Ausgabe 
21.8.1919
 
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SwIMgrnmddnlS u. Verlag: vrühl'sche Univ.-Such- u. Sleinörudtrei R. £ange. Sdjriftleimng, Seschästtftelle ll.vruderel: Schalstr. 7.

Belgische Ansprüche.

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Es ist natürlich nach wie vor nicht wckhr, daß die linksrlwinische deutsche Bevölkerung

Annahme von Anzeigea f. die l.nqe<?muniner vls zum Nachmiuag vorher ohne jedeVcrbmdlickkett preis für l mm höhe für An^eiqen v.34mm Breite örtlich 15 Bi., auswärts 18 Pf^ für Reklame' anzeigen von 70 mm Breite 48 Vf. '."ei Platz- Dorfd)rüi20° Aufschlag. Hauotichrifttetter: Aug. Goeg. Verantwortlich für Volitit: Aug. Goetz, für den übrigen Teil: Dr. Reinhold 3enj; für den Anzeigenvil: ü. Beck; sämtlich »n Gießen

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.nhosittabe-__!

Aur Hessen.

rm. Darmstadt, 19. Aus. Der Finanz^ ausschuß "der Volkskammer trat heute unter einem Vorsitzenden Eißnert (Offenbach) zu- ammen. Der Finanzminister besprach sodann die Pläne der Reichsregierung über die Einheitlich- keit in der Finanzverwaltung des Reickies Ess ist für Darmstadt die Errichtung eines Landes- inanzamts vorgesehen. Mit der Führung der Geschäfte soll der jetzige Finanzminister be­traut werden. Vom 1. Oktober d. I. ab werden die hessischen Finanzbehörden in den Reichsdicnst übernommen werden, die Gehaltsverhältnisse dec Beamten sollen sich in der UebergMgszcit nach den "hessischen Sätzen richten»

Gberschlesien.

Kattowitz, 20. Aug. ($3.93.) Laut Mel­dung der Pressestelle des Staatskommissariats kann int Beuthcner Aufstan dsgebiet dank der Haltung unserer Truppen der Aufstand in derHauptsacheals abgeschlossen gel­ten. Es ist in der vergangenen Nacht gelungen, den Beuthener Bezirk so ziemlich zu säubern. Ein großer Angriff fand in und um Laura- Hütte statt. Aber auch hier gelang es unseren Truppen, Herr der Lage zu werden. Lcrurahütte ist fest in unserer Hand. In den heutigen Morgen­stunden war der eigentliche Grenzbezirk Kattowitz- Mhslowitz stark gefährdet. Es wurde hier ein grober Angriff angeseht mit dem Erfolg, daß Grieschewald, Nikischacht, Janow, Wilhelminen- hütte, Scheppinitz und Rosdzin in unserer Hand sind. Unsere Truppen sind im weiteren Vormarsch gegen die Grenze. Die Säuberung dieses Grenz­gebietes dürste aller Voraussicht nach noch einige Tage dauern, da es noch zahlreiche Jnsurgenten- nestec auszuhebeu gilt und auch mit dem Herüber­und Hinübersetzen der Banden über die Grenze zu rechnen ist. Ueber den mit dem Aufstand Hand in Hand gehenden Generalstreik ist zu mel- i>en, daß sich bereits eine geringe Wiederauf­nahme der Arbeit bemerkbar macht. So arbeiten heute auf der Königsgrube 50 Prozent, auf den Gruben Lohenzollern, Emma und Römer 25 und auf der Grube Anna 20 Prozent der Belegschaft.

nr. m

Ter Gießener Anzeiger erscheint täglich, außer Gönn- und Feiertags.

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Frankfort a. M. 11686

.AuS dem gleichen Grund heraus fordert die Nationalversammlung, daß auch dem Abtransport russischer Gefangenen von Seiten der Entente keine Netteren Schwierigkeiten bereitet werden.

Zusammenstöße zwischen deutschen und amerikanischen Soldaten.

Danzig, 21. Aug. (WTB.) Zwischen deut­schen und amerikanischen Matrosen kam es gestern in Neusahrwasser zuZusammen- st ö ßen, die ihre Ursache in Eifersüchteleien hatten, zu welchen ein Tanzvergnügen am Montag, welches von deutschen und amerikanischen Ma­trosen besucht war, Anlaß bot. Bereits am Mon­tag kam es zu Streitigkeiten zwischen deutschen und amerikanischen Matrosen, die sich auf der Straße fortsetzten und die mit der Rückkehr der amerikanischen Matrosen nach ihrem Kreuzer Haller" ihren Abschluß fanden. Als am Dienstag die Matrosen des kleinen KreuzersFrankfurt"', der gegen G Uhr nachmittag in den Hafen ein­gelaufen war, an dem Zerstörer ..Haller"" vorbei­kamen, stießen sie mit den Matrosen vonHaller"" zusammen, wobei einer der deutschen Matrosen schwer verletzt wurde. Die deutschen Matrosen, denen sich Zivilpersonen angeschlossen hatten nahmen darauf eine erregte Haltung ein, woran: die amerikanischen Matrosen im Verein mit f r a n - zösischen Matrosen vom Torpedoboot Glaimore"" auf die Menge einstürmten. Von dem französischen TorpedobootGlaimore"" wurde ein Schuß abgeseuert, durch den vier Personen ver­wundet wurden. Die Verwundungen sind jedoch leichter Natur. Der in Neufahrwasser stationierte Grenzschutz wurde sofort alarmiert und säuberte die Umgebung des Hafenkanals. Hierauf zogen die Amerikaner und Franzosen ab.

Die Nationalversammlung und die Zurückhaltung der Gefangenen.

W e i m a r, 20. Aug. Sämtliche Mitglie­der der Nationalversammlung haben plgende Entschließung eingebracht:

Tie Deutsche Nationalversammlung hat wre- derholt mit allem Nachdruck die 93efreiung der deutschen Kriegsgefangenen gefordert Sre erhebt noch einmal ihre Stimme, um vor aller .Welt den

zrlne unlautere Elemente. Freilich, die An­hänger einer besseren Staatengliederung im deutschen Interesse werden ihre Hoffnun- <icn nicht haben sinken lassen, und es besteht die Gefahr, daß der Feind diese Lage für sich auszunützen sucht. Es muß darum klar und deutlich gesprochen werden. Wer deutsch denkt und empfindet, hat sich jetzt an die Bestimmungen der neuen Reichsverfassung zu halten, worin die Voraussetzungen für llmgllederungen enthalten sind. Putsche in jeder Form sind Verrat; die Agitationen, die unter ausländischem Schutzschild stehen, Nüssen auf das schärfste gebrandmarkt Serben. So ist es erklärlich, daß jetzt, wie vus Wiesbaden gemeldet wird, die Deutsche emokratische Partei, die Sozialdemokratische Kartei, die Deutsche Volkspartei und die öeutschnationale Volkspartei die Zen­rumspartei und die äußerste Linke, die sich n den Dienst der Loslösungsbestrebungen rllen. fehlen sich mit einem Aufruf n die Bevölkerung des besetzten Gebietes »enden, in dem u. a. gesagt wird:

Preußen, das Rückgvat der deutschen Einheit, s vtt durch eine verhetzende Agitation kurzsichtiger Lärchturmspolitiker geschwächt und aufgeteilt wcr- |tti. Wer in den rhernischen Landen treu zum Jkicfe steht, muh dafür sorgen, daß die soeben be- - fchtosfene Reichsverfassung, die Grundlage unseres ^tiaufbaucs und die Voraussetzung der inneren KeMung, rückhaltlos durchgeführt wird.

Darum verwerfen und bekämpfen wir ide Forderung auf eine vorzeitige Staa­te nbildung am Rhein, insbesondere eine Volksabstimmung vor Ablauf der ge- üblichen Sperrfrist, weil sonst unabwh- m»es Unheil für uns alle heraufbeschworen wird, «ein Fuß breit deutschen Landes ist gefährdet, bl^mge wir in deutscher Treue in den Zeiten b>r iurt zusammenhÄten und den Gedanken der .Rttchs- llmtzeft.über den der .Sonüerbündelei stylen. Fstr

^Jnttansigeant"" verlangt Belgien bei den jetzt tattsindcnden Verhandlungen ntit Holland ine Herrschaft Belgiens über die Sche l d e gemässer und den KanalGcnt-Terneuzen sowie das Recht für Belgien, auf diesen Gewässern und an deren Ufern alle ihm notwendig erscheinenden Ar­beitet: vorzuneltmen. Belgien will außerdem den Seeverkehr durch Seeländtsch-Flandern kontrollie­ren und einen Kanal durch die Enllave von Maast­richt bauen, sowie diesen Teil des.Kanals ebenfalls übernacken. Ferner wünscht Belgien den Rhein-Maas-Schelde-Kanal, nill ihn verwalten und auch die Kontrolle über die Zu- ühreisenbahnen ausüben. Belgien wünscht außer­dem wirtschaftliche Abmachungen mit Holland über den Warenverkehr durch die Provinz L i m b u r g und die Erbauung eines Kanals von Ant­werpen nach Maerdhk. Schließlich wird der Abschluß einer militärischen Konvention mit Holland zur gemeinschaftlichen Vertellung von Hvlländisch-Limburg vorgeschlagen und freie Durchfahrt für Kriegsschiffe zur Schilde während Kriegszetten für Belgien und seine Alliierten ver­langt.

Brüssel, 21. Aug. (WTB.) Havas. Reuter. IM Verlaufe der Erörterung des Friedensvertrases im Senat erklärte der Minister des Aeußern, daß, der Vertrag von 1839 abgeändert werden müsse. Belgien nrüsse in der Lage sein, eine wirk- sanre Verteidigung an der Maas suherzustelten,.1

England tmb Frankreich hätten ein Interesse daran i? Belgien groß und stark sei. Ueber die Ko­lo n i a l f r a g e sagte der Minister, Belgien werde' wahrscheinlich ausgedehnte Gebiete .Deutsch- Ost a f r i k a s erhalten.

Französische Untersuchungen gegen deutsche Generäle.

Berlin, 20. Aug. (Wolff.) Nach Mit­teilungen desExcelsior" aus Lille ist dort eine Untersuchung eingeleitet worden ge­gen die beiden Militärgouverneure während der deutschen Besetzung, die Generale v. Heinrich und v. Grävenitz. Außer­dem wurde ein Verfahren gegen den deutschen Polizeichef Hummel eingeleitet.

Da» Standrecht über Ungarn.

Budapest, 21. Aug. (WTB.) Nach einet; Meldung des ungarischen Korrespondenzburoius! ist über ganz Ungarn das Standrecht ve»' hängt worden.

Aus dem Reiche.

Strafantrag Erzberger» gegen Helfferich?

W e i m a r, 20. Aug. (WTB.) Auf An­trag des Reichsminifters der Finanzen ist das Reichsministerium dec Justiz bereits am 16. August mit der Prüfung der Unterla­gen eines gegen den früherem Staatssekretär Dr. Helfferich ein­zuleitenden Strafverfahrens we­gen Beleidigung des Reichsfinanzministers be­auftragt worden.

Uebergang der Verkehrswasserstraßen auf das Reich.

Stuttgart, 20. Aug. (Wolff.) Auf Ein­ladung des preußischen Ministers der öfientfirfxm Arbeiten fand am 15. und 16. Auglust in Heil­bronn eine erste Besprechung von Vertretern bei Länder über den Uebergang der dem allge­meinen Verkehr dienenden Wasserstraßen auf das Reich statt, der nach der Reichs- verfassung sistiteftens am 1. April 1921 stattsinden soll. Dabei ist eine wettgehende Klärung der schwie­rigen in Betrackst kommenden Fragen erzielt wor­den. Die Besprechungen sollen zusammen mit Ver­tretern des Reiches fortgesetzt werden.

. Aus öem bischten Ec,biet.

Gegen die Presse-Knebelung.

Düsseldorf, 19. Aug. (Wolff.) Eine Ver­sammlung von Verlegern und Schrift­leitern der 4. (belgischen) Besatz rings-' zonein Aachen stellte folgende Wünsche auf:,

1. Unverzüglicher Abbau der Zensur mit dem' Ziele gänzlicher Aufhebung. Falls das nickst er­reichbar ist, wenigstens die Berücksichtigung folgen­der Vorschläge: Gleichmäßige Behandlung der Zen­sur im ganzen besetzten Gebiet, Herausgabe von Richtlinien durch einen Ausschuß, die Vorzensur soll sich nur auf solche Arttkel und Nachrichtens crsttecken, welche spezielle Interessen der Besatz­ungstruppen berühren, Abbau der Anzeigenzensuc und des Verbotes von Anzeigen unter Chiffre, Wiederzulassung von Auskunftsertcttung unter, Chiffte oder Kennwort iic der Briefkastenrubrik, Beseitigung der noch in verschiedenen Orten be» stehenoen Ausnahmebestimmungen für Extra- blätter. 2. Beschleunigte Behandlung der an die Zeitungen gerichteten Briefe und Drucksachen durch Aufhebung der Postzensur für diese Sendungen, Wiederzulassung der bevorzugten dringenden Pressegespräck)e im Telephonverkehr, Genehmigung der unbeschränkten Einfuhr aller rechtsrheinischen und ausländischen Zeitungen als Redaktions- Material. 3. Unbeschränkte Ausfuhr linksrheinische, Blätter ins unbesetzte Gebiet und das Ausland. 4. Zuziehung von Pressevertretern zu den 23er* Handlungen über Presscangelegenheiten.

Direkter Zugverkehr DarmstadtMainz.

Tie direkten Züge zwischen Darmstadt und Mainz werden nunmehr endgültig ab Mittwoch den 20. August in Verkehr gefegt. Kontrolle ist Weiterstadt. Die Anschlüsse in Darmstadt solle» weiter ausgebaut werden.

Dt. M ainz, 21. Aug. Die Franzosen* reginnen in den von ihnen besetzten Gebieten Intersuchungen gegen deutsche Offiziere einzuleiten, die sich in Frank­reich und Belgien während der Besetzung an­geblich Verfehlungen haben zuschulden kom­men lassen. Vor den Militärgerichten in Mainz und Landau haben sich mehrere Re- erveoffiziere aus der Rheinpfalz und dem Rheinland wegen Diebstahls und Mißhand­lung zu verantworten. Sie sollen einen an, geblichen Divisionsbefehl gefälscht und Kriegs­beute nach Hause geschickt haben.

ßipfindungen 1 en angesichts

durch die unabsehbare Verzögerung der Aus­lieferung die Gefangenen und ihre Angehörigen verurteilt sind. Tie Nationalversammlung stehl unter dem erschütternden Eindruck zahlreicher Be­weise, daß die Zahl der Opfer dieses Krieges noch nach dem Friedensschluß durch Tausende von Ge­fangenen vermehrt wird, die an der Wlllkür und Unsickrerheit ihrer Lage verzweifelnd, körperlich und seelisch zu Grunde gehen. Sie steht unter dem Eindruck der steigenden Verzweiflung von Frauen und Angehörigen, die das Ende ihrer unerträg.- lichen Spamrung immer wieder hmausgeschoben sehen, und sie erhebt mit dem Nachdruck und der Eindringlichkeit, die dem Protest gegen zwecklose Grausamkeit und dem Appell an die Menschlichkeit innewohnt. die Forderung, daß mit dem Abtrans­port der Gefangenen unverzüglich begonnen wird.

a* s;-- jcrM1

Experimente zum Zwecke staatlicher Neubssdun-1 Empfindungen des deutschen 23oIEc3 Ausdruck zu QCrt Ist ^bt ferne Zett. geben angesichts der sinnlosen seelischen Marter, zu

m Tas alte Preußen besteht nicht mehr: das'' ' 11 ~ ~ i ~

A^ußen von heute ist der Hort echter Demokratie.

Sem Bestand gewährleistet uns den baldigen Zu­sammenschluß aller deutschen Stämme.

Rheinländer, Nassauer, Hessen, Pfälzer, Bir­kenfelder! Wenn Ihr nickt landftemd regiert wer­den wollt, dann bekämpft alles, was auf eine Ver­mehrung der deutsck>en Bundesstaaten hinzielt.

Und wer jetzt olme jeden inneren Zwang au dem Wege der Zerstückelung staatliche Neubildun­gen fordert, steht mit Recht in dem Verdacht, wirt­schaftliche, religiöse oder parteipolitische Sonder- utteressen zu erstteben.""

Unterricht: nversation, Handels- en, weiland Professor : zu Paris.

iparlacauserle. peditive. S'adresser i esseur 1 l'Ecole dts les de Paris.

irofesseur BresienT . Tous les jours sauf )n causera i bitons teressant.

atz 13au21f®'.

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Gegen die Absondernngsbestrebungen au dem linksrheinischen Gebiet.

Die Dortenschen Loslosungsbestrebungen find noch keineswegs zur Ruhe gekommen, und dieser merkwürdigePräsident"" spielt noch immer eine Rolle. Auch die unter französi­schem Schutz stehenden Wühler in der Pfalz lassen, wenn sie auch an einigen Orten schon Prügel bezogen haben, noch nicht locker. Durch die Blätter gingen in den letzten Tagen ver­schiedene Notizen, wonach auch Kreise der äußersten Linken für Loslösung spittsche ge­wonnen worden seien und dieentscheidende Wendung" nahe bevorftehe. Die französische Regierung trägt sich offensichtlich mit de Hoffnung, daß das linksrheinische Gebiet sic von Deutschland gänzlich lostrennen lasse, und wenn derTemps"" mit seinemselbständigen großen katholischen Staate" vielleicht auch zu einem falschen und unerwünschten Schlag­wort übergegangen ist, so tritt doch die Propa­ganda für den linksrheinischen Pufferstaat un­verhüllt heraus. Verbreitete doch vor einigen Tagen die Havas-Agentur in linksrheinischen deutschen Blättern folgendeMeldung", die wir in derWormser Volksztg."" fanden:

Die Bewegung spitzt sich täglich mehr zu: die jüngsten Ereignisse von Birkenfeld beiweisen es. Das Einvernehmen zwischen den Hessen und den Bewolmem der P fa l z ist vielleicht nicht vvll- fnnmen. Tie Interessen der Leute am Mitt'! rbffn gleichen vielleicht nicht in allen Punkten denen der Kötner, aber alle sind mehr und mehr überzeugte Anhänger von der Selbständigkeit der Rheinland- ftage. Mit einem Wort, wenn sie auch Deutsche zu bleiben beabsichtigen, so wollen sie doch nicht htcln Preußen, Bavevrt, Hessen ober Oldenburger ' fein; keine Maßnahmen von Regierungen, die aus tert rechten Rheinuser ihren Sitz haben, in Emp­fang nehmen. Dr. Dorten verfolgt fett zwei Mo­ralen seine Werbetätigkeit in den Rhcinlcmden. Es wurde ihirt als dem wirklichen Führer des Ahson- berungsqedankens in den Rheinlanden in den Ver­sammlungen zugestimmt, die er Aachen, Eltville, Gau-Bickelheim, Kreuznach, Bingen, Hochheim üsw. ... in Mainz namentlich, wo die Eisenbahner tfnrt ein volkstümliches und arbeiterfoeundlickeS Ansehen gegeben haben. Er kehrt aus Köln zurück, too sein Erfolg in förmlicher Weise bestätigt Wor­te: ist.

Sorten erscheint Mehr und mehr als der wahre Fühoer der rheinischen Zentralisations­partei, die sich täglich weiter entfernt von der preitfäWn Vorherrschaft. Eine wichtige Tatsache ist, daß die unabhängigen Sozialdemo­krat e n in Köln Verhandlungen eingelettet haben, die seinem Werbefeldzug und seinem Charakter eine! neue Wendung geben, die mehr und mehr unab- lüngig von jedem KonfessionsgHanken wird. Jene Äuigung des Zenttums und der Arbetterpatteien ist tes charakteristische Moment ht der gegen­wärtigen Lage. Die Frage bildet sich um und ver- cüisacklt sich zusehends.""

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Erstes Blatt 169. Jahrgang Donnerstag, 21. Äugust 1919

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Line Rede Wilsons.

' Amsterdam, 20. August. (WTB.) Laut Presscbureau Radio hielt Präsides Wilson au der Koichrenz mit dem Senatsausschußfür auswärtige Angeleuheiten eine Rede über den Friedensvertrag, in der er- erklärte: Tas Land, das zu normalen Lebensbe- tinflintgen zurückzu kehren wünscht, und die In­dustrie warteten auf den BesckKuß des Senats über den Frieden, Diese Probleme heischten eine un­eigennützige Zusammenarbeit aller, da die Rückkehr zu iwrmalen Verhältnissen ohsre offen kurrdige Ge­fahr für das amerikanische Volk und für alle na­tionalen Vorteile nickst mehr langer hinausgezogen werden könne. Wttson schilderte dann die infolge des Kriegszustandes in der amerikanischen In­dustrie herrschenden mißlichen Ver­hältnisse und erwähnte als Beispiel die Berg­werke von Missouri, Tennessee und Wisconsin, deren Erzeugungsfähigkeit nur zum dritten Teil ausgenutzt werden könne. Wilson sagte, den drin-' geirden Ansordewngen nach Schmieröl und Baum- niolle könne überhaupt nicht rmchgeliommen werden, da t>ie .vxntdelskcmäle durch den Krieg verstopft seren. Es gäbe kaum einen einzigen Rohstoff, wichtige Lebensmittel oder Fabrikwaren, bei denen es nrcht ebenso stände. Die normale und ettrttäg- lrck:e Erzeugung in den Berernigten (Staaten warte aus. Machest. Dasselbe gelte für die militLrischen Plane. Es können keine Beschlüsse über die Größe der Streitkräste der Vereinigten «Äaaten'zu Wasser oder zu Lande gefaßt werden, oder darüber, welche Polrttk mit Bezug auf die militärische Ausbildung verfolgt werden müsse, bevor Friede sei. Es komme nicht darauf an, daß der briete nur ratifiziert werde, sondern auch, wie er ratifiziert werde: mm emcr Nation allein oder durch eine gemeinsame Aktton aller großen Völker. Tie 9?atiamen, die r^n Fnedensverttag ratifiziert hatten, wie Groß- -ptTtannien, Belgien und Frankreich, würden in der.. Lage sein, ihre Pläne für die Kontrolle der Vcarkte Mitteleuropas zu verwirklichen. Tie Ver­einigten Staaten könnten dabei nicht in Wettbeiverb treten, wenn sie nicht sofort handelten. Sie hätten keine Konsuln, Ageiiten oder Handelsvertteter in Mitteleuropa, die ihre Interessen tvah^iehmen konnten. In Europa seien große Gebiete, deren Ordnung und günstiger Stattls ungewiß seien, bevor die dort tvoynenden Völker die genaue Rege- ung des Friedens und der Kräfte, die sie voll- ttecken und unterstützen werden, kenne. Ohne feste wcarkte tönne die amerikanische Produktion nicht Mit Ueberlogung und Verttauen ixonftotten geben und könnten keine Vereinbarungen über normale internationale Kredite erfolgen, da keine normalat finanziellen Transaktionen oder kein normales Wiederaufleben des Handels erfolgen könne. JeLes Element in den Vereinigten (Staaten,

das auf normales Leben angewiesen sei

hänge von der Rattfikation des Friedens ab und erwarte sie. Die Verzögerung könne für einen großen Teil der Welt verhängnisvoll werden und könne Europa in eine Lage brin­ge n, d t e sogar noch schlimmer fei als die Lage, die der Krieg Europa ge­irach t habe. .Wilson entarte, der Ratifikation künden nur gewisse Zweifel bezüglich der Bedeu­tung und Ailslegung bestimmter Artikel des Völker- bundvertrages im Wege. Er müsse offen sagen, daß er diese Zweifel nicht verstehen könne. Ter Vräsideitt erging sich hierauf in längeren Ausfüh­rungen über Vorwürfe, wie die Monroelehre sei in dem Vettrag nickt ausdrücklich anerkannt worden, durch keine Bestimmung sei festgesetzt worden, daß der Bund nicht das Recht habe, ein Urteil über die Fragen der inneren Politik zu fassen, das Recht des Austritts aus dem Bund sei nicht besonders anerkannt, und schließlich sei das verfassungsmäßige Recht des Kongresses über alle Fragen von Krieg und Frieden zu enffcheiden, nicht genügend ge­wahrt wordeil. Wilson erftärte, bei seiner Rückkehr nach Paris habe der Völkerbund alle diese Fragen von neuem behandelt und jeden Vorschlag der Vereinigten Staaten angenommen. Ter Art. 10 des Völkerbundvertrages sei seiner Ansicht nach das eigentliche Rückgrat des ganzen Verttages. Ohne diesen Attikel würde der Völkerbund kaum etwas mehr als ein einflußreicher Tebattier- k l u b sein. Zum Schluß erklärte Wilson, es sei verschiedentlich in öffentlichen Debatten und in privaten Konferenzen angeregt worden, daß die Auslegung bezüglich des Vettragrs der R-attsika- tion eingegliedert werden sollte. Dem könne man , ich vernünftigerweise nicht widersetzen.

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mit diesen Loslösungsbestrebunben etwas zu tun haben will; hinter den Wühlern stehen zu dem verräterischen Gedanken nur ein-