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Kirche «nd Schule,

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flelfet, 18 TIM- Der bratsche evangel. Kirchen, aa'scha'g ho« Ende 7*bnar ein« Aonferenj von 150 fibrenben Periönüdjkeiten bet evangelischen Deutsch, iaeb* nach AuQcl fee, b« auf ®nuu>

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Bekämpfung de» Lchieichhandeks

Die Sicherstellung unserer VoUcsemährung -ür nächsten Monate verlangt eine nachdrücklichst« wmb energ jchfte Bekämpfung bes gewerbsmäßigcn Schleichhandels, insbesondere des immer mehr über­handnehmenden Schwarzschlachtens Im Interesse eines wirksamen Vorgehens wird eine Verstärkung der Gendarmerie erwogen. Die Angslegenhe t be« findet sich bereit» in Bearbeitung.

Angesichts der komplizierten Organisation des Schleichhandels, der meist von routinierten Händlern in geschicktester Geheimhaltung betrieben wird, er­scheint es für die S cherheitsbeamten äußerst schwierig, dem Schleichhondelunwesen beizukommen. Sehr wert­volle Mitarbeit könnten nach Ansicht des Ministerium- des Innern und des Landesernährungvamts auf diesem Gebiete die Arbeiter», Bauern» und Soldaten- räte (Bolftsräte) in den einzelnen Gemeinden leisten, deren Mitglieder die örtlichen Verhältnisse genauestens kennen und darum unschwer dem für die Allgemeinheit so bedrohlichen Treiben auf die Spur kommen könnten.

Die Arbeiter-, Bauern- und Soldatenräte (Volks- räte) in den einzelnen Gemeinden seien nachdrücklichst auf die große Gefahr des gewerbsmäßigen Schleich­handels für unsere öffentliche Bewirtschaftung hin- gewiesen. Zweckmäßig dürfte es sein, wenn von den Arbeiter., Bauern- und Soldatenräten tVolksräten) allenthalben besondere Vertrauenspersonen bestellt und auf den Polizeischuh verpflichtet würden, denen die ftänb ge Unterstützung und Orientierung des Polizeipersonals zur Pflicht zu machen wäre.

Lin solches ve ständnisvolles Zusammenarbeiten dieser Vertrauenspersonen und der Gendarmerie dürfte sehr wesentlich zu einer wirksamen Bekämpfung des gewerbsmäßigen Schleichhandels beitragen.

Gemüseanbau und Liefcrungsvcrträge im Jahre 1919.

Es besteht bei den zuständigen Stellen die ernste Befürchtung, daß im Jahre 1919 weil weniger Gemüse als im vergangenen Jahre angebaut werden wird, so daß selbst bei einem günstigen Ernteausfall das Gemüse bei weitem nicht zur Deckung des Bedarfs aus- reichen würde. Gs muß darauf hingewiesen werden, daß es eine Pflicht aller Land­wirte ist, so viel Gemüse anzubauen, als dies ohne Gefährdung der Versorgung mit Brot frucht und Kartoffeln geschehen kann. Dhrr so kann der Bedarf der Bevölkerung an Gemüse einigermaßen sichergestellt werden Dabei rikann der Landwirt mit Bestimmtheit huf eine Preisgestaltung rechnen, die ihm einen auskömmlichen Verdienst sichert. Das beste Mittel hierfür ist der 9(b^ schluß von Lieferungsverträgen. In den neuen Vr-rtragsmustern sür Derbstgemüsr hat sich die Reichsstelle für Gemüse und Obst sxn Berlin eine weitgehende Anpassung der Vertragspreise an die tatsächlichen Verhält­nisse zur Zeit der Ernte ausdrücklich Vor­behalten. Erzeuger haben bei Abschluß von Lieferungsverträgen unbedingte Gewißheit, in jedem Falle einen angemessenen Preis für ihre Ware zu erhalten.

