berflÄntecfteJi, ernt ganetirfome ®ntf<tlaefen;q zu tntttryi-unen, wonach alle diese Parieren, als» bre Xcutidnationale Volks Partei, hie Deulstlx •&4S- >ertei, dir Deutsche demokratische Partei, die 2t>=- ßialdenwkra tische Parier und auch, die Unabhängise €x>g iaTbernofrat ifd,e Partei, diejenigen Msigt.cüer aus ihren Reihen ausstoßen, die Istusori nach öfsciU- luiz Tur den Gedarrten der rheinischen Republik emtrcten.
Sozialdemokratie und Nmsatzftnrer.
B e r l i n, 26. Sept. (Wolff ) Da dieSozial- vemo traten ihren Antrag auf Vertagung der Beratung über das Umsatzsteuergesetz Vrrückgezogcn haben, begann der Lüisschuß ber 92 a> lioualversanrmLung heute die Beratung des Gesetzes.
Die Frage einer allgemeinen Amnestie.
Berlin, 26. Sept. (W. B.) Bei der Be- Dotung tes Haushaltes der Rcicksjustizvcrwaltuug im Laushaltungsaitsschuß der Nationalversammlung erftärte ein Regierungsoertreter, daß eine allgemeine Amnestie nicht in Aussicht ft c b e, vielleicht aber beim endgültigen Friebensschluß erlassen werden würde.
Mordanschlag auf heu Leiter der Berliner Militürpolizei.
Berlin, 26. Sept. (WTD.) Gegen den Leiter der Militärpolizei, Ma-ior Hintersatz, der gegen die Schieberkveise in letzter Zeit besonders scharf vorging, wurde gestern abend, anscheinend voir Personen, die persönlich Rache an ihm nehmen wollten, ein Mordanschlag verübt. Der Major wurde am Köpf verwundet. Tie Täter, von denen einer einen Schuß in die Brust erhielt, find ent» so armen.
Liu geheimes Rundschreiben der Kommunisten.
Berlin, 26. Sept. (Priv.-Tel.) Tem „Ber- kner 8otalan»ciger" wird von der Haller Sektion der Liga zum Schutze der beutschen Kultur ehr geheimes Rundschreiben der Reichszentrale der Ko m m u n isti sche n Pa r ter T-eutsch- lands mit geteilt, in dem auf die Verbreitung plwbv- graphischer Abrüge unbequemer Persönlichkeiten durch, die K. P. T. hingewiesen tvird und die genaue Feststellung von Stärke und Art der in jedem Be- girk vorhandenen militärischen Verbände und Einwohnerwehren nebst Bemerkimgen über die Führer- periönlichLnten gefordert wird. Ebenfalls wird die Rotnendigkeit der Bearbeitung der heimtehreicken Krngsgksanaenm in den Durchgangslagern im Partei interesse betont.
Die Kommunisten und die Strafgefangenen.
M ü n ck, c n, 27. Sept. (WTB ) Die Polizei hob das in einem Schul Haus befindlich« Bureau der Frauenhilfe für politische Gefangene aus und nahm eine Reil-e Verhaftungen vor. Es wurde zahlreiches k o m m u n i st i s ch e s Propagandamaterial vvrgriunden und festgestellt, daß damit unerlaubte Begünstigungen für entwichene Strafgesangene ober solche, die ihrg Strafe antreten sollten, ausgeübt wurden. Ter Ubteilungskommandant der Roten Garde während der Münch.ener Räteherrfichaft, der Sückertt Wollen- berg, ist aus seiner Festungshaft in Anspach ent- wjLen.
Sinschreiten der Reichswehr in Havelberg.
Berlin, 26. Sept. (Wolff.) Das „Berliner 4-ageblatt" meldet: Dieser Tage trafen mehrere Kompagnien Reichs wehrtruppen und das Pionierbataillon von Glöwen in Havelberg ein und besetzten sofort das dortige Mannsch>asts- barackenlager. Den hsherigen Wachmannschaften wurden die Waffen abgenvmmen und die Mannschaften sofort entlassen.
Aus der Deutsch-nationalen Volkspartei.
Eine westdeutsche Zeitung hatte von ernsten Schwierigkeiten innerhalb der Deutschnationalen Volkspartei berichtet. Die konservative Richtung verlange angeblich, daß Graf Westarp stärker in den Vordergrund treten solle, wogegen der Flügel unter Franz Behrens Widerspruch erhebe. Nach einer Erklärung der „Korrespondenz der Deutsch-nationalen Volkspartei" beruht diese inzwischen in eine Reihe angesehener Zeitungen übergegangene Nachricht auf freier Erfindung.
ver Bausbalt 6« Reichspräsidenten.
Berlin, 26. Sept. (Wolff.) Der D a u s h a l t u n g s a u s s ch u ft der Nationalversammlung genehmigte den Haushalt des Reichspräsidenten einmütig in der Form, daß das Gehalt auf 100000 Mk. und die Gesamtausgabe auf rund 600000 Mk., im Voranschläge 704 000 Mk., ermäßigt wurde. Darin sind 100 000 Mk. zur freien Disposition des Präsidenten einbegriffen, worüber Rechnung abznlegen ist. Das Büro des Präsidenten umfaßt einen Leiter des Büros und anstatt der geforderten drei vortragenden Räte drei Referenten.
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Da» ReichSnotopfer im ««»schuß.
Berlin, 25. Sept. Der Ausschuß der Nationalversammlung zur Beratung des Reicks notvpsers begann am Donnerstag mit der Eiiizelv'.'MtiNF. Tie Teutschnationale Voktzpart.i Und die Deut.che Volkspartei äußerten Bedenken gegen § 1, nach dessm Fassung der Besitz durch eine nach den Vorschriften des Gesetzes zu bemessende große Abgabe vom Vermögen (Rrichs- iwtopfer) der äußersten Not des Rmches Opfer bringt. Ter Ausschuß setzt daraufhin die Beratung des $ 1 zunächst aus. Zum ersten Absatz von § 2 (Auszählung der Abgaoepslichten) beantragt Dr. Rießer (T. Bpt.) eine Freistellung bet Aus !ands>."ut scheu vom RrichÄrotopftr, falls diese bereits ftüher aus der Steuerpflicht entiaffen sind und seitdem ihren dauernden Aufenthalt ober Wohnsitz nicht wieder nach Deutfckstand zurückverlegt haben. Weiter sollten nach dem Antrag die öffentlichen ^odce dem öffentlichen Verkehr die itenben Sparkanen ebenfalls in das Gesetz rinbe- zogen werben
Unter ft aat5Kfrrtar Mösle wandte sich da gegen, das; die '.'luslanbSdeutfchen grundsätzlich von ter Abgabep licht frcigclassen rourow. Die Sparrn,«en müßten frei bleiben, weil nach § 5 die Gemeinden und Gemeindeverbäl'.de von der Stcuer- Vsiickn befreit sind, and? wenn sie öffentliche Er- worbsuntemehiuungeu sind. Aus Ge^'chti ikeitö- grünter mieten die Sparlsfseu ben Otem-.inben gleichgestellt werden, zumal sie auch große uürS- verluite an Kriegsauleiheu erlitten hätten. — Ern
zweiter Regiervngsverireter machte darauf auf» merffam, baß das reine Vermögen der Sparkasse» tatsächlich sehr gering sei.
Ein demokratischer Vertreter er- tlärte, daß die demokratische Partei dem Anträge hinsichtlich der Sparlasseu imnpathisch gegenüber» stände. Ein Zentrumsvertrete. ersuchte dagegen um Ablehnung der Einbeziehung der Sparkassen. — Nach längerer Debatte wurde der Antrag Istießer abgelehnt. — Auf Eintrag Ternburg (Tem.) werden die Koloniolgesellschaften abgabepflichtig gemacht.
8 2 bleibt selbst im Wesentlichen unverändert, nadjbem in ber Nachmittagsiitznng bet Finanz- Minister barauf hingewiofen hatte, datz nur das ausländische Vermögen Nichtdeutscher der Abgabepflicht nickst unterliege. Tie §§ 3 u:tb 4 wurden debattelos angenommen, ebenso nach fürs er Debatte Ziffer 1 und 2 des §5, wonach die Gliedstaaten forme die Gemeinden imb Gemeindeverbände abgabefrei sind. Nach Ziffer 3 des §5 sind die Ki r- chen, sowie die kirchlichen und rrfigiöfen Gemeinschaften abgabefrei. Cm sozialtemokratifcher Antrag verlangte die Streichung dieser Bestimmung. Der Antrag wurde mit bem Hinweis auf die außerordentliche Not des Reiches begründet. Ein deutsch- nationaler Antrag wollte zu Ziffer 3 hinzufügen, „soweit sie jn Bestreitungen ihrer Bedürfnisse Steuern erheben, ober infolge Heranziehimg zum Reichsnotopfer Steuern erheben müßten". Finanzminister Erzberger ersuchte imt Ablehnung bes sozialdemokratischen Antrages, da tatsächlich kein aktives Kirchenverrnögen gegenüber ben kirchlichen Lasten vorhanden fei, sondern den Kirchen vom Staate noch Zuschüsse gewährt werden müßten. Der Antrag habe keine praktische finanzielle Briteutung. Das Gleiche gelte von dem Anträge der Deutsch- nationalen. _ — Auch ein Zentrumsabgeordneter wies darauf hin, datz die Besteuerung ber Kirche kerne Erträge liefere. — Ein Mitglick ber U n» abh ängigen befürwortete dagegen den Antrag der Mehrheitssozialisten. Man müsse einmal feststellen, ob wirklich Kirchmvermögen vorhanden fei.
Wie Finanz Minister Erzberger mitteilte, wird im Lause hes nächsten Monats ein Gesetzentwurf über die Bcsteuerungdertoten Hand vor- gclegt werden. — Von demokratischer Seite wurde der Antrag ber Dcutschnatumalen unterstützt. Man müsse feine Bestimmungen aber auch auf die Ge- memben austehren. — Von sozialdemokratischer Seite wurde noch betont, daß die Annahme des sozialdemokratischen Antrages im Volke beruhigend wirken würde, dadurch, daß auch die Kirche unb Religionsgenvernschasten an bem Rmchsnotopfer teilnehnum miäßten. — Eine gegenteilige Ansicht wurde von einem Vertreter des Zentrums geäußert. — Nach längerer Debatte würbe ber sozialdemokratische Antrag angenommen rock die Beratung auf Freitag vertagt.
Aus
Das Hessische Landgeseß ist, so wirb uns pur zuständigem Stelle geschrieben, nach seinem kürzlich erfolgten Inkrafttreten von der Regierung alsbald in Vollzug gesetzt worden. Belwrdeu unb Beamte sind bestellt: Laub?saus- schüsfe und Organe der Vertrauensmänner bffin- den sich in Bildung. In zahlreichen Gemeinden des Landes hat die Arbeit auf Grund des Gesetzes bereits begonnen. Freilich konnte dies noch nicht überall geschehen. Anträge auf Einleitung tes gesetzsickcn Verfahrens sind rn so bedeutender Anzahl erngelaufen, daß auch bei äußerster Anspannung jeder Arbeitskraft, b*e sich verfügbar machen läßt, ein Berfahren nicht überall alsbald ringe» leitet und burdtgefüfrrt werden kann. Schon ans äußeren Gründer! ist dies nicht möglich. Tie Arbeit der Behörden greift aber auch so tief in unser wirtschaftliches Leben rin unb berührt das Wohl unb Wehe so vieler Dolksgerrosfen, daß sie nur nach gründlichster unb gennifenljafbeifer Prüfung und nach eingehender Untersuchung, besonders auch an Ort unb Stelle, mit Erfolg bnrch- flefüfjTt werben kann. Ihrer ernsten Verrmkwirt- lichkett aut diesem Gebiet ist sich die Regierung tewußt. Durch überhastetes unb überstürztes Vorgehen btc Allgemeinheit zu schäbigen, ist sie nicht gewillt. Ter E>-kenntnis, baß dies nickt geschehen darf, werden sich gerade diejenigm nicht verschrie- ßen, die von bem ^andgesetz ge,ünbere wirtschaftliche oder soziale Zustände erhoffen. Ihr? Ein- icht wirb ihnen sagen, baß Gerechtigkeit in der Dobenfrage nur hsi ordnungsmäßigem Verfahren verbürgt bleibt. Ihr Pflichtgefühl aber wird sie bestimmen, auch da, wo ine Regelung der Bffitz- verhättnifse nicht sogleich aufgenrommen werdm kann, dennoch die Feldbestellung njtfyt Iribm zu lassen. Die Arbeit im landwirtschaftlichen Betriebe muß ganz ohne Rück- 'icht auf die 2>urd>fübruTtg des Land- gesetzes weitergehen. Wem es mit einer &ficnmg unserer ländlichen Vcrhältniss' wirklich ernst ist, der wird auch hier das Wohl der All- gemeinticit über alles andere stellen.
Eine neue Lehrervereinigung.
= Darmstadt, 24. Sept. Hier hat sich eine „Vereinigung hessischer Lehrer und Lehrerinnen zur Pflege vaterländischen Geistes" gebildet, die ihre Tätigkeit über das ganze Land erstrecken will. In ihrem Aufruf fordert sie zur Sammlung im Kampf gegen Jnter- nationalisinus unb Pazifismus auf. Sie will eine kraftvolle Vaterlandsliebe gepflegt sehen, in Lehre intb Hebung deutsche Tugenden, vor allem auch im Geschichtsunterricht die Erinnerung an Deutschlands große Söhne wachhalten. Sie lehnt deshalb ben verwässerten Gedanken eines Weltbürgertums ab. Der Vereinigung sind schon jetzt Mitglieder in großer Zahl beigetreten. Vorsitzender ist Lehrer A. Born, Darmstadt, Dieburger Str. 118.
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Darmstabt,25. Sept. Der Finanz- a u s s ch u ß oer Hess. Volkskammer wird am kommenden Donnerstag den 2. Oktober zu- sammentreten, um verschiedene wichtige Anträge und Vorlagen zu erledigen.
rm. Darmstadt, 26. Scpt. Der Der ba n d der Erwerbs - nnd Wirtschaftsgenoffen s chaften für die Provinzen Starkenburg und O b e r h e s s e n beging gestern im festlich geschmückten Fürstensaal seinen 51. Verbandstag verbunden mit ber Frier seines 50jährigen Begehens. Die Begrüßungsrede hielt Verbandsdirettor S t e i n-Darmstadt. Iw Namen der hessischen Regierung spricht Ministt-rialrat Dr. Wagner Worte der Begrüßrmg und des Dankes. Beigeordneter Ritz ert überbringt Glückwünsche für die Stadtverwaltung, desgleichen im Namen ber Bolks- bank Fabrikant Wenk. Ter stelloertr. Anwalt des Aligem. Verbandes der Deutschen Genosieuickaften R. A. Crecclius iLbLrlonenbllrg) begrüßt bie
D-'rsanvr4ung im Namen des Verbarckes. Im Namen der Erwerbs- imb Wirtschastsgenossenschäften vom Mittelrhcin spricht Geh. Justizrat Alberti (Wiesbcckrit) herzliche Glückwünsche aus, geht auch auf die ÄLöle^ des besetzten Gebiets ein, unb kann aus yuDcrläifigcn Nachrichten mittcileit, baß die nnrtfdmftlirb: Lage in ben feindlichen Ländern gleich fchlecht ist und daß man dort die große Befürchtung hegt, daß gerade Deutschland in erster Linie wieder hoclchiinmen werbe. Dann wird in die Tagesordnung emgetrettn, die Recwrung für 1918 unb 1919 genehmigt. Ter Verbandsbirektor wird entlastet unb ber Voranschlag gutgehrißcn. Ten Bericht über das Derbanbsjahr 1918/19 erstattet der Verbandsdiroktor Stein. Es folgt der Bericht des Bcrbandsrevifors Seibert (Wiesbadens. Mr der ?lussprach- beteiligten sich der stellv. Verbandscrnwalt Crecelius, Tirettor W a ltz von ber Dresdener Bank (Frankfurt), Geh. Justizrat A l b e r t i (Wiesbaden), Bankbirektor Diehl (Offenbach), ber Vorsitzende, Direktor Mager von der landwirtschaftlichen Zentralkasse u. a. lieber die Kreditgenossenschaften in ber (Gegenwart und Zukunft hielt bann stellv. Anwalt Crecelius (Eharlottenburg) einen Vortrag. Tann werben der Verbandsdirektor, sowie sein Stellvertreter, der Berbanbsrevifor und fern Stellvertreter wieder» gewählt und auch die Wahl der Abgeordneten für ben Mlgem. Deutschen Gmosfenschaststag in Jena vorgenommen.
A«r Sta-t und Land.
Gießen, ben 27. Sept. 1919.
Kriee-gefangenen-Hcimkchr.
Heute nacht 3.15 Uhr traf mit mehrstündiger Verspätung wieder ein Transport hrimkslsrender Kriegsgesangeirer für das hiesige Durchgangslager ein. Es handelte sich um bte 119., 160. unb Teile der 113. englischen Gefangenenvompagnie, die zuletzt im englischen Sammellager von Calais lagen. Ter Empfang war ber Dorexrudien Stunde wegen hneber ziemlick) ruhig Tie Begrüßungsansprache hielt Prokurist Voller. Anerßunens- wert war das Verhalten ber Rrichswehrl'apelle, die bereits gegen 12 Uhr auf bem Bahnhu war unb bis zum (Srntreffett des Transports treulich aushielt. Mit Musik und unter dem Geläute der Glocken marschierte der Zug nach dem Lager, unterwegs in ben betreffenden Straßen manche Sdsiäfer Weckeick, die jedoch alles andere als ergrimmt über diese „Rubestörung" waren unb ihrer Freude zum Terl durch HerauShängen von Lampions Ausdruck gaben. Vor der Musilkapelle marschierten eine Anzahl Fackelträger, die das Personal des Durcl)gangslagers stellte. Diese, wenn auch sehr dürftige Beleuchtung war sehr nötig. Wie uns vom Empfangsausschiiß mirgetriU wird, hat sich Oberbürgermeister Keller heute morgen in dankenswerter Weise bereit erklärt, in Zukunft für eine bessere Beleuchtung der in Betracht kommenden Straßen sorgen zu wollen.
lieber die letzte Zeit ihrer Gefangenschaft äußerten sich die gestern Hrimg?keh>rten im Gegensatz ihren in ben letzten Tagen in ber Heimat em^ctroffejwn Leckensgen^ffen weniger erfreulich. Sie hätten biS zuletzt schweren Fröhnt-ienst verrichten nrüfjen, der auch auf Somu- unb Feiertage Prine Rücksicht nahm, unb ftien äußerst streng behandelt worben. Weiter ntufaen sie bei bem Ausbruch aus tem Lager ihr sämtluhes ßfepätf zurücklassen. und bie für ben Transport ihrer Habseligkeiten auf dem hiesigen Brhnhvf anfg.'- stellten Lastautos mußten heute »acht hast lenr znrücffahnm, während sie fönst innrer hoch bepackt waren. Auf der Fahrt durch Belgien hatten sie unter bem jebenfalö aufgehetzten Pöbel sehr zu leiben. Sie wurden auf mehr als einer Station mit einem Harfel von Steinen unb Gif en muttern überschüttet, bx viele Verwundungen, darunter auch einige schwere, verursacht-en. Tie meist im Gfficht verletzten Gefangenen mußten zum Teil zum Lager gefahren nxrben.
Ter Empfatwsausschuß bittet uns ton Ausnahme der Berichtigung, daß es sich bei bem in unserer gestrigen Nunrmer veröffentlichten Zwischenfall auf bem Bahnhof nicht um einen Herrn ber Empfangskarnmifsion, fanden: um einer. Angestellten bes Bvlkskmudes für deutsche Kriegs- mck Birri{gefangene handelte, der im Verein mit mehreren aufgeregten Heimkehrern einen Bahnhofs- beamten bedrohte.
Zur Kundgebung der Gießener
. Reichswehr.
Aus Bürgerkreisen wird uns geschrieben:
Die am 19. l. M. vor dem Bürgermeistereigebäude erfolgte würdige Kundgebung der Reichswehr hat in dem bei weitem gröfr= ten Teile der hiesigen Einwohnerschaft lebhafte Zustimmung gefunden. Die durch oie Terrorisierung der Stadtverordneten-Ver- sammlung und die damit in Verbindung stehenden Sorgengt beunruhigte Bevölkerung atmete wieder auf, weil sie sah, daß die Reichswehr fest in der Hand ihrer Führer und bereit ist, für die Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung in der Stadt einzutreten. Umso größer ist nun in weiten Kreisen das Erstaunen über die Bekanntmachung des Vorstandes der Sozialdetnokratischen Partei Gießen in Nr. 221 dieses Blattes, die davon spricht, die Reichswehr habe in den politischen Streit eingegriffen, gegen Teile der Bevölkerung Stellung genommen, die bestehende Unruhe unter der Bevölkerung erhöht und sich pflicht- wckrig verhalten.
Wir sind der Auffassung, daß gerade das Gegenteil der Fall ist, und muß deshalb diesen Behauptungen aus das entschiedenste widersprochen werden. Wie bie Kundgebung aoszufassen ist, hat der Gießener An-y^ ger in seinem Leitartikel Dom 20. l. M mit trefflichen Worten auseinandergefetzt:
„Sie < bie ©egentunbrbung tes Gieß Reichs- wehr-Batls. roar eine Mahnung an bie Stavt- vetwalkung, nichts zu DerWhrmen ober zu unterlassen, was zur Sicherheit ber Stabt unb ihrtr B<wahner eiiJiterlüb ist. Früher hätte eine wiche „militärische" Kundgebung zu den Unmöglick)krit.'n gehört: Wesen und Geist in unserer Wehrmacht haben sich Dan Grund aus gtäxbert Ter demokratische, sich selbst Schr<m5em aber auch ae- wisse Reckstc fetzende Zug in bem Vorgang vor der Sürgcnncifieret fällt sogleich ms Aivv. Tie Reichs rcef/rmänner fetzm in ihrem Wirken für Schutz unb Sicherheit ihr Leben auf5 Spiel; ba wollen fr* nichts versäumt wissen, was diese Aufgabe erl-rich- Krt. Außerdem sind sie dafür da, tem Willen
der Regierung Gütung zu verschaffen! AngesichiH' dieser Kundgebung, die ausdrücklich barauf verweist,, daß das Lataüton zeitweilig nicht in ber Stabt, amorienb fein kann, werten die Stü>n>ät?r nicht um bin können, sich abermals mit ber peinlichen Frage zu bc'affen, bie ja freilich temtt noch nicht ainj gelöst ist, wenn man sich entschl'.eßt, 2500 Ptark iriebit für Waffen und Munition zu bewilligen."
Wir.glauben, daß diesen Sorten nichts weiter hinzugefügt zu werden braucht. Es ergibt sich aus ihnen Har und deutlich, daß weder von einem Eingreifen in den politi- fct-en Streit, noch von einer Stellungnahme gegen einen Teil der Bevölkerung, noch von einer Erhöhung der bestehenden Unruhe, noch von einem pflichtwidrigen Verhalten de. Reichswehr die Rede sein kann. Nein, dis Reichswehr hat sich durch ihre Kundaebuug. das größte Verdienst um die Beruhigung' der Bevölkeruny und um Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung in Hiesiger Stadt erworben und deswegen keinen Tadel und kein Zurückverweisen in ihre Schranken, sondern Lob jtnb Dank ber gesamten friedlichen und ordnungsliebenden Emwohnerschaft, wozu wir insbesondere auch die werktätige ve- oölkrimp rechnen, verdient. Wir hoffen deshalb, daß hie maßgebenden Stellen sich btutd- die Beschwerde der Sozia Ivernokratifchen Par- tei nicht einschüchtern lassen, sondern sie als durchaus unbec ünbet zurückweisen und dem hiesigen Reichsioehrbataillon ihre vollste Au- erfermung für ihr ruhiges und umrdigec Auftreten aussprechen werden.
Lcbeusmittel.
** Speckverteilung. Am BFewtag, bem 29. d. Mts., g^elangt tn den Metzger.- aeschäften amerikanischer Speck zur Bertei- hing. Dt^ Ausgabe geschieht gegen Abgabe des Kontrollabschnittes zur Fleischmarke der 40. Woche. Auf jeden j^ntrollabschnitt entfallen 400 Gramm zum Preise von 3,60 Mk. Die Abholung des Specks hat unbedingt am Montag zu geschehen, da die Metzaer- aeschäfte angewiesen sind, die Kontrollabschnitte bis Tieustag nachmittag auf dem Stadt. Lebensmittelamt abzuliefern.
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** D i e Hess. Handwerkskammer teilt mit: Nach den neuesten Vorschriften wird Motorenbenzol nur für stationäre Motoren an reine Handwerksbetriebe freigege- ben. Sämtliche Metalle verarbeitenden Handwerksbetriebe haben ihre Bedarfsanmeldungen für Betriebs- und Lötstoff an die Benzol- verteilungsstelle für Mel alle verarbeitende Handwerksbetriebe, Düsseldorf, Jmmeran- ftraße 24, Postf. 525, zu richten. Alle anderen Handwerksbetriebe haben sich mittels Antrag an die Vandesstelle des Bundes der Bezugs- Vereinigungen deutscher Gewerbezweige, Darmstadt, Ncckarstr. 3, zu wenden. Nähere Auskunft erteilt die Handwerkskammer -u Darmstadt.
