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genommen Weiterbe^atung Tonners- rag 3 Uhr, außerdem Drätenvorlage und

Anträge.

tragt, die ALfetzang der Hshenzollern ta der Verfassung besonders feftyulegen. Nach wei­teren Ausführungen der Adgg Dr. Fried­berg (Dem.), Dr. Leidig (D. Bpt) und Wa. Heilmann (Soz.), die sich gegen die Anträge der Unabhängigen aus sprechen, wer- den bt£ Paragraphen 1 und 2 unverändert nach den Beschlüssen der Kommission an-

Aus dem Reiche.

Die neuen Reichssteuern.

Berlin, 19. März. (WTV.) Die .v I.' meldet toer die neuen Steuern, daß die Neichsoer- nnfigungsfteuer sich gleichmäßig auf Theater, Ainos, Konzerte, Bälle und Fahrmarktsbelustigungen erstreckt. Geplant fei die Besteuerung der Eintrittskarte, die von 10-30 und mehr Prozent gestaffelt wird. Die neue Tabaksteuer fei als Danderolensteuer auf Sirren gedacht. Die Grundroechselabgabe stellt die einheitlichung aller bisherigen (Brunbumfa^fteuetn

Die Spielkartensteuer wird wesentlich ver­schärft. Die Beichserbschaftssteuer soll auch auf Descenbenten und Ehefrauen ausgedehnt werden.

Wie die ,B. 3-e ferner hört, ist beabsichtigt, aus Aewiffen, auf Grund be» Lebensmitlelabkammen» ein« geführten Leben»mittel, besonders Fett und Speck, Reserven anzuleaen, um denjenigen Schwerarbeitern, besonders im Bergbau, bte ihre Arbeitsleistung von Monat zu Monat steigern, Prämien in Levens- mittel» gewähren zu können.

Ta» Vffiz1er»1afino.

Berlin, 17. Mar». Wie eine Korre­spondenz mitteilt, wird in einem Erlaß der Heeresverwaltung angeordnet, daß die Of- fizierkasinos in allen Garnisonen von den Soldatenräten umgehend freien geben seien. Es wird besonders Darauf hrngewiesm, baß die Offizierspeiseanstalten lediglich den Offizieren zur Verfüguna stehen. Um die Fest­stellung des Scl)odensersaHes und deS dafür haftbaren Teils zu ermöglichen, soll die Uebernahmc der Speiseanstalton durch eine gemischte Kommission erfolgen. Im dringen­den Interesse der Sparsamleit liegt es, wenn die Offizierkasinos, soweit sie dem Fiskus gehören, möglichst eingeschränkt werden, d. h. nur Räume aufweisen, die für wirtschaftliche ßtoerfe, für Einnahme der Mahlzeiten und dienstliche Obliegenheiten (Vorträge usw.) nötig sind. Alle übrigen Räume sind mit Genehmigung des Kriegsministerinms ander­weitigen Zwecken nutzbar zu machen und zwar an Orten, wo Wohnungsmangel herrscht, in erster Iinie zu dessen Behebung, zum Beispiel durck Unterbringung von Geschäftszimmern, die jetzt in Privatwohnungen sich befinden, oder durch Einrichtung von Büchereien, zu Beratungszimmern für die Dertrauensaus- Rund dergleichen. Aufgehoben wird fer-

Kommandierung von Unter­offizieren und Mannschaften für Küche und Bedienung. Den Offizieren ist es überlassen, ob sie den ganzen Virt- sHastsbetrieb einem Oekonomen oder Gast­wirt übertragen und diesem auch die Stellung deS ffiüdjen- und Bedien ungspersonals über­lassen wollen, oder ob sie die ganze Bewirt­schaftung selbst in die Hand nehmen und das Personal aus eigenen Mitteln anwerben wollen.

I Darm stadt, 19. März. Der preu­ßische Minister für öffentliche Arbeiten hat die Ei enbahndirekttmt in Mainz ermächtigt, Frei ahrscheine für die Mitglie- der der hessischen Volkskammer auszustellen.

Parteitag bttHessischen Volkspanei"

Der erste Parteitag der Hessischen BoHSvartei La.rdesverbandeS der Tmtidmctlonalm Volks- mrtei) Ivurbe am 12 März in Frankfurt a. M, imThomasdräu" abgeboltrn. Ueber 200 Partei- Vertreter, darunter zahlreiche Damen, halten sich «ud Starkenburg und Oderhcssen ängriuribcn.