Der Transportverhältnisse wegen sollen die Dedorsssdellen ihre Verträge in möglichst nahe gelegenen Erzeuger gebieten abschließend damit unnötig weite Transporte im Inter­esse der überlasteten Eisenbahn vermieden werden Die Reichs stelle für Gemüse und Obst in Berlin ist airderrrsalls gezwungen, den Ver­trägen ihre Genehmigung zu versagen. Bei Bezug von Gemüse aus näher gelegenen Ge­henden wird auch der Fall viel seltener ein» treten, daß das Gemüse zum Schaden des Er­werbers unterwegs verdirbt.

Poftverkehr mit den besetzten Gebieten

Rach der Pfalz sind Lebensmittclvakete an# den rechtsrheinischen unbefr&ten Gebieten unter fol­genden Bedingungen zugelassen worden:

In den Paketen dürfen nur Lebensrnittel, Seine schriftlichen Mitteilungen, keine Zeitungen enthal­ten ein In den 'l'arrtauffdjriftcn must der Ver­merkEnthält feine fdtriftlidxn Mitteilungen, lerne Zeitungen, leine Drucksachen außerdem muß t*r Absender angegeben fein. Zuwiderhandlungen ge* gen diese BetsendungSbedingungen ziehen die Be­schlagnahme des betreffenden Paketes nach ftch, bei öfterem Auftreten die Zurücknahme der Erlaub­nis überhaupt.

Die vom britischen MilüLrgouverneur er- lass,men Zivilpostbestimmungen sür da- von btn britischen Truppen besetzte deutsche Ge­biet sind wie folgt ergänzt und gemildert worden:

Tie Bersendunq von geprägtem und un* geprägtem Gold oder Suber, von britischem oder allnrrtem Ptuneraeld (Bonknoten. Schecke, Wechsel. Tratten oder Postal-OrberO und von Sicher heuen aus dem trrxti'dira Besatzungsgebiet nach dem un­besetzten Deutschland durch die Post oder cücj ugexb eine andere Weise ist verboten.

Der Versand von gewöhnlichen P v ke- ten zwischen dem brr tuchen Besarun's-^ebiet und dem unbesetzten Deutschland wird mit deu em»n aufgeführten Ein- und AuSmbrbesckuänkunaen rmc- der zugelassen. Dos zuläisup Meri>UUNht der^ artiger Pakete ist auf 10 Kilogramm festgesetzt Abgesehen von einem JnbaÜSver zeichn cs dürfen bi» Vakcte schriftliche Müteü ungen nicht entbalten & müssen Raine imb iPobnun ;*mnübt bd s sowie der Otefemnnbalt in der Ibr schrift der Sendung und der zugehörigen ^astr karte angegeben fern.

Pakete von dem britischen Besatznngsgeß«t nach dem unbesetzten Deutschland dürfen n i®* enthalten: Lebensmittel oder Zucker war«. Ab­stösse, -uostr (roh oder oerarlritct), 9od>BeiX

Pakete aus dem unbesetzten Teutschland nefl dem britischen Besatzungsgebiet dürfen n u r halten: Leben Smit tel, Samer rw:c. SiobstoM,

Bücher, Drucksachen in Massen. Urkunden, am* lache Schrift stücke intb Formulare, folgende utdüi

ea imb« gdöbetctuigun«! zum Verkaufe

kamen, wurden ungeheure Preise erzielt. Durchschnitt- sich kam her Quadratmeter auf 3-4 Mk-, so daß im ganzen 310000 Mk. erlöst wurden. Das ganze Feld- bereiniguagsverfähren kommt auf etwa 200000 Mk. zu flehen.

preis Lauterbach.

O Lauterbach, 17. Mär- Hier fand auf dem herrschaftlichen Erbbegräbnis die feierliche Beisetzung des in der Burg gestorbenen Rtttmet- sters Laus R iedesel Freiherr z u Eisen- hack, einer m unserem Städ:chen überaus be­liebten und allbekmn.en BerfönlicfaBeit. statt.

0 Frischborn, 18 März. Tie Ortsgruppe des Volksbundes timt Sckmtze unserer deutschen Kriegs- und Zivil gefangenen zählt 100 männ­liche und 17 werbliche Mitglieder. Tcm Durch- gangslagerGreßen wurde eme Spende von 40 bewilligt.