O ber hessischer ff un ft Der ein. Die Gemäld«n»sstelltrug, yu ber zahlreiche SUmefinm- gtn von bekannten Künstlern ängetroffen sind, wird in ben nächsten Tagen geöffnet.
** Gießener Walbbühne. Der Mw- genrnm der diesjährigen Sapphv-Aufführung (200 Mk.) ist durch Vermittelung beS biefige™ Roten Kreuzes an zwei z. Zt. in Güßen ansässige hilfsbedürftige Familien aus Elsaß-Loth» ringen — ju gleichen Teilen — übermirira worden. Von dem Gelbe sotten für beide Familien (bie eine mit 4 kleinen Kindern, die andere mit 6)- dringend notwendige Sachen, besimberS ffleiber, angeschafft werben. — Die Gießener Waldbühne hatte in diesem Sommer besondere» Unglück, da säst alle ihre Hoffnungen auf günsriges Frrilicht- bühnenwetter zu Wasser wurden. Man beginnt schon vielfach einen kausalen Zusammenhang zwischen Antündigungen der Waldbühne unb Reger- wetter z!u vermuten, so auffallenb ist stets da? Zusammentreffen. Man muß dies besonders ber- Halb bedauern, weil die Waldbühne ihre gc.n^c Arbeit in ben Dienst ber Wobltätigkeit gestellt bat unb bei Verlegung ber Aufiälsrung in einert Saal naturgemäß nicht mit dem gleichen Zuspruch rechnen kann. So brachte auch der gestrige Abend im Saale des Einhorn nur ein gut beftrchks Haus. Zur Muffübnrng gelangten zwei Einakter r „Der Bruder und bie Schwestern" von fiogeb ie imb „Die Gouvernante" von Körner, zwei Stücke, bie in ihrer anspruchslosen Schlichtheit bem Rahmen enter Liebl/aberbühne entsprechen unb doch noch genügend Ausgaben zu schcruspirierifcher Betätigung bieten. Die Spielleitung Otto Gise- vius wußte ben harmlos anmutigen Charakt r der Stückchen in allen Einzelheiten durchzuführrn. Der Spielleiter selbst gab in bem Werkd-en von Kotzebue ben Bruder in frischer Darstellung.- fteude. Das gleiche ist von ben Damen Agm4 Vetters, Hedwig Gerhard und Paula Sehrt zu sagen, die mit frischem Spiel »um Gelingen der Aufführung mit beitrugen.
♦♦ Die Sonderansstelluua von kunstgewerblichen Arbeiten^ Zrickmm- gen, Aauarellen unb ber stmstgewerblichen Abteilung ber Gewerbefchvle GteMen ist tmr noch morgen Sotrnvag von 41 bis 1 Uhr im ffimihrttb geöffnet. Eintritt uTteMgelttich Dir Ausstellung fanb allsritiges Jntereffe. Es wurde bereit» ein Teil der auSgestellken JbmftnrÄ verlauft.
** Zul agen für Inva l idenren ten usw Für bie Zeit vom 1. Oktober bis einsMieß sich T^nnber 1920 wird allen Empßkngertr einer Jrrpasckerrrenre (Iß .Mtersvcnte (A) oder ci»e Hran terrrente (K) etne Zulage von 20 Mark tnonar-
affen Empfängern einer Wittoen- otm Waner" reute (W) und einer Aitwenkrcrnkenreute (M'K) erii Zutage von 10 Diack nwmatftrfi rm voraus i:r*n Cjcm ftmstigen Renten bezahkt. Die den (hnpfr1 gern bisher gkoähclen Zrrlagrn von 8 unb 4 M' monaffüh fallen mit Ende September 1919 wr> EmpHngcr von 'Batfcnxoiteu (0) unb lLchallrcmm । U' t*ahnx keine Zulage, lieber bie 'Rente im) Zrrlagc n-irb von fetz: ab inrr eine Ouitung ou." gestellt. Besondere ZnlacwguitNmy«! werden nickt mehr bOanfveuchk. Drikpuck: erffaft ein Empfänger eine ffrantenreirtt von 10,8.5 und eine (bvher' Zutage von 8 Mark monatlüki, so wirb von ictzi ab nur eine Quftttmg über 30,85 Mk. bcrrriiflt
** Reichsbanknoten zuSV Start Das Reichs bank-Direktorium hat Mrgeordnet, daß die auf gerufenen Reichs barrkiw ten »u