Aus Oessen.

Au» dem Finanzausschuß.

D a r m st a d t, 19. März. Der Finanz- auöschuß fuhr heute in der Besprechung mit der Regierung fort. Kap. 68 (Arbeits­nachweis) wird einstimmig angenommen. Bei Kap. 76 (Landwirtschaft entspinnt sich eine Reblaus de batte, wobei die Regierung starke Maßregeln befürwortet. Die Versohung der rheinhessischen Beschälsdationen mit Hengsten wird von der Regierung zuaesagt. Bei Kap. 76a (Landwirtschaftskammer) wird die Auf- nähme der Schafböcke in das Körgesetz in Aussicht genommen. Bei Kap. 76 gehen die Ansichten über die Braunkohlengrube Prinz von Hessen auäcinanber. Die Gutachten tmdcrspreckten sich. Hauptsächlich kommt die Stadt Darmstadt als Abnehmerin in Frage. Die Sache soll noch einmal geprüft werden. Die Kap. 77 (Kunststrahon), 81 (Gewerbe- aufsicht), 84 (Zentralstelle für Gewerbe) wer­den genehmigt. Bei Kap. 89 (Gerichte^ wird über Die schlechten -Instellungsverhäldnisse der ?>ilfSgerichtsschreiber geklagt. Rach anger Debatte einigt man sich statt der im Voranschlag eiirgestellten 150 HilfSgerichts- schreiber 180 anzustellen. Bei Kap. 90, 91 (Strafanstalten) wird die Klage über den zu Hohen Ansatz der Dienstwohnungen er­örtert ; da die Verhältnisse in den einzelnen Anstalten sehr verschiedeit ftnb, wird der Re­gierung die Regeluna im einzelnen über­lassen. Kap. 101 (Forstwesen), 102 (Kataster) werden erledigt Bei Kap. 107 (Betriebs­krankenkassen haben es abgelehnt.

seS Auslösung der Betriebskrankenkassen und Angliederung an die Ortskrankenkassen. Die Regierung wäre diesem Durrsche nicht ent- gegen, aber die Ausschüsse der Bettnebs- kranikenkassen hat e» abgelehnt.