( Schlitz. 17. März. Aus unserer Stadt sind insgesamt den Heldentod fürs Vaterland gestorben 113 Gemeindemrtglieder. Auf das Kriegsjahr 1918 entfällt mit 27 Gefallenen der höchste Prozentsatz. Aus einer Familie sind 4, aus einer 3 und aus elf Familien 2 Brüder gefallen. Gestern fand in der Stadtkirche urfter Mitwirkung des Kirchenchors ein f ierlicher Gedächtnisgottesdienst statt, bei dem Ober» Pfarrer Knodt die Gedächtnisrede hielt. - (Eine Bürgerwehr, die vor allem den n chtlichen Wacht« und Sicherheitsdienst übernimmt, wird hier ins Leben gerufen. Die Volkswehr wird aus der Freiwilligen Feuerwehr hervorgehen. - Kantor Bohl, der schon über 50 Fahr« als Lehrer im Amte steht, feierte heute feinen 70. Geburtstag. - Der Dolksbund zum Schutze der Kriegsgefangenen hielt gestern eine öffentliche Veranstaltung ab, bei der Sekretär Böhme-Berlin über feine Erlebnisse in sibirischer Gefangenschaft einen Vortrag hielt. - (Ein Arbeiterbildungsverein ist gestern hier gegründet worden.

KrciS Friedberg.

O Friedberg, 17. Marz. Erne stark be­suchte Äbschicdsseier für Ministerialdirektor Dr. Strecker dem bisherigen Leiter der Schiller- schule, veranstaltete b.*tdt abend die hiesige Demo­kratische Partei im Hotel Traov. Auch die dem»- frariiufcn Vereine von Butzbach und Bad-Rau Heun hatten sich dazu cingefunden Beigeordn. Damm, Rcüglied der hessisäxn Volkskammer, und Lehrer iLvd) riditden herzliär Abschiedswortr an den Scheidenden. Direktor Strecker dankte in längerer Ansprache.

# Friedberg, 17. März. In einer Anzahl Orte des Kreises tritt seit einigen Wochen der Typhus aus. Jedenfalls erfolgte die Ansteckung durch durch­ziehende Soldaten.

< Bad-Rauheim, 16. März Der hiesige Bilbungsoerein trat nach den langen Kriegs- jähren heute erstmalig wieder mit einer größeren Veranstaltung an die Oeffentlichkeit. Schriftleiter Sutter-Frankfurt a. M. hielt einen mit großem Bei­fall aufgenommenen, zei gemäßen Lichtbildervortrag überDas Paulskirchenparlament in Frankfurt a. M. 1848 49".

< Bad-Rauheim, 18. März. Die hiesige frei- willige Sanitätskolonne vom Boten Kreuz, die über 300 Mitglieder zählt, hat während des Krieges den Transport von über 50000 Verwundeten und Kranken vorn Bahnhof nach den hiesigen Lazaretten ausgeführt.

Starkenburg unv Rheinhessen.

Darmftabt, 15. März. Rach einer Mittei­lung der flabinettsbirehtion an das hessische Mini­sterium hat der ehemalige Großherzog eon Hessen erklärt, daß er die Beamten von den durch den Treueid übernommenen Pflichten löse, nach­dem die Volkskammer in der vorläufigen Verfassung Hessen zum Freistaat erklärt habe.

= Offenbach, 18. Mär,. Von den ausgegtbe» nen städtischen t>, 10» und 20-Mark-Rotfcheinen be­finden sich augenblicklich außerordentlich viel Fäl­schungen im Umlauf, so daß sich die Stadt zur Un­gültigkeitserklärung der Scheine mit sofortiger Wir­kung veranlaßt gesehen hat. Dte echten Scheine, die sich von den gefälschten durch das Wasserzeichen unterscheiden, werden bis zum 1. April bei der Reichs- bank und den städtischen Kasten eingetauscht.

KreiS Wetz ar.

