Donnerstag, 20 März 1919
Erstes Blatt
169. Jahrgang
Zerfahren habe, um die vermiedenen WünsckZe
Freistaaten inuciy.-lb des stiei.i^s zu errichten, soweit die Slammesort der Bevölkerung, die wirt-
Dr. D e l b r u cl (deutschnatl.): Es läuft immer darauf hinaus: $ reit feen soll abgeben, und die kleineren Staaten wollen mehr haben. Möglicherweise wird aber die Entwicklung der prens;isck>cn SßtD- vinzen dahin führen, daß die Provinzen Abgeordnete in den Reicids ag entsenden. Wir wehren uns gerade im Interesse des Reiches gegen die Zerschlagung Preußens.
r-rchte gegeben tuirb.
Es setzte darauf eine lebhafte Debatte über twe Erhaltung oder Zerschlagung
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hiiuaquit do» ..»jtl-e« f. die Lagesnummer Di« zum Ractnniliag vorher ohnejedeBerbindlichkelt geilenpreifc:
für örtliche 'Anzeigen 25 l?f.,für auStvärttge 30 P>., hiv Reklamen Mk.1.-nebst 20° 0Teue- runasznsl'lag'.Platzvor- Ichrift 20 % r'lu'fct'lag. feauntidiri tteitet: Aug. Goetz Verantwortlich für Politik: Ang. Goetz, für den übrigen Teil: Ur Rcmholo Zenz; für den Anzeigenteil: v. Beck: fämtltch in (Siefeen
Die Pariser Konferenz.
Paris, 18. März. <WTB.) Havas. Jy den Beratungen des Obersten Kriegsrlttes trat die voll- kvnmtcnsle Uebereinstimmung der Meinungen zutage. Wilson hittte wieder ben Vorsitz inne. Ter vom Redaktvmsaussdmß der Allüerlen verfaßte Text der Militärbescknänkungcn Tentschlands wurde angenommen. Bekanntlich ist darin die Abrüstung Tentschlands vorgesehen, wonach es seine militärisckM Organisation auf allen Ok» bieten zwei Monate nach Unterzeichnung der ihm auserlegten Bedingungen anzupassen hat. Die Zahl von 100 000 Mann für ein ständiges £xvr wird beibehalten, dcsg'eiclrm das Shstcm der frcüvilligen Rekrutierung auf 12 Jahre, die Abschaffung der Rüstungen, der Kriegsbetriebe, der Kriegsflotte und des Militärflugwesens. An dem Entwurf werden nur Abänderungen von untergeordnetes Ded.mtimq twraenommrn, deren mickrigste in der Vereinfachung der militärischen Hilfsmittel füv die Rüstung Deutschlands besieht. Es wurde darrauf hi'.i gewiesen, daß, ein interalliiertes Oberkommando nach Fri^xnsschluß voraussichtlich nicht fvrtbestehen werde und daß einzelne der rnter-' alliierten oder assoziierten Mäckstc auf Grund ihrer Verfassungen nicht in der Lage sind, ihre eigenen Vorrechte an ein internationales Komitee zu übertragen.
Ter Völkerbundgedattke.
Bern, 19. März. (WTB.« Nach einer Meldung der Schweizerischen Depeschenagentur forderte die von Präsident Wilson geleitete Völker- b u n d k o m m i s s i o n die Pariser Kvnferenz auf- die neutralen Anträgeaus -lbtinderung des Borentwurss für die Völkerbundsversas- su n g bekannt zu geben. Darauf hin sandte die internationale Völkerbundkonferenz tn Dem ein Telegramm nach Paris, in welchem sie wesentliche Aenderungen bed Pariser Vorentwurfs für angebracht erklärte. Statt der vorgeschlagknen Dele-- giertenherfammhmg soll rin aus direkten Dolks- wahlen hervor gegangenes Völkerparlament geschaffen werden. Diesem soll die alleinige gesetzgebende Gewalt zusteheir. Jeder Staat soll einen
Höfling
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Nr. 6Z
Ter Siebener rinzelger erscheint täglich, anher Eonntaa«. — Beilaaen: SiebenerZanittiendlätter;
Kiestlctt für den Kreis Sieben, v zuqryreir: monntl. J.’if.l .35, viertel- kihrhrti "Dlf. 4.05; durch Abhole- iu Zweigstellen monatl Mk. 1.25 durch die Post Mk. 4.05 viertel- jährl. ausschl. Bestellq. iierniprrd) - 9ln|d)luffe: 'üi dieSchr'stleitnng112 Berlaa,(^efchäitsstelle51 Anschrist für Drahtnachrichten. Anzeiger Sieben.
