Ausgabe 
18.8.1919
 
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Stimmen, Stimmen, Stimmen, Stimmen, Stimmen.

An- dem Reiche.

Plenarsitzung de- Reich-rat-

1180 1133 1111

854 816

Das Ergebnis der Ureistagswahl in Giehen.

Gießen, den 18. Aug. 1919.

Aus Heften.

Betriebsräte und Steuervorlagen.

Der mittelrheinische Fabrilanten-Verein mtb die Handelskammer Mainz haben gemeinsam fol­gende Telegramme an die National-Versammlunn gesandt.

Eine große Versammlung von Industrieller und Kaufleuten erhebt in letzter Stunde scharfer Widerspruch gegen den Gesetzentwurf betreffend Betriebsräte, der in vorgelegter Fassung der Todesstoß für die Privatwirtschaft und die Zer rüttung des Wirtschaftslebens bedeuten würbe."

Eine große Versammlung von Industriellen und Kaufleuten erhebt schärfsten Widerspruch gegen eine Durchpeitschung der in das Wirtschaftslete! tief einschneidenden Steuervorlagen und verlangt Vorlage eines Gesamtsteuerplanes der künftigen Besteuerungsrechte von Reich, Staaten und Ge­meinden, sowie vorherige Anhörung der wirtschaft lichen Körperschaften."

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Tie Wahlbeteiligung betrug .....

Sei der Stimmenzahl der Teutsch^Nationalcn Voltspartei sind, wie uns bemerkt wird, die Stim­men des Zentrums und der Angestellten, die dies­mal keine eigene Liste aufgestellt hatten, ehite- griffen. Ter Ausfall der Wahl im Kreise Gießen war noch) nicht in Erfahrung zu bringen, es ist aber immerhin anzunehmen, daß die Walflbesti' ligung dort reger War als in Gießen selbst.

Berlin, 16. Aug. (WTB.) Der Reichsanzeiger veröffentlicht eine Be­kanntmachung betreffend die Anzeigepflicht für die Gehirn- und Rückenmarksentzündung und Gehirnentzündung der Pferde, eine Ver­ordnung über die Preise für phosphorfaure Düngemittel, eine Verordnung über die Bil­dung einer Preisausgleichstelle für Thomas- phosphatmehl, eine Bekanntmachung zu der Verordnung des Bundesrats über künstliche Düngemittel vom 3. August 1918, eine Ver­ordnung über künstliche Düngemittel, eine Verordnung über die Preise von Stickstoff- düngemktteln, eine Bekanntmachung über den Landabsatz von Kohlen im Gebiet der amt­lichen Verteilungsstelle für Ruhrkohlen in Essen.'

Unabhängige

Deutsche Volks Partei

Teutsch-Nationale Volks Partei Teutsche demokratische Partei Mehr heitssozialdemvkmtie

-m. Hungen, 18. Aug. Bei der gestrigen Wahl zum Kreistag War die Wahlbeteiligung sehr gering. Kaum 30 Prozent der Wühler machte!, von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Es erhielten: Deutsch-Nationale 137, Sozialdemokraten 75, Tr mo traten 60, Deutsche Volkspartei 57 und Um abhängige Sozialdemokraten 3 Stimmen. Dieses Resultat zeigt, daß die Wahlmüdigkeit hier bet allen Parteien in fast gleichem Maße vorhanden ist. ein Umstand, der auf das gebundene Listen­system zurückzuführen ist.

r. L e i h g e st e r n, 18. Ang. Tie WahlmÄdi-' Beit machte sich auch in unserer Gemeinde bei bn gestrigen Kreistagswähl stark bemcrftoi. Von nahezu 900 Wahlberechtigten machten 416 von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Es wurden ai- gegeben 186 Stimmen für die Bereinigte Statt- und Landliste (Fenchel), 140 entfielen auf bi Liste der Unabhängigen sozialdemokratischen Pap. tei die Mehrheitssozialistei-. erhielten 87, die Tr mokraten 2 und die Deutsche Volt)Partei 1 Srimuif. Ten stärksten Rückgang weift die Liste der Mehr- heitssozialisten auf, die kaum ein Fünftel der Stimmen aufbradjten wie bei der Wahl zur Na­tional Versammlung.

