Ausgabe 
18.11.1919
 
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Später onTommenbe Warrn der genarmten Art werden ohne weiteres beschlagnahmt and den zuständigen Stellen zur Verteilung über­wiesen. Alle Firmen des LebenSmittclhanOcls werden hiermit darauf aufmerksam gemacht, do8 oie Einfuhrbestimmunaen vom 15. No­vember an mit Strenge gehandhabt werden. Zu unrecht eingcführre LebenSmtttel, Futter­mittel, Oele und Seife usw. verfallen der Beschlagnahme und der Einführende setzt sich außerdem der Gefahr strafrechtlicher Verfol­gung aus. Bor der Einfuhr von Lebensmit- teln usw. aus dem besetzten Gebiet wird hiermit ausdrücklich gewarnt. Bemerkt wird, daß der Landcscrnährungsamt nicht in der Loge ist, Einfuhrbewilligungen zu erteilen. Einfuhrfrei sind im - wesentlichen nur noch Reis und Hülsenfrüchte. Auskunft erteilen in Zwcifelssällen die Handelskammern und das LandcS-Ernährungsamt.

** Den Verkehr mit Runkel­rüben auS der Ernte 1919 betrifft eine Be­kanntmachung im Anzeigenteil unseres Blat­tes auf die wir besonders Hinweisen.

* * Tos neue 50-Vfennig-Stück, dessen Aussel-en wir in unserer Freitag Nummer ans den formten, ist, wie wir jetzt erfahren, noch nicht in Un*Quf yft&L

* * Max Felmy hält am 21. November im Saale des HotelsEinhorn" einen ExperimeMal- und Auskläruugs vertrag Der Vortrag bient nicht nur der Unterhaltung, sondern soll gleichzeitig aufklärend und belehr-.-nd tvirfon. Lebhaft zu be­grüben ist die Aufklärung über das sogenannte Gedankenlesen, das feit einiger Zeit in vielen jköpfen Verwirrung <mrid)tct.

Landkreis Gießen.

* * Lollar, 17. Nvo. TaS von der Singer- vereinisung Lo.lar veranstalten Wodlä:igkei:s- fonzert fand unter überaus starker Beteiligung der Einwohner ton Lo.lar statt Mu.ik der Reicbs- wdhrvapelle Nr. 36 unter Leitung von Obermuskk- mvxfter Löber-Gießen füllte das Programm, ab­wechselnd^ jnt den Solis des Kamntervirtrwsen Louis Stummd aus Darmstadt, und ML m.-rchören Deä lestgebenden Vereins. Dieser bot unter Leitung feined itreblomen Tirigenten PH. Groß, Wiefeck, m:t Rücksicht aut die kurze Zeit, die der Ver.'in nach dem Kriege wieder singt, gute GtjangSleistungen. Bürgermeister Schmitt-Lollar sprach den Ver­anstaltern des Festes, sow.e den Mitwirkmden den Tank der Qfcmrinbe aus. Das Schlußwort ütxt- nabm T'^rn Gußmann Kirchberg. Er wies dabei aus die am 16. November l I. in allen Gauen des Landes stvtlsindcnbcn Mas enpvotes'rersamm- lung.'n g-^gen die unberedüigte Zur ückhl Ning un­serer Kriegsgefangenen in Frankreich hin Herr Gußmann idjtiig der aus mehr wie 709 Personen lMänirer und Frauen! zäl-lcnden Festversammlung eine Entichir.ßnng ort, die ein stimmige Aimahne sand. Tkt Blumentag brachte schönen Er­trag. Tie S än-gertxrrei.:igimg kann mit ©r(j auf ihr erstes ösfent idres Lluftveten blicken. Tie gr- fdxfcnfmc Teck na Inne der Genu iirde zeigt, daß die Ziele dcS Bevins allseitig gebilligt werden, wir wünschen dem Verein rechtes Mülen und Gedeihen.

x Wieseck, 17. Nov. Daß Onkel und Nichte zusammen getauft wurden und der Onkel sogar noch 12 Tage jünger alS die Nichte, hat sich hier gestern ereignet und verdient, vermerkt zu werden.

flrdd AlSftld.

