Ausgabe 
24.11.1919
 
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Montag, 24. November 1919

169. Jahrgang

Erstes Blatt

Genien.

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raltangen, Revision

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Bilanz-

Steuer-

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Erste Gewinnziehung im März 19 2 0

Hauptgewinne

10 ..1.000.000

n und Reparieren ä Flügeln u.Harmonmms fcwÄrf

Deutsche Spar-Prämienanleihe 19 19

Annahme von Anjcigtn s. die tageenummer bk zum Nachmittag vorher ohnejedeVerbnidlichkeit Preis für \ mm höhe für Anzeigen v.34mm Vrcitf Örtli.t) 15 ßt., auSwärte 18 UL, für Reklame- anzeigen von 70 mm ©reue 48 Pf. Bei Platz- voOchriüA?/,,Anschlag. Hauvtjchri'tieüer: Aug, Goea. Leraiitwortlick für Politik: 'Hilft. Goetz für den übrigen Teil: Di. Reinhold Zenz: für den Aiijeigenteü: p. Beck; sämliich tn Gießen

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Einrichtungen

^agerberaeh. M,

WM- d-r Ä Südtiroler, sich ihren, Volkstum zu lassen, bereits die ersten S^en Fruchte g^nttft. Diese Treue »um Deutschtum, dre srch ost m rnhetn rührenden Formen äußert, fleht,fo len Älim des Lrmdes Tirol und werd, sich behaupteir^bis endlich die una^bl^lrch^evrswn des Gewaltfriedens kommt und 2)Qitsch-Südttrol ^re Sehnsucht erfüllt sieht: Wiedervereimgung mit Nordtirol und den Anschluß an Deutschlands

2hu öcHen.

Wohnungsbauten im bcs'tztcn Hessen,

Darmstadt, 22. Nov. (WTB.l deute fand hier eine BespreckMig zwischen Vertretern der zu­ständigen Reichszentralbehörden und den hessischen zuständigen Ministerien statt über die Frage der Errichtung von Wohnungsbauten im be­setzten Gebiet, insbesondere auch der Woh- »cungen der französischen Offiziere und Beamten, sowie zur Linderung der Wohnungsnot, die infolge der Besetzung des rheiniscl)en Gebietes entstanden ist. Zu diesen Besprechungen waren auch die leiten-- den Bürgermeister der in Betracht kommenden Ge­meinden geladen, leider konnten sie aber insolae eines Verbotes der srcurzösischen Militärbehörde nicht erscheinen. Dies ist um so bedauerlicher, als die Despreclmng lediglich im Interesse der von der Besetzung betroffenen Bevölkerung und letzten Endes in demjenigen der Besayungsbelstjrde selbst stattgefunden hat. Die Verhandlungen zeigten wie­derum, daß bei der ReiclBreglerung größtes Ver- ständnis für die Lage des besetzten Gebietes vor- Lhanden ist. Es herrschte auch volle. Ueberein- stimmung zwischen den vertretenen Reichsstellen und dem anwesenden hessischen Ministerpräsidenten Ulrich über die Notwendigkeit der erforderlichen Schritte. Die Besprechungen führten mi sehv-zweck- mäßigen Entschließungen, die sich ourchcüte den Anschauungen der einige Tage vorher in Koblenz und Köln unter stärkster Beteiligung der Bürger­meister dieser Bezirke zum Ausdruck gekommen waren. Es steht also zu erwarten, daß schon in kurzer Zeit mit Mitteln des Reiches in weitgehen­der Weise der Wohnungsnot im besetzten Gebiete entgegengearbeitet wird.

Hilfe für Oesterreich.

$3ien, 23. Nov. (Wolff.) Das Staatsamt für Vollsernährung teilt mit, die deutsche Re­gierung habe sich bereit erklärt, die erbetene Aushilfe von 5000 Tonnen Mebl gegen Ueberlassung einer entsprechenden Ge­treidemenge aus den auf dem Rhein für

Berliner «uiidgcbungen am Totensonntag.

