Ausgabe 
18.11.1919
 
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Dienstag, 18. November 1919

159. 3al)rgang

(Bekannte Lage

eamte der

gemacht Das, was die Post über die Unter­

redung des General eldmarscha ls mit dem Minister Lagm um 11 Uhr abend-s geschlossen sein müssen, mitteilt, ist sach'ich unrichtig. Zutreffend ist, daß's gilt auch für gesckiLossene Gesellschaften un*-

der Generalseldmarschall in regem Intcvessr sich für Vcremsveransdaltungen.

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war, daß der U-Boot-Krieg den Krieg mit Amerika nach sich zöge.

Tr. L» elffer ich: Nach der Ablehnung un» eres Friedensangebotes und nach dem Scheitern >er Fneden.aktion des Pri si enten Wilson war der Krieg mit Amerika zu ein r uiient Lmbaien Not­wendigkeit geworden Gr mußte gemacht werden mit und ohne Parlamentmehrh it, und er ist gentacht worden mit der Melwhrit des Parlan-ents. Daran kann nach der Erklärung des Zentrumssührers Spahn kein Zn-ei-el deste^en. Sv in Staatsge»

gerissen wurde, den er nad gemenge wieder an sich nai, Sicherheitswehr griffen ein und nahmen Die drei Reichswehrangchörigen fest.

nach den Zuständen in der Reickrswehr erkundigt und gute sachverständige Ratschläge über ben wcr- teren Ausbau un ecer geringen We.irmachl e teur hat, die seü'itversländlich ernsteste B. achiuug sinden. ^inewcitcre Kundgebung iür Hindenburs.

Berlin, 17. Nov. Eine Konil»gnic des m Zossen liegenden Freikorps 1! u tz v w ist heute vormittag nach Berlin gekommen, vor die Xstlla in Der Hitzigstroße marsclürN, in b.r S)inbcnburg als Gast Helsserichs ivohnt, und Hal dort unbe­hindert von der Sich'rlreitsw.'hr, die öte Um­gebung abiperrte, Paradeouistellnng genommen. Der sie führende Oisizun madüe Lindenburg die Meldung von dieser militärifdxm Ehrung, ivoraul Hindenburg entblößten Haupt's bie Front abschritt und die SYompaipne einen Parade- marsä; vor ihm aussührt«. Die Abendblätter be- ndyten, daß an mili1ärisä>en Stellen Nicht bekannt sei, wer die Kompagnie zu dieser Ehrung kom­mandiert hat.

Beschlüsse des amerikanischen Senat».

Einspruclrsrecht. . ,

Dr. tzelfferich fährt dann fort: Die Wir­kung des U-Boot-Krieges war so stark, daß nach Monaten bestimmte Symptome F r i e d e n s g e n e i g t h e i t bei den

RoSke bei Hindenburg.

Berlin, 16. Nov. DiePost" hat von entern Besuch des Reichswehrministers Noske beim Generalfeldmarschall v. Lindenburg in einer Form berichtet, als ob der Minister wie ein lästiger Bittsteller vorn General eldmarschaU empfangen worden sei. Hierzu erfahren wir: Ais feststaich. daß Generalieldmarscha l v. Lindenburg als Zeuge vor dem parlamentarischen Unter­suchungsausschuß er cheinen werde, ist vom Reichs­wehrminister aus a'les getan worden, was möglich ist, nm dem General eldrnarschall die Reise und den Ausentl)alt in Berlin so bequem wie möglich zu machen. Es ist iljm ein Salonwagen gestellt, für > Berlin ein Auto und ein Offizier zum Dienst beim General eldmarschall kommandiert worden. Der Generalseldmarschall hat im Kriegsministe- rium Besuche gemacht und darauf haben ihn der Oberst Reinhard als Chef der Leeresleitung und der Reichswehrminister Noske ihre Aufwartung

Sus dem besetzten Gebiet.

