Ausgabe 
22.8.1919
 
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Die Emzelergtbnisse:

D. D. D.R.

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Stimmen

30 | 2, Karl Keller, Oberbittsermvister in Gieß».!

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Sozialdemokraten

U. S. P.

Demokraten

Deutsche Volkspartei

Ungültig

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Dem.

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303 27

27 58

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iSW.yrtotw »tio:

Deutschnationale Dollspa rtel.

Wilhelm Fenchel, Landwirt in £>bt»

Sitze 14

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9 48 89 35

1 lk.Büdiip Ahl erhielten t Ml, Soziald.' Iihe Bolkspartei

Unabhängige sozialdemokratische Partei.

1. Georg.Beckmann, Krcmkcnkassenkontrolleul in Gießen. .

2. Johann Karl Benner, Güterbodenarbertck in Wi'eseck. . ,,

3. Willi Schilling. Installateur ut Lollar.

4. Ludwig Schmidt HL, Taglohn« tf

Albach.....

Allendorf a. d.Lahn Allendorf a. d. Lda. Allertshausen . . Alten-Buseck . . Annerod .... Bellersheim. . . Beltershain . . . Bersrod mit

Winnerod. . . Bettenhausen . . Beuern .... Birklar .... Burkardsselden . Climbach .... Daubringen. . . Dors-Güll . . . Eberstadt mit

Arnsburg. . . Ettingshausen . . Garbenteich . . . Geilshausen. . . Gießen .... Göbelnrod . . . Großen-Buseck. . Grotzen-Linden. . Grünberg . . . Grüningen . . . Harbach .... Hattenrod . . . Hausen .... Heuchelheim. . . Holzheim.... Hungen .... Inheiden.... Hesselbach . . . Klein-Linden . . Langd .... Lang-Göns . . . Langsdorf . . . Lauter .... Leihgestern . . . Lich mit Hof Albach Lindenstruth . . Lollar.....

Londorf .... Lumda .... Mainzlar . . . Münster .... Muschenheim mit

Hof-Güll . . Rieder-Bessingen . Ronnenroth. . . Obbornhofen . . Ober-Dessingen. . Ober-Hörgern . . Odenhausen mit

Appenborn . Oppenrod . . . Queckborn . . . Rabertshausen mit

Ringelshausen Reinhardshain. . Reiskirchen . . . Rodheim mit Hof

Graß . . . Rödgen .... Röthges . . . Rüddingshausen . Ruttershausen mit

Kirchberg . . . Saasen m.Bollnbach,

Beitsberg und

Wirberg . . . Stangenrod . . . Staufenberg mit

Friedelhausen . Steinbach . . . Steinheim . . . Stockhausen. . . Trais-Horloff . . Treis a. d. Lda. . Trohe . . . . Utphe m. Feldheim Dillingen.... Watzenborn mit

Steinberg . . Weickartshain . . Weitershain . . Wieseck . . . .

Die Ureittagswahlen.

Amtliches Ergebnis im Areife «Ziehen.

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Mokraten j

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Heuchelheim.

Deutsche demokratische Partei.

1. Jakob Becker, Landwirt und Küfermeisterü Kesselbach.

Wut &

Toten tu v deute ist b( Klo y, die un Werften Berlu di den Blick z Ä was dollbra herzlichen G, M So entstai Ate enchalten die beson Mm Offizi Mn unter uns tr des Reginik N >m Herzen l-rismz" hat Wen gegeben, r KE stolzer Er 8it Major Steps W besinnen, mii

Lffizierkors pMrt worden s W 'm Bürgen MscheGefl

Bande der; kMunden: S Gedränge"

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PtNNN Agkgebene^ tige

i»t, die Centime LitschnatioE wofrotcn mit 2 rit 13,98 W. Me Berschmn i(n haben saft t w Wahlen zur Nsairnillung zu t gM die (iA hatischen M K saustelen, da ein Drittel der ü D erreicht habei hrilich ihrm Stc m'ammlimg uoc aber in Miei fang ist Was bi ^cnokratm anlai Ifa Demokrat «lizuM'-cn hattei -kl du Stimmen, fatnmer hatten, « MÜber den S Milten. Die ! -Mithin nahezu ;ihem gewonnen Ä Stabten geha auf ban Lande i

Steinberg. . _

Paul Ho miberger, Rechtsanwalt tn GreM Ludwig Lindenstruth, Lag«hLtt«arbever in Heuck)elheimi.

