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Dresden, 13. Ott. Karl Gjellerup, der bekannte deutsch-dänische Dichter und Nobelpreisträger von 1917, ist im 63. Lebens- jaffte in Klotzsche bei Dresden gestorben.

Winter im harz.

Berlin, 14. DU. Wie die Morgenblät- ter melden, ist im Harz bereits der Winter eingetehrt. Im Brockengebiet liegt der Schnee seit einigen Tagen fast l1/; Fuß hoch

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zu vermeiden. Die Schlacht an der Marne wurde nur durch die Kopflosigkeit der Heeresleitung verloren. Eine ziel­bewußte politische Leitung habe ebenfalls gc fehlt. Er habe bereits im Herbst 1914 mit Frankreich Frieden schließen wollen. Er würde gern etwas mehr über die Dinge, du er wußte, veröffentlichen, möchte aber nicht den Anschein erwecken, als wolle/er die Schule an dem verlorenen Kriege auf irgendwen schieben.

Eine Tagung der Deutschnationalen.

Berlin, 14.Okt. Auf der gestrigen Ta­gung des Hauptvorftandes der Deutschnationalen Partei wurde mitgeteilt, daß die Zahl der Mitglieder be reits 1100 000 beträgt. Eine VertrauenSkund- gebung für den Parteivorsitzenden wurde an genommen und das von ihr in der preußi­schen Landesversammlung vertretene Orb- nnngsprogramm gebilligt.

Ein Zentrumsparteitag.

Berlin, 14. Okt. Der Zentrums Parteitag soll entweder in der Zeit zlpi scheu dem 15. und 18. ober zwischen dem 24 und 25. November abgehalten werden.

Das Befinden Haases.

Berlin, 14. Okt. Nach demBorwärts" ist im Befinden Haases eine Besserung eingetreten Die Untersuchung hat ergeben, daß eine neue Operation nicht erforderlich ist.

Der Münchener Geiselmordprozeß.

Berlin, 14. Okt. Im neuen Münch e ner Geiselmordprozeß beantragte gestern der Staatsanwalt gegen den 21jähri gen Hilfsarbeiter Renner aus München, den 27jährigen Hilfsarbeiter Kammer stätter, und den russischen Studenten Strelenko aus Minsk, da die Nngeklag ten vorsätzlich Menschen getötet und die' tung mit Ueberlegung ausgeführt haben, die Todesstrafe. Gegen den mitangeklagten 18jährigen Kellner Debus, der wissentlich bei diesen Verbrechen Hilfe geleistet hat, 'wur­den 15 Jahre Zuchthaus beantragt.

Französische Grundstücksaufkäufe in deutschen Heilstätten.

Berlin, 14. Okt. LautLokalanzei­ger" werden aus Baden-Baden, Hom­burg vor der Höhe und Wiesbaden um sangreiche Grundstücksaufkäufe durch die Franzosen gemeldet, die die Gefahr näher rücken lassen, daß diese berühmten Heilstätten mehr und mehr in französische Hände über-

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Stabto. Frau Kramer (Deutschnatl.) verwahrt sich gegen dieses schroffe Vorgehen. Tlan miiffe in den aufzunehmenden Kindern in erster Linie Heimat- und vaterlose Geschöpfe sehen, die allseitiger Unterstützung bedürfen.

Beigeordn. Kreuzien teilt mit, daß Verhand­lungen mit den zuständigen Behörden im Gange seien, um bas Säuglingsheim an die hiesige Kind er- klinik anzugliedern.

Stadtv. Frau Lorenz (Soz.) hebt die burchaus schlechten Räume und traurigen Verhältnisse im Säug­lingsheim hervor und fordert, baß das Heim von den weiblichen Stadtverordneten einmal besichtigt werde.

