i Sertretrr be8 ReichSbundeS der frricgßbrfrfrfbigtrn, I AriegSfjinterbliebenen und ehemaliger XYtegsicu*
M
N 7
«. f
abe von B e
‘Km'vr bis zum
•oroeit dem alten Anträge getötet rrnirtx. 20 Geiangene tonn in । behördlich beglaubigte Ab- gebracht werden; 13 fino noch flüdjtig. rscheinigung des betreffen- •
Frankfurt a. M., 23 Nov. Am M
solche dem > ----Fran kfnrt a. M , 23 Nov. Anr B
n Vermerk | tag wurde, wie erst jetzt bekannt wird, beim Ro
eine
muß den
-
u ür
gefangenenheimkehr stell? und ©euäfynmi schusses zu der vom Reich gewahrten *•-
H 2
h 3
.. 4
n 5
? Sf"*5 SDta *^.1919
WM for attni ( 80 Stak, zu
Strfenen, | fiNtirf „i jjtai btr Tti
jjw Hk r<
. Aus Sta-t und Land.
Gieren, den 24. Roo. 1919.
Veranstaltungen
Montag: Stadttheater, 7 Uhr. „Die Wildente". — Lichtspülhaus, Madame Dubarry. — Lichtspiele Seltersweq, Ter Mann des Tcpts; Der Tauscndkünstla. — Ter für SamStm», 22. Nov angekündigte Unterhallungsabrnb des W B. findet erst am 3. Dezember im Felsenfoller statt.
.. r
;-tzild
b s t (5 (
XBi
*4?
“ttth
Reil
H Sn f'uiVööl
:riuww^
ä« nidüfe bn'
A t 0 M I
k. Klein-Lindo n, 23. Rov Anläßlich deS heutigen Tuttnscstes fand auf dem Friedhot eine erhebende Gedenkfeierfür b i e i m [riegc Gefallenen statt Pfarrer Eidenmüller hielt die Gedächtnisrede Iba -tavtbe Klagcpsalm: Wie sind die $>dt>cn gefallen und die Streitbarer umgekommen. Die 5vier wurde aöfsnet und geschlossen durch einen Choral des CPvsaunenchors. Die Gesangvereine Arion und Eintracht trugen Chöre vor NamenS des Vereins ür Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene legte August Weigel einen Kranz nieder. Die Gräoer bar hier beerdigten Kriegst rlnehmer waren mit Tonnengrün und Kränzen geschminkt.
>- Wieseck, 23. N»v Der Totenwnntag nahm hia einen würdigen Der laus. Ten Gottesdienst in der über füllten Kirche verschönten Sin bei* und Frauenchor und bei Verlosung bet Namen den Toten Läuteten die Gl-ocken. Tie Gedächtnisausstellung zu Ehren unserer Toten wurde im Beisein tfrter großen Gemeinde von der GesangSobteilun-g des Turnveveins mit dem Volkslied von 1864: „Ter Soldat auf Posten" in würdiger Weise eingeleitet. Darauf sprach Pfarrer Sattler über den titoaf der Ausstellung, bic nicht vernarbende Wunden aufreißvn solle, sondern» eine bleibende Ehrung vorbereitend, die erste Ab' teilung unseres werdenden Heimatmuseums bilden. Tie Aufnahme der Bilder der Vermißten sei er- vlgt, nicht weil wir alle Hoffnung eines Dieder- hia mit ihnen begraben hätten, sondern, daß die Gemeinde auch ihrer und ihrer fdjtoergr* prüften Angehörigen fürbittend gebente. Tie Dale- ung da Namen von 85 Toten und 12 Vermißten d%ofe sich an n. nachdem Choral „Christus, da ist nein Leben", agreifend vorgetragen von dem Ge- angv.rein ,Lugendgrund", übergab Pfarrer Sattler den Schlüssel zur Ausstellung dem im nunmehrigen Ausstellun-gssaal jahrelang wirkenden Lehrer Müller. Tfefer nahm ihn in Empfang mit dem Gelöbnis der Gemeiiide. daß sie die Ausstellung ihrem ernsten Gegenstand entspred^nd als rin Stück heiliges Land stets betrachten werde. Die von den nächsten Armehörigen der (Mallencn zuerst betretene Ausstellung bot ein in aller Schisthlheit überwältigendes Bild von da Größe des Opfers unterer Gemeinde. Troftblütter des Türerbnndes, von Rüdvss Schäfer u. u_, verfehlten ihre Wirkung nicht, eine Serie von Franz Stassen zeigte den Deldendank da deutschen Frau, Zeichnungen ton Bruno Bielefeldt Ostpreußens Nvt, die unsere Daten von uns ferngetetftev. Bis zum Abend wurden noch größere Bilder, auch Ehrenzeichen von Gefallenen, gebracht, ,o dost einige mehr als einmal vertreten sind und jbanftmum* binnen schmückten die Bilda sinnig mit Buchs und Tannengrün, eine lrote auf den an einer Wand ausgebauten Altar vrr.r.1 Eseukränz. Mwr und Sockel da WLnde verschwanden fast imta Kränzen und Sträustrn, die, teils mit sinniger Widmm'g, von denen hin gelegt wurden, die heute am' Grab ihrer Toten nicht stehen konnten. In die Büchse für bedrängte hiesige KriegShintablcebene wurde,« 190 Marl eing.-iogt und tvätae größere Spenden für sie in Aussicht gestellt. Tie Ausstellung, abends befeuchtet, wird voraussichtlich bis zum asten Advent geöffnet sein.
