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werden bis (htDe Srbniar alle IalTn-öiigc cvS auf einen entlafien; dieser bat int sckvn schwere Verlust- erlitten. C

land tuid) allen .'tr-Äftcn bemüht, Den aus t -n Vertrugen enroebfenen Derpflicküungen nad->ip .iymnnn. Bei nHterer Ad^alv von Lnfamotlvin ist ein baldig Ztillstano des gesamten Transportwesens in sickeret Aussicht (*» Mrfcn wock 6 bis 700'Sotontotwen. Ich erklär« mich bereit, Ilinm Dafür tuid» nZKrrcr herein-, banntc» (himtxilrnjarrnt wir Verfügung förtlcn Teutschland lüilcmtimnt also di- Kkfrftr:: -?fn ihxntguuwn, um in loyaler Weise den Bew.

.tmahnten Lntetrtevorfcklägr für die Verlängerung des Waffenstillstandes enthaltest hatte, »vor bereits ip der Nacht von Freitag auf Sannabenb erfolgt, Sonntag vormittag richtete der Rricksministtr Erz- »erger Zwei wettere Schreiben an Fock. Fn dem ersten mäzisiertc er den deutschen Stand- '.-luift zur Bereitstellung der deutschen S)anbei»» lotte für die Lebensmittelversorgung der Welt mil Einschluß Deutschlands. Er ließ tearen ^roeve* dar­über. .daß das Sckiffabr^abkommen mit bem Le- bensmittelabkommen und dem bei Bembüma oei

vi erbringen, daß es seinen r

Inn gen die schwersten Opser bringt. Um so mehr

Die Verhandlungen in Trier.

Trier, 16. Febr. (WTB.) ReichSntinister Erzberffer rührte in seiner bereits erioähnwn 9teoc u. a aus:

Unser Bolt Irat den Eiickruck. daß die Dev- Ldnivruneicn des Waftenftillstaube» nur den Zivec' haben, uns neue schiorre Bedingl'mgen autzer- ertegcit und deut Frieden rwrzuotriß-n. Riesig," Werte bat Tentscl>land übrw^ben Teutfrtkv Kriegsg>-rät ifn Werte von weit über einer l?alben Milliarde Mcirl haben Sie erhalten; der Wert oct an^li baten Kriegsschiffe stellt sich aus nucbx als ünivatlsYib 'Xickiarden Mark. In ber Ml-eb» rung bc» ^.fartehrsmaterecks ist Deutschland über 3k Ükenic seiner LeisvunaSsSlngkeit htnausgeauu- »nt. Mlcin die vreußisäi-l^ssinkren Staatsrißm Dafwn haben für 2'/> Mi-lia.d n Mark Eisenbalm - material überyben. Die Demobilmachung De5 Ärrre» iit burd^iülrrt. Bon ten Mannschaften

ttnrr? einer Serftifftmn deS künftigen Völkerbundes durch Wilson tdbft bekannt gegeben mürbe, begann im Ministerium des Aeußeri erst nachmittags um V»s Uhr. Clemenceau eröffnete die Sitzung und erteilte daS Wort sofort dem Praiidenten Wilson Kux Verlesung des Entwurfs. Nach Bekanntgabe oeB Wortlautes fügte Wilson in einer kurzen Er­klärung hinzu: Tie Aiommtgen sind verichieoex, gewesen in Ke rüg auf die Mittel, den Völkerverein praktisch ins Xteben zu rufen. Aber der G^ankc fdbfl ist auf keinerlei ernsten Widerstand gestoßen, beim er hat in der ganzen Welt Begeisterung er­weckt. Die heute vertretenen Staaten oerfüie.t über feine Bevölkerung von 1200 Mluumen und die öf- »entlidje Mrinimg in allen Ländern wird glücklich 'ein, denn das heute veröffentlichte Dokument be­deutet die 93err 'Ng des Krieges und die Waran» tic des Fried eits. (Hs stellt »richt nur ein Werkzeug der Verteidigung oat. sondern auch et .en Organis­mus der Zusonauenarbeil auf dem Gebiet des van- oe^tzs, der Arbeit und der Industrie. Tie Gewalt 4t beseitigt. Die Völker können freundschaftlich n^enrinanber leben wie in einer Familie, bald 'ogar wie Brüder.