W i e s e ck, 18. Aug. Bei äußerst geringer Wahlbeteiligung entfielen auf beii Wahlvorsclilag der Soz. Partei 274 Stimmen, der Unabh. ivz Partei 319, der Vereinigten Stadt- und Landlch 63, der Deutschen demokratischen Partei 22, da Deutschen Volkspariei 19 Stimmen. 2 Stimmen waren ungültig. Von etwa 1900 Wahlberechtigten maditen nut 699 von ihrem Wahlrede Gebrauch

Weimar, 16. Aug. (WTB.) Heute , unter dem Vorsitz des Stellvertreters des Reichs- kanzlers, Reichsiinanzminister Erzberger, die erste öffentliche Plenarsitzung des Reichs­rates statt Tie 24 deutschen Länder hatten ihre Vertreter benannt, so daß sofort die Bildung des Reidrsrates erfolgen konnte, der sofort die für die Fortführung der Geschäfte erforderlichen vor­läufigen Bcsdflüsse faßte. Sodann wurde den Ent­würfen einer Verordnung wegen der Blenderung der Grundpreise für Häute, Felle und Leder, eines Gesetzes über Arbeitsentge't der Empfänger von Militärverforgiingsgcbülirn s en, der Aus üh- rung£beftinimunn zum Gesetz über die Regelung der Kohlenwirtsck'ast, eines Gesetzes über Enteig­nungen und Entschädigungen aus Anlaß des Frie­densvertrages zwischen Deutschland und den alliierten und assoziierten Mächten, eines Ge­setzes betreffend einen Anleihelredit für 1919, einer Verordnung betreffend Gebühren für Zeu­gen und Sachverständige und einer Verordnung über die Geltendmachung von Anfprück)en von Personen, die im Auslcmoe ihren Wohnsitz haben.

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gJ® Ruhestand

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für die Zeit vom 18. bis 24. August 1919.

Brot: 2300 Gramm Boot oder 1680 Gtaxmj Mehl s8wl Kilivgramm 50 Pf., Weiicubvotrrey Kilogramm 58 Ps., Kmnkenbvot Scilüflramin ü U

des Grafen Witte und dessen Außenministers LarnS- darf wurde er des letzteren Nachfolger. Sein erster Erfolg War das im Jahre 1907 zustande gebrachte englisch russische Einvernehmen über Persien, Af- gbaniftan und Tibet. 1910 ging er als Botschafter nach Paris, wo er sich mit verdoppeltem Eifer seinen Plänen widmete. Entgegen den ursprüng- lidten Absichten seines Mchfolgers Sasonow schürte er in Paris die kri.gcrisck.e Stimmung, veranstaltete ,int August 1912 die Reise des Präsidenten Poin- car6 nach Petersburg, wo die Einführung der drei­jährigen Dienstzeit in Frankreich öcrabrebcl Würbe, kurz, er leitete von Paris aus die russische Politik, so baß Graf Witte in seiner gefürchteten Offen­heit von Sasonow sprach als von bemlProkuristen Iswolskis" oder dembritischen Minister mit rus­sischem Gehalt. Im April 1914 kam aus Betrei­ben Iswolskis in London eine FlottcnkonvMtion zwischen England und Rußland zustande. Er muß so recht als einer der Väter und Ur lieber des furchtbaren Weltkrieges angesehen werden.

Englands KriegStoste« in Nußland.

Amsterdam, 17. Aug. (WM.) Laut einem von der britischen Regierung bereitvgefletienen Weißbuch betrugen die Kosten der britischen Opera­tionen zu Wasser und zu Lande in R u ß l a n d seit Unterzeickmung des Waffenstillstandes Mit Deutsdflanb bis zum '31. Juli 1919 69 000 285 IPfimd Sterling.

Schar der bummelnden, den ganzen Tag über beschäftigungslosen Soldaten über die Felder, Mogramm 5i5 wr... manccnowt .viuu-u-uuuii»>« und schädigt die Leute, so sehr sie nur können. I Jrautenbrotbücter: SlctC Euler, LudimgsPM

zugestimmt

Weimar, 16. Aug. (WTB.t In der beute unter dem Vorsitz des Michsministers Tr. Bell abgehaltenen Vollsitzung des Reichsrates würbe der Entwurf eines Ausführmrgsgesetzos zum FrieivnS- vertrag yugefthnntt.