Berlin, 23. %>». «m

Tnfmfonntaa wurden von der U. ö. 45. A. b 0 Versammlungen in Grvß.Berlin abgehalten, die unter der 'Parolegegen die Real Hott unb für die soziale Revolution" txxv berufen worden waren. Die Redner nxmbten sich durchweg in heftigen Waiden gegen Untcr- suümngsausschuß der Alldeutschen; zum Schutze ge- aen die Roattion und Ddörderzentrale, wie sie Lede- bour nannte, die an Stelle der RogKinrug getreten sei wurde eine Eimgumg des Proletariats exxvoW tat In den anschließenden TiSkmsionen ipratocn sich' die .Kommunisten und Mehrheils vzmln'.en ebenfalls für diese Einigung aus und, betonten, daß diese nahe bevorstel)e. Nach Schluß der Versammlungen zerstreuten sich die Teilnehmer. Zu Zusammenstößen kam cs nirgends.

Um dieselbe Zeit hielt der Reichsbund der Kriegsbeschädigten im Zirkus Buich eine Zusammenkunft ab, an der etiva 6000 Per- ftynen teil nahmen. MusitolisckM Tarbictungen wech­selten mit ernsten Nez Nationen. Nach der Ansprache des Bundesvorfitzeitoen erhob sich zur Ucber- rafckmng aller Ebert. Er betonte in seiner Rede, d- er und die Negierung alles, was in ihren Kräften stehe, tun würden, um die Not der Kriegs­beschädigten, Witwe,: und Waisen der gefallenen Krieger zu lindern. Er appellierte an das Welt- gewissen und sprach die Hoffnung aus, daß es boto noch zu einer Völkerversöhnung ft) mm en werde, in der kern Raum mehr für einen icudjcn furchtbaren Krieg wrhrnden sei, wie ihn die W»Ä setzt erlebt Hit. Einig? hundert Teilnehmer fvr- inierten sich vor dem Zirftis Büsch zu einem ZuM und L gten auf dem Garnison friedyof Kränze an den Gräbern der gefallenen deutschen Soldaten und auch an den Grübern derjenigeit feindlichen Soldaten nieder, die hier in der Gefangenschaft gestorben sind.

Demokraten sei unsicher.

Die Lage im Baltitum.

Bert tn, 22. Nov. (Wolfs.) lieber die Lage im Baltikum erfährt das W. T. B. von zu- stäntogcr Stelle: Die Eiserne Division ist im Rückmarsch fr-griffen. lieber ihm jetzigen Standort ist nichts Nähr-res b.ftmnt. Mitau wird vermut-' llch geräumt. Beiderseits Mitaus entwickelten sich litauische Angriffe. Dre Bahn Mitau-Murajewo ist von den Letten unterbrochen. Ein veutsch.'r Panzerzug, der zum Schutze einer deutschen Eisen- tahnabteilung int Balnknnt zurückbieb, entgle-ste nnb txrbrannte. Die Freikorps, die westlich von Bausk stonden, sind von Westen und Süden her sehr stark von den Litauern angegriten worden. Aus lettischer Seite kämpft in der Hauptsache di.' kurländische Division, die von der bolschewisti- schm Front herbeigezogen wurde. Ein Eis-mbahn- zua, worin sich Dermondt besang wurde ergebnis­los angegriffen. Bei Radschiwilischkt wird erbittert gelampst Tauroggen ist von regulären litau- isch-n Truppen besetzt. Auch bei Prekuten griffen die Litauer an. Die Bahn TaurogaenPtekttlen ist untt-rbrochen. General v. Eberhardt beftndet sich in Schiub.n. Die Ententekommission für bas Bal­tikum begab sich nach Tauroggen.

Königsberg, 22. Nov. (WTB.) General Eberhardt ist gestern in S ch a u l e n einge- trossen. Die Räumung Mitaus ist unter Zurück­lassung zahlreicher balttscher Bevölkerung und vielen Materials durchg. führt. Die ©Lerne Dun­ston geht in guter Ordnung zurück. Frctkorps Dradis ist zwischen Mitau und Bauske in schwere Kämpfe verwickelt.

