Ausgabe 
24.6.1919
 
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halb die Strecke ohne Halt durchfahrenden zutreten, kehrten wieder ^hre Penfwnm und aimen bie ftd) bei der Durck fahrt durch das Hotels zuruck. Auch viele Kurgaste dre nut der besetzte Gctze7zuungehörig?,!Lärden den Bahn bereits unterwegs waren, send wieder etn- canzösischen Soldaten gegenüber hrnretßen " Butzbach, 22. Juni. Deute fand hier der

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Juni. Tie ^bn sehr lech ' Erwarckmg und n- '\woton$

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leichter, das Wasserzeichen fehlt, die Unteo- schriften sind unscharf und daher fast un­leserlich und sind vom 20. Oktober 1918 da­tiert. Die Geschädigten lverden ersucht, sich bei der Kriminalpolizei zu melden. In der vev-

das Gepäck wieder zurück nach den Quartieren und Geschäftszimmern zu schassen. Die zahlreichen Kur gäste, die am Bahnhof lagerten, um mit den Nach mittags- und Abendzügen noch die Abreise an

lassen. Der Feind hat damit gedroht, im Wiederholungsfall die endgültige Ein­te l l u n g des direkten Zugverkehrs Darm­stadt-Frankfurt a. M. anzuvrdnen. Die Eisenbahnbehörde hat bislang alles getan.

flossenen -Nacht wurden in der Garnison­schlächterei durch Einbruch 60 Kilo Butter gestohlen, und am 23. d. M. in einem Lause der Frankfurter Straße 1 Brillantring im Werte von 2000 Mk. entwendet.

** Reisebrotmarken. Der Um­tausch der bisherigen Reichsreisebcotmarken gegen die neuen Marken wird nicht mehr vov- genommen. Auf die bisherigen Reisebrotmar- keu kann bis einschl. 30. d. M. Brot und Mehl

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darüber ein Ende machen wird, was man mit den Schiffen hätte machen sollen. DerNieuwe Rotterdamsche Courant" meldet, daß man in Eng­land im allgemeinen die deutsche Tat günstig beurteilt. Der englischen Regierung wird jedoch der Vorwurf gemacht, daß sie die deutschen Mann­schaften an Bord der Schiffe belassen habe, doch sei von dem Obersten Marinerat so bestimmt worden.

tigkeit.

** Freibank. Mittiooch, 25. Juni, von 14 Uhr nachm. die Nrn. 3301o

Aus dem Reiche.

Ledebour freigesprochen.

Berlin, 23. Juni. (Wolff.) Die Ge­schworenen verneinten im Prozeß Lede- b 0 u r sämtlick>e Schuldfragen. Der Ange­klagte Ledebour wurde unter lauten Bei­fallskundgebungen im Zuhöcerraum frei ge- sprechen.

LebenSmittelplüudemngen.

Berlin, 23. Juni. (WTB.) Aus Ent­rüstung über die hohen Lebens mittel- preise, besonders über die Preise für K i r- schen und Erdbeeren, zogen heule mittag, etwa 500 Personen beiderlei Geschlechts durch die Invaliden- und Brunnenstraße und plünderten dort vor allem Lebensmittel­und Zigarrenläden. Etwa eine halbe Stunde später drangen die Plünderer in den Wochenmarkt ein, dec aus dem Grundstück Müllerstpaße 43 abgehalten wurde, und raub­ten dort die auf den Schrägen ausgelcgtenj Waren. °Jm Laufe des Nachmittags, in der vierten Stunde, kam es zu schweren Ausschrei­tungen in der Markthalle, Jnvalidenstraße Ecke Ackerstraße. In allen Fällen wurden Ro- gierungstruppen herangezogen, die die Ruhe wiederherstellten.

vor dem Gebäude des Gießener Anzeigers. Hunderte von Menschen fanden sich zu diskut ierenden Gruppen zusammen und erwarteten den Aushang der neuesten De­peschen. Man fand sich mit wehen Gefühlen an die ersten Tage des August 1914 erinnert. Erst die Nachricht der bedingungslosen An­nahme, die kurz vor 7 Uhr mitgeteilt wer­den konnte, löste die allgemeine Spannung. Der drückendsten Sorge enthoben, aber den­noch schweren und kummervollen Herzens, traten die Wartenden den Heimweg an.

* Achtung. Verausgabung fa l-

liefert.

