Ausgabe 
20.8.1919
 
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erkennen.

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116 au^ Waisenrente, 95 auf Anwartschaftsbescheide,

xraziös am Hammel der Liebe und unseres < 43 aus Witwengeld, 6 aus Waisenanssteuer. Un- emporstteg. Alle anderen tvaren Tra-1 erledigt 'wurden in diesem Monat übernommm

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auf seiner Seite haben. Tie Abstimmung crnab Liefet W i. die Aufrechterhaltung des Paragraphen 46, dessen > gisch und graziös Streichung die Demokraten beantragt hatten. Auch! Theaters empors

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^iflnenlagn zil! jtr Künstler, der 1 jütattur crngehört

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Deutsch-nationale Sozialdeünvrcaten U. S. P.

Demokraten Deutsche Volkspartei

der verstärkte Schutz der Verfassung wurde be­schlossen. Ter Paragraph 46 sichert den Einzel- staaten auf alle Fälle einen beträchtlichen Teil der Einnahmen aus den Reichssteuern.

Am Mittwoch geht die Beratung weiter.

Wermar, 19. Aug. (W. B.) Der Haus- Ha l t s a u s s ch u st der Natimmlversammlung hielt heute eine längere Sitzung ab, in der zu­nächst der Reiclisfinanzminister die Vorlage der neuen Neichsanleiye von 9 Milliarden begründete. Der Weg der Ausbringung wurde dabei sehr eingehend bchanselt. Von einer freien Anleihe soll im gegenwärtigen.Augenblick abge- sel>en lverden, ebenso von einer ^wangsanleihe, da bei einer solchen die Verhältnisse der Einzelnen nicht mnilgend berücksichtigt werden könnten. Nach den Vorschlägen einer Anzahl von Bankdirck- toren soll die Prämienanleihe in Stücken zu 1OOO Mark mit Abschnitten zu 100 Mark und 2 Prozent Zinsen ausgegeben werden. 100 Mark sollen mit 110 Mark zurückbezahlt und die Anleihe in 30 Fahren getilgt werden. Die Stücke der Prämien­anleihe sollen steuerlich begünstigt werden, damit so ein befonderer Vorzug und Reiz für die neue Anleihe geschaffen werde. Erzberger wünschte weiter die Genehmigung der Mittel für die in Aussicht genommene Bcamtencntschuldung (1000 Mark für Verheiratete, 600 Mark für Unverheiratete) und bessnach weiter Hilfsmaßnahmen für die Ans- landsdeutsclten. Der Wiederaufbau der Handels­flotte durch die Reedervereinigung soll gefördert werden. Das Gesetz über den Wiederaufbau der Handelsflotte werde dadurch hinfällig.

Weimar, 19. Aug. (Wolff.) Nach dem Be­schluß des Aeltesten-Ausschusses der Nationalver­sammlung wird die Vereidigung des Reichs­präsidenten am 21. August, nachmittags 6 Uhr, stattsinden.

Die AreKtagswahIen.

DaS vorläufige Ergebnis im Kreis Gissten.

Bis Redaktionsschluß standen von den etwa 80 Orten des Kreises immer noch die Ergebnisse von 810 Ortschaften aus. Nach den bisher vor­liegenden Einzelergebnissen verteilen^sich die Stint* men wie folgt auf die verschiedenen Parteien:

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der eigenen Sehnsucht lauschte, die Operette fein.