kleineren Staaten nicksts übrig, als in fßrcufrm aufzugehen: aber das beabsichtige weder dieser Entwurf noch ihre Bevölkerung.
K a tz c n st e i N (Svr) will die beiden größten Gebiete Preußen und Bayern dem Interesse dec- Reichsgrfüges opfern. Bayern umfasse mindestens vier und Preußen mehr als ein Dutzend Stämme.
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vjjOmtr 3137. V*
Die großen fragen der Verteidigung.
Wir stehen vor der Tur zum Frieden und müssen doch noch die großen Fragen der Verteidigung unseres Vaterlandes auf das tTnfteffe und genaueste erwägen. Unsere Reichsregierung ruft zu Freiwilligenverbänden, zum Schutz der Grenzen und zur Niederhaltung der Gefahren im Innern auf. Ihre Begründungen leuchten ein, aber trotzdem bleiben Unklarheiten und Zweifel bestehen. Wir haben gestern berichtet, wie die Studentenschaft in Gießen wohl bereit sein will, aufs neue Gut und Blut für die Vaterlandsvertei- dtgung hinzugeben, wie sie aber Aufklärung und Garantien verlangt. Wie sollen die Freiwilligenverbände verwendet werden? Ist die Dringlichkeit so groß, u*nd wie stehen denn überhaupt die Dinge im Osten? Man kann es durchaus verstehen, daß unsere Mademiker solche Fragen stellen, denn in dem Aufruf der Regierung an sie lag auch ein Druck und Zwang. Wir wollen der Reichsregierung in diesen ernsten Tagen vertrauen, aber wir müssen doch auch wissen, ob sie feste und bestimmte Ziele verfolgt.
In den letzten Tagen ist gemeldet worden, daß der Kampf gegen die russischen Bolschewisten erfolgreich yeführt worden sei. Ist mm für das Frühjahr ein bedrohliches Riesenheer der Herren Lenin und Trotzki zu erwarten? Und wie steht es um die Verwendung unseres freiwilligen Heeres, wenn etwa der Friedensvertrag in Frankreich von der deutschen Regierung nicht unterzeichnet werden könnte und sollte?
Wir glauben, daß die Dringlichkeit der Verfügung über starke, zuverlässige deutsche Truppen unbedingt bejaht werden darf. Rur ist leider unsere Regierung eben nicht rin Fels, auf den man bauen kann. Wenn ein bestimmter Wille vorhanden wäre und dazu die Kraft und Energie, ihn durch- zuführen!
Alle unsere Maßnahmen und Aeuße- rungen müssen jetzt darauf eingerichtet wert' -n, daß wir vor der großen Entscheidung im SB e ft e n stehen. Wenn der Friede nicht un- tirzeichnet wird, so wird bei uns nicht einfach Tat- und Ratlosigkeit herrschen dürfen. Wir werden auch dann wissen müssen, was wir wollen. Darum wäre es wünschenswert, wenn unsere leitenden Kreise in zielbewußtem Geiste dem deutschen Volle etwas mehr das Herz öffnen würden, als es bisher geschehen ist.
Im erfdeinen würden. „ . .