*&. Wetzlar, 18. März. Von dem Kreis-Bauern» und Landarbeiterrat sind für den Kreis Wetzlar fol- genbe Lohnsätze für landwirtschaftliche Arbeitskräfte vereinbart worden: 1. Für männliche Arbeiter (Knechte) neben freier Kost und Wohnung 1914: 20-30 Mk. monatlich, jetzt 50 - 60 Mk. Wert der freien Station: 1914 : 500 Mk jährlich, jetzt 1000 Mk. jährlich. 2. Für weibliche Arbeitskräfte (Dienstboten). 1914: 18-20 Mk. monatlich, jetzt 30 - 40 Mk. monatlich.

Hessen Nassau.

= Frankfurt a. M., 18 März Die neu- gewählten Stadtväter, 96 an der IahL darunter 10 weibliche Mitglieder, traten heute im Bürgersaal des Rathauses zu ihrer ersten Sitzung zusammen. Rach den üblichen Begrüßungsreden, der Verpflich­tung der 61 n ugewöhlten Stadtverordneten fand die Vorstandswahl statt. Da die Mehrheitssozialisten als stärkste Partei Anspruch auf den Präsidentenstuhl er­hoben, wurde Heinrich Hopf von allen Parteien zum ersten Vorsitzenden gewählt. Rur die 8 U.» S^P.-Genosten gaben weiße Zettel ab. Die übri­gen Vorstandsmitglieder wählte man aus der demokratischen, Zentrums- und liberalen Fraktion. Die Wahl der verstärkten Ausschüsse vollzog sich glatt (Es wurden neugebildet ein wirtschaftspolitischer und ein Lebensmittelausschuß. Zwei umfangreiche Ma- g stratsoorlageu, Erhöhung der Steuern und Rege- lang des Haushaltsplanes bis Juni 1919 betreffend, wurden nach ausgiebiger sachlicher Erörterung den zuständigen Ausschüssen überwiesen.

Hanau, 16. März. Rach der .Freiheit' ist gegen die verhafteten Führer der Unabhängige, Anklage erhoben worden.

Z)od>fcbttlnad^rid>tcn«

bringt zur öffentlichen Kenntnis, datz «U che. Sit­zungsberichte und Drucksachen bei der Druckerei C. W. ßeske in Darmstadt Bismarckstraße 5 (Tele- phon Rr. 777), zum Selbstkostenpreis abonniert wer- en kann.

* y aratf enbauten für Se» schlechtskranke. Die unser Darmstädter üorresponüent meldet, wird die Regierung nen Antrag einbringen, nach welchen B a - rackenbauten in Gießen, die lediglich zur Heilung der Geschlechtskranken denen, errichtet werden sollen. Der -osten- aufwand mit IGO 000 Mk. werde demnächst Lngefordert werden.

** Aus dem Stadtthea ter- bureau. Die auf dem Wochenspielplan für nächsten Montag angekündigte Aufführung JonSommernachtstraum" muß ver schoben werden; es wird dafür als 19. Drens lag-Abonnementsvorstelliasg IbsensR o r a" gegeben werden. ^Sommernachtstraum" wird als 20 und letzte Aboirnementsvorftellung an beiden Abomrementstagen Schluß der dios- lährigen Abonnementsvorstellungen bilden.

* Oberhessischer Kunstverein. Die neue Ausstellung, welche am Sonntag eröffnet wird, und die ganze Sammlung des Impressionisten (Emil Betz» ler (Frankfurt) auftveist, war zuvor getrennt in Dresden vnb Frankfurt in den ersten Kunstsalons ausgestellt. Ferner bringt Otto Fung (Stuttgart) einige neueBildnisse" aus Prioatbesitz, und der Ber­liner Künstler Heins Geilfus, ein Gießener Kind, wird sich mit einer interessanten Kollektion Aquarelle und Zeichnungen, landschaftlicher Motive und solche aus dem Berliner Verkehrsleben im hiej. Kunstverein einführen. Erwähnenswert ist, daß aus der voraus- gegangenen Ausstellung u. a. auch einige größere . künstlerisch sehr wertvolle Werke .Rach der laufe, Drei Mütter" undAbendessen" von Prof Thiel- mann,Wrack an der holl. Allste" von Prof. Morgen- Item,An der Altmühl" undAbend an der Altmühl" von Pros. Kaiser angekauft wurden und in Privat» besitz übergehen.