, Tie Nollen waren wohl nicht neu besetzt. D i e Geisha: Margot Werner. Ter englische See­kadett. der dabei stand und das Gesicht Helene Kallmars hatte, badete sich natürlich, als er sie sah: Japan gefällt mir ausgezeichnet, doch die Mädel noch besser. Tie Molly Seanvove spielte n? r ' Winner, ein lichtfrohes Gestirn, das ener-

Jn der Sitzung endete die dritte Be­ratung des Tabaksteuergesetzes mit seiner Annahme gegen die Stimmen der Deutsch-nationalen und der Unabhängigen. Eine Reih? Von Entschließungen des Ausschusses für Volkswirtschaft auf Abbau der Zwangs­wirtschaft wurde genehmigt. Dann begann die zweite Lesung der Reichsabgabeord­nung. Es entstanden lange Auseinandersetzrm- aen über Unitarismus und Partikularismus. Tie Aussprache brachte einen überraschenden Um­fall. Unter dem Truck des preußischen Veto, daS der Geheime Oberfinanzrat Schwarz einlegte, würde Preußen, so erklärte er, falls die National­versammlung den Paragraph 46 nicht annehme und ihm den Schutz der Verfassung (Zweidrittel­mehrheit) nicht zubillige, auf Grund des Artikels 74 der Verfassung Einspruch im Reichsrat erheben und werde dabei die Mehrheit des Neichsrates

bauten um diese Scligmachenden. PolizeiprMdent und Gouverneur war Rudolf Goll. Gewiß, die Pointen macht er selbst uird es sich mitunter leicht. Aber.schließlich wirft er einen doch um. Tas ist die Hanptstrche. Gott erhalte ihm die Fröhlichkeit wie dem Leutnant Falken die Verliebtheit, die ihm immer noch gut steht. Artur Eugens war nicht nur Chinese, sondern auch Eigentümer des Techauses:In den 1000 Freuden". Tie wurde -er an sein Publikum los. Er besaß zappelnde Hast und Einsick^t in die deutsche Politik. Tas freute alle.

Im übrigen tanzt man in Japan so gut Fox- Trot nie bei uns. Natürlich nur, wenn Mar- guth dazu den Taktstock schwingt. W. B..

«Lietzener Stavttheater.

Neueinstudierung: Die Geisha.

Hier soll die Quittung entgegmgeniommen wer­den. daß es wieder einmal sanros gemacht wurde. Folgendes zauberte die Regie: Pfirsichblüten und bunte Lichte flatterten durch den Lenz der blauen 9iächte, lächelnde Gedanken in die Luft, Geishas wie.Nachtfalter in ihre Träume vom Glück. Tie schimmernde Landschaft Japans trug alles Ge­schehen wie spielerische Grazie und Heiterkeit. Ein lieblicher Spuk in einem Blumengarten, Wirklich­keit in Erdenserne entrückt. Vergängliches, das zum Gleichnis wird, da überall die Liebe singt und siegt. Wie gern will man ja heute Unwahrschein­lichem Glauben schenken. Uird alles war übergossen wie gehoben von koketter, junger, sprungtoller Musik. Tas wollte, wenn man dabei Untertönen

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w. Wetzlar, pteW SSS Aillhen Friedhof Miht und ent Mg der Ulrai «a Msenthalts in

Atts Stadt «nd Land.

Gießen, den 20. Aug. 1919.

Gassperre!

Wie das städt. Gaswerk bekanntmacht, ist es ge­zwungen, durck) den anl.viTtcnifcn Kohlenmangel bis auf weiteres die Gasabgabe von IVs Uhr nachmit­tags bis 6 Uhr abends und von 11 Uhr abends bis 6 Uhr früh durch) Truckverminderung einzuschrän­ken. Während der Sperrzeit ist streng darauf zu achten, daß sämtliche Gashähne vollständig ge­schlossen gehalten werden, um zu verhindern, daß Gas aus dec Leitung ausströmen kann. Tie Sper­rung der Gaslieferung tfti Imrr eine vorübergehende Vorsich tsmastnahme zum Strecken des vorhandenen kleinen Kohlenvorrats; sie wird aufgehoben werden,, sobald das Gaswerk wieder ausreickiLnd mit Koh­len versorgt w-ird. Es liegt im Interesse sämt- lidper Gasverbraucher, daß während der Sperrzeit Gas nicht entnommen wird, weil die Gefahr einer gänzlichen Stillegung des Gaswerks droht. Strengste Sparsamkeit im Verbrauch von Gas ist dringerw geboten. Ein Gasverbrauch Nährend der Sperrzeit hat ohne weiteres Gasentziehung unter Fortnahme des Gasmessers zur Folge.