** Tie Empfänger von M i l i t ä r v e r- orgungsgebührnissen werden nochmals darauf hingewiesen, daß die Auszahlung ihrer Bezüge für diesen Monat seit 23. Juni beim Postamt erfolgt.

** Zugverkehr Darmstadt Frankfurt. Das Eisenbahnveckehrsamt

Die Antwort de» Reichsprüfidenten.

Weimar, 23. Juni. (WolffJ Reichspräsi­dent Ebert richtetckoni den Grafen Drvckdvrff- Rantzau folgendes Schreiben:

Sehr verehrter Graf Vrockdor ff - Rantzau!

Ihr Schreiben vom 20. ds., iwrirt Sie Ihrer Bitte um Enthebung von der Leitung des '2Lu§-

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toärtigen Amtes nochmals Ausdruck verleihen, habe ich erhalten. Nachdem inzwischen die Temission des ^samten Kabinetts erfolgt ist, wird Ihr An­trag seine Erledigung gesunden haben. Ich möchte jedoch nicht die Gelegenheit vorüber geh?n lassen. Ihnen für die Leitung der auswärtigen Ange­legenheiden während der verflossenen, so überaus schwierigen Zeit meinen tiefgefühltesten Dank auszusprechen. Die Führung des,Ressorts deS Ausivärtigen in einem großen Staat ist immer ehre Wvierige Aufgabe In dieser Zeit, wo es nach dem Umschwünge äll-er Dinge im Innern galt, daS Reich durch die Brandung des Krieges in neueS "Fahnvasser frieblidyer und stetiger Verhält­nisse zu steuern, war diese Ausgabe doppelt schwer. Dazu kam die unendlich schwere Ausgabe des Friedensschlusses. Sie haben es verstan­den, durch alle diese Fährnisse mit großem Geschick und fester Entschlvffenlyeit in geradem Weg zu gehen. Taß Sie trotzdenr nicht zum Ziele gelangt ~ '>aben.

Spannung hervor, die zuletzt vielfach zur übereilten Abreise führte. In einem größeren Hotel sind von gestern zu 'beute allein 65 Kurgäste ab­gereist. Auch wehrpflichtige Bab-Naulyeimer hatten die Stadt bereits verlassen. An den polizeilichen Abmeldestellen herrschte ein großer Andrang, -rie Spannung löste sich, als heute nachmittag bekannt wurde, daß der Friedensvertrag mit Bestimmtheit unterzeichnet würde. Die- Parlsrraße zeigte ein Leben und einen Verkehr, wie sie ihn seit den Äugusttagen 1914 nicht mehr gesehen. Das Mili­tär, das am Bahnhof schon oerlabc bereit war, erhielt Befehl, wieder hier zu verbleiben. Wager, und Autos waren ununterbrochen unterwegs, utr

Raub der Flammen."

Kreis Friedberg.

4 Bad-Nauheim, 23. Juni. Unsere Badestadt hatte gestern und heute aufregende Tage zu durchleben. Die Ungewißlyeit über die Unter­zeichnung deS Friedensverttages, wozu noch die Tatsache kam, daß daS Generalkommando und an­dere militärische Dienststellen packten und marsch­bereit waren, riefen unter zahlreichen Kurgästen

senkung der Schlachtschiffe übernehme, und zwar auf Grund des vom früheren deut­sch e n K a i se c im Jahre 1914 gegebenen- fthls, daß die Schiffe niemals in Fein­de s h a n d fallen dürften.

Haag, 23. Juni, lieber die Versenkung der deutschen Flotte berichtet derDaily Chronicle": Acht Torpedobooten gelang es, aus den Strand aufzulausen. Drei ftreuser blieben nahezu un­beschädigt. Die N or thc lisfe-Presse ist höchst aufgebracht über die Versenkung und schätzt den Wert der versenkten Schisse aus 60 Millionen Pfund Sterling. DieTime s" spricht von einem verräterischen Streich. Der Admiral und seine Offiziere müßten wegen dieser verräterischen un- seemännischen Handlung zur Verantwortung ge­zogen werden. Die Deutschen müßten vollen Scha­denersatz leisten.Daily Mail" nennt die Ver­senkung eine feine Tat.M 0 r n in g P 0 st" und die übrigen konservativen Blätter äußern sich im gleichen Sinne.Daily Chronicle" spricht von einem Kriegs verbreck-en. Der Marinemit­arbeiter des Blattes schreibt jedoch, daß die Der-,--------------------

senkung bei der britischen Flotte heimlich Be-'von den Backern bezogen werden. Rach deutz

Bezirkstag des Hassia-Bezicls ButzbachBad-Nau­heim statt, der zahlreich besucht war. Die ^agc3- ordnung für die demnächst in Darmstadt statt- indende Hauptversammlung wurde entgehend bc- prochen. Auch wurde sich eingehend verbreitet über die zukünftige Ausgestaltung des Hasswi Verbandeö und seine ferneren Au-gaben.

O Friedberg, 23. Juni. Eine recht zahl­reiche Trauergemeinde, darunter der Veteranen- und Militärverein Friedbera, erwies e dem weit über die Stadt hinaus bekannten Lohnkutsgnr Ernst H ahnst ein, der nahezu 50 Jahre lang manchen Fahrgast zu traurigen und freudigen Anlässen gefahren, gestern die letzte Ehre. Der Verstorbene war Feldzugsteilnehmer im Feldzug 1870/71. Das Ständige Theater im Saal- bau (verbunden mit dem Kurhaus-Theater Bad Homburg v. d. H.) errang gestern abend mit einem Bunten Abend" bei zahlrriclyem Besuch wieder einen vollen Erfolg. Besonders das Lustspiel von Ludwig ThomaLottchens Geburtstag" erntet»

Vie Uommunalwahlen.

** Burkhardsfelden, 22. Juni. So«^ tag, 29. Juni, findet in Burkhardsfelden die Ali - germeisterwahl statt. Der langjährige Bürgt- meister Hofmann, welcher durch die Äricg&rei 1» nisse hart in Mitleidenschaft gezogen wurde, cr bereits Ende 1918 sein Amt nieder gelegt. 111 treu dem Pflichtbewußtsrin sein Amt zum vestw Wohle der Gemeinde verwaltet. Leider mtt&l® die Bürger nach einem geeigneten Kandidaten UL« schau halten. Nach langem Verhandeln von Law» wirten und Arbeitern hat sick Ludwig Schmitt tu.,! Konsumdirektor, bereit erboten, die Bürgermeiu» Wahl anzunehmen. Bei feiner Beliebtheit ist

hfri« 8e,ier piff?1;

Das Lied

chinengewchrabteilungen und lange Vagagezuz« in Rödelheim ein, das bis an die Nidda be,cst b83 0| wurde. Mit dem Glockenschlag 7 Uhr begann btt Vormarsch aus Frankfurt. Heber die Nödclchimn Landsttaße bewegten sich an der Spitze der r<* satzungstnlppen lange Kolonnen Panzerautri, Tanks und Automvbilzüge, denen Jufattteite forgü. Am Eingang zum Stadtteil Bockenheim erhielt^ die Franzosen die Meldung, daß Foch den Rüu- marsch befohlen habe. Tie Truppen zogen darack nördlich über Hausen ins besetzte Gebiet zunU- Um 8 Uhr verließen die Franzosen unter, sast^ schüssen und Musik Rödelheim und damit die ne«-' träte Zone Vorher jedoch hatte französische fanterie den großen Weinkeller des ParkrelwuranS gründlich ausgeplündert und zogen ohne Bezahl» S von hinnen. Aus dem besetzten Gebiet her al« dröhnen heute abend die Freudenschüsscvcr F r a n z v s en nach Frankfurt hinein.

tarken Beifall.

Starkenburg und Rheinhessen.

rm. Darmstadt, 21. Juni. Eine außer- ordentliche Stadtverordneten sitz ung, zu­gleich die konstituierende nach der Neuwahl, hatte der Oberbürgermeister Dr. Glässing für Sams^' alnmd V-7 Uhr in den Rathaussaal ciiiberufen, der entsprechend der vermehrten Mitgliederzahl von 48 auf 60 mit vermehrten Sitzen ausgeftatttt war. Die bisher nicht ganz streng burchnesülsttc Sonderung der Polltischen Parteien wurde jetzt vorgenommen. In seiner Anspraclye führt der Vor­sitzende ans, daß er bei der Ung.-wißheit ver be­vorstehenden Entscheidmrg es für seine Pflicht ge­halten habe, die Kvnstttuierung der Stadtvewrd- netenversammlung fdyon jetzt vorzunehmen, um vor allem die Wahlen für die einzelnen durch- zuführen, damit diese arbeiten können. Ter dann erfolgende Vorschlag des Stadw. Tr. Nöllnet, die verschiedenen Ausschlüsse, wie üblich, nach Parteigruppen zu Düben unb die Ausschüsse au 15 Mitglieder zu verstärken, findet Annahme. Dar­nach kommen in die verschiedenen Ausschüsse it vier Mitglieder der Deutschen Bolkspartei intb der Sozialdemokraten, je drei der Demokraten uiw der neuen Arbeitsgemeinschaft (Zentrum, Gewerbe­treibende in® Hess. Volkspartei und ein U.'S. s Nach der Wahl regt Stadw. Oberlehrer Lösch btt sofortige Regelung der Teuerungszulage für Be- amte, Lehrer, Schutzleute usw. an, was zu erntt lebhaften Aussprache führt, da die städt. Finan;- verwaltung eilte Teuerungszulage von 1800 rück­wirkend bis 1. ?lpril zu gebilligt bat, während di Beamten, Lehrer usw. 2000 rückwirkend bis 1.3a* nuar fordern. Schließlich wird bie Zulage n>4 den Vorschlägen der Verwaltung vorbehaltlick) terer Regelung,, auch die Vorauszahlung an m Arbeiter und Arbeitslosen, angenommen.

Hcsscn-Nassau.

Darmstadt teilt mit: Trotz aller Warnungen befinden si<L doch noch unbesonnene Elemente in den auf oer Strecke DarmstadtFrankfurt a. M. über Langen verkehrenden, für den allgemeinen Verkehr zugelassenen und des-

Txr Rückzug der Franzosen. _ Frankfurt a. M., 23. Juni. T.- .

hat heute qualvolle Stunden der Erwartung wtD . _,VVW1KK der Not durchlebt. Um 5 Uhr rückten starke W* ir mn fr zöstsckte Radfahrer Patrouillen in den Vorort Rod!» M. Ter ^r--- Sim ein und machten in verschiedenen Strayn l

uartier für große Truppenmassen bereit, w valleriepatrouillen besetzte:! den Vorort Praunhem, proklamierten kster den Kriegszustand, befahlen die n Sckstießung aller Fenster und die Entfernung ml(t : Zivilpersonen von den Straßen. Um 6,30 Ur hörnten bann von allen Straßen aus dem V<» etzten Gebiet endlose Jnfanteriemassen, Tankt.»» chwader, Panzerautokolonnen, Sanitäts- und

Fichten- und Kiesernstämmen ganj beträchtlich: er beträgt Tausende ooy Mark. Wie der Wald­brand entstand, ist unaufgeklärt. Es ist nicht aus­geschlossen, daß Fahrlässigkeil die Ursache ist.

-m. Hungen, 24. Juni. Die hier garni- sonierende Eskadron des 24. Dragoner-Regts., bie uns gestern nachmittag verlassen hatte, ist heute früh wieder hier ringetrofien. Sie war mittels Transportzuges in der Richtung Fulda bis Saasen .gekommen, von wo sie nach Unterzeichnung der Friedensbebingnngen die Rückreise antreten konnte, Ium das alte Standquartier wieder zu beziehen.

x Wieseck, 23. Juni. Aus englischer Gefangenschaft zurückgekehrt sind Unterosft- zier Karl Kling und Musketier Friedrich v 0 f m a n n. -

x Wieseck, 23. Juni. Tas Großfeuer der letzten Wockie soll uns erinnern an ein noch schwereres Brandunglück, das vor mm über 200 Jahren unsere Gemeinde betroffen. Die Orts- chr 0n i k schreibt davon:Amw 1718, am 31. Ja­nuar, wütete eine große Feuersbrunst dahier, bei der der größte Teil des Dorfes niederbrannte und 5 Personen ihren Dod fanden, 3 nämlich Johann Melchior Kreiling, seine Fran Anna Dorothea und seine Tochter Anna Katharina durch bie Glut und 2, nämlich Anna Christine, Henrich Bien's Witwe und Anna Katharina, Georg Eckhard's Witwe, durch den Frost. Auch das Pfarrh^ius mit Dokumenten (außer Kicchenobligalionen und Kastenrechnungen), Scheuer und .Stall wurden ein

sind, das Sie sich für unser Vaterland gesteckt bi liegt an der Macht der Verhälttnsse, die st sind als Sie, als wir alle. Säe dürfen aber beim Scheiden aus Ihrem Amte die Gewißheit mit­nehmen. in schwerster Zeit das Beste für unser unglückliches Vaterland eingesetzt zu haben.

Ich blicke gern auf die Zeit vertrauensvollen Zusammenarbeitens mit Ihnen zurück und wünsche Ihnen, hochverelirter Herr Graf, für Ihre Zukunft das Beste, vor allem, daß Sie und wir alle, ein

An» StaH nnd Land.

Gießen, den 24. Juni 1919.

** Amtliche Personalnachrich­ten. Ehristtan Bardonner von Drei­eichenhain wurde zum Schreibgehilfen er­nannt. Erledigt ist eine mit einem evan­gelischen Lehrer zu besetzende Schulstelle zu Nieder-Ramstadt, Kc. Darmstadt, und die Stelle des technischen Revisors bei dem Landesamt für Wetter- und Ge­wässerkunde.

** Franz v. Liszt f. Der berühmte Berliner Straf- und Völkerrechtslehrer Pro­fessor Dr. Franz v. Liszt ist am Samstag abend in See heim a. d. B., wo er seit Jahren seinen Sommeraufenthalt hatte, im 69. Lebensjahre gestorben. Mit ihm verliert die Rechtswissenschaft einen ihrer hervor- raaendsten Vertreter, einen Mann von Welt­ruf der für die Fortbildung des deutschen Rechts wie für die Neugestaltung des inter­nationalen Rechts im Geiste der Humani­tät und der Völkerverbindung seine ganze Kraft und sein großes Wissen eingesetzt hat. 1879 bis 1882 gehörte v. Liszt als Professor der Universität Gießen an.

♦♦ Bange Stunden durchlebte ge­stern die Gießener Bevölkerung. Die Sorge, wird unterzeichnet, oder wird Gießen be­setzt, schlich sich an jeden Menschen heran, und Hoffen und Fürchten hielt sich lange Zeit die Wagschale. Mochte man noch so em­pört sein über die Art, wie der Feind uns zwang, uns selbst das Messer an die Kehle zu setzen, Gießen wäre als eine der ersten Städte dem Feinde preisgegeben worden. Das bedrückte die Gemüter anders, als es in Mitteldeutschland der Fall gewesen sein mag. Viele Wehrpflichtige warteten das Ergebnis nicht ab und begaben sich in größere Sicher­heit, darunter auch viele Studenten. Die Wartesäle des Bahnhofs waren gestern abend noch überfüllt. Unter anderen befand sich auch dort die Kapelle eines Freikorps, die im Wartesaal 2. Klasse um einen Tisch herum saß und konzertierte. Die Truppen der west­lich gelegenen Garnisonen waren bereits in der Nacht auf Montag ostwärts gerollt. Gestern nachinittag rückte auch die hiesige Reichswehr ab, was nicht wenig zur all­gemeinen Erregung beitrug. Sie kehrte abends gegen 10 Uhr mit klingendem Spiel wieder in die Kaserne zurück. Das regste Treiben entwickelte sich in der Schulstratze

um solche Ungehörigkeiten zu vermeiden, es muß aber auch an das Publikum, wie schon vor Wochen, die Bitte gerichtet werden, solche unbesonnenen Elemente von ihrem Vorhaben abzuhalten. Wenn sich noch weiter diese Un­gehörigkeiten ereignen, sieht sich die Eisen- bahnl-ehörde gezwungen, die Fenster- che i b e n u n d u r ch s i ch t i g zu machen.

** In den Schlvarz-Weiß-Licht- pielen, Seltersweg 81, tritt ab heute bis Freitag den 27. Ium Almin Neuß in seinem neuesten Film merkTas Lied der Mutter", ein tragischer Roman in 4 Akten, auf. Als Beipro­gramm kommt das LustspielPension Lambel" zur Aufführung.

Landkreis Gießen.

H. Lang-Göns, 23. Juni. Seit fast einem halben Jahre finden fast allsonntäglich Tanz- belustigungen statt. Es muß dies ein beson­ders lohnendes Geschäft sein. Es bilden sich soge­nannte Burschenschaften, diese- veranstalten ein kTanzvergnüMi unb erheben pro Teilnehmer 2 bis i3 Mk. evtl. 1 Mk. Eintritt unb erzielen nach Be­streitung der Unkosten 2300 Mk. Verbienst Gestern war Schlußball eines Tanzunterrick)ts- kursus, welcher sich auch zu einem öffentlichen Tanz­vergnügen unter Beteiligung der gesamten Dorf- htgenb gestaltete, ber dem Unternehmer sicher einen schönen Gewinn gebracht hat. Ob dies in un­serer Zeit nicht bes Guten zu viel ist.