I I Flensungen, 17. Nov An der Der- mählungsseier imfiTtr bt-Jfrmgcn Krandensdjnrfbcr Fräulein Ria Schlitz mit dem Grubenbiamtrn Heinrich Gering, welche gestern in unserem Gottes- hruö stattsand, nobm die garr^e Gemeinde, in der sie mebr.re ^aljre lang mit großer Treue und aus- opfernder £tcbe in ihrem sd^vevcm Berus tätig war, regen Anteil. Währimd des Läutens wurden in der Umgebung der fi'irdje Ehrenschüsse abge­feuert. Der Altar war fdibn mit Blumen gv- schmückt. Eine gvofr Zuhör.ischaft hatte sich im Gott'^haus Derfammclt Nach der Trauung sagnen Bursd^en vor dem Schulhans und die Jugend abends im Hochzeitshrus dem jungen Paar Lieder Sehr ungern sieht unsere Gemeinde ihre Schvester auS ihrem bisherigen Berus fdriben.

Kreis Friedberg.

Friedbera, 17. Nov. Zwei Solda'en, die hier zwei Fässer Benzin gestohlen unb in Frankfurt verkauft hatten, wurden dort festgenommen.

- m. Aus der Wette rau, 18. Nov Ter Schnee liegt stellenweie 2025 Zentimeter lwch und der Landwirt ist durch den frühen SchncefaN überrascht worden. Im Felde ist rooeb trid Arbeit ju vcreichten, in mandxm Gemarkungen stecken logir noch Kartoffeln in der Erde. Tas in diesem Jalwe anSnahmSweife lang sestsi.ende Laub kann den Cbfibäumen jetzt gefährlich werden, da sich durch das Laub der Sehn« hoch lagert und infolge

tnntboren Rolle mit Geschick und Gra»ie. Tie Nonette LLi Hagens loar frisch und fesch. Tie Ehöre cinfdXietiub der GießenerÄckml- prgnrb" sangen rhythmisch und rein, eilten te-ochbidltxfendem T i r i gen t e n, £>rm B ru w Bartl, voraus. Dieser batte das gut eingespielte rchester, in dem sich besonders die Hörner durch ihre Reinheit auszeichneten, fest in der Hand. Für die Spielleitung die moIX auch die g-schmackvollen Bühnrn'-iiber zu ammenstellle, z.-ichnele Herr Otto Kehr. Allen Künstlern wurde mit herzlidxm Beifall gdankt. L. M.

FrankfuNer Theater.

Tie GroteskeDer Herr Verteidiget, die der ungarische Fnngeist Franz Molnar in Slemeinschaft mit Al^vch Halm schrieb, wendet in ihrem tilgten 0>?üg? die Mit'el teS hr- küminlichen ^chwonks, Situatwnsd.mck und Jn- trigueniwl, an. Bei aller Munterkeit ragt aber tirit 9IbirfotcTV, Tetef e> und Gaunrrwmödie über xn bilden Schwank hinaus, weil ihre Per­sonen, so giviß sie den feststehenden lötxm der Ibeaterpraiid nahe verwandt >ind, indiv.duclles Qkpräg bei tuen. 2ic Welt rotro hier wie bei Oskar Wüde unb Bernhard Shaw etwrs aut den fibpf gdtrtlt unb es trrumpbxrt am Ende über die bloße Amtsgewalt und den offiziellen Rechts- standpunkt Tcmm Boot's DicbeSgeuie. Tie bcio-n Verfasser buben ihre Gestalten hübsch belndXil und lassen sie in ironischer Weise die Ttng- und die WeU so sehen, wie sie die tUlgemeürbcit nicht zu stchen gewohnt ist. Und da >ie obendrein dte Grenzen des guten Geschmacks eingebol en und den etxiR nicht über Gebühr ausgedehnt hoben so kann man mit dieser Groteske wohl zu- frieden sein.