Deutsche Nationalversammlung.

Nachmittagssitzung.

Weimar, 19. Aug.

Um 4,20 Uhr kird die Sitzung vom Präsiden­ten Fehrenbach wieder eröffnet.

Auf Vorschlag des Aeltestenausschusses be­schließt das Haus, den Ausschuß für b:c Kali- bewirtschastung auch als Ausschuß für die Kohlen* wirtschaft fungieren zu lassen. ~

Es folgt die dritte Beratung des Dabaksbeuer- gesetzes.

Abg. Arnstadt (Teutsch-Natl.): Ein wesent­licher Teil meiner Freunde tarnt sich nicht ent­schließen, dem Gesetzentwurf, wie er jetzt vorliegt, zuzustimmen. Ein Teil und ich selbst werden un­sere Bedenken, so sckMerwiegend sie auch sind, in Anbetracht der ungünstigen Finanzlage zurück­stellen und dem Gesetz zustimmen.

Tas Gesetz wird hierauf mit einigen unerheb­lichen Abänoerungen gegen die Stimmen emes Teiles der Teutsch-nationalen und der Unabhängi­gen angenommen.

Es folgen Wahlprüfungen.

Die Wahlen im, 7. Wahlkreis und die Nach­berufungen im 26. ünd 35. Wahlkreise werden den Ausschußanträgen entsprechiend für gültig erllärt.

Ohne Erörterung tritt das Haus bem' Vor­schlag des Ausschusses für Volkswirtschaft bei, die Regierung zu ersuchen, den Dlbbau der Zwangs­wirtschaft für Gummi alsbald in die Wege zu leiten, sowie einer längeren Entschließung. die im wesentlichen bestimmt, die Zwcmgsbewirtschastnng für Leder und Lederwaren aufzuheben, fernerhin eine Entschließung, die Regierung zu er­suchen, die Ausmahttmg des Brotgetreides sofort aus 81 Prozent herabzusetzen.

Es folgt die zweite Beratung des

Gesetzes über die Rcichsfinanzverwaltung.

Berichterstatter Abg. B u r l a g e (Zentr.) stellt fest, daß auch int Ausschuß die Auffassung, daß die Erhebung der Steuer von den Landesbehörden vorzunehmen sei, vertreten wurde. Der Ausschuß habe aber mit großer Mehrheit anders entschieden.

Abg. Dr. Braun-Franken (Hoz.): In der vorliegenden Frage wurden parttkulare Interessen gegen die in der Nationalversammlung herrschende Auffassung ausgespiclt. Tas Reich denkt gar nid# daran, die Länder oder Gemeinden verkümmern zu lassen. Tie ein gefügten Bestimmungen über die Reichseinkommensteuer in § 46 'würden wir vom demokratischen Standpunkt aus am besten einfach ablebnen. Wir haben aber der Auffassung der Regierung begründete Achtung gezollt und werden ihrem Wunsche Rechnung tragen.