* Der Kon ze rtverein schreibt uns: Auf mebrfadK Anfragen nach den noch zu erwar­tenden Konzerten sei erwidert, daß dos nächst» am Sonntag den 30 MärzalsKanrmer- musiiabend ftatlfinbct. Tie ausübenden Künst­ler stellt das besänn e Wille-Quartett aui Dresden, dessen Cellist, Derr Prof. Georg Wille, von einem früheren Solosviel her in guter Erinnerung ist. Geizen Mitte April folgt ein Solisten abend (Geige und Gesang», über den demnächst iveitercs bckanntgeg?ben wird. Weiterhin wird am Freitag de n 2. M^a i abends L»crr Backhaus hier konzertieren. Ten Befcküust macht gegen Mitte M a i ein großes, geisUiclies Konzert, m dem Aum Tell achtstrmmige ühöre vonB a d/', ,,B r a y ms^ undRege r" die hier noch nicht aufgeführt worden sind zu Gel>ör kommen.

** KammcrfängerMar Krauß Mün­chen, welcher bis vor kurzem den Bühnen txnt Sxrmburg und München angehörte, und von vo­rigem Winter her hier noch in bester Erinnerung steht, veranstaltet morgen Twnnerstog abend einen Lieder- und BaNadenabSrd <m Saale des Hotels Einhorn". Karten find erhältlich in der Musi­kalienhandlung Busch, Lindenolatz, Und an der Abendkasse.

Erhöhung der Iündholzpreise. Dte fortlaufende Steigerung der Gestehungskosten hat es notwendig gemacht, die seit Dezember 1917 bestehen­den Höchstpreise inländischer Zündhölzer heraufzusetzen. Im Kleinhandel beträgt der Preis für das Paket (10 Schachteln) jetzt nicht mehr 50, sondern 55 Psg., für zwei Schachteln 11 statt 10 Psg.

** Freier hessischer L andesverband Kriegsbeschädigter. Am Sonntag, dem 16. b. TI., tagten im .Postkcller" dte Vertreter des Landesver­bandes, um über den Eintritt in den Reichsbund Krieg beschädigter, Sitz Berlin, zu beraten. Rach reger Aussprache ergab die Abstimmung, daß außer den Ortsgruppen Gießen und Butzbach alle anderen sich darin einig waren, daß für den Freien hessischen Landesverband ein politisch gefärbter Kriegsbeschä-

3. landwirtschaftliche Tagelöhner imännllche): 1914: 3 TlhM während der (Ernte 3,50 Mn. mit Verpflegung, jetzt 4,50 - 5 Mk. mit Verpflegung. 4. Iandwirtf«haft- liche Tagelöhner (weibliche): 1914: 2 Mk., während der (Ernte 2,50 Mk. mit Verpflegung, jetzt 2,50 bis 3 Mk. mit Verpflegung. Jugendliche in allen Fällen etwa die Hälfte der für die Erwachsenen angegebenen Sätze.

ve< ^rnegenöen Derhanddmgsplanes über den 1k trag berieten, einen allgemeinen deutschen evangelischen Kirchentag und eine dauernde Einrichtung ins Auge zu lassen: nicht in der Absicht eine einheitliche Reichskirche zu gründen, aber eine einheitliche, recht­lich geordnete, vom Vertrauen bes ganzen evancs» lischen Volkes getragene Vertretung der gemeinsamen Interessen aller im deutschen evangelischen Kirchenans- schuß bereits zusammengeschlossenen Landeskirchen zu schaffen. Rach mehrtägigen Beratungen wurde dieser Antrag einstimmig angenommen und em Ausschuß von 21 Personen gewähl', der über die Inständigkeit dieses Kirchentages, über die Grundsätze der erstmaligen Zu­sammensetzung des Kirchentages, sowie über dte Vor. lagen beraten und beschließen soll, die dem ersten Kirchentag unterbreitet werden sollen. Tld dieser Be» schlußfassuug ist ein bedeutsamer Schritt getan auf dem Wege zur Gründung eines deutschen evangelischen Kirchenbundes.