(Eine Miniße-rese im Theater.
Der Präsident W Landesamts für daS Bil- dnngSwesen, Derr Dr. Strecker, schreibt uns:
Ich habe im LandeStheater nicht „aufjetfaib meiner eigentlichen Amts tätig leit gesprochen, viel- mehr ist meinem Amt auch das Lanbe-theatcr zugeteilt Ich übabrachte meine Glückwünsche im Namen der Regierung, selbstverstänöllch auch nach vorheriger Bereiicharang mit der Direktion des Thcate^S EtwaZ .Pern iches" h t der Borging, auher ür ginz be on ers vorurtei s ol G?g r k<c jetzigen Rrgierun), ,ür nie an; gt a t. fltäie R de wurde vie.mehr mit starkem Bä all au,» genommen
nehmer hielten längere Ansprachen, in denen |ie in stimmun^mllen Worten uniaa gefallenen Brüoer gedachten, deren Opfa von der veimat nicht hoch ^.nug gewertet werden könne. Ihr äkiü möge dazu beitragen, baß die Welt vor künitig-'m Blutvergießen bewahrt bleibe. In den trotz des regnerischen Deltas sehr za^reich Er- chienencn >vast len die beiden Redner eine dem Tag.' an geroßte Stimmung auszulösen, manche Träne rollte zur Erde. Tie erhebende Feia war durch musilaliiche Tarbietungen der Reichswehr- bapclle und des Gesangvereins Eintracht" umrahmt und klang aus in dem Liede „Ich hott' einen Kameraden".
Massenausbruch von 33 Geangenen Während einige überivältigt werden tonnt m, ffelxr bte übrigen. Es entspann sich in da Nähe vo> 1 teilen zwischen Polizei «amten und ten F ümt fingen ein Kampf, wobei einer der ÄuSbr:<fe' getötet wurde. 20 Gegangene könnt m nrzber ein
zu roahren und anoererieus oa oirueriiuu^. u» Löcher zu stopfen An da Zentralstelle müssen tüdftige Steuersachleute auS allen deutschen Ländern sitzen, in bat einzelnen Finanzämtern ada Beamte, die aus den betret fenben Ein zell andern , hervorgegangen sind. Das einheitliche Steuerrecht wird zur Saniaung unseres Volkes führen.
Abg. Dr. Düringer (D.-N.): Da Entwurf geht ülrr BersassungSbestimmungen hinweg. Was hat Arttfel 84 da Dasassung noch für einen Sinn, wenn dieses Gesetz alle Steuaausführung in die Hande des Reiches legt. Da Gesetzentwurf ist vafassungsändenid. Wie wir hören, sollen die einzelstaatlichen FincmMinister an die Spitze der LandeZfinanzämter treten. Wie steht cf mit chrcr Bezahlung- Ist es richtig, datz sie water ihr Gehalt von den Ländern beziehen sollen und vom Reich dazu noch 3000 Mark? Das Gesetz bricht den Ländern das finanzielle Rückgrat. Da Reichs- finanzminista hat feine glückliche Hand. Wo sind seine Erfolge? Wir können ihm nicht t*rtrauen.