Tann sprach sich Minister P r e u ß crngclycnb über die Schwierigkeiten des Artikels 15 aus, ber bestimmt, daß einerseits die Gebietstellung, immer halb des Reickics, wie sie zur Zett bestehl, aus polittfdten, nririfdxiftlidyen und vemmltungs- tedjnifdKn Gründen unmöglich unversichert blei- ben kann und daß andererseits eilte grünbhdre territoriale Umg iedertmg der Einzelstaaten nicht möglich sei in einem Augenblick, in dem wir alle Kräfte aus Erhaltung unserer Grenzen verwenden müßten. Gegen den Artikel 11 des ersten Entwurfes hätten die offcnttidje Meinung und später innerpoli tfdje Erwägungen so stark gesprochen, daß der Gedanke tiefgreifender territorialer Aenderungen jetzt fallen gelassen werden müsse. Aus der anderen Seite bleibe der Gedaille der inneren Blenderung der Glicdgcsialtuitg Teuifdx lands unbedingt auf dem Programm, Deshalb sei für die ReidBregierung der entscheidende LXitz der, den der Staa'eirausschuß ftreidyen wolle, daß nämlich die Gesetzgebung eingreifen könne, wenn eine gütHdte Einigung nicht zustande komme. Wenn dieser Satz g'ftridjcn werde, so bedeute das, daß aus eine von Recksts wegen als notwendig erfannk Aufgabe verzickstet werde. Schon jetzt werde twch fortwährend von Kleinstaaten das Reick) angerufen, t>ie entweder auseinander oder zusammen wollen.' Die Bestrebungen nach territorialen Forderungen durchkreuzen sich vielfach. Es müsse ein geordneter Weg gefunden werden, damit Zufallsent- ciechmigcn und Uebervaschungen vermieden wür- xn Tas sei nur möglich, wenn das Reich em
Preußen- ein Die Abgeordneten Trirnbom, I einer Million Einwohnern nach drei Jahren das Heile, Colshom haben Anträge eüigebrachl, die Stimmrecht im R.ick)srate verlieret sollten, ^as zu langen Auseinandersetzungen Anl'.ß gaben. Ter | gefährde ihre Selbstbestimmung M.ckienburg, O - Antrag Heile hat folgenden Wortlaut: ben bürg, xkaimfdjroetg und An halt halten ivirt
„Dem bei'ffdiet Boll steh es frei, ohne Rück- schaftlich, industcidll und kulturell ihren Platz rm icht aus die l isherÄ '. Landes rmzen neue deutsche Reicks wohl ausyesüllt. Schließlich blelle den
n»e" * allen & J
Der Wohnsitz bei früheren Kaisers Karl.
Bem, 19. Mäi^. (WTB.) Dtadj dem „Jvur- nal de Genäve" hat sich ber^unheirat mit einem Gesuch des Exkaisers Karl befaßt, der in dec Schweiz Aufenthalt nehmen möchte. Aas Gesuch werde einer wohlwollenden Prüfung unterzogen, nackchem Balfour habe wissen lassen, daß die Entente gegen den Plan des Exkaisers niclsts einzuwenden habe.
preußische tanöesöcrfammlung.
(Sitzung vom 19. März.)
Es folgt die am Montag ausgesetzte Abstimmung über die Anträge der Unabhängigen und Mehrheitssozialisten. Der Antrag Hoffmann (U.S.) auf Aufhebung des Belagerungszustandes wird in einfacher, der Antrag auf Einsetzung einer Un- tersuchungskommissivn, begehend aus Mitgliedern der Landesversammlung und des Vollzugsrates, in namentlick)er Abstimmung mit 342 gegen 22 Stimmet! abgclehnt. Stürmische Heiterkeit erregt es, als Hvss- innnn, in das Studium seiner Akten vertieft, gegen seinen eigenen Antrag stimmt. Dcr Antrag der Mehrheitssozialisten auf Einsetzung einer Kommission von 21 Mitgliedern, die gemäß Art. 82 der alten Derfassnpg die Ursachen über die Unruhen und den Verlauf der Berliner Märzunruhen feststellen soll, wird einstimmig angenommen. Nach der Erledigung der Abstimmung kam ein deutsch- nationaler Antrag zur Besprechung, den Dr. v. Kris; (D.-N.) begründete und der die Regierung ersucht, auf die Freilassung der polmscherseits verhafteten Mitglieder der Landesversammlung yinzuwirken. Ministerpräsident Hirsch er« widert, die Regierung habe alles versucht, leider aber vergeblich. Auf unser Ersuchen bei der interalliierten Kommission, auf sofortige Freigabe der Abgeordneten hinzuwirken, sei eine Antwort nicht eingegangen. Nach wei- terer Aussprache wird der Antrag einstimmig angenommen.