Nach Wilson gaben Lord Robert Cecil und Orlando ihre prinzipielle Zustimmung mit dem Vorb-halt ab, da ßder Entwurf zunächst dem Ur­teil der öfscullicheit Meinung und der Volksvertre­tungen in allen vertragschließenren Ländern unter- morsen wird. Der Senator Leon Bourgeois machte fabarm in längeren Erklärungen die Borbehalle Frankreichs geltend. Es gibt, so sagte er, eine be­sondere Gefahr für Frankreich, Belgien, Serbien, Bolen und andere und der Völkerbund muß auf die geograpljiidje Lage jedes einzelnen Staates Rücksicht nehmen. Wenn ein Staat eine solche Grenze hat, so soll es ihm erlaubt sein, seine Rü­stungen nicht einzuschränken. Die Folge aber muß 'ein, da ßdiefer Staat, der schwerere Lasten zu tra­gen hat, besonderen Anspruch erhält auf die Unter­stützung von günuigiT gestellten Staaten. Anderseits mackt der Artschritt der Wissenschaft, bereu An­wendung auf den Krieg schrecklich ist, eine inter­nationale Kontrolle der Kriegsindustrie und des Armeeprogramms nötig. Nach unserer Meinung ist es deshalb unerläßlich, ein bauerndes Kontroll­organ zu schaffen. Präsident Wilson bat abends 9 Uhr Paris verlassen: er schifft sich heute in Brest nach Nordamerika ein.

bedauere ich, erneut vor aller Wett MlfMIen zu müssen, daß das Verhalten der alliierten Regie­rungen dem Geist der Friedenszukunft noch immer widerspricht. Der Abtransport der alliierten frrL-gefangenen nach dem Westen war zur Zeü der letzten Waffenstillsta-udsverbaudlungen m Trier bereite durchs rührt, der nach Serbien und Ru­mänien ftebt unmittelbar vor dem Abschluß. Unsere eigenen befangenen dagegen sännochteu immer noch in der Ge.vall der Mliierten. Das deutsche Volk befindet sich über fcinen der Punkte, die mit dem Waffansüll!>md ^ufammetibtbtgrn, m sv fieberhafter Erregiing 'wie über die Gefan - denen frage. Ein Sturm der Entrüstung und iier Verzweiflung geht durch das ganze Land. Die Alliierten müssen sich darüber klar fein, daß Sdiese Weise der menschenversöhnende^Äeist nicht rbrrt wird! Wenn Sie glauben, Sic können deutschen Volk diese Schmach ohne Gegen­wirkung antun, so irren Sie sich? Tas Ueber- gowicht an Macht ist zur Zeit bei Ihnen. Twtz- dem werden Sie eines Tages mit dem deutschen Volke Zusammenarbeiten müssen, wenn der Friede der Welt Tauer haben fall. Daher fordere ich noch einmal die rettende lat; g.'bcn Sie unsere Ge- sangmen sofort zurück, entlassen Sie sie nod> heute! Herr Marschall! An Sie richte ich diese Bitte beson^rs eindringlich, denn auf Ihr Wort tiito man hören, soweit bic al ü rten R gserui g n militärisch. oLi>enfcn Vorschüßen. Tos beulidz Volk den« nicht an die Wiederaufnahme des Krieges. Was fall die gesittete Welt dazu lagen, baß bat Gefang'nen nickt einmal der Besuch von deutschen Gcisllichen, Aerztai und Schwestern gestattet wird? Ich kann mich iveder mit der Ant- wort b.xinügen, daß Erwägungen über diese Frage bei den Alliierten stattfinden, nod) mit der Zusage des Marschalls Fock, bah er uns in dieser Frag: bei den alliierten Regierungen seine Unterstützung leiht. Ich muß die Zusage bekommen, daß mit dem Abtransport bet deutschen Kriegsgefangenen als­bald begonnen wird.