Stadto. Frau Naumann (P-Dv.) ist dafür, daß sich auch die männlichen Stadtverordneten über das Säuglingsheim unterrichten; die 5 Frauen hätten auf die Stadwerordnetenversammlung ja doch keinen Einfluß. Weiter beantragt sie, daß sämtliche fünf Frauen der Stadtverordnetenversammlung dem sozial­politischen Ausschuß beigegeben werden.

Es sprechen noch die Stadtv. Diener (2pz), Ebel (Dem.), Fourier (Unabh) imd Frau Kra­mer (D.-N.).

Der Antrag des Finanzausschusses wird einstim­mig angenommen, ebenso ein Antrag Fourier (Unabh ), der eine genügende Vertretung der Stadt im Vorstand des Vereins fürSäuglingsfürsorgefordert, weiter ein Antrag Naumann-Ebel, die ganze Materie dem sozial­politischen und Finanzausschuß zur Weiterverfolgung zu überweisen. Der Antrag Naumann, die 5 Frauen der Stadtverordnetenversammlung dem sozialpolitischen Ausschuß beizugeben, wird zurückgestellt.

Die Sitzung dauert fort.

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Die Kartoffeltwrforgung.

Darmstadt. 11. Okt. Solveit bis jetzt sich übersehen läßt, ist im Kommunalverband Darmstadt keineswegs mit einer Rekordernte, sondern mit einer Mittelernste von Kartoffeln zu rechnen. Der Kommunalverbandsbezirk ist ver­kleinert worden, er umfaßt jetzt nur noch die Kreise Darmstadt (unbesetzter Teil) und den Kreis Dieburg. Tic besetzten Gemeinden deS Kreises Groß-Gerau bilden einen Kommunalverband für sich. Die Lersorgnngsverhältnisse gestalten sich in diesem Jahre wesentlich ungünstiger als im Vor­jahre. Wer irgend kann, soll sich mit Bezugsschein selbst versorgen nnd dadurch die Tätigkeit ber Gemeinde und des Kommunalverbands entlasten. Alle Gemeinden des Kommunalverbands lmben ein gemeinsames Interesse an der Verhütung der Wegführung von Kartoffeln ohne Bezugsschein, denn dadurch werden die für die eigene Bevölke­rung zur Verfügung stehenden Vorräte verringert, und es werden dann die ohnehin nicht reichlichen Vorräte nicht ausreichen. Die Bedarisgemeindeu, die aus die lleberschuhgemeindeu angewiesen sind, erhalten von der Geschäftsstelle des Kommunal Verbandes besondere (5rmächtigungssd)eine zum Aufkauf in den Neberschußgemeinden.

Dillenburg. II. Okt. Nach Mitteilung des Londratsamt sind dem Til kreise außer dem gestern bereits erwähnten 20 000 Zentnern weitere 2000 Zentner aus einem anderen Kreise zugeteilt worden. Hiernach ist anzunehmen, daß unser Kreis nunmehr als Pedarfskreis aner­kannt worden ist, und es den Bemühungen der Kreisverwaltung gelingen wird, noch weitere Kar­toffelmengen zu erhalten.

ra. Von der mittleren Lahn, 12. Okt. Mit Bezug auf Güte wie Menge fiel die Ka r - toffe 1 ernte in den Gemeinden der mittleren Lahn recht befriedigend aus. Die Stute (250 Quadratmeters lieferte durchweg 100 Pfund und darübe - gesunde Kirollen, worunter solche von bis eineinhalb Pfund Gewicht. Vorzugsweise wird in hicsiger Gegend bic gelbfleisdstgeIndustrie" ge­baut, dem reich' -- Ertrag brachte aber diesmal die Hassm" Tie Nachfrage nach Kartoffeln ist stär­ker als in den Vorjahren daher werden die sest- gesetzten Preise meist überboten und trotz Bezugs- sclfein weiß gar mancher Versorgungsberechtigte nicht, wo er seine Kartoffeln bekommen tarnt.