Reichsfinanz Minister Erzberger: Ihre Opposition und Ihr Mißtrauen fnach Rechts') läßt mir feine grauen Haare wachsen. Ich habe die Vaantwortung vor der Geschichte nicht zu fürchten. Die große Erbschaftssteua und das Reichs- nowpser sind fertiggesttllt. Die Reichssteuervawal- turtg wird eine gute Tat für das deutsche Volk sein. Der vorliegende Entwurf ist leineDerfassungs- änderung, da die Gesetzgebung Gebrauch macht von Artikel 14 da Verfassung und eine reichseigene Steuer Verwaltung geschaffen hat. Da Ar- titel 84 allerdings hat keine Debeutuna mehr. Er mußte aber dastehen für den Fall, daß bas jetzige Gesetz so nicht beschlossen worden wäre. Das Gesetz kann mit einfacha Majorität durchgebracht werden. Die Bedenken des Reichsrats gegen das Gesetz sind wieder bdeitigt worden. Ein Kuhhandel hat nicht ftottaefuiiben. Es war von Anfang an mein Wunsch, den Laichessinan-- miniftern die Verwaltung da Landesftnanzämta vorläufig zu übertragen. Das Gute soll übaall «halten bleiben. Die Gehallsfragc ist noch nicht endgültig geregelt. Doppeltes Gehalt wird keinesfalls gezahlt waden.
Abg. KempteS (D.Bpt.): Ta Widastand des Reichsrats hörte auf, aI8 einige Finanz- Minister zu Präsidenten da Landes inant&mter ernannt wurden. Der Geist des Entwur es ist stark fiskalisch. Dem § 5 [leben wir sehr skeptisch gegenüber und beantragen Abänderung.
Abg. Katzenstein (Soz.) begrüßt es, daß die Tendenz des Entwurfes einen Schritt vorwärts auf dem Wege zur Erreichung des Einheitsstaates tut. 8 5 scheint uns eine da wichtigsten und wertvollsten Bestimmungen bc8 Entwurfs zu enthalten und feiner Abänderung zu bedürfen.
Aba. Dr. Ludewig tTem.l: Der Ausschuß war sich einig darin, baß Schieber unb Steuer- hintazieher scharf afaßt waden müßten. Aba § 4 genügt dafür, und wir beantragen, den K 5 zu streichen.
Abg. Wirth <Zentr.): Die Personalunion zwischen LandeSfinanzministern und Landesfinanz- 6mtcm ist für die süddeutschen Staaten durchaus notwendig und nützlich. Tie Bereinheiilichmig deS Radtssteuerrechts i t ein gvßer Erfolg Tie Reichs- abgebenordnung läßt eine Dezentraliiiaung durchaus zu. Ta badische Landtag hüll die Perwnal- union durckums für möglich. An eine doppelte Bezahlung hat niemand auch nur von ferne gedacht.
Al»g. Lugenbyrg (T.-Nall.): Wir stimmen gegen den 55.
2lbg. Tr. Cohn (Unabb): Dir verkennen nicht, daß da Entwurf ein wesentlicher Schritt zum Cinh-i'ssloat ist Trotz da Reichsabgaben» vrdnung und allen neuen Steuern, werden wir nicht darum herum fern men, unsere ganze Ockono- mie aus anbae Grundlagen zu stellen. Nur eine rtanmäßige fazialistische D-rrtsdLift kann uns retten. Ein Merkswi.u auf dem Wege dazu ist vielleicht dieser Entwurf.
Reick»Sinanzminista Erzberger: Die Einnahmen des Reiches entwickeln sich in günstiger Weise. Wir büren mit einer Mehriuna^nne gegenüber dem Vorjahre von einer Milliarde rech mm Ich !>ilte, dem 9 5 zustimmen zu wollen. Die Bedenken dagegen Dcrfcnne ich durchaus nicht Wir müssen gegen die Steuerschieber- und de stap tolllucht a le mög ichen Mi-tel erumcn. Di>? Nachteile dieses Mittels werden übertrieben. Wi> Iwanchm eine Zwischenbestimmung, weil die Rechtssprechung sich nicht ohne weiteres in der von uns allen gewüntchtcn Richtung berocqt unb die be stehenden Gesetze Lücken lasen, die den Steuer- schiebern nur durch diese Bestimmung verbau! werden können.
