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Erst« Blatt sby. Jahrgang

Gießener Anzeiger

ä Eeneral-Anzeiger für Oberheffen

Unterzeichnung der vorläufigen waffenstillstandroertrages.

der bisherigen schweren Dedurgungen von uns

veutsche Nationalversammlung

ffen, die Steuergesetzgebung möglichst nefyinfn aller Wieder des Reiches v

im Ein der­

ber Erwartung uns Ungewißheit schnoben, baß der Vertrag jede Stunde mit dreitägiger Frist gefündigi werden kann, was natürlich unser Wirrscl-aftsleben lahmen muß. Die Reichsregierung in Weimar mußte sich in n>enigen Stunden schlüssig machen, und sie I>at sich mit einigen Parteiführern ins Be­nehmen gesetzt, wobei man sich darüber einig mürbe, Erzberger zur Unterzeichnung zu er- nüidltigen, jedoch einen schriftlichen Vorbehalt u. Protest zu überreichen. Gerüchitweise verlau­tet, Brockdorff-Rantzau sei zurürkgetreten. Das wäre für alles Kommende eine schlimme Vor- bedeut^stg. Fwch hat an den militärischen Bedingungen nachträglich einige, alleroings nicht groß ins Gewicht fallende Zusagen be- itnUigt und auf direkte Frage dieVer- muhntg" ausgesprochen, ein baldiger Prä­liminarfrieden stehe bevor. Dem jetzigen vorliegbvden Waffenstiilstanosvertrag soll irLmlich^, in kurzer Frist ein endgültiger folgen, der nicht mehr gekündigt werden kann, in dem uns aber neue, schwere Bedingungen angedroht worden sind. Darüber schweben in Paris unter denAlliierten" vielleicht noch Verhandlungen, wobei es bedeutsam sein mag, daß der bisherige amerikanische Botschafter in Paris zurückgetreten ist. Wilson ist, nachdem er einen Völkerbundsvertrag vorgelegt und be­gründet hatte, zunächst nach Amerika zurück­gereist.

nehmen aller Wieder des Reiches vvrzunehmen, also unter möglichstem Zusammenwirken zwisckvn Reich und Einzelstaaten. Der zwei.« Gesjchts- inntft ist der daß, wie die Frnanz-'Xbrrrung im allgeuveinen, so auch das Steuerwesen, sich im enkffbm EinvernelMen mit dem Wirtschafts­leben abspiclen muß. Das Tritte ift: Diese Gesetzgebung soll eine soziale sein, weil sie gerecht sein soU. Vor allen Dingen sollen tnc= icntgcn, die wegen Krankhrit, wegen Älter nidjt mcljc erlverbsfähig smd, unter allen Umständen geschont werden. (Beifall.) Wenn unsere Feinde

sich so verhalten, wie es der Vernunft und ihrem : eigenen Vorteil und wie es dem Recht und bei

Sittlichkeit entspricht, dürfen wir hoffen, aus unserer Bedrängnis wieder herausznüommen. Ich bin entscichossen. alle Machtmittel anzi-.- wenden gegen diejenigen, die sich den Pflich­ten gegcnüb.-r dem Staat und dem Reiche eu i- ziehen. (Beifall bei der Melirheit.) Ich Werbt den Betrug, gegen den Staat nicht milder, sondeni strenger als jeden anderen Betrug bestrafen. (Selyr gut!) Ich glaube an den gesunden $crn unserec- Bolkes, und ich glaube, daß dieser gesunde .Kern sich jetzt wieder durchsetzt. (Beifall und Hände­klatschen im Hause und auf den Tribünen.»

Pcäsid.nt Fehrenbach: Ich bitte doch die Galerien, sich in Zukunft nicht an den Brisalls- und Mißfallskundgebungen zu beteiligen. Das- Hohe Haus bitte ich, die Beifallskunog.-bungeu nicht durch Händeklatschen auszudrücken. (Heiter- fett.)