Abg. Tr. Becker-Hessen (D. Bp.): Die Ein- »elstaaten verlieren tatsächlich durch die Neuorgani- lation die Grundlage ihrer Existenz und leben nur, soweit ihnen das Reich entsprechende Zuwen­dungen überläßt. Damit geht auch ein Teil der Hohettsrechte der Einzelstaaten verloren. Wir gehen auf dem Wege der Berreichlichung all:r unserer Einrichtungen ein großes Stück weiter. Die Regierung hat behauptet, die Steuervrran- lagimg habe im Reich nicht gleichmäßig funk­tioniert. Namentlich in Preußen sei viel zu wün­schen übrig geblieben. Werden nun die Reichs- tieWbeif gründlichere und gleichmäßigere Arbeit leisten? Ter Beweis ist nicht erbracht und Tarnt tticht erbracht werden. Tas kann nur die Zu­kunft. Im übrigen kommt es nicht auf eine pa­pierene Organisation, sondern auf praktische Ar­beit befähigter nnb arbeitswilliger Männer an. Es kann leicht fein, daß die Neuordnung durch das Reich ritte Verschlechterung bedeutet. Für Preu­ßen ist es z'.veifelhaft. Für Süddeutschland möchte ich eS sicher behaupten. Seltsamerweise setzt sich für die Reichsiorganisation nur die Reichsfinanz­verwaltung ein, während die Sachverständigen der Einzelstaaten aus sachlichen Gründen für die bis­herige Landesorganisatio-n eintreten. (Hört, hört rechts!) Für die Uebergairgszcit empfiehlt sich die restlose Uebernahme der Beamten der Einzel- ftaaten, weil sie über eine vorzügliche Praxis ver­fügen, in die Reichsverwaltung.

Schon dieser vorläufige Ueberblick zeigt gegen- Weü den letzten Wahlen einen gewaltigen Ruck nach rechts. Den 10 260 Stimmen der Rechts­parteien stehen nur 8136 sozialistische und unab­hängige (Stimmen gegenüber. Auch mit Einschluß der Demokraten erreicht die Linke mit 9965 Stim­men noch nicht die Mehrheit. Da es sich bei den ausstelienden Ergebnissen meist um kleine Ort­schaften handelt, deren Wähler überwiegend für die Stadt- und Landliste stimmen werden, dürfte sich das Bild noch etwas zu Gunsten der Rechtspar­teien verschieben. Es ist also eine Mehrheit der Rechten int neuen Kreistag gesichert.

Kreis Büdingen.

fcfcn für das Ten hinten Werhto ^Neumann ftte Soltzatengest Uh-urrs Fritz M

Se toittr« und Bat oz.Marburg ! Marburg roirb Kvrimnaen sollen auch die B. «den. d. h. sie lorf kommt, dH in ihrer Tat Storbnintg ge om, daß es bei Mn TmM « Marburg, 1 Mim Nacht mn ii M dem 14. H sÜbilberTer ausgel dz. Marburß ä Ni haftst

Wit n och Mi itägt-ftfängn^i . . )lankfurt m Nachrich der Miet- Md, daß Kl apgnungen n; Äaungsamtes an

-Frankfu ttnbfli ©mter m, stei Schulen z ist eine Berlä S^rt Dagegen 'M

Ä ö fl n a u, 2< Meiterstreik i M Aden, sich o |® crge! W Abschluß getom

2216 Anträge, so daß 3087 Rentengesuche in Be­arbeitung standen. Es fanden Erledigung 81D Anträge durch Bewilligung, 115 Anträge durch Auwartschaftsbescheid, 48 Anträge durch Abler- nung, weil unbegründet; 87 Anträge durch andeie Weile Zurücknahme uw. Als unerledigt mußten 2036 Anträge auf den Monat August d. I. über- iwmmen 'meröen. Ende Juli 1919 waren in verschiedenen Anstalten 428 Kranke unter gebrockt.

** Nach Serbien, Kroatien und Slawonien sind gewöhnliche und eingeschrie­bene Briefsendungen jeder Art und Zci- tungen technischen und wissenschaftlichen Inhalts z u g e l a s s e n.

** Tie diesjährige Schlußprüfung der Kandidaten der evangelischer, Theologie hat gestern vormittag in den Amtsräumen des Oberkonsistorftrms ihren Anfang genommen. Es beteiligen sich daran acht Exami­nanden, die sämtlich im Heeresdienst gestanden haben. Von ihnen sind 1 aus Starkenburg, 4 aus Oberhessen, 1 aus Rheinhessen und 2 aus Frank­furt a. M.