H. Lang-Göns, 23. Juni. Gestern fanb in Bad-Nauheim bie BezirkSvortur- nerftunbe des 5. Bezirks des Gaues Hessen statt, in welcher die Hebungen für das im Septem­ber in Gießen stattfindende Ganturnen dnrch- geturnt wurden. Gleichzeitig wurde bestimmt, daß das Bezirkswetturnen in Lang-Göns stattfinden soll. Mit diesem ist ein Bezirkswettirrnen der Schüler verbunden.

O Lich, 23. Juni. Der hiesige Krieger­ve re in 'hielt am Samstag abend imHollän­dischen Hof" seine erste Generalversammlung nach dem Kriege ab. Rechenschafts- und Geschäftsbe­richt ergaben, daß der Verein auch während des Krieges im Stillen eine segensreiche Tätigkeit ent­falten konnte. Ter Verein beschloß, weiter zu bcitel>en und sich in seiner Arbeit den Verhält­nissen unb den Aufgaben der neuen Zeit <mzn passen. Der auf dem Felde der Ehre gebliebene und der noch in Gefangensck^aft schmachtenden Mit­glieder, worunter sich auch der Prastdent L. Häuser befindet, wurde in herzlichster Weise gedacht.

O Lich, 22. Juni. Gegen 1 Uhr mittags entstand 'heute im oberen Wettergrund ein gro­ßer Wa ld brand zwischen derSchsvorzen Kuh" unb dem Großhäuser Berg im ehemaligen N-othschen Privatwalde, der zuletzt der hiesigen Herrschaft gehörte und durch bie Feldbereimgung ber Stadt zugeteilt wurde. Ta die Walbfläche im Winter abgetrieben unb das Holz noch nicht abgefahren worden ist, fanden die Flammen reich­lich Nahrung und verbreiteten sich rasch über die mehrere Morgen große giädre, die mit Fichten­langholz inib trockenem Fichtenreisig dicht belegt war. Forstleute und Arbeiter, die rasch zur Stelle waren, täten bas erste, um das Feuer auf seinen Herb zu beschränken: gegen 2 Uhr rückte auch noch die Sicher Feuerwehr heran, die einen Graben um die Brands! äche legte und so verhütete, daß das Feuer auf das im benachbarten Schlag noch in großen Mengen sitzende Scheit- und Wellen- holz Übergriff. Auch eine Reihe der Langholz­stämme, bie auf der Feuerstelle lagen, konnten noch gerettet 'werben. Trotzdem ist der Schaden an den als Bau- und Werkhalz bereits verkauften

nehmen, baß er gewählt wirb. , , .,

h. Echzell, 23. Juni. Die gestern abqeh^ teneBürgermeisterwahl gestaltete um ut^'j aus rege unb zeitigte ein ganz überraschen« Resultat. Der ausgestellte Sianbibat Landwirt JiciJ erhielt trotz großer Anstrengung und Pgj nur wenige Stimmen, während der in aller 'Ot'» ausgestellte Hch. Fr. Schultl-eis, Landwirt, zwei Drittel Stimmenmehrheit gewählt wur.^ n. Beuern, 22. Juni. Bel der heutig^ Bürgermeisterwahl erhielt der btc'jCT _____ _____________Bürgermeister Heinr. Emil W a Uher 459 sw,

Kob'mi mit« Einheimischen eine nervöse«men. Ter Gegenkandidat Phiipp 's>0

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scher Fünfzigmarkscheine. In der verflossenen Wockw sind in hiesigen Geschäften falsche Fünfzigmarkscheine verausgabt wor­den. Die Hauptmerkmale sind: das Papier ist

baldiges Wiedererstehen mrseres Vaterlandes aus dem Elend der Gegenwart erleben möchten..

In Dankbarkeit und ausgezeichneter Hochischät- 3ung Ihr ergebenster (gez.) Ebert.

Line Note ber Gegner über bie Wider­sprüche im ßriebenrvertrag.

Versailles, 23. Juni. (Wolff.) Ter Bvr- sitzende der Friedenskonferenz, Giemen ceau, bezeichnete gestern abend m der Note an den Ge- fanbten v. Hamel, die der deutschen FriedensdelS- gatiou am 19. Juni übergebenen 200 Exemplare als den authentifchen Text der endgültigen Frie- densbedmgungen. Auf die deutsche Note vom 20. Juni bett essend Abweichungen zwischen dem Text des Vertrages unb der Denkschrift vom 19. Juni, teilte beute Clemeneeau die Ansicht der alliierten und assoziierten Regierungen über diese verschiedenen Punkte .in einer langen Note mit 12 Punkten mit. In Punkt 2 wird zu- pegeben, daß Frankreid) die Schulden Elsaß-Lo- thringens unb seiner öffentlichen (rinridytungen vor dem 1. September 1914 übernimmt. Laut Punkt 6 halten die alliierten und assoziierten Mächte alle deutschen Eisenbalmen und Bergwerke in Schan- tung für öffentlichen Besitz. Wenn jebody Deutsch­land den Nadyrveis erbringt, welche Jnteressenteile seine Staatsangehörigen hieran besitzen, tocrbeit diese nach den allgemeinen Grundsätzen für deut­sches Eigentum im Auslände behandelt. Laut IPinckt 7 soll innerhalb eines Monats nady Jmkraft- treten des Vertrages der deutschen Regierung die Liste der Personen zugestellt werden, die Deutschland den allierten und asso­ziierten Mächten ausliefern soll. Nach Punkt 8 wollen bie alliierten icnb asso­ziierten Mächte derCommission des Repa- rationd" nickst die Machtbefugnis erteilen, die Preisgabe von Fabrikgeheimnissen ober anderen vertraulichen Ausllcnften zu verlangen, oder voll- ziebende Gewalt auf deutschem Gebiete und Ein­mischung in bie Leitung ober Uebertoadyung ber deutschen S chuleinridstungen zu bcanfbrud)ens Punkt 10 bindet bie Erleichterungen für den Bezug von Lebensrnitteln unb Rohstoffen für Deutschland an gewisse Bedingungen, dienichtvorher angegeben werben können und unter dem Vorbehalt der Notwendigkeit, daß die für die Alli­ierten aus dem deutsdyen Angriff und dem Kriege hervor gehende besondere hnrtfdjaftlidjE Lage zu bv-> rückfichligen sei. Es sei «also nicht versprochen, vom Inhalte des.Vertrages abzugehen, sondern, soweit es möglich sein wirb, bie Wiederaufnahme des wirtschaftlicher Lebens in Deutschland zu er­leichtern. Nady Punkt 12 wollen bie alliierten und assoziierten Staaten Auskünfte und Beweise ent» gröennebmen bezüglich interessierter ober betrüge­rischer Manöver, bie sich die mit der Liquidierung des beutfdyen Eigentums betrauten Personen zu Schulden kommen lassen und gegen diese Personen strafrechtlich gemäß ilyrer eigenen Gesetzgebung vor­gehen. Im übrigen werden bie von ber deutschen Regierung dargelegten Widersprückye nicht anerkannt. Diejenigen Punkte, bie bie alli­ierten unb assoziierten Mächte als Verpslichtung für sich anerkennen, werden in dem Prvtokvll zum Vertrage anfgesührt, nämlidy betreffend erstens die Kommission ber alliierten und assoziierten Mächte, die die. Zerstörung ber Befestigungen Helgolands in Gemäßheit des Vertrages zu überwachen und zu eutscheiben bat, wclckyer Teil der Küste die gegen die Erosionen ber See schützenden Arbeiten ent­halten unb meldjer Teil zerstört werden soll, zwei­tens bie Anredynnng der Eisenbahn- und Berg­werkswerte auf die Wiedergntmackyungen, drittensl die Zustellung ber Liste der Persoicen, die Deutsch­land ausliesern nmß.

Zur Versenkung Ser deutschen flotte.

A m st erd a m, 22. Juni. (Wolff.) Das Neuter-Bureau meldet aus London: Es ver­lautet, daß der Konteradmiral v. Reuter die v 0 l l e V e r a n t w 0 r t u n g für die Ver-

wunderung Hervorrufen totrb. Wenn unsere 130. Juni 1919 verlieren die Marken ihre GÜL- brittscheu Offiziere in eine ähnliche Lage hätten1 ti^n- kommen können, würden sie ebenso gehandelt haben.Daily News" sagt, baß ber Selbstmorb ber deutschen Flotte dem Streit

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