Rach VegrtltzunaSwvrten de» Fabrikanten Karl K l i n g s p o r - Offenbach berichtete 6cnrinar- tthrer Leuchtgens- Fri^)berg über die Organ»- fation der Partei, deren Aufbau in Or s :ruppen, B^irks^ruppen und Provinzverbänden äu erwtgen har. Du Prvvinzverbonde treten zum Landesrer- band zusammen. Für dessen Leüung ist ein enge­rer unb erweiterter Vorstand vorgesehen. Ter engere Vorstand besteht aus drei Vornveroen und acht Beisitzern 2ein erweiterten Vorstand gehören an: der engere Vorstand, sämtliche Abgeordnete de-. Partei in Hessen und d« Borsitzettden der Orts­gruppen. Letztere können außerdem für je 300 Mit­glieder einen weiteren Vertreter in den fSorftane wählen. T« oberste Instarrz der Partei jist bei Parteitag, der jedes Jahr mindestens einmal ein- Aubmifen ist. Tie Festsetzung der Höhe des Jahres­beitrages wird den Ortsgruppen überlassen. We­gen Anstellung eines Parteisekretärs und Schaffung einer Parteipressle werden seitens des Vorssande- Verhandlungen eingeleitet werden. Bei dc r Beratung deS Namcnr, den bi: Partei in Hessen fuhren soll, wurde von verschiedenen Rednern gc- sordert, den einheitlickten NamenTcutfdytatto- nalc Volkspartei" ausschließlich enunvenben. Von anderer Seite wünscht man die DrzcichnungHessi­sche Volkspartei (Landesverband der Teutschnalio- nalen Dolksparteii". Cs wurde beschlossen, die Entscheidung dem Vorstand ond einem späteren Parteitag zu überlassen. In den Vorstand tzer Partei wurden gewählt: Fabrikant Karl Kling por- Osstnbach, 1. Vorsitzender; Professor Dr. Werner- Butzbach, 2. Doriiyender: Landtagsabgeordncter Brauer-Ober-Ofleiden, 3 Vorsitzender. Ferner Rechtsanwalt Meisei-Tarmstodt, Pfarrer Pabst Worms und Oberpost:ekretär Kohlhaie-Güßen als Vertreter der Prvvirnverbände. Außerdem fol­gende Beisitzer: Frau Witterstätter-Darmstadt, 6k- ncral v. Dahn-Darmstadt, Bürgermeister Krebs- Kleestadt, die Landtagsabgeordncten Fenchel-Ober- börgern und Dorßch-WölierSsheim, Pfarrer Fritsch- Ruppertsburg, Seminarlehrer LeuckstgenS-Fi ied- berg. Ein Vertreter für Rheinhessen wird später gewählt werden. Der als Gast anwesende Lehrer M a r t r e l l - Frankfurt schilderte die Erfolge der 5i>eutschnationalen Partei in Frankfurt imb for­dert auf, den nationalen Grdanken zu M:gen und den Zielen der Partei ourch Einigkeit '.;um Siege g*u verhelfen. Ansclsticßend hielt Professor Dr. Werner einen Vortrag über die politrsche Lage im Reich. Durch jahrzehntelange unterirdische Ar­beit sei es gelungen, das stolze iBismarckreick zu unterwülsten und es, nachdem die Front von hinten erdolcht war, zum Zui'amimenbrtrch zu bringen. Aber nicht nur das Reich, auch die Internationale und der Sozialismus feien zusammengebrvchen. Der DölkerbundSgedanke sei ein großer Betrug, der 'Sozialismus bankerott. Die Sozialisierung sei das Grab des freien Unternehmertums, das mein leiste als ein sozialisiertes Unternehmen, Atzt wird wie­der nach dem Unternehmer gerufen und zu den Machtmitteln des alten Systems gegriffen. Jede Revolution neigt zum Radikalismus, bis der Na­poleon kommt, der sie niedertritt. Der stlbstandige Mittelstand müsse erholten werden. Ter Indu­strialismus habe die Menschen vielfach zur Ma­schine herabgewürdigi. Ein Volk von Selbstwirt­schaftlern müssen wir nrieb erwerben, nicht ein Volk von Beamten, Fabrikarbeitern und Sorent- nern. Die Besten imb Tüchtigen müssen «nach oben. Hinwea mit bem Geist der -Ramsclibasare! Eine gesunde Mischung der landwirtschaftlichen Be­triebe ist nötig, barirm zurück jur Mutter Erde und zum freien Mittelstand. Dann wird es wieder flut werden um Land und Volk. Der Vortrag sand stürmischen Beifall und Zustimmung, so baß von einer Aussprache abgesehen wurde. HinsickN- lich der FrageGrosthessen" lehnte der Parttitag cd ab, sich an der Zerstückelung Preußens zu be­teiligen.

Der Kampf gegen den Bolschewismus.

Herr Professor Messer, der bereit- rnchr- sach in Versammlungen auf die Gefahr der bvl- sckrewistischen Idee hingnoicsen hat, im Übrigen in der Beurteilung bet Soüalöemuhxrie mit un­seren Ansichten nicht völlig übcreinfiimmt, fasst seine Ansicht nachstehend nochmals kurz zusirnnnen:

Was es bedeutet, den Gegner zu unterschätzen, haben wir im. Krieg gegen die Bereinigten Staaten erfahren. Wir würden im Kampf gegen den Bol- sck)ewismuS denselben Verhängnis^ ollen Fehler be­gehen, wenn wir die deutschen Bolschewisten, die Leute vom Spartakusbund, für eine Rotte von Verbrechern hatten wollten. Gewiß, verbrecheri- sckres Gesindel in großer Zahl hat sich ihnen zu- gesellt, aber zu den Führenden gehören Mensckxn, oie in opferwilliger Hingabe für eine Idee kämpien. Ideen aber lassen sich nicht mit Hand­granaten widerlegen. Greisen die Spartakisten zur Gewalt, so muß ihnen mit Gewalt cntgcgrngctretcu werden. Aber gegen ihre Idee muß mit geisti­ge n Waffen gestritten werden. Und diese Kampfmittel nickst gering zu achten, ziemt beson­ders der akademisck»en Fugend, da sie zum geisti­gen Fühvertum des Volkes berufen ist.