**DiereligiösenVortrLgevon Pre> biger R. Rall finden vorerst im Saalanb.ru vom Gasthaus Kronprinz, Ecke Licher- und Wolf- straße, ihre Fortsetzung und zwar leden Donners­tag abend 8lA Uhr. Das Thema für Donnerstag ist:Gottes Evangelium und sein heiliger Geist".

** Die aus El saß-Lot hringen Vertriebenen haben, wie aus dem Anzeigen­teil ersichtlich, ihre nächste Zusammenkunft nicht am Donnerstag, sonderrr am Freitagabend, worauf wir wunschgemäß Hinweisen.

Landkreis Gießen.

)( Mainzlar, 18. Aug. Iw nahen Scha- benberg finden unter der Leitung des Lehramts­referendars Kunkel aus Gießen Aüsgrabuw gen statt. Es wurden bis jetzt einige Gräber einer altgermanischen Siedlung aufgedeckt. Gesunden wurden eine Menge Scherben von Urnen, auch einige, nochgcrnz gut erhaltene, Schüsselchen waren darunter. Wetter fand man einen Halsring, eine Spange und ein Steinbeil.

g. Rüddingshausen, 19. Aug. SonMag- den24. August findet hier die Beigeordnetem wähl statt. Während in den meisten Orden Kommunalwahlen ihren Abschluß schon gefilmten! haben, ist man hier noch nicht so wett, weil gegen die Bürgermeisterwahl, die bis jetzt noch nicht be­stätigt ist. Berufung eingelegt worden war.

[1 Watzenborn-Steinberg, 20. Aug. Am 6. August wurde unser neugewählter Bür­germeister, der bisherige Finanzamtsgehilfe Karl Schäfer von.hier, durch Herrn Regi> rungsrat Hemmerde aus Gießen in sein Amt emgeführt. Unser bisheriger Bürgermeister Bal« thasar Hirz V. hatte eine Wiederwahl abgelelM, da es.ihm fein Beruf als Landwirt und seine häuslichen und Familienverhältnisse unmöglich machten, das arbeitsreiche Amt ferner zu ver­walten. Ter Krieg hat ihm den einzigen Sohn und den ins Lmus eingetretenen tüchtigen Schwie­gersohn entrisseir. Achtzehn Jahre lang tjat Hirz das Bürgermeisteramt treu und gewissenhaft ge­führt nno ist jedem ein Berater und Helfer gewesen, der seine Dienste in2lnspruch nahm. Die.Gemeind ist ihm viel Tank schuldig. Namentlich hat er in den langen Kriegsjahren eine schwere Last g> tragen und das Interesse seiner Gememdeangc- hörrgen erfolgreich, vertreten. Möge ihm der Be­weis seiner treu erfüllten Pflicht für sein femeiej Leben zum Segen und zur Freude gereichen. Tem neu eingetretenen OrtSoberhaupt Schäfer wünschen wir für seine gerade in unterer betregtep Zeit nicht leichte Aufgaben viel Kvaft und Freudig^ kett und Geduld!

Kreis Schotten.

Q Schotten, 20. Aug. Die Sache deö Hessischen Bauernbundes macht in unserem Kreise Wetter lebhafte Fottschritte. Im benachbarten Eichelsachsen entstand eine neue Ortsgruppe mit 80 Mitgliedern.

Ö Gedern, 19. Aug. In der gestrigen Generalversammlung des an den Rhein-Maini- schen Verband für Volksbildung angeschlosseiren hiesigen Volksbildungsvereins erftattete der Vorsitzende Hosvrediger Widmann den Be­richt über die Arbeit des Vereins in den Jahren 19141918. Vom Rechner wurde der Kassen­bericht vorgetragen. Im kommenden Winter soll die Vereinsarbett, die naturgemäß in dec langen Kriegszett notgelitten hatte, wieder tatkräftig in Angriff genommen werden. Als erste Veranstal- ttrng wurde ein Volkslieder-Abend in AussiÄ genommen. Ta der Vorsitzende wegen Arbeits­überlastung fein Amt niederlegte, wurde an seiner Stelle Lehrer Schnier le zum Vorsitzenden bd Vereins gewählt; der bisherige Vorsitzende über* nahm das Amt des Stellvertreters: zum Schrift* führer wurde Kaufmann Leopold Vöhl gewählt, zum Rechner Kaufmann Ludwig Samuel, gv Beisitzern Kreisstraßenmeistec Fink und Apothcm Veesenmeyer.

