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Auskunft bei der Landesgeschäftsstelle, Darmstadt, Wil Helminenstraste 5, Fernsprecher Nr. 1304.

Wähler und Wählerinnen!

Fünf Parteien werben in Hessen um Eure Stimmen: Sozialdemokratie, Demo­kratische Partei, Deutsche Volkspartei, Zentrum uud Hessische Volkspartei.

Entsinnet Euch, Deutsche Männer und Frauen, welches Lob ganz Deutschland der Sozialdemokratie gespendet hat, als sie im August 1914 wie jede andere deutsche ' Partei das Vaterland in flammendem Zorn verteidigen half. Damals meinte man, sie wollte Revolution machen. Sie tat es nicht. Warum nicht? Weil ein Sturm der Em­pörung sie weggefegt und das mächtige Deutsche Reich sie zerschmettert hätte. Als aber Deutschland zum Tod verwundet zu Boden lag, da hat sie den traurigen Mut gefunden,

mit Gewalt ihre Alleinherrschaft auszurichten. Zreiheit, Frieden

6. August Biegler, Landwirt, Dorn- Dürkheim

7. Georg Bickel, Landwirt und Ge­meinderechner, Affolterbach

8. Frl. Luise Schweisgut, Lehrerin, Darmstadt

9. Wilhelm Kitz, Direktor der Ma­schinenfabrik Augsburg«Nürnberg, Mainz-Gustavsburg

und Brot

hat sie versprochen zu bringen. Was sie gebracht? Schaut Euch um:

Bürgerkrieg, unerhörte

1. Dr. Joh. Becker, Finanzminister, Darmstadt

2. Friede. Jakob Schott, Landwirt, Bürgermeister, Uffhofen (Rhh.)

3. Friedr. Heck, Oekonomierat, Land- wirtschastslehrer, Alsfeld

4. Dr. Hans Gmelin, Universitäts- profeffor, Gießen

5. Karl Läufer, evang. Arbeitersekre­

tär, Darmstadt

Sttrnrnzettel der Deutschen Volkspartei sind bei den Bürgermeistern und bei unse­ren Vertrauensleuten zu haben. Wer keinen Sttrnrnzettel der Partei bekommen kann, schreibt auf weißes Papier in der Größe von 9 zu 12 om den ersten der obigen Namen, nämlich Dr. Gccker.

= in fjefien = (früher Nationalliberale Partei) Auf zur Wahl!

Die verfassunggebende Versammlung des Deutschen Reiches wird am

Sonntag den 1 9. Januar 1919, von 9 Uhr vormittags bis 8 Uhr abends

IN ganz Deutschland gewählt. Niemals in der deutschen Geschickte war ein Tag so wichtig, wie dieser. Die Stimmen, die Ihr abgebt, Deutsche Männer uno Frauen, entscheiden über unser aller Schicksal!

Vergeudung des Volkbesitzes, Lösung aller Bande von Zucht und Ordnung, Ohnmacht gegen jeden äußeren Zeind.

Was wird sie bringen?

Einmarsch der Feinde, Ruin des deutschen Wirtschaftslebens. Ar­beitslosigkeit, Hungersnot, Massen- auswanderung,Auflösung-.Reichs. Mit Gewalt will sie die Menschen glücklich machen, mit Gewalt glaubt sie erreichen zu können, was nur im Wege lang­sam fortschreitenden Aufbaus erreicht werden kann. An dieser Gewalt wird das deutsche Volk zugrunde gehen.

Wer sein Volk lieb hat, kann der Sozial­demokratie keine Stimme geben.

Der Sozialdemokratie ganz nahe steht die Demokratische Pattei.

Sie will auf bürgerlichem Boden stehen und hat doch wie ihre Führer und Zeitungen sich rühmen die sozialistische Revolution gefördert, mitgemacht und begrüßt. Sie bat heute noch Sitz und Stimme in den Arbeiter- und Sol- datenrälen.

Sie will eine bürgerliche Pattei sttn: und doch erklären ihre maßgebenden Männer, daß sie sich bis zur Ununter-

Spitze der Landeskirche. Das ganze öffentliche Leben-, die Er­ziehung der Kinder, der Geist unserer Volksschulen war und ist noch heute durchtränkt vom Geiste religiöser Erziehung.

Der alte Staat ist zusammengebrochen. An der Spitze des Staates steht

die Sozialdemokratie.

Die Sozialdemokratie arbeitet mit allen Kräften, um die Macht im Staate in der Hand zu behalten.

Sozialdemokratische Macht im Staate bedeutet aber Kirchen- feindlichk»it des Staates.

Bleibt der neue Staat unter der Macht der Sozialdemokratie, so besteht für die Kirche die Gefahr der Erdrückung. Von diesem Staate soll die Kirche nicht in finanzieller Abhängigkeit sein.

Die Deutsche Volkspartei

fordert deshalb:

Vermög, nsrechtliche Sicherstellung der Kirche! Sie mutz das Recht der Besteuerung ihrer Glieder erhalten.

Religion in der Schule!

> Religiöse Erziehung unserer Kinder wollen wir mit allen Kräften vor jedem störenden Angriff bewahren. Deshalb mutz unseren Kindern der staatliche Religionsunterricht unter allen Umständen gesichert bleiben. Wir fordern deshalb:

Erhaltung des staatlichen Religionsunterrichtes

in allen Schulen auf Kosten des Staates.