ES folgt die zweite Beratung des vorläufigen Verfassungsentwurfs. Berichterstatter Dr. Heilbrunn (Dem.) berichtet über die Ausschußverhandlungen. Die vorgeschlagenen Aenderungen lassen die Grundlage des Entwurfs unberührt, insbesondere bleiben der Verzicht auf einen eigenen Staatspräsidenten und die Berufung der Regierung durch den Präsidenten der verfassunggebenden Landesversammlung bestehen. M>g. Heilmann (S.) wendet sich gegen einen Antrag der Unabhänaigen, wonach die Gesetzgebung durch die Le.ndesver- sammlung in Uebereinstimmung mit der Zen- Iralstelle der A.- u. S.-Räte erfolgen soll. Dagegen erklärt sich auch der Abg. Dm Z e h n h o f f (Z.), ebenso gegen einen Antrag der Rechten, in der Fassung „Republik Preu« feen" das Wort „Republik" zu streichen. Abg. Dr. Kähler (D.-N.) begründet diesen Antrag. Abg. Dr. Rosenfeld (U.S.) bean*
l-Wili ’l s«cn hafte 'roerehunr lerren u. Damen ’n kaufm. Berti! tbildun« in dem- sowie liebere m. In die Praxis.
11 ält Pemneo.i tao-tata lmv eignen sich für scliulentlaii ? Leute, besoud :hen, die dikautm. f nicht ergreifet >n. als Abschluß Ulgemelnblldum:
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^leBenr«^ zrack- »der mokittgoH
Kreis bilden und nach dem Proportionalsvstern auf je eine Million Wahlbereckstigter einen Abieord- neten zum Bölkerparlament wählen. Wahlberechtigt sind alle über $0 Iaht« alten des Lesens und Schreibens Tuningen Petsonen beiderlei Geschlechts. Tas Völlcrparlament soll die möglichst rasche Entwicklung des Völlerbundes in die Hand nehmen.
Paris, 19. März. MTB.» Reuter. Lord Robert Eecil erklärte, die britische Delegation sei der^ Ansickst, baß der Völker bundsvertrag Tn den Präliminarfricben ausgenommen werben müsse.
Holland nub dcr Fricdc»
Haag, 18. März. (WTB) Das Korrespon- denzburcau meldet: Der Minister des Auswärtiqen teilte heute in der Ersten Kammer mit, daß außer Lodon auch Professor van Eysinga und der frühere Minister des Aeußern Loudon an den nicht- formellen Besprechungen über den Völkerbund in Paris teilnehmen werden. Ferner erklärte er, daß die englische und die fianzösische Negierung die holländische Regierung von einer Revision der Verträge von 1839 verständigt, und sie eingeladen habe, in Paris ihre Auffassung darzulegen. Heber diese Frage wird von selten der Regierung beraten. Churchill über die britische Rhcinarmee.
Amsterbam, 19. März. (WTB.) . Eurer Reutermelbung zufolge erklärte Churchill iw Unterlaufe, es sei unmöglich zu sagen, wie fangt bie briti | cheArmee anrR hein stehen müsse, um einen Truck aus bie beutsche Poliük auszuüben. Gin Masseuprolest deutscher Seeleute.
Berlin, 19. März. (WTB0 Laut „Berliner Lokalanzeiger" ist in Hamburg in einer Massenversammlung ber Seelen te nn Zirkus Busch einstimmig folgende Entschlüßung augeiwm- men worben: „Tie Versammlung ber Seeleute aller Arten verweigert bie von ber Entente geforderte Auslieferung der bcu jdxn Handelsflotte und macht es allen bcutfdxm Seeleuten und Arbeitern zur Pflicht, die Arbeit auf ben Schiffen zu verweigern " Begründet wurdü die Entschließung damit, daß wir außer ber von ber Entente garantierten ersten Lieferung vouj Lebensmitteln nach Auslieferung der Handelsflotte keine Gewähr haben, auch tatsächlich weitere Lebensmittel zu erhalten.
Abbruch der verhan^lu^aen in Posen.
Berlin, 19 März. (WTB.) $n der Sitzung ber militärischen UnlerUomimnuai < erlangten bie alliierten Vertreter rascheste Gntfdxibang über die Landung der polnisckxn Division r.t Tau zig intb deren Transport nach Polen. Aichcrnfalls würde Tanzia besetzt Vierden. 'T«r Vorsitzende der beut- c.'jen Kommission protestierte dagegen und erklärte m einer Note, die Tauziger Frage gehöre nicyt zur Zustchch.gkeit ber LLonrrnissümsverlMidlimgrit und könne nach bem Standpunkt ber deutscl^s Regierung nur in Spaa entschieden werden. Hieraus verlas Dotschst^er Nonlms einen Auftrag ber alliierten Regierung^ in Pqs'en ül>cr_ biclb Frage zu verhandeln. Sckwn in einer früheren Sitzung (jat en die alliierten Vertreter in nick)t nußzuverslrhendcr Absickst die Mei'.urng geäußert, daß die deutsclten Truppen an der PolcnfroiU feine regulären Truppen seien, sondern wilde Frci- srharen nach Art ber Komitatsdst-Banden, Von bcutfdjcr Sei« war diese Unterstellung mit aller Schärfe zurückgewiesen worden. In ber Vollsitzung am 15. März wiederholte General Niessel liefe Behauptung unb verlangte Zurücknahme der Freiwilligen-Berbände.
Die Verhandlilugen der UnterToirtmiffemen ber Tentsckvn Wafsenflillstaulisrommissron mit der Interalliierten Komnnssivn zur Festsetzung der Ausführungsbestimmungen für die militärische Te- markationslinie sind heute, Mittwoch früh, in Posen abgebrochen worden. Es war für den Augenblick nicht mbglich, zu einer Einigung zu gelangen, namentlich über die sogenannte paritätische Oberkommission. Diese sollte als Bc- schwcrd^inslanz bienen für die Paritätslonrmissio- uen. Diesen letzterer war zur Ausgabe gesetzt, die vollöommen txiritä ijdic Behandlung der Teut- frircn und Polen beiderseits ddr Temarla ionslinie ohne Untersdned ber Nationalität bezüglich des Schutzes des Lebens, ber persönlichen Freiheit, des Eigentums, ber Ausübung des Berufs ober ber össentlickrcn Rechte zu garantieren. Teutsckwr- seits ist nichts unversuast geblipben, um namentlich ben Vorschlag bcs von päpstlicher Seite aus au wählenden Vorsitzenden in besonders eindrmg- lidjcr Form den Polen nalx: zu bringen, morauf aber aus formalen Gründen der Borsilieirde der interalliierten Kommission, Bolfckmster Nonlens, nid)t eing-hcn zu können glaublp und bie Verhandlungen abbrach. Ter Llbbruch her Verhandlungen ist für die beutsckZen Interessen kein Verlust, da auch die von der Entente gemachten militärischen Vorschläge den deutschen Anfprüchen nicht geinigen.