Kreis Friedberg.

Eine Vauernversammlung in Kirch-Göns

I Kirch-Göns, 20. Aug. Eine Bauem- versammlung fand am Sonntag im Gasthaus M Stern statt, die außerordeittlich stark besucht ton Rckdner war Prof. Dr. Werner-Butzbach. Irr sprach über die völlig unberechittgte Hetze, die gegsf die Landwirte getrieben würde, obwohl diese mäh- des Krieges fast übermenschliches zur Volksernöh rung geleistet hätten. Tie Kvmmumrl- Und Vich- handelsverbände seien zu beseittgen, da , sie alb landwirtschaftlichen Produkte ungebührlich ver­teuerten. Der allmähliche Abbau der Zwangswrck- fchaft sei von der Regierung in sichere Ausftl/ gestellt, und bis dahin sollten die Landwirte vm und ganz ihren Verpflichtungen nachkommen. Du Bauernstand solle sich zu einer festen Orgamsatm zusammenschlleßen, wie dies der hessische Bauertv bund bezwecke, damit die Interessen der Landwut- schäft gewahrt werden. Der Vorsitzende der hiest'M Ortsgnrppe R. Müller dankte dem Rednrr. Landwirt B o l l e-r (Lang-Göns) erinnerte an W. Tätigkeit Dr. Böckels vor etwa 25 bis 30 Jahren, für die Interessen der Landwitte habe er Ver* Intögien und Gesundhett geopfert. Der Redner in der Ueberzeugung, daß das deutsche Volk mis selE jetzigen Not wieder den Weg jicm: Ausstieg fm.en' werde, wie aus 1807 das Jahr 1813 gefomnai! sei, so werde auch jetzt Deutschland wieder sich oirs* schwingen. Dazu fei aber zuerst Arbeitsioilligleir aller Deutschen nötig. L. Gerhardt hebt die Leistungen Dr. Wencers als früherer Reichstag abgeordneter hervor und dankt ihm für dce Ver­fechtung der Interessen des Bauernstandes. Dato! kommt er aus Dr. Böcke! zu spreck>en und regt an, daß in jeder Bauernversanlmlung für den. verdien ten Bauernführer für eine Dr. Böckel-Stiftung ge­sammelt werden solle. Dieser Vorschlag faitb m* fettige Zusttmmung; eine Sammlung der l)te)iga|i Ortsgruppe erbrachte 77 Mk. , )

Rl. Friedberg, 20. Aug. Me wrr cni

** Amtliche Personalnachrichten. Dem Lehrer Otto Weber zu Glashütten, Kreis Schotten, wurde eine Lehrerstelle an der Volks­schule zu Ober-Ramstadt, Kreis Darmstadt, und der Sckmlamtsaspirantin Nannchen Bentheim aus Bickenbach eine Lehrerinstclle an der Volks­schule zu Albach, Kreis Bensheim, übertragen.

** Amerikanischer Speck gelangt heute in den Metzgergeschäften der Stadt Gießen zur Vetteilung.^res siehe Anzeigenteil.

** Geftohlen wurde in der Zeit vom 12. bis 14. August aus einer hiesigen Klinik eine Oelimmersion und ein starkes Vergröße- rungsobjcktiv, Stärke 6. Der Wert beträgt 800 bis 1000 Mk. Vor Ankauf wird gewarnt. Sachdienliche Mitteilung an die Kriminal-Ab­teilung erbeten.

