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h unserer $« ksamkeit lagen; idlichstrn Dank

1919.

Leonhardt ; iz Siebet.

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unben W eut ® u. Fra» ®l geb. IDanenfels 1919.

nr. 66

Ittle^ciftr Snjriget erldyrhu r.fllid), außer konntaa« - ttetlooen: i<t,<ner <omtlienbläiier;

Kie slkit ftl Ire Kreis Siete».

B z -yspreis: nwwuL i'it.1-35, oiertel- idbrtut DU. 4.05, durch Abhole- u. Ziveiastellen monatl 1.25 durch bieHoft DU. 4.05 oteitel« idbit au«$id)L tterteUg, tientipred) - *ilnidih:Pe: füi bie£d)riftleitunall2 Merlan,(4>efd)äft«fte(le51 2inlct)rt<t für Trahfimd)- nditen Anzeiger Siehe»

Erst« vlatt

169. Jahrgang

Mttwoch, 19 März 1919

Gießener Anzeige

General-Anzeiger für Gderhesfen

SariMngrnlnddruck ».Verlag: Briihl'sche Univ.'Such- ilSteinbruderei R.Lange. Schriftleltung, Seschastrstelle n. Oruckeret. Schulpr Z.

poTIchetNoitt»: $taxtfurta.m. H686

Banfyerfehr:

Sewerdevank Sieten

Auuuqmc mu ^uzetge» f. die Äaqeenummci uid zum Sladunittaq vorher otjne jebe'ikibiiiöiidjteü Zeilenweise: für örtliche Anzeigen 25 Bi,flir auttoärtrge 30 ISf., fürJi e f l a m e rt Mk.l.-liebst 2010Ieue- runaszus lstag;Plagvor- fdirtit 20 % 'Hu'jdilag. t>auptfd)ri'llciier: Aua. Doerr Serantroortlicti für Politik: Goetz,

für den übriaen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für den Anzeigeiueü: v. Beck; sämtlich in Gießen

Vie pariser Konferenz.

Die öertrrter bet Entente haben es in PmriS jept sehr eilig, über die Friedens- 6cbnttpnißcn ins Reine zu kommen. Es heißt, Prä, ident Wilson htide eine Anzahl Beschlüsse, die wahrend seiner Abwesenheit gefaßt roor den wannt, umgeroorfen und erklärt, er wünsck>e Li tun Anne^ionsfrieden. Demgemäß scheinen die Franzosen ihre Pläne für den Rheinbesip zuruckgesieilt zu haben. Wir dür­fen aber nicht fllauben, damit den Gefahren des Gewalt friedens entronnen zu fein. Wir wissen noch nicht, wie es mit der Schlinge der ivirtschaftliä-en und finanzi llen Erd«)sse- lung ist. Die überraschende Meldung, Lloyd George, der wegen drohender Arbeitersrrciks nach England absahren wollte, sei durch einen Bries Wilsons, tlL-menceaus und Orlandos- von oicfim Vorhaben zuriickgehalten worden, läßt mancherlei Deutungen zu. Man will den Fciedencsä/lub b< schleunigen. Hat England ein minder großes Interesse an dieser Be­schleunigung? Sind Zwischenfälle eingetre­ten, die nach eiliger Entscheidung drängen? Was auch vorliegen mag wir Deutsche sehen diese Unruhe und Eile unserer Gegner nicht ohne Genugtuung. Die Zeichen ermun­tern zu all n Vorbehalten gegenüber etwaigen Gcwalrfii.edensangeboten. In diesem Sinne begrüben wir auch die halbamtliche Notiz, wonach die sich mehrenden fremdenStu- dienlommijsionen" fort an besonderer Erlaub­nisscheine der deutschen Wassenstillstands- kommiision bedürfen. Es heißt in der Ver- össenllichung ganz richtig, es sei jetzt genug im deutschen Reickze herumgeschnüffelt worden...