Abg. Haase (Unabh. £o=$.): Mit welcher Selbst» icherh.-it und Uebcrl-ebung bat Herr Helfferich die Anleihepolink gepriesen. Da» inals Taben ihm alle Parteien außer uns zug^-- stimntt. während heute der ReichsftnanzMinister diese Anleihen venirtellt. Die großen Summen für die Arbeitslosemmterstützungen toären auch ohne Revolution nötig gewesen. An der Ver- sclMmdung des Heeresgutes sind in erster Linie die Intendanturbchörden und recht viele Offi­ziere im Fride und in der Etappe beteiligt.Herr Keil hat sich vergebens bemüht, den sozialisti- scl-en Charakter des Regierungsprogramms nach- zuweiscn. Auch bei den darin enthaltenen Sozia- lisicrungsplänen 'roirb der Kapitalismus dafür sorgen, daß er nicht zu kurz kommt. Tas Pro­gramm der Regierung ist dürftig. Wo bleibt die Amnestie für die, die sich int Heber eifer revolu­tionärer Leidenschaft gegen das Strafgesetzbuch vergangen haben? Auch Spartakus steht unter dem Schutz des Gesetzes. Liebknecht und Rosa Luxemburg waren feine gemeinen Verbrecher. Dem jetzigen Reichswehrminister ist das Jächewußtsein maßlos gesteigert worden. Seine Erlasse sind ganz .-ich gac im Ton des früheren Kaisers Witt Helm il. gehalten. (Gro.tz^H i ter feit.) Tas Volk mmß vor allen Dingen vird a. Lage verseM wer­den, sein Urteil absud fldteWr die Schuld am .Kriege, und zu demSiherf das gesamte in den geheimen Archiven vvrl/andene Material sofort und lückenlos veröffentlicht werden. Dem elsaß-tothringischen Volk muß die Möglichkeit ge­geben werden, durch unbeeinftußte Abstimmung zu entscheiden, zu welck-em Staat es gehören will. .Kolonien brauchen wir nicht.

Nrichewehnninifter RoSkr:

Mit gwßer Dankbarkeit gedenken mir (jeiite noch der Opfer, die unsere Kriegsgefangenen im Felde gebracht haben. (Beifalls Das Wehrmini- fterium hat beschlossen, daß das E i s e r n c K r e u z und die Rote-Kreuz-Medaille weiter ver­liehen toerben sollen, besonders auch an die zurück- fehrenden Gefangenen. (Beifall.) Höchste Aner- kenming verdienen die Offiziere, Beamten und Soldaten, die unter den größten Schwierigkeiten den Rückmarsch unserer Truppen ermöglicht haben. Rückmarsch und Demobilisierung sind besser von statten wmgen, als manchr vorder glaubte. Zu dem Gelingen haben zahlreiche Soldatenräte beigetragen. Ich habe fett der Revolution mit vielen Ossizieren zusammengearbeitet und müßte mich vor mir selbst schämen, wenn ich nicht sagen würde, daß diese Männer mit eincjm iaußervrdeni- lichen Maß von Selbstüberwindung für das deutsche Volk Hervorragendes getriftet haben. Tie Für­sorge für die bisherigen aktiven Offiziere und Unteroffiziere wird durchgesül/rt werden. Erwor- bene Rechte werden respektiert, Erisfenzen nicht leichtfertig vernicklet werden. Wo die neue Frei­heit von einer Minderheit bedroht wird, wird die Regierung der Volksmchrl-eit zu ihrem Recht verhelfen. Wir bedauern, daß wir für den Grenz­schutz bisher nicht mehr tun konnten. In Posen liegen große Mengen Ooit Nahrungsmitteln für Mitteldeutschland, und es ist nicht abzutel-en, wie wir über die schweren Zeiten himvog iommen sollen, wenn die Lebensmittel, zu deren Lieferung die polnisckwn Gutsbesitzer verpflichtet sind, uns nicht zugeführt werden. (Zustimmung.) Diesen Grenzschutz haben mm beut lebe Soldaten röte zu stören gesucht. (Hört, Höri!) In Bayern ist eine öffentliche Warnung ergangen, Freiwillige für den Grenzschutz zu werben. (Hört, hört!) Diese bornierte Anmaßung wird nur übertroffen tnrrrfr eine politisch wie wirtschaftlich gleich große Ein­sichtslosigkeit. (Scbljafte Zustimmung.) Im Falle Liebknecht ift das Reckusverfalwen im Gang, und jede festgesdellte Schuld wird nach der Strenge des Gesetzes geahndet werden. Wenn ich vor die Wahl gestellt bin, ob um einiger Tollköpfe willen das Schicksal Hunderttausender auf das Spiel gesetzt werfen soll, dann nruß zugepackt werden. (Stürmischer Beifall.) Es gibt noch manche Be­zirke im Reich, wo es nicht so aussiclft, wie es gewünscht werden müßte. Aus allen Teilen des Reiches wird dri Regierung bestürmt, der Unord- nung, dem Wirrwarr, der Gewalttätigfett ein Ende zu machen. Wtt haben den lebhaften Wunsch, daß das durch Verhandlungen und durch Mah­nungen erreicht werden möchte. Wenn aber die Verblendeten und die Böswilligen nicht hören und sie sind ja nur eine kleine Minderheit sich der großen Mehrheit nicht fügen wollen, dann muß und wird ihnen mit aller Kraft ent­gegengetreten werden. (Lebhafter Beifall bei der Mehrheit, Widerspruch und gwße Unruhe bei den unabhängigen Sozialisten.)