In der leitenden Idee stimmt der Bolschewis- stniS insofern mit der Sozialdemokratie überein, als auch er durch Vergesellschaftung der Pro­duktionsmittel jede Ausbctttung, jedes Schma­rotzer- und Drohnentum beseitigen und ein Reich der Gerechtigkeit und Liebe herbeisühren will. ?lbcr während die Sozialdemokraten aus dem Dege der Demokratie, des allgemeinen Stimmrechts und damit der Freiheit den sozialistischen Zukunft-- ftaat in organischer Entivicklung erstehen lassen wollen, beabsichtigen die Spartakisten dies durch eineDiktatur des Proletariats" oder richtiger: durch eine Gewalt Herrschaft ihrer Anhänger und eine Entrechtung aller übrigen Hier enthüllt sich bet scharfe Gegensatz des Bolschewismus zur Sozialdemokratie, der freilich von denUnabbän- nvh*n" nicht gesshnn oder nicht gewürdigt tmrb. Hier liegt auch der verhängnisvolle Irrtum des Bolschewismus: sie wähnen ein Reich der Gerech­tigkeit nnb Liebe verwirklichen zu können durch Gewalt? Hier versteht man ober auch warum selbst unter den deutschen Studenten und jun­gen Literaten schon so manche dem Ool- schewi-mus funeigm. In dem Ungestüm und der Glut ihres Jugendlichen Idealismus wollen sie den von ihnen beiß ersehnten Endzustand ohne jetrn /Aufschub und mit einem Schlag herbei zwingen Durch Zertrümmerung des heutigen Staates nnb völlige Vernichtung bet kapitalistischen Wirtschaft. Sie legen wenig Gewicht darauf, daß sie durch Androhung «der Entrechtung aller ihrer Gegner deren verzweifelten Widerstand und Damit den Bürget krieg Hervorrufen , sie ftnb blind da­für, daß « durch eine überhastete Soniahfierung der Produktion In unserer gegenwärtigen jammer­vollen Lage eine wirtschaftliche Kaia- strophe herausbeschwören, die unsere städtische Bevölkerung gerade zu mit bem yuneertobe bedroht.

Da- bte rücksichtslose Durchführung dos bol- rrfrnni'nfd'en Programms bedeutet, das zeigen uns die emsetzlichen Zustande in Rußland, daseiifdon über ein Jahr unter der Herrschaft bet Bolfmewikt steht Ein erschütterndes Gemälde davon bat bei russische Sozialist Timitrn Gawrowskv in sei­ner SchriftTie Bilanz des russischen Brlschewis- muS" 'Berlin, Cassirer 1919. auf Grund bolsche­wistischer Quellen jüngst entworfen. Riesengroß er­scheint da die iöefahr, die unserem armen Vatev- lande durch b-lsckxrriil.schcn Fanatismus ron außen und Innen droht. Gleichgültigkeu und Leichinnn ihr gegenüber wäre Vaterlandsverrat. lAles kommt darauf an, sie reck>tzeitig zu bekämpfen mit den Waffen des Geiste*, und Ernenn es sein Muß) mit den mUitarijchen Mackrnntteln be» Staate».

*) Hingewiesen sei hier auf dieAntibolsche­wistische Liga", Berlin 33 35, Lützowstraße 107, wohin BeitrittSerllarungen zu richten sind.

Au» S<aM und Lc-nd.

Gießen, 20. März 1919.

Das Kreisblatt

wird infolge ber Papiernot fortan vom (Jjie^cncr Anzeiger getrennt als Amtsoerkündigungsblatt f ürbieprooln jia fblreftlon ©berief fen nnb für bas Kreisamt Gießen erfdfeir.cn. vom 2\. März ab bis zum Monatrschlusi wirb bas 2Imtsvertünbigung$h!att allen Lesern im Kreis Gießen mit bem Gießener Anzeiger zu- gcftefli. Dom April ab erhalten es nur die­jenigen veziel er, bie es ausbrudlid) bei ihrer 3Uftänbiaen possst lle ober bei ihrem Brief« träeer bestellen. Ser Bezugspreis f:tr bas Amts- erlünbitiuitgsbla t be ragt Ml. 2.50 viertel- jährlich Ls erscheint 2 bis 4 mal wöchentlich, nach B bars, unb zwar IRont gs, Dienstags, Donnerstags ».freitags. 3m Gießen. Anzeiger wird regelmäßig ein Jnbaltsverreichnis per- össcntllcht;ausb'sonberswichtige,fürbieAllae' meinheit interessante Bekanntmachung^ wirb nach bem drmefien unserer Rebaft. mit näheren Aufllärm'.gen besonders hingewicsen werben.