Erzberger setzt sich sodann energisch ein für die Aufhebung der Verkehrssperre zwi­schen dem links- und rechtsrheinischen (Gebiet und für die Freilassung von Persbnen, die widerrechtlich 'wegen Ankaufs von Maschinen und im Besitz der teiitfdfcn Heeresverwaltung gewesenen Gerätes ver­haftet worden sind.

Sodann erhebt sich seine Ansprache zu einer scharfen Anklage gegen die Unterdrückung alles beutfrfjen Wesens in Elsaß-Lothritigm und gegen die Ermutigung der polnischen Eroberungsgelüste durch die Entente. An das Gewissen Ame­rikas appelliert Erzbergor, indem er zum Schift'- sahrts- und Lebensmittelabkommen überleitend, Amerika an die amerifamsche Lcbensmittel- not der Jahre 1862 bis 1865 erinnert. Damals lvar es Deutschland, das den Vereinigten Staaten in ihrer Not unter die Arme griff und Unten nicht nur itzelb , sondern auch stleidtmg, Schuhe und Maschinen lieferte und die n-irtsckaft- lübe Erlwlung ermfaglichie. Deute, nach fünfzig Jahren, ist es umgekehrt. Tmtschland braucht von Amerika Weizen, Fett, Fleisch, Petroleum, Baum­wolle, Kupfer, und seine Valuta steht tief. Wenn Amerika ijeute ebenso Deutschland bciftäitba, wie Teutschland vor fünfzig Jahren den Bereinitzten Staaten, könnte Ameriüa Lebensmittel und Roh­stoffe gegen deutsche Anleihe geben, und würde dadurch Deutschland helfen, sich herauszuarbcüen, und noch ein gutes Geschäft dabei machen.

Erzberger erklärt dann: Als vor fast. 48 Jah­ren der deutsch-französische Waffenstillstand ge­schlossen war, legte., Favre es nxrr am 29. Januar 1871 .- .facher von ihm sorgsam verschiviegcne ErisähWIoe^^ txm Paris Bis­marck offen dar. Parick hatte nur mehr für einige Tag: Brot. Bismarck war sichtlich bewegt: er gewährte sofort alle erdenklichen Erleichterungen für den Transport und bot Favre aus den deut" scheu Bestäuben alle irgendwie verfügbaren Le­bensmittel an. Sie haben dasselbe Interesse wie wir, die Welt über die Hunger krankheit möglichst ungefähr bet hrnwegzubrinaen. Veranlassen Sie daher, daß das deutsche Volk endlich an der Wett- verfargung, die Sie in der Hand haben, wirklich teilnimmt. Verlassen Sie Jlire Polttik der rück­sichtslosen Ausnutzung der Macht! Seien Sie sich bewußt, daß, wie im Einzelleben, auch im Leben der Völker die Gewaltpolitik sich bittet rächt.

Berlin, 15. Febr. (WTB.) Der Stand der Verhandlungen zur Verlängerung des Wasfanstill- standsabkommenö in Trier bietet am 15. abends folgendes Bild: Freitag, den 14. Febr., nachmit­tags 3 Uhr waren die xxrbanbhingen im Salon­wagen des Marsckwllil. Fo ch eröffnet worden durch lieberreichung einer Note über die neuen Bedin­gungen, welche die Entente für die Verlängerung vorzuschlagen hatte. Erzberger erwiderte in längerer Rede. Die neuen Bedingungen Fachs: Demarkationslinie gegen Polen, Ausdeh­nung des Schifsahrtsabkommens auf die in den hiädiftcn sechs Monaten fertig gestellten Handels­schiffe und Verlängerung des Wasseustillstandes aus unbeftimmte Zeit mit dreitägiger Mndigung wur­den noch in Der Nackt vom Freitag auf Sonn­abend durch Fernschreiber nach Weimar und Berlin übermittelt "Auf bisher nicht aufgeflärte Weise sind diese Depeschen in Berlin erst '<s>onnabenb mittag, in Weimar erst Sonnabend nachmittag angelangt. Fach hatte die Antwort von Reicksministrr Erz­berger bis spätestens Sonntag mittag 12 Uhr erbeten unter dem Dinweis, daß er redttmtig den Truppen seine Befehle geben müsse. Ta die Regierungsstellen in Berlin und Weimar die Vorschläge der Entente mit gtoßer Verspätung erhalten batten, ersuchte Reicksminister Erzberger den Marschall Fach am Sonnabend mittag um Ver­längerung der Antwortsrist bis Montag, beit 17. Februar, mittags 12 Uhr. Am Sonnabend nach­mittag um 6 Uhr ließ Marschall Foch autroorten: T f r to a f f e n fti H ft q n b l ä u f t a m 17. Fe - bruar ,morgens5 Uhrab. Die letzte Stunde also, ym eine Verlängerrrng zu unterzeichmm, ist 6 Uhr nachmittags am 16. Februar, Damit Zeil bleibt, den Truppen die Weble zu übermitteln. Wenn zu dieser letzten Stunde das Abkommen nickt unterzeichnet ist, bin ick genötigt, Trier zu verlas­sen, und der WaffeustUlstand nnrd am 17. Februar morgens 5 Uhr nicht mehr in Alraft sein. Tic vv r-