Otto Weißgerber, Oberlehrer in QhtBm Otto Müller, Unterassistent in Reiskir Heinrich Rudolf, Land- und Gastwirt Trais-Horloff.

Diariaime Hüter geb. Weber tn Gießen.

weiter ausgebaut hätte. Im übrigen l-alte» ich den Versuch, alle Arten von Betriebsräten nach ein und derselben Schablone zu organisieren, für falsch und gefährlich. Falsch ist es auch, daß man die­selben Grundsätze auf Arbeitgeb« und Arbeitneh- m« mit ganz verschiedener Schulung aimxmtet. Auch das Wahlrecht gibt zu Bedenken Anlaß. Die Mitwirkung der Räte bei Einstellungen und Ent­lassungen geht entschieden zu weit. Die Vettern­wirtschaft wird infolge des Gesetzes «st recht be­trieben werden. (Zustimmung.) Die Einflußnahme der Räte auf die technische und finanzielle Sette der Betriebe wird zu ein« Quelle störend« Rei­bungen roerben. Solange wir noch mit den Mttteln der kapitalistisck>en Wirtschaftsordnung arbetten müssen, ist auch die Freiheit des Arbettgeb«s notwendig.

Abg. Winnefeld (D. V.-P.): Durch dieses Gesetz muß jede Wirtschaftsgruppe «faßt w«den. Keine darf sich zurückgeseht fühlen. Ter Redner, der sich im weiteren b-n eri^-kn EirtwurfStestim- ttttrngen zuwendet, hält das Wählbarkettsalt« von 24 Jahren für bedmMch ebenso wie das Mitte stimm ungs^eckst der BettiebSräte bei Ein^elliu'gen und Enllassmrgeir vom Standpunkte der Arbett«-

lobt in dem Amt, das mir diese Volksvertretung anvertvaut hat. Ern Volk, gleich und gleichberech­tigt an Haupt und Gliedern, das soll der heutige Tag vor allen Deutschen bezeugen. Keine neuen willkürlichen, nach Parteigründen zugeschnittenen Rechte haben wir in der Verfassung geschaffen, wir sind vielmehr auss neue vom alten Recht aus­gegangen, das verschüttet lag, vom Rechte, das mit uiv^ geboren, vom Recht, das dem Volke vorenthalten war und nun vom Volke selbst er­rungen und gesichert worden ist. Darum sagen wir mit Ludwig Uhland: Tas gute alte Recht,

wir mit Ludwig Uhland: Tas gute das aller Versälschungen und Erzwungenbcttew entkleidet, ist Allgemeingut und Erbe des Teift- sckren und soll es bleiben für immer. In diesem Sinne und Glauben «neu«e ich vor Euch den SclMur der Treue zum Volk unb zum Volksrecht. Laßt uns zusammenstehen. Rust mit mir zum Gelöbnis einer unlösbaren Gemeinsamkeit, daß es von hier, vom Herzen, Deutschlands, vom Schauplatz vergangener geistiger Taten, hinaus­klinge ins ganze deutsche Vaterland, in Städte und Dörfer, in Fabriken und Werkstätten: Unser geliebtes deutsches Volk, es lebe hoch?

Die Volksmenge stimmttt brausend in den Hochruf ein und Musik spielte Dcrft.chland, Deutsch­land über alles, dessen ersten V«s die Volksmenge mitsang. Unter den Klängen d« Militärkapelle fuhr der Reichspräsident im Auto davon.

Reichspräsidenten.

Tie Ferien für die Ausschüsse erstrecken sich bis zum 23. September. Die Vollversammlung wird am Dienstag den 30. September tn Berlin wieder züsammentreten, vorausgesetzt, daß außer­ordentliche Verhältnisse nicht die Nottoendigkeft ein« fr fiteren Tagung bedingen.

