterzmmtwickeln. In allen Ge­bieten, die die Türkei mit den Waffen erobert habe, sei die materielle Wohlfahrt und die Kultur gesunken. t

Eine Erklärung vonJntettcktuctten^.

Versailles, 26. Ium. (Wolff.) TieHu­ma n i t 6" verösfentlickst eine Erklärung von In­tellektuellen, in der es heißt: Geistesarbeiter! der ganzen Welt zerstrettte Gefährten, die Ihr seit fünf Jahren durch die Heere, dik Zensur und den Haß im Kriege fefiublickrer Rationell getrennt seid, wir richten ast Euch in dieser Stunde, rn neldjer die Schranken fallen und die Grenzen fich Nieder öffnen, diesen Aufruf, um unseren bruder- licken Bund wieder zu bilden, einen neuen, festeren und sichereren Bitnd als denjentgen, der vorher bestand. Ter Krieg bat Verwirrung m unsere Reihen gesät. Die Mefezahl der JutellektueNen stellte ihre Wissenschaft und Kunst in den Dienst der Regientngen. Wir wollen niemanden anuagen und feinen Bortvnrs erheben. Wir tenncn die Schwäche individueller Seelen und die elementare Kraft großer Kolleklivströmungett. haben

jene in einem Augeiiblick hmweggefegl. Möge Oie Erfahrung uns wenigstens für tue Zu Um ft dienen. Tic Erklär mig besagt zum Sastuß: Mr ehren

allein die freie Menschfeit, ofere Grenzen, olmt Schranken und ohne Rassen- oder Kaitenvorurtetle. Wir kennen keine Bölter! Wir kennen ein Volk, das einzige universelle Volk, welehes leidet, kämpft, fällt und ftd)> wieder erl-ebt ! Tas Volk aller Men- sck>cn, die alle gleick;crmaßen unsere Brüeer find. Tamit ihnen, wie uns diese Brüferscfest zum Be­wußtsein kommt, erheben wir über ihre bltndea Kämpse und Bündnisse den freien einzigen und vielfältigen ewigen Geist.

Der Appell ist u. a. unterzeichnet von Jane Addams (Vereinigte Staaten), Barbusse (Frank- reich), Roberty Bacco Croß (Italien), Dufemei (Frankreich), Pros. Einstein (Deutsckstand), Frederil van Erden (Holland), ßxffeiibt (Belgien), Professor Forel (Schveiz), Verner von Heidenstam (Schwo- den), Hermann Hesse (Deutschland), Ellen .Key und Selma Lagerloes (Schüveden), Pros. Max Lehmann Sind Heinrich Mann (Drutsckstand), Sophus Mi- ckzaelis (Dänemark), Professor Nicolai (Deutschland), Romain Rolland (Frankreich), Verwand Russell (England), Henrh van de Velde (Bcl gien) imb Ste­fan iZn'ech (Oesterreich». (Wir geben diese Erllä- rung wieder, wie wir jede Kundgebung verösjent- huxn, me Den Völkerhab abvauen will. Wir ver­hehlen uns fieilich nicht, daß nicht alle Unter* zeichner, z. B. die fianzöüscfen, ckiarakdertsttsche Vertreter ihres Landes sind. D. Red.)

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhefsen

Srointngswmbbmd u. Verlag: vrühl'sche Umv.-Vuch- m. SteWiuterei 8. Lange. Zchrifvettung, Seschäfirstelle u. Druckerei: §chn!stt. 7.