Die 1 bt8 4 werden angenommen. Tie Abstimmung über § 5 unb die bazu Doriiegcnben Anträge wirb auSgesctzt. Weitere Paragraphen werben angenommen
Rrichssinanzministrr Erzberaer: Die Ber- Mltniife in Hamburg und Bremen sind unhaltbar. Die Irfb-benbcn Gesetze haben mich gebinbert, meinen Willen burchzusetzen £>amburg und Bremen müssen zur alten $?öbv hinaus geführt werden. Ich habe gegen den Antrag keinerlei Bedenken. Wir werden ein solches G^-setz einbringen, fraulich ist nur, ob daS Gesetz bis zum 1. April 1920 oar abid/.ebet werben fcnut, andern falls müßten vor I&ufxge Ueb rgangSbeftimmungen g-:troffen werden
Abstimmung wird ausgesetzt Weitere Para graplien werden ohne längere Bespredmng in ber Ausschilßfassung angenommen. Zu § 14 bemerkt Erzberger, daß die Zahl der Beamten nicht vermehrt werden dürfe.
Fortsetzung der Beratung Montag 1 Uhr Vorher Interpellation Arnstadt (T.-R.) wegen ber Ernährungsfrage. — Schluß 2.1ö Uhr
heimkehrende Kriegsgefangene. 10. Besetzung bei Zeichcnlebrerstelle bi ber höheren Mädchenschule 11. Gesuch des Ernst fcebftreit nm Erlaubnis zum Kaffee- und Schankwirtschaftsbetrieb im Dausr Frankfurter Straße 62. 12. Gesuch des Georg Zissel um Erlaubnis zum Kaffee-Wirtschaftsbctricb im Dause Walltorstraße 19. 13. Einrichtung von Wohnungen im östlichen Flügel des Stal'gebäudes in ber £wfreite Lahnstrahe 6. 14. Wahl ber Beisitzer zum Mieternigungsamt. 15. Durchführung ber B^chlagnahme von Wohnnnoen, Genehinigun, aller Mietverträge durch daS Wohnungsamt un' Inanspruchnahme von Zimmern für Einzelpersonen 16 Bestimmungen für Mietsverträge 17 Brotpieiscrhöhung. 18 Festsetzimg des Ortslohner
..r ®k> W^ta« SR n Dkcretcn
, stran
58*1*60
Aricgöl
6 teilt K Kpigcrrf*^';.6 oihut^ n Äfiiiite c ffi cnsi's^r
V5 aud) W- ® ]
Kriege erwachsen ist. Das Instrument, welches wir der Reichsregienrng zur Regelung btever Verhältnisse in die Land geben, bte Reichsaogaben- orbnung, ist ein sehr scharfes Instrument. Wir sind der Regierung soweit a!8 möglich entgegen* gekommen, um dem Reiche eine ge.dluhe unb wirtscha lliche Erstarkmig zu ermöglidien.
drakonischen Stra en bet Abgabenorbnuna werden nichts Wien, wenn das beutldje Volk nicht Selbstzucht übt
Abg Burlage (Ztr.): Die Umgebung der Steuerpslicht wird in 8 5 des Gesetzes nach den »eschlusen des Ausschusses gut unnchrieben unb wirkungsvoll behinbert. Denen, bic geschickt genug finb, durch die Maschen d,-s Steuerge etze- zu schlüpfen, dürfen nicht noch Barteile zugewendrt werden vor den ehrlichen S teuer za hlem Meine Fraktion ist gewillt, sich aut den Boden des Gesetzes zu stellen, wie es aus ben AustchußvarHandlungen hervorgegangen ist.
Abg Simon- Schwaben (Soz.): Wir müssen dem Reick»? eine einheitliche Steueromaljung und eine emh.-itliche Steuer Verwaltung zugeittchen.^Wir sind für den Einheitstaat, wollen aber keine -^cha- blonisierung. Die eingehende Durchberattmg im Ausschuß hat uns Gelegenheit geg.bcn, den eteuer- pslrckstigen ihre Rechte gepenüter bem Steuer
(5eöad)tni$feiern für die Gefallenen.
Trauerfeier für die Gefallenen der
LandeS-llk'ivcrfität.