halten damit eine Gesamtsumme von 161 Milliar­den und hatten danach die uns bewilligten Slic» bitc um 14 Milliarden überschritten. In gewissem Ginne ohne Rücksicht auf die Minderung stellen diese 161 Milliarden effektive Kriegs- k osten dar, die wir aufzuwenden hatten. Wir verbrauchten im Jahve 1914 (in fünf Monaten, 7,5 Milliarden, 1915 23 Milliarden, 1916 26,6 Milliarden, 1917 39,6 Milliarden, 1918 48,5 Mil­liarden. (Hört, hört!) Für unsere Kriegskosten er­gibt sich rin Monatsdurchschnitt von 1,5 Milliaroen im Jahre 1914, 1,9 in 1915, 2,2 in 1916, 3,3 in 1917, 4,0 in 1918, und nehmen wir den Tages­durchschnitt dieser Kriegskosten, so ergibt sich Htäglich 49,6 Mill., 1915 63,9, 1916 73,9, 1917 109,9, 1918 135,0 Millionen. Für die Zett nach dem 1. Juli 1918, wo die letzte Kriegsanlerhe slatt- gefunden hate, ergibt sich, daß wir verbraucht ha­ben im Juli 1918 4,2 Milliarden, August 1916 4,6, September 1918 4,4, Oktober 4,8, November 4,1, Dezember 3,8 und im Januar 1919 3,5 Mil­liarden. Sie sehen, daß rin erhebliches Abflauen der Kosten in der Zett nach der Revolution nicht cingctreten ist. (Hört, hört?) Die eigentlichen Jah­resausgaben, die sich nicht decken mit den gesamten Kriegsausgaben, betrugen im Oktober 1918 4,3 Milliarden, sie fielen im November aus 2,9 und fliegen im Dezember wieder auf 3,8 Milliarden. (Hört, hört!)

Wenn der Abg. Kett die Methode unserer Kriegsfinanzierung absprechend beurteilte, so kann ich ihm leibet nicht widersprechen. Schon bald nach lDeginn des .Krieges trat die üble Erscheinung her­vor. daß die Beschaffung des Kriegsmatericcks inl die Hände der atterungeeignetsten Elemente kam. (Sehr richttg!) Als neues Moment kam damals das Hlndcnburgvrogramm

das ich inilttärtsch nicht ftirilieren will. Wirtschaft­lich betrachtet war es aber ein Programm der Ver­zweiflung und hat ungeheuren Schaden angerichtet. Die wüsteste Hochkoniunktur setzte ein. Es kam überhaupt nicht mehr auf'die Kosten an. Die Hofs- hrung auf ein Sinken der Ausgaben nach .Kriegs­ende hat sich, wie die von mir genannten Zahlen beweisen, nicht verwirllicht. Es kam zu vielen, durchaus unberechtigten Streiks »die die produkttve Arbeit hinderten. Ein wahnsinniger Wettlauf um die höchsten Löhne begann. Das wirkte natürlich zurück auf die Kosten der Demobilisierung. Der Gerechtigkeit halber muß festgestellt werdett, daß es falsch wäre,

die A.- und S.-Näte

in Bausch und Bogen zu verdammen. Biele Ar­beiter- und Soldateiträte haben auch ihre f in an* zielle Pflicht gegenüber lern Reich in vollem Um­fange erfüllt. (Hört, hört bei den Soz.) Sie sind in schwerster Zeit dafür cingetreten, daß das Einzel gut geschützt wurde, .ja sie waren vielfach der einzige feste Punkt, an dem man anknüpsen konnte. (Sehr richttg, bei den Soz.) Aber sehr viele A.- u. S.- Räte haben ihre finanziellen Pflichten bem Reiche gegenüber nickst erfüllt unb bas muß bet Olerechtig- ktit halber auch festgestellt werben. (Allseittge Zix ftimmung.) Wir haben burch Verorbnrmg vom 13. Januar 1919 ben A.-- u. S.-Räten verboten, über (Reichsmittel zu verfügen unb sich aus eigenen An­weisungen Beträge auszahlen zu lassen. Wir haben ihnen Rechnungslegung für bie rücklregende Zett auferlegt und für verschuldete Fehlbeträge persöiu- liche Haftung angedroht. Mehr können wir doch (nicht tun. (Abg. Graf Posadowsky: Wo bleibt die Stattsttk?) Das 58erlangen rrach einer ^tatiftif ist sehr bequem, wäre früher aber dem Grafen Po a- dowsky wohl weniger ihmpathisch gerne,c- aiS heute. (Heitere Zustimmung links.) Zrveifellos ist in vielen Fällen Geld verschwendet roorbeit. So beziehar die akttven Mitglieder des Zentralrates der Marine täglich volle Verpflegung, Bekleidung, Unterkunft, Ernährung und 25 Mk., die inakttven ebenfalls Verpflegung, Unterkunft, 25 Mk. mtb außeroem noch 12 Mk. (Hört, hört!) Das gibt doch zu den­ken. Davon, daß Kriegsanleihen annulliert, die Sparkassen- unb Bankguthaben beschlagnahmt wer ben sollen, ist teure Rede. Ich erkläre, baß die lReichsregierung an eine solche Maßnahme, bie bie größte Rechtsverletzung wäre, unb die den Unter­gang des Iieiches. bebenten würbe, nicht benft. Aus der Verwertung der H e e r e s b e st ä n d e werden wir freilich nicht acht Milliarden, sondern höckfftens 3 Milliarden hevousschlrsen, denn dieses Heeres- gut hat Flügel bekommen; es ist zum Teil ge­stohlen, geraubt, geplündert worden, es ist schand­bar damit vcriiahren fvorden. Für diese

Steuergchchgebung

werde ick» mich von folgenden drei Gesichts­punkten leiten lassen: Ich denke vor allen Din­

Wir haben feit gestern einen neuen! toe dj fei in dem ungeheuren Betrage von 58 Waffenftillftandsvertrag, oer die Erfüllung Milliar den. (Hört, hört!) Wir haben also eine der bisberiaen frhnwren ^hinrnmn^i hnn i.nL schwebende Schuld von 58 Mittiarden. Damit haben

Weimar, 15. Febr.

Präsident Fehrenbach eröfhiet die Sitzung um 2.20 Uhr.

Eine Reihe weiterer Adressen unb Depesckien an bie Nattonalversammlung ist ein gegangen. Auf her Tagesordnung steht zunächst die Besprechnntz dar Interpellation Dr. Heinze und Gen. (D. Volkspatieii betreffend Vorlegung einer Denkschrift über die bisher von der Waffen still st ands- kommis.sion gepflogenen Verhand­lungen.

Auf die Frage des Präsidenten, ob und wann bie Interpellation beantwortet Irerben wird, erklärt Ministerpräsident Scheidemann: Die Rrichs- leitung ist bereit, die Interpellation in den nächsten Tagen zu beantworten. Ueber den Tag behalte ich mir vor, eine Verständigung mit dem Herrn Prä­sidenten der Nationalversammlung herbeizusühren.

Das Haus setzt die Besprechung der Erllärung ber Reichsregierung fort in Berbinbuiig mtt der ersten und eventtiell zweiten Beratung des dritten Nachtrags des Reichshaushaltsplans für 1918.

Min stcr des Reichsschatzamts Dr. Schiffer:

Die Vorlage, die ich als erste der National- oersammlung zu unterbreiten habe, sieht einen Krebtt von 25 Milliarden und 300 Millionen vor. Wegen ber 300 Millionen, die für Bau- unb Wohn­zwecke liergegeben werben sollen, darf ich auf die schriftliche Begründung verweisen. Im Oftober vo­rigen Jahres stand das Reich vor der Erschöpfung seiner Mittel: da nur ber Weg des Kredits offen war, wurde eine neue Kreditvorlage ausgearbeitet, vom Bundesrat angenommen unb dem Reichstag übersandt. Die Vorlage forderte 15 Milliarbeir. Unmtttelbar vor der Erledigung kam die Revolu- Mn, und der Entwurf wurde nicht verabschiedet. Da die Reichsschuldenverwaltung es ableljntc, ohne gefeblidje Grundlage bem Reiche Unterstützung zu gewähren, und da wir diese Gervissenhaftigkeit nicht antasterr wollten, mußte ein anderer Weg gefunden werden, und dieser hat sich gesunden. Tas Reich ist.eine juristische Person unb als solche wechsel- 'ähig: bas Reich bot der Reichsbank seine Wechsel an, diese honorierte sie und gab auf Grund davon Banknoten im öffentlichen Verkehr aus. Wir brau­chen Wahrheit unb Offenheit, um überhaupt in der Welt bestehen zu können. Ich wlll damit jenem (eilfertigen, ich möchte fast sagen, ruchlosen Ov- üimismus entgegentreten, ber leider immer noch in wetten Schichten unseres Volkes herrscht. Die Summe aller Anleihe!redite die bewtt- ligt worden sind einschließlich von 416 Millionen Krediten, die noch aus der Friedenszeit stammen, beträgt mehr a l s 140 Milliarden. Hierzu treten aus Schatzscheinkrediten aus dem Gesetz vom 25. Juni 1918 sechs Milliarden, das gibt zusam- enen 14 6 Milliarden, das ist der Anleihe- kredtt, der uns im Oktober zur Verfügung stand. Diese Kredite sind auf Gruttd der Krri>ttbewilllg- nnpeit flüssig gemacht worden in der Gestalt von Krregsaiileihen im Betrage von beinahe 93 Mil­liarden und durch Buchschiuldbearündwigen im Be­ttage von 53 Mllliarden. Außerdem und das ist eine Position von ganz besonders hoher und schwerwiegender Bed-eutung haben wir aus- geoLÜLn Schatz an Weisungen und Reichs-

....K wir die bewilligten Krönte um fünf Mttliardeit

verlangt und neue, erbittetnbe Bedingungen überschritten. Es treten dazu noch die gelegten Krc- l)tnzufugt. Wir sollen mts nicht mehr gegen täte, die wir unseren Bundesgenossen gewährt haben die Polen verteidigen dürfen und foflen in und die wir im Verkehr mit neutralen Ländern i haben, im Betrage von 9,5 Milliarden. Wir er*

Abg. Rieher (Teutsck^ Volksp.f beginitt mit einer Polemik gegen den Abgeordneten Haast. Der Redner verliest eine Erllärung feiner Parri worin sie anerkennt, daß im Hinblük auf die gegenwärtigen Verhältnis st die Erlmltung ber monarchiftischen Staats form auegr- ,ck>lvssen ist unb sie bereit ist. ber verfasfung.'- wätzig.'tt Einführung der republilanischen Stsats- sornl chre Stimme nicht zu versagen und an dem witeren Ausbau der Verfassung miizuwirfen. Dir werden aber stets dankbar der Päonarchic gc^ denken, die die Kraft unb die Einheit Preußens .md des Reichs begründet hat. (Lebhafter Beifall rechts.) ,Es scheint, als gelte nicht melyr Reche und Gesetz, sondern: Erlaubt ift, was gefällt. Die lange Zeit bis zum Eintritt Rostes besagte Schwäche der Regierung zeigte sich auch darin, daß sie immer wieder Rücksicht genommen hat auf dir linksstehenden Parteien, auf die internationale Arbriterbewegung, und daß sie Angst hatte vor der Versendung von Truppeit nach innen und außen, toril man dem Militarismus trinc Nah­rung geben nwllte. Darum ift es auch versäumt morden, recht; eitig den Polen, Tsckxckiv°-Slowaken mtb Bulgaren difzivlinierte Truppen entgegen*»- stellen. Diese Sch,väche ist nrtt jeder sozialistischen Regierung verbunden. Tie Sozialdemokratie hat bewiesen, daß sie nicht berufen ist, allein bie Zügel der Regierung zu führeil (Sehr richtig! reckfts.(, und baß es auch sein bedenklich ift, trenn sie in der Regierung maßgebende ©tinrmr hat. Meine Partei begrüßt in einem Antrag den Anschluß Tentscfi-Desterresths an das Reich als die beste Bürgschaft für eine fruchtbare unb hofimlngsreickfe gemeinsame Zukunft. > Beifall. 1 Dir Revolution l)at neue Partei formen gesck-affen, aber sie sind Gärungsprodukte einer gärenden Leit. Wir yben die Hoffnung nicht auf, daß noch ein­mal eine einheitliche liberale bürger« l iche Volkspartei sich bildet, die alle nicht sozialistischen Kreist zusammenmßt. (Unruhe unb Zurufe), die aber auch einen Unterschied zwischen Liberalismus unb Demokratie macht, der not­wendig ift. Rach unterer Uebcrjrutnrna muß die Privatwirtschaft die Basis unterer Gesamtwirt» schäft bleiben, muß der freie Handel tweber rin­ge führt werden.

