Erstes Blatt
169. Jahrgang
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Die Reich5?chuikonferenz.
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Abstimmung über die crljonbtoert im Land- jrenö zweier Wchen, chung, aus der Regi- i Geschästsstunden zur der Beteiligten vfsen. Einsprüche bleiben un-
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aufrichtiges Lebewohl zu. Vertrauensvoll lehen wir der Amtsführung des neuen Herrn Ad- miniftrateur Supörieur entgegen, der durch sein freundliches und entgegenkommendes Wesen den Eindruck macht, daß er sich bald das Vertrauen und die Zuneigung der Bevölkerung des besetzten Teiles des Wiesbadener Bezirks gewinnen werde.
Sympathie, die er in England genoß, als störenden Mangel empfand und gern an der Themse beliebt gewesen wäre, und daß das Mißlingen dieses De. strebens bei ihm einen gewissen Aerger auslöste. Er war sich natürlich vollkommen klar darüber, daß die Art und Weise, wie er persönlich in England eingeschätzt wurde, auf die englisch-deutsche» Verhältnisse einwirken müsse, und sein Wunsch, gut beurteilt zu werden, entsprang daher nicht persönlicher Eitelkeit, sondern politischen Interessen. Die Ein- kreisungspolitik König Eduards begann ja erst, als er die - meiner Ansicht nach unrichtige - lieber. zeugung gewann, daß eine Verständigung mit Kaiser Wilhelm unmöglich sei.
Die ttartosfelversorgung öe$ Kreifes Giehen.
zum Nachmittag vorher ohuejedeVerbindlichleit vrei; für 1 mm höhe für Anzeigen v.34mmVreile örtlich 15 Vs., auswärts 18 Vtz, für '.Heflanie- angeigen von 70 mm Brette 48 Vs. Bei Platz- vorschrisi20°/.,Ausschlag. Hauvtschriitleiter: Aug. Öwetz. Berantivortlich für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil: Dr. Remhold Zenz; für den Anzeigenteil: H. Beek; sämtlich in Gießen
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ndcn des Kreises, djungen hin und belügen Händler von um die erjorberlilq im diese Erlebnis
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Es folgt die Beratung des Haushalts des Reichs, schatzmintsteriums.
Abg. Stückle» (Soz.) berichtet über die Aus- schußverhandlungen.
Dienstag 1 Uhr Weiterberatung. Vorher fragen. - Schluß 5% Uhr.
Hus dem besetzten Gebiet.
Oberst Pineaus Abberufung.
Wir lesen in einer Notiz Oec „frankfurter Zeitung" aus Wiesbaden: Die schon länger angekündigte unp wieoer dementrerte Abberufung unseres berüchtigten französischen Militärverwalters Oberst Pineau ist letzt Tatsache geworden. Gestern hat sich der Oberst von den hiesigen Behörden verabichie- det und seinen Nachfolger Oberst Jacuard etngeführt. Aus denen Begrüßungsansprache sei der Satz hervorgehoben: durch die Ratb- sizierung des Frieoensvertrages habe sich die Zage des, besetzten Gebietes im günstigen Sinne wesentlich verändert. Hoffentlich fin- )en wir Wiesbadener dieze Ankündigung recht bald durch dre Tatsachen bestätigt. Am guten Willen zu friedlicher Zusammenarbeit soll es rann gewiß nicht fehlen. Der Oberst Pineau hatte uns Deutschen durch sein Regiment der Brutalität und der Jntrigue diese Zusammen- acbeit sehr schwer gemacht. Umso unfinniger, wenn sie nicht als blutiger Hohn pusgefaßt werden, wirken die Ab'chiedsworte, die von der französischen Bchöroe selbst den Wiesbadener Zeitungen heme zwangsweise in den
Auslandsreise des Königs von Spanien.
Versailles, 20. Oht (WTB.) König Alfons von Spanien, der inkognito unter dem Namen eines Herzogs von Toledo in Paris weitt, wird am Mittwoch Verdun besuchen und am Donnerstag nach London reisen. Die Königin, die unpäßlich ist, wird vermutlich erst Mittwoch in Paris eck treffen.
Der Minister für den Wiederaufbau.
Nürnberg, 20. Okt. Oberbürgermeister Dr. Geßler hat den ihm angebotenen Ministerposten für den Wiederaufbau angenommen.
Der neue Reichsminister ist am 6. Februar 1875 in Ludwigsburg geboren, hat in Erlangen, Tübingen und Leipzig Jurisprudenz und Kameralia studiert, war längere Feit im bayerischen Justizministerium und hieraus einige Zeit in der Staatsanwaltschaft tätig, ging dann in die Derwaltungslaufbahn über und wurde Gewerberichter in München. Von dort aus wurde er zum Ersten Bürgermeister von Regens- bürg berufen. Seit 1913 bekleidete er die Stelle des Oberbürgermeisters der Stabt Nürnberg. Die Stadtverwaltung ‘Jiürnberg hat auch in ihrer neuen, durch die Revolution herbeigesühnen Zusammensetzung bis in die letzte Stunde die größten Anstrengungen gemacht, sich den hervorragenden Verwaltungsbeamten zu erhalten. Für Dr. Geßler gab jedoch die Erwägung den Ausschlag, daß es in diesem Augenblick seine Pflicht sei, die Sntereffen des Reiche? über die der Stabt zu stellen.
Die Eisenbahner «nd Sie Neichr-
Berlin, 20. Okt. (Wolff.) Eine Vorbesprechung Reichsschulkonferenz nahm heute vormittag Neichsministerium des Innern ihren Anfang Reichsminisler Dr. Koch begrüße die Vorkonferenz und schilderte kurz ihre Aufgaben. Unterstaatssekretär Schulz betonte die 'Notwendigkeit eines engeren Zu- ammenwirkens zwischen Reich und Ländern und erläuterte folgendes Arbeitsprogramm: 1. Aussprache über die vom Neichsministerium des Innern und der preußischen Unterrichtsoerwaltung gemeinsam ausgearbeiteten Leitsätze für die Arbeite» der
.gsfoinmissär.
Casä Leib faitb gestern bormittc besucht: Versammlung der SB e r sämtlicher A n g e st e l l t e n Arun b Beamte nausschusse der privaten unb Staatsbetrieb!! des Kreises Gießen statt.
General-Anzeiger für Gberheffen
ZwMIngzrimddrilck u. Verlag: vrühl'sche Umv.-Vuch- u. Sfeinöruderci U. Lange. Schrlstteitung, Geschäftsstelle n.vrndcrei- Schiilstr. 1.
Vie Einnahme Petersburgs dementiert!
Wien, 20. Okt. (WB.) Nach einem Funkspruch des Wiener Korr.-Bur. aus Moskau von 5 Uhr morgens sind entgegen den ausländischen Meldungen Kronstadt unü Petersburg fest in den Händen der Sowjettruppen.
Heisingfors, 20. Okt. (WB.) Reuter. Heute morgen wehten noch die toten Fahnen über Kronstadt. Die Batterien von Krsnoje (Botha haben die ganze 'Nacht hindurch gefeuert.
aus dem öallifum.
Berlin, 20. Okt. (Wolff.) Wie die Blätter melden, beginnt nunmehr der Abtransport der im Baltikum stehenden früheren Fronttruppen, nachdem in den letzten Tagen schon die (Etappentruppen abtransportiert worben sind. Es sind bereits Artillerieabteilungen und Radfahrerkompagnien in der Gegend von Schauten eingetroffen und teils schon verladen, teils im Verladen begriffen. Der für den Abtransport bet deutschen Truppen besonders in Betracht kommende Bahnhof Radziwilischki ist im Einvernehmen mit dem litauischen Oberkommando von deutschen Truppen besetzt worden.
Eine Erklärung des Grasen v. d. Goltz.
Abg. Frau Reitze (Soz.) wünscht bei dem Ka- pitel „Arbettslosenfürsorge" Beschleunigung aller Notstandsarbeiten unb Erhöhung der Sätze für weibliche Arbeitslose.
Abg. Meyer- Sachsen (Soz.) verlangt Erhöhung der Unterstützungssätze für die Kriegshinterbliebenen.
Damit ist der Haushatt des ReichsarbeUsmini- fteriums erledigt.
Nr. 246
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Dienstag, 2s. Gttober (9(9 Annahme von Anzeigen f. die Vage-snunnner bis
Aus Graf Szernins «Erinnerungen.
Berlin, 20. Okt. W. B. In seinen in der „Dos- ischen Zeitung" veröffentlichten Erinnerungen schreibt Graf Ezetnin weitet Über Kaiser Wilhelm II.: 3n den Iahten 1917 und 1918, in welchen ich amtlich mit Kaiser Wilhelm zu tun hatte, war seine Scheu vor unangenehmen Erörterungen so stark, daß es oft die größten Schwierigkeiten machte, das Notwendige an den Mann zu bringen. Als Beispiel führt Graf (Ezernin ein Erlebnis auf einer zweistündigen Dahn, fahrt mit dem Kaiser an unb sagt barüber: (Er lud mich zum ersten Frühstück im Speisewagen ein. Dort aßen wir in Gesellschaft von ungefähr 10 Herren, sodaß keine Möglichkeit war, eine jach liche Kon. uerfation zu beginnen. Ich mußte ihn mehrmals und das letzte Nkal sehr ausdrücklich ersuchen, mir einen privaten Borlrag zu ermögl.chen, bis er endlich aufstand, bann aber noch einen Herrn bcs Auswärtigen Amtes der Unterrebung beizog, wie um bei bemfelben Schutz gegen erwartete Verstöße zu finden. Vom Hofe des Kaisers sagt Graf Ezernin: Ich habe immer gefunden, baß ble Servilsten nicht die am Hofe Lebenden waren, sondern die (Bene- rale, Admirale, Professoren, Beamten, Volksoer. tretet und Gelehrten, die den Kaiser seltener sahen. Speziell in der zweiten Hälfte des Krieges waren die maßgebendem Männer um Kaiser Wilhelm herum gewiß keine Byzantiner, vor allem Luden- borff nicht. Zum Verhältnis Wilhelms II. zu England übergehend schreibt Ezernin: Ich habe immer Öen Eindruck gehabt, daß der Kaiser die geringe
Berlin, 20. Okt. (WTB.) (Einem Mitarbeiter bet „Berl. Dörsenztg." erklärte Graf v. d. Goltz, der auf Befehl der Reichsregierung nach Berlin zu- rückgckehrt ist, über die baltischen Dinge: In erster Linie glaube ich, durch meinen Abschied den Inter- «ssen der Heimat am besten zu dienen. Außerdem sand ich hier in allen Kreisen so geringes Verständnis für die baltische Frage unb meine Ueberzeugung, » aß mir auch aus diesem Grunde ein Verbleiben im Amt nicht zugesagt hätte. Ich wat in Kurland Oberbefehlshaber nicht nur bet deutschen '.truppen, sondern auch der lettischen Landes- wcht. In ihrer russischen Abteilung war Oberst Ber- monbt mein Untergebener gewesen, mit dem mich die angenehmsten persönlichen Beziehungen verbunden haben. Dann begann Bermondt sein Unternehmen and seine russische Heimat wieder aufzurichten und ist i»abei erfolgreich oorgegangen. Dazu habe ich ihm gratuliert; das ist eine reine Privatangelegenheit, ein persönlicher Glückwunsch, womit bas Deutsche Reich doch wahrlich nichts zu tun hat. Ich hoffe, daß die Ententekommission, die jetzt ins Baltikum geht, an Ort unb Stelle sich davon überzeugen wirb, daß keine Truppen mehr bei Oberst Bermondt sind, die deutsche Reichsangehörige sind. Ich hoffe weiter, daß diese Kommission die Bedeutung von Dermondts Unternehme» einsehen und verstehen wird, daß er nichts anderes will als Denikin. Der westrujstsche Zentralrat erkannte die Autonomie Lettlands ausdrücklich an. Sein politisches Ziel, wofür auch Bermondt eintritt, ist ein föderatives Großrußland, ich glaube, genau gejagt: Vereinigte Staaten von Rußland. Die noch leichsdeutschen Truppen folgen alle dem Räumungsbefehl. Aber eine nicht unbeträchtliche Anzahl, wohl die reichliche Hälfte ist aus dem Verbände des Reiches ausgeschieben und find russische Staatsangehörige ge- worden, unb die bleiben. Schließlich wirb auch die Entente einjehen, daß Deutschland sich nicht dagegen zur Wehr setzen kann, wenn eine Anzahl Deutscher Bürger ei.ies anderen Landes werden wollen. Deutschland als solches ist doch daran völlig unbeteiligt Ebenso wird man eines Zages doch erkennen, daß es sich wirklich nicht um die Verwirklichung Imperial» isüjcher Ziele von Deutschland handelt, sondern einfach um Prioatwünsche der Mannschaften. Es ist nicht zu beschreiben, mit welcher Stärcke der S i e d- lergedanke die Massen beherrscht
Reichsschulkonferenz. 2. Organisation der Reichs- schulkonserenz selbst. 3. Klärung über die strittigen Artikel der Reichsversassung. Der Redner empfahl die Einsetzung eines 15-gliederigen Ausschuß fes für eine dauernde organisatorische Verbindung zwischen Reich und Ländern, die der preußische Unterstaatssekretär Becker als unbedingt notwendig bezeichnete. Geheimer Oberregierungsrat Reinhard« besprach die Leitsätze für die Verhandlungen dei Reichsschulkonferenz.
Au» Ocm Reiche.
Ter Untersuchungsausschuß.
Berlin, 20. Okt (WTB.) Der erste Unterausschuß des parlamentarischen Untersuchungsausichusjes über die Kriegsschuld hörte heute unter Vorsitz des Abg. Quark-Frankfurt a. M. Karl Kautsky als Sach- verständigen über seine Vorschläge zur Beweiserhebung über die unmittelbare Vorgeschichte des Krieges. In dreistündiger eingehender Verhandlung wurden die festgesiellt, die an die verantworUichen Staatmänner 3U stellen sind und die die Ereigniffe vom Attentat in Serajewo bis zur Kriegserklärung betreffen. In etwa 14 Tagen gedenkt der Ausschuß mit der Befragung ber Auskunftspersonen zu beginnen.
'Berlin, 20. Okt (Wdlff.) Der zweite Unter- ausschuß bes Untersuchungsausschusses der 'Jiaiionalüerfammlung, ber sich mit ben Frie - bensmöglich Kelten beschäftigt, wird heute nachmittag eine interne Sitzung abhaltcn unb morgen vormittag mit ben öffentlichen Sitzungen beginnen. (Es ist zunächst in Aussicht genommen bas Referat des Benchterstattrrs Dr. S i n z h e i m e r entgegen- zunehmen und bann in die Vernehmung des früheren deutschen Botschafters in Washington, des Grafen Bernstorff, einzutreten. Ob diese Vernehmung jedoch schon morgen stattsinden kann, hängt von der Dave? des Referats des Brrichterstatters ab.
Haases Zustand bedenklich.
Berlin, 21. Okt. Nachdem sich Abg. Haase gestern einer neuen Operation unterziehen mußte, wird sein Zustand, wie verschiedene Blätter melden, als bedenklich angesehen.
Gröders Befinden.
Berlin, 21. Okt. Nach einer Meldung des „Berliner Tageblatt" hält die Besse- rung imBesindendcsAbgeordneten Dr. Gröber an. Es ist zu hoffen, daß Dr. Gröber bereits in den nächsten Tagen seiner parlamentarischen Tätigkeit wieder nach, gehen wird.
Der Kraftwagenverkthr in Baden.
Karlsruhe, 20. Okt. (Wolff.) Die Einstek. hing des Kraftwagenoerkehrs an Sonn- und Feiertagen wird vom 26. Oktober ab in g a n; Baden erfolgen. Dadurch soll erreicht werden, daß nicht einzelne Personen in ber Lage sind, an diesen lagen ihre Ausflüge mit Kraftwagen zu unternehme». Nur im öffentlichen Interesse ober wen» es sich um Brand- ober Unglücksfälle unb zur Herbeischaffung ärztlicher Hilfe handett, dürfen an Sonn« und Feier- tagen Kraftwagen Verwendung finden.
deutsche Nationalversammlung.
103. Sitzung.
Berlin, 20. Oktober.
Am Ministertisch: Schlicke. Das Haus ist schwach besucht.
Präsident Fehrenbach eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 20 Minuten.
Fortsetzung der zweiten Beratung des Haushalts des Reichsarbeitsministeriums.
Abg. Winnefeld (D. Vp.) tritt für baldige Schaf- ning eines Arbeitsrechtes ein. Die Schlichtungsausschüsse müssen weiter ausgebaut werden unb die Gewerbskrankheiten müssen als Unfall anerkannt werden. Die Arbeitslosenunterstützung wird noch immer an Leute bezahlt, die die ihnen zugewiesene Arbett nicht tun ober wieder nieberlegen.
(Ein Antrag Schiele (Deutjchnatl.) bett. Wohnungsfürsorge wird dem sechsen Ausschutz überwiesen.
Weitere Titel werden angenommen.
Abg. Bock (Unabh.) bemängelt die Bezüge der Kriegsbeschädigten.
Minister Schlicke: Das Unwesen der Simu« lanten , und falschen Kriegsbeschädigten wird nach Möglichkeit beschnitten werüen.
Abg. Schneider-Sachse» (Dem.) Die An- gestelltenoersicherung darf nicht mit der Arbeiteroersicherung verschmolzen werden. Dies würde blos zum Schaden der Angestellten ausfallen,
Minister Schlicke kann das nicht zugeben.
Zu dem Titel: „ForderungendesArbeitsnachweiswesens " liegt ein Antrag Scheidemanu (Soz.) vor, die eingeftdlten 600000 Dlk. auf 1600000 Mk. 2» erhöhen.
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drohender Streif der ttohlenardeiter in Amerika.
Amsterdam, 20. Oht (TPTD.) Die „Times" melöen aus Washington zum drohenden Kohlt» streik, daß bie Bergwerksbesitzer mit ben Ar« beiiern nicht verhanbeln wollen, bevor biese ben vlreckbeschluß zurucknehmen unb sich an bas bis. ?trtge Abkommen hatten, bis ein neues Abkommen getroffen wirb. Die Bergwerksbesitzer verlangen außerbem, daß der achtstündige Arbeitstag und die Kchstägige Arbeitswoche aufrechterhalten bleiben. Die Irbeiter verlangen statt dessen den sechsstündigen Arbeitstag und die fünftägige Arbeitswoche, dazu eine Lohnerhöhung von 60 "Vt o 3 e n t (Ein Streik der Arbeiter in den Kohlen-
Abg. Sachse (Soz.) fordert eine Neuordnung bes Arbeitsnachweises im Bergbau und begründet den Antrag mit dem Intereffe der Allgemeinhett am Bergbau.
Abg. Bolz (Ientt.): Das Reich kann solche Summen an Vorschuß nicht bewilligen. Der Antrag ist nicht genügend begrünbet
Die Abgg. Pick (Dem.) unb Zubeil (Unabh.) stimmen dem Antrag zu.
Abg. Schneid er-Sachse» (Dem.): Das Arbetts- nachweiswesen barf nicht schematisiert werden. Die Bezirksarbeitsnachweise müssen nach Wttt,chaftsge- bieten abgcti .nni werden unb vor allem müssen H wirklich Arbeit nachweisen. Die Statistik muß aus das Notwendigste beschränkt werden. Das Reiq muß bas ganze Arbeitsnachweiswesen übernehmen.
Der Antrag Scheidemann wird angenommen.
Abg. ©leid)auf (Dem.) tritt für eine unpar- keusche Zusammensetzung der Schlichtungsausichüsse ein. Wenn dafür starke Garantien geboten werden könnten, würde der Widerstand der Arbeitgeber gegen bie Schtichtungsausschüsse sch w mb en.
2lbg. Frau Behm (D.-N.): Der Minister hat sich öur Resorm ber Heimarbeit bekannt. Die Ein- beziehung bet Heimarbeiter in bas Betriebsrätegesetz ift freudig zu begrüßen. Viele Tau ende von Heimarbeiterinnen wollen arbeiten und nicht Arbeitslosenunterstützung beziehen, aber sie wollen nicht in die Fa- brüt gegen. Arbeitswillige Hände sollte man nicht zurückweijen. Auch wegen ber Iugendvflege ist zu wünschen, baß die Heimarbeiterinnen bei ihren Kin- öein bleiben. Natürlich muß die Heimarbeit resor. miert werden. Der Achtstundentag darf nicht gefährdet werden. Die Löhne dürfen nicht gedrückt werden, die Kräfte der Halberwerbsfähigen können in der Heimarbeit ausgenutzt werden. (Es wird Zett, daß das Hausarbeitsgesetz in Kraft tritt. Die Fachaus- schüfst müssen Lohnämter werden. Die Regierungsstellen müssen Arbeitsaufttäge an die Heirnardettsor- ganijtionen geben. (Beifall rechts.)
Abg. Herrmann - Reutlingen (Dem.) wünscht die Reorganisation der Handwerkskammern, die von allem Zwange befreit und der Selbstverwaltung zu geführt werden müßten.
Die Ostgrenze von Polen.
Wien, 20. Oht (WT2I Lemberger Blätter- nachrichlen zufolge wird aus Warschau berichtet, daß nach .Pariser Meldungen der Fünferrat die Ost. grenze von Polen festsetzte. Polen erhalte den ganzen Bezirk Suwalki, den Bezirk Augustowo mit Ausnahme ber kleinen norbwestlichen Ecke, einen größeren Teil bes Bezirks Seiny, vom Gouvernement Grobno bie Bezirke Sohul, Bialistok Sielsh. Die Grenze oerla ;obann längs des Bugflnsjes bis F aücn österreicyisd)-ru,fischen Grenze, längs bie;er Stenge bis zum Dnjester. Lei Lrest-Litowsk bauche ich die Grenze zu Gunsten Polens aus. Das Schick- |al ooji Wilna, Grobno unb Minsk sei noch nicht tittschieden. 1
,b«. 1915.
Kdes über bie ^ofcnfllimen uj;v folgende Vererb
Bedarfs, lohne rohe 'Uttel ober Gegen- her in denen znr ausgeiordert ivirb Kedes.Nmeni Geschäftsstelle des ^nen bestimmten
Aase iu Mis bis zu sechs '
Dezember 1915 tt de- Außerkraft-
regieruttg.
Berlin, 20. Oltt. (W.B.l Der Gewerkschasts- bund deutscher Eisenbahnbeamten richtete an die Reichsregierung am 17. Oktober folgende Kund, gebung: Die.Eisenbahnbeamtenjckaft erhebt schärfsten Einspruch gegen das terroristische Verhalten derjenigen Ardetter, welche am 13. Oktober mit Ge. walttätigheiten gegen Beamte der Eijenbahndirektion Frankfurt a. M. vorgegangen sind. Sie sorderl ebenfalls die schleunige Demokratisierung der Der. waltung, aber auf dem Wege der Verhandlung und Verständigung. Sie mißbilligt alle Gewaltakte unb verlangt Maßnahmen zum Schutze der Be. amten bei ber Ausübung des Dienstes.
Line neue Denunziation der „zreitzeit-.
Berlin, 20. Oht. (Wolff.) Unter der lieber- schrift „Nur nicht verschleiern" glaubt die .Freiheit' von einer amtlichen Irreführung über die deutsche Heeres starke reden zu dürfen. Sie behauptet, daß die kürzlich im Armeeoerorbnungsblatt veröffentlichte Aufstellung über die Stellenbesetzung in der künftigen 200 000 Mann großen Armee einen Teil der tatsächlich noch bestehenden Formationen verschwiegen ha^e. Die Absicht der Irreführung dürste hier einzig, desto vollkommener auf fetten der „Frei, hett' bestehen. Jedermann weiß, daß mir etwa 400 000 Mann Reichswehr eingestellt Haden. Ls kann hinzugefügt werden, daß sich diese Zahl bereits wesentlich unter 400 000 hält. Die Angaben bes Armeeoerordnungsblattes bezogen sich aber, wie jeder, der auch nur halbwegs etwas von diesen Dingen versteht und nicht absichtlich falsch lesen will, auf die uns künftighin durch den Friedensoertrag zugebilligte Armee von 200 LOO Mann. Es mutz festgestellt werden, daß die Darstellung der .Frechett' abermals als eine an die Adresse des Auslanoes gerichtete Denunziation erscheint. Ls wird kein Verdienst des Blattes der Unabhängigen sein, wenn hieraus keine für bas deutsche Volk schmerzliche Wirkung entsteht.
Ein „aufrichtiges Lebewohl"? Nun ja! Von ganzem Derzeit ruft die Wiesbadener Bevölkerung dem Landvogt Pineau ein kräftiges „Auf Nimmerwiedersehen" zu.
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Wilsons Krankheit. Unsere besten Wünsche für fein Künftiges Wohl-
Amsterdam, 2Q. Oht. (WTB.) Der Washing- ergehen begleiten Herrn Oberst Pineau. hmer Korrespondent der „Daily News" meldet, daß l chm ein aufrichtiges Lebewohl zu. V. Staatssekretär Lansing bie gesamte Leitung ber auswärtigen Angelegenheiten übernommen hat. Wie verlautet, ist Lansing gegen alle auf bie Besetzung ber Türkei ober ein sonstiges H.!?e?"3iehen der Vereinigten Staaten in die europäischen Verwicklungen gerichteten Pläne unb für „splendid Isolation".
tvgwerken würde nicht allein bedeuten, daß Europa «ine Kohlen aus Amercka erhält, sondern würde M<h
eine Einschränkung des Kohlenverbrauchs in «leriha selbst zur Folge haben.
A m ft e r b a m , 20. Oht (WTB.) Der „Daily Änos" wirb aus Washington gemelbet, daß die durch «eKrise aus der Inbustriellen-Konfe- •u3 geschaffene wirtschaftliche Lage die schwierigste, ~ ------- —
u ber bisherigen Geschichte ber Vereinigten Staaten gen Berichtes Über die Berabichieduugsszene ft. Arn Freitag befanden sich 750 000 Arbeiter im läßt Herr Pineau selbst (oder ist es schon feilt ^stanb. ' Nachfolger), die deutsche Presse sagen:


