Ausgabe 
15.10.1919
 
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imb SchanklvirLschaftsbetrieb im Hause Frank- ha ter Straße 62 wird an das Wal wiesen. Bei dem Gesuch des Phil

Krenzien drangt aus sofortige RfeflXÄfl, da bit Preise rüdtoirtenb

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bängtg sa. Stadtv. JUing (D. L) slÄreßt srch ebenfalls den «usiührnngeu des Stadtv. Lrel an und beantragt Rückverweisung der Auge-

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Veranstaltung von Singspielen wird tont Berg. Klingspvhr und Stadtv. Michel (Fr. Bg.) bedauert, daß man keine gesetzliche Handhabung be­sitze, um dieses Unternehmen zu verbieten, ©me längere Debatte entfpinnt sich bei dem Gesuch des W. Hebstreit. Die Stabte. Kling (D. v.) und Otter (Unabh.) sprechen für Genehmigung des Gesuchs, die Stadtv. Fourier (Unabh.), Manu (Soz.), llrstadt

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Erhöhung der Gas-, -olS- und Strompreise.

Beigoordv. Kre n -i^n: Durch die erhöhten Kvhtenpreise, Frachtsätze, Fuhrlöhnc, verm.'hrten TeuerungSMlageu für die Arbeiter und bi.* ver­teuerten Set rtebdmate da» i n ist eine Erhöhung der S^rSpveise nicht zu urngehrn. T« Mehraus­gaben, die nur durch eine Erhöhung der Preise gedeckt werden können, betragen 235 000 M L

Es wird einstimmig beschlossen, den GaSpreiS allfemern um 7,9 P f. pro Lubikweter M er­höhen. Im einzelner werden di: Preise für Licht-, llloch- und HeizgaL tun 37 auf 45 Pf., für Ge- rwtbegad ixat 33 auf 41, für Münzgas von 37 auf 45 W für das Gos der Strabcnbeleuch- ünv von 27 auf 35 Pf., und das Gas für die Eiienbcchn von 33 auf 41 Pf. erhöht. Tie $räw für GrobkotS werden von 5,90 auf 6,70 Mk. Pvd Zentner, für Nußkots von 6,30 auf 7,00, für Perlk^ks von 2,2u auf 2,60 und für Ko 8- grus bcu 1,80 auf 2,20 Mf. heroufgesetzt. Der Preis der elektrischen Kraft wird für Be- leuchtungSstrom von 9o auf 125 Pf., für Kraft- strvrn von 45 auf 60 und für den Strom der Straßenbahn von 30 auf 35 Ps. erhöht.

Ter Statoaödmettnne Sammlung bog ein: Gegenüberstellung der GaSpreis-der u mliegenden Städte vor. Danach wird in Wetzlar 30 Pf., m Lad-Nauheim 45, in Fried­berg 50, in Marburg 38, Frankfurt 51, Mainz 36, WiLbbodar 35, Tarmstvdt 34. ad-Ienhurg 41, Ber­lin 47 und in Gießen 45 M. für den Kubikmeter Gas bepachlt.

Z» der trarangegangenen Aussprache verlangt Sdodv. Kiel (Unabh) eine Staffelung der Preise nach d« m Einkorn men, axnu auch an 6cm Grundjatze 'eüMhalten sei, daß sich die. städtischen Werke selbst erhalten müßtm. Tie Beifergestettten nm&ten etwa 60 Pf. für den Ku- Hhnetrr bejahten, während für bie minderbemittelte Bevölkerung etwa die jetzigen Sätze beizubehaltnr seien.

Bcigeort«. Lr^nzsten teilt mit, daß dies: Staffelung in der Betnedsdeputetton bereits er­wogen worden (et, bie aber wegen der Kürze ter Zeit noch keine Boelage ausarbeiten konnte. Die Berhanddmgen goto en aber weiter und würden wohl in allernächster Zell zum Abschluß kommen.

Stabte. Frau Btermauu (Dem.) schließt sich den Ausführungen des Stabt». Kiel an. Stabt». Frau Naumann (D. D.) verlangt der Preise erst Anhörung der Preis- Berg. Kreuzien erklärt, daß Pmfe von Ga^werlösrreüvr Stediug festgesetzt seren, der af3 »ertranatimann des LerchSkhlen-

ren - (So;.) bittet, die GaSuechmmgen allmonat­lich emzu-iehen und nicht mehrere Monate yi» fauuuamHunien -u lass«. Gaswerksdirckor Stediug sagt zu. daß von jetzt ab tue Sin- lafitaimg der Beuöge regelmäßig jeden Monat erwlgt. Bisher handelte eS sich nur nm die Em- rathma der durch den Krieg gadxiffdtot Ber-

Mehlmischung 1,11 Tttu, als Hersteitargskoslen sind von der Preisprüfungssteüe 0,29 Mk. gebilligt = 1,40 Mk, wozu noch ein Verdienst des Bäckers von 0,10 Mk. huisuiommt, so daß sich ein Verkaufspreis von 1,50 9Jtiu ergibt

ürankenbrot verteuert sich von 0,40 Mk das Pfund auf 0ch3 Mk. das Pfund --- 2,12 Mark, denn beim Weizenonszugmehl ist der Doppelzentner um 31 Mk. gestiegen

Lei der neuen Ausmahlung des Getreides mit 80 bis 82 Prozent wird vermutlich bereits in 14 Tagen ein weiteres Steigen des Brotpreifes etnlrclcn, voraussichtlich nochmals um 15 bis 21Wpf.

Das Lufhören des Beichszu'chusses ist aufjer- ordentlich beklagenswert, wild aber erklärlich durch folgendes kleine Beispiel: Reich, Staat und Gemeinde haben gemeinsam Zuschüsse zu den sogenannten ver- billigten ßebensnütteln zu leisten. Du l1;, «Pfund amerikanisches Weizenmehl, die erstmalig aus den

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oaT&m SH ^"o riTeYfer wnt Tetäffem'Einfnerr. schein Serjufltems oargetragenen Hündelschen Liedecn (»Satz mich mit Tränen mein ßos beklagen* und ,36) weiß, daß mein Erlöser lebt") - Vegissenr Solek vom Stadtcheater trag ansgewShlte Stücke aus Wer. Ken Naumanns vor und überraschte besonders ix der Slpenprebigt und eit ,3m Eisenwerk* durch fein, finnige emräbiusg und eindruLsvollen *Bartrag. - Den Mittelpunkt der Feier bildete die Gedächtnisrede des Professors Dousset. 5h eindringlicher Darstellung ließ der vertrante Slaumannfreunb ein Süd der Henn- gegangenen Führer» errtftrhen von öee Tagen an, in denen 'Jtaumtnm anfangs der 90er Fahre unter Abwendung von Stecher neue Wege Judite und sein Ringen begann um die Seele des Arbeiters und um das Verständnis für Arbeiterfragen und Arbeit erlös. Noch einmal sindKaisertum und Demokratie* von seiner Gemeinde einst so hoffnungsvoll begrüßt, vor den An- wesenden auf gestiegen, aber auch die Tragik seines Ledens, dag dieser sein Lieblingsgedauke nicht zur Reife kommen sollte. Heber Gründung und Auflösung der National-sozialen Partei bis zur Tagung, die Naumann zum Führer der heutigen Demokraten er­kor, führte der Weg den außerordentlich« Mann durch schwere LnttLuschungeu, und doch immer ge» tragen von dem großen Gedanken einer Polstch des Glaubens und der Pflicht. Redner und Künstler, Po­litiker und Patriot, hat er mehr als irgend ein an­derer unserem politischen Leben die Sparen seiner starken Persönlichkeit amf ged rückt.

KreiS vüdmgeu.

= Bübingen, 14. OkL Der Funkern- h of bei Großen darf wurde Samstag abend mit der gesamten Ernte durch eine Feuersbrunst einge» chcheri. Nur das Wohnhaus konnte erhalten werden. Altem Anschein nach liegt Bfranbftiftung vor.

MSffMMtgr drc TVa^Lmg tCnne intfr- ent geführt Serben. Stadtv. Stimmer (Fr. Berg.) -fragt an, ob e§ nicht m aiich wäre, bc? gegtattfrenge mnilänblicbc Verfahren bei der 6üi- Sidfimfl des Gaög<ldes zu vereinfachen. Stadto. Wourier (Unabh.) bewttragt Äusfttznng der Be­schlußfassung. Der SZauzgetung der Sul-iehiwg dec <Sasieckmungrn, wonach die Ableser der Zähler so­fort den Betrag eöckmieren, stehe er äugerg fkeö- üsch gegenüber Beig. rtren-ien wider,oricht dem Xwrrdeerr. Da am 1. fZorx.mbcr tzneccrur eine Steigerung der Kohlenpreise eintrete, müsse eine Neuvegelung des ÄaspveiseS sowieso ein- treten. Die Staffelung könne auch nachträglich not» m Äzaft treten; den Minderhemittelten tonn­ten die entsprechenden Betrüge ja zurück vergütet werden. Sradtv. Diener 3x>». stellt len, bau bie Deputation auf dem Standpunkt stehe.

auf die he a, festtzusetzendcn i»»Lsmwi>e feine Xudöergütilnecn statt,uckrn sollen. Die XJtaiTchntg toerbe erst am 1. '"torcntixr mit den nacn Preise« in Kraft treten. Stadtv. Beck- mann (Unabh.) beantragt ZurückVerwerfung der Slngelcgcnhett an öe -Öetnti^>u»uoi»n Stadtv. Lraus müller (D. Bp' ist für bu Äimobme der Lorlagc. Er tritt gleichjallr für Staffelung der Gaspreise ein, besonders detzhald weil sich dann hcransstcllen würde, daß viele Liu- nwhner, besonders unter den He stbesol- beten, btt man zu den Besser- i-Ilten zähle, in Wirtlichkeit miebcrlx-miticlt seien 2 Beig. Rosenberg aflärt, daß von eün-c Staffelung erst dann Dir Rede sein könne, wenn man wisse, was und das Las eigentlich koste; die» sei jetzt noch nicht der Fall. Stadtv. ikliu, (D-'N.) beantragt, bei einer Sr böhnn g des FahrpreiscöaufderStraßcnbahn bat1 MmdnLenniteLten durch Einführung von er­mäßigten Abonnemeritskarten em»

»ien, der sich im aZesenllichen auf den gmann­ten Artikel bezog, verspricht sich nicht aU^uDil von den AusnuHtingAmög.ichknten der beceits seil mehr als 40 Fahren i-illiegenden Grube: bei dem fo auvewrdentlich einfcht»eibcrck>en Ä.»frLiimangc! müsse aber «all» jedem Stroichalm gegriffen ro^bät, der sich dem Ertrinkenden biete. Wenn Ingenieur Fertsch glaube, im Tagbau schon in etwa vier kis iechS SBodiai L^.en fördern körrnen, f- mülle Lies als zu optnnistisch iefen wer-

km. T-ieM itteldeut, che red it bank hab: ine Sme auf brci du- vier Monate hxiblnbEn? an gellten, nachdem sie ihre ursprünglich, Forderung von 4000Ö Mk. erst vor kurzem rui 80 000 und dann auf 100000 Mk. hinau'- geickraubt habe. Tas Ko-niortium roik mir C-rnr. an bie Ausbeutung der Grube heranttetm, wen- sich die Lank für mindestens 6 Dtonate au den Betrag von 100 000 Mk. gebunden erachte. Tie nbngcn Bohrungen würden 50 000 Mk. erfordern. Die gesamte, vorerst benötigte Summ: beLiufe idi also auf 150000 SKt Ter Fmantzaasschuü, der bie Angelegenheit gzwüft habe, empfehle, etn Fünftel dieres Betrages, alp) 30 000 ML, für Gießen $u Lbernehmen.