.y ----1 läufige Antwort der deutschen Walienstill-

So hat sich Teutid>-1 standSkommission auf Fochs in der Eröfftiungvsitz- * "" ung am Freitag überreichte Note, welch- die oben

Die Verhandlungen in Lpaa.

D erlin, 14. Febr. In der Sitzung der Waffen- stillstandskommission in Spaa am 13. Februar verlas General v. Hammer st ein eine Erklärung, die u. a. lautet: Der Waffenstillstand ist geschloffen worden, um einen Frieden des Rechts und der Dölkerversöhnung einzuleiten. Seine Bedingungen sollten den Alliierten, militärische Sicherungen dafür geben, daß Deutschland die Feindseligkeiten nicht wieder mfnehmen könne. Obwohl dieses Ziel längst erreicht ist, haben die Triester Verträge zur Verlängerung »es Waffenstillstandesabkommens von Seiten der Entente Forderungen gebracht, die als militärische Sicherung nicht mehr begründet werden können. Das deutsche Volk erwartet mit Bestimmtheit, daß von allen durch Präsident Wilson festgelegten Grundlinien fernerhin nicht abgewichen wird. General v. Hammer- stein bat um Veranlassung, daß den deutschen Unter­händlern bei den neuen Verhandlungen unbeschränkte persönliche Bewegungsfreiheit sowie zensur-freier Telephon-, Telegraphen, und Postoerkehr gewährt werde. (Es wurde Die Erfüllung feiner Wünsche prgesichert.

In der Sitzung vom 9. Januar hatte der fran­zösische Vorsitzende bekanntgegeben, daß General Dupont beauftragt worden fei, in unmittelbarem Einvernehmen mit dem deutschen Ministerium des Innern die Heimführung derjen gen elsaß-lothringischen Zivilpersonen in die Wege zu leiten, die während des Kr eges ihre Heimat verlaßen mußten. Zu dem französischen Vorschlag teilte General v. Hammerstein nunmehr mit, daß eine derartige Tätigkeit des Ge. nerals Dupont deutscherseits abgelehnt werden müße.

(Entgegen eine Behauptung der ftanzösischen Kommission stellte die deutsche Kommission fest, daß kein Verkauf beschlagnahmten belgischen Metalls an »ie deutsche Industrie mehr stattfinde.

Die deutsche Kommission bat die Alliierten, die m Riga in schwerster Bedrängnis zurückgelassegen Reichsdeutschen mit dem DampferOstsee" heimSc- förbern zu dürfen.

Berlin, 14. Febr. Jur Linderung der Woh­nungsnot und zur Durchführung von Notstands­arbeiten in Frankfurt a. M. und Hamburg hat die deutsche Waffenstü siandskommission in Spaa bei den alliierten Kommissionen beantragt, aus bem besetzten beutschen Gebiet größere Mengen Bau­material nach biesen beiben St bten ausführen zu bürfen. Gleichzeitig würbe beutsche seits baqegen Einspruch e'hoben, baß b e im besetzten Gebiet Heqenbcn Güter ber Stabt Frankfurt a. M. ihre Milchprodukte, die für die Ernährung der Kranken und Kinder unerläßlich ist, nicht nach Frankfurt aus- führen können.

