timmig angenommen:
Der Friedensvertrag, welchen unsere Feinde dem deutschen Volke auferlegt haben, bringt keinen
er
zuwirken.
fTie altem Völker haben Deutschland nur be-i siegen können, indem sie junge Völker, wie Italien I
int daß der
Xä\
Koma,
Mag zu Staub uns auch zerschmettern Jener Sklaven Legion, Unter morscher Särge Brettern Keimt die neue Blume schon!
Menu das letzte Schwert zerbrochen. Labt zu Grab uns freubtg gehn: Aber einst aus unfern Knochen Wird ein Rächer au ferste hn?
August Graf von Platen-Hallermünde
Arrr Hessen.
Landesversammlnng der Deutschen Demokratischen Partei.-
stlm Moraen war er wieder bei mir. Es regnete, I der alten gesättigten Nationen, die sich Ur den alles' war grau in grau, und Kaiser Wilhelm. Westmächten Eng'and und Frankvnch vnw^ern, der müd- -uss-h rote ein Wann, der d.e Lugen rttalMp
nicht geschlossen hatte, flüsterte mir zu:,,Das ist ein häßliches Vorzeichen, dies Wetter!" Später stieg er mit einem ganz niedergcl-eugten Aussehen in die Schaluppe, die ilm in Land führen sollte. Vor Kälte zitternd, stand er vom im Boote und rief mir noch aus Entfernung .zu: „Soll ich oder soll ich nicht?'' Ich winkte.ihm mit der Hand guten Mut zu, aber ich verges,e .nie den Blick von Mutlosigkeit und Kummer, womit der Kaiser sich fügte, was nicht zu Ver
des Rechts aufbaut, antworten wird.
Oberposlsekrerär Stephan betonte Schlußwort nochmals, wie notwendig es sei, das ganze Volk nunmehr geschlossen hinter Reichsregierung stehe.
Weitere Massenkundgebungen.
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Frieden, sondern er bedeutet eine Fortsetzung be5 Vernichtungskrieges. Tie an der Protestversamm- luug beteiligte Bevölkerung Gießens stellt sich geschlossen hinter die deutsche Volksregierung. und erwartet, daß dieselbe unseren Feinoen mit einem Fricdcnsvorschlag, welcher sich auf der Grundlage
und Japan in ihren Dienst zwangen. Aber der Gegensatz von jung imb alt int Völkerlebei! wird sich erst in der Zukunft anSwirken. Die jungen Völker stehen auf dem Boden des Sozialismus der für die neuen Wcltideen kämpft, für Völkerverbrüderung und Völkerversöhnung, für den Anteil aller an den Gütern des Lebens. Die alten Völker haften fest in den Forderungen des Liberalismus der die imperialistischen und kapitalistischen Strömungen vereinigt. Deshalb wird der Weltkrieg, mag er zunächst auch mit einer furchtbaren Niederlage der jungen Völker enden, ihnen doch bot Weg bahnen .zu ihren Rechten, und schließlich zu« Siege zu gelangen.
— Adolf H ildebr and überdie Zeichnungen eines Sechsjährigen. Adolf von Hildebrand, Der große Bildhauer, hat, wie int Cicerone mitgeteilt wird, eine soeben erschienen« Veröffentlichung der Erinnerung an, einen hoch begabten sechsjährigen Knaben gewidmet. Dos Wunderbare an bqt Zeichnungen dieses Kindes i!i nach dem gewiß kompetenten Urteil des Verfassers des „Problems der Form", „die hochentwickelte perspektivische Klarheit der Vorstellung und die deutliche architektonische Formerinnerimg" Da der Knabe lediglich nach dem inneren Bilde gestaltet hat, erhält die Beröffentlichung einen weit über den Einzelfall hinausreichenden Wert und wirb es ermöglichen, unsere allgemeine Erkenntnis der menschlichen Vorstellungstätigkeit überhaupt zu vertiefen.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 15. Mai 1919.
Eugen Netto f.
E. Am Morgen des 13. jMai ist ein bvctz- tzeschätzter früherer Lehrer unsrer Lanbesuniversität, der Mathematiker EngenNetto, durchs den Tod abberufen worden. Geboren am 30. Juni 1846 zu Halle a. S., studierte er in Berlin, wo er 1870 promovierte, wurde 1872 Lehrer an dem Friedrickft Werbersckien-Gpmnasium ebenda, 1879 ao. Professor der MatlMnatik an der Universität Straßburg, kam 1882 in derselben Eigenscliast an hie Universität Wrlin und erhielt 1888 das durch den Tod Baltzers erledigte Ordinariat für Mathc- !ntatif in Gießen. Hier hat er dann fast ein Vierteljahrhundert nrit großem Erfolge gewirkt, bis ihn jbn Herbste 1912 ein schweres nervöses Leiden zwang, in den Ruhestand zu treten. Als Schüler Kr o n eckers hat sich Netto lxiuptsächlich der Algebra gewidmet; seine zahlreichien, scharfsinnigen Abhandlungen beziehen sich fast nur auf dieses Gebiet. Stein Werk über die Substttutionentheorie und ihre Äiurpnbnng auf die Algebra (Leipzig 1882) -ift das erste in deutscher Sprack-e erschienene Lehrbuch, dasbie Lehre von den algebraischen Gleich-- jnngen auf Grund der von Gal vis geschaffenen
Scherer und Genossen richten an die Regie- trung eine dringliche Anfrage, in welcher darüber geklagt wird, daß sich in der letzten Zeit die ^-äHe mehren, in welchen von feiten freigewerkschaftlich organisierter Arbeiter in den Industrien an christlich Organisierte das Ersuchen zum lieber tritt binnen kurzer Frist unter Androhung der Brotlosmachung gestellt wird. Was gedenkt die Regierung zu tun, um den Arbeitern ihre Rechte auf Koalition und Arbeit sicherzustellen?— Die Abgg. Fenchel und Genossen haben das Ersuchen an die Regierung gerichtet, bei der Reichs- regierung wegen einer Verbesserung der Verhältnisse der Posthilfsstellen resp. Zustellung auf dem Lande, sowie Erhöhung o~" fGebührnisse für die Hilfsstellenvorsteher hin-
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Die Uommunalwahlen.
j. Grün berg, 15. Mai. Gestern abend hielt der Bürgerverein Grünberg in der Restauration „Taunus" eine gutbesuchte außerordentliche Hauptversammlung ab. Es wurden für die am 1 .Juni d. I. zu wählenden 12 Mitglieder des Gemeinderats folgende Personen in der angegebenen Reihenfolge zum Wahlvorschlage eingereickt: 1 Heinrich Schmidt II., Drahtslechterei, 2 Chrcswph Schweiß- gut, Kaufmann, 3. Realschuldirektor Angelberger. '4. Georg Möller, Küfer und Landwirt, 5. Friedrich Ritter, Rechner des Borschuß-Vereins, 6. Otto Gebauer, Hemdenmacher, 7. Heinrich Schmidt III., Fabrikant. 8. Heinrich Schmidt IV., Steinmetz- gehilse, 9. Postsekretar Keller, 10. Chnstoph Trinkaus IV., Schuhmacher und Landwirt, 11. Georg Fuldat, Bäcker und Landwirt, 12. Konrad Bock, Maurermeister; als Ersatzmänner: 1. Ang. Iöckel, Spediteur, 2. Karl Schäfer I., Landwirt, 3. Friedrich Jockel, Ulnnnacher. Die bisher noch vorhand-.nen 6 'Gemeinderatsmitglieder beenden sich sämtlich aus dieser Vorschlagsliste, zu welcher die vereinigten demokratischen und sozialdemokratt- sckftn politischen Wahlvereine auch 5 Namen hatten Vorschlägen lassen, die angenommen wurden Von der Ausstellung von Frauen wurde vorerst abgesehen. Es wurde von einem Mitgliede bemerkt, daß die Sitzungen des Gemeinderats ja öffentlich seien. Die Frauen hätten also Zutritt, „könnten dann zu Hause laden, und die Männer möchten Meßen".
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§ 35, Tie 1 mdsätzen der ibte bestimmt
? 36. Ml! ktiMbnechiigte, 5. Lebensjahr zu H nicht ruht. ' I [37. Tie? M Vorschrift itr « am Wählt, ’Mttn Wähl!
Bad-Nauheim, 14. Mai. (Wolff.) In der Trinkkur-Anlage fand hier l-cute nachmittag eine von sämttichcn politischen Parteien der Stadt veranstaltete Massenkundgebung gegen den Gewaltf rieben statt; nur die Unabhängigen hatten sich ausgeschlossen. Nach einer Ansprache von Prof. Schian (Gießen), der den Getvaltfrieden als das Todesurteil des wirtschaft- lickten und politischen Lebens Deutschlands kennzeichnete, wurde folgende Entschließung angenommen: „Viele Taufenpin Bad-Nauheim versammelt» Männer und Frauen des Kreises Friedberg (Hessen) fordern einen Rechts- und BerstLndi- gungS frieden au sder Grundalar der vierzehn Punkte WilsonS. Sie stellen sich einmütig fyintec die Regierung int Protest gegen die Vergewal- tigung und Vernichtung Deutschlands." Hm Anschluß an die Versammlung bildete sich an De- monstrationszug aus vielen taufenden von Manern, Frauen und Mildern. Am Sprudelhof, wo sich der Zug auflöste, wurde gemeinfam das Sieb: „Mein Saterland" gesungen. Tie gan« Veranstaltung hinterließ einen mächtigen, nachhaltigen Eiirdruck auf alle Tcilnelnner unb aus die Kurgäste, die schon zahlreich in Nauheim anwesend sind.
Darmstadt, 15. Mai. Die gestern hier abgehaltene Massenkundgebung gestaltete sich zu einem, Massenprotest aller Bolkskrcise. Um halb zwei unb um zwei Uhr läuteten alle Glocken. Arrs den Betrieben und Lokalen strömten die Schären durch bis Straßen nach dem Marünplatz. V> sprachen hier Dv. Strecker (für die demokratisckie Partei» sowie Miiristerialdirektor Neumann ihre Entrüstung über die tuns angesonnene Schmach aus. Eine ent- spreckftndo Entsckftießung fand durch einen hüt Hoch hebung beider Hände zum Himmel bekräftigter« Schwur Annahme. Mit Begeisterung mürbe „Deutschlland über alles" angesttmmt. — Auch der
wechsel, in dessen Verlaus er fein Paket aus die Erde warf und mit den Füßen daraus berumtram» beite. Ungefähr 50 Eier sahen die Zuschauer zertreten aus dem Boden liegen. Der Mann büßte also die Eier ein und hatte obendrein das zweifelhafte Vergnügen, daß er die Kosten für die Reinigung des Fußbodens tragen mußte.
Kreis Friedberg.
= Vilbel, 14. Mai. Hiesige ärmere Leute, die zusammen ein Los der preußischen Klassenlotterie spielten, gewannen bicfer Tage auf ihre Nummer 100 000 Mark.
Hessen-Nassau.
Fabrikbrand.
— TfranTfurta. M., 15. Mai. Ein Groß- f eu e r, wie es Frankfurt seit langem nicht gesehen, wütete Mittwoch abend im Bocken Heimer Industriegebiet. In der Glimmerwcwensabrik von Lands!- berg und Ollendorfs entstand gegen 10Vs Uhr ein Brand, der sich ttotz rascher Hilfe zweier ,Fener- tvacben in kurzer Zeit über (oie Dachstühle tum dreigroßen Fabrikgeb äuden ausbreitete. Erst als du Wache Münzgaffe noch eintraf (unb man nun mit 15 Schlau chlinien gewaltige Wassermasfml in das Flammenmeer schüttete,-ge- laug es des Feuers Herr zu werden. iEin großes Benzinlager konnte im letzten Augenblick gerettet werden. Der Sckickden, durch Brand und durch die Wassermasten verursacht, ist tebeutenb
* Marbur g. .14. Mai. Anläßlich seines heutigen 50jährigen Toktor-Jubiläums wurde Hernr ©tubimrat Tr. Braun in Hanau von der philosoplnsckxm Fakultät der hiesigen Uniöer» sität das Diplom erneuert.
X Marburg. 14. Mai Seit langer Zeit hatten ganz Glückliche aus dem heutigen Wochenmarkt Gelegenheit — Eier zu kaufen. Die Verkäuferin machte beim Erwerb zur Bedingung, daß zugleich ihr Vorrat Porree mit erworben werde. Sie bitte schnell ausverkauft.
tigkettsgesühl auslehnen mässe. Sie widerspräche^ den Ansichten Wilsons, wie er sie verschiedentlich bargetan habe. Auch der Völkerbund, wie ü)it Wilson angeregt habe, sei nicht verwirklicht worden. Was jetzt Völkerbunb heißen solle, zeige keine Spur seiner grundlegenden Ideen. Wüson fei durch moralischen Truck in der Lage gewesen, für da- deutsche Volk Bedingungen au erzwingen, die ertrag ilch seien. Ties sei nicht der Friede ohne eieg, den er verlangt und dem die mehrcheits* sozialistische Partei von jeher beigepflichtet habe. Jeder Diktatsriede lasse aber nach WilsonS eignem Worten den Stachel der Rachsucht im Besiegten zurück. Dies werde besonders im deutschen Botte der Fall sein. Der Versuch, uns solche Bedingungen avfzuzwingen, sei immerhin erklärlich, da eilt großer Teil unseres Volkes noch bis zuletzt Annexionspvlttik betrieben habe. Der alldeutschen Politik hätten wir zum großen Teil diesen Frieden zuzuschreiben. Ein Frieden sei jedoch nur möglich auf Völkerverständigung und Völkerversöhnung. Unter den Zuständen, die durch den Äewaltfrieden lierausbeschworeil mürben, könne Deutschland nicht existieren. Eine Ablehnung dieses Friedens würde uns ebenso vernichten, wie eine Unterzeichnung. Darum müsse man wohl hoffen, daß die Bedingungen nachttäglich einigermaßen erträglich gestaltet würden. Der Protest, der sich m allen Teilen Deutschlands erhebe, werde auch bei den Verständigen unter unseren Gegnern sein Echo finden. Die französischen Sozialisten hätten in ihrem siegreichen Volke eine schwierige Stellung. Tie internattonale Arbeiterbewegung werde sich jedoch gegen den Gewaltfrieden ins Mittel legen. Jetzt fei es Sache des ganzen Volkes, die Regierung so zu stützen, daß sie das Möglichste aus beit Bedingungen herauszuschlagen vermöge Heute, wo nicht mehr eine Kaste, sondern das Volk regiere, müsse jeder entschlossen hinter der Regierung stehen.
Im Anschluß hieran wurde nachstehende En t- chlreßung, die an die Ministerien in Darm- "tabt unb Berlin gebrahtet werden soll, ein-
Leuillelon.
Wilhelm II. vor Tanger.
Eine Erinnerung aus den Tage:l der Marokkokrise.
In „Polittken" veröffentlicht der bekannte .Geigenkünsttc-r Willy Vurmester eine Erinnerung an Kaiser Wiihelm II. aus den Tagen der Ma- rvklokrise, die gerade jetzt, wo die Entente bia Forderung stellt, daß Wilhelm II. sich wegen seiner „Schuld" gerichtlick^ zu verantworten habe, etn lehrreiches Licht auf den Charakter des Kaisers wirft Die von Burmester berichtete Erzählung stammt von Kapitän Kämpf, dem bekannten und bewährten Führer be3 Dampfers „Deutschland", einem echten, tüchtigen Seemann, den der Kaiser ungemein schätzte unb der als Kapitän an der bekannten Marokkofahrt Willielms II. terlnahw. Seine Erzählung lautet: •
„Noch spät am Abend vor dem Tage, da er Afrikas Boden betteten sollte — wir lagen im Hasen von Tanger — kam der Kaiser zu mir auf die Kommandobrücke und sagtet „Lieber Kämpf, ich glaube nicht, baß aus dieser ganzen Lache etwas Gutes herauskommt; sagen Sie mir, was ich tun soll! Von einem Manne mit Ihrer Erfahrung und gesundem Blicke nehme ich gern einen «Rat an. Soll ich mich tranf melden? Soll ich umkehren, ober was soll ich tun?" Ich überlegte einige Augenblicke; bann sagte ich zu dem Kaiser, daß es, nachdem man so weit gegangen war, kaum einen vernünftigen Rückzug mehr gebe. Aber zugleich bemerkte ich, baß auch ich teilten politisch Vorteil bau dieser Reise sehen könne." Mit einem Seufzer gab der Kaiser mir recht unb fügte hinzu: „Ja. bas ist eine schöne Suppe, die man mir em geb rockt bat unb die ich nun auslöffeln soll. Silber wem habe ich dafür zu bauten? Meinem Freunde Herrn v. H. Er hat mtch aufgehetzt,
Teuttckpen sind. Daß die Westmächte alte Volker sind, ist ja auf beit ersten Blick klar; sie blicken auf eine lange Geschichte des Aufstieges und per Machtentfaltung, der wirtschaftlichen Sättigung unb oer nationalen Reift hin; bas geistige Antlitz dieser beiden Nationen trägt bu Züge bes Alters, die sich in einer praktischen imb kühlen Weltanschauung offenbaren. •
Das Mutige Deutschland ist im Gegensatz dazu eine junge Nation, seit 1870 erst wieder geeint, vorwärtsstrebend, ausdch tungsbedürstag, juyenbttch in ihrer Arbeitsamkeit unb Kraft, aber mach m ihrer Wlittsck^n Unreife. Es gibt untrügliche Zetckxm für Jugend in einem Volkstum, sagt Moeller van den Bruck. „WaMtttrn, Wille zur Nachkommen- sckraft, Mut zur verz hettfachten KtMchaft künden ein junget Volk an. Durch liebertrolfcrung pflegen junge Völker zu verraten, daß sie ba sind, während die alten Völker durch Untervislkerimg zu verstehen geben, daß allmählich ihre Lebenskraft schwtndet, die ihr Lebensrecht war. Nützlichkeit ist die Moral, auf die sich die Menschen alternver Völker einigen. Opfersäh'gkeit ist das Ethos derjenigen Völker, dre sich noch verschwenden können, amh wenn Ver- sckrwendung ihnen zunächst keine Vorteile zu bringen scheint." Deutschland ist em „Wieder- gebo reneS junges Sott' das nach einer Zeit des Verfalls von neuem fernen Aufstieg beginnt; ebenso ist es mit Italien, das ebenfalls alle Züge eines wieder jung gewordenen Volkes aufweist. Daß Japan ein junges Volk ist, ergibt sich von selbst aus seiner kurzen, geschichtlichen Entwicklung. Amerika besitzt wohl viele Merkmale junger Völker, aber aus seinem Gemisch ver- schiedenartigster Rassen und Stämme ist es noch nickft zu einer völligen Volkseinft?it zusammen- geschlossen nx'lhrend Rußland wohl eine einheitliche junge Rasse ist, aber sich noch nicht zur Tat» traft einer einheitlichen Nation autyerafft hat.
aufzuspüren.
In unserer gegenwärtigen Kultur fteven die einzelnen Völker auf sehr verschiedenen Entwich-, lungsstufen, es Libt junge und alte Nationen, und wer unter diesem Gesichtspunkt das verworrene Bild itnfcrer Gegenwartsgeschichte zu enträtseln sucht, wird überraschende Ausschlüsse er» batten Tics tut Moeller van den Bruck in seinem Buch ,',Tas Recht bet jungen Völker". Ter Welt-
zu einer systeinattschen Darstellung des ganzen Gebietes erweitert, bie von bauernhem Worte ist.. Außerdem entstammen seiner Feder mehrere kleinen Lehrbüä^r der Algebra, die große Verbreitung erlangt haben, 'und ein Lehrbuch der KonKünatorik (1901), durch das er dieses jahrzehntelang vollständig vernachlässigte Gebiet dem Stlldium neu eröffnet hat. Einige dieser Lehrbücher sind erst in der Zeit vollendet worden, Ino er schon im Ruhestand lebte. Im Lause der Jal)re hat eine große Zahl von Zn- börqm zu seinen Füßen gesessen, die ihm alse ein dankbares Andenken beivalyren. Liegen Geistes witzig unb schlagfertig, wußte er sie zu ftsftln unb anzuregen. Meselben Eigensckxlsten erwarben ihm auch in ber Fakultät und im Gesamtsenat eine besonders angesehene Stellung. Se.in gustsreies Haus^ bildete einen Mittelpunkt nicht bloß für die Universität, sondern überhaupt für die Gießener Gescll- sckwst. Weiteren Kreisen ist N e t t o durch eine Fülle von ffleiftrxHdjm Gelegenheitsdichtungen, meist lnnnvnstischer Natur bekannt geworben, unter benen das heitere Festspiel zum 300iübrigen Jubiläum. unserer Universität: „Nur ein Viertelltünb- chen" (aufgeführt im Stabttl-eater) unb das liel«ns- würdige Lusttpiel „Der Schdveinelftrt, in frgebenftcr Verarbeitung des seligen Andersen" (Gießen, Töpelmann) besonders Erwähnung verdienen. Ein tragisches Cpscmck hat ihn zu früh genötigt, sich zurücktzuzieften und lihn zur Einsamkeit vemrteilt. die zu ertragen sickftr gerade ihm befonbe s schwer fiel. Was er war, das wissen daher nur bie, die ihn tin den Tagen seiner F-rische und Kraft gekannt haben. Mlen denen aber wird er unvergeßlich sein.
Frankfurt a. M., 13. Mai. Aw» Sonntag sand hier die erste Lanbesversammlung der Deutschen Demokratischen Partei in Hessen statt. Auf Vorschlag von Justizrat Reh (Alsfeld) wurde zunächst eine scharfe Entschließung gegen btc Friedetasbedingungen gefaßt, die der Reichs re gieruna übersandt wurde. Landesparteisekretär Kuhlmann erstattete Bericht über die Arbeit des Sekretariats, Professor Urstadt (Gießen) über bie Tätigkeit der Landtagsfraktion. Lebhafteste Zustimmimg erhielt ein aus Berlin eingegangenes Telegramm der beiden Mitglieder der Nationalversammlung, Finanzminister Henrich und Justizrat Grünewald, woraus ersichtlich ist, daß die Demokratische Partei dort beschlossen hat, das Angebot der Feinde als unannehmbar zu erklären. Aus allen Teilen des Landes wurden 21 Teilnehmer zum Reichsparteitage in Cassels gewählt. Hervorzuheben ist aus den Anträgen der Antrag des Präsidenten des Landesbil- dungsamtes Dr. Strecker, der kulturelle Fragen betrifft. Es wurde dazu folgende Entschließung gefaßt:
„Die am 11. Mai 1919 zum Parteitage deS Hessischen Landesverbandes der Deutschen Demokratischen Partei in Frankfurt (Main) versammelten Vertreterinnen und Vertreter aus allen Teilen des Landes stellen sich einmütig auf den Boden der Einheitsschule und haben zu dem Herrn Präsidenten deS Landesvildungsamtes Herrn Dr. Strecker das begründete Vertrauen, daß er als sturmerprobter Führer im Kampfe um die demokratischen Bildungsideale unser Schul- und Bildungswesen den Forderungen der neuen Zeit entsprechend reformieren und ausbauen wird."
rm Darmstadt, 14.Mai. Die Abgg.
hindern war."
Junge und alte Völker.
Die Anschauung, daß die Völker wie die Menschen iun.g find, altern unb abfterben, ist so naheliegend, vaß fie schon sehr früh aufgetaucht tft. Wir begegnen besonders in der Geschichtsphilo- s^phie Schillers dem Bilde eines allmählichen Heranwachftns oes Menschengeschlechtes. Ter Mensch der Urzeit erscheint ihm als unmünmges Kind, der Grieche als schöner, blühender Jüngling, ber Römer als kraftvoller Mann und der Byzantiner als hinfälliger Greis. ,
Auch Jakob Burckharbt ist ber Glaube an ein Blühen, Fruchttragen, Welken unb Verdorren der Völker nicht fremb, unb Lamprecht, ber in seiner Gcschichtsaufsaffung Vorgänge, aus dem Seelenleben des einzelnen auf bie Gesamtentwicklung der Jahrtausende anwendet, ist beton ber b geneigt, in dem Gesamtbild eines ganzen Volkes 3ügt eines höheren ober geringeren Alters
*♦ Amtliche Personalnachrichten. Am 3. Mai b. I. wurde ber Vorsitzende der Abteilung für Forst- unb Kameralvettvaltmig des Ministeriums brr Finanzen Lanbsorstmeister Dr. Weber Lum Vorsitzenden brr Prüfungskommission für bas Forstfach mit Wirkung vorn 1. April bs. Js. an ernannt. — Durch Entschließung des Lanbesarnts für bas Bildungswesen wurde der Lehramtsr.'ftrenbar Johannes Kling zu Gießen zum Lehrarntsafsessor ernannt — Uebertragen wurde am 5. Mai dem Lehrer Adam Berg zu Ober-Mörlen eine Lehrerstelle an ber Volksschule zu Friedberg. — Uebertragen wurde am 8. Mai dem Schulamtsanwärttr Hermann Schmidt aus Weickartshain mit Wirkung vom 16. Mai 1919 ab bie Lehrerstelle an bet Volksschule zu Ober-Moos. Kreis Lauterbach.
** Das Gießener Stadttheater hat in der letzten Winterspiclzeit finanziell recht günftig abgeschnitten. Es ergab sich ein Ueberschuß von 42 515 Mk., von dem nach verschiedenen Abschreibungen noch 36 304 Mk. verblieben. Dem Dekorationsfonds wurden davon 27 304 Mk. überwiesen, so daß noch 9000 Mk. in Rechnung verbleiben.
** Perso nenverkehr Gießen — Wetzlar. Außer den bereits wieder in Gang gesetzten Personenzügen verkehrt ab heute der noch fehlende Psz. 1654, Gießen ab 10.42 vormittags, Wetzlar an 11.02 vorm. Mit Ingangsetzen der Züge 1632, 1633, 1654, 1658 und 1661 verkehren von heute ab sämtliche Personenzüge wieder wie nach dem Stande am 1. April 1919.
♦* Freibank. Freitag, 16. Mai 1919, werden von 1—4 Uhr die Dtm. 1101 h>is 1300 beliefert. _ . ~
** Desitzwechsel. Das Haus der Frau Mettenheimer Witwe, Kreuzplatz 3, ging für 126 000 Mk. unb die Kosten an die Inhaber ber Firma C. Hosch unb C. Kerber über. — Das Trogen- unb Chemikaliengeschäft Otto Schras, Seltersweg 39, wurde für 135 000 Mk. an Apotheker Waldschmiot Berlin verkauft.
** Im Lichtspielhaus kommt ab morgen Freitag der amerikanische Mädchenhändlerfilm „Schmutziges Gelt/" zur Aufführung.
Kreis Lauterbach.
** Lauterbach, 15. Mai. Ein die Dolks- ernährung nicht gerade fördernder Vorfall spielte sich am Sonntag abend am diesigen Balmhos ab. Ein mit Koffer unb Paket belabener Monn wollte mit dem letzten Zuge in Rickstung Fulba ab- bampfen. Er würbe aber in bem Flur bes Bahnhofsgebäudes angehalten, unb sein Gepäck einer Durchsicht unterzogen. In ber Erregung herüber, baß er bie gehamsterte Wirre verlieren sollte, wibersetzte er sich, unb es kam zu lebhaftem Wott-
Gegen den Gewaltfrieden.
Gießen, 15. Mai 1919.
Tie sozialdemokratische Partei hielt gestern abend um 6 Uhr im Stadttheater etnd Protest Versammlung gegen bie Friedensbedingungen ber Feinde ab, bie aus mehreren Ur fachen nur einen schioachcn Besuch aufwies.
Oberpostsekretär Stephan eröffnete bie Versammlung unter Hinweis auf bie furchtbaren Schäden, mit denen wir aus bem Kriege heraus- gegangen seien, uni von einem unerbittlichen Frieden nunmehr restlos vernichtet -u werben. Hiergegen zu protestieren, sei Pflicht iebes Deutschen.
Hieraus sprach Rebakteirr Vetters über den A-waltsrieben unb Deutschlands Zukunft Auf bie ungeheuerlichen Ausmaße ber Bedmgungen brauche man nicht näher hinzu weisen. Bei Eintritt des Waffenstillstandes habe jeder aufgeatmet unb ben Frieben in wenigen Wochen erwartet. Das Enbe, das jetzt bevorstehe, sei ein Ende mit Schrecken. Tie Friedensbedingungen seien tatsächlich ein befristetes Todesurteil, gegen bas sich iebes Gerech-
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acht. 2 meinen vtthupt im Gc Eintal bie Tre N irofe I K an btm der w® W hin« „Wenn du d
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S.^rb- ii. y, flirrt),; & Q^itunö, L W
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Theorie dar stellt. Er hat eS bann später in seinen Borlesungen über Algebra (2 Bde. 1896 und 1900)
bat mir bas Ganze in den rosigsten Farben geschildert!" Stumm ging ber Kaiser noch bis tief {n die Nacht hinein auf" ber Brücke auf unb MWÄWiS 'M toM d^UL^mmEoü