Weimar, 17. Aug. (Wolff.) In der gestern unter dem Vorsitz deS RmftrSarbcitsininisters Schlicke abgehaltenen Vollsitzung des Reichs­rates wurde dem Entwurf des Gesetzes über die Betriebsräte und dem vom volkswirtschaft­lichen Ausschuß der Nationalversammlung be­schlossenen Entwurf einer Verordnung über Oel- früchtc uni) die daraus gewonnenen Erzeugnisse zu­gestimmt.

Ein neuer v-Milliarden-Kredit.

Berlin, 16. Aug. Ter Nationalver- sammlung ist ein neuer Milliardenkre- bit angegangen, dec den Reichsfinanzmürister er- müch/ckgt, Mr Bestreitung Weiterer außerordentlicher Ausgaben die Summe von 9 Mil liarben im Wege des Kredites flüssig zu madjon. Davon entfallen volle 2 Milliarden auf die Leistun­gen aus dem Friedensvertrage. TerBe- iars läßt sich zur Zeit noch mtf)|t genau sdKtzen. Unterlagen dafür sollen aber sobald Wie möglich vorgolegt werben. Die Kredite müssen schon keht bei. itgestellt werden, dcrmit die Erfürlung ber Ver- pslicki ungen nicht durch Fehlen des erforderlichen Kredites verzögert werben.

Für die Freigabe der Kriegsgefangenen.

Berlin, 18. Aug. Zu einer eindrucksvollen Kundgebung für die FreiLaVe der Kriegsgefangenen gestaltete sich die für gestern vom Bezirks verband bet sozialdemokrati­schen Partei einberufene, überaus zahlreich auch von Frauen besuchte Versammlung. Das Hsüpt- resevat hatte der Reichskommissar für Kriegs- und Zivklgesangene, der Abgeordnete zur National­versammlung, Stücklcn. DieRundschau" meint, Stücklen habe den großen Eindruck der Bewegung in Deutschland abgeschwächt, indem er es fo darstellte, als hätten sich partei­politische Bestrebungen in den Kampf um die Befreiung der Kriegsgefangenen hineingemischt. Daß Aufmunterungen der Regierung einen Zweck hätten, gehe u. a. aus der Antwort Eberts an den Bund Deutscher Frauen zur Befreiung der Gefangenen hervor. Herr Ebert lasse den Brief dieser Frauen durch Funksprnch auf der ganzen Erde verbreiten. Wir müßten immer wieder protestieren gegen das Verbrechen der Entente, gegen die Verleugnung aller Mensch­lichkeit, aber wir müßten es tun als einiges Volk.

Enteignungen und Entschädigungen.

Weimar, 16. Aug. (WTB.) Ter National­versammlung ist heute der Entwurs eines Gesetzes über Enteignungen und Entschädigun- oen aus Anlaß des F-riedensvertrages zwischen Deutschland und den alliierten und assoziierten Mächten äuge gangen, wonach die Reick-sregieiung ermächtigt wirb, Gegenstänbe, welche auf Grund des Friedensvertrages oder ergänzender Abkom­men den alliierten und assoziierten Regierungen oder einem Angehörigen der alliierten und asso­ziierten Mäckstc zu übertragen sind, für das Reich zu enteignen. Tie Enteignung erfolgt ohne beson­deres Verfahren durch Bescheid an den Eigentümer, falls dieser ermittelt werden kann, an den Be­sitzer der zu enteignenden Sachen ober an den Inhaber des zu enteignenden Rechts. Zur Zu­stellung genügt die Ueberfcnbung mittels Ein­schreibebriefs mit Nücksck)?in. Die Enteignung kann and) durch öffentliche Bekanntmachung ersolgeu. DaS dteidi erwirbt den Gcaemdanb mit bet Zu­stellung des Arteiguungsbei chcides.,

aus dem besetzten Gebiet.

Der stellv. Reichskommissar in dem besetzten Gebiet.