Die Randstaatenpolitit.

Helsingfors, 23. Nov. (WTB.) Nach hierher gelangten Meldungen kann der Raub­st a a t e n b u n d Esthland, Ltttland, Lftauen als abgeschlossen gelten Die Besttmmungen umfassen militärische, polftische und wirtschaftliche Fragen Die erste Ausgabe des Bundes wird der Friede mitSowjetrußland bilden, lieber die Fraye des Gefangenenaustausches wurde bereite ein Uebereintommen erzielt.

Die Letten melden die Einnohme Mi- t a u s.

Die nordrussische Republik brfntbet sich in schwerer Notlage. Sie soll von Serbien die Erlaubnis erbeten haben, 1000 serbische Sol­daten im Murrnangebiete zwecks Aufrechterhal­tung der Ordnung znrückbehalten zu dürfen, was Serbien angeblich genehmigt hat.

itt !ii, tau e r Braurawe < rosshaoing 11* Telepfcan 225 ie neue Herbstpreisliste.

m. 275

£et Siebener Anzägei erscheint täglich, anher Bonn- und Feiertags, vezngzprelr:

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Ludendorff bei einer Gedächtnisfeier der Deutschua ionalen.

B e r l i n, 23. Nov. (WTB.) In einer von der Deutschnationalen Partei einberu­fenen Gedächtnisfeier für die Gefallenen im Kriege im Theater Westend hielt Luden- 0 0 r s s eine Ansprache, die in dem Wunsche ausklang, daß der Geist-der Gefallenen im deutschen Volke wieder lebendig werden möge.

Dar vettiebrrStegcsetz.

Berlin, 22. Nov. (Wolfs.) Der sozial- polftischc Ausschuß der Nationalversammlung tsl in der Beratung des Betriebsrätegefehes heute tei Artikel 34, der die Ausgaben der Betriebsräte regelt, angelangt. Darin ist vorgesehen, daß bei B-.trieteit mit Aussichisrälen zwei Mitglieder frs B tnebsiates im Aufsichtsrat mit t>en gleichen Rechten und Pflichten Sitz und Stimme haben ollen. Diese Bestimmung erscheint den ntcht- ozialdcmokrattschen Parteien als zu weit- gehend, während der Sprecher der Sozial­demokratie erllärte, bei der Ablelmnng dieser Bc- timmung habe seine Partei kein Interesse mehr am ganzen Gesetz. Aus Vorsckstag des Zentrumsvertreters wurde die SBeitrrberatung vertagt, um eine Entscheidung hierüber unter den Regierungsparteien herbeizuskHren.

lieber das Recft der Arbeiterräte auf Bilanz­einsichtnahme wird in derDcuitschen Allgem. Zeitung" geschrieben: Vielleicht wird es noch mög­lich sein, bi zwölfter Stunde im Interesse unseres schwer darniederliegenden Wirtsämftslebens und zur Erhaltung der Arbeftsfteudigkeit und der Initiative unseres Unternehmertums, das in dem Entwurf des Betriebsrätegesetzes vorgesehene Recht auf Einsichtnahme in die Bilanz aus das erforder­liche Maß zu beschränken, welches einer praktischen Mitarbeit der Arbeitnehmerschaft entspricht.

Wie verschiedene Blätter melden, hätten die Sozialdemokraten erklärt, in der Frage der Teil- nahme bet Arbeiter am Aufsichtsrat keine Zu­geständnisse machen zu können. Das Zentrum will ich heute mit dieser Frage beschäftigen. Man glaubt, daß es sich für die Auffassung der Sozial- emotraten entscheiden werde. Die Haltung der

Deutsch-Südtirol.