Die vewegung der Cijenbahnarbeiter

Berlin, 27. Juni. (Wolff.) Bei den Der^ Handlungen im Ministerium der öffentlichen 21t* feiten fitirrte Fr na n z m i n i st e r Tr.. S ü de- kum aus, das;die Forderungen der Eisen­bahner nicht erfüllbar seretr. Eisen­bahn Minister Oescr bedauerte,, daß schon Teilstreiks ausgebrocheu seien, noch bevor V^T- lmudlungen begotmen hätten. Aua) er lehne fei Forderungen als unetiüllbar ab. Ter gesamte Jahvesbedarf betrage 3700 Millronen, der Fehl- betrag für 1919 3403 Millionen, das gesamte Tefizrt also 7100 Millionen. Wenn die Ford^ nmetrn erfüllt werden sollten, müßten mlndestenS zunächst 200 000 Personen entlafien werden, fer durch Tariferhöhungen nur em Hemer Teü aus­gebracht werden könnte. Tie Finchl, bt ms zum 1 April 1918 z.B. 100 Mk. fe.trug, müßte aus 435 Mk. etW Briten Ter Kriegs mim stet Reinhardt gab fekamtt, daß heute tu fent Bureau der Bezirksleitung des liefen Ersm- lxilmerverl'anfe-s, in dem w'ove^vrrsck) das Sure au des Zentralrates desselben Veroaudes unterg^brachl ist ein Flugblatt der Kommunffnschen Partei SuWanbi in her A»sl°gc °-n 500 000 ®j<m- plnwn oefunben würbe, m ber unbcrMfa. Sturz bet ütegt^runn ttufpforbcrtltnA. Tr-B-r- Haftungen von Mitgliedern der Bezirksleitung seien Ifecbcr rückgängig gemacht worden, na.ch- dcm sich der Bezirksleiber schul z dafür ver­bürgte daß niemand ovn der Bezirkslertung mll diesem Flugblatt etwas zu tun gehabt habe. Auch das Mitglied Förster vom Zentralrat erklärte, daß er von diesem Flugblatt keine Mnntnis ge- ityabt lxlbe. Wann die Verhandlungen zum. Abschluß kommen werden, ist nack) ganz unbe­stimmt. Tie ^treillagc schien spät abends un­verändert zu sein.

Berlin, 2. Ium. (Wolff.) Auf ba§ Ck- bäude des Ministeriums der öffentlichen Arbeiten, Ecke Boß- und WUfelmstraße, wo seit gi'stern nachmittag bis in die späte Rackst die Ein, gungsverhandlungen zwischen Regierung und Eisenbachneril stattfanden, wurde gegen 2.30 Uhr nachts ein Attentat begangen. Nachdem vier Geivehrschüsse abgefeuert waren, warfen un­bekannte Täter eine B o ntbe gegen das Gebäude, durch die in dem Ministerium und den angren­zenden Gebäuden etwa 200 Fcusterschechen %tt*

3 i, M.»ouÄ biger Seite wird milgeteilt: Tie gestrigen Veihmid-' lungen zwisckie.l der Ziegierung und de>i Elseiilmfe necn im Ministerium für vilcntllche Acfelle».

abgetanen werden sollen. Eine um Mure Verblendung der Pariser Siegespoli-- Dm, daß sie so wider Vernunft und Schicksal Völker hader säen! Das Deutsche Reich pv gegenwärtig wehrlos und machtlos diese riDaUtat geschcfen lassen und muß, wie für Ftotelc Vorschriften des Fricdensvertrages, ? Aenderung des Unhaltbaren der Zukunft,............ . - . ,

jwrtrairtn. Für den Fall, daß die Annahme fuhr von Nahrungsmitteln doch ganz er- Vertrages von Deutschland verweigert l heblich.

wochenrüüblick.

Was ist in kurzer Zeit aus unserem mäch- igm Reich geworden! Wie ein schreckliches »geheuer sitzt's zwischen der Gegenwart und tn Tagen, da wir noch hoffen und unser ichicksal meistern konnten. Aber auch der Blick it die Zukunft ist uns verdunkelt; wir sehen ur drohende Gefahren ohne rechte Mittel, sie b bannen. DaH Friedensdokument brennt in tn Händen der Reichsregierung, die nach mgem Zaudern zwei Atinister bereit ge­linden hat, in Versailles als Bevollmächtigte die Unterschrift zu leisten. Niemand in deud- idjtn Landen kann sich damit ab finden, daß io Furchtbares geschehen ist, jedermann ist roch in Zweifeln, ob bei geschickterem und enb- Ü!ossenerem Vorgehen nicht wenigstens die Iticitigung derjenigen Stellen des Friedens- «rttogs )nöglich gewesen wäre,, die viele der kticn unseres Volkes als Flecken auf unserer mionalen Ehre empfinden.