Paris, 18. März. (WB.) Havas. Tie gestrige Sitzung des Obersten Rates dauerte sehr lange. Wilson und Fach beteiligten sich mehrmals an der Diskussion. Es wurden zunächst die maritimen und die Luftschiff- fahrtssragen behandelt intb in der aus­gearbeiteten Form angenommen. Nur einige Erweitcrungs- und Zusatzanträge wurden noch eingebracht. Die Diskussion über die deutschen Kabel wurde nicht zu Ende geführt. Ebenso erreichte man keine Einigung in der Frage des Kieler Kanals. Es entstanden die Fragen: Sollen die bcutfdjcn Kabel den Deuts äsen wiedergegcben werden oder internationalisiert werden? Die beiden Fragen werden in den nächsten Tagen eine Lösung finben. Tie Sitzung beschäftigte sich enter mit der Frage, ob die neuen Waffen- tillstandsbedingungen den Deutschen unter xmi Namen Wasfenslillstandsbedingungen oder Präliminarfriede vorgelegt werden sol­len. Es scheütt, daß man der letzteren Ansicht zuneigt.

Genf, 18. März. Wie dieAgence Ha- das" in letzter Stunde meldet, hat die Kon­ferenz gestern die Vorschläge Lloyd Georges in allen wesentlichen Punkten angenommen. Deutschland soll mit der Abrüstung vor­angehen und sich mit einer Berufsarm ec v o n h üchstens 100 000 Mann begnügen. Die Konferenz soll auch beschlossen haben., noch in dieser Woche die Bedingungen für die Abgrenzung Deutschlands und die Tilgung der Kriegsschäden festzir- setzen. Sie wird also wahrscheinlich am Mitt­woch oder Donnerstag zur Prüfung der fran- zösisä>en Gebietsansprüche auf dem linken Rheinuser gelangen, von deren Ergebnis alles Ucbrige abhängen wird.

Lloyd Georges dringend nötige Anwesenheit in Pari».

Paris, 16. März. (WTD.) Reuter. Bei der heutigen Sitzung des Obersten Kriegs- rates wurde Lloyd George ein von 'Wil­son, Clemenceau und Orlando unterschriebener Dries über geben, in nxrldjcm er bringe nb auf- gesordert wird, seine geplante Rückkehr nach , England um zwer Wochen z u verschie­ben, angesichts der Dringlichkeit des Problems, I mit dem sich die Konferenz in den nächsten Tagen ! zu besa'sen hat, und das die Unterzeichner des I Brieses für wichtiger halten als sogar die Arbeiter- idmrierigfeitcn, die in England bei gelegt werden müssen. Es wird ein Bericht nach London ge- sanot werden, um dort dem Kabinett vor­gelegt zu roerbtln. Wie verlautet, wird Lte'std tkorge seinen Bef Muß in dieser Frage von der Ansiäst seiner Kollegen abhängig machen, ob seine Anwesenheit in England nötig sei.

TaS Lebensmittclabtomrnen.

Berlin, 18. März. (WB.) Wie wir er- fahren, dauerten die Berhanblungen über das Uebensmittelabkommen genau zwei Monate. Die ersten Bezüge, Fett, Schweinefleisch- inobuTtc und kondensierte Milch, werden namentlich den Säuglingen und Müttern zu­gute kommen. Die Bezahlung der Posten ist bereits in die Wege geleitet worden. Die ।Lieferung erfolgt sofort nach Bezah­lung Lieferant ist England. Dieiweiter schon g.ckauften 235000 Tonnen Lebensmittel lie- gcrn in England, Frankreich und B lg:en Vv i *eit und wcrden vermutlich innerhalb 30 Tlagen geliefert werierr. De* Preis ist etwas

eine halbe Milliarde Mark. Außer den weiter monatlich zur Einfuhr bewilligten 370 00 Tonnen Lebensmitteln ist noch die Einfuhr von Fischen und Gemüsen aus den angrenzen­den Ländern gestattet. In Norwegen liegen bereits 100 000 Tonnen Heringe bereit. D».i Handel mit den Neutralen wird so rasch wie möglich von den Beschränkungen befreit uni der Post- und Telegraphenverkehr frei- gegeben. Mit der Lieferung von Rindfleisch sieht es nicht gut aus. Auch fehlt es für bei; Transport von Gefriersl isch an geeigneten Schiffen. Auch die Einfuhr von Futter­mitteln konnte nicht erreicht werden. Im­merhin wird durch die geringe Ausmahlung des Mehles ein entsprechendes Quantum Kleie gewonnen. Auch hat Frankreich Kopra und Palmkerne in Aussicht gestellt.

Tie Verwendung der deutschen Handels ch'.fte.