Don einem genauen Kenner der Verhält­nisse geht ufts forgenoer Bericht aus Tirol zu:

Durch den Gewaltfrieden vvn St. Germain, | t-ieses ebenbürtig)? Seitenstück zu dem Friedens- , dittat von V.riailles, Ist ganz Südtirol vvn Deutsch-Oesterreich losK?ri.sen, das Land Tiwl in titrei Teile gei-dpiitten und der Brenner zur nört*> 1 litten Grenzmark Italiens gemacht taorwn. Ta- \ mit ist nicht allein Welschttvol, dessen Befreiung. ' von der österreichischen $>crrfd"Xih Jahrzehnte lang von allen Italienern ersehnt und von den irre- i dentischen Organisationen mit leidenschaftlichem Eifer betrieben wurde, an das Königreich gefallen, j sondeni «auch das gesckstossene bcutfdye Sprachge­biet, das sich vorn Brenner bis Saturn erstreckt , und neben 200000 Deutschen und etwa 50000 1 ausgesprochen ldentschsreunolick-en ladinichen Be- . wohnerii nur 7000 zerstreut lebende Italiener um= saft. Vergeblich 'haben die Vertreter Teutfchöster- nichs und Tirols in St. Germain das von Wilson als (fftundntz verkündete Selbstbepimmungsrecht brr Völker zu Gunsten der deutschen Südtiroler ang-rufen, vergeblich "haben sie die Italiener an ihre eigene Leidertegeschichte erinnert und ermahnt und gewarnt, nun nicht dasselbe Unrecht zu be- g-fcen, dessen sie Oesterreich immer wieder vor der gesitteten WÄt ang-ellagt haben es blieb bei der Entscheidung: frn al Brennere (der Brenner Italiens Grenze).

Masfenlos, durch die langen Krregsjahre phv- sisch und wirtschafllich aufs Lußerste erschöpft, mußte Dkutsch-Südtirvl diesen Schicksalsspruch über sich rrgelien lassen, ohne sich dagegen mit den Waffen zur W^^hr zu setzen, wie tie Ahnen es in den Tagrn ?lndreaS Lvfers und Hasprngers getan haben. Nicht etwa, als ob der alte O-ofergeist er- losckicn wäre nein, er lebt fort in dem herr­lichen Versande, das, vom Brenner hinab weit über Bozen Und Meran 'hinaus, die erhabene Mafe- fiät des tzochgebttges mit der weichen Anmut svnn- be^Lnzten .SÄdtandes harmonisck» vereinend, sich hinbrebet. Allein dieser Geist zähen Fesrhaltens am eigenen Rocht muß zur Zeft darauf verzichten, rach außen zu wirken, und sich darauf beschränfen, nach innen und im Innern feqte Kraft zu ent­falten. An eine ewige ober auch nur lange Dauer brr rtalicnif dien Lerrsckzast glaubt niemand in Süb- tiwl, nicht einmal die dort lebenden Italiener, iinb d« Deutsdmn sind eisern entschLvssen, den teutscken Eharnkter ihrer iöeirnat zu erfchen und unversehrt in eine bessere Zukunft hbrüberzuretten. Mannest weisen sie alle De^udriingen, mit denen bw Italiener fte für die neue Ordnung zu gewinnen streben, von sich, mannhaft alle Versuche, das deutsche IGeppüg.' des Landes zu verwischen und dem Deutschtum den Boden unter den Füßen alzu- graben. Eine erste Probe dieses deutschen Trotzes toben bte Italiener gelegentlich der Schüler- einschreibungen für das neue Schuljahr im September ds. Js erlxtlten. Ueberall im Lande hatte die Regierung italienische Schulen psrbereitet und Lehrer und Lehrerinnen ernannt "a c Nein bi den weitaus meisten Gemeinden wurden gir keine oder doch nur so wenige Kinder für tiefe italienischen Schulen angemeldet, daß sie überhaupt nicht eröffnet werden konnten. Sogar in <Salurn, dem Grenzort gegen das Trenlrno, das italieniscktt Sprackzgebiet, wurden nur 24 italie­nische gegenüber 340 deutschen Kindern migemeldet. In Bo z e n, der Hauptstadt Deutsch-Süd!irvls, wa t-rch eine berrädftliche Zuwanderung italienischer Beamten, Offiziere, GesdMsleute und Arbefter zu verzeichnen ist, überflieg die Zahl deutscher EMlcremidirdbuitgen die aller früheren Jahre, zumal auch tn der untersten Vvlksschiulllasfe: über die Zahl der italienischen Einschreibungen bewahren die amtlichen Stellen noch immer tiefes SdAveigem

Die italienische Regierung scheint denn auch bereite einzusehen, daß es nicht ratsam ist, die nationalen Enipfindungen der Deutsckien reizen, und ist von der Methode der früheren Militär­verwaltung abgekommen, dem Lande ein äußer­liches italienisches Gepräge aufzuzwingen. Ter neue Zivilgouverneur in Trient, Professor C r e d 0,

ebi Maim von deutscher (Bildung mrd .Wohlwollen­der Gesinnung, hat schon mancher Beschwerde av- geholfen, und eine deutsche Abordrmng, dre vor kurzem in Rom weilte, hat vom Mmisterpraii- benten Nitti die freundlickisten Zusagen erhallen^ So ist die Zusick>erung erteilt worden, ba6 von der Militärverwaltung willkürlich verweis to­ten Stattonsnamen wiederhergesd llt »Eden soll«i. Sterzino z. B. soll hinsoct wieder L-terzing uno nicht Vipiteno, Brixen nicht mehr ^essanone, Waiddruck nicht mdhr Valgardena genannt weitem Auch die Gliung der deutschen Sprach- rm amt­lichen Verkehr soll riach den Wün>ck>m und Jde dürfnissen der deutschen Bevölkerung .wer­ben, desgleichen ist gute Ausficht eines vom Trentino getrennten deutschen Verwal

Oesterreich schwimmenden Transporten zu ge­währen. Diese Aushilfe würde jedoch erst in einigen Tagen erfolgen föimcn, weil die beut, che Regierung vorher im Besitz der Konnosse­ments über die betreffenden Schiffsladungen sein müsse. Das Staatsamt für Votksernah- rung habe veranlaßt, daß die Transporte in dem Pendelverkehr zwischen Mannheim und Regensburg auf dem direkten Bahnwege nach Oesterreich durchgeführt werden. 250 Wag- >wns Kartoffeln, Mehl, Mais, Weizen und Futtermittel seien aus Südslawien frei­gegeben worden und nach Oesterreich unter­wegs. Hierdurch sei zwar eine leichte Entspan­nung eingetreten, doch bleibe die Lage an* dauernd ernst.

D'Unnunzie.

Spalato, 23. Nov. (WTB.) Dalmatmi- sches Preßbureau. D'Annunzio beabsich­tigt sich ganz Dalmatiens zu bemäch­tigen. Die italienischen Blätler in Zara ver­öffentlichen ohne Vorbehalt Angaben über die Stärke seiner Truppen, die für Spalato bestimmt seien. Dal matten erwartet von der Belgrader Re­gierung ein energisches Auftreten, um den Ein­marsch der Italiener in das unbesetzte jugoslawische Gebiet adzufchlagen.

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Der parlamentarische Untersuchnngz- aasschuh.

Berlin, 22. Nov. (Wolff.) Angesichts der im Bolle herrschenden Einmütigkeit dar­über, daß die Verhandlungen des parla­mentarischen Unteriuchungsaus- s ch u s s e s nicht mehr erträgliche Formen an­genommen haben, gilt es, so schreibt der Vor­sitzende des Gesamtuntersuchungsausftchusses, Senator Dr. Petersen, Mitglied der National­versammlung, in derDeutschen Allgemeinen Zeitung", Bestimmungen zu treffen, die ein würdiges und sachliches Verfahren für die Zu­kunft gewährleisten. Die Bekundungen der bisher vernommenen Personen und auch die Art, wie sie sich vor dem Ausschuß gebürdeten, brachten schon heute eine wesentliche Klä­rung. Die weitere notwendige Klarstellung wird sich durch ein gründliches umfassendes Aktenstudium erzielen lassen. Die lang­wierigen mündlichen Erörterungen vor dem Ausschuß, die, wie die Dinge heute liegen, in eine politische, sich nicht vvn leiden­schaftlicher Stimmung sreihc-.lten'ce Trskussion ausarten müssen, sind umtolig und von liebel. Durch die Vernehmungen ist ein Einblick in die Denkungsart und die Willensbildung der entscheidenden Perjöulick>keiten erreickft. Dafür hat das Auftreten der als Zeugen vernom­menen Leiter unserer Geschicke schon heute eine so wesentliche Klarheit gebracht, daß des­halb eine Fortsetzung der bteherigenVer­handlungen nicht erforderlich ist.

Der Landesverband Hessen der Deutschen Volkspartei hat an den Abg. Slaatsminister Dr. Heinze, Vorsitzender der Fraktion der Deutschen Voltspartei in der Nationalver­sammlung, folgendes Telegramm gesandt:

Das Höchstmaß nationaler Würdelosigkeit,ist erreicht. Ein llntersuchungsausschiß, in dem Hin­denburg und Ludcndorfs als Angeklagte, ein Vater­landsverräter als Richter und deutsche Volksver­treter, Reichsminister und frühere Botschafter als Verteidiger des amerikanischen Präsidenten und Anlläger der eigenen Führer auftreten, ist das Schlußglied in dem Ablauf des ersten Jahres der deutsckwn Republik. Es bedarf keiner Sttaßen- kundgebungen, um den in alt'n Volksschichten noch lebendigen Rest vaterländischen Ehrgefühls solchen Erlebnissen zu wecken. Porlament wid Reichsregiermig sollten bi freiem Augenblick nur die Rettung des deutschen Voltes vor den neu angedrohten Vernichtmigsschlägcn der Feinde be­denken. Für den Staatsgerrchtshos Eomnit die Zeit, dann aber auch M .die heutigen ^Richter' der Tag des Gerichts. Wir bitten fre Fraktion, aller Kraft für die Afrvehr der femdlich^u Erdrosse- litng, die Mlehmnig der neuen Forderungen der Entente und fre Bewahrung des deutschen Volkes vor der Schändung unseres vaterländischen Mi­schens einzutreten."

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Ans dem besetzten Gebiet.

Verlängerung brr Vcrkchr^inschrLnkmrtz im besetzten Gtbiet.

Mainz, 23. Nov. (WTB.) Die inter­alliierte Feldeisenbahnkommission hat anae- ordnet, die für die Zeit vom 12. bis 21. November durchgeführte Einstellung des Schnellzugs- und^Personenverkehrs im besetz­ten Gebiete bis einschließlich 30. November beizubehalren ist.

Aus dem Reiche.

Judenfeiiidlicht Kundgebung n in München.

München, 23. Nov. (WTB.) Vor der Feldherrenhalle kam es heute mittag zu judenfeindlichen Kundgebungen einer größeren Menge, die hauptsächlich aus Studenten bestand. Miiilär säuberte den Platz. Es ereigneten sich keine Zwijchensälle.

Metzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

SwiMngrrundbruck ru Verlag: Vrühl'fche Univ,. Such- n. Steinbruderei R. Lange. Schrtftleitung, Sefchästrstelle u. Druckerei: Schu!str.7.

Deutsche Nationalversammlung.

Berlin, 22. Nov.

Präsident Fehreubach eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 20 Min.

Abg Nacken (Ztr.) wird zum Schriftführer an Stelle des Abg. Dr. Bolz gewählt

Auf der Tagesordnung steht die zweite Be­ratung bte Entwurf einer Reichsabgabenor^mmg.

Uebcr die 1 bis 7 wird eine allgemein« Aussprache eröffnet

Abg Schneider -Franken (3tr.) berichte über die Verhandlungen des 11. Ausschusses.

Abg Po hl mann (Dem.): Tas Reich hat den Krieg geführt, also muß auch das Reich für die Schuldenlast aufkommen, die aus diesem