Die Einheitlichkeit deutschen Denkens und ondelns war leider von vorrcherein zer- iffen durch die Haltung der Unabhän- igen, die laut erklärt hatten, der Frie- kei'svertrag müsse in jedem Falle unten« jeichnet werden. Sodann hatte die Entente tine ihr höchst willkommene Aufmimtemng tfommen durch das Verhalten des Reichs- tillisters Erzberger. Immer wieder war »gekündigt worden, dieser habe sich gegen livUnannehmbar" Scheidemanns ausge- pwchen. Bei dem Sturz des Ministeriums xheidemann ist der betriebsame Ze-ntrumS- olitifer sanft auf den Finanzministersessel Muken, just auf den Posten, der in den eiteren Entsckfildigungsverhandlungen mit er Entente von größter Bedeutung ist. In iner amtlichen Notiz Erz berg er hat sie doch offenbar selbst veranlaßt heißt es mm, es müsse einmal herausgefagt werden, iflft gerade Erzberger die Note formuliert Halle, in der bte Vorbehalte in Sachen der Vatiortnleni Ehre gemacht wurden. Eine dunkle unzulängliche Rechtfertigung! Er hatte feilte Taten sowohl wie durch sein nrerlassen die Gegner in der Auffassung stärkt und gesichert, daß Deutschland tzließlich doch unterzeichnen werde.

Dazu kommt die unglückselige Taktik der Nationalversammlung. Während ihr kt- Kabinett Bauer am Sonntag mitteilte, ks beabsichtige den Vertrag zu unterzeichnen hii Ausnahme der ehrenrührigen Punkte, kochten, wahrend der Sitzung, Schieberhände ft- der entsprechenden Zustimmungserklä- jiDig eine Vollmacht, den Frieden rundweg wzunehmen. So war der Versuch des Kabi- leits Bauer, uns wenigstens vion dem Schuld- Lekenntrfis und dem Zwang der Auslieferung deutscher Volksgenossen zu befreien, von «rnhereiu zmn Mißerfolg verurteilt. Die deivalthaber in Varis sahen ja bereits die Mankovollmacht oer Nationalversammlung! Ms deutsche Ministerium fiel um und unter- Mnete bedingungslos. Bei der noch- jaaligen Befragung der Nationalversamm- ^hng handelte es sich nicht mehr um eine ^"tinrmung darüber, ob der Vertrag unter» schnei werden solle oder nicht, sondern um Ljt Feststellung der sozusagen im Versteck Maltenen Tatsache, daß der Regierung am Wi vorher eine Blankovollmacht ausgestellt ptoben war. Dabei hat also, was aus den Gerichten nicht ganz klar zu erkennen war, W Deutsche Volkspartei nicht etwa der be- Mgungslosen Unterzeichnung des Friedens gestimmt, sondern lediglich bezeugt, daß dem Abstimmungsergebnis des voran- Mficmgenen Tages die Regierung Freiheit handelns besitze.Schicksal, du bist im Me, nimm, welcyen Lauf du willst." In Mieren Zeiten wird man die Taktik der Wtionalversammlung weder mawrhaft, noch s-Hhickt, noch ruhmwürdig findet...

t Der Friedensvertrag ist unterzeichnet, (im deutschen Osten steht noch eine Idlscheidung bevor. Es ist bekannt, mit wel- »r Anspannung aller ihrer Kräfte unsere loschen Landsleute, die an Polen zwar |fi)t verkauft, aber doch abgegeben werden Men, sich gegen diesen unnatürlichen Zwang Imlehnen. Weite Gebiete in Westpreuhenchnd wen sind deutsch, überwiegend von Deutschen pvohnt, und sollen nun, nur weil das Deud- MZieich geschwächt und ungefährlich gemacht «tden soll, polonisiert werden. Und es sind ^ljtvolle Glieder Deutschlands, nicht M» absterbende Zweige, die von unseren