Während der Dauer der Trierer Verhandlungen finden in Spaa keine Vollsitzungen der Waffenstill, stanbskommission statt. Es werben jeboch wie in früheren Fällen wichtige Roten durch die Hand der Stabschefs ausgetauscht werden.

ßrbendmittel gewidmeten Finanzabkommen ein ein­heitliches unzertrennbares Ganzes buben und daß namentlich das SchiffahrtsLbkomrnen nur bann ver­wirklicht werden könne, wenn die Lebensmittelver­sorgung Deutschlands völlig geklart und gesichert wäre, lieber bitte letzten Fragen würbe im Lause bes Freitag und Sonnabend im Rathaus in Trier zwischen einer größeren Anzahl von deuticken und alliierten Sachverständigen aus den oerfdncöenen Ressorts und Berufstreisen unter Dem Löpitz des Unterstaatssekretävs Freiherm v. Braun vom Rrick-ernahrungsamte eingehend bertanbelt. Tiefe Sonderverhandlungen, -velche den vauptverlxtnb- lungen des Waffenstillstandes parallel laufen, wer­den morgen, (Sonntag ihren vorläufigen Abschluß ffnden. Eine Versorgung Deutschlands dis zur neuen Ernte ist durch diese SkrbantiUingcn nod) nicht sichergestellt. In dem zweiten Schreiben des Reichsministers Evzberger an Foch wurde die enbgültige Zustimmung ober Ablehnung Vorbehalten und es wurde eine Reihe deu l scher Gegenforderungen ausgestellt, Darunter die Freigabe unserer Kriegsgefangenen, die Aufrecht­erhaltung derVcrkehrsir<.il)ett, ursbes. ber wirtschaft-, lidyen, foivvhl im besetzten (Gebiet als auch im Osten in den von den Polen besetzten Teilen Deutschlands, Wahrung ber beittfdyen Lwlxnts» rechte in Oft und West, Wiederlwumg ber For­derung, daß niemand wegen jdauss ober Ver­kaufs von aus Belgien und Frankreich roeggefübr» len Maschinen in Untersuchung gezogen occr be­straft werden darf, Freigabe ber Küjtensckiffahrt, bessere Behandlung Der beutschgesimtteu Bevölke­rung Elsaß-Lochringens. Marschall Foch ernnbertt Samstag abend in dem oben bereite erwülMen Brief aus die deutschen Gcgensorderungen: Ter Text des Abkommens, ber Jl)nen gestern übermittelt imirbc, i st von ben pcrbüu be­te n und assoziierten Regierungs­chefs fest gelegt worben. Id) kann rhn weder ändern noch erweitern. Es muß betont werden, daß an den Verhandlungen in Paris über diese Festsetzung der Waffenstillstands« bevingimgen auch Präsident Wilson teil genom­men hat.

Trier, 15. Febr. sWTB.) Zusatz zu dem Ab- kommen über die Verlängerung des Waffenstillstandes: 1. Die Deutschen müssen alle Offensivbewegungen gegen die Polen auf geben und dürfen folgende Linie nicht überschreiten: Bei der russischen Grenze westlich Luisenfelde, westlich Groß-Reudorf, südlich Brzosa, nördlich Schubin, nördlich (Erin und südlich Samotschin, südlich Ehodzcisscn (fiofmar), nördlich Czarikau, westlich Diallo, westlich Birnbaum, westlich Bentschen, westlich Wollstein, nördlich Lissa, nördlich Ravirz, nördlich Biernchow bis zur schlesisch-russischen Grenze 2. Der Waffenstillstand wird für unbe­fristete Zeitdauer mit dreitägiger Kündigunasftist ver­längert. 3. Die Ausführung der früheren Waffenstill- standsbedingungen wird fortgesetzt und zum Abschluß gebracht.