Gestern, am Totensonntag, fand in der Neuen Aula ber Landesunioersität eine^ Trauerfeier für die ge a lenen Lehrer und Stubirrenben statt, ,u ber Rektor unb Senat den Lehrkörper, bte Studierenden unb die Angehörigen ber E< allencn eiitgeiabcn hatten. Zrgenbwelchc weitere Tin- (abungen mußten mit Rücksicht auf ben verfüg' baren Raum unterbleiben. Auch für tnr Angehörigen der Tozenten konnte keine Ausnahme ge- macht werden. Die Aula war über füllt. Lne bot ein feierliches Bild. Bon der Galerie fvninicr grüßten die umflorten Fahnen . ,
Tie Feier wurde durch Orgelspiel .rösnret, das den E'nzoa des Lehrkörpers roürbig begleitete. Ter Akad-nnische Gesangverein trug den Eingangs- äfot aus Brahms' herrlichem „Deutschen Re- quiem" (Selig sind, die da Leid tragen, denn ie sollen getröstet werden) eindrucksvoll vor. Darauf hielt der Rektor Professor Dr. Kalb- lei sch eine Ansprache, in ber er in Anknüpmng an die Feier der Begrüßung der aus dnn iv^be heim gekehrten Studierenden vom 9. März dieses Wahres daran erinnerte, daß damals ttotz aller Bitternis doch noch ein lichter Schein in die Rächt unserer Trübsal gefallen sei. „Ihr wäret wieder da, liebe Kommilitonen, Euch wenigstens hatten wir wieder!" Deute scheine kein woher Ton in unser Klagelied klingen zu wollen. Die, denen heute die Feier gilt, sie kommen niemals wieder, und es erhebt sich die bange, die lürchter- liche Frage: Sind sie umsonst gefallen? S-e find es nicht wenn wir uns ihrer würdig zeigen In besonderem Sinne gilt das von der akademischen Jugend. Beim Wiederaufbau unseres znsammcn- groebenen Staates soll sie die Werkmeister len, stets ein gebe nt baß deS deutschen Volkes irbc in ihre .Hand gegeben ist.
Die Gedächtnisrede hielt Pros. Tr. Schian. Er führte mit packenden Worten aus:
„Wir stehen in einer Stunde von lastender Schwere, denn wir beuten an die Abschieds- feiern für die ausziehenden Kämpfer vor fünf Jahren zurück. Wo sind sie aeblieben? Die Schlachtfelder Frankreichs und Rußlands find voller Tolen- gebeine. Unb der Sieg, den jene erstreiken wollten, blieb aus. Deutschlands Jugend, die hessische Jugend, sie ging in Not und 'Tod. Und jetzt — liegt Deutschland in Rot und Tod. Und ber Feind steht im Herzen des Hessenlandes. Scheint es nicht, daß das große Sterben vergeblich war? Man weist uns zum Trost auf die innere Freiheit, die das deutsche Voll jetzt besitze. Aber nicht für sie sind jene Helden in den Tob gegangen Ihnen trat bas Deutsch!anb vor 1914 eS wert, daß sie ihr Leben dafür ließen. Und rocmi man uns auf das Glück der Menschheit hinweist, das sich in ber nxrbenhen Völkergemeinschaft zu venoirklichen beginnen, so müssen wir erwidern: Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt ber Glaube. Dennoch setzen wir unter Bluten unb Sterben unserer Brüber nicht das Wort „Vergeblich". Wir kennen ja über diesen Tob hinaus ewige Werte, ewige Welten, einen ewigen Gott. Wollen unb Erreichen müssen wir unterscheiden. Sie haben gewollt. Sie trug ber Sturm ber Begeisterung. Unb der Inhalt ihres Wollens war: Vaterlanb. Nicht Daß, nicht Kriegswut nur Vaterlanb, das geliebte deutsche Vaterland. Dem Vaterland alle-, Jugend, Zukunft Leben, — das wollten sie. Wenn nrir von ihnen diesen Willen zum Vaterland lernen, bann sind sie nicht vergeblich gestorben. Der Wille zum Vaterland bei jenen Opfern forbert heraus aus der 'Denkweise, der das eigene Ich alles, das Vaterland nichts bedeutet! Wir akademisch Gebildeten müssen darin vorangehen. Es mag uns jetzt schwerer werden al8 früher. Aber es ist unsere heilige Pflicht — um derer willen, die für das Vaterland gefallen sind. Der Wi.te zur Einheit tut uns dringend not. So, wie in diesem letzten Jahr, darf es mit der Sclbitzersleischu.ig nicht weiter gehen Wo Wille zum Vaterland ist, da dürfen wir dae Band ber Einheit nicht zerschneiden. Aber roir dürfen das Vaterland nicht verloren geben. End- lich einmal muß es weiter aufwärts gehen! Wenn wir diesen Willen zum Vaterland von unseren Gefallenen fernen, dann sind sie nicht vergeblich gestorben. Im Geiste derer wollen wir diese Arbeit hm, die ihr Leben für uns gaben. A n unsliegt cs, das; die kostbare Saat Frucht bringe." Mit Versen des hessischen Dichter: ÜNodt schloß der Redner seine markigen, den Ernst ber Stunde voll ausschöpfenben Worte.
Es folgte die von Begeisterung getragene An spräche des Vorsitzenden des Gesamtausschusses der Studenlenschaft, stud. rer. pol. Otto Esten feit). In mitreißenden Bildern weckte der jugend- lidje Römer bic Erinnerung an die unvergeUicher Stunden von Langemarck, da die Freiwilligen mit dem Gesang von „Deutschland, Deutschland itber alles" den Sturm m bic feindlichen Reihen trugen, die Erinnerung auch an ben grauen No vmbermorgen, da man die Helden in die kalb Grrbe legte. Dort schlafen sie, aber ihr Geist lebt weiter, ber gewaltige stttliche Glaube, mit bem sie für ihr Voll gestvrbien sind. Hier in den ehrwürdigen vollen unserer Alma mater wollen wir uns von dem Geiste unserer Gefallenen führen lassen. Täglich wollen wir uns ihr Vermächtnis neu erkämpfen unb es wieder erwecken in unserem ganzen deutschen Volke.
Und nunmehr trug die Musik in der Ton- spräche des Requiems bic Herzen noch einmal
** Eine Sitzung der Stadtverord- neten-Versammlung ist auf Donnerstag, ben 27. November 1919, nachmittags 5 Uhr, an* beraumt. Auf ber Tci^'svrdnung ber öffentlichen Sitzung steht: 1. Errichtung einer Einfriedigung am Grundstück Gut ende rgstraße 2: hier: nachträgliche DispenSerttilung. 2 Gesuch des Wilhelm Rebhut um Genehmigung zur Errichtung eine? Schornsteins und einer Jauchengrube auf bem Grundstück Rodheimer Straße 56. 3. Festsetzung des Fahrpreises der Straßenbahn für Pvstunter- beamtc. 4. Festsetzung der Gebühren für die Ge päckbeförderung auf der Straßenbahn. 5 Erhöhung i>es Fahrpreises für die Straßenbahn. 6 Festsetzung von Bestimmungen für die Abgabe von Monats^ karten ber Straßenbahn. 7. Erhebung von An- chlußgebühren für Motvre. 8 Aufnahme eines lassen da rl.-bcns bei der Bezirks parkasse. 9. Ueber- .lahme ber Kosten der Geschäftsfülwung ber Krieas-
Mc
-Srei.sl itv 3«®°^ >pun*rynunlw vd ^ieirncr » e fenlanb b xrrM we M Sri 1. LvM
tub nüd) water fcii*iörrdnen 1
4Tarmf liitt Zünsl
»rlrnig am A la «idsftiidicr eßog erledigt w !r i* jätgemi rmtrf Lage nnß„bitreli '.cgtnb". Eir
; Gederi tiriengemt nn MlvorsÄ aus ( -ramngnt alle KjdivRl fmrrb v«Et 7 A ld. Lrbott Ki Zeldttückei u Kreis 01
tragen: „Abschrift ufto* ES liegt tm eigenftai Interesse des Antragstellers und einer beschle». nigten Freigabe, wenn die Borschriiten genae ein gehalten werden, da sonst Rückfragen unb damit Verzögerungen entstehen. __
“ Aon ber llniversität. Wie wer jören, werden die bei der Trauerfefer für bii Grwllenen ge halteren An sprachen im Druck er» chcmen. Nähere Auskunft erteilt das Sekretariat.