Berlin, 16. Aug. (WTB.) Zum Stellvertretecdes Reich skommis- f ar ß für die besetzten rheinischen Gebiete, des Regierungspräsidenten von Starck, ist der 0)eh. Regiernngsrat und Vortragende Rat im preußischen Ministerium für Kunst, Wissen­schaft und Volksbildung Dr. v. Brandt be­stellt worden. Dr. v. Brandt ist geborener Rheinländer und hat bis seinem vor zwei Jahren erfolgten Eintritt in das Kultusmini­sterium seine gesamte dienstliche Laufbahn in der Rheinproviitz verbracht, insbesondere war 'er 10 Jahre Landrat des Kreises Neuß.

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idifeiten der Entschädiguugsberechtigten. Die Ent- chädiguug wirb von ber Enteignungsbehörde ober einer anderen von dem zuständigen Reichsminister zu bezeichnenden Stelle festgelegt.

Polenaufruhr in Oberschlefien.

Ka t to witz, 17. Aug. In der Nacht zum 17. August versucksten polnische ftianben im preise Pleß burdt einen Putsch die Gewalt an ich zu reißen und das Militär zu entwaffnen. An >cn meisten Stellen ist der Versuche mißlungen und ind die Truppen Herren der Lage geblieben, so in Meß, wo ein Dell der Angreifer außer Ge- echt gefetzt und ein anderer Teck verhaftet worden ist. Ebenso blieben die Angriffe auf unsere Feld­wachen im Südtell von Oberschilesien erfolglos. Nur in Pgprotzan gelang es den Aufrührern, eine Batterie, die Wegen der Unterbringung ber Pferde in Bürgerguarticren weit zerstreut lie­gen mußte, zu überrumpeln und zu ent­waffnen. Weiter haben die Insurgenten den mit Truppen nicht belegten Ort T i ch a u und den bärtigen Bahn!,Vf urtb die Pvstanstalt besetzt. Auch in Mittel-Lazisk haben polnische Banden den Bahnhof sowie das Amlsrvcsbandsgcbäubc und außerdem dieGott mit uns"-Grube heimgesucht.

Eine militärische Unterdrückung des Aufruhrs ist im Gange. Weitere Truppen ind nach OberschLesien gefahren. Wie verlautet, lxaben die polnischen Organisationen Oberschlesiens die nicht gewillt sind, hie ®rttfdyeibamg Über unser Schicksal abzuwarten, für heute nacht einen allge­meinen Aufstand in ganz Oberschlesion ge­plant mit der Absicht, die Getnalt an sich zu brin­gen. Hallers Truppen sollten nach der Turch- Ährnntz dieses Planes etnritdton, um die neuen Machthaber zu unterstützen. Mit Bestimmtheit geht aus dem Vorgefundenen Material hervor, daß auch der allgemeine Bergarbeiter streik mit dem Plane ber oberschlefisch-pÄnischm Organisationen zusammenhängt. Einen Weiteren Beweis für die ber Bevölkerung Oberschlesiens drohende .Gefahr brachte eine allgemeine große Haussuchung m beml Torfe Halernba, wo zahlreickre Waffen und Mu­nition gefunden wurden. Die Anführer der dor­tigen polnischen militärischen OrgMiisationen Ire* fetten den Beamten und der Truppe ein neaete vechtes Fcuevgesecht und büßten dabei zrvei ihrer Mitglieder ein.

Provinzielle Autonomie VberfchlefienS.

BreSlau, 17. Aug. (Wolff.) Tie Presfe- tette des Bol kSratS und Zentralrats für die Provinz Schlesien teilt mit: Tie vor einigen Tagen vorn .,Achtuhr-Abendblatt" verbrei­teten Aeuherungen des preußischen Ministerpräsi­denten Hirsch zur obersdjlesischen Aulonvmie- tage gaben anschinnend infolge ungenauer Wieder­gabe einer bestimmten Stelle Grund,ju Mißvct- tänbniffen. Ter Reichs- und Staatskvm- m i s s a r für Schlesien und Posen wandte sich daher an den preußischen Ministerpräsidenten mit der Bitte um Klarstellung und erhielt von diesem nachstehende Antwort:Die Regierung ist nachi wie vor bereit, Oberschlesien die provinzielle Autonomie zu gewähren. Ten Bestrebungen zur Bildung eines Buridesstaates Oberschle­fien steht die Regierung ablehnend gegenüber. Hirsch, MiwisterpräsDent."