Schluß 1 Uhr. e

Die Vereidigungsfeerlichlelten für den Neil^M'äsidenten.

hatten schon lange vor beginn d« Nachknittags- Sitzuitg eine große Menschttrmenge nach dem Llah vor ban Nationaltheat« gelockt. Kurz nach 4 Uhr rückte mit klingendem Spiel eine Ehrenkompagme LandesjLg« auf den Platz. Knapp vor 5, Uhr er- schien das Auto des Reichspräsidenten. Tre Mustk spielte. Amt Haupteingairge wurde der Rerchspraft- bent durch die Vizcpräs^eitten Dc. Haußmann und Loebe und die Schriftführer Neumann- Hofer und Pfeiff« empfangen. Sie grletteten den Reicköprasitenten zu dem im Borraum des N.itt^- naltheat«s harrenden Präsidenten Fehrenbach. Als ter Reichspräsident das Daus betrat, «tonten raufcfcnte Orgelklänge. D« Sitzungssaal l-atte «n- fadyen ater würdevollen BlumensckMuck «halten. Als ter Reichspräsident das Haus betrat, erhoben sich die versammelten Mitgliever des Reichsrates zur Begrüßung, ebenso die gesamte Nattonalv«- samMlung, die W stark besetzt war. Nur dte Plätzeder Deutsch-Nationalen und der Unabhängigen Sozialisten waren le«

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1880 1714 9069 5417 2938

Als gewählt sind hiernach folgende Herren $n betrachten:

geblieben.

Präsident Fehrenba ch rtchtete an den Reichspräsidenten die folgenden Worte: Herr Prä­sident! Artikel 42 uns«« in frraft getretenen Reichsverfassung ordnet an, daß Sie den Eid auf die Verfassung tzu leisten haben. Ich habe zur Vor­nahme dieser ernsten feierlicten Handlung diese Sitzung auterauiHt. Ich bttte das gesamte Daus, sich von ten Plätzen zu «heben. (Geschieht.) Nach- b<mu die kne Eidesforrnel enthaltende Urkunde dem Reichspräsidenten ütergeten worden war, fuhr Prästdent Fehrenbach tert: Eure Exzeleriz! Ich Litte Sie, ten vorgeschrirbenen Eid zu leisten. D« RcichLprirsident sprach mit markiger Stimme die vorgeschriebene Eidesformel.

Hi«auf richtet Präsident Fehrenbach an den Reichspräirtenden eine Ansprache, in ter er u. a. sagte: Sie sind aus dem Volke terbor» gegangen. Sie iveroen immer ein treuer Freund tes ar bettenden Volkes fein, dem Sie Ih-ve Lebens­arbeit gewidmet haben. Stt w«den auf imm« ein Dort des Vateria-ntes fein, dem Sie nach beiten Kräsien zu dienen gefucht, dem Sie in den, fürcht«- lichen Kriege die ichmerzlichsten Opfer gebracht haben, da von vier Söhnen, die Sie unt« die Fah­nen stellten, zwei nicht mehr zurückgekelM find. Es ist ein dornenvolles Amt, das ix ter schwersten Zeit des 'Vateriantes auf Ihren Schultern gelegt mrb. Aber mit ruhigem G-ivissen können Sie ic-de Schuld und Verantwortung an ter trostlofen Lage des Rnck-es cbtdF-«r. Sie suchten Fortschritt imd Freiheit und soziale Wohltat nur tn ruhig« En "Wickelung zu erveick-en. Ater mit dies« Nicdw- lag-e 'waren die Würfel über Staats form und Dynastie gefallen, ^as sollten auch heute diejeni- (Tn anerfeimen, die an ten alten Einrichtungen i>ängen. Möge es Ihnen, Syrc Präsident, beschie- ten sein, das ganze teiltfdje Volk Mieter zu einen, in vatel^Lndiick.erGesimruna, zurücktzuführen MOrd- nung und Arbeit und die Wege zu Müsen zu lang­samem aber filteren Aufstieg uns«es besiegten