Die Beratung wird abgebrochen.

Nächste Sitzung MoMag nachmittag 2 Uhr Fortsetzung der Beratung.

Die Neichsfinanzen.

Weimar, 15. Febr. Die Besprechungen dee Reichsfinanzministers Dr. Schiffer mit den einzeb staatlichen Finanzministern haben das (Ergebnis ge­habt, daß die Vermögenssteuern auf das Reich übergehen, dagegen die (Einkommensteuer den Einzelstaaten Vorbehalten bleiben soll mit der Ein­schränkung, daß das Mehreinkommen vom Reiche erfaßt werden kann.

Wvffenstltlstand und Revolution.

Weimar, 15. Febr. Der deutschnationale Abge­ordnete v. Graefe stellt in der Nationalversammlung folgende Anfrage:

DieSchles. Itg." hat folgende Zuschrift ge* bracht: Am 7. November v. Is. spät abends über» schritt die deutsche WaffenstiUstandsnommission, von Fourmies her kommend, bei (Eiairfontaine die fran. zösische Dorpostenlinie und fuhr über La Capelle nach St. Quentin. Bei den ersten ®erbanblun(jcn war die Entente zu einem entschädigungslosen Frieden bereit Dieses Angebot meldete das militärische Mitglied der deutschen Kommission, General o. Winterfeldt, unserer Obersten Heeresleitung, die alsbald ihre Zustimmung gab. Inzwischen brach in Deutschland die Re. ooliition aus, und als General von Winterfeldt wieder zum General Foch kam, erklärte dieser Ich habe eben die telegraphische Meldung er. halten, daß in Deutschland die Revolution ausge- krochen ist. Das ändert die ganze Lage. Nun ist Deutschland erledigt. Das frühere Angebot ist hin fällig. Deutschland hat nun für die Gewährung eines Waffenstillstandes folgende Bedingungen anzunehmen. - Und bann gab er die niederschmetternden Be bingungen bekannt, unter denen wir schon jetzt zu sammenzubrechen drohen! (Eine amtliche Stellungnahme gegen diese Darstellung ist, soweit uns bekannt, bis heute nicht erfolgt. Ist die Reichsregierung bereit, ben Inhalt vorstehender Zuschrift als zurreffend zu be­stätigen ober, falls nicht, bann selbst eine authentische Darstellung ber tatsächlichen Vorgänge zwischen der Waffenstillstandskommission und der Entente am 7. November 1918 und an den folgenden Tagen zu geben?

Scheidemann über die Schaffung eines Preffe Hauses.

Weimar, 15. Febr. (WTB.) Am Sonnabend abend fand im Foyer des Nationaltheaters ein E m p : fang der Presse durch den R e i ch s rn i n i st e r. Präsidenten statt. Iu dem (Empfang hatten sich die Dettreter der Preffe sehr zahlreich eingefunben Ebenso nahmen die Reichsminister Dr. Preuß und Dr. Bell, sowie der preußische Ministerpräsident Hirsch daran teil.Der Ministerpräsident Scheidemaan nah» Gelegenheit, die Preffe in einer längeren Ansprache zu begrüßen. Er erkannte die Preffe als einen gewaltigen Machtfaktor und erklärte es als eine seiner vornehmsten Aufgaben, sofort bei seinem Amts antritt mit der Preffe in Fühlung zu treten. Er teilte mit, daß die Regierung in Aussicht genommen habe, durch Schaffung eines besonderen Pre sse Hauses in Berlin den Kontakt zwischen Regierung und Preffe aufs engste herzustellen.

Der Völkerbund

Genf, 15. Febr. Die öffentliche Sitzung der Pariser Friebenskonferenz, .in der geftern ber Ent -