Westprenßen.

Graudenz, 16. Aug. (Wolff.) Die Grün­dung einer deutschen Zentralarbeits­gemeinschaft für doS at^utretende West- Preußen würbe gestern im Graudenzer Ge- meinbcfaale von den dvrtlün aus allen in Frage kommenden Kreisen entsandten Vertretern ber christlichbemokratischen, der deutsdchemokvctti- schen und der sozialdemokrattschen Partei vollzogen. Die deutsche Bolkspartei ließ durch ihren anwesen­den Vertreter ihre grundsätzliche Bereitwilligkeit zum Beitritt ebenfalls erklären. Die Arbeits- gemeinschast soll aus zwölf Vertretern ber vier in Frage Fommenben Parteien bestellen. Jede einzelne Partei soll vier Vertreter entsenden. Als Sitz der Arbeitsgcmemstl-ast wurde einstimmig Graudenz gewählt

Freigabe des Herbstgemüses.

Berlin, 17. Aug. (Wolfs.) Reichöernäh- arngömtnifteT Schmidt erklärte sick) damit ein­verstanden, daß auch Herbstgemüse von jeder Zwangswirt schast frei bleibe.

Die längeren Obstbäume werden umgeb rochen^ von den alteren die Aeste heruntergerissen, Garbenhaufen werden in Brand gesteckt. All- Beschwerden bleiben wirkungslos. Im Gegen­teil, der französische Kommandant erklärte, er könne seine Soldaten nicht einsperren.

Bingerbrück, 15. Aug. Während in allen Städten drückendste Wohnungsnot herrscht, preisen die hier erscheinenden Bete tungen leerstehende Wohnungen hie- und in Bingen an. In Binc;en sind allen dank der Arbeit einer Kommission etwa 60 Wohnungen frei geworden.

Versailles, 16. Aug. (Wolff.) DasJour­nal" läßt sich in einem langen Artikel seines Mainzer Sonderberichterstattersrnel- den, der Gedanke der rheinischen R e p u bH k habe erheblich an Ausdehnung gewonnen. Ter Berichterstatter läßt durchblicken, daß die Sache onAit gediehen sei, daß Tr. Dorten der Wuusd) und) einer Volksabstimmung von dem Obersten Rat wahrsd-einlich nicht werde abgeschlagen Werben können.

Die politische Lage in der Pfalz.

M ünchen, 16. Aug. (Wolff.) Tie Kocre- p'liidenz Hoffmann meldet amtlichi: Tic polittfche Lage in der Pfalz drängt zur Entscheidung. Ein Teil der pfälzischen Zentrumspresse, der Volks­bote Kaiserslautern und der Rhcinpfälzer, Landau, behandelt das Aktionsprogramm der bayerischen Regierung mit Hohn und Spott und propagiert als alleinige Rettung für die Pfalz den Anschluß an die in Gründung begriffene Rheinische Republik. TerBund freie Pfalz" Tr. Haas und Genossen sucht durch verstärkte Agi- talron gegen die pfälzisch-bayerische Regierung die Koilkurrenz der Rl)emisdreu Republik uuschädlid> zu machen und drängt zum gewaltsamen Bruch mit Bayern und Deutschland. Tie französische Besatzungsbe^ördc gewährt beiden Richtungen vollständige Freiheit in Wort und Schrift, unterdrückt aber rücksichtslos jede Mei­nungsäußerung für treues Festhalten an Deutsch­land. TerBund freie Pfalz" im Bunde mit ber U. S. P., beabfid)tigt einen gewaltsamen Putsch in ben nächsten Tagen; da er volle Bewegmigs- rcih-ert hat und ihm Waffen, die aus fcarrzösisch^m Besitz stammen müssen, zur Verfügung stehen, ist die Gefahr für die Pfalz größer als je. Möge die ter Notschrei auch, in der neutralen Presse Wider­hall finden.

Die Gerechtigkeit in Lothringen.