Weimar, 15. Febr. Staatssekretär Erzberger, der gestern in Trier zu den neuen Verhandlungen über die Verlängerungen des Waffenstillstandes ein« getroffen ist, hat von der Reichsregierimg die be* stimmte Weisung erhalten, keine entscheidenden Abmachungen zu treffen, ohne sich vorher mit dem Gesamtkabinett in Verbindung gesetzt zu haben. Auf Grund der noch gestern hier einqctroffencn Depeschen, in denen die Bedingungen Fochs enthalten sind, ist heute morgen das Kabinett zu einer Beratung zu- am mengetreten.

Die ReichSregterung an Foch.

Die Reichsregierung ließ an Reichsminisier Erzberger, Waffenstillstandskommisiion, Trier, fol- gende Mitteilung gelangen:Bitte Abkommen unterzeichnen, aber vorher Foch schriftliche Erklä. rung übergeben: Die deutsche Regierung ist sich btx schweren Folgen bewußt, die sowohl die Annahme, wie die Ablehnung des Abkommens nach sich ziehen müßte. Wenn sie ihre Delegierten anwies, zu unterzeichnen, so geschah dies in ber lieber» zeugung, daß die alliierten und assoziierten Re- gierungen jetzt ernstlich bestrebt sind, innerhalb einer kurzen Frist, wofür Jie den Waffenstillstand verlängerten, der Welt den ersehnten Fried en wieder zu geben. Die deutsche Regierung ist aber genötigt, ihren Standpunkt zu den drei Bedingungen des Ab- kommens durch folgende Bemerkungen Manu, stellen.

1. Das Abkommen ignoriert die aus dem Volks, willen in geordneten Formen hervorgegangene deut- che Regierung und legt den Deutschen in der Form chroffer Befehle und Verbote zu Gunsten der auf. ländischen Polen die Psiicht auf eine Anzahl wich­tiger Plätze Birnbaum und Bentschen ohne wei­teres zu räumen. Die Plätze sind in deutscher Hand und überwiegend deutsch besiedelt und von wesentlicher Bedeutung für Den Verkehr mit dem deutschen Osten Dabei leisten die alliierten und affo. ziierten Regierungen nicht einmal Gewähr, daß die Polen es ihrerseits unterlassen, neue Angriffe zu unternehmen oder vorzubereiten, daß sie die deutsche Bevölkerung, auf deren Schutz wir verzichten sollen, menschenwürdig behandeln, daß sie die deutschen Geiseln sfreigeben, deren Festhaltung jetzt jeden Sinn verliert und daß sie den bisherigen Lebensmfttelverkehr nach dem Westen hin aufrecht erhalten.Wenn wir auch bereit sind, jede militärische Angriffshandlung in Posen und anderenGebieten einzustellen und die gegenwärtige mili- tärische Lage dort als Basis anzuerkennen, so müssen wix doch erwarten, daß auch die aufständischen Dolen die Demarkationslinie einhalten, andernfalls müssen wir befugt fein, uns mit Waffengewalt zur Wehr zu sehen;

2. Deutschland darf darauf Hinweisen, daß es sich bis zur völligen (Erschöpfung feiner wirtschaftlichen Kräfte und bis zur Zerrüttung feiner Verkehrsoerhältnisie be­müht hat, den Waffenstillstandsbedingungen nachzu. kommen. Es will auch jetzt versprechen, die Punkte zu er« füllen, in denen ihm die Durchführung bisher nicht ge. lang. Dabei darf es aber annehmen daß seine Verpflich­tungen nicht in einer Weise ausgelegt werden, die mit den beiderseits anerkannten Grundsätzen des Präsidenten derBereinigten Staaten von Amerika unvereinbar ist und di« den Gedanken des Rechtsftiedens im voraus zu­nichte macht. Ob wir die in Aussicht gestellten Weisungen der alliierten Obersten Heeresleitungen in vollem Umfange zu befolgen in der Lage sind, muffen wir abwarten;

3. wenn Deutschland jetzt anstelle bestimmter Fristen für den Waffenstillstand, die es gestatteten, sich auf die Erfüllung der Bedingungen einzurichten, nur eine kurze unbestimmte Frist mit einseitiger dreitägiger Kündigung gewährt wirb, die geeignet ist, die Rüste und Ordnung in Deutschland In hohem Matze zu gefährden, so bedeutet Das eine ungerechtfertigte Erschwerung unserer Lage. Wir vermögen die Hoffnung nicht aufzugeben, datz die alliierten und asioziierten Regierungen es für tunlich halten, unter Der länge, rung des Waffenstillstandes bis jum Präliminar- frieden in Verhandlungen Über die deutschen Gegen- foiDtrangai dmutretee." gej. Scheidemann.