ScklichtungsMusschuß.

Der ScülichtungsausickWß der Provinh Ober­hessen Derbaubclie am verstossenen Freüag über folgende Fälle:

Ter Holzarbeiterverband hatte an die Sägewerke I. Ötuunelsback» zu RüEm und B. Nukn *u Lollar namens brr Ar beiter russkdütss dieser Firmen Forderungen grftrllt, bet rud» bzw nur sunt Teil bewilligt wurden.

In der mündlichen Verhandlung machten txr Berrrcler der Firmen haupriächtich geltend, daß sie nid« allein die höheren Löhne zahlen kömuen und fragten, weshalb nicht bei allen Verrieben urgleid) die Lohnforderungen geitdll würden Bom VoN'itzenden wird erwiden, daß es Sack» de« Arbeitgeber fei, sich ebenso zu organisieren wie dic Arbeitnehmer, damit "Arbeitnehmer- und Ar- beittzeberorgmtisalionen eine Arbeitogemetnschnfr zum Abschluß von Tarifverträgen ufw bilden könn­ten. Tcm Schlich:mtgs-Ausi ckmß sei sehr viel daran gelegen, daß sich für alle Fachgruppen auch Arbeitgeberorganistuwnen bildeten, solange noch keine Arbeitsgemeinschaften gebichet seien, kömse es den Älrbciterorganisa ionen niemand vertuetznen, für jeden Betrieb besonders vor dem SchtichtungS- Ausscimst. verhandeln zu lassen und sich vorerst einen Betrieb hie und da heraufugreisen, der ihnen beliebt.

Ta eine vollkommene Einigung nicht erziel' werden tonnte, wurde folgender Schiedsspruch verlandet:

Als angemessen sind zu erachten für 1. ftatb- arbciter über 21 Jahre pro Snntbc 1.23 Mr 2. b-xfllcidzn von 1821 Jahre 1.10 Mk., 3 vilfsarbcitcr über 21 Jahre 1.06 Mk., 4. des- gifidYn von über 1821 Jahren 90 Bf, 5. t*> Qlcidwn von über 1618 Jahren bis zu 75 Bf., 6. d^sgleicknm unter 16 Zainen 55 Pf. pro S.unde Bisherige günstigere Lohnsätze bleiben befielen Maj>regcltmgen dürfen nrcht natiiiüxn.

üin II. Oberkellner, der bei Kriegsaus­bruch im Grand Hotel zu Bad R.iuch.-im beider igt war, vertäuet die Wiedereinsleilung, narijbem t; vom vecresdienst entlassen ist. Ter Arbei gebe, ist bereit, ichn wieder eür;ust>ellen, aber nicht als II. Oberkellner. Ter Ausschuß tonnte nicht aus- sprechen, daß Beschwerdeführer in die gleiche Stel­lung ein gereiht wird tote vor dem Smeg, da da« Lwtel vom Genevalkonunando belegt ist und rau sehr geringe Fremdenfrequenz vorhanden ist.

Än verheirateter P ferdeknecht war auf einem tzofgut besckMigt Es tarn zu Streitig­keiten wegen Jnnehaltuna der Landarbeiterok^ tnmg, so daß ihm gekündigt wurde In einem früheren Termin wurde der Arbeitgeber bomnq hmqewiesen, daß bei viertellüheiger oder längeres Haftung bereits seckB Söodrn vor OunttaLfd)(u6 gekündigt werden nniß und daß bem Arbester als­dann roeiterlnn die Wohnung noch 3 Wochcm pir 'mentgeltliclien Benutzung zur Verfügung bleibt Wenn der Arbeitgeber den Arbeiter aus twr D^b nung heraus ha den wolle, müsse er iftmi eine g(dd>- artige Wohnung stellen ober Räumungsklage en- ftrengen. Wegen der Bewertung der bisher wm Arbeitgeber zu gewährenden Butter usto nmitr Dergletch erzielt.