Versailles, 16. Aug. (Wolff.) T«Hu- nranitö" bringt einen! Artikel unter der Illeberschrift: Tie Gerechtigkeit in L-othrtngelr", ber mit den Worten beginnt: Fast ein halbes Jahrhundert ver­suchten dicTeutschen vergeblvch Lothringen zu germanisieren. Ein Jahr nach der Besetzung trerben die Franzosen sich rühmen können, die Lochringer soweit gebracht zu haben, daß sie sich wieder nach> der deutschen Herrschaft sehnen.

Französisches Realgymnasimn in Mainz.

ga. M ain;, 16. Aug. Wie aus zuver­lässiger Quelle nutgeteilt wird, sollen demnächst in Mainz für die schulpflichtigen Kinder der zum .französifdMl Besatzungsheere gehörigen Offiziere und Unteroffiziere sowie der in Mainz wohnenden französischen Zivilpersonen Schulen mit französischen Lehrkräften eingerichtet werden. Die Stadt wurde aufaeforbert, die ent- [predjenben Räume z-ur Verfügung zu stellen. Es oll zunächst der rheinsettige Flügel des Holztor­schulhauses in Betracht kommen, in welchem ein französisches Realgymnasium errichtet werden soll.

mt. Mainz, 14. Ang. Mitteilungen aus Darmstadt zufolge wird die in Mainz be­stehende Zentral ko mmission für das Btldungswesen im besetzten hessi­schen Geb iet demnächst aufgelöst. Die hessische Regierung bzw. das Landesamt für Bjldungswesen steht mit Erlaubnis der fran- zöuschen Besatzungsbehürde mit der Kreis­schulkommission und Direktionen und hohen Lehranstalten in Rheinhessen in direktem Dienftverkehr. Außerdem sind Versetzungen von Lehrern und Lehrerinnen aus dem besetz­ten Gebiet ins unbesetzte Gebiet und umget- kehrl erfolgt.

ML. B a d E ms, 16. Aug. Der Landrat macht bekannt, nach Mitteilung der französischen Sk# satzungSbehörde sei Grund M der Annahme vor- banben, daß viele Schüler ihre Berkehrsschleine ins unbesetzte Gebiet dazu benutzten, ins d e u t s ch e Freikorps eins u treten. Falls sich dies bestätige, würden allen Schülern die Scheine ent­zogen werden müssen.

Dt. Ludwigshafen, 14. Aug. Der Eifenbahnverwalter Bern atz von Bad- Dürkheim, der bei dem Protestumzua ge­gen den letzten SpeyererPutsch in Bad- Dürkheim eine patriotische Ansprache gehal­ten hatte, war zu zwei Monaten Gefängnis und 1250 Mark Geldstrafe verurteilt wor­den. Das Landauer Appellationsgericht der achten Armee hat das Urteil bestätigt und Strafaufschub nicht gewahrt, so daß dec Ver­urteilte die Strafe sofort antreten mußte.

wz. Koblenz, 14. Aug. Wie dieKob­lenzer Volkszeitung" berichtet, wollten am Sonntag abend ein Polizeiwachtmeifter und ein Flurhüter an der Babenheimer Straße drei lieoerliche Frauenspersonen festnehmen, die dort seit längerer Zeit in är­gerniserregenderweise ihr Unwesen trieben. Durch das Dazwischentreten einer Anzahl Soldaten wurde die Verhaftung vereitelt und die Beamten nach dem Eingang der Artillerie­kaserne gedrängt, wobei von dort eine Anzahl Schüsse fielen. Dadurch wurde der Polizei­wachtmeister Rösel so schwer getroffen, daß er auf der Stelle starb.

wz. Köln, 14. Aug. Im Einvernehmen mit den beteiligten Kreisen und dem Börscn- vorstand hat die Kölner Handelskammer Nun­mehr in ihrer öffentlichen Sitzung vom 8. Aug. zur wirksamen Bekämpfung des Schleichhan­dels die Errichtung einer Warenbörse be­schlossen, die sich auf alle Handelszweige er­streckt und täglich mit Ausnahme des Sams­tag in der Zeit von 35 Uhr stattfinden soll. Diese Warenbörse soll in enger' Fühlung mit der seit Jahren bestehenden, über 600 Mit­glieder zählenden Produktenbörse einerseits und der Wertpapierbörse andererseits stehen. Die Eröffnung der Börse erfolgt am Miltwoch den 15. August im Börsensaal.