Kv bl en z, 15. Nvo. Wegen der zunehmendea Ko'hlennot hat der Reg'erungspräDent im Ein­vernehmen mit der amerikanischen Be'almngsbe-

lands. . .

vo n Bethmann Hvllweg: Tie Aus- l sagen des Grafen Dernstvrff sind von an s schlag- g-bender Bedeutung gewesen. Wenn wir Wil'vn als Sachverwalter annahmen, mnß'en rorr 1 be I Bedingung annehmen, die er ims aineriegt«. Da­für wäre aber i»s deutsche 2Mf nicht 5haben gewesen. Sie mögen meine Politik für falsch hal­ten und Sie können mich verurteilen und verdam­men, aber ich frage Sie: mußten wir uns nicht eine gewisse Sicherheit versck/iffen gegen uiimog-1 liebe Friedensf'edingtungen? Tie Stimmung nxtr derart, daß W lson. selbst wenn er geantwortet f. aus dem Krieg gegen uns nicht hatte her- ausbleib.'N können. Ganz a.lgemetn mochte ich dann noch forpm, daß wir rfle uns t«ch sehr ymen sollten, ine Wilwnsclre P^li'ik zu rochtferNgen Tas mürbe einer SX'ltung gletchönnmen. die selbst nicht einmal in Amerika überall die Oberl-and l)ntt Wir sollten an der Beurteilung der deulschen Politik ttich einen etwas anderen Maßitab anlegcn, als es hier vielfach geschehen ist.

Vorsitzender Go t he in: Daß hier eine Recht- fertigung der Wilo>i>chen Pilisik oorgenommen oder auch nur beabikb igt twröcn wäre, i|t mir bislang nicht zum Beiv. ß.iein ge jammen.

Tie W. iterberatmig wird daraus auf nach­mittags 4 Uhr vertagt.

Die NachmittagAitzung.

Ünnahmr von 2iiijtigc4 s. Vie inqe^iuuninet viS zum Nochmiiiag vorher ovneiedeVcrbmd nickest Stets Ifir 1 mm höhe füi .meinen u.34mm Breite onli n 15 bi, ouswält? 18 Pi., für 'Hrtlmne- an zeigen von 70 mm kre 48 Pi. 'bei l<lag- vo.'dwin20° A nscylag. HauvtschrH euer: Ang. Goeg. 'BeiantiDortlid) tfu PotU'l: Aua. tooeq. für den udriaen Teil: Dr. JHemholö Ze:iz: für beit Anjeige.ileü o tied; sämtlich ni Gießen

Berlin, 17. Nov. (Wolff.) Als heute nachmittag Ledebour den stieichstag ver­liest, demonstrierten etwa 150 Personen mit dem Ruf:Loch Ledebour!" Ein Zivilist und ein Offizier der Reichswehr riefen: Nieder mit Leoebour!" Darauf drang die Menge auf den Offizier ein, dem zwei Sol­daten der Reichswehr zu Hilfe sprangen. In diesem Augenblick fuhr Ledebour mit der Straßenbahn nach Hause. Als der, Reichs­wehroffizier ebenfalls auf eine Elektrische sich begab, holte ihn Die Menge von dort heruw- ter, weil ein Zivilist, der angeblich ein Re­dakteur derFreiheit" sein sollte, immer wie­der rief:Ein bezahlter Spion! Schlagt ihn tot!" Daraufhin wurde der Offizier von der Menge angegriffen. Wieder eilten die zwei Soldaten dem Offizier zu Hilfe, wobei einem der Soldaten der Revolver aus der Tasche ' em Hano-

hörde angrorbnet, daß alle Theater, Licht­spiele, Wirtschaften, Kaffeehäuser und! Gasthöfe um 10 Uhr, an S-onn- und Feier-

Ur. 270

Tri Lietzener Anzel-ei rtlcbeint tofltich, außer Sonn- und feiertags.

Bezugspreis:

rvonatl. Alk. 1.60, oiertel- iÖbrtut) Bit. 4^0 bui(6 Abbott- u. ßioeuiftellen moimtl Alk. 1.50 durch tieilosl M.b.- viertel» jdhrt auafctiL teilg. f,trmpxecb - AnIctU.ste: -.nbieeditdtleiiuiiflllZ dertaa.GeschäUHfteUebl i.liiid)iihf'.rTrOhtimc6- nd)teiv Änjtigerlebe®.

postschecktoato: xranNuN a. Dl. 11686

Bete Wiederaufnahme der Berhandlung.'n äußerte sich Smatsiekretär a. D. Dr Helt- serich dahin, daß angesichts der schlechten Ernw von 1916 er den Ei-cöruck hatte, daß eine fchnxr- Ceiährdung der Ernährung Englands vorhanden ivar. D.c Welternte pxir unge.ü.end, Englands Ernte ungünstig und in den Bereinigten Staaten und Eanada w>ir sie geradezu kttastroplwl Eng- larti) zahlte an die Bereinigten Staaten horrend^ Preise, Quer die Zu unr ging immer mehr zuruck Tas einzige, was ich im Zusammenhang hiermit gesagt Haden kann, war die Hofmung, Englaiw zum Frieden bereitzimiachen. Ich betracht 'te tne Situation in der Nahm gsmittelversorgung Eng­lands als ung- mein günstiger für den U-Boot- Krieg, als je zu einem anderen Zntpunkt des Jahres. Trotzdem habe ich mich gegen den U- Boot-Krieg am 1. Februar ausgesprochen.

Als der Abgeordnete Dr. Cohn von Tr. L e l f s e r i ch die Beantwortung der Fragen erbat, ob von Eng'and noch Reis eingeführt würde und der Vorsitzende Got!?ein sich die Fr^or il eigeii machte, entgegnete Dr. L< f erich: Ich werde dem Boriitzenden auf jede Frage antworten.

An diese Bemerkung knüpfte sich eine lange Auseinandersetzung zwischen Dr. Cohn, dem Vor­sitzenden G o t h e i n und Dr. Lelfierich.

Aboeordneter W a r m u t h h elt es tür nötig, jetzt die"Erklärung Dr. Lelfiecichs zn Beginn der heutigen Vormittagsjitzung zu verlesen, moraw sich der Ausschuß um o1/» Uhr bis zur Beschütz' sassung hierüber zurückzog. Nach etwa emittindige^ . X » V I v . . xYX _ "' , 'rv ! 11

Washington, 16. Nov. Der Senat hat folgenden Vorbehalten zugeitirnrnt: 1. Die Ver> einigten Staaten sind in der Anwendung nru Auslegung der Monroe doktrin fouveian. Die Monroe doktrin unterliegt in falt« Weile der GeridstsbarLit des Völkerbundes. 2. Die Boll- madsten der Reparationskommission bctresfenv du Regelung der amerikanischen Aussuhi nach Deutschland können nur nach Sanktion des Kongreises der Vereinigten Staaten zur An­wendung gebrackst werden.' 3. Der Kvngrev wird die Vvllmacksten v;r!angcn, die Vertrete, der Vereinigten Staaten im Völkerbund und <ni] den internationalen Kongressen ernennen zu Eon* neu. 4. Die Vereinigten Staaten weigern nch das dlbllommen betreffend S ch a n t » n g zu unter» -eickmen. 5. Die Vereinigten Staaten erkininen in der Verwaltung der Guter' der ledes Mwts- anspmck^s verlustig erklärten semdlickicn Staats- angehörigen nur die Ansprüche der ainerikanischen Staatsangehörigen an. 6. Der L<ual stimmt den Vorbehalten betreffend den nnrtidjoitlidx-n Voykott und die Rüstungen yu. Nackst»em der Senat alle Vorbehalte mit Ausnahme eines ein­zigen angenommen hatte, vertagt« er sich auf nächsten Montag.

Paris, 16. Nov. (Ladas) Die ..Press« de Paris" vernimmt aus Washimston, daß der Text des vom Senator Lodg« zu Artik l 10 des Frie­densvertrages gemadytai Vorbehaltes, der mit 46 gegen 35 Stimmen angriwrnmen rourbd, ausführt, daß die Vereinigten Staaten keine Verpflichtung irgendwelcher Art aut sich nähmen, die territoriale Integrität oder die politisch« Unabhängigkeit irgendeinesLandeszii schützen oder bet Zwistigkeiten znnsckxm Mitgliedern und Nichtmit­gliedern des Völkerlnmdes zu intervenieren. Wliter- bin könnten in keinem Falle die inilitärischen Streitkräfte smvoll zu Wasser als zu Lande ohne die vorherige Abstimmung des Kongresses v^ttoen- bet werden, der allein die Bollinackst habe, den Krieg

Der varlamentari'che Unterfuchungsaus- (Auft. die beoorftebenbe Vernehmung der höchsten deeriührer, Huden eine °uHerst ge- teüie und aefcannteLage heruorgerulcn Man lann gewih nichl iagen, daß die ..Erkolge des genannten Ausichuiieson..96c ®c lang gewesen seien, und lubcm ift das Siiiau- suiel. das die Verhandlungen boten und noch bieten, wahrlich das gerade Gegenteil von hebend Die Parteipolitik erlulll den Saal, die Voreingcnommeuheit. Das kommt bal)«r, daß eben zumeist Parlamentarier und..Sach­verständige", die ebenfalls parteiuohtud) lest- aelegt sind, dieses Feld der Untersuchung be- derrsckicn. Den zu vernehmenden Zeugen, früheren Ministern und Staatsmännern, tinnte man es sck>on eher Nachsehen, wenn sie h ihren Aussagen einige Voreingenommen- deit zum Ausdruck bringen, denn sie sollen [rt nachweisen, wie sie zu ihren Handlungen gekommen sind, und da kommen notwendig s'lche Verteidigungsreden heraus, wie sie Herr t- Vethmann-Hollweg und Dr. Helsserich gr­

dalten haben. , . . .. i

Es ist bei allem zu beklagen, daß Die

Spannung, der innerhalb des Saales errschte, auch auf die Straßen der Reichs- lauptstadt sich übertrug. Und dort ging sie ognr in hellen Flammen hoch. Gegen die lundgebungen für Hindenburg war, wie wir chon gesagt haben, nicht das gmngfte ein» ^uvenden. Wenn der preußische Ministerprä- lvent Hirsch in der Landesversammlung an- nefünbigt hat, er werdeschuldige" Lehrer imd Direktoren zur Verantwortung ziehen lassen, so halten wir dies für einen Mißgriff. So lange die Kundgebungen für den ver­dienstvollen Fcldherrn nicht in ein lärmen­des und herausforderndes Treiben gegen die sctzige Regierung ausarteten, waren sie kei­neswegs strafbar. Leider aber haben sich ju­gendliche Elemente, die der Deutschnationa­len Partei angehö-ren oder ihr dienen woll­ten, bei diesen Anlässen unklug und durch­aus verkclfrt benommen. Sck)uld daran trifsi wohl auch einige kurzsichtige Führer dieser Lartei. Mit Straßenlärin und Aufruhr bar tman doch gegenwärtig nicht kommen. Damit tiveckt man nur wieder die Elemente, die darin nod) besser zu Hanse find. Und wie tö­richt, auf Hindenburgs Willen einen Zwang LUsübcn zu wollen! Eine so unzeitgemäße und unbesonneneReaktion" sollte sich nur so Schnell wie möglich wieder zurückziehen! Ber- jammlungssprengungen, öffentliche Be­drohungen Erzbergcrs, oder Krawalle gegen die Juden, das sind wahrlich keine politischen Aktionen, die uns heute nottun. Die Vater­landsliebe und Trauer über die heutigen Zu­stände hat mit blindem Lärmschlagen nichts au tun. Die Geisteswaffen dürfen und wer­den natürlich geschwungen werden, aber Die taute Mitwirkung der Massen ist nur schäd- ilich und vermehrt die Schwierigkeiten. «Damit werden nur schließlich auch die Män­ner und Führer roieber aus der Fassung gebracht, die untersuchen, prüfen, richten, auf» bauen sollen. Vielleicht ist auch Herr Helfse- rich im Saale der Untersuchung um einen Ton zu scharf und angriffslustig gewesen. Seine Verurteilung zu Geldstrafe wegen Zeugnisverweigerung entspricht aber schwer­lich richterlicher Gerechtigkeit. Dr. Helfserich Pann geltend machen, daß Dr. Cohn sich ihm gegenüber offen als Richter gebär­det hat, was er ablehnen müsse.

Konseguenzen werden sich wohl noch ergeben, da man nicht weiß, welchen Standpunkt Hin­denburg und Ludenöorff einnehmen werden, zu bereit Vernehmung man nun schreitet.

I Geheimhaltung unterer Sckm'tte in Washington lediglich der Wilf vnichen Fli densak ion und btt Gehe.rnhalwng des U-Booi-Euisdstm ci also bit Fernhalwng jeglicher Schädigung briet Aktion be Äiuedte. Trotz der Kenntnis von der Ded utung le. lI-Bi.>o!krieges gegenüber Amerika s i bie kompakte Reichstagsniehrl.eit Anhänger des ll-B ot-.stiieges genkfm, falls dieser von der Ob tsten Heeres­leitung für nötig gehalten wurde. An bie.em Tat­bestand könnten namentlich diejenigen pvtitischeu Faktoren nicht rütteln, die mit b sonderem Nach­druck den Grundsatz vertraten, daß die Mehrleit bei Volksvertretung ganz wichtige Tinge selbst zu be­stimmen habe. Tein Reick)sminister Dr. David gegenüber vernnes von Bethmann-Hollw g darauf, daß es offenlid)V5 Geheimnis in der ganz n Weck

gehabt hätten. Was bat bie Demokratie auf Der anderen Seite des Ozeans etwa grjtap ? Hat jemand davon gehört, daß das amerikanische Parlament orientiert worden ist? Der Redner stellt w.piui uitiiuuuu.uHP daß in einer vertraulichen Sitzung am 31 Alecche. Eine über

nuar auch das letzte Telegramm des Grafen Bern-s,chlub ist unzulässig, doch hat Dr. Helsserich das storsi, das ans die Kriegsgefahr hinwies, mitge-

parlamentarischer Untersuchungs­ausschuß.