Eittem Dien stmädchen wurde der rück­ständige Lohn Vvrenthalten, außer diesem ver» langt es dic ausbedungenen Ledersckzu-e. ter Tiensthcrr madx 2luirec1omng gcltenb, ba er für ihren Vater Briketts g»-^aftven habe. Lederschuhe seien nickt zu erhalten, deshalb habe er schuhe geliefert.

Der Ausschuß hat durch Schiedsspruch ent­schieden, daß die Brikett fuhren vom Dienstherr nach landläufiger Sitte unentgeltlich $u leisten waren, daß der Mehrwert für Lederschuhe und der rückständige Lohn noch zu bejahten ist.

* Lebensmittelkarten. Die am 14. unb 15. b. Mts. zur Ausgabe gelangten Lebensmittelkarten sind bis spätestens 20. März 1919 einer Verkaufs» Alle zur Eintragung ihrer Firma unb Abtrennung bes Kontrollabschnitts vorzulegen. Wie wir hören,

ist dies bisher von einem großen Teile bet Einwohner verabsäumt worben.

Amtliche Personaluachrichten Ernannt würbe am 11. März 1919 ber Lanbgerichtsrat am Landgericht ber Provinz Oberhesien Karl Wiener in Gießen zum Direktor bei biefem Gericht. - Er­nannt würbe am 19. Dezember 1918 ber Oberlehrer an ber Ernst.Lubwig-Sch'ile (Realschule) in Bab» Rauheim Professor Abolf Pabst zum Oberlehrer an ber Liebigs-Oberrealschule zu Darmstobt vom 1. April 1919 ab. Durch Entschließung bes Hessischen Canbes- amtes für bas Bildung-;wesen vom 10. März 1919 wurde ber LehramtSfferenbar Dr. Otto Stotz zum Lehramtsassessor ernannt. - Uebertragen wurde am 10. März dem Lehrer Lorenz Berg zu Hofheim i. R eine Lehrerstelle an ber katholischen Volksschule zu Bensheim. Uebertraaen würbe am 11. März ber Schulamtsanwärterin Marie Dierksen aus Bürstadt eine Lehrerinflelle an der Volksschule zu Bürstadt. - Am 11 März b. Is. würbe ber Finanzamtmann bei d*m Finanzamt Worms I Franz Blechner, zur Zett in Mainz, in gleicher Diensteigenschaft an bas Finanzamt Mainz I versetzt. Am 10. März d. Fs. wurde Wilhelm Hofmann aus Gernsheim vom 16. April 1919 an zum Bauschreiber bei dem Wasser- bauamt Mainz ernannt (Ernannt wurden am 11. März 19>9 ber Aktuariatsassistent bei dem Amts- gericht Darmstadt I Philipp Riedel zum Aktuar bei dem Amtsgericht Hungen unb ber Gerichtsschreiber» S Ufe Johann Wilhelm Engelbert Haust in Barm-

)t zum ShtuariatsafTiftenten bei dem Amtsgericht rmftobt I, beide mit Wirkung vom 20. März 1919.

A n ü dem Militärtoocftenblatt. Ftftr. v. Brandenstein, Gen.-Pdcn, b. 5:rirgsbe ginn Komm d Trag -R 23, in Genehmimmg feines Absch.-Ges m. d. gefetz! Pens. x. Tiso. gestellt. Ter 9Md), nt d gesetzt. 'Beni, bew: dem Lt d Rrs. Grern Gießmr^ m. d Erlaubnis i. Tr. d Unis, der Rcs.-Ofrizürc d. I -R. 116. Gutackcr, Fühnr. im I -R. 168, m daS Res.-Ber- ftältniS übergefuftrt.