StaLtv. Höhn (Dem.) erklärt, daß die früher in dieser Grube geförderte Braunkohle von sehr guter Qualität gewesen sei. Er bemerkt weiter, daß die Stadt nur noch für einen Tag Lolz zum Schneiden vorrätig habe, so daß der städtische )olzverkauf gänzlich erngestellt wer­ben müsse, wenn nicht sofort weiteres Holz ange­fahren werde. Stadtv. Courier (Unabb.) wandte sich scharf gegen die Mitteldeutsche Kreditbank, der er unerhörteste Aus­nutzung einer Notlage der Allgemein­heit oorwars. Sie habe rnr sämllichc .'hift an- änglich nur 10 000 Mk. verlangt. Zm Qi i u n buch 1 eien die Werke nur mit 140 bis 150 Mk. bewertet. Der Neduer glaubt nicht, daß mau bereits in diesem Winter mit Lohlat aus dieser Grube wird rechnen können. Es müsse deshalb unbedingt für Beschaffung von L»olz ge- orgt werden. Stadtv. Lrausmüller (Xj 8p.) betrachtet die AuSnutzongLmöglichkeiten die- er Stube ebenfalls sehr slepttsch. Er teilt weiter iua, daß sich die Staot bereite bemüht habe, im Westerwald Lvhlcngr»ben auzulanien. Die- er San fei aber von der Sozial'.sierung durch- teuit worden. Da der Westerwälder Bezirk zu Köln komme, könne man ohne dessen Zustim­mung Nichte unternehmen. Tie Verwendung de- Holzes müsse immer etn Notbehelf bleuen. Ter Redner verlangt weiter gdbdHimrn und umfas­enden Ausbau der Kohlen st eile, da mau mindestens für 10 bte 12 Jahve mtt einer Brenn- tosftwt rechnen müsse. Stadtv. Ebel (Dem. bedauert bte ungerechtfertigte Preis' treibere4 der Mitteldeutschen Le ditbanr außerordentllch. Lr bittet weiter nm Änskmnt über die voronSsichttich zu erwartende Ausbeute oer Grube. Die Stadt solle sich nur dann an dem Unternehmen beteiligen, wenn ein Erfolg verbürgt fei. Bäg Streniien er­klärt, daß matt über die Lwhe der Ausbeute noch kerne bestimmten Angaben machen könne. Das

lichen Tartegungen bte OberingenieurS Fertsch imb einer re^si Aus,prach«: wurde ein Lonssr - 11 u m gebildet, dem n^ben dem Greife die Städte Gießen, Grünberg, Lich, jun­gen und Münster an gehören T« Kuxe bu-

7 s'en-Brück'rhammer, die hauptsächlich in errate fc>mmt, befinoen sich sämt­lich im Besitz der Mitteldeutschen Kreditbank, di he für 100000 Mark anbictc. Heigcordn. Kren-

len und weiter, warum d«e Bedingungen nicht ver­öffentlicht woroen feien; man tonne nicht jeber- mann ^rnmrtcn, aufs EleLritzilätswerk M laufac1 Bei« Lren-ien sagt sofortige Beröfseta- ltchuna der Bedingungen zu. Was bie Fahr­preise auf bet Straßenbahn anlcngt, so werde man wohl mit einer alsbaldigen Er­höhung auf mindestens 2U Pfennig rechnen Mützen, Stadtv. KrauSmüllei CD. Bp.) beantragt, bei Erhöhung der Fahrpreise die jetzt eingeführten MonatÄarlen unberührt tt lassen, da sie schon an sich sehr hoch seien.

Die Lohlennol.

Die ans dem kurzen Artikel in Nr. 236 Ca­ere? Blatte- vom lurigen Freitag ersichtlich ist, fand am TormerStag in M>ün ster bei Lich tau Baiprechung über bu* Er schl ie ßu n g S m ö g- lichkeiten der in dortiger Gegend v^rhandmen öraunkvhlenfelder statt. Nach auSführ-

Sus Statt üit6 Land.

Gießen, den 15. Dft. 1919.

Ein Zwischenfall auf dem Gießener Bahnhof.

Lin höchst umrqchchlicher, fir (Biegen vielleicht folgenichwerer Zwischenfall, ereignete fich cm Mon- tag abenb auf dem hiesigen Bahnhof. Dom Bahn- hofrkommandanteu, Major Rückward, erhal­ten wir folgende Darstellung:

Der amerikanische Segleitaffijier eines PolenzugeL. ber etwas Aufenthalt hatte, promenierte mit feinem Schoßhündchen auf dem Bahnsteig. Das Tier sprang, mit ber Amerikaner später angab, spie­lend an den Beinen des gerade am Zuge beschäftigten Lise.ibahnlchlossers Luh in die Höhe. Mit einem Fuß­tritt verwahrte sich der Eisenbahner gegen diese Lie­benswürdigkeit Don seinem Herrn deswegen zur Netz« gestellt, antwortete Luh mit erneuten Fuß- tritten. Dem Amerikaner riß die Geduld, er -ahlte die Roheit mit einer Ohrfeige heim. Der Geschlagene wurde nun wild und drang mit wüstem Beschimpf auf den Offizier ein. Andere auf dem Bahnsteig stehende Eisenbahnarbeiter, meist 3ugendliche, kamen hinzu. Es enftanb ein großer Huf lauf. Nufe wurden laut wie .Ein Amerikaner! Schlagt ihn toi! Werft ihn unter die Rader.' u. a. m." Der Offizier suchte sich in ein Bremser- Häuschen zu flüchten, wurde aber von neuem auf den Bahnsteig geschleppt und regelrecht verprügelt. (EinBeamter oer Dahr.hosskommandantur - die Dahnhofswache selbst ist seit einiger Jett aufgehoben - fuhr mit dem Karabiner zwischen bie Menge. Nur mit Mühe gelang es ihm,

öen Amerikaner auf die Lahnhofskommandantur oorltiu-; in Sicherheit zu bringen. Der Eisenbahn- schlosser lolgte auch hierhin. Der Wachhabende, der zufällig allein den Dienst versah, konnte nur durch Droh, ungen mit dem Karabiner die wütende Menge, die ebenfalls in die Kommandantur einbringen wollte, zurillkhalten. Auch einer Anzahl amerikanischer Sol­daten, darunter ein Zweiter Offizier, wurde der Ein­tritt verwehrt. Luh konnte sich auch hier noch nicht be­ruh iaer, Er behauptete, den Hund nur mit dem Fuße deisefte geschoben zu haben und verlangte für die Ohrfeige sofort 100 Mark, sonst würbe ber Amerikaner das Zimmer nicht lebend verlassen. Dabei drang er mit einem schweren Hammer auf den Amerikaner e ijt und versuchte ihn niederzuschlagen. Ein Schutzmann, ber inzwischen hinzugekommen war, fiel ihm in den Arm. Der Amerikaner, 1. Leutnant namens Herold Aldro gab den Tatbestand zu Protokoll. Er konnte bann nur schwer auf den eben abfahren, den Zug gebracht werben.

Der Bahnhofskommandant erklärte weiter, daß er ein Protokoll des Dorfalles sofort au bie ßinienkommanbantur weitergegebcu und bas hiesige Polizeiamt sowie den Bahnhofsvorsteher gebeten habe, so,ort gegen die Beteiligten oorzugehen.

Soweit bte Darstellung des Bahrchofskommsi- banten. Es ist selbstverständlich zum mindesten sehr unvorsichtig, als Offizier einer bis vor kurzem noch feindlichen Macht auf deutschem Boden Ohr­feigen auszuteilcn. Anderseits ist es auch höchst bedauerlich, baß deutsche Arbeiter solche Ent­gleisungen sofort mit brutaler Gewalt heimzuzahten suchen. Der Eisenbahnschlosser hätte, wenn er zu Itti» recht geschlagen wurde, auch auf anderem Wege Ge­nugtuung erhalten können.

Don einem Augenzeugen, der uns die Darstel­lung des Dahnhosskommandanten in allen Einzel­heiten bestätigt, wirb zu dem Dorfall noch bemerkt: »Es ist rem menschlich verständlich, daß ber Ar­beiter für seine Roheft eine Strafe erhielt, nur hätte ber Offizier nicht außer Acht lassen dürfen, dast er sich nicht unter seinen Landsleuten befand. Dag er nicht die Absicht hatte, zu provozieren, besagt eine Aenßerung, bie er, wie ich erfahre, auf der $ai)n» hosskornmandantur machte:(Er hätte den Arbeiter nicht geschlagen, weil er etwa ein Deutscher, sondern weil ihm bas Wimmeiyi des Hündchens zu Herzen gegangen sei.*

Aus der weiteren Darstellung der Augenzeugen entnehmen wir, daß bie aufgebrachte Menge ben Ojfizier über den Bahnsteig zerrte, und sodann regel, recht inft verschiedenen Gegenständen (Hammer, Stöcken usw.) und Fäusten oerprüge.ten. Die Ausdrücke, die dabei fielen, ließen bas Schlimmste für ihn befürchten. (Em junger 'Beamter ber Bahnhofs-liommondäntur beugte dem vor, indem er dem stark bedrängten wehrlosen Mann mit ber Waffe in ber Hand nach ber tiommanbantur verhalf. Ls kann nicht genügend gegeißelt werben, baß bas Publikum ohne Kenntnis, worum es sich handelte, einen wehrlosen Mann zu mißhandeln suchte.

Tie Erhöhung veS Vrot- und Mehrpreises.

Wie wir bereits gestern kurz berichtet haben, tritt von morgen ab eine Erhöhung bes Mehl- u;ib Brotpreifes in Kraft, die für jeden Haushalt als ein­schneidende Verteuerung empfunden werben wirb.

Die Erhöhung bes Brotpreifes hat ihren Ur­sprung in der Erhöhung der Mehlpreise für den Er­zeuger, die am 16. August bereits in Kraft traten, aber durch einen Reichszuschuß ausgeglichen wurden. Dieser Reichszuschuß fällt ab 16. Oktober fort unb die Verteuerung muß demgemäß auf den Verbraucher direkt abaewälzt werden.

Die Mehlpreise sind ab 16. August für Roggen- mehl von 46 auf 69 Mk., für Weizendrotmehl von 4b',d0 auf 74,50 Mk., für Weizenmehl 0 von 71 auf 102 Mk. pro Doppelzentner gestiegen

Der eigentliche Erzeugerpreis ist bei Roggen um 10 Mk., bei Weizen um 13 Mk. erhöht worben. Es kommen aber hierzu 15 Mk. Lteferungszufchlag bei Ablieferung bis 15. Oktober oder 7,50 Bik. bei spä­terer Ablieferung.

Die Spesen ber Srotbereitung ie ben Bäckereien sind nicht zuletzt durch die Lohnbewegung ber Bäcker­gesellen wesentlich erhöht worben. Diese erhalten bei freier Station 57 Mark unb fordern einen weiteren Zuschlag von 40 Prozent.

Zur Herstellung eines Bierpfundlaibos Brot sind

' Köpf ber Deöolllerung Th VTiegev zu 1,17 Mll. aus- gegeben wurden, waren im bes. Gebiet zu 2,50 M.d.Pfd. aufgekaust. Reich, Staat unb Kommune leisteten aber allein für Gießen bei bieser einen Ausgabe einen Zu- schuß von etwa 70000 Mk. Bei jeder Spedtoerteänng belänft sich dieser Zuschuß für Gießen auf rund 130000 MK.

Theodor H«»h«ch T.

Ztt der auf Dienstag verschied in­folge eines Schlaganfalls der frühere lang» Mrige Stadtverordnete Theodor Haudach. Lange Jahve ,vou 1895 bis 1911, bat er in der städtischen Verwaltung eine einflußreiche Stellung gehabt und nnl größerem Eifer als irgend ein anderer an den öffentlichen Angelegenheiten teilgenommen. Dazu be­fähigte ihn ein durchdringender Verstand, der sich auf Den verschiedensten Gebieten zu einem selbständigen Urteil durchtanz. Haubach war [ein Mann der Kompromisse; mit scharfer Entschiedenheit wählte er feinen Standpunti, um ihn unbeirrbar und unbeeinflußt von Gunst oder Ungunst anderer zur Geltung zu bringen. WaS er sagte und tat, hatte Hand und Fuß, und seine Log-ik war zwin­gend, besonders da, wo man sich nicht durch Unterschiede der Weltauffassung von ihm ge­trennt fühlte. Zn Fragen der Religion und der Kunst z.B. ging er seinen eigenen Weg- da fehlte seinem nüchtern prüfenden, nicht in die letzte Tiefe des Smpfindens reichenden Wesen ein gut Teil Glaube und Phantasie. Ein eifriger Kämpfer für Fortschritt und allgemeinen Nutzen, hat er sich große Ver­dienste um unsere Stadl erworben, die vor­wiegend seiner unermüdlichen Tätigkeit den Neubau des Stad tthe aters, das Volksbad, die Volkslefehalle, ver­dankt. Diese Werke sichern ihm ein immer­währendes, ehrendes Gedenken.

Theodor Haudach wurde am 27. Dezente ber 1849 in Gießen geboren, wo er das Gynte nasium bis zur Erlangung der Einjährigen- Berechtigung besuchte und in die-maschr- nenhandlung seines Vaters eintrat, die er nach dessen Tode auf eigene Rechnung über­nahm. Politisch schlug ej: sich schon in jungen Jahren zur deutsch-freisinnigen Partei, zu deren Gießener Führern er gehörte. Gesell­schaftlich war er früher als ausgezeichneter, in Gießen und in Frankfurt ausgebildeter Bari­tonsänger beliebt. Er war Mitglied des aka­demischen Gesangvereins, des Kronbauerschen Quartettvereins und des Sängerkr^nzes. Sein konsequentes Lenken führte ihn zur Freireligiösen Gemeinde. In der Loge harte er seit 14. 1. 1910 einen Platz. Ura volle Be­schäftigung zu finden, war er Vertreter ver­schiedener Versicherungsgesellschaften gewor­den. Am Samstag vor drei Wochen warf ihn ein schwerer Schlaganfull aufs Krankenlager. Letzten Samstag wiederholte sich dieser An- all, worauf er in völlige Apathie geriet und in diesem Zustand verschied. Neben seinen Freunden und Anhängern trauern besonders um ihn seine Gattin, ferner zum Arüder und eine Schwester.

* Äartoffeloerforgung. Dorn ßebeits- mittelamt erfahren wir abermals bie betrübliche Tat- ache, baß Kartoffeln weder cingelaufen, noch unter- megs sind.

** Aus dem Stadttheater- Bureau. Am nächsten Samstag wiro im Abonnement Ludwig Thoma's Moral gege- )en. Am Sonntag nachmittag findet eine Auf­führung von Schönherr's Weibsteufel tatt, Sonntag abend eine solche von L*Arron- ges Doktor Klaus. Der Montag bringt eine Wiederholung von Egmont mit der Musik von Beethoven im Abonnement. Diese Zusammenstellung des Spielplans ist geschaf- cn wordezr, um einigen neuen Mitgliedern Gelegenheit zu geben, fich in paffenden Rollen Domiftellen. Als nächster Klafttker ist Wil­helm Teil vorgesehen.

**2luf eine 40jährige Dienstzeit, da­von 15 Fahre in Gießen, konnte gestern Geh. Forst. rat Köhler zurückblicken.

* Volkshochschule Gießen. Die Vorträge unb Arbeitsgemeinschaften bes 1. Semesters erfreuen ich burchweg eines guten Besuchs, viele sind bereits tberfülik Täglich kommen neue Anmeldungen hinzu, o baß sich bie endgültige Teilnehmerzahl noch nicht e st stellen läßt. Die ArbeitsgemeinschaftEinfüh­rung in bie bilbenbe Kunst* wirb doppelt ab­getanen, einmal Dienstags von 8-10 Uhr, bas zweite Mal Mittwochs von 8-10 Uhr, nicht Donnerstags, wie zuerst festgesetzt war. An beiden Abenden wird derselbe Stoff bearbeitet

* Das Schulkompromiß. Morgen abend 8V< Uhr spricht auf Einladung des Gießener Lehrervercins, wie der Bevern schreibt, im Lotet Einhorn der Präsident des Landesantts für oa- Bildmtgswesen. Pros. Dr. Strecker, überTas Schulfompromiß und die Zukunft ber Hessnchen Schule". Der Äegenstcmd darf ün Lsiublttt auf die Hv mpromi ßverhauvlungen in der Nationalver- fammlung im letzten Juni und auf die im kom­menden hinter zu erwartenden Seratungat über ba8 Reichsschulsesetz besondere Beachtung bean- fprudjen. In dem Redner des Abends, der bei ben Iuni-Lerhandlangen in Weimar selbst eine entscheidende Rolle geipiett hat, hm der Lehre» Dcain einen hervorragenden Staute: des Gegsr- itandes gewannen. Alle lrinwohner unserer Stadt, baten bte Zukunft unserer Schule am erzen

, -_ro$r ;u ber Frage: für »der wider die <5inheit4fchule Stellung nehmen will. besonders a^x< die fich über die EnrwicklunsS-

mosnuycitni der Schule ihrer Kinder unter­richten wollen, feien auf ben Nbenb aufmerksam gemach!.

**.5)ie ätbeiisgemeiHi cbait i>er lln gepellten Gießens und Umgebung veralte stallet morgen abenb 8,30 Uhr. im Gewerkschafts- Haus eine öffentliche Versammlung mit Der Tagesordnung. Der neue Tarifwer- trag vor feinem Abschluß

Naumannfeier. Zum Gedächtnis ihres kürzlich Heimgegangenen Führers Friedrich Nau- mann hatte bte Deutsche bemokrcttische Partei am 14. Oktober zu einer Feier tingelabei-, bie sehr gut besucht war und überaus stimmungsvoll verlaufen ist. Ginge leitet unb geschloffen würbe die Feier mit zwei

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Sitzung der Stadtverordneten. (Fortsetzung des Sitzungsberichts aus der gestrigen Nummer./

Schaukwirlschafrsgcsrkche.

Venehurigt werben das (besuch des Frickmch Arnold um Erlaubnis zum Ausschank von Minr- ralwaffer u. Kaffee in dem Mafferhäuschen am Bahn­übergang Eche Friedrichstr. u. Wetzlarer Weg, das Ge­such des PH. Hofmann ura Erlaubnis zur Deranstal. hmg von Sinafpielen im Hans Wetzsteinstr. 10 (Neue Well), das Gesuch des Hermann Geibel utm Gaste und Schantwirtschastsbetrieb ün Hanse Äindenplatz 1, bes Fritz Euler im Hanse Hamm- straßc 15, des Josef Schwab im Hause Sahn* hosstraße 76 des Wilhelm Fischer im vanse Bahn- Hofstraße 77 und des Karl Schneider im S>aufc West-Anlage 39 sowie ein fd>on früher behan­deltes Bestich Barth um Errichtung einer Laisee- wirtschaft im Sxmfe Lndwigstraße 40. Das Gestrch des Ernst Lebe streit um Erlaubnis yim Kaffee-

Ergebnis hänge im wesentlichen von den Boh­rungen ab. Wir dürften nichts unversucht lassen, tim Kohlen zu erhallen. Die Berhandlun gen mit dem Westerwald seien auch noch nicht ganz abgebrochen. Weiter bekämen wir Äpb lax von Wölfersheim und könnten vieUcn. rt auch lueldte von der Grude Hägertal bei Ze!! beziehen. Stadtv. 6iel (llnabb? finite: b?f aifjc , rlusführungen des Ingenieurs Fertsch viel zu op.

Stadtv Ebe l Dem. ift für sosvrrige Be-7*mistisch. - Würden sich seine Versprechungen b-

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