Der einzelne Mensch mag es mit seinem religiösen Bekenntnis halten, wie er will; auf ihn soll kein Zwang aus geübt werden. Wir verlangen aber, datz unserem Volke die religiöse Grundlage des öffentlichen Lebens erhalten bleibt.

Ein Volk ohne Religion mutz verkümmern.

Ein Rind ohne religiöse Erziehung muh verwahrlosen.

Der Geist der Ordnung, der Treue, der Sittlichkeit war unserem Volke nie nötiger als heute, deshalb fordern wir und kämpfen mit allen Kräften

11 für eine starke, finanziell gefichette Volkskirche, 11 I i für die religiöse Erziehung der Jugend, 11 11 für den staatl. Religionsunterricht in der 5chule 11

Der Staat ist verpflichtet, selbst in seinen Schulen durch seine Lehrer ohne Gewissenszwang den Religionsunterricht zu erteilen. Die sozialdemokrati che Partei will Staat und Kirche völlig voneinander trennen! Ihr ist Religion Privatsache.

Uns ist Religion Staatssache!

Die Demokratische Partei

will nach ihrem Programm die Rechte und die Würde der Kirche schonend behandeln. - Wer ist die Demokratische Pattei? Sie ist hervorgegangen aus der früheren fortschrittlichen Dolkspattei unter Zuzug der links vom Freisinn zwischen Sozialdemokratie und Linksliberalen stehenden demokratischen Elemente (Pro- feffor Max Weber, Alfred Weber, von Verlach, Theodor Wolff, Heutz, Quidde usw.). - Ihre Hauptzeitungen sind: der Verlag Mosse, Berlin (Berliner Tageblatt), Verlage Ullstein, Berlin (Dotzsche Zeitung, Berliner Morgenpost, Welt am Montag), Frankfutter Zeitung. - Alle diese Männer und alle diese Zeitungen wollen schon seit vielen Jahren und find heute noch gegen den staatlichen Religionsunterricht.

Wähler, latzt Euch nicht irre führen!

Warum steht im demokratischen Programm (der Demokratischen Partei) nichts über Religionsunter. richt? Nur die Partei Kann Euer Dettrauen haben, die im schärfsten Kampfe gegen die Sozialdemokratie die Rechte der Kirche und der Religion vetteidigt!

Die klare, unmißverständliche Forderung des ftaattichen Relrgionsunterttchts finden Sie nur im Programm der

Deutschen (ftüher nationalliberalen) Volkpattei.

Männer und Frauen! Wollt Ihr Eure Kirche und damit Euer Volk schützen? Väter und Mütter! Wollt Ihr die religiöse Erziehung Eurer Kinder durch den Staat? Dann wählt die Liste der Deutschen öolfspartel

scheidbarkeit der Sozialdemokratie nähern (Professor Weber), daß kein Platz bei der Partei sei für den, der die Sozialdemokratie bekämpft (Ministerialdirektor Henrich).

Sie will das Bürgertum sammeln: und hat doch das Bürgertum gesprengt, hat es abgelehnt, auch nur ihre Vorschlags­listen mit denen der andern bürgerlichen Parteien zu verbinden, damit eine sozia­listische Mehrheit vermieden wird.

Jetzt haben

Deutsche volkpattei, Zentrum und hessische volkpattei

ihre Liften verbunden, nicht ver­einigt!

Vor bürgerlichen Wählern bekämpfen bürgerlich gerichtete Redner der Demo­kratie die Sozialisierung, vor sozialistisch angehauchtem Publikum erklärt der radi­kale Demokrat, er unterscheide sich vom Sozialdemokraten nur im Tempo der Sozialisierung.

Freundliche Worte des Entgegenkommens für Kirche und Religion fand die Demokratische Partei, als sie merkte, wie tief das Christentum in dieser furchtbaren Zeit im Volke wurzelt. Will sie bestreiten, daß ihre hervorragendsten Führer und Blätter von jeher dem Christentum ver­ständnislos gegenüberstanden?

Sie nennt die bürgerlichen Parteien Reaktionäre rmd denkt nicht daran, daß sie selbst der Reaktionär der Sozial­demokratie ist, welche chr Liebeswerben schlecht vergilt.

Sie ruft ins Land: Der Sieg Oer bürgerlichen Parteien bedeutet Bürgerkrieg.

Welche Verwirrung der vegriffe!

Sollen die Anhänger öer bürger­lichen Parteien vielleicht garnicht wählen? 3ft die Drohung mit dem Bürgerkrieg Demokratie? wozu die Wahlen, wozu National-Versamm- lung, wenn Gewalt siegen soll?

Fürchtet Euch nicht, Deutsche Mäouer und Frauen!

Fort mit sozialistischen Demokraten und demokratischen Sozialisten!

Tretet mutig ein für die Partei, deren Ziele sind:

Einheit des Reichs, deutsches Denken und Handeln, Schutz der heimischen Land­wirtschaft, der heimischen Industrie, dem Kleingewerbe, dem Kleinhandel, Erhal­tung und Stärkung eines lebensvollen Christentums im Volke, Abwehr sozia­listischer Klassenherrschaft.

Deutfcheüolkspartei z Kirdje und | a Staat «

W Im alten Staat war die Kirche aufs engste verbunden mit KA dem Staatswesen. Der Landesherr war zugleich die oberste

Deutsche Arbeiter, Deutsche Bauer«, Deutsche Bürger!

Gebt am 19. Januar unverändert den Stimmzettel der Deutschen volkpattei in Hessen (früher Nationalliberalen Partei) ab, welcher die Namen trägt: