Lmen ist bis auf weiteres verboten, wenn sie! nicht den Nachweis der Arbeitsunfähigkeit erbrin- ?ien, 1. die Arbeit niederzuiegen, 2. von der Arbeit ernzubleiben, 3. die Arbeit zu verweigern, 4. ohne Zustimmung ihres Diensworgesetzten die Arbeitsstelle zu wechseln.
§ 2. Personen, welche die Arbeit bereits niedergelegt haben, txrben die Arbeit am 28. Juni wieder au i.z unehmen, wenn sie nicht den Stachweis führen, das; sic arbeitsunfähig sind.
§ 3. Den in § 1 ausgesührten sowie sämtlichen anderen in meinem Befehlsbereich be'nndlichen Per- foiten ist es verboten, im Eisenbahnbetrieb Beschäftigte mündlich oder schriftlich oder durch die Verteilung von Drucksac^rr, den Erlaß von Aufrufen ober sonst in irgend einer Weise zur Meder- legung der Arbeit, zum Fernbleiben von der Arbeit uno deren Verweigerung und zum Wechsel der Arbeitsstelle ohne Zustimmung von anderen Dienstvorgesebten aufzufordern oder anzuregen.
8 4. Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen der §8 1, 2 und 3 werden, sofern nach den bestehenden Gesehen keine höhere Strafe verwirkt wird (bergt. §39r Str.-G.-B. LoLdesverrat) gemäß 89 des Gesetzes über den Belagerungszustand mit Gcsänanis bis zu einem Jahr b e st r a f t.
Ter Oberbefehlshaber: gez. Noske, Reichswe^rminister.
Eisenbahnrrftreik.
Görlitz, 26. Juni. (Wolfs.) In der gestern nachmittag in der Stadthalle abgehaltenen Versammlung der Eisenbahner von Görlitz und Umgegend wurde einstimmig beschlossen, sofort in den Streik zu treten. Der Verkehr der preußischen Bahnen ist daher eingestellt. Die Gründe für den Streik sind in der Hauptsache die gleichen wie in Breslau.
Die Unruhen in Hamburg.
Berlin, 26. Ium. (WTB.) Die Unru hen in Hamburg stellen sich, wie wir hören, als ein Teil groß angelegter Ausstandsver- suche dar, die über ganz Deutschland hin verbreitet waren. In Hamburg ist jedoch den Führern die Bewegung zu früh aus den Händen geglitten. Weder die Hamburger Bevölkerung weiß, wozu sie gebraucht werden sollte, noch die Mitglieder der Zwölfer-Kommission. Die eigentliche Leitung hält sich im Hintergrimde. So ist Hamburg das Opfer eines politischen Planes geworden. Es sollen bisher 40 Tote und zahlreicl-e Verwundete festgestellt fein.
H a m b u r g, 26. Juni. (WTB.) Im Auftrage einer Kommission des Senats und der Arbeiterschaft erfolgte eine Veröffentlichung, wonach gestern die Vertreter des Senats, der Zwölscrkommisfion, der Betriebsräte, des Arbeiterrats und der drei sozialistischen Parteien zu einer Sitzung zusammentraten, um über die Mittel zu beraten, die Ruhe ohne Hinzuziehung ortsfremder Truppen wieder herzustellen und ein weiteres Blutvergießen zu vermeiden. Die Kommission begab sich nach Wandsbeck, wn mit dem Kommandeur der dort eiugetrvfsenen Regierungstruppen, Oberst v. Wrede zu verhandeln. Unter den Bedingungen sofortiger Einstellung aller Feindseligkeiten, insbesondere des Vorgehens gegen die Bahremelder, der Herausgabe der im Rathaus gemachten Gefangenen Vis Donnerstag vormittag und der Rückgabe der widerrechtlich geraubten Waffen, der Rüchührnng der befreiten Gefangenen und der Zusage, daß die militärischen Behörden, insbesondere bte Kvmmon dantur, nicht gestört werden, wurde zugesagt, daß Zunächst nicht in das Hamburger Staatsgebier einmarschiert werde. Der Antrag der Kommission wird an die vorgesetzten Behörden, darunter die Kommandantur von Groß-Hamburg, zur Entscheidung weitergegeben.
Im Sinne des Donnerstaavormittag sammelten sich überall große Merüchenmassen an, die die Zerstörungen des inneren Stadtviertels besichtigen. Die Erei müsse wurden lebhaft besprochen. Soweit festgestellt werden konnte, wurde die Ruhe nirgends gestört.
Nach einem Abkommen zwischen der Arbeiterschaft und dem Kommandanten der in Wandsbeck eingetroffenen Reichswehrtruppen wird, wie der Kommandant Groß-Hamburgs, Lampl, mitteilt, die politische Gewalt nach wie vor vom Senat trnd die vollziel)ende Gewalt gemäß des Belagerungszustandes durch ihn ausgeübt. Ms das Mittagsblatt des „Korrespondent" die Bekannt- imachung des Kommandanten, daß er die Geschäft weiterführe, und daß die Volkswehr nicht entwaffnet werden dürfe, veröffentlichte, drangen bewaffnete Leute in die Druckerei ein, um unter Drohungen mit dem Revolver das Redaktionspersonal zu ber- shaften. Der anwesende Chefredakteur Nagel und der politische Redakteur Schum des „Hamburgischen Korrespondenten" wurden zum Rathause bot die dort tagende 6er Kommission geführt, dort aber wieder entlassen.
Der Führer der Reichswehrtruppen erklärte, daß die Entwaffnung der durch die Regierungen von Groß-Hamburg, Mtona und Wandsbeck gegründeten Einwohnerwehren einen Bruch des gestrigen Abkommens gleichkäme, ebenso die Beschränkung der Pressefreiheit. Die Volksivehr erklärte, daß sie gegen die Regierungstruppen nicht schießen tvcrde.
Dem „Hamburger Echo" zufolge drangen in der vergangenen Nacht in Harvestehude, und Rolherbanm lichtscheue E l e m e n t e, mit Ge wehren und Revolvern bewaffnet, in verschiedene Billen ein und erpreßten Geld, Wertsachen, Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände. Einige Banden tonnten abgefangen werden.
Schwere Ausschreitungen in Frankfurt a. O.
Frankfurt a.O., 26. Juni. (Wolff.) Nachdem bereits in den gestrigen Morgenstunden auf dem Obst- und Gemüsemarkl Plünderungen vorgekommen waren, ging der Mob am gestrigen Spätabend im Anschluß <yt eine Versammlung der Unabhängigen zu schwer steu Ausschreitunge n über. Er hog vor das Gefängnis und befreite sämtliche Gefangene, darunter einen Mörder. In der Stadt plünderte die Menge eine größere Zahl Läden und Warenhäuser, sowie mehrere Restaurants und Kaffees. Als Regierungstruppen einschritten, war ein großer Teil des Unheils schon geschehen. Aus dem Marktplatz sind zahlreiche Laden, vor allem Warenhäuser und Konfektionsgeschäfte geplündert und zerstört worden. Der Schaden ist vorerst noch unübersehbar. Es scheint, daß ortsfremde Elemente bei den Ausschreitungen die Führung übernommen hatten. Von Menschenverlusten ist bisher noch nichts bekannt.
Plünderungen in Landdberg a. d. W.
Lands berg xl d. SB., 26. Juni. (Wolff) In der letzten Nacht kam es hier zu schweren Unruhen. Nachdem sich große Menschenmassen auf dem Markt angesammelt halten, hauptsächlich Jugendliche im Alter von 18—20 Jahren, wurde zur Plünderung des Pvoviantanites aufgc- befct. Tie Menge zog darauf zu dem jenseits der Warthe gelegenen Proviantamt, entwaffnete die Posten, schlug die Türen ein und begann das Proviantamt zu plündern. Tie aufgeboiene Feuerwehr und die Polizei waren aber machtlos. Eine Abteilung des Feldart.-Regts. 54 mußte bald die Waffen strecken. Tas ganze Proviantamt wurde restlos ausgeplündert. Der Schaden beträgt weit über eine halbe Million. Am Vormittag war die Plünderung des Poooicmtamtes noch in vollem Gange. Tie <pafer&jnäte wurden wagenweise fortgefahren. Militärische Hilfe konnte bisher nicht herangeholt werden. Tie Bäckereien wurden heute früh von der Menge gestürmt, so daß Landsberg mittags ohne Brot war. Für Nachmittag sind weitere schwere Unruhen zu erwarten.
Ans Stadt und Land.
Gießen, den 27. Juni 1919.
Verkehr mit Heu.
Tas Landesernährungsamt ordnet an, daß die Ausfuhr von Heu aus dem Bezirk eines Kommunalverbands verboten ist. Ausnahmen von diesem Verbot können vom Kreisamt und in Städten von mehr als 20 000 Einwohnern . vom Oberbürgermeister zugelasfen werden.
Tie Ausfuhr von freu aus Hessen ist verboten. Ausnahmen können nur in besonders dringenden Fällen auf Antrag des Kommunaloerbandes, in dessen Bezirk das auDuführende Heu lagert, von der Lanües^Heu- und Stroh stelle zugelasfen werden.
♦
Lebensmittel.
** Käse-Verteilung. Von Freitag, 27. d. M., bis einschließlich 30. d.M, gelangt in verschiedenen Geschäften Käse zur Verteilung. Siehe Bekanntmachung.
*" Gemüsekonserven. Die Geschäfte von K—Z geben pro Kops ein Paket Gemüsekonserven aus, weil sie bei der letzten Belieferung von Gemüsekonserven zu kurz gekommen sind.
♦* Freibank. Samstag, 28. Juni, werden von 1—4 Uhr die Nrn. 201—300 beliefert.
** Die Gießener Hochschul- geselsschäft hält Montag den 30. Juni, nachmittags um 4 Uhr, int großen Hörsaal dec Universität eine ordentliche Hauptversammlung ab. Im Anschluß daran findet im selben Raum um 5Vs Uhr ein Vortrag des Herrn Professor Dr. med. K. Bürker statt über „Vorstellungen von der Entstehung des Lebens auf der Erde". Bei diesem Vortrag sind Gäste willkommen.
** GesellschaftLiebig-Museum. Prof. Dr. Feist wird Sonntag, 29. Juni, vormittags 11 Uhr, im Hörsaal des Liebrg- Museums, Liebigstraße 12, über die Chemie des Tabaks sprechen.
** Bei dem Bezirkskommando Gießen werden Freiwillige eingestellt. Es werden die Gebührnisse der nichtkampfenden Reichswehr (täglich 3 M. Zulage, 2,70 Mk. Verpflcgungsgeld und 1 Mr. Lähmung) gezahlt. Siehe Bekanntmachung.
♦* Demokratische Partei. Auf die haute abend 8V< Uhr im Hotel Grvßherzog stvtt- finbenbe Mitgliederversanrmlung sei nochmals hingewiesen.
** Der Verband der Gehilfen bet den Hess. Staatsbehörden hielt am Sonntag den 22. Juni, vormittags, in den Bayer. Bierhallen, .früher Cafe Leib, in Gießen eine ordentliche .Versammlung für Oberhessen ab, in welcher über 100 Gehilfen sämtlicher Staatsbehörden vertreten waren. Tie Hess. Regierung batte Reg.-Rat San gerat an n mit ihrer Vertretung beauftragt. Äon der Hess. Volkskammer waren die Abgeordneten Lagerist Häuser, Steinberg, Gewerkschaftsbeamter Kiel, Gteßen, Kommerzienrat Kltnspor und Prof. Urstadt, Gießen, erschienen. Herr Eisenhauer aus Tarmstadt beleuchtete für den erkrankten Verbands Vorsitzenden Denecke eingehend die traurigen Verhältnisse und tue schlechte Bezahlung, sowie Behandlung der Schreibgehilsen bei den Hess. Behörden. Seine Ausführungen wurden von allen Amvesenden mit großem Beifall ausgenommen. Ter Regierungsvertreter erkannte die Wünsche und Fordermtgen =- Gleichstellung der unbestellten Gehilfen im Gehalt mit dem der'Kanzlisten bei dem Ministerium und Landgerichten, Verleihung eines einheitlichen Titels, Regelung des Erholungsurlaubs, Bildung von Beamtenausschüsßm — an und versprach bei der Regierung hierfür warm einzutreten. Aach die erschienenen Abgeordneten, die teilweise dringender Geschäfte halber die Versammlung früher verlasen mußten, er Bannten alle Forderungen und Wünsche an und versprachen, sie bet der demnach sti gen Regelung in den Ausschüssen und in der Kammer zu unterstützen. Ta in den einzelnen staatlichen Betrieben immer noch weibliche Hilfskräfte beschäftigt werden, wurde angeregt, die betreffenden Behörden zu ersuchen, die Stellen alsbald mit männlichen Gehilfen, insbesondere Kriegsbeschädigten i;ui besehen. Tie Verhandlungen erzielten volle Einstimmigkeit und ivurdm mit dein Wunsche auf Erreichung der gesteckten gerechten Ziele um 2 Uhr nachm. geschlossen.
** Zirkus Blumenfeld aus Gutnau, ein stets gern gesehener Gast in Gießen, veranstaltet vom 1. Juli, abends 8 Uhr, einige Vorstellungen. Ein auswärtiges Blatt schreibt über dieses- älteste Zirkusunternehmen Deutschlands: „Doch sei vorweg bemerkt, daß der Zirkus über ein Pferdematerial verfügt, Jtne es die jetzige schwere Zeit kaum erwarten läßt und wie es bei manchen anderen Unternehmen kaum zu finden ist. Eine Hauptdarbietung bildet das Auftreten von Frl. Else Wörner, die auf dem Gebiete der Gedankenübertragung wohl einzig dasteht. Anerkennung verdienen auch der „Sck^ cmgeumensch" Albona mit feinen halsbrecherischen Erperimenten an der Stuhlpyramide, der musikalische Akt der 3 Poulwars. die Drahtseil-Künste der Geschlvister Eelly und Borden und das Auftreten der urwüchsigen Spaßmacher, ohne die nun mal keine Mmiege denkbar ist. Der Zirkus Blumeufeld ist seinem alten Ruf nach jeder RickMng hin gerecht geworden unb verdient warme Empfehlung."
♦♦ Im Lichtspielhaus wird von morgen bis einschließlich Montag „Frauen, die der Abgrund verschlingt", Tragödie einer Unwissenden 6n 5 Akten ausgeführt; außerdem wird das vier- aktige Schauspiel ,Liebesopser", mit Maria Fein in der Hauptrolle, gegeben.
Landkreis Gießsn.
,O Grün berg, 26. Juni. Arn Ostausgange des hiesigen Bahnhofs entgleiste heute morgen eine Maschine. Dadurch erlitt der Zugverkehr einige Verzögerung. Sowohl bei dem von Fulda kommenden 11-Uhrzug, als auch bei dem von Gießen kommenden 1-Uhrzug mußte der Verkehr durch Umsteigen bewerkstelligt iverden, so daß diese beiden '3üge erst mit reichlicher Verspätung die hiesige Station verlassen konnten. Arn Nachmittag war die (Störung wieder beseitigt. — Bei dem heutigen. Johannimarkte waren etwa IGO bis 180 Ferkel vorhanden. Ein mcrlliches Sinke uderFer- k e l p r e i s e , wie dies von anderen Orten berichtet wurde, war hier noch Nichts zu spüren. Es wurden immer noch bis zu 300 Mk. getorbert und mich bezahlt, wenngleich auch kleinere Ferkel schon mit 200 Mk. das Stück abgingen.
es. Steinbach, 26. Juni. Letzte Nacht würben in unserem Dorse z we i größere Einbrüche verübt, während ein dritter nicht zur Ausführung kam. Bei dem Sparkassenrechner und Oel- müller Jakob Gerhard V. drangen die Diebe, es lmüssen mehrere gewesen sein, durch einen Gang zwischen der Nachbar Hof reite mittels einer lange.t Leiter durch ein Fenster in die Hintere Oberstube ein, worin niemand schlief. Hier wurden Schränke lui'rt). untersucht und auch Wäsche und sonstige Kleidungsstücke mitgenommen. Außerdem noch Brot sund Wurst. Hier müssen die Diebe gestört worden fein, da sie an Schlössern gearbeitet, dies aber nicht erbrochen haben. Die Leiter stand noch heute morgen an dem Fenster. Aus der gegenüberliegenden Seite der Straße wurde gleichfalls in der früheren Bäckerei im zwecken Stock eingebrod)en und der Frau Georg Schäfer II., deren Mann in Gefangenschaft ist, ihr sämtlicher Vorrat in Fleisch, Wurst, Fett, Gelee usw. mitgenommen. Zu den Einbrüchen wurden drei Leitern gebraucht, welche aus einer entfernten Hofreite geholt wurden, in der die Diebe zwei leere Säcke entwendeten. Tie Leitern standen beute morgen an verschiedenen Stellen im Dorf. An einem anderen Hause stand ebenfalls in einem solchen Gang nach der anderen Hofreite eine Leiter, welche anscheinend zu kurz war, deshalb ist der Einbruch auch jedenfalls unterblieben. Den Tätern ist man noch nicht auf die Spur gekommen. Die 'Aufregung in unserer Gemeinde ist um so begreiflicher, da fett Gedenken noch kein Einbruch verübt wurde. Wie es überhaupt möglich war, die Leitern über die Straße zu transportieren, ist unbegreiflich, da doch dauernd ein Nachtposten patroulliert.