** Retchsbekleidung. Für Cnt Aer- orgung der mmberbemittelten Bevölkerung ber Stabt Gießen sind 700 Pnar tfinherftrünu’fe und 100 Paar Frauenstrümpfe zum Aerkuui überwiesen worben. Näheres ist im Anzeigenteil zu erseh«.
*• Bei der städt. Obst- unb Gemüsv. eile sind wieder Tafel- unb Wirtschaftsät^el eimjetrofim. Sie kommen pfuud- unb zentnerweise zum Verkauf.
** Ortsgruppe Gießen bei VolkS- unbes zum Schutze bet deutschen kriegS- unb Zivilgefangenen. Wir machen auf die heutige Anzeme, die Einladung zu ber am Dienstag, 25. b. M , un dotel Kobel, Liebigstr., ftattfinbenben Versammlung bett., aufmerksam. Die Interessen ber Zivllgesangenen unb Ausländsdeutschen sind nunmehr spruchreif, ba bereits Betröge für die VorentschLngung bewilligt [inb, und es un Interesse eines jeben liegt, bie blonderen Formulare für die ReichsentschädigungS- kommission einzusenben. ES ist beabsichtigt, m Gießen dne Vereinigung yi gründen. Alles Nähere wird in ber Versammlung bffanntgegebax,
** 3 n eine1- Mrtgliederversa mm- tung der Deutschen Demokratischen Partei am Mittwoch, 19. November, gab £xrt Justizrat Grünewald. M. d. N.-B., Mfttei- lungen aus der Nationalversammlung, über bie uns folgende- mitgeteilt wirt»: Es bestehe in man- ck>en hiesigen Kreisen eine befremdliche llnfenntnis ber politischen Verhältnisse. Die von deutsch-nationaler Seite bertommmbe dWälliße Kritik an der Regierung und bet Nationaloerlammlung mache sich in teurem anderen leite des Reiches fo de- merihar, wie gerade in Güsicn unb anderen Teilen Hessens. Nach aewissenhaster und kritischer Be- obadüung und Prüfung erwiesen sich diese Angriffe durchaus als unbegründet. Don den Aeuße- rungen in Presse und Versammlungen — bie keineswegs bem Ausbau unseres Staa'.AvesenS bienen und die Achtung gegenüber der Regierung gn fördern geeignet sind — seien erwähnt: „Die Nationalversammlung habe nichts geleistet." „Die Regierung bestehe nur aus Juden unb leiste nur Dilettantenarbeit." — Demgegenüber fei sestzo- stelten, baß bie Nationalversammlung weit mehr geleistet f)abe, als je ein Parlament dies oennm'i Hobe. Sei es nicht ehe Tat, daß durch bie Müde vO'». acht Monaten ehre gewisse Crönurt ] statt be« ChaoS «schaffen sei, und daß das Reich noch criftiert? Man habe ben Bürgerkrieg txrmteben unb moralische Werte in ber Derfassun, und in anderen Gesetzen geschaffen, durch wlche ein Rechtsbvben für die Neuordnung der Dmge ^rrgeftcllt sei. D« Arbeiter- unb Solbatrnräte seien beseitigt. In ber Reichsvegierung befinde sich fein einziger Jude, in ber preußischen Regierung nur einer. Von Dilettantismus möchten btt Anhänger des allen Regime- lieber schweigen unb sich vergegenwärtigen, wer wohl der größte Dilet- tnnt ber letzten 25 Jahre getoejen sei. Jedenfalls weis» das gegenwärtige Ministerium mehr Intelligenz, yirbntdfrruixgfcit und Ausdauer atü als beispielsweise bei Mil»tigerten unter Michaelis Gate. Ile, Zimmermann, Jagvw u a. zu hfea gewesen sei Der Versuch aenxffer Kreise, bi? eigene Schuld am Zusammenbruch brr Revokutic» auszubürden, fei eine falsche Darstellung ber histv- vif«ben Geschehnisse. In ber reaktionären Bewegung von heute bestehe bte größte Gefahr für bie Gesundung und bat Wiederaufbau des Vaterlandes : sie treibe die Inrfeftebenbnt Gruppen zm Vereinigung und rufe dort Gefahren wach, die man übemrunben glaubte. Ein unter Benutzung eines Rcf<-rates, das Iustizral Grüncumld erstattet hatte, von der Söcimauer Tagung angenommener Gesetzentwurf bett die Schaffung einer vorläufigen We hr macht war einer ber ersten Besprcchungsgcgenstände Ein bciirritiird (Gesetz auf bet Grundlage ber allgemeinen Dienst» vssicht formte im HinÄick auf den FriedenSoertrag nickst verwirllickst werden. Den Sefhxbungen brnto- fratifdjrr Vertreter fei eS gelungen, bau bei catung des Erb sch aft-steuergesetze- tta Interesse der Landwirtschaft an «stelle bes von ber Reaierungs Vorlage vorgefehmen gemeine» Wertes der Ertrag-wert zu Grunde gelegt itnirbe. Bereckstigten Jnlctessentenwünschen ent* .Kgenfommcni) fei von Denrich und bau Vortragenden, von der Demokratischen Frallion unterstützt, ein Antrag auf allmählichen Abbau der Zwangswirtschaft gestellt worden. Eine Anfrage, gemeinschafllich mit Dr. Bohme tm Jv- teves se deraußerdaverifcheniBrauereiev unb ihrer Arbeiterschaft gestellt, wegen Zuteilung eines Kontingents sei von der Re gienmg zustimmend beantwortet Wörter Dchtn Na io n al Versammlung unb Regierung d ibiec beff.Hin nen Ar.ell ojmc Störung weife
obren töun en, sei eine Gesundung uniever Bei« bä-tiriffe im Reich ju erbos en '---
Die in etioa inniirünbiger R de vorgetragenk", unsere g famtc innere 2aik um a ieCen, iür ieb» Politiker höchst interessanten 'Dhtteiltrugen dir eine lebha te und ausgielnge Aussprach' zur f^lF '-atten, werden in den ersten Ta-m in euer Bco- ichüre erscheinen.
**DieJugenbgruppeder Drotschnatio- aalen Volkspartn veranstaltet morgen abend 7 Ute im tzotel Einhorn einen Deutschen Abend. Näheres ist aus dem Anzcigeuteüe zu ersehen.
AreiS Schotten.
8 berchenhatn, 22. Nov. Der ®iftw 'Wargarcta Adolph, deren Mann im Februar b. Js ' tei NrLer-Seemen mit feinem Fuhnoerke tSd lich verunglückte, wurden vergangene Nacht bu i leiden Mummet und zwei Öalfter aus bem Pferde ■ stall gestohlen. Bon ganz besonderer Schadeo- i rrrube scheint der Dieb befesfen zu fein, ba er mi<t i ttod) bte Stalltüre vollständig offen stehen liefe io daß twe beiden Pferde der Kälte ausgetetz- iDaren. Bis jetzt fehlt noch jede Spur von ihm.
(fesfen-Nassau.
Massk-nauSdntch von Gefangenen.
=- Siegen, 23. Nov. lPriv -Tel.) An Freitag morgen erfolgte im Gericb s se'ängniS <u.
hinaus zu ben lösten himmlisch n Trostes. Fr>-uüblich erklang es: ..Wie lidxicf) sind deine Wohnun- £"■ . unt mächtig btouik t« macht bie fcffiicto 6e«ui
Ju« Sobl bei-ra. b« n tarn Swuft i««m. Iraftfatirx-uabeiiSet mchm-ir bataui d« l-ben dich ton k>" Versammlung dab bie ünttäge mit Sreiaci.
Inn. ,^nn (^trtra bet Orffel b« lri,b«noü !ür ben Monat Iki
ergriffenen $wrer aus dem festlichen Raum. , 95 November bei ber LauptoertellungSstelle ein
I gereicht sein müf en. Soweit bem ersten Antrag
** Eine Gedä cht niSfeier für unsere nicht schon früher eine l ‘
gefallenen Shneger fand ferner am Totensonntag- l schrist ber Zulassungsbescheinigung Nachmittag mt den Äricgcrgtähern auf bem neuen I den Kraftfahrzeugs bei lag, ist et Friedhöfe statt. Pfarrafsistent Schäfer fenvte ein I Anträge bcunlügen. Dieselbe muß
gemäß 8 143 Reichsversicherungsordnung.
"Die Gewerbe-Inspektion, Haupt- verteilungsstelle von DetnebSswsf für Per'ebrs- Mecke, macht bie hessischen bezugsberechtigten aufmerksam.
l e c
E e (