Dte Unterzeichnung des Vertrags.

Berlin, 16. Febr. (WTD.) Vorläufiger De- richt über das Abkommen zur Verlängerung des Waffenstillstands. Das Abkommen über Die Der längerang des Waffenstill'tandsabkommens ist hem- abend 6.30 Uhr im Salonwagen Des Marschalls Foch unterzeichnet worben. Die enbgftltig angenommene und unterzeichnete Fassung weist folgende Verän­derungen aus:

Oberfchlesien, der Retzedistrifit und Brom berg fallen westlich der Demarkationslinie und Hnt daher durch die von den Alliierten ausdrücklich über nommcnen Garantien vor Einfällen polnischer Band«' gesichert.

Leider fällt Birnbaum östlich der Demarkation^ linie. Der Bahnhof Bentschen erhält deutsche Be satzung. Den Schutz der Deutschen östlich der Dt marhationsünie übernimmt die Interalliierte Korn mission in Warschau; ihr Derbindungsorgan mit der deutschen Regierung ist der französische General Du­pont in Berlin.

Iu Artikel 2, in dem bestimmt ist, datz die Der längerung des Waffenstillstandes aufkurze Ieil­erfolgt, fragt Reichsminister Erzberger, warum kurze Frist vorgeschlagen sei und ob dieser Dorschlag etwa mit der Möglichkeit eines baldigen Prä lirninarfriedens im Zusammenhang stehe. Marschall Foch antwortete: Ich vermute es.

Der Artikel 3 erhält dieselbe Formulierung wie in den früheren Abkommen vom Dezember und Januar. Marschall Foch betont ausbrüddid): De- züglich ber Durchführung bleibt alles beim alten.

Dann verlas Reichsminister (Erzberger bie vom Ministerpräsidenten Scheidemann unterzeichnete Er­klärung der Reicksregierung, in der sie der Unter« Zeichnung des Abkommens zustimmt, aber ihren Slandvunkt im einzelnen präzisiert. Aus dem Ver­lauf der Aussprache ist vorläufig noch folgendes her- vorzuheben: Marschall Foch fragte, warum unsere Handelsschiffe zur Lebensmittelversorgung noch nicht ausgelaufen sind. Er machte dann den Vor­schlag, die Sachverständigen sollten sofort in Spaa w eber zusammenkommen, um bie Verhanblungen über alle Einzelheiten fortzusehen. Reichsminister Erz* berger betonte noch einmal: bie brei Wirtschafts­abkommen, Schiffahrtsabkommen unb Finanzabkom­men, Ernährungsabkommen unb Finanzabkommen sind ein einheitliches unb untrennbares Ganzes. Mar- schall Foch stimmte biefer Auffassung bei.

Ausführlicher Bericht folgt.

Deutsche Waffenstillstattbskommission.

v Brockvorfi-Rautzau zurttckgetrcten?

Berlin, 17. Febr. (WTB.) Iu soäter Nacht- ftunbe wirb berVoss. Zig." berichtet, baß nach Mel­dung aus Weimar Graf Drockborff-Rantzau zuruckgetreten ist. Eine Destätiguny biefer Rach, richt liegt noch nicht vor.

Tie endgültiiteu Bedingungen.

Bern, 16. Febr. (WTB.) DasPetit Journal- will wißen, daß bie definitiven Waffenstill- standsbedingungen in etwa 8 Tagen den deutschen Delegierten vorgelegt werben können.

Das Schicksal der deutschen «riegS-- gesangcnen.