Krris Büdingen.
* * Sto ck he i m , 25. Juni. Ter Bauern- r a t für den Kreis Büdingen tagte heute hier im Gasthaus Walter. Ter Vorsitzende des Piwoinz- Bauernvsts Abg. Fenchel, Ober-Hörgern, erstattete Bericht über die bisherige Tätigkeit des Pwvinz-Bauernrats uno sprach eingehend über das Lantz- und Fideikommitzgesetz. Nach dem mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen kam man „über diese Frage zu außerordentlich leb- haster Aussprache. Nachstehende Entschließung gelangte einstimmig zur Annahme: „Es ist mtt allem Nachdruck dahin zu wirken, voß das etwa zur Enteignung kommende Fideikommiß- unb ir. toter Hand befindliche Land nicht in Staats* besitz übergehen darf. Freies Bauernland darf nicht angegriffen werden, der freie Bauer auf freier Scholle mutz erhalten bleiben."
Kreis Friedberg
btz. Bad-Nauheim,27. Juni. Die Bill a Ale11er, Höhenweg 21, ging durch Kauf in den Besitz des Privatmannes Ewald Killig, hier, über. I— Die Stadtverwaltung teilt mit, daß der wiederholten Aufforderung zur freiwilligen Abgabe von Wohnungen bis jetzt in keiner Weife entsprochen wurde. Es findet deshalb in den nächsten Tagen die Aufnahme aller größeren Wohnungen statt und es ist demnächst mit der zwangsweisen Abgabe von Teilwohnungen zu rechnen.
O Friedberg, 26. Juni. Der kürzlich gegründete „Hessische Bauernbund", der den Baucrnstano Hessens zu sammeln und zu einer Macht tm Staatsleben zu gestalten sucht, hat in fast allen Orten Der Wetterau schon festen Fuß gefaßt. Neuerdings wurde in Fauerbach v. d. H. wieder eine neue Ortsgruppe mit 71 Mitgliedern gegründet, ebenso in Reichelsheim eine solche, der sofort 70 Mitglieder beitraten. Auch in den übrigen Teilen Oberhessens gewinnt die Organisation bereits an Boden. Dieser Tage sand in Lauterbach eine Vertrauensmännerversammlung statt, die im Anschluß an einen Vortrag von Dr. v. Helmolt die Gründung von Bezirksaruppen in Schlitz, Lauterbach und Grebenhain beschloß.
O Ober-Rosbach, 26. Juni. Die Kir - ßchenernte ist in vollem Gange. Der Ertrag ist sehr reichlich 2£uf den Märkten in Friedberg und Bad-Nauheim wird das Pfund noch mit 2,50 Mars bezahlt. Täglich gehen schon größere Ladungen mit der Bahn ab.
Starkenburg und Rheinhessen.
oz. Offenbach 26. Juni. Eine Unmenge Menschen ist gestern mach Höchst gepilgerMim alle möglichen Lebensmittel rinzukausen. Es werden uns folgende Preise angegeben, für welche die in Massen vorhandenen Waren zu haben waren: Kakao 12—15 Ml., Kaffee 12—15 Mk., Tee 20 Mk., Linsen 2.20 Mk., Speck 7—8 Mk., Schmalz 7—8 Mk., Schinken 8 Mk., Schokolade in allen möglichen Formen verhältnismäßig wohlfril.
Hessen-Nassau.
— Frankfurt a. M., 26. Juni. Am Montag mußten die 81er wegen der drohenden Besetzungsgefahr Frankfurt verlassen. Tie Kasernen mit ihren reichen Kam Überbeständen überließ man der HilfsPolizei zur Bedachung. Als in später Nachtstuntze die Soldaten wieder zurückkehrten, waren die Kammern trotz und ungeachtet der wackeren Hilfspolizei ausgeplündert. 1
= Limburg, 25. Juni. Angesichts der drohenden Besetzung wurde in der vergangenen Woche am hiesigen Gymnasium die Notreiftprü- fmtg abgehalten, die alle Oberprimaner bestanden. Turch die Unterzeichnung des Friedens ist nach einem ministeriellen Erlaß das Abitur ungültig geworden. Tie jungen Leute müssen sich nur. Ostern erneut der Prüfung unterstehen. Zwei Oberprimaner haben schon zweimal das sogenannte Notabitur beftauben, nun müifen sie trotz alledem Ostern zum drittenmal in die richtige Prüfung steigen.