4 Aus dem Nidderta 1, 13. Okt. Die Kartoffelernte ist in diesem Jahre, je nach dem Boden, ganz verschieden ausgefallen, z. T. ganz vorzüglich, z. T. sehr schlecht, so daß kaum

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'Bp.) ist mit Stadtv. men so viel wie mög« jemachl werden. $$ dich die Aennehrung chr für die Stadt be. in der Mühlsttahe die :r ber Hand veikaust nn sei dies sellchor? ien. (Ei müsse zugebee, wohl das Nach, und euer Handwerka schuld ;t verstehe, so erstrebe i durch die Stabt als luffaffung Jti ent» ' da»

Er trto. «Sb^tüh u ein, ba hnuugsnot sich schwere ausbilben müßten. (Er Leiter bes Wohnungs. liege mit ben Inhabern men, ba sich diese dem ä)i verschließen wurden. Ul.) wandte sich gegen aüjchen Parteiblatt er- nungsnot, der viele ver» . gegen hiesigeGeschäfts- unbdeslen'liersasse^ohl

übernommen werben. ptMich besetzt Mbe.

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edfle ts durch einen Fachmann, einen Techniker, ge­schehen. Den Stadtv. Mann, ber von ber Woh­nungsdeputation in Aussicht genommen sei, müsse er ablehnen, ba er in ihm nur ben Parieimann erblicken könne.

Deigeorbneter Krenzien betont nochmals bre Notwendigkeit einer sofortigen Besetzung der Leitung des Wohnungsamtes. Es fei ausgeschlossen, daß diese Tätigkeit von einem städtischen Beamten mit über­nommen werden könne. Ts müße ein Institut ge­schaffen werden, bas auch wirklick schnell und durch­greifend arbeite.

Stadtv. Maier (unabh.) richtet zum Teil scharfe Angriffe gegen die bisherige Tätigkeit.des Wohn­ungsamtes. Warum habe es nicht zu verhindern ge­wußt, daß einer alleinstehenden Dame mit einem Dienstmädchen noch zum 15. September eine Acht- zimmerwohnung vermietet worden sei? Weiter fragt er, warum im alten Schloß noch keine Wohnungen eingerichtet seien. Er wirft der Stadtverwaltung Mangel an gutem Willen und sozialem Verständnis vor.

Stadtv. Fourier (unabh.) verwahrt fid) da­gegen, daß Stadtv. Kling der Wohnungsdeputation bei Vorschlag des Stadtv. Mann falsche Motive untergeschoben habe. Der Redner verlangt vor allem eine vermehrte Exekutivgewalt der Stadtverwaltung.

Stadtv. Ebel (Dem.) ist wegen der Dringlichkeit der Angelegenheit für Bewilligung ber Summe.

Stabto. Wachtel (F.) glaubt nicht, baß ber hauptamtliche Vorsitzende des Wohnungsamtes ge­nügend beschäftigt sein werde.

Beigeordneter K r e n z i e n betont, baß so ganz zwecklos die Arbeit bes Wohnungsamtes nicht gewesen sei; schon 40 Familien seien untergebracht worden. Die Ausführungen des Stadtv. Mann seien zu schwarz- seherisch gewesen. Der Beigeordnete erhofft in höchstens brei Wochen durch gemeinsames Vorgehen der hessischen Städte eine Aenderung der jetzt noch sehr weitherzigen gesetzlichen Bestimmungen.

Es sprechen noch die Stadtverordneten Fourier (unabh.), Michel (ft. Verg.), Neuenhagen (d. Vp.), filing (D. N.) und Ebel (Dem.).

Der Betrag von 7200 Mark als Vergütung für ben Vorsitzenden wird einstimmig angenommen. Die Personenfrage wird zurückgestellt, bis ber Aeltesten- rat Stellung genommen hat.

Baugesuche.

Das Baugesuch bes Peter (Berber für Schützen­straße 37 wird