Einzelbild herunterladen

Stabte. Mann

Wohnungsamt, Mieteinigungsamt

nun erklärt, daß er wegen starker beruflicher Beamten im Nebenamt mit übernommen werden. Inanspruchnahme das Wohnungsamt nicht mit s Wenn die Stelle aber hauptamtlich besetzt werde.

lich Ducioeß gerwuuuen haben, erp iiod) roaiifl bekannt zu fein scheint.

Urafo höher ist bie bühnensicheve CrtcnntniS und Gestaltung des Lehrerproblems zu bewerten und anzuerkermerr. Die Verfasser seherr es darin, daß ein Schulmann in seiner Stellung erschüttert wird, wenn teresse <ut

Am Borabend des 60. Geburtstages Alfred Bocks hatte die gestrige Aufführung des von ihm mit Eugen Zabel verfaßten Schauspiels ,D e r Gymnasialbirektor' den Sinn einer wür­digen Ehrung des Dichters. Diese Ehrung erhielt aber erst tbän vollen Werl dadurch, datz drescS ftLft Wer( es erlebte 1897 in Berlrn am Teuft cdcn Theater seine Uraufführung und ging damals erfolgreich über 80 Bühnen, auch beute noch an urü-dingtütvr kvirtung kaum un.oven hat.

Es sei literarlftstoriich feftrjef. cLU, daß die Ver­fasser die Verwendung des ^djulmdüu-.- auf der Büttne verwandten stucken, irnrTraumuluS" von Arno £*>1$,-lachSntann al» Erzleber" von Ctto

trachtung. bie sich in einer seiner feinsten Novellen | Ernst undPvobeka»rdtt>at von Dlar^Dreyer zeit- //2Liiai"taiic von Grün", einem Erlebnis des Sturm- I lich vvriveg getkommen haben, eine Tuttacft, bie und Drangdichters httinger austvirtt und dem Rah­men der damals noch bezopften Festung und Uni­

werden mutzte.

** Die Auszahlung der Fam,l»enunter- stühungen findet für die Zeit vom 15. bie 31,06- tober 191Q statt: Donnen lag den 16. Oktober 1919 in der Zeit vorz 6-12 Uhr vormittags im Stadthaus, Zimmer Nr. 7. _ ...

* Naumann-Gedächtnisfeker Die heute abend 8 Uhr int Hotel Einhorn stattfiudeude Naumann-Gedächtnisfeiec der deutschen demokratischen Partei ist öffentftd) und hat jedermann freien Zutritt. '

* (Erne öffentliche Mieteroer>am mlung findet Mittwoch, 15. Oktober, abends 8 Uhr, im Saale des (Laf<- Leiv statt. Auf der Tagesordnung steht: 1 Aufgaben und Bedeutung des Mieterverems. Red­ner: V. Groß-Bochum. 2. Wahl des Borstandes de-. Mieteroereins. 3. Organifationsfragen. 4. Verschiede­nes. föiehe Anzeige)

"Deutschii a tio naleVo l ksparter. AmDiens- tag, oen 21. Oktober, wirb im HotelEinhorns Herr von Äardorff in einer öffentlichen Versamm­lung sprechen. Ferner machen wir auf den am Mitt­woch abend im Großen Hörsaal der Universität statt- sindenden Dorrragsaoend des Herrn Werner von Blumenthal besonders aujmerftam.

Linen vaterländischen Abend ver- anstalten am nächsten Samstag. 18. ds. Ms. öle Deutschnationale Zugendgruppe und Deutschnationale Volkspartei, wobei 'Pfarrer Beidt-Franksurt n. M. sprechen wird über: Was bedeudet der 18. Oktober für das deutsche Volk?

(ßortrag Werner von Blumenthal. Es wird darauf hingewiesen, datz der große Horsaal in der Universität, in dem morgen Abend der Vortrag von Werner von Blumenthal stattfindet, geheizt ist. Jedem der litterarisches Interesse hat dürfte der Be­stich dieses Vortrages einpfohlen werden zumal die Dichtungen von ausgewähltem Geschmack sind und der Vortragende ein anerkannter Dortragskünstler ist.

♦♦ Casar - Flaifchlcn - Abend. Ter bereit» anslagle llbenD findet, wie uns tvr Bunds zur Bslesr non Musik> Literatur mütellt, Miit- luoch Leu 22. Odtobrr, abenos 8 Uhr, im Laote des lÄestllichaftsoeceinö, Li>nuenstraste) statt.

* Gastspiel Cunhberland! Zu dem morgen abend flaitfiuftnben Experimentaldortrag des bekannten T^'tepalftu macht sich ein außer ordentliches Interesse bemerkbar. Cumberland wirb tiut-ei seinem vielseitigen Programm ic.irf) di. I.'uettbe Wünschelrute" vorsübrrn und mit Me­ist n aus dein Publikum jeden ansiührbaren Ge­danken in bie Tat uinietzen! Tie Starten sind im Äorvcrkauf bei Ernst Ct-allier zu Haven.

** Geldverschiebnng bu r efi be­zahlte Antwort. Der Telegrammverkehr loirb letzt ebenfalls zu Gelbverschiebungen benutzt. Im Verkehr mit Schweden Hal man beobachtet, daß wieberlwlt Telegramme mit voraus bezahlter Änt^ wort für eine unverhältnismäßig große Hahl von Wörtern, z. B. 800, ausgegeben werden. Jur ein derartiges Antwortielegramm sind hier 320 Mk. einzu-ahlen. Ter Empsänger aibt bie Antwort . nicht aus, sondern forftrt den Betrag in idjmcbü feftr Währung zurück, Hvo bei der Währungsunter- : scksted aus gesetzt wirb. Um diesem Mißbrauch zu begegnen, hat bas Reichspostministerium jetzt bie , Zahl der vorauSzubezahlenden Wörter im Tele- grarnmvertehr mit Schweden bis auf weiteres auf 30 beschränkt. Wenn im Verkehr mit anbeten 1 Ländern ähnliche Wahrnehmungen gemacht wer­den, so sind Üic Postanstalten angemmfen, hieß zu melden.

, Kreis Büdingen.

lein rein uäfttgvgffches In-

einem Schuber oer Mitziteu-

tung eines persönlichen Interesses aus­gesetzt ist. Um das Problem scharf ftrmi£-

zuarbeiten, bringt bereits bie Exposition einen Fall, m dem der Direktor Sd/miot euren Oberlehrer sus­pendiert, weil er einen Schüler infolger penön- licher Beziehungen zur Blutter bevorzugt. Tann wird das Interesse des Menjchenbildncrs Lchmwt für einen sclMierigen Schülercharakter geitvraicn, der unter der Last eines väterlichen Berbreu-ens, das ihm Schülergrausamkeit immer wieder vorhält, verstockt geworden ist. Ihm selbst noch unbewußt, greift dies Interesse aus die Mutter des Schülers über, worüber sich der Stabtüatfch eher klar wirb, alS der fein) innige Gelehrte. Während er sich in einer entscheidenden Komerenz für bie Verletzung Tillmanns einsetzt, ist der schwache Thar alter, von einem gerissenen Mitschüler ausgeuützt, zum Heisers heiter eines Diebstahls geworden und er- 1 (hehlt als der allein Sckuldig«. Direktor Schmidt bringt ihn zum Geständnis, übergibt ihn den Gesetzen unb stellt sich in die,em kritischen Augen­blick öfserttlich neben die Mutter. Er hat als Schulmann korrekt gehandelt, daß er über bie Schule hinaus als Mensch handelte, läßt ihn des­selben Vergehens ftfaulbig erscheinen, wie der von ihm gemaßregelte Oderiehter. Daraus lieft er seine Aaniequenjen, legt fein Amt nieder unb sucht an her Seite Frau Tillmanns beit Weg «zur 10oft freier, schöner Menschlichkeit".

An der Psychologie deS Stückes ließe sich bet Einwand erbeben, daß ein so feiner Menschen­kenner wie Schmidt, allerdings in hoher Erregung, einen Schüler verdammen will, bevor bieier_ fein teilweise entlastendes Geständnis obliegt hat. canii sind bie <5 fti rattere außeroroenttich sicher durcb- «je rührt, bie Psyche der beiden Schüler ist klar ersaßt und bie verschiedenen Lehrertypen sind ohne naheliegende Karnkatur scharf geschieden.

Etwas verstaubt ist an manchen stellen die Diktion, sowie das unserem Gefühl nicht mehr genög»nbc Bühnenmittel des Beiseitesprechen».

versitätöstaft Gießen eingdsügt ist, Mn andermal, zu Beginn seines Romanslöobo Sickenberg", gibt er mit so knappen Worten ein lesttowriijenes Bild seiner Vaterstadt Gießen, daß man ihm kultur­historische Bedeutung zujprechen muß.

Dies sei auch noch heroorgeboben, daß die Werke Alfred Bocks mit ihrer scharfen Beobach­tung von Sprache, Sitte und Gebrauch feiner Landsleute zu wissenschaftlicher Fundgrube werden. Und dies mag neben ihrer rein literarischen Wert- scftitzung mit ein Anlaß getoefen sein, daß ihm bie Landesuniversität im Boriahre bie Würde eines Ehrendoktors verlieh.

Zur Ehrung des Sechzigjährigen führte das 3 tobt i ft ater gestern sein SchauspielDer Gym­nasialdirektor" auf. Der Verlag Egon Fleischet gibt eine Jubiläumsausgabe eines seiner charak­teristischsten Werke, desFlurschütz" heraus. Im Verlage N. G. Elwert-Marburg erschien eine Schrill von Fritz Droop: Alfred Bock. Ein Lebens­und SchatfensbUd, das wie man uns aus Darm­stadt mitttnli, vom Landes amt zur Förderung der Volksbildung in tzeffen in 500 Eremplaren zur Verteilung an die Bibliotheken angetauft wurde. Dio Deutsche Dichftr-Gedächnrisstiftung Hamburg. Grvßborsdcl Hal eure Verteilung fernes Momans Grete Fttlimger" in 1000 Eremplaven an bedürf- tige Volksbüchereien »orberititL

Es sind dies alles äußere Beweise dafür, welche Wertschätzung Alfred Bock in 'einer feeimai und seinem Later lande genießt. zz.

SUznng der Stadtverordneten.

Gießen, den 13. Okt. 1919.

Anwcscuo sind die Beigsordnetsn Krenzien, Klingspor unb Dr. Rosenberg und mit Aus- nähme der Stadtverordneten (ömelin, äraUing, Schmäht, Simon, Sommer, und Detters 36 Stabt, verordnete. .

Beigeordneter Krenzien eröffnet bie Sitzung

uub LLohUUUffsliot.

Deig. Krenzien: Das plötzliche Ausscheiden des Herrn v. Schenk als Vorsitzender des Wohnungs. und Mieteinigungsamtes macht eine sofortige Reu- besetzung der beiden Stellen dringend notwendig. Für dar Mieteinigungsamt hat der Aeltestenrat Rechts, anwalt Raab in Vorschlag gebracht, dem sich die Wohnungsdeputation anschloß. Die Bestätigung des Kreisamts steht noch aus. Rechtsanwalt Raab hat

vvernetzmen könne. Es mutz deshalb eine TA* hing der bisher unter Herrn von Schenk vereinigten Stellen erfolgen. Als Vergütung des neu zu ernennenden Vorsitzenden des Wohnungs­amtes hat der Finanzausschuß 7200 Mk. vorge- schlagen. Die Wohnungsdeputatton hat bereits eine bestimmte Persönlichkeit vorgeschlagen, ohne daß bis- her der Aeltestenrat dazu Stellung genommen Hal. (Soj.) erklärt, daß die Woh- größer als in allen hessischen

Ans Stadt und Land.

Gießen, den 14. Oft. 19t£. Aus der Sitzung der Ltadtverorvueteu Versammlung.

Tie gestrige Sitzung der Stadloerord- netelioersammluiig zog sich ^wieder außer­ordentlich in bie Länge. Sie dehnte sich über vier Stunden aus. Es ist uns bei unseren beschränkten Raumverhältnissen heule leider nur möglich, einen Teilbericht über die wichtigen Beratungen zu bringen.

Die für unsere Bürgerschaft einschnei- denste Maßnahme war die Erhöhung der Preise für elektrischen 'Strom, Gas, Koks usw. Ter (Äaspreis i|t all­gemein um 7,9 Pfa. pro Kubikmeter er­höht worden, der Strompreis jur Bcleuch- tungszwecke von 95 Pfg. auf l,2o JJIL, für jkarlftrom von 45 aus 60 Psg. -uve Kokspreise wurden ebenfalls beträchtlich er­höht. Für 1. November wurde eine weitere Erhöhung der Gas- und Strom, preise angekündigt. Es soll jedoch eine Staffelung nach dem Einkoinmen vorge­nommen werden. Von der Stadlvertval- lung wurde weiter mitgeteilt, daß sich eme weitere Erhöhung des Fahrpreises der Straßenba hn auf mindestens 20Pfennige nicht umgehen lassen werde.

Eine längere Debatte beschwor auch Punkt 8 der Tagesordnung, Bohrungen bei der Grube Hessen-Brückerham- mer herauf. Gaswerksdirektor Stebing, der als Vertreter der Stadt in das sich bildende Konsortium entsandt werden soll, wird ermächtigt, bei Festsetzung der Anteile der verschiedenen Städte bis zu 50 000 Mk. für Gießen zu gehen. Scharfe Angriffe wurden auch gegen die Mitteldeutsche Ere- ditbank gerichtet, die die 51uxe des Werkes, das sie angeblich schon seit Jahren abge­schrieben habe, jetzt zu 100000 Mk. anbietet.

Einen breiten Rahmen in der Ausfprache nahm begreiflicherweise auch die Frage der .ftartoffeloersorgung der Stadt Gießen ein, die meift mit der Brennstossversorgung ver­quickt wurde.

Zum Schlüsse wurde der sozialdemo­kratische Stadtverordnete Atann mit einem Gehalt von 600 Mk. monatlich zum Vor­sitzenden des Wohnungsamtes ernannt.

Erhdüung des Brotpreises.

Ab 16. Oktober wird der Preis für ein Bierpfundlaib Brot von Atk. 1.04 auf Mtk. 1.50 erhöht. Das Pfund Krankenbrot, das bisher 40 Pf. kostete, kostet vom gleichem Tage ab 53 Pf. Auf die Begründung der Preis­steigerung können rote infolge Platzmangel und technischer Schwierigkeiten erst morgen zurückkommen.

Lebensmittel.

nungsnot in Gieße« größer als in aßen hessischen Staaten fei, da uns auch nicht die großen Bauten, die Kasernenzwecken dienten, zur Verfügung stehen. Es bestehe sogar bie Gefahr, dotz auf Grund des Friedensvertrages sämtliches hessische Militär nach Gießen verlegt werde. Der Redner bedauert, daß den Inhabern großer Wohnungen meist das not­wendige soziale Verständnis fehle, auch der Staat sei bisher vor durchgreifenden gesetzgeberischen Maßnad. men noch immer zur«<kgeschre<Lt; ja, er mache zum Teil direkt Schwierig 4iten. Warum sträube sich das Finanzministerium, iw oer so außerordentlich großen Dienstwohnung des Provinzialdirektors eine andere Wohnung einzurichten? Stabt®. Mann befürchtet eine Explosion in der Bevölkerung, wenn nicht bald durchgreifende Maßnahmen vorgenommen urrben. Die gesetzlichen Bestimmungen müßten roeiter so ge­staltet werden, daß sie auch wirklich eine praktische Bedeutung hatten, irr wirft der Stabt weiter vor, daß auch sie es am nötigen Verständnis für die Woh. nungsjrage habe fehlen lassen. Was die Bauten in Mühlsttaße anlange, so glaube er, daß ein General- Unternehmer schon längst damit fertig geworden wLre. Die Handwerker hätten -um Tell die für diese Bau­ten bestimmten Ziegel unter der Hand weiter ver­kauft- Durch einen neuen Vorsitzenden bes Wo^ nungsamtes seien alle diese Mißstände nicht zu be­seitigen; die Ausgabe würde sich kaum lohnen. Le liege vor allem an der Regierung, verschärft« gesetz­liche Bestimmungen zu s Waffen.

Beigeordneter Kreiden stivunt de« Dorredn« bei, daß wir von unseren Äbfernen wahrscheinlich gar nichts bekommen werden. Die Wohnungsdeputatton werde in nächster Zeit eine Vorlage fertiggestellt haben, die in gewissem Blaße auch eine Beschlagnahme über» großer Wohnungen vorsieht. Die gesetzlichen Bestim­mungen seien jetzt allerdings noch so, daß solche Wohn- räume nur dann beschlagnahmt werden können, wenn wirtschaftlich selbständige Teilwohnungen sich ohne er­hebliche bauliche Veränderungen ausführeu lasten. Wir werden bei der Landesbehörde foforüae Aende»

Außerdem

rung dieser Bestimmungen beantragen. Außerdem findet in nächster Woche eine Besprechung sämtlicher ftlfijdjcr Städte statt, in der vor allen Dingen tu er» reichen versucht werden soll, daß den siadttschen Woh­nungsämtern eine größere ausführende Gewalt, auch em Recht, Strafen zu verhängen, verliehen wird. Was die FertigsteUung der städtischen Bauten in der Mühlstraße anlangt, so sei zuzugeben, daß sie sich zum Teil durch Umstände verzögert hat, die sich wohl günstiger hätten gestatten lasien.

Stadto. ttrausmüller (D. Vp.) ist mit Stabt». Vftnn darin einig, daß die Kasernen so viel wie nwg- lich ju Wohiiungszwcchen sreigemacht werden. (Es ist aber nicht seine Meinung, daß die Vermehrung der hiesigen Garnison eine Gefahr für die Stadt be­deute. Sollten bei den Dau.ui in der Mühlstraße die Dachdecker für sich Ziegel unter der Hand verkauft haben, öorgekommeu sein, dann sei dies selbstoer- stündlich entschieden zu verurteilen. Er müsse zugeben, daß an den Verzögerungen wohl das Rach, und Nebeneinanderarbeite» verschiedener Handwerker schuld sei. Wenn er Stadto. Mann recht verstehe, so ersttede er die Uebernahme der Hauten durch die Stabt als Generalunternehmer. Diese Auffassung sei ent­schieden zu verwerfen, denn das seU>ltLnd>qe Handwerk wolle auch leben. Lr tritt ebenfalls für möglichste Beschleunigung der Neubauten ein, da bei längerem Anhalten der Wohnungsnot sich schwere gesundheitliche Mißstände herausbilden müßten. Lr wünsche auch, daß der neue Letter des Wohnungs- aintes versuche, auf gütlichem Wege mit den Onbabern großer Wohnungen auszukommen, da sich diese dem sozialen Gesichtspunkte sicher nicht verschließen würden.

Stadto. kling (DcutfdjnatL) wandte sich gegen einen im hiesigen sozu»(demokratischen Partetblatt er­schienenen Artikel über die Wohnungsnot, der viele ver­steckte Angriffe und Drohunaen gegen hiesige Geschäfts­leute und Handwerker enthalte und dessen Verfasse' "roft Stadtverordneter Mann sein müsie, da sich seine Aus­führungen mit dem angeführten Artikel deckten. Der Redner ist der Ansicht, daß die Besetzung d,r Stelle eines Wohnungs.direktors' nicht so dringlich sei; vielleicht könne die Arbett auch von einem städtische»

Die Sperrstunden In der Das abgabe haben im technischen Betrieb des Gießener Lnzeige.^ derartige Schwierigkeilkn hergorgerufen, daß eine Reihe wichtiger Artikel für morgen zuruckgestekr

Alfred vock.

Zum 60. Geburtstag.

Gießen. 14. fottober 1919.

Nur iuaiiä. Schriftsteller sind mit ihrer Vater- fltibt unb engeren Heimat [o tief oerivur&dt Ivir Ali red Bock, der heute auf sechs Jahrzehnte eines fnuftbarcii LebenS zurückblicken kann. Seine Fa- mitte ist Generationen hindurch in Gießen an.» fähig, uub sein Geburtshaus in der Marburger Stragc, daS der kongeniale hessische Graphiker Dr. h. c. Otto Ubbelohde in seiner schlicht-gedie­genen Behaglichkeit sestaehalten hat, blieb sein ständiger A^hnich. Die Ruhe eines brettschattigen Gartens, ein trauliches Arbeitszimmer mit einem Gicbrl.enster, in das die Baumwipjel hineinlugen, genau so, wie eS Dichtersleute liebat, sahen die statuiche Reihe von SLoveUeu unb Romanen ent­stehen und heranreisen.

Alfred Bock ist kein wirklichkettssentcr Phan­tast. Leine Gestalten stehen mit beiden Füßen auf der Grde, die ihre HeunatSscholl« ist. Seine Merle sind realilttsch zupackend und vermeiden in ftrenger Selbstzucht alle- überflüssige Beiwerk, da- ihren natürlichen Wuchs überwuchern konnte. Ge>visienhaste Arbett und manche (iiüiagung, ver­lockenden LinsLUen nochzugehen, bezeichnen den Dcg seines Schaffen-. Immer bleibt er der Natur nahe. Seine besten Gedanken entstehen ihm auf täglichen Spaziergängen in die Umgebung, seine Gestalten unb ihre Schicksale envachsen ihm au- eigner Anschauung in der Wetterau und im BogclSderge.

Gr in ein S)cimQtbid)tcr im besten Sinne deS Wortes. Wenn ec auch mit der Itterarischen Bedeu- tuna feines Schassens wett über die Grenzen bet Äesseitta'tde- büiau^reift, so ist er feinen Lands­leuten doch besonder- deshalb lieb geworben, weil er die tiigenactcu lutb Sonderheiten von LefsenS Lmtd und Leuten mit der «ckarse unb auch der Liede bcs Stammesgenosien festzuhalten weiß.

Seiner zahlreichen Lesergemeinde einen llebft- blick über fein Schassen zu geben, wäre überflüssi­ges Jun. Sxutc fei nur auf zwei engere Beziehun­gen Hinselviesen, die feine Arbetten mit seiner Baterstavt verbinden. In den neunziger Jahre» gab Alfred Bock eine Schrift herauS:Aus einer fteinai Universttat^ftadt". in der er den '2lnteü Gießens an der deutschen Kultur im letzten Drittel des 18. Jahrhund.rts und in der ersten £)älrte deS iS, IahrhlprftriS IxUMüit; eüu Ae-

jtoh iänrt sie -m. aber dte Wagen find ft Eisberg jcr; Aofahren infolge Reißen der Kuppelung stehen geblieben. Was bleibt anders übrig, als daß die Maschine zurücksährt und die Wagen in Lißberg holt wodurch der Zug noch eine Viertelstunde Verspätung mehr bekommt, es kommt auf eia bischen mehr oder weniger nicht an. Richt gerade gnädig wurde der Führer von den Reüenden des in Ci^ber] stehen gebliebenen Zuges «mvka.'.geii, bie ihrer Emocrung, daß sie ,ab= gesetzt" roare.i, laut Ausdruck gaben. Es hätte nicht viel gefehlt, jo wäre es zu Tätlichbetten gekommen. Auch in Gedern sollen vor einigen Tagen die Rei. senden eine drohende Halmng angenommen haben, als der Zug von Lauterbach mit der üblichen mehr­stündigen Versoätung cijucaf- Die Zustände auf unserer Stredre werden tllglich schlimmci. Eine einzige Ma­schine, die etwas taugt, müßte sich doch bei gutem Willen, besonders auch der Arbeiter in den Eisen­bahnwerkstätten, für unsere Strecke Herstellen lassen, einige Verbesserungen müßten sich doch schaffen lassen. Ganz besonders wird von diesen unhaltbaren Zu­ständen die Ärbstterschaft der Httzeichaincr Werke be­troffen, die gezwungen ist, diesen Abendzug jeden Tag zu benutzen Die Gemeindevertretungen sollten endlich einmal dringend vorstellig werden.

sireis Gchotten.

B. Aus dem süd lichen Vogelsberg, 12.Okt. Auf die starke Abkühlung der letzten Tage setzte am vergangenen Samstag Schneetreiben ein. Die Höhen des oberen Riddrrtals waren vollständig weiß. Die Temperatur sank in der Nacht unter Rull. Das Auftreten der Schneegänse scheint aus einen frühen Winter zu deuten.

Starkenburg und Nheinhcfsen.

rm. D a r m st a d t, 18. Oft. Der Mitinhaber der bekannten Derlegerfirma nnd Vnchdruckerei von Wittich, Kommerzienrat äarl Wi11ich ist nach langer Krankheit im Atter von 64 Jahren einem wiederholten Schlaganfall erlegen.

Hessen-Nassau.

ge. EschMege, 13. Ott. Die Stadtverord­neten beschlossen in geheimer Sitzung die Hruh- hmg einer städtischen Sparkasse. LAer bestand hier nur eine solche für den Äretv trich- nege. Auf der Eisenbahnstreckc Eschwege Waldkappel wurde beim Ueb erfahr en des Bahn­körpers bei nicht geschlossener schranke eut ^utto- mobil aus Kassel nbersahren und dessen Lenker 0 ^rn. Rohbach (Str. Biodcnkrpf-, 12. Ott. Mtt Cltvber ist Lefter Ringstzausen nach mehr als üOjäftiiKT TienslLett in oen Diuftuatib getreten. Oki>oi\n zu 'Ridda, eiftclt er seine evite Anstellung in Rod heim a. d. Bieber uns iftrttc sodann nahezu 48 Jahren in hiesiser Gemeinde.

um 5,15 Uhr.

Ju Urdundsperlonen werden die Stadtver­ordneten Erhardt und Goertz gewähtt.

Beigeordneter Krenzien erklärt vor (Eintritt in die Tagesordnung, daß die nicht auf der Tagesord­nung stehende Erhöhung^des Das c

Aber dieS tut dem Stücke tuenid Abbruch tonnte bei erueutcr Lurch,ichi leicht bcftucn uxm den. (Eine solche Ueberarbeiiung wäre zu wünschen, denn das Stuck biroi Qualitäten in sich, dte c* bedauerlich machten, wenn es nach dieser Reu- MMührung in Lergessenhett geriete.

TaS ixutS spendete nach allen Lktschlüssat herzlich warmen Betfall und rief »um Schluß den aiuoesenden Autor hervwr. der durcy Öerrn Vusval Lteingoetter feinen Lank zum Lusoruck brvrge« Ut b"lu Aufftll/cung war noch hocheveriiger und geschlossener als fte des Lgmdft T« iurlrolft fpuüc Karl Bolck ui fiar durchdachter, ruhiger Turchiüftung. Er arbettete den ivarmherztgen, etwa» nxidxn, verstehenden und doch rocUircmbar Menschen heraus. Als liartiurcui stand zu chnt Öüteoarb Jmbof, ui iftem ersten xebut oft geschlossene 'pcrsönttchkett vor uns ftntretenA Während sie slch in Gesten sparsam verhielt, sptelte leftr Nerv. Ihre klare, schmingettde Sttnune mev- fterte die feutfte La-aUrerung. Manrnußte sie utz unrvlttkürltch in Frauenrollen von Llftru oornttlmr und hoffen, daß man sie darin erproben wrrv. Mo,L Nubner als Frau BeriG, ebeualls neu, licfc ui kleiner Rolle auimeiten, nur auf

wenige Worte beschrank, veonng Rupprecht alt ItenfnuäbdKii. Das Sruck eiluröcri zivei noch jmige Schnier, in deren üalftnie sich Hanns Var- s ch a n und Kranz Braun erstaunllch gau ftneuu 'anden. Besser noch varfchan in das im Lern ver­dorbene Früchtchen, als Braun in den schwachen und leicht zu mißleitenden Robert, obwohl auch n eine ungej'uchte und glcnchhaste llharatterstufte bot. i^r vergaß den Zug der Berschloisenhett und Ver­stockt Heu, von dem mehrfach die Rede ist. Znxr gute Originale itciUen Viuboli Äoll und Mino ^Ticti Weber. Tas Lehrerkollegium Dalraten iem geschtedeium Äöften; Wolf Leutheiser, Vans ftifelt, Wilhelm Loch, Oskar (feige!, Harro Norbert, veinrich Bechstetv unb Richard tzellborn.

Tie Spiellcttung Hermann Steingoe^ter erzielte cm einheitlich iu)ammeiifofienftj» Lpiel.

Mehr noch als im (egmont harn die Neuerung dcS grünen Bühnenraftnens zur Geltung, die lange ersehnt mar und mit einfachen Mitteln nun endlich bie roten Borkukffjeu verdrängt Has, n.

Die Äartoffeloerforgung hat immer noch keine Besserung erfahren. Das (Eintreffen von Kar­toffeln ist auch heute dem Lebensmittelamt noch nicht gemeldet. Au6) über das (Ergebnis der Beratung des Gesamtministeriums am vergangenen Samstag über Maßnahmen zur Sicherstellung der jiartoffelyersorgung war bisher noch nichts zu erfahren.

Zucker-Ausgabe. Der bei den Klein­händlern der Stadt Gießen bestellte Zucker für Oktober kann gegen Vorlage des Bestellausweises zur Zucker­karte uub Ablieferung der Zuckermarke Nr. 10 in (Empfang genommen werden. (£s entfallen auf die Iuckern.arke 10 (Oktober 1919): 750 Gramm Zucker.

** Milchversorgung. Infolge ungenü- gender Belieferung der Stadt Gießen mtt Milch kann für Dienstag den 14. dieses Monats auf die auf V, Liter lautenden Astlchmarken keine Mllch gerietet t werden.

ende Erhöhung des Gas- und Strom- wegen Ihrer Wichtigkeit unbedingt heute beraten werden müsse, da der Stadt andernfalls we- senttiche Verluste entständen- die Versammlung ist damit einverstanden.

Stadw. Krausmüller (D. Dp.) beschwert sich darüber, daß das Elektrizitätswerk den hiesigen Handwerkern, «eist Kriegsteilnehmern, die sich jetzt eine Existenz gründen wollen, so wenig Entgegen­kommen zeige, und Gesuche um Anschluß oft erst nach einem halben Zahr beantworte: man habe kein Ma­terial. (Er bittet dringend um baldigste Abhilfe.

4 Aus dem Niddertal, 13. Ott. Nack> dem schon vor einigen Tagen die Tempera­tur unter Null gesunken war, fiel sie in der vergangenen Nacht plötzlich auf - 8*/» ©rab. (Äücklichenveise ist die Kartoffel- und Tickwurz- ernte schon ziemlich wett vorgeschritlen, so daß Frostschäden ledensalls mnr in höheren Gegenden zu vrrzeich.ien finb. Immerhin ließen Herbstblumen und empiindliche Gemüse, wie Tomaten, heute morgen ernfllidxn Schaden erkennen.

<£ Ortenberg, 14. Oft. Ungeduldig wie so oft warteten am Samstag abend die Reisenden auf den Abendzug nach Frankfurt, der wie säst täglich 2 Stunden Verspätung hatte. Endlich ertönt die Glocke, alles slürtzt auf den Bahnsteig, froh endlick abfahren zu können. Doch ein Erstaunen geht durch die Rechen | der Reisenden, die Maschine streikt diesmal nicht,