Paris, 18. M^rz. (WB.) Havas. Eine offiziöse Note berichtet über die Verwen­dung der d e u t s ch e n Handelsschiffe. Es handelt sich nicht um eine Verteilung der Flotte, sondern um die Frage der Verwaltung, bis der Friedensvertrag die e n d g ü 11 i g*c Bestimmung über die Schisse getroffen hat. Der provisorische Charakter der lieber» gäbe an die Regierungen wird bezeugt, durch die internationale Flagge. Frankreich wird 600 000 Tonnen an Transportschiffen und 75 000 bis 100 000 Tonnen an großen Per­sonendampfern erhalten. Der Rest wird zu gleichen Teilen au England und die Veninig- ten Staaten verteilt werden und zur Heim- befördcrung der amerikanisck>en und austra­lischen Truppen dienen. Die kleinen Dampfer werden an Frankreich und Großbritannien verteilt werden, lieber die Besatzung wird der Rat der alliierten Seetransporte entscheiden, der die Verfügung über die gcgmtoärtig von den Alliierten verwalteten Schiffe hat.

Die fremdenStudien" - Kommissionen.

Berlin, 18. März. (WTB.) Tie Ein­reiseerlaubnis für Angehörige der Entente und die Zahl der mi.itärifdyen irub zivilen Kommissionen der Entente, die seit Novem­ber Deutsch« d bereisen, fy.i:>en einen ausfal­lenden Umfang angenommen. Wie wir höien, ist bie Frage im SoaM lel sr.d geprüft unb dahin entsckM den worocn, daß von jez. ab fei te Ange- hölägen der Alicrten ohne besondere Erlaub­nis d c r W a f f e n st i 1 l st a n b s k o ni m is s i. n Dcutsck^anb bereisen dürfen. Dieser Bcsck?luß dürfte allgemeiner Zustiii-Imung sicber sein, deirn die En­tente hatte feit November Z i: genug zum! Sw- bium der bfutfrlieit Wir fria ts age. Wir braurixm heute keine Smdieukonrmiui. n mehr, fonbem Brot unb Frieden.

Aus dein lUicbe.

Tie neuen Steuern für das Reich.

Berlin, 18. März. (WTB.) DieDeutsche ^nigemeine Scirung" schrei.t: Tie Vorbereitung der neuen (Steuern des Reiches ist nun­mehr soweit gefördert, daß damit begonnen werden kann, bie ein-elnen Entwürfe je nach Fertigstellung bem Staatenaussckmß hu über» reidjen, bamit sie möglichst schnell von ihm an bie Nationalversammlung gelangen. Das ift um so mehr erstrebrnswert, als es bringend er­wünscht erscheint, auch in finanzieller Hinsicht bie Kriegswirtschaft abzubauen und airs bem SchwelxHusümd des überaus stark angespann­ten Kredits zu einer energudjen Abbürdung der .Reick-sschnlben unb einer geredeten Dert-.üung bet Steuerlasten überzugehen. Zunächst roerben dem Staadenansschuß die Entwürfe einer Knegsabeabe für 1919, Vermögenszuwad)osteuer, Kapiral- ertragSfleuer, Grundwedrselab'abe, Vergnügungs­steuer, Tabaksteuer und Spiel karten steuer besrl>as- tigen. Zu ihnen wrrd u. a. der Entwurf einer Erbschaftssteuer in kurzem li -zutreten. Weitere Ge­setzentwürfe werden allmählich folgen. Das ganze 'Werk soll durch eine große Vermögensab­gabe gekrönt werden, lieber die Bert.ilung der ftcuerlidjcn Belastung ist, wenn man nach dem vor­aussichtlichen Ertrage der cmielnen Steuern ur­teilt, zu sagen, daß sie stch ganz überiüiegmb aus direkten Steuern zusammenfeßt, wähoertd die tn- bireften Abgabm vergloichswerse eine mir gering­fügige Rolle spielen.

Bou der Reichswehr.

Berlin, 17. März. Für die neuzubil- dende Reichswehr wird gegenwärtig im Kriegsministerium über eine neue Beklei­dung beraten. Dabei herrscht der Grundsatz vor, Offiziere und Mannschaften mit Aus­nahme der Rangabzeick)en völlig gleich zu lleiden. Bei der Hose wird die alte Farbe beibehalten werden. Ein Stehumfallkragen mit Litze sott anstelle des alten Umlegekragens treten. Der Farbenstreifen in der Litze macht die Waffengattung erkennbar. Der Aermel- aufschlag i|t aus Stoff, ebenso »wie der Kragenbesatz mit zwei Knöpfen. Die Regi­men tsnummer ist am linken Oberarm in der Waffenfarbe angebracht. Der die Nummer umgebende Kranz ist in derselben Farbe ge­halten. Der Lederhclm kommt in Fortfall, dagegen bleibt der Stahlhelln. Anstelle der bisherigen Feldmütze wird eine graue Mütze ohne Abzeichen erngeführt, die bequem unter oem Stahlhelm zu tragen ijt Anstelle der