die Verhältnisse deS Betriebes Rücksicht nehmen. Soziales Empsinten auch gerade in dec Auswahl der Personen ut den leitcnocn Stellen wird ver­langt. Auch das erhöht die Leistungen des Be­triebes. Tas Gleick>e gilt filr Kündigungen. Du Arbeiter sollen rechtzeitig davon Kenntnis ertelten. AIS Grünte g.ltm: Rüctgang der Au!tra>.ze, schlechte Zeit, Berveiserung ter Betriebseinrichtung 9air Härten sollen vermieden werden. Eine Anzahl sozialpolit.sch fortgeschrittener Unter nelmter hat seit der Einführung des Riitbeittrnmungs- rechtes der Arbeiter gute Erfahrungen gemacht. Die Besorgnis, die Betriebsräte erhielten das bolle Recht, in alle Dispositionen hinemzureden, ist nach dem Wortlaut des Gesetzes nicht begründet. Sie können aber durch Aufklärung, Ermahnung zur Pflicht und besonters dadurch segensreich wirten, daß sie die Arbeiter veranlassen, sorgsam mit dem anvertrauten Mat«ial umzugel)«i. Auf wzralcin Gebiet werden wir erreichen, daß die Arbeitsord­nung ein Bestandteil des.Zlrteitsverttagcs narb, d. h, daß die Arbeit« an ihrer Ausführrmg ebenso Mitwirken können wie an den Lote- und Arbeits­bedingungen. Gegeii das Gesetz ist tev heute all­gemein angewandte Mittel ter Drohung gebraucht worden. Arbeitgeber und Groß-Hantel wollten bei Annahme des Gesetzes answantem Auf ter anderen Seite besteht noch die Gefahr, daß gerate die tüchtigsten und besten Arbeit« auswand«n werten. Diese Gefahr ist für uns ebenso aroß tote fcie andere. Dem Wunsche ter höheren Beamten und Ungeteilten nach besonderen Betriebsräten kann nicht stattgegeben werten. Ste können keine Gruppe für sich bilden. Ihr Zusammcnarbetten mit den übrigen Angestellten und Arbeitern m den Betriebsräten ist unbedingt notwendig. Auch den Redaktenreii der Tagespresfe und den Angehörigen der darstellenden Künste kami «ne Sonderstellung nicht cingcräumt werden. Im gemeinsamen Ar­beiten iverben die V«tendlimgen zirr V«bess«nng d« nicht immer rosigen Stellung ter Redakteur geführt w«den. Hi« wäre cs getetm, daß auch die geistigen Arbeit« zur besten Waldung ihrer Jnt«essen den Weg ter Organisation betreten. Die zahlreichen und weitgehenteii Betenken gegen das Gesetz würde man am besten im Interesse seines Zweckes znrücktellen. Das Ziel ter Arbeit soN das Gemeinwohl sein. (Beifalls

5fbg. Schneide r-Sackchen (Dem.):, Dem Grundgedanken des Entwurfes haben wir hei ter Verfassung zugestimmt. Der Entwt«si nimmt keine oder nur wenige Rücksichten, auf Die so außerordentlich versästetenen imrtschsftlichen V«hältnisse für Industrie, Hantel, Hand- nxrrf und Landwirtschaft. Dadurch werten bei der praktischen Durchführung bedauertickv Hemmungen entstehen. Ter Gedanke ter Betriebs- täte beruht auf der Itee ter Arteitsgememschatt. Sür die Angestellten bedeut« die Vorlage eine

«schlechleruvg. Zur Vermeidung von Konstttlen muß eine klare Umgrenzung beiter BetriivS- Mmppen, der Arbeit« und ter Angestellten, platz- Krtifen, sowie eine antere Bemessung ihrer Rechte. Die Betriebsräte für den Handel müssen anter§ gestaltet werten als die für Industrie und and) für die Landwirtschaft werden andere Bestimmun­gen zu treffen sein. (Zustimmimg.) Was den Auf- tzabenkreis ter Betriebsräte betrifft, sollte auck) d« Entwicklung einiger Spielraum getanen iver- ten. Denn ein Einspruck)srecht bei Einstellungen könnte leicht zu einer Bedrohung der Freizügigkeit werten. Aach hat dies die Regierung bis vor ganz kurzer Zeit nickst gewähren wollen. Unbedingt «- sorderlich ist miter«seits das Einspruck)srech1 bei Kündigungen. Soll ein Betriebsrat etwas leisten, fo bedarf er einer Erfahrung, die eine lahre- Imige Borbildimg erfordert. Mtt 24 Jahren kann lein Mensch einen tieseren Einblick in die Witt- schastsordnung gewonnen haben. Man kann es ten Arbeitgebern nicht ti«tenfen, wenn sie sich gegen allzuwette Eingriffe in ihren Betrieb wehren, da sie mit ihr« Person und ihrem Vermögen für die Unternehmuiigen hasten. SCber sonst ist die Arbeita^b«sck?aft durchaus bereit, ter Arbeit­nehmerschaft inntgehendste Aufschlüsse üb« Be- trttbsvvrgäuge zu geben und ihr auch em Ein- spruckisreckst zu gewähren. Die Gruppenbildiuig muß weit« ausgebaut werden. Die verschietenen Schichten ter Angestellten im Betrieb, müssen die Möglichkeit haben, in dem Betriebsrat mttzu- sprechcn, was bei dem bisherigen Wahlv«sahr<m nicht möglich ist. Der Gesetzentwurf zeigt in dies« Beziehung eine merkwürdig schlechte Kenntnis ter Struktur unseres Wirtschaftslebens.

Abg. Tr. von Delbrück (Deutsch-Natl.): Das Gesetz ist von ter Regierung wiederholt als ein überaus dringliches bezeichnet worden. Diese Dringlichkeit dürste ater wenig« in sozial-poli­tischen und wirtschafts-politischen, vielmehr in rein politischen Oppertunitätsrücksickten zu suchen sein. Das beweisen die imm« radikal« gewordenen Eitt- toürfe. Die Regierung sollte sich hüten, bei dies« Frage gewaltsam von oben Umwälzungen durchzu- fübten, für die die augenblicklichen Zustände un- s«es Wirtschaftslebens so ungeeignet wie nur mög­lich sind. (Lebhaft« Beifall und Zustimmung rechts.) Ich würde es für richtig« halten, wenn man vor allen Dingen an die durch die B«ord- nung vorn 15. November 1918 regierungsseitig anerkannte Arbeitsgemeinschaft angeknüpft und sie

Weimar, 21. Aug. (WTB.) Auf Grund der VerfassungÄestimnnmg trat d« gestern von der Nationalversammlung gewählte ständige A u s- schuß für auswärtige An gelegen­de i t e n heute zusammen. Zum Vorsitzenden wurde Scheidemann (Soz.), zum stellverttetenden Vorsitzenden Haußmann (Dem.) gewählt. Schriftführer sind: Herschel (Ztr.) und D. Traub (D.-Natl.). D« Aussckmß teschloß, als­bald in Berlin zu ein« Sitzung zusammenzu­treten und ten Außenminister ein zuladen, an ter Sitzung teilzunehmen.

Deutschnationale und Bauernbund 9069

s. U.S.'

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Angestellten will keine vevvrzugte Stellung «- teilen. Wir verlangen die Selbstvem>alttmg für Arbeiter und Angestellte mit der Einheitlichkeit des Aufbaues,tes Rätesystems bis zum NeickMvirt- schaftsrat mit größ«en Rechten für die Räte, die ganz gleichtereckstigt neben den Uatternehm«n steten müssen. Nur dies getoäSteiftet die Hebung ter Pweuktivn. _ _

Abg. Dietrich-Li?gnitz (L-oz ): -Das Ge>etz ist ein Fortschritt, bringt ater keine Verwirklickstiiig tes Sozialismus. Tie Allmacht ter Nöte führt nickt zu dem Ziele ter Reorganisation ter gesamten Volkswirtschaft, ter Anpassung ter Produktion an das gefamlc Bedürfnis, ter Vermeidung über­flüssiger Arbeit und ter lwchsten (Steigerung der Gütercrzcugung. Tie ArteitersckMft vwmag die ge- ivalttge Aufgbac des Wiederaufbaues ter Volks­wirtschaft nur in Miiarbeit mit ten bisherigem ver- antroertlidjen Leitern zu «füllen. Wir sind nicht ter Anfickst, daß mit dieser Vorlage bte Wunsche ter Arbeiterschaft rxstlos erfüllt worden sind. Ab« wir hoffen, daß durch sie die volle Temokrati- sienmg unb die wirtschastlid>e Gleichterechtrg-.rng für die Arbeiter und Angestellten erreicht .wird. Wir beantragen die Uebevweisimg ter Vorlage an test Ausschuß für Soziatpolüik.