** Ersatzlebensmittel aus dem Ausland werden neuerdings häufig ange­boten. Es werden auch Angebote, die im Aus­lande gemacht werden, wettergegeben, ohne daß eine Genehmigung der zuständigen Er- fatzlebensmittelftelle eingeholt oder erteilt wäre. Nach der Vewrdnung über die Geneh­migung von Ersatzlebensmitteln ist ein der­artiges Angebot strafbar. Das Reichsernäh­rungsministerium läßt deshalb von neuem hierauf Hinweisen. Ersatzlebensmittel dürfen nur dann gewerbsmäßig angeboten, feilgehal­ten, verkauft oder sonst in den Verkehr ge­bracht werden, wenn sie von einer Er­satzlebensmittelstelle genehmigt sind. Dies gilt auch für solche Lebensmittel, die aus dem Auslande eingeführt sind.' Die Genehmigung ist von dem zu beantragen, der die Lebensmit­tel einführen will. Will ein anderer die Mid- tel unter seinem Namen in den Verkehr brin­gen, so muß er den Antrag stellen. Zuständig lst die Ersatzlebensmittelftelle, in deren Bezirk der Antragsbcrechtigte seine gewerbliche Hauptniederlassung, oder in Ermangelung einer solchen seinen Wohnsitz hat. Außerdem gehört dazu die Bewilligung des Reichskom- misfars für Aus- und Einfuhrbewilligung, die heute im allgemeinen für Ersatzlebensmittel nicht erteilt wird.

** Der Aufsichtsdienst im Fern­sprechbetrieb soll in Zukunft nur von be- fanders diensttüchtigen, geistig und körperlich reg­samen und gewandten Gehilfinnen versehen werden, die sich durch Bestimmthett im Auftreten, durch Umsicht und Sachkenntnis dem Schrankpersonal gegenüber durchzusehen verstehen und sich auch den Teilnehmern gegenüber richtig zu benehmen wissen. Geeignete Beanttinnen sotten durch möglichst riet» fettige Beschäftigung bet der Auskimfts-, Be­schwerde- und Störungsstelle, durch Hilfeleistung bei technischen Prüfungen an den Umschalteschrän- ken und im Umschalteraum und zur Unterstützung der Oberaufsichtsbeamten besonders vorbereitet werdet:. Unter Umständen folfen auch Ausbildungs­kurse eingerichtet werden. Nach einer mindestens halbjährigen Probebeschastigung erfolgt dann die endgülttge Uebernahme in den Aufsichtsdienst. Die Aufsichtsbeamten werden durch ein äußeres Ab­zeichen auf der Dienftbluse, etwa in Form eines Txessenstreifens auf dem linken Oberarm, kenntlich gemacht. Sie erhaltet: nackf einer einjährigen ein­wandfreien Tätigkeit als^lufficht eine nicht ruhe­gehaltberechtigte Stellenz^age von 120 Mark jähr­lich. Die Zulage kommt aber nur für verantwor­tungsvolle Aufsichtsgeschäfte in Betracht. Maß­gebend sott nicht der Umfang sondern die Bedeu­tung der Tätigkeit fein.

** Das Landesamt für das Bil­dungswesen ersucht wegen der großen Bedett- tuitg, die der Volksbildung im Volksstaate zu­kommt, daß ihr für ihre Tätigkeit überall ent» fprcchetche Räume zur Benutzung berettgrstellt wer­den. Es ist dringend erwünscht, daß der Volks- 'bÜbungsarbeit die in den Gemeinden vorhan- benen Turnhallen, Gemeindesale und dgl. zur Verfügung gestellt werden. Das gleiche güt auch von den Aulen der Universitäten, der Technischen Hochschulen, der höheren Lehranstalten und son­stigen geeigneten Sälen der Volksschulen. Wegen den Kosten für Heizung, Beleuchtung, Reinigung und .Abnutzung sind mit den Seitungen der An­stalten bzw. den Gemeinden Vereinbarungen zu treffen.