Tic Miel-schraube.

Iu diesem T':ema ist uns eine große Anzahl von Eingesandts zugegangen, die sowohl den Standpunkt des Vermieters, wie des Mieters vertreten. Aus Platz­mangel ist es uns leider nicht möglich, die einzelnen Stimmen zu Worte kommen zu lasten. Nachstehend vereinigen wir die verschiedenen Ansichten zu einem Ueberblick über die augenblickliche Lage.

Allgemein wird anerkannt, daß fre Vermieter in den ersten Kriegsjahren sich in humaner Weise zu Mietsnachlässen verstanden haben, und daß sich ihre Lage im Rahmen der allgemeinen Lebenshaltung ebenfalls verschlechtert hat. Der Kern der Hausbesitzer- statrdcs hat von jeher das Vermieten nicht als Ge­schäft betrachtet. Er hat sein Haus aus der Freude am eigenen Besitz gekauft und vermietet die 3-4 Wohnungen, weil sie sich unter seinem Dache befinden, wobei selbstverständlich aus den Mietserträgnissen eine Rentabilität des eigenen Anlagekapual» herauskom­men muß und auch herauskommt.

Lediglich Geschäft ist da» Vermieten für Eigen- tümer, die, zumeist mit fremdem teurem Kapital Häu­ser en gro» gebaut haben und von ihren Mtetsüber- schüffe gut leben wollen. Sie haben auch ein In- teresse daran, die Mieten möglichst zu steigern, um den Wert des Objektes zu erhöhen. Diese Absicht liegt augenblicklich vielfach offenkundig zutage. Der Hausbesitz tanzt von einer Hand in die andere. Es ist Hochkonjunktur am Dmmobilienmarkt Fast tagtäglich ist über mehrere Falle von Besitzwechsel zu berichten. E» sind selbstverständlich Fälle darunter, in denen besondere Ümstände den Kauf ober Verkauf notwendig machen. Meistenteils handelt es sich hier aber um eine wilde Spekulation. Daß ein Haus innerhalb eines halben Fahre» durch drei Hände geht, ist nicht ungewöhnlich Und es braucht weiter nicht zu wundern, daß ber Preis bei biefem Kettenhanbel bauernb steigt. Hat aber jemanb ein Hau» zu einem Preise erworben, ber bie Mieten nicht mehr rentabel erscheinen läßt, so ist hierin keine Berechtigung zu einer 30proz. Mietssteigerung zu sehen, benn ber reale Mietsertrag mußte beim Hauskauf in Rechnung gestellt fein. Bei ber heutigen sozialen Lage bürfen Aäufer keine Spckulationsobiehte mehr sein. Die Wohnungsnot wirb nicht auf Fahre hinaus anhalten. Auch bie Mietpreise werben die Auswanderung ber 20 Millionen Menschen beschleunigen, von ber in ber Nationalversammlung bie Rebe war. Dann wer­ben bie leeren Wohnungen auch ohne Neubauten wieber häufiger und bie Folgen werben ein Sinken bes Mietspreise» und de» Hauswertes sein.

Stftren wir vorn Häusrrsprkulatttrn irnn eigentlickrn Hausbesitzer zurück Die Verschlrck»- tcrung seiner Lage im Nahmen der allgemeines Lebrnslage iss bereits zugegeben. TÄt in einem der letzten G-wgrfanM von Vernrieterfeite beson­der- hervorgehobene Belastung durch die Kanal­gebühren tss muh anp-ver Ansicht schon längst von den Hausbesstzern unmit eibar auf die Mieter abanvälzt we'rden. wobei sich die Mieter nicht gesträubt haben, diese Lass tragen zu helfen Auch die Erh-olmng der G r u n d ss e u e r, die nach dem letzten Eingesandt bei einem Mietshaus 20 Mk betrug, farm für Mielserhöhunaen deine ausschlag­gebende Begründung sein. 9h>d) weniger kann daS vaterländische Opfer der Messingtür« a r i f f e eine 30proz M ietssseigerung recke fertigen. Kupter und Meisina hat jede Familie opfern münen, da- Mehr der Hausbesitzer iss nicht ein- ivanbfret fesszusteilen.

füh wirklich außerordentlich verteuert hat, tss die Instandhaltung der Avhnungen Nun ttrht es aber »ess, daß in den letzten 6 Jahren cme Neuherrickmrng von W^hnunaen kaum fbatt- gchmbfn bat Wo eS gesckzah, da bestritten die Mieter in den Meissen Fällen die Kossen selbst Auch heute ciettuut sich der Mieter noch nicht eine Neucherrichtung seiner Wohnung beim Haus­eigentümer zu beantragen.

Für wirssich erfvlgte Instandsetzungen und al- A l:s^leich der verschlcck»ter»m Loge der HauS- ln-siyer lieht daS Mieteiniaungsamt auf dem <?tanbpunh. daß eine M te t S e r h ö du n g von 101 5 Pro» in den meisten Fällen ,u rechtfertigen tss Höher yehetthe Forderungen toa» den grmchiäLlich abgcwtejea»

Wie un4 ferner berichtet tnttb, haben Haus­besitzer deren Mietserhvhung 'cm Miels- eintgungüanu abgrrvit*h?n wurde, »hlbad) versucht, für sich einen Ausgleich zu erzielen, indem sie ihren Mietern den kontraktlich zuftefxmden An­spruch ans ©artenanicil ufw zu entztzhen s tdnen. Solche Maßnahmen sind natürlich vöilin irnzw. läsitg und werden bei erneuter Anrufung be» Mie:Seinigungsam ei entsprechend bcurtcül nvrbej^

Diele StL>:c haben an geordnet, daß eine Vod- nungskündigung rom Vermieter erst idnift» lieh mit Angabe der Gründe beim M«einigunLs- amt beanir.'.gt werden muß und erst mit dessen Ge­nehmigung ausgesprochen werden darf. Ferner, bafi bet allen Neuvermietungen bte Miet» nur vorbehaltlich der Zustimmung des Mreks- einigungSamtrs festgesetzt werden ta:m. ^n jc«ni Falle der Neuverntieumg nrutz also tnr Miet- iutSveretnbaruna durch das Mtetemi^nmgvanq nackyeprüft werden. Dvse» tarnt nicht nur feine Zusttnrnnmg erteilen ober verweigern, es fanw vielmehr auch den Miettrns auf die angemessene Höhe herabsetzen. Bei Wohnungen, ine bis­her schon vermietet waren, kann dies sogar ge- lchehen ohne Rücksicht aui den vom letz.'en Mieter ertlrichtcten Mietzins. Diese Bestimmungen sin« den auch auf möblierte Zimmer Anwendung liefe Maßnahmen werden von verickKedenen Seiten auch für Gießen gefordert. Dir glauben ni.1i, daß fte schon dringend geworden iss, denn da Mieter unb Vermieter auseinander angewiesen find, rmtb sich eine Einigung in den meisten Fällen, nxnn auch mit Hilfe des Miel-ernigungsamt^s, erzielen lassen.

Ein Wott noch ^u den möblierten Zim­mern. Auch hier tss die Lage von zwei Setten zu betrachten. Einerseits sind wie Familien gerat« bei dem in öiefjrn hirrschenden Mangel a I Kleinwohnungen darauf anativerfen, den Hö­heren Mietspreis dcr größeren Wvhnuna tmrdi Ad» vermieten ftzrauszuwir.schafren Andererseits ii| nicht zu verkennen, daß auch hier ei:« Au-nützuug ber Konjunktur eingesetzt hat Für möb(irrte 5inW mrr wird vielfach das Doppelte verlangt wie tx»e dem Kriege. Ties ist umso un^terechtferiigter, al# durch bie Einsckialtung von Zwtschrnfemestern mtt Mictsausfall nicht grredwict *u rverden brauch- und die Nachfrage noch Zimmern im allgemein«, weit größer ist als das Angebot. Um gerecht zu fein, darf allerdings nicht verkannt werden, dass aucki hier ein Teil dcr Schuld bem Mieter selbss zusällt, der, um untcr^uBontmen, Preise bietet, die ber Vermieter selbst niemals gefordert hätte. t,

** Amtliche Personalna chrich- ten. Uebertragen wurde am 13. Marz bet Schul amtsanwärtcrin Elisabeth Walter aus Wöllstein eine Lehrerinstcl c an der Volksschule zu Frtedberg. Zn ben Ruhe« fhntb versetzt würbe am 10. Marz ber Ober­lehrer an bem Realgymnasium zu Gießen Professor Dr. Josef Eolliu auf sein 9?ad> suchen, unter Anerkennung feiner bem Staate geleisteten Dienste, vom 16. April 1919 ab. In den Ruhestand versetzt würbe am 11. März der Lehrer Georg Heist an der Volksschule zu Unter-Mossen auf sein Rachsuck-en, unter Anerketmung seiner dem Staate geleisteten Dienste, vom 1. April 1919 ab.

♦♦ Sein 50jährige» Tierarzt- und goldenes Doktor-Jubiläum feierte am 17. März der Herausgeber und Hauptschriftleiter der ^Tierärztlichen Rund­schau", der Großb. Hess. Kreisveterinararzt a. D. Dr. Gottfried Schaefer in Berlin- Friedenau. An der Universität Gießen wuttss» er zum Tierarzt approbiert unb zwei Tage darauf, am 19. März, promovierte er eben­falls an der Landesuniversität zum Dr med.' vet. Mit stlücksicht auf bas gute Examen wurde ihm bie C-inreichuna einer D.ssertation erlassen, was damals twcy möglich war. An­läßlich seines Doktorjubiläums ist feilt Doktordiplom erneuert worden.

** Die Einführung von Dieh- k a t a st e r n wirb durch eine Bekanntmachung des hessischen Landesernährungsamtes vom 18. Mürr angeorbnet. Danach i|t in jeder Ge­meinde ourch eine eidlich zu DerpfliJ)trnbe Persönlichkeit ein Ptehkatasser zu führen. Jeder Viehbesrtzer ist verpflichtet, Verände­rungen in seinem Viehbestände unverzüglich dem mit der Führung des Viehkatasters Be­auftragten anzumclden und sich über etwaige Abgänge auszuwcisen. Auf diese Weise ruirb den Sckstvarzschlachtungrn hoffentlich ein Ende gemacht werden köimen.

** Militärfahrs Leine fbib nach An­ordnung des Kritgsmmiueriums im Mi.ilärvev- ordnungsblatt 9?r 21 vorn 6. dS. Mts ab außer straft getreten. Für TraJiSporte unter 30 Munir sowie insbesondere für alle Einzelreisen fei 1 es im Dienst oder int Urlaub haben bte Militür- perfonen aus Grund eines ihnen vom Truppen­teil überladenen Ausweises gegen BezahlunD Fahrkarten in lösen Tie btsheri.>en Ur­laubsscheine zum Lösen von Militär sähe karten sinh ebenfalls roeggefallen. Militän'ahrsck/eme gibt e» nur noch für TranSvvne in S:4rfe von über 30 Mann und ihr Müitärverkehr txmt btsetzte« öst lickten Gebiet nach der ücinuit. Militär Personen, bie hiernach ohne Lösung von Fahrkarten zur Reise nicht mehr zugelassen werden dürfen, möge« ben Ei-en bahnbediensteten an ben Schaltern, an den Bahnsteigen und tri den Zügen ilmm an sich sckwn sckuveren Dienst nicht durch Wi-x-rs, tzltchörit noch weiter erschtveren Es ist unvermeid.ich daß Personen, die ahne gültige Fahrausweise unter­wegs an getroffen würden, von der Weitersahrtz ausaesck»lo>!en und den militärii'chen Citnnnia»- wachen oder der Polt-ei übergeben werden müssen.

Die Wirksamkeit der Sol­dat e n r a t e. Die Tätigkeit der Sc'ldatenräte betreffen zwei Verfügungen des Krtegsmini- stcriumS. Die Soldatenrate finb zu Verfüg­ungen über Reich-gut jeglicher Art sowie zur Ausstellung von trgettdwclck>en Urkunden, wie Fahrscheinen, Beschlagnahmescheinen, Cutt* lunaen usw, die zur Geltendmachung von Leistungen für ben ReichssiskuS dienen »un­ten, nicht bered)tigt. Leistungen, die etwa von ben Soldaterrräten auf Grund solcher Urkun­den gefordert werden, smd abzulchnen und den zuständigen mUitärischen DtensksteUen anzuzeigen. Die TOitplicbcr der Guhalcnrätc haften für unzulässrge Verfügungen, durch die der RcichsfiSkus geschädigt wird. Die Per-