dt. Bischofsheim b.Maitrz, 14. Aug. Hier herrschen, wie oasDarmst. Tgbl." be­richtet, unhaltbare Zustände. Die franzö- sischeSoldateska entwickelt sich zu einer Landplage im schlimmsten Sinne des Wortes. Alle Abend crgißt sich die ganze

Ans Stadt und Land.

Gießen, den 18. Aug. 1919.«

Achtet auf ausreichende Briefaufschriften

Ein oft beklagter Uebelftand macht sich im - Postbetriebe neuerdings wieder empfindlich stih!« j bar. Die Vorschrift, daß in der Aufschrift der Pof' I fenbungen nach Berlin unb anderen aroßen One« I Straße und Hausnummer, womöglich auch j wert usw. angegeben sein müssen, bleibt (cioer icir I häufig unbeachtet. Allein beim Briespostamt n Berlin gehen werktäglich rund 3600 gewölmliM Briefsenoungen ein, bei denen die Wohmmgk angabe entweder ganz fehlt oder nnvollstänm oder unrichtig angegeben ist. Man stelle fid) vor welche ungeheure Mübe unb welchen Aufwand m Zeit und teuren Arbeitskräften cs erforbert, JpW Massen von schlecht abressierten Briesen ben Enp fängem zuzuführen, unb baß Verzögerungen hoM unvermeidlich find, obwohl beim BriefpoistM dauernd 22 Kräfte mit Nachsck,Tagungen in AdrH ducheru, Erkundigungen bei anderen Behörden vrv sonstigen zweckentsprechenden Ermittelungen un zur Unterbringung dieser Sendungen befdwriiip sind. Abhilfe in diesem unerträglichen Zustonv I kann der Absender schaffen, wenn es sich 1 unbedingten Pflicht macht, hei Postsendungen nüli grossen Orten die genaue Wohnungsair' gäbe des Empfängers hinzuzufügen, rrn I Bevkebr nach Berlin außerdem den Poßdezirk V j N, NO usw.) und tunlichst auch die Nummer w I Bestell-Postanslalt anzugeben. Zur Erzielung * I cher vollständigen Aufschriften könneir die W | sänger in den Großstädten, und zwar nicht,allen, Privatpersonen, sondern auch Behörden, FirnEii. j Banken itfW., viel beitragen, wenn sie bet «i»| von ihnen ausgehenden Postsendungen auf wn| Briefbogen, Umschlägen usw. der Ortsangabe Mtk? Sttaße und Hausnummer hütMfügen. , J

Werden diese oft wiederholten RatsckMge ritij bcherzigt, so würde die Postverwalttmg. um^iw der immer mehr zunehmenden Flut der eflj düngen mit mangelhaften Aufschriften zu ren, fauni umhin föraten, zu einschneidenden -Uta» . nahmen zu greifen.

Gültige Lebensmittelmarken

England gegen Verstaatlichung der Kohlenbergwerke.

Amsterdam, 17 Ang. (Wolff.) DerDaily News" zufolge bat fid) die britische Regie­rung jetzt endgllltig gegen die Verstaatlich­ung der Kohlenbergwerke entschieden.

Tie Besitzer der zu enteignenden Sachen sowie! Die Gefahr der Rheinischen Republik, die Inhaber von Urkunden über die enteigneten Rechte und über die Eigentumsverhältnisse an den enteigneren Sachen sind zur Herausgabe verpftidv tet. Jedermann ist verpflichtet, der Enteignungs­behörde aus Verlangen die von dieser ersorderlich erad>tctc Auskunft zu erteilen. Das Ergebnis der Auskünfte und Ermittlungen daxf nicht zu steuer- lidjert Zwecken verwendet werden. Tie Enteignung 'erfolgt gegen angemessene Entschädigungen in Gelb oder Wertpapieren, durch gleichwertige Geyen- lände oder durd) Uebernahme von Schnldverbtnd-