WTD. Berlin, 17. Nov.

Vor dem Neichstagsgebäude waren heute von der Sicherheitsp liz-i Vorkehr-nmn g t oV, um etwaige Demonstrationen anläßlich der Verneh­mung Hindenburgs und Ludendorfss vor dem Untersiichnngsausschuß zu verhindern. Die nicht sehr große Men schm men,re, die sich in der Um» ?ebuag des Reichsiagsgebäudes befand, zerstreute ich, als bekannt wurde, daß Hindenburg am Vor­mittag noch nicht vor dem Untersuchungsausschuß ersckreinen würde. Zu KundgebuniMi kam es nicht. Staatssekretär Helsserich war wieder ersch enen. Bei Eröffnung ber Sitzung verlas der Vorsitzende G o t b e i n eine Erklärung, in der daraus hingenste- sen wird, baß der Untersuchungsaussehtiß den Cha­rakter einer parlamrntarisck^en Enouet-Kommistron hat und baß alle Mitglieder des Aussckius es ebenso aber auch alle Zeugen sich in ihren Aussagen aller Werturteile zu mthalten haben. Staatssekretär a. T. Dr. Helfserich, der snnen Einspruch gleich zu Beginn ber heutigen Sitzung bekannt zu geben wünschte, fügte sich dem Vorschlag des Vor­sitzenden, diese Erklärung zu Protokoll zu geben. Gr bat, daß der Ausschuß dazu St.'llung nehme.

Hrr v. Bethmann-Hollweg kommt in längeren Ausführungen zu dem Schluß, daß die

zu erklären.

Bulgarien und der Friedensvertrag.

Sofia. 18. Nov. Havas. Der Ministerpräsi­dent Stambolinski ist am 15. November nach Paris abgereist. *

Die neue belgische Kammer.

Amsterdam, 17. Nov. (WTB.)Tele­graph" nubet aus Brüssel: Die Zu^ammensttzung der belgischen Kammer wir) in dec Haupt­sache wahrscheinlich folgende fein: 7980 statho- (iftm 6567 Sozialisten und 3738 Liberale. Tie Katlwlikcn hoben damit ihre frühere Mel-rh<.ü ver­loren. __________

Aus dein Aeiche.

Kundgebungen für und gegen Ledebour-

teilt worden sei. .

h°iL rSSÄn I einigen be ft t m m.e e , . ° -

[&nSÄ.CiM »erhEm.gsbereftsch.ft

Dr. Set f f er i cf): Wir hatten Wilson unter efcnicht^v'echen will.^Me Annahme

aÄÄr "h-bl-ch durch als höchst wertvoll hingeiwrnmem Trotzdem kam Dtn metbmann Hollweg weist darauf darauf die Senatsbotschait vom 22. ^anuar. feer Admiral stab bei feiner Berechnung

Von Bethm ann Hollweg: Ich habeIie'davon sprach, England in die Knie zu zwingen, niemals erklärt, daß wir Belgien politisch, rvirt- £.r in der Denkschrift vom 22. Januar ledig- schaftlich und militärisch in der Hand behalten Garantie übernommen, baß England

müßten. Dieser Satz stammt von Dr. S p a h n , - x s b e r e i t werde. Ich für meine Person, und nur aus amtlichen Gründen habe ich es für Don Bcthmann Hollweg fort, habe weder am zweckmäßig gehalten, nicht ausdrücklich zu wider- 9 Qatnmr noch sonstwann mir die sichre Er- sprechen. Wenn wir erflärt hätten, Belgien muß I martting gebildet, baß wir durch den U-Boot-Kneg vollständig wieder hergestellt werden, so hätten ^m Frieden zwingen würden. Ich bin

wir bas gleiche Verlangen an bie Entente stellen enttäuscht gewesen, als dieses Resultat ans- müssen, denn ein unabhängiges Belgien, an bem I ^eb Als Bestes, was ber U-Boot-Krieg uns Deutschlanb ein natürliches Interesse hat, darf leisten konnte, habe ich angenommen, baß in Eng- auch nicht in bie Gewaltherrschaft von Frankreich taup bie Stimmung dafür hervorgerusen w^de, und England geraten. I ob einem fortgesetzten Tonnageverluit nicht bie Ver-