Aus dem besetzten Rhcingebiet.
mr. Mainz, 26. Juni. Ter Zuzug französischer Offiziersfamilien ist in Den letzten Tagen vollkommen fteigegeben worden. Ehe
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stehen. Sonst wechselt ihr Betragen, über das aber
Hauptsache aber bleibt der Handel. Er wird mir
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Viertel- uno Halbstücke Rindfleisch, Nieren- und
Die Kommunolrool)Ien.
einem Schwung betrieben, daß einem dteuling faß Hören uno Sehen vergeht. Alles ist zu haben, alles, aber auch rein alles. Und die deutschen Händler
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den müssen jetzt den Behörden angeben, welch? Ntengen Speck und Corned-Bcef nach bei
die Zivilbevölkerung mit Wohnungen versorft wird, kommen die französischen Oifiziere mit chrw \ Familien an die Reihe.
= S a b Ems, 26. Juni. Aus der hiesigen I russischen Kirche wurden in der Nacht zum Montag alle goldenen Gefäße und ein mit Dir, manten besetztes Kreuz gestohlen.
= Aus de m Westerwald, 26. Juni Tas tarn den Amerikanern besetzte Gebiet ist bjn amerikanischen Lebensrnitteln Derart über- schwemmt, daß die weitere Abnahme in den mcinden auf Schwierig leiten stößt. Tie ©enteilt
ritn, öfl sich die ö der Besserung Im, die je Bc ■r. Folgen auch t W «reinjelte W 'Erbat fink 1 Jas Oem Umi 1 w Tad Amtz f-iltom 26. Juni .Prtmchung tont JiN 1919, bet 1 |lt jjdjtDiefi Md ' i M.1918 6.23 W17. Juni 1911
wird folgendes mitgeteilt: Der Schleich ha n. del ist in voller Blüte, alles für Geld zu haben, die Engländer allen Wünschen der Bewohnerschri mehr oder weniger zugänglich, das Leben, toenig-- stens int Haushalt des kleinen Mannos, erheblich billiger als im unbesetzten Gebiet: das ist der erftt Eindruck, den man jenseits der „Grenze" erhält Die englischen Offiziere benehmen sich aegcnübei der deutschen Bewohnerschaft, soweit ich es auj weite Strecken beobachten konnte, korrekt, die Mannschaften suchen Korrektheit zu markieren, besonders, wenn sie sich von den Offizieren beobachtet sehen. In den Straßenbalpren stehen dir
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int allgemeinen keine Klagen einlaufen. T'cLh. Pauker de
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anderes Fett usw. zum Verkauf, so daß man noch Belieben wählen kann. Die B^ienung nimmt wieder freundlichere Formen an und der freie Wettbewerb wirb Dafür Sorge tragen, daß nut) noch gute uno appetitliche Fleischwaren zur Pe:» abfolgung an die Konsumenten kommen. Auch in; den anderen Lebensmittelbranchen macht sich zugunsten des Publikums eine Besserung bemerkbar. Butter sieht man schon viel häufiger in den Acis-j lagen, mtD die Preise zeigen eine fallende ©era hing: dasselbe ist beim Kaffee und anderen nußrnitteln seslzustellen. Damit sind aber die goldenen Tage der Schleichhändler gezählt. — Hoffentlich kommt die erfreuliche Besserung in ben Lebensmittelverhältnissen auch bald für Gießen!
da. Seeb urg (Westerwald), 26. Juni. Bier Amerikaner, ein Offizier und drei Mann, begaben sich am Sonntag abend in angetrunkenem Zuskmdt nach der nahen Postenkette zurück. Auf dem Wc« durch den Ort bagannm die Amerikaner ans reüiarl Uebermut eine Sdjicfgerei. Zwei Einwohner, Jr ] nach der Ursacki« der Schießerei sehen wollt» I wurden sofort unter Feuer genommen. Der £anb> , wird Heinrich Käs brach nach kurzer Flucht, m | einer Kugel des Offiziers schwer getroffen, toi zusammen. Tie Frau des Landwirts Ludwig Groß, die nach ihrem Manne AussckZau halte» wollte, erhielt vor der Haustüre ebenfalls.einend tödlichen Ähuß. Einige beherzte Männer, die iidil um den zerschossenen Käs bemühten, tvurden vc»> dem amerikanischen Offizier, der hinzugesprun^l^ war. mit den Worten zurückgestoßen: „So gehrii allen, wenn Ihr nicht unterzeichnet"!