bisherigen Schirmmütze gelangt eine dem Tschako ähnliche Kopfbedcckung nach Sclpvei- )Cr Art zur Einführung. Als Nangabzeiä)en iür Offiziere und Unteroffiziere sind gedacht: mattsilberne oder mattgolbcne Tresjou an -eidcn Armen, für die Ofjiziere lam Unterarm, üt die Unteroffiziere unter der Regiments­nummer arri Oberarm. Wer über 2 >. Jahre 'lltio gedient hat, darf seine bisherige Waffe als Ehrenwaffe weitertragen. Mit Zuslim mung ihrer Vorgesetzten dürfen Mannschaften außer Dienst, die in Geschäftszimmern ar­beiten, auch im Dienst bürgerliche Kleidung tragen. Einseitiger Grußzwang besteht nicht Dagegen besteht für Vorgesetzte und Unter­gebene die Pflicht, sich gegenseitig zu grüßen, wobei der Jüngere und der im Dienstgrad Niedere dem Aelteven zuvorkommeil muß.

Bay rische LandeSvcrrammlung.

München, 18. März. Ministerpräsident Hoff, mann gibt in einer programmatischen Rede zunächst einen lliückblick auf die Bluttaten des 21. Februar und fährt dann fort: Wenn die Entente die Ab- sperrungspoliük noch ein paar Monate weiter treibt, wäre ein großes Land und Voll, total ruiniert. Ein Vecht, das Necht auf Menschlichkeit, darf man auch dem Besiegten nicht teröeigern, und in seinem Namen fordern wir die Zlufhebung der Blockade, die sofor- tige Lieferung von Nahrungsmitteln und auch die Freigabe unserer Kriegsgefangenen. Die <DcLt:k des Ministeriums wird eine demokratische und soziale und soweit es unsere jammervolle Lage gestattet, eine so­zial stische sein. Wenn wir aber keine Nahrungsmittel bekommen und die Volksmassen nicht den Willen zur I 'Arbeit haben, dann r.ji'jt aller guter Mille der neuen Neg erung nichts. Nähern denkt nicht da an, sich vom Neich loszulösen, aber es fordert im Nahmen des Ganzen feilt staatliches E genieben.

Dann trat das Haus in die Beratung des Ent­wurfs eines Ermachiigungsgesetzes ein, das ein­stimmig angenommen wurde. Nach Erledigung ver­schiedener geschäftlicher Angelegenheiten gibt Abg. Speck (ßtr) im Namen sämtlicher Parteien eine längere Erklärung ab, die sich gegen die Absicht der Entente wendet, uns den Vorfrieden gemalt» sarn aufzuzwingen. Diese Kundgebung wurde von allen Seiten des Hauses mit lebhaftem Beifall aus­genommen.

Darauf vertagte sich der Landtag auf unbe­stimmte Zeit.

München, 18. März. (WTB.) An her heu­tig rn Sihung bes bauerychen Lanbtages stellte Ministerplästdent HoißnM.m bas neu gebildete Ministerium vor. W setzt sich wie folgt zusammen: Minifbeiinm des Nutzern unb Kultus: Hoff­mann (Soz.), Justiz: Enbres (Soz.), Inneres: Sr-gitz (Soz.), Finanzen: In Vertretung Staats­rat v. 9JierfcI, Verkehrswesen: v. Frarwudorsfer, Soziale Angelegenheiten: Unterleitiier (Unabh.), Hanbel, Geroerbe unb Industrie: Simon (Unabh ), Lanbwi tschaft: Steiner (Banertibnnd), Mstitärisck)e Angelegenheiten: Sckmeppenhorst (Soz.).

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Hindenburg über die Frage, warum der Ziaiscr nach Holland ging.

Berlin, 18. März, (WB.) Aus dem Großen Hauptquartier in Kolberg erhalten wir folgende Mitteilung:

Die öffentliche Meinung beschäftigte sich in letzter Zeit wieder vermehrt mit der Frage, warum der Kaiser nach Holland ging. Um falscher Beurteilung vorzubeugen, bemerke ich zur Sache kurz folgendes:

Als am 9. November der Reichskanzler Prinz Max von Baden die Abdankung des Kaisers ohne deffen vorherige Einverständniserklärung veröffent­lichte, war bus deutsche Heer nicht geschlagen, aber seine Kräfte schwanden dahin, wahrend der Feind frische Maffen zu weiteren Angriffen bereitstellte. Der Abschluß des Waffenstillstandes stand unmittelbar be­vor. 3n diesem Augenblick höchster militärischer Span­nung brach in Deutschland die Neoolution aus. Die Aufständischen bemächtigten sich im Nllcken des deutschen Heeres der Nheinbrücken, wichtiger Magazine und Verkehrspunkte. Dadurch wurde die Zuführung von Munition und Verpflegung gefährdet, während die Bestände der Truppen nur noch für wenige Tage ausreichten. Die Etappen- und Ersahtruppen lösten sich auf. Auch über die Zuverlässigkeit des eigent­lichen Feldheeres liefen ungünstige Meldungen ein.

Angesichts dieser Lage war eine friedliche ckkehr des Kaisers in die Heimat nicht mehr denkbar und konnte nur noch an der Spitze treuer Truppen erzwungen werden. Der völlige Zusam­menbruch Deutschlands war bann unvermeidlich, hätte sich doch zum Kampf mit dem zweifellos nachdrän, genben Feinbe der Bürgerkrieg gesellt.

Der Kaiser konnte sich ferner zur fechtenden Truppe begeben, um an deren Spitze in einem letzte» Angriff den Tob zu suchen. Auch dadurch wäre der vom Volke Heist ersehnte Waffenstillstand hinausge­schoben und das Leben vieler Soldaten nutzlos ge> opfert worben.

Der Kaiser konnte endlich außer Landes gehen. Er wählte diesen Weg im Einverständnis mit seinen Ratgebern nach unenblid) schweren Seelen­kämpfen lediglich in der Hoffnung, dadurch dem Vaterlande am treuesten zu dienen und Deutschland1 weitere Verluste, Not und Elend zu ersparen und ihm Frieden, Nutze und Ordnung zurückzugeben. Daß der Kaiser sich in diesem Glauben geint hat, ist nicht seine Schuld. Hindenburg.

Kolberg, 18. März. Reichswehrminister Noske und General Winterfeldt trafen heute vormittag zu einer Besprechung bei Hindenburg ein.

Au» Hessen.

rm. Darmstadt, 18. März. Der Zusammen­tritt der hessischen Volkskammer, der auf den 25. März vorgesehen war, ist um 8 Tage, auf Dien».

tag den 1. April, verschoben worben, da die Aus. schüffe mit ihren Beratungen nicht früher zu Ende kommen. .............. i ............. ....-y

und Land.

Gießen, 19. März 1919.

Tie Verhaftung der Mörder Bochm».

TieOberhess. Zeitung"" in Msfeld be- cid)tG| über die dort erfolgte Verhaftung der Täter Maus und Waldeck. (Hu hiesiger Bürger machte Montag nachntittag auf der Bürgermeisterei die Mitteilung, daß er an seiner auf dem Wege zur Steinkaut» ge­legenen Sck>eune Zeichen eines Einbruches tvahrgcnommen habe und daß es ihm und einem in unmittelbarer Nähe der Scanne Beschäftigten vorgekommen sei, als ob sie Scyritte im Innern der Scksenne gehört hät­ten. Tie Bürgermeisterei veranlaßte eine so­fortige Untersuchung, die ein überraschendes Ergebnis hatte. In einem Winkel der Scl-eune fand man Mundvorräte (Brot, Brötchen und Käse), ferner mehrere ^reidungsstücke, bar» unter einen Waffenrock, j.n dem der Name Waldeck"" eingeuaht war. Der Fund in der Scheune gab der Särgermeii'terd Veranlas­sung, sofort eine Strerfe in das Gebiet um die Steinkaute zu veranstalten. Vier Herrn der Bürgerwehr beteiligten sich daran. Mit Karabinern bewaffnet, fuhren sie im Auto nach Eudorf. Von dort aus begannen sie ihren Streifzug. Sie überschritten die Schwalm- brücke und nahmen, dem Wege folgend, die Richtung gegen dem Rotheberg. Uebcr den Rand einer Mulde jaljen zwei Mann der Bürgerwehr zwei Manner am Boden sitzen, in deren Nähe ein Feuer brannte. Einige Minuten später standen die Vier auf ein verabredetes Zeick-en mit einem Schlage mit schußbereitem Gewehr den beiden Fremden gegenüber. Ihre Ueberrumpelung war voll­kommen. Sie folgten dem allerdings wieder­holten ZurufHände hochk", ohne Miene zur Verteidigung £u machen und ließen sich abführen. Dre Feststellung ergab, daß man Maus und Waldeck gefaßt hatte. Di« Festgenommenen wurden vorläufig im Ge­fängnis zu Alsfeld untergebracht.

Studentenschaft und Reichdregierung.

Ter Studentenausschuß brr hie­sigen Universität veranstaltete geltem nadjnrittag hi der neuen Aula eine allgemeine Studenten- versammlung, zu der auch famtliche Do­zenten- eingeladen waren. Zunächst, sollte Stellung genommen werden zu der Frage einer Sästießung der Universität. Nach einem kurzen Referat des Vvrsil>enden Sxmt cand. thool. Bern Heck über die letzte Ausfchußsitzung, die sich mit dieser Frage näher besaßt hatte, wies der Rektor Geh. Rat Strahl darauf hin, daß das Zwischen­semester unter allen Umständen durck^haben wer­den solle, stellte aber nicht in WvQe, daß viel­leicht noch die Stunde tontnten könne, wo es gelte, wieder dem Vaterlande zu helfen und die eigenen. Interessen zuruckzustcllen. An der Teba'te über diesen ersten Punkt der Tagesordnung beteiligten sich Herr cand. oct. meb. Heydrich, der rm> Auftrag der Klinikerschaft der veterüiärmedizi- nifdicn Fakultät energischen Protest gegen eine SMestung der Universität erhob, und Herr cand. meb. Landmann, der demgegenüber auf Grund von eignen in Rußland gemachten Erlebnisse«, mahnt- die ungeheure Gefahr des BolschewismaS nicht zu gering ein^uschätzen und vorzubcugen. So­dann üerbreitelen sich zwei Redner, S>:vc cand. jur. Jung und Herr Pros. Eger, über die Frage, ob es zweckmäßig unb geboten sei, in eine militärische Organisation zur Bekämpfung des Bol­schewismus einzutrelcn. Beide hielten es für bie Pflicht der akademischen Jugend, dein Ausruf der Regierung, Folge zu teilten; allerdings möchte Herr Prof. Egcr den (Eintritt in ein Freikorps noch davon abhängig machen, was eine von der Universität FranklU'«c nach Weimar entsandte Kvm>- Mission an Nachrichten über die Größe der Ge­fahr iiirüdbringe. An der Debatte xu diesem Punkt beteiligten sich eine grosse Reihe vonn Dozentcs« und Studrerenden: So trat u. a. Professor Hom eifer für die Bildcmg von akademi­schen Freikorps ein, die Professoren Messer, Koffka und Kinckel wiesen auf die Be­kämpfung des Bolscl^ewismtus mit grilligen Waf­fen hin, Prost Schian forderte auf zum Jder- liÄnus der Tat. Dr. Erhard appellierte an bie von jeder Parteipoliiik freie vaterlmü>isü,-< Gesmmmg, Prof, Sommer riet an, jede Ent­scheidung in Univcrsitätssragen der Nrichsrvgia- rung unb nicht den einzelnen Bundesstaaten ziu- zmveisen; andererseits fei es unlogisch die 9üe» tzierung, die doch offen bas Rätesystem begünstige, im Kampfe gegen Spartakus zu unterstützen. Endlich wurde noch über die etwaigen Vergün­stigungen, die den sich freiwillig Meldenden ge­wahrt werden sollen, beraten. Herr cand. pbiL Dang unb Herr Prof. Bürcker brachen ein­zelne praktisch^ Vorschläge, die &ur Diskussion go stellt wurden. Zum Schuß wurde von der Mehr- beit ein Antrag der Professoren Schian, Be­tz a g h e l und Krüger angenommen des In­halts, daß sich die Studentenschaft der Not des Vaterlandes nid# verschießt und bereit zu helfen ist, daß fie aber zuerst Aufklärmrg über die Art ihrer Dcrwenduny wie über die Izringlidtfeit tntti volle Datzrmtg ihrer Berufsinteressen verlangt. Für die weiteren Anträge war die Versammlung nich mehr beschlußfähig, da viele Zuhörer im .Anbetracht der laugen Lauer der Beratungen oov»