Zumal, wenn sie in io behender und amü- lenter Aunührung dar geboten wird, wie jetzt im Frantjurter Neuen Theater, Unter TvrLvr

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ber Last die Teste leicht brechen. Unsere gesichert Sänger sind durch den früh eingetretenen Winzr: 1 in bittere Not geraten und die löbliche Uamöglch. I feit der Nahrungsaufnahme bedeutet für mancher ik>gcl den Tod. Tre armen Tierchen kommen scharenweise bis bidx an die Fenster.

Starkenburg unb Rheinhessen.

rm. Darmstadt, 16. Nov. Eine M affte- Protest Versammlung gegen die gewaltsam, Zurückhaltung unterer Kriegs»sangencn in dein öcölanb fand heute norm Mag unter Vorsitz H Ob^rbuhnVorstehers Glitz im Mathildenh.he'aci statt. Nach etner Äussorderung fu einer gcschlosw «e;t Kundgebung hielten Ansprachen Volkskammer» abgcorbnettT 3) in gelben und der Präsides \ des Laichesbildungsamtes IRnüfterialbirrftor l Strecker, der im Atomen bei Regierung fprai Ein Vertreter der Post gab dann noch AufllL- rungen über die Postjerchungen an unsere Gefang­nen in Frankreich, England usw. ES wurden fite Entschlietzungen angenommen, die an die Nation«. Versammlung und an tue Äcuteregierung geruhst sind und sofortige Schrttte verlangen.

T a r m st a b t, 16. Nov Em ungemein rodel J Verbrechen verübte am Freitag abrnb 9 Uhr etil bisher unbekannt gebliebener Mann in Lirrb^v, I «cis. Ter Mann drang in die Wohnung bd Landwirts Staffen berger, ber am gleicht. Tage Vieh verkauft hatte, ein nnb Iberfid du beiden anwesenden Frauen, eine Wirtschafterin irti das DienstrnLxhen mit bem Rus:Hände doch^ Am die Frage nach Wolfenberger verfttzsc der Mensch zuerst der Wtrtschafrerin mehrer- 6ti4, ' in die Brust, worauf das Dienstmädchen der Wirt» j ittafterui zu Hilfe eilte. Während boS Djenstmäb» cfen mit bem Manne rang, entfloh bie Haut» bälterin m bas Nachbarhaus, nm den Hau»hem zu holen. Leider gelang es dem Unhold, bn einen feldgrauen Mantel trug, in ber Dunk-lbeit zu entkommen. Während man bei bem Dienk» m&bdrn, dem der Dolch in der Brust stecken blts, das Leben zu erhalten bofft schwebt die Btrt» fdxifterin, bie acht lebensgefährliche Stich: erhick^ in der grössten Lebensgefahr

sw Mainz, 15. Nov. Die Stadt« | öerorbnctentierfammlung beschloß | in ihrer nichtöffentlick-en Sitztmg eine An« ß leihe in Höhe von 20 Millionen Start, ved I zinSltch mit 4 Proz., aufzulegen.

delsen-Nassau.

BetrtebSetnftellungen.

---- Frankfurt a. M., 17. Nov Tie Kohlennot treibt jetzt einer Katastropbe au. Die industriellen Werke, allen voran die | Adlcrweter, müssen in diesen Tagen ihre B«» triebe einftetlen, wenn nicht bis DienStaa, längstens Mittwoch, Kohlen anaesahren siij. Die Ehemische Fabrik GrieShetm-Elektrn stellte Samstag we.gen Kohlenmangels da grössten Teil ihrer Betriebe ein.

X Gelnhausen, 16. Nov. Die Bertejrd e i n s ch r ä n k u n g bat auf der benachbarten <rai<« gründ-Kleinbahn groste Erbitterung bero v Ken. Auf der Station Kahl versuchten Ärbenn |

Drohungen mit Anbrennen des Bahn do - Einwerfen der Fenster, tätliches Vorgehen geqo > die Verwaltung, gewalttätig einen Zug zu r» Zwingen. Ein Zugführer und ein Schaffner nmr*<i tätlich angrnriren Nach Ankunst de» erzwungene» i Zuges m Schöllkrippen ging ein Teuvo Arien« vor das Direstionsgebäude und nabm eine drobenh i Haltung ein. Die Direktion war machtlos Bul 1 tKAivungen, die Züge fahren zu lafjen.