* * Annerod, 26. Juni. Bri der am vergangenen Sonntag abgehaltenen B ü r g e r m eist erwähl wurde unser Bürgermeister Hol> mit 248 Stimmen einstimmig wieder gewählt. Dich Wahl war für unseren Bürgermeister wie aufl für oie Gemeinde ein ehrendes Zeugnis, da dem Gewählten ihre Tankbarkeit für ferne ftti entgegenkommende und hilfsbereite FreurrdliM« zeigte. Bürgermeister Hom ist nunmehr 25 ZaA Qrlsoberhaupt und wurde in jedem WahlgL^ eMstimmig gewählt. Am 22. September l. A kann er sein 25jähriges Tienstjubiläum begeher.
* * Großen-Buseck, 27. Juni. Bei W Gemeinderatswahl wurden von dem ala» Gemeinderat Landwirt Heinr. Harbach, Mcnirs Polier Heinrich Schneider, Landwirt Hcinrck Gans IX. und Landwirt Heinrich Groeßer roieb®, gewählt. Neugcwählt wurden: Landwirt Ballham Pfeffer, Landwirt Konrad Meier, Landwirt det®i Sckmrdt, Landwirt Heinrich Gans X., Jfroei; Friedrich Herbert, Bahnarbeiter Johannes Henkck Landwirt Wilh. Rohrbach, Cleiktromon. Ehrisü^^ Wagenbach. — lieber morgen findet die mei st erwähl statt. Von den bürgerlichen leien unb den Sozialdemokraten wurden fam drei Kandidaten aufgeftrilt, eine Einigung einen war nicht zu erzielen. Die Namen der d« Kandidaten sind Ferdirnuck) Gans, Larrbw«^ Wilhelm Harbach, Maurermeister und £ano0in und Friedrich Merz, Steueramtsgehilfe.
* * Hattenrod, 25. Juni. Am 29. Hm findet hier Bürgermeisterwahl statt. bisherige, allseittg sehr beliebte Lürgermm^r Rock, welcher das Amt bereits 27 3ül7rc befin®j Ijat, will wegen vorgerückten Alters auf täte bivi derwahl verzichten.
sm. Londorf x 26. Ium. Unsere Bür g ev meister wähl findet am 6. Juli statt- \ die bisherige Tätigkeit unseres Bürgermeisters » u-i mann kennt, wird es verstehen, daß kein Gega^. karrdidat aufgestellt wird. ,
er. Röthges, 26. Juni. Der tter Ge-l meinderatswa hl wurden von dem Waylvor i schlag I „Gleiches Recht für alle" und von drsl zweitem Wahlvorschlag je sechs Kandidaten Xj wählt. Auf Wahlvorschlag I entfielen 63, ctj WahlVorschlag II 59 Stimmen. Tieses stimmt mit der von den vereinigten (Hes'ische Vvlk^partci, Mehrheitssazialisten unojia i mokraten) an gestrebten Listenverbindung üoereaui e. Ulfa, 25. Juni. B-r her hiesigen Bursts meisterwahl wurde der bisherige Surgermeil^l Georg Hofmann einstt'mmig,lmcdcrge'watu.i Nächsten Sonntag findet die Wahl eures Berge ordneten statte
kann im ganzen Gebiet markenfrei gekauft werden. Das Pfund Kaffee wird int Kleinhandels- Verkauf mit 4,75 Mk. abgegeben.
dt. AusdembesetzrenGebiet, 26 Jum, Von einer Persönlichkeit, die aus dem von Enaländern besetzten Gebiet zurückgekehrt ift,
Offiziere auch vor der ärmlichsten Frmr auf, um ihr den Sitzplatz einzuräumen, die Mannschattrn hin desgleichen, wenn sie unter den Augen der Ossizierr
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mt. Koblenz, 26. Juni. Ein erfreulich umMt<n ur Zeichen der Besserung in der B es chaf.sun^ *;
von Lebensmitteln kann man, schreibt der daß bi „Koblenzer Gen.-Anz.", in den Sckwufensteraus- { ■ — 2
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