Abg. Er Hardt (Ztr.): Bon dem Gesetze befürchtet die Industrie einen weiteren Rückgang ter Produktion und terburdt eine Gefährdimg ter Rentabilität ter Betriebe, die Landwirtschaft «ne Einschränttma ter Entsd^ießungsmögücWtttn und boburd) test Zwang, zu ein« extensiven Wittfthaft überzugellen. D« Entwurf bringt gar nicht so wesentliche und grundstürzente Neuerungen, tm.' mianche glauben, da villes sdstm durd) die Taris- verträge verwirk! ickst ist. Alle Einzelbcltünmux- aen bmigen wir nicht- Was die Mufoaben ter Betriebsräte an belangt, so haben ipir gegen «ne A-n-ahl ter Do-rschläge des Entwurfes erlMmI Bedenken, instefvntere gegen die Mitwirkung ter Betriebsräte bei ten Neueinstellungen. Wir 'wer­den cs uns sehr überlegen, dies« Bestimmung unstre Zustttmmulg zu gelten, die unter Umständen tec Zahl ter ArtettÄosen vermehren und die Ar­beit ter Arbeitsnachweise nod> häufen kann. Auch gegen die Entssndung von Arbetterv«lre:ern in Du Äustidttsräte bestehen Bedenken. Freudig ist M tegrüßen, daß die Industrie sich für ent brauch­bares Gesetz ausgesprochen hat. Hössentllch' g> lantzen wir mit tem Gesetz zu ein« Ausgleichung ter 'Gegensätze-

Nach einer kurzen Bertchttgung des Reich-- arbeitsrnrmsters Schlicke gegenüber dem Abg. Braß schließt die erste Beratung. Dre Vorlage geht an den 7. (sozialpolitischen) Ausschuß.

Aus Wunsch ter Fraktionen wird noch nad> ttäglich ter Ausschußberidft über die Notversor­gung mit Oberklcidung und Schu hwer k sowie über ten Abbau ter Zwangswirtschaft in ter Textilindustrie erledigt, ter die Einsetzung «nes parlam«ftarischen Ueterwachungsausschusies te- trifft, ter die Aufgabe hat, die schleunigst emzu- leitende Liquidation der Reichstexttl-Akliertgesell- dwft ju überwachen. D« Ausschußantrag werd an- ßenommen und die sieben Mttglied« des Aus­schusses sofort gewählt.

Präsident Fehrenbach beraumt^die nächste Sitzung auf heute nachmittag 5 Uhr Punkt!ick) an mit ter Tagesordnung: Vereidigung des

fall.

Präsident Fehrenbach hielt darauf eine Ansprache an die Nationalversammlung, in ter er u. a. sagte: Die Stunde des Absdstedes von Weimar hat geschlagen. W-as wir von Weimar er- tefften, haben wir geführten und uns« Abschied vollzieht sid) nicht ohne eine gewisse Wehmut. Wir versprechen allen, die uns eine wohlwollende Gesinnung erftgeyenbrachlen, ein treues Gedenken. Auch die Kritik ien« Kreist, deren pvlitMe Ge­sinnung der Mehrheit ter Nationalversammlung nickst freundlich gegenüb«steht, haben wir gern Eingenommen, solange sie verständig und anständig war. Unsere Hauptaufgabe in Weimar war die Herbeifüli-cung tes Friedens, das Schaffen der V«- fassung und die Emlettung ein« umfassenden Steuergesetzgebung. Den Frieden mußten wir schließen nach tem grausamen Diktat unserer Feinde. Die Verabschiedung der Verfassung war eine hervorragende Tat. An dem grünen Tisch bet Geschichte, während des eben erst hinter uns liegenden Bölketringens wat das richtige Aus­maß sür die eigene Kraft gegenüter ter ungeheuren feindlichen lieber macht verloren gegangen, und das Ende war die Nieöcrlage und ter Zusammenbruch unseres Staatsgcbäutes. Aufgabe ter National­versammlung war cs, auf tem Trümmerhaufen ein neues Gebäude zu erbauen, zu tem das Volk ten Schlüssel in ten Hänten hat, das allen Volks- tecken bescheidene aber wohnliche Räume bietet, auf dessen First die Fahne ter Freiheit und _dcr sozialen G«cchtigkett weht. In ter Steuergesetz­gebung waren wir gezwungen, dem Volke unge­heure Lasten aufzuerlegen und noch weitere größere metten folgen. Wir glauben, die Grundlage für ein wirtschaftlick;es Weiterleben, all«'oings in be­scheidenem Ausmaße, gelegt zu haben. Tie Natio- nalücrfammlung darf sich vor Gott unb ter Ge­schichte das Zeugnis ausstellen, test sie in uner­müdlich« Arbeit und in ebler vaterländischer Ge­sinnung die ihr gestellte Aufgabe gelöst hat. Sache tes deutschen Volkes wird es jetzt fein, den Willen zum Leben durch Wahrung von Ruhe und Ord­nung durch unermüdliche Arbeit und treues Zu­sammenhalten in unser« neugeschaffcnen tatsäch­lichen Ordnung zu betätigen. In den Händen des Volkes liegt unser Schicksal, ob wir zu Grunde gehen oder ob wir, wenn auch langsam und unter vielen Opfern, zu neuem staatlichem Gedeihen auf- erstehm. Wir glauben an das deutsche Volk.

Die Ansprache tes Präsidenten, ter die letzten Sätze mit krafttVll «hoben« Slimme sprach, fand in ter ganzen Ansammlung Widnhall und lauten Beifall.

Darauf sprach Abg. v. Payer tem Präsiden­ten Fehrenbach in warmen Worten den Dank des Hauses für die Führung ter Geschäfte ans. Be­wegt ternfte Präsident Fehrenbach und übertrug den Tank auf seine Kollegen in ter Präsidentschaft, die Schriftführer, das Bureau des Hauses unb die Beamten und schloß mit dem Rufe: Unser deut­sches Volk, .unser geliebtes deutjches Vaterland, es lebe hoch! Beivegt stimmte die Versammlung ein.

Ter Präsident schloß die Sitzung und von neuem erklangen Orgeltöne durch den Raum, der sich langsam leerte.

Vor tem Hause war inzwischen die Zuschau«- mengc noch angewachsen. Alle Fenster ter gegen­überliegenden Häuser waren dicht besetzt. Abgeord­nete und Minister versammelten sich auf dem Altan tes Nationaltheaters. Inmitten des Prä­sidiums der Nationalversammlung trat der Reichspräsident an die Brüstung und hielt an die auf dem Platz vor dem Theater stehende Volksmenge eine Ansprache, in der er u. a. sagte:

Zum ersten Male hat heute das Volk sick) selbst ht Pfticht und Eid genommen; kein Auftrag von unverantwortlicher Stelle, keine Berufung von oben her ist durch meinen Schwur auf die Verfassung bekräftigt worden, sondnn in die Hand tes «slen Mannes der Volksvertretung habe ich Treue ge-

*** *

WZ

schäft aus. Das Gesetz müßte, um wirklich zu einer gesunden Wölsttal zu werten, in allen E-str-ell^tten itad) p'aftisch<m Rücksickten durckrteckst werten.

Abg. Braß kUnaby, Svtz/> t Die tet

es versäumt, die Räte zu den feststen Sttitzvimkten ter' R^wolutton zu madjen. Mit diesem Gefetzete- toitrf .sind wir nickst ctitterfizmbeit. Er ist keine große Errungenschaft, weil er nicht ter Allgemein- lament aver . . teit zu gifte kommt und die Privatt^rtsckaft in > Vat«lantes. chren unschönen Formen schützt. Die Sfcefcfrat b«I Reichstzrüsitent Ehext«>wch«te u. a.: Lassen

I Sie mich zu meinem Teil die Verfassung Hilden, vertiefen unb schützen. Das Wesen unser« Versas- fititg soll ldc allem Freiheit sein, Freil)eit für die Volksgenojscn. Ich werde imm« der «sie fern, 'mnn es gilt, Rechnung und Zeugnis abzulegen für den neuen Lebcnsarundiatz des deutschen Vol­kes: Freihstt und Recht! Die V«sammlung zollt.' ten Worten des Reichspräsidenten lebhafien B:i-

Hörg«n.

Ernst Ludwig Sack, Metzgermeift« in Gußm Hermann S chie fer stein, Fabrikant inLich Ludwig Dörr, Landwirt in Queckborn.

Wilhelm Anton R o m p f, Landwirt und Alb bürgermeifter in Lang-Göns. Heinrich Schirmer, Fabrikant in Gießen. Johannes Rolshausen, Schreinermeistrr bt Allendorf an ter Lumda.

Heinrich W etz IL, Burgermeist« in. Holzheim 9. Heinrich Gottmann, Landwirt in Gießen 10. Georg Friedrich Müller, Bürgermeister t» Bellersheim

Johannes Hirz IX., Mühlenbesitz« a (vvluuy[. .... Watzenborn-Steinberg. ' >lod; qp-

Gustav Lindemann, Ingenieur m Gießm oi) . ~lt,9 Friedrich Bonimersheim, Landwttt ur *?nb

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Heinrich Bausch, Mctzgerinelst« und Lab' ^.Aen, dst toirt in Grünberg. ? J minbe

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1. Ludwig Haas II., Zigarrenfabrikant & IW !!9 '