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laste, mitlragen. Die gegenroärttge preußische Regierung sei übrigens nur ein Provisorium. Tie Partei des Abgeordneteir Trimborn werbe spater zugezvgen werden. Heine versuchte bie Schwierigkeiten ber neuen Einlrilung zu schildern. Tie Steuerkvast der Rlreinprovinz sei grösser als die der öfüidjcn preußischen Provinzen zusammeng'- nomnren. Jede Gemeinde könne jetzt, wenn es ihr behage, die Trennung von Preußen verlangen. Durch den Verzicht auf einen eigenen Staatspräsidenten habe Preußen das größte Entgegenkommen gezeigt. Aber selbst wenn eS in einem späteren S adium den Staatspräsidenten doch noch einführen sollte, so wäre ein Staatspräsident immer noch besser als 10 Staatspräsidenten. Schließlich wies Heine daraus bin, daß man durch die Lostrennung des Rheinlandes von Preußen aus bie Entente einen direkten Anreiz ausübe, aud/bie Lostrennung von Teuckchland zu fordern. Gröber (Z.) protestierte gegen ben Ausdruck Heines von ben Ratten, bie das Schiff verlassen, unb verlangte ‘eine südlichere Ausdrucksweise. Tann nahm Reichsminister Preuß bad Wort.
Dr Preuß erklärte, neben der preußischen Hegemonie oder dem Aufgehen Preußens in Deutschland gebe es keine dritte Möglichkett. Um eine mirtidjaftlidje Zerreißung handele es sich nicht. Erhalte Preußen Militär und Eisenbahnen, so sei das Reich verloren, mrdentfalls könne es ruhig in die Zukunft sehen. Jetzt müsse man eine Instanz schassen, bie das künftig Nottveichige mit ruhiger Energie vorbereite.
Ter medienburgifdx Bevollmächtigte Lorenz erf ärte ber vom S aaten. usfd»uß gefhidx'ne Satz würd. Mecklenburg-Strelitz zwingen können, das Fürstentum Ratzeburg abzucreten. Tas wäre eine imerträglidre Härte.
I Der braunschweigische Bevollmächtigte Geheimrat Boden wandte sich aud) für Anl>alt gegen die Bestimimung, daß die Staaten unter
versaff'ingrausschuh der dcvtschen tliitionalDerlanimlung.
Ter Vorsitzende eröffnet die Vormittagsverhandlungen mit kr Mitteilung, daß derAntrag Naumann über die sofortige Anglreberung Teutslh-Oesterrcichs an ben Schluß der Beratung des Artikels 15 zurückgestellt werden soll und daß dazu Vertreter des Auswärtigen Amtes aus Ber-
ckxistlichen Verhältnisse unb die gechickülichen Be- iehungen die Bildung saldier Staa «n mrljc legen. Neu errichte e Frerfloaten sollen mindesteirs, zwei Millionen Einwohner umfassen. Die Vereinigmig mehrerer G üdstaaten zu ducnc Frcistzat gesckw.ht durch Staatsvertrag zwischen ihren, ber ber Zustimmung brr Volksv^rtre rQuren unb der Reich-- regierung bedarf. Wi l sick> die Bevölkrerng ein $ Laubesteils aus bem bisherigen ©i;;at^vcrbau.i loslösen, um sich mit einem ober mehreren beul- eben Freistaaten zu vereinigen oder einen sclb- iänbigen Freistaat innerhalb des Reicks, zu bilden, so bedarf es hierzu einer Vvlksal>ittmm<ung im Gebiet dieser LandeSleile. Tie Volksabi.im- mung wird auf Äirtrag ber zuständigen Landesregierung ober der Veittvelung eines oder meh' rerer Selbstvenvaltungslörper, bk mindestens em Viertel ber unmittelbar beteiligten Bevölkerung umfassen ober eines Viertels ber Wahlberechtigten, des betreffenden Landesteiles von der 9ieia? (» rcgierung angeordnet und von den zustäudigei^ Landesbehörden durd-geführt. .Komm'! bei Len Verhandlungen über die neue Staatenbildung eüto Ernigimg der Näckchbetci.ig en nicht zustande, sv kann von diesen die Vermittlung bet 3teid>5regic= rung angerufen werden. Bleibt bie Vermittlung erfolglos, so kann auf Antrag eines der Beteiligten bie Aiigelegenh.ttt durch ein versassungs- änderndes Neid»sgrsetz geregelt werden, Die Bil- buug neuer Staaten bedarf ber Bestätigung durch Reichsgcsetz."
Ter Antrag Trimborn ist im ganzen ähnlick) und schließt sich aufs engste an ben Wortlaut des Ar.ikels 11 des ersten Verfassungsent- wurses des Reid-sministers Preuß an. Trimborn begründet feinen Antrag in eciftüubigcr Rede, m der er sich gegen ben Vorwurf verteidigte, daß die Befürworter ber Zerschlagung Preußens keine guten Patrioten seien. Er berief sich auf bie gute Gesellschaft, in ber er sich mit dem Oberpräsi- benten v. Batocki, Professor Hans Telbrück und Reichsminister Preuß selbst befinde. Sein Antrag steuere nicht nur auf bie ävrlcgung Preußens, sondern auch auf bie von Bayern und der übrigen Bundesstaaten hin. Die beul fite Klammer mit Pflege ber S.ammes-eigentümlickfkeit erscheine ihm haltbarer als es die preußische Klanv- mer je gewesen sei. Tie Hegemonie eines Einzel- staateS gehöre nicht zum Wesen eines Föderniv- staates Tas beweise das Beispiel der Sdstveiz unb Ämerikas. Ter fduvierigen Stimmung unb Stellung ber Rheinländer solle durch eine Art Reicl)sUnmittelbarkeit entgegeng-ekommen werdm^ Man solle bi: gan^e Frage im Wege de-- abftimmuiig d.r Bevö ke ung Kr Rh nlande vor- kgen.
Auf Trimborn erwiderte der preußische Justizminister Heine: Für große polittsck)e Experimente fei kein Zeitpunkt ungeeigneter als der gegenwärtige. Tas Gesetz würde nut auf dem Papier stehen. Es hätte einen Weg gegeben, nm zu größerer Vereinheitlichung des Neick>es zu rom- mcn. Man hätte Preußetl zum Idstchslarch madxm sollen. Dieses Beispiel hatte auch auf kleinere deutsche Saaten großen Einfluß gehabt. Warum habe das Reichsministerium' diesen Weg nicht be- schritlen? Der Entwurf sei in seiner jetzigen Gestalt brauchbar, aber ein Unheil sei es, daß das Werk zunächst durch den Gedanken ber Rcrtrüm» menmg Preußetcs belastet worden sei. aäc Einheit der Arbeit unb der Verwaltung sei die Stärke Preußens. Trimborn wolle das Rheinland, Cols- horn Hannover losreißen. „Die Ratten verlassen bad finfenbe Schiff." Man wolle nicht mitzahlen unb nicht bie Verantwortung, die auf Preußen
nach territorialer Neugnippicrung auszuglmckien, In erster Linie müsse die Bereitwilligkett regelnd ein greifen, aber wenn sie nicht zuM Zcel f ühre, rnüffc das Reich eintreten unb zur Vorberettung feile eine R e ichs ve rm i111 u n gs stel l e go- scdaffen werden, die manche Sdflvtmgferten aus dem Wege räumen könne. Jnzwtsck^n ftnb bereits mehrere Abä, d.mngsanträge eingelausen. ?wßer- d-mi wird ein Antrag Dr. Nau m a n n (^em.) Hrgetegt. ben er selbst als einen „Versuch Volks- verftändli fer Grundrechte" bezeidmet und in bem e ine ge mc in verstand! iche Formulierung der Gruird-
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Gietzener Anzeiger
s.ää General-Anzeiger für Gberheffen
3n>mtngsruiH>örud u. Verlag: vrühl'sche Univ..Such. u. Sleinöruderel B. lange. Sdfriftkilung, ®efd)äfts|telle u. Vruderel: Schulftr ?.