X Gersfeld iReg-Bez staiseO. 16 «rv Ter Vorwinter hat erneuten L^hneefall bd mästiger Kälte gebracht Die Landwirte find besorg ; um ihre noch brausten stehenden Kohlraben iif» j ?luch die Herbsnoat ist hier und do noch nnb erledigt und wird kaum noch ausgeiührt nxr'd können. Die Gartenarbeiten tonnten gleichio lt noch nicht beendigt werden. In manch.-n Citfl ist selbst die Kartoffelernte noch nicht völlig enu gebracht Auch tue Zuckerrübenernte ist noch üich überall beendet.

Marienberg kWesterwakdi, 17. W* Trotz ffabhmnot and ärgstem Wodnung»mon^ g:aifiert hier bie HeicatSwut in unheimlicher Dei denn nicht weniger als 19 Paare liesten sich il Monat Cftober ouibieten und 10 Paare traten dm den Traualtar. Und da» will bei 1200 Einwohnrci etwas heisten, wenn in einem Monat icta 20. Bürger in den Edeba en eiMLm't.

R Marburg, 1/ Nov. Nach der nrudhi Volkszählung sind im Kreise T2artuti II -29 Hausiraltuuaen mit 27 932 mäimlichm na 30 589 weiblichen Bewohnern, zusammen 58 52L oorbnnben Im Ialwr 1910 waren eS lOtw Haushaltungen mir 27 812 männlichen und 29 19 nx-iblidrn Bewohnern Die Einwnhn^zaht Aa» bürg- btruq 1919 22 216 unb 1910 21 816 Kuh .vor dem Kriege waren mehr Einwohner in Aar» bürg wie bei brr letzten Zählung.

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ReimonnS Regie wussten zumal bir m4r» I lichen Mn stier Wollburg. Lchaäter und 6d?nui ben deut sch-ungarisch-gallischeneunrit" eine» roflfn Hause sein würzig und genirschar zu mache», j wofür ihnen durch Dcrgnüotcn Beifall auütid ward. e tt I

Ein theatervifsen schuftl schel ? Seminar in Berlin. Tie Bestrebungen, 3 | Perlin, der größten Thatersdah! TeutfcklandS, i ui sensckast ick^S Jns.itut für Themers-Tr ch. nz » I ickaifen, werden letzt end.uh von Erfalg gekckL Wie Pr^i. Max Herrmann, der besannte Then» Historiker, der leit Jahren an der Berlins llo oer ilüt die Theatenoisienseh-st lehrt, im n -ufii» I Hest derSzene" mittdlt, Hit er b reit» im nuar 1919 bem preustischen Ministerium ft Wiisensckoft, Kunst und Volttbitbung tn ri* Tenstd rist die Notwendigkeit c-ines th-ater.visk'» sck ältlichen Seminar» Tür Berlin bar gelegt, x» Ministerium bat nunmehr bie Gründung ehJ solcken Institut» beschlossen, unb es nxrden r-< tato bk Rrumwage uub bie sirrinzielle Qkid* läge dafür geregelt werden.

«E u g e n L i l da ch. ketoimte flbmtorfi uno (Mang.unrkfHjt feiert am 20. No rem de' feinen fiebzig ren Geburtstag. Mit seiner ©eiN> lin, der talentvollen ehemaligen Sängerin Ane Schubert, zusammen, liest er sich auf cunopfiifd# Reisen mit Unxnragrnbtm Erfolg als OTahorirr und Li.-derjLng-r hören. Zur geöstten BoNtominc» heil kam das Münftlctpaat im Tuett. Am Drcs doner Konservatorium unterrichtete Eugen Hilk:» al» langjähriger erster 0^'angslehrer. Seil 1M lebt Eugen Hildach m Franmirt a. M und be , sd» änst sich auf Gei'an^-sauS'. Ldung einer große» SchülerzalL. Von dem vielaesungenen Kompoi ij.ci , verdienen genannt zu werden die Lieber .,L« U. Mein Liebster ist ein Weber"^, bu hinge-, da will ich auch Hinsehen".

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Veranstaltungen

Dienstag. Stadttheater, 7 UhrTer fidele Bauer". Deutschvölkischer Schutz- und Trutz- bunb. 7Vi Uhr Vortrag von Pros. Werner, statt Prof. Qkbbarbt, im Hotel Grostherzog. gicidtf- bunb der lkriegsbeschädigten und KriegShintecblic- denen Versammlung 8 Uhr Ro'lkeller D--nt- sch.r xU^itbLuitd, 81/. U r grofier öörfaa' Wieder­holung bei Vortrags von Hau^uuann Lindcnou. Iugendgruppe der Teutschnatioua en Vollsuartei.

7 Uhr Einhorn AuksührunA desTatterich" von Niebergall. Lichn'viele seltersweg, .^ZkaruS, im Höhenilug der Leidenscha ten". Lichtspielhaus, Schiftbruch.ge der ßieuc",Die Laune eines Lebemanns".

** Amtli che Personalnachrichten. Der ständige Hillsarbeiter bei der Abteilung für Steverweseit des Mmisterium» der Finanzen Fi­nanzrat Georg Knöü ist zum vortragenden Rat bei dieser Abteilung md dem AmtStttelOber- sinanzrat" ernannt worden. Der Ministerial- ^fretär bei der Buchhaltung des Ministeriums uer Finanzen Adols Wämser wurde zum Mini- ftrnatobenefretär tri dieser Buchhaltung ernannt

* ftriegSgc angenenheimkehr. Für die zuletzt aus cntjliftfcr Kriegsge angenenschast 8 Oifcziere unü 230 Mann, erst re waren Kämpf.r unserer Ostasnka truppe), hatte der hie,ige Empsangsausschuß <rn Sonntag einen Unterhal­tung sabend im Soldaten heim des Durchgangs­lagers veranstallet. Tr. Schneider, stcUv. Bor- sctzender des Rvteu Kreuzes, begrüßte bie An­wesenden unb erteilte daraus Prof. Dr. Ebel das Dort zu einer Ansprache, in der die Hermfehrei mit den veränderten Verhältnissen in ber Heimat bekannt gemacht wurden. Ter GesangrerTnn Har- monie-Grosten-Linden war trotz b.r Unbilden les Winters zu dem Abend ersch.eiien unb er reute dir Zuhörer durch heimatliche Lieber, die lebhaften Bri- fall fanden. Nach gemeinsamen Gesängen, Vertei­lurig von Liebesgaben, T. klama.ionen te.< Frl. Hochstätter, dcntte namens feiner Karne.adcn Dbcrhl.-ulnant Hübner von der Lsta>>cka^Schutz» truppe dem Empsangsausschust, dem G-sangoecein, den Tarnen, unb den Schivcstern des Lagers für vas Gebotene, worauf Tr. Schneider mit einem herzlich, nAuf W.edcrsehn" die schlichte sonntäg­liche Heimkehrerfeier schloß.

** Eine L« hr er versa mm lung findet am Donnerstag, vormittags 9 Uhr, im Gasthaus Zum Philosopl-euwald" für sämtliche Lehrer und Lchverimien des Kreises mit folgenbcr Tagesord­nung statt: Der Geschichtsunterricht, Vortrag des Herrn Keller (Lollar-; d« Fortbildungsschule; Verschiedenes.

* Gc werbes chule Gießen, Oberhess. aewerblichc Lehranstalten. Di« Bestrebungen, die Anstalt, allen neuzeitlichen Anforderungen ent­sprechend, recht vielseitig zu geftalMi, hat zur Angl ederung d er Lokomotivsührerfach- schule g?fülirt, ine mit 60 Tchlulern nunmehr chren Betrieb eröffnet hat. Hkaduach wird den L-ün- 1'dKK des Lotomot.vführerverbandes, ein:n gut vot> gebildeten Nachwuchs zu erhalten, Rechnung g - tragcn und gleichzeitig auch das Bedürfnis oer Lokomotinsührer-Äiiwärter befnebigt, sich die er- sordcrlidien Kenntnisie auf möglichst leichte W?ise auzueignen. Wie hier, so jcijt sich auch aus an­deren Gebieten ein erfreuliches Strebm nach Er­weiterung von Kenntnissen, dies geht aus oer Zahl brr Teilnehmer, die 42 beträgt, hervor, w lche bie in der vergangenen Woche eröfsnet.m Fachkiirse für Angehörige des Metall- und Holzgewerbes besuchen. Diese Klint haben den Zw^ck, Gesellen l»eruslich weid.-rrubilien. An dem gleichen Zeitvu"kt wurde die gut Mudite kunstgewerbliche Fachklasse eröf net, bie nicht ben Zweck hat, Kunstgewerbler (jerongubikt-n, sondern bie im Hanblverk erworbenen Fähigk.iten nach ber kunstgewerblichen Seite hin ro itor aus- zubilden Hat demnach bie Anstalt dos B< streben, in technischer Hinsicht möglichst incl eitii zu fein, so ist auch andererseits dafür gesorgt, daß bie 9111* gemeinbilbung nicht vernachlässigt wird Aus bie- tem Grunde sind außerhalb tkT Unterrichtszeit al» Einleitung biefer Bestrebungen zunächst L t - teraturstunben angesiliet»ert, in welchm die Schüler ber Anstalt in die Schönheit der deuksch'n Sprache und der beutfdKn Dichtung eingesührt werben sollen. Die Gewähr daiür, bah bie Schül-'r and) von diesen Stunden rrid)tn Nuhen hab-n iverden, bietet der Umstand, daß Professor V"'l- c>ng bulen Unterricht ü'-emommen hat. Die Anstalt ctitfdiui'fi'ih irr gew-cklicken Find- lildungSschule zur Zeit 625 Schüler, eine Zahl, für welche bie Räume der Gew rbeschu'e kaum ausreichen. Hoffentlich wird mit der Zeit auch diele Schwierigkeit behoben rotfwn, so deß fidt die 91nflalt zum Nutzen ber Industrie unb deS Hanbwerfs nnb im Interesse der Stadt Gicßm weiter entwickeln kann.

* Ausländische Lebens- unb Futtermittel. Wie kiir^lich bekannt ge­macht wurde, hat das LaudesernährungSamt bisher au8!ön iff e Lebens- un'* Futtern.i - tel, Oele und Seife, die bei der Einfuhr aus dem befehlen Gebiet von den Reichseinfuhr­stellen beschlaqnahml worden find, übernom­men und unter bestimmten Voraussetzungen den Empfängern wieder zur Verfügung ge­stellt, wenn die Waren bis zum 15. November ihren Bestimmungsort erreicht hatten. Mit dem 15. November ist diese Frist abgelaufen.

Aus Stadt und Land.

G i« tze n, den 18. Nov 1919.

Ter beschränkte Bahnvcrkchr.

Die Eisenbahndirektion gibt amt.'ich be­kannt: Vom 17. November ab wird zu den Zügen auf den Eifenbahnstrecken im unbe­setzten Gebiet an Werktagen der allgemeine PetTsonenverkehr im beschränkten Umfang wieder zugelafien. Vom gleichen Tag« ab ver­kehren wieder die Nachn'chnellzüge D 1 unb 2 FrankfurtBerlin über Erfurt und Die Schnellzüge D 57 und 58 FrankfurtMün­chen. D 1 fährt zum erftenmal schon am 16. November (9.55 Uhr abendS) von Frank- furt ab. Die vom genannten Tage ab ver­kehrenden Züge find durch Aushänge auf den Bahnhöfen bekannt gemacht. Reisende hoben nachslcheudcs zu beachten: Die Reise muß am Lösungstag der Fahrkarte ange­treten werden Zu Den einzelnen Schnell- und Personenzügcn werden Fahrkarten nur in be- grenztem Umfang ausgcgeben. Werden Fahr- karten über bie Zugstrecke hinaus verlangt, leistet die Eisenbahn für die Weiterbeförde­rung auf Aufchlußstrecken keine Gewähr.

Bahnsteigkarten werden nicht ausgege­ben. An Sonn* und Feiertagen bleiben Die durch besonderen Aushang bekannt gemachten Einschränkungen auch weiterhin bestehen.

Die neuen Vrotpreise.

Mit Wirkung vom 19. 9,'ovember ab kostet der 1 Pfund-Lato Brot 42 Pf., der 2 Pfund- Laib 83 Pf., dec 3 Pfund-Laib 124 Pf., der 4 Pfund-Laib 166 Ps- Brötchen mit einem Verkaufsgewicht von 50 Gramm 7 Pf. Mehl im Klcinverkauf: Roggenmehl, das Pfund 46 Pf., Weizenmehl das Pfund 50 Pf., Wei­zenmehl 00 das Pfund 64 Pf.

Tte llartoffclbewirtschaftung.

Vom RcichSwirtfchafisminiftrrium wird mit* geteilt:

In den Kreisen ber Landwirtschaft wird an­scheinend vielerorts damit g.-redynet, daß die Zwangsbcic-irtschaflun-g der Kartvffcln schon im tommenben Frühjahr ihr Ende finden wird. In der Hossnung, bei dem bann ein setzenden freien Ge^ ;äsisverkehr ihre Kartoffeln zu wesentlich höherem Preise als dem jetzt geltenden Höchstprii'e absetzen zu können, halten die Erzeugn vielfach ihr« Kar­toffeln zurück. Hierzu ist zu bemerken, daß bie oben nriebcrgqicfknc Ansicht nicht richtig ist. Bi-.l- mehr wiro die g:famtc Kärtofselernte 1919 ber ZwongÄrirtsclzaft unterliegen.

Lebensmittel.

** Kartoffel sind eingetvof'en. Die Wocken-Kartofsclrnarke 47 wird wie folgt ein» gelöst: bei Carl Löibsack Marke A, Fritz Rumps Marke A, Heinr. Drechsler Marke B, Ed. Wei­sel Marke C, I Krack Marke C, D, E, F.

Milchversorgung. Me gestrig« Bekanntgabe bedarf einer Berichtigmig da- hin, daß Die auf »/« Liter lautenden Milck)- marfen nur am Montag nicht beliefert werden konnten. Die auf V» Liter kantenden Milchkarten können Diemstag, den 18. und Donnerstag, den 20. d. Mts. nicht beliefert werden.

«edenket der hungernden Vögel!

Der überfrüh eingetretene Winter mit seiner hohen Schneedecke hat auch unsere Meinen Sänger und Insektenfresser in schlimme Not gebracht. Darum vergeßt nicht, den Hunger unserer Freunde aus schöner Sommerzeit zu lindern. Trotz aller Knapp­heit der Lebensmittel finden sich in jedem Haushalt noch Brofamen und anders nicht zu verwendende Speiseabfälle, die die kleinen Gefiederten dankbar vom Fensterbrett holen.

Am besten aber wäre es gewiß für uns alle, wenn der heute morgen facht einsetzende Regen solange anhielte, bis uns eine nicht so frostige Herbstlandschaft wiedergegeben wäre.

macht doch von Anbeginn bis zuletzt den Stem­pel e ndeitlichen Zul'ammenspic- S Im Mittelpunkt stand tsr unverwüstl che Humor bes Schulmeisder» Baculus, der in der Gestaltung durch Herrn von Schenck, geradezuklassisch" wirb.

So vvluminöS, so nummeröS, <oo pekimiös, und samös?", Es sauset und brauset, es sumset Und brMnsel, CS sdnmmert und flimmert, es fmbbclt unb zappelt,

das war das Spiel des Herrn von Sdynck und nid»t nur in der Schluftarie des 2 Ak:es. Und ju all dem li-ß er seine genxiltiae Baßstimme er- (Imgcn. Herrn Brinkmanns Gros txn Cberbach war barfteUeriW) und gesanglich aleich bedeutend. Er ist der immer überlegen« Sieger, Der sich wenn er einmal in Bedra ignis fommt iinit derStimme der Natur" entid/iLbigt Seine 2lrie zu Beginn d-es 3. Ankaiges zeigte ihn auf Dem Höbernmkt. Lilh Bera neck spi.lte die Ba- «min mit großer Gewand heit; ih.c noch nicht überall gleidimäßig durchdringende Mezzo vpron- inmme tit hdl und lieblich: auch sie wird bald Vas wenige, das >wch fehlt, erreicht haben. TaS Gretchen gab Ilona Dvninger, bic für Elisabeth Kandt eingesprungen war: sie vaß:e sich tn ihrem Spiel mit großer Sicherheit an Herrn ton SchmckS BoculuS an Aud» geianglich leistete :r Gutes, nur muß si« sich trmZiehen" kder Töne rod) freimachen. Anstc.lc oxi Herrn Dirl lang Herr ILg « r den Baron. Sein evras schürte tecneS Spiel, von dem er sich bis zuletzt nickü befreien tonnte, mag noftl mit der für ihn viel- leid>. überraschend ^b'mmenen Umg-iu>vicrung zu- lammenbängtn. Aus icben Fall bittj rtyni Die nt vor einiger Zeil entdeckte Einlage zum 2. Akt o käste! Tbeben und Oedip!" erspart.

Seine Stimm« Hang voll unb feärig Leonore Schwarz (Gräftn) endebtuftt sich ihrer wenig

Cicßcner Thcateroerein. Gießen, den 18. Nov. 1919. Der Wildschütz.

Komische Oper in 3 Auizugen von Albert L o r tz c n g.

Lortzing wird immer ein Liebling ber Deut­schen bleiben. Wer ke.mt sie nicht, seine herrlichen Werke, wer hat sie nicht Itcu gewonnen: den ~8ar", beitWaiscnschmiei/'Undme" unb sein bestes unb originellstes: LeuW ild- tchü tz"! ES ist ein Verdienst des Gießener Theatervcretns, daß et sich bei lxr nicht leichten AuSivalst gerade für diese Oper entschieden hat, di« früher aus den Spielplä,ce.t miet deutschen Bühnen stand. Arn Svlvelteraoeno dcS Jahres 1842 wurde- sie zum ersten Mal in Leipzig mit groll m Beifall ausgeführt und hat allerdings in den ersten der Urauiiührung folgenden Jahren tn« folge einiger textlicher Ungereimt beiten, die aui bic Ä o B e b u e ' | d) e Vorlage ( 4kr Rehbock" ocer Tie Sdwldeewutzten") zurückzusüliren waren, nicht richtcinfchlagcn" wollten. Man hat es aber verstanden, Diele Unebenheiten nach Möglichkeit zu l-eicitigat, um das, w^s die Oper h.'ute noch auSzeichnet, nicht unnötig zu belasten: ES ist letzten Enoes ig auch nicht diefes .^Lustspiel", das Ewig- kitöroerte in sich biegt, sondern die innige, heitere, unttzzwungene, alles ftisch («cbenbe Musik mit ihren Duetten, Quintetten, Arien und Chören.

Ter Wildsd)ütz" stellt an die Sänger grob: Anforderungen, weil sie zugleich gute Schauspr.'ler |em müfien. Und wenn man diese Forderung an der Darstellung Der gestrigen Aufsüh- rung mißt, so mutz man allerdings sagen: es waren gute «chauspieler. Sie trug, wenn |te uns auch nicht in der aus bem Theaterzettel angekün- bigten Bcctzung geboten wurdedeS Wett-rS Dück^" hatte eine ftoine &r4nbeaing nötig ge-

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