Dr. Helfserich: Damals hat ber ganze ständigung über den Frieden vorzustehen wäre, aus Reichstag mit ÄusnalMe ber Unabhängigen eine! den sich England und seine Verbündeten emlassen ErNärung auf die völlige Wiederherstellung Bel- konnten

giens abgelchnt. Weiterhin fommt man auf die! Aus den Hint^is des Abg. Sch ü ^ki" 6, dast Rede des Kaisers in Mülhausen zu sprechen, I man in Oestc*r>eich-Ungarn zuerst ff^gen bat U» wobei Dr. Helfserich bemerkt, baß unsere Boot-Krieg war und erst uach^hMlhatte, als Politik bas Schicksal der Welt nicht bestimmt hab« Hötzendorsi erklärte, England merd^: .1»um

Der Vorsitzende Gvthein führt aus: Ein Frieden ^wu^ we^^Narte^. Zi rn- großer Teil der Oeffaitlichkeit, auch Czernin und mermann, daß . D tz

Grmchlage angesehen. . I eniw-ht" Noch lebhafter als von Hötzen-

Dr. Helsserich: Es ist ein offenfttnbig^ I ^nritQ{ Hauß für den U-Boot-Krieg

Faktum, baß bie Botsck>aft verschieden beurteilt Auch General Conrad trat für den U-Boot-

wvrden ist. Wollte Wilson wirklich zum FriederH -n Ehrend GrafT isza Bedenken äußeile.

kommen, dann hätte er mindestens noch Gras Damit ist die Vernehmung des Staatssekretärs

Bernstorff empfangen müssen. Als Feind Deutsch- _ D Dr Helfferich be-nbet. Morgen werden Gene- lands hatte er noch dieselben schönen Reden ge-1 chmarschall v. Hindenburg und General halten wie vorher. Mit seinen 14 PuiiNen hatte «denborf. vernommen werden, er uns aber schmählich im Stiche gelassen. Es > spricht Wilson in seiner genannten Botschaft vom 22. Januar von Gleichberechtigung und vom Fri^ den ohne Sieger. Aber feine Grundsätze waren doch ' nur durchzuführen bei einer Vernichtung Deicks>ch

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Gderhesfen

AwiMngrninddruck u. Verlag: vrühi'fche Univ.-Vuch- il Steindruderet 8. Lange.Schriftleitung, Sefchäftzstelle u. Druckerei: §chulftt.7.

richtshos ber Welt würde einem Staatsmann len Vorwurf machen, daß er in dieser Angele^nheit etwas gegen den W llen des Parlaments getan hätte. Es fragt sich höchstens, ob diese Stellung­nahme bes Parlaineiits herbeigeführt worben ist durch eine falsch»' imd unvollstäiidige Information. Aber auch davon kann gar keine Rebe

ein. Nicht nur einmal, sondern ein Dutzend mal ist von mir in der bestimmtesten

Form der Überzeugung Ausdruck gegebm worden, daß der uneingeschränkte U-Boot-Kcieg uns den Krieg mit Amerika bringen werde. Mein per- sönlickxr Eindruck ivar: wir steuern auch ohne------ ,

den U-Boot-Krieg in den Krieg mit Amerika Beratung verkündete der Dociioende a s üeiüjiuB hinein Wenn man gewisse diplomati che Geh.im-1 des Ausschusses, daß der A.ttrag des Abgeordneten nisse mitgeteilt hätte, bann wären auch Hundert- Warmuth, den Einspruch bes Zeugen Dr. Velsie- tam'onde und MA -men vrm bisl)erig>ni Gegnern deS rich gegen Den Straibeschlutz vom Samstag zu U-Boot-Krieges zu der Meinung gekommen, baß verlesen, hüt vier gegen zwei Sttniwen bei Stimm­er unvermeidlich war. Nun wird gesagt, es wäre enthaltung des Abgeordneten Dr. Cohn abge ehM alles 1 elfer gewesen, wenn wir Demokratie worben sei und Staatsselrriar a. ^.Sr. »enierim gehabt hätten. Was bat bie Demokratie auf Der roegen wi e,de r holte r Ze u gnisoerwcig e»

' r un g wieder in die h o ch st zu 1 a s > ige Strafevon300Mk. zu nehmensei. Das Stimmenverhäsinis bei diesem Beschluß war das