Oeffentlid)e Bücher Halle. 3m Februar wurden 1677 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende L teratur 956, Zeitschriften '.64, Fugend- schriften 126, Ltteraturgesch'chte 16, ®<bid)te unb Dra­men 38, Länder» und Völkerkunde 57, Kulturgeschichte 27, Geschichte unb B ographie 71, Kunstgeschichte 15, Raturwiflenschaft und Technologie 84, Haus- unb Landwirtschaft 14, Religion unb Philosophie 27, Staatswissenschaft 17, Sprachwissenschaft 21, Fremd­sprachliches 44 Bände. Rach auswärts kamen 21 Bände

* Drucksachen und Protokolle der Hessi­schen Volkskammer. Die Hessische Volkskammer

biqtenbunb wie ber Reichsbunb nicht in Frage komme, zumal biejer auch noch Kriegsteilnehmer aufnehme unb so bie Interessen ber Kriegsbeschäbigten nicht in dem Maße vertreten könne, wie es die wirtschaftliche Rotlage der Kriegsbeschädigten in jetziger Zeit er­fordere. Der Freie hessische Landesverband Kriegs» beschädigter beschloß deshalb, sich dem politisch neutralen unb nur Kriegsbeschädigte ausneh­

menden Freien wirtschaftlichen Verband Kriegsbeschä- bigter, Sitz Leipzig, bem schon z. It. 65 600 reine Kriegsbeschädigte angehören, beizutreten, während die Ortsgruppen Gießen unb Butzbach sich noch nicht völlig schlüssig sinb, ob sie sich bem Leipziger Verband nähern wollen. Infolge ber am Sonntag eingetrete- nen Verhältnisse wurde der Vorstand einstweilen neu gewählt. Der Vorsitz liegt in den Händen bes Leh­rers Funk-Bieben (Kr Alsseld), der vorerst in allen Berbanbsfragen zuständig ist.

Besitzwechsel. Das Anwesen der Frau Wwe Fritz Helm, ßoeberftr. 6, ging für 53000 Mk. an Professor Kleeberger über. - Ehristoph Bieker ver» kaufte sein Haus Mühlstr. 26 mit dem daneben liegenden Eckplatz für 33 000 Mk., wozu allerdings noch ein zu zahlender Strahenkostenbeittag an die Stadt Gießen kommt, dessen Höhe noch nicht feststeht.

* Frankfurter Rotgeld Vom Magistrat der Stadt Frankfurt a. M. wird darauf hingewiesen, daß die einseitig bedruckten Iweimarkscheine (städti­sches Notgeld mit Datum vom 6 November 1918) mit bem 1. April b. 3 ihre Umlaufsähigkeit verlieren. Wegen des Einlösungstermins der Fünf-, Zehn- und Zwanzig mark-Gutscheine erfolgt später Be- kanntrnachung.

Landkreis Glkßrn

>0. Großen- Linden, 18. März. Gestern abend hielt unsere Ortsgruppe vom Volksbund zum Schutze : er deutschen Kriegsgefangenen unter Leitung des Hauptlehrers Bach eine auch von auswärts stark besuchte öffentliche Versammlung ad Oberlehrer Frei» tag und Dr. Meyer erzählten, während Dr. Schnei» b er für die Schutzorganisation ward. Diese Woche o er an statten hiesige junge Krieger für ihre gefangene« Kameraden eine Haussammlung.

m inbe«, 1*. Mürz «nr W

rag hielt der tnrftgr verein ber bnnofratifchrn Partei rtne Versa tnnrkung ab Tc. Avemarw-

bidt einen Vortrag Äba ba» Wesen der Temokratie

x wieseck, 18. Mörz, lieber 1200 stimm be­rechtigte Gemeindeglieber, Männer und Frauen aller Stände und Parteien, schloffen sich als erfreulichen Zeichen bes Z 'sammenltehens dem Aufruf zur Wie­dererlangung ber Aelenlen an.

jtrrW Vüoingrn.

* Bingenheim, 17. Marz. Bei ber Ber. [teigernng von öafieugruMb[*t*, bu durch bie