Bern, 15. Febr. (WB) 3m französischen Senat erklärte ber Minister für bie verwüsteten Gebiete Lebrun: Dis Enbe März werben 170000 beutsche Kriegsgefangene in ben verheerten Gebieten arbeiten. Sie werben zu Kompagnien organisiert unb unter Führung von Spezialisten arbeiten unb von französischen Soldaten, die aus der Krieqsge- fanqensckust in Deutschland znrückgekehri sind, über wacht. Die 2200 von Deutschland gelieferten Last­autos werden für die Arbeiten in den verheerten Gebieten verwendet werden. Frankreich wird auch verlangen, datz Deutschland die 950000 Stück Rind­vieh, die vor der Besetzung in diesem Gebiet vor* Händen waren, zum größten Teil zurückerstattet.

Ein Mordanschlaq auf Wilsou gkplant?

Rotterdam, 1k.Febr. (WTD.) Wie das Preh. bureau Rabio metbet, ist in Chicago ein Komplott berUnabhängigen Arbeiter ber Welt" auf. gedeckt worben, bas die (Erwerbung Wilsons unb Mc. Aboos zum Ziele hatte.

Die wirlschasttiche Lage Deutschland».

Weimar, 15. Febr. (WTB ) Der Reichs­minister für wirtschaftliche Demobilmachung Dr. Kveth machte gestern einer Anzahl ameri­kanischer, englischer, italienisck)cr, holländi­scher, skandinavischer und bulgarischer Presse­vertreter Mitteilungen über d e wirtschaftliche Lage Deutschlands. Ter Minister führte zum Schluß aus: Es gibt für uns, wenn die Urb- nung und wenn die Grundlage unserer Wirt­schaft erhalten bleiben soll, nur noch ein Dttl- tel der Abhilfe. Dieses Mittel bestehl in der so­fortigen Aufhebung der Blockade, in der Zu führung reichlicher Nahrungömittel und Roh­stoffe.

'B_J 1 ..... '-ijig»

Aus Statt und Land.

Gießen, 17. Februar 1919.

" DieDeutsche Liga für Völkerbund" (Westdeutscke Zentrale Frankfurt) hatte am Samstag Herrn Gerichtsaffeffor Dr. Mar Michel zu einem Dortrag entsandt, bet tm Großen Hörsaal unserer Universität (tattfanb unb bas ThemaDölkerdunb unb Rechtsfriebe" hatte. Eingangs wies be*. Dorsihenb« ber Vereinigung, Herr Prof. Dr. Gme­ll n, darauf hin, welche Ironie eigentlich darin liege, augenblicklich, wo z. D. 2000 Deutsche aus Chino au-gcwiesen würden, von einem Dölkerdunb zu sprechen. Trotzdem scheine es aber politische Klugheit, daß wir die Prinzipien für einen internationalen Völkerbund gewinnen müßten zumal, da bet Dölkerbunbsgedank« rccht ein Stück beutschen Wesens sei. Nach diesen ein­leitenden Worten ergriff ber Webner bes Abends, Herr Dr. Michel, das Wort und führte zunächst aus, bah entsprechen!) ben inneren Vorgängen in unserem Daterlanbe auch nach außen hin für bie Beziehungen bet Völker zu einanber ein neues Fundament zu schaffen sei. Dazu soll« ber Dölkerdunb bienen, ber einem Wettrüsten bet einzelnen Völker uorbtugen würbe, unb vor allem ein Abrüsten zu Doffer unb zu Canbe zum Ziele habe, ber zukünftige Kriege nach Möglichkeit ganz ausschalten, kurz Stetigkeit unter bie Völker bringen solle. Freilich nur auf ber Grund­lage eines Rechtsfriedens könne ein solcher Völker­bund erstehen. Unerhörte Waffenstillsiandsbedingungen und die Zurückhaltung unserer Gefangenen mühten der Schliehung eines Völkerbundes bie Dosis ent­ziehen. Der Rebner erinnerte baran, baß wir schon zu einer Zeit, wo wir militärisch noch auf ber Höhe standen, uns für Völkerbund und Rechtsfriede aus- oesprochen hotten, unb fügte hinzu, er erblick« jetzt nnBölNerbunb bas einzige Mittel, bas uns vor Unbilden und Uebcrgrifien von feindlicher Seite