** Bei der Lau des Versicherungs­anstalt des Freistattes Hessen sind im Monat Juli 871 Anträge eingegangen und z,var 415 An­träge auf 'Invaliden- und Krankenreute, 135 air Altrrsreitte, 61 auf Witwen- und Willvcrreitt»,

Nachrichten in der Kriegsgefangenenfrage ent» legenjutretett.

Der Reichskanzler legte in ausführ­lichen Darlegungen die 5)altung der Regierung in dieser allen Deutschen ohne Rücksicht auf die Partei- ftelluug in gleicher Weise am Herzen liegenden Frage dar. Er betonte das fortwährende Bestre­ben der Regierung, bei jeder Verhandlung die För­derung der Heimkehr der Kriegsgefangenen in den Vordergrund zu stellen uns erörterte den partcipvlitisck)en M ißbranch, her mit dem Schicksal der Kriegsgefangenen getrieben wird. Vor allem sagte er jegliche Unterstützung der Schritte zu, die von den Frauen selbst unternom­men werden sollten, und versprach die Entsendung einer Frauenkommission nach Ver­sailles^ die sich an Ort und Stelle überzeugen solle, daß tatsächlich von der Regienmg jede Möglichkeit ausgenutzt worden sei, nnb daß es nicht ihre Schuld sei, wenn die deutsche Kriegs- gesangenenkommission in Versailles bis jetzt nicht zu Verhandl:mgen gekommen sei.

Der Minister des Aeußern ergänzte diese Llnsführungei: noch an Einzelheiten und schloß sich der Versicherung des Reichskanzlers mit allem Hochdruck an. Tie Abordnung ver­abschiedete sich mit mehrfach wiederholtem Dank und lebhafter Zustimmung zu der Bitte des Reichskanzlers, nunmehr gegen falsche Gerüchte nnb die Verhetzung im Lande energisch aufzu­treten. Tie Nationalversammlung wird sich mit allen ihren Parteien in bei: nächsten Tagen burch eine Resolution den Bemühungen der Regierung anschließen.

Bauenchund

Dem.

Soz.

Büdingen

193

91

206

Düdelsheim

103

9

172

Vorbach

21

3

8

Hirzenhain

48

9

107

Menkenfritz

37

2

58

Gelnhaar

n

47

53

Usenborn

57

20

25

Wenings

70

109 '

21

Höchst a. d. N,

5

35

68

Altenstadt

90

120

160

Wolf

88

8

22

Mittelgründau

74

1

5

Obe»-Mockstadt

98

30

Echzell

277

10

121

Orten berg

65

50

94

Bergheim

47

17

7

Bleichenbach

61

18

31

Eckartsborn

54

12

30

Lißberg

23

8

30

Schweickartöhausen

67

7

6

Stockheim

52

19

65

Selters

85

4

26

Wippenbach

30

1

3

D:e Wahlbeteiligung war wegen der Unbe- (iebtbert der Listenwahl durchschnittlich schlecht, die

Wähle:: selbst lassen deutlich einen Ruck nach rechts

Kreis Friedberg.

Bauern- Sog. bd.u.H.V.

D.D.

Dem. Zentr.

Vilbel

98

1295

9

361

60

Pohl-Göns

147

66

Kirch-Göns

120

51

- 9

Holzyausen

212

154

24

6 eiben bergen

28

262

22

23

192

Oppershofen

46

11

r »

195

Knicken

98

107

5

Steinfi- th

111

69

11

Petterweil

136

148

Nieder-Wöllstadt 151

244

1

19

2

Ockstadt

188

12

6

153

Torn-Assenheim 57

27

55

Brrlchenbnücken

82

95

9

5

Ober-Möllen

178

283

328

Hock-Weisel

96

28

_

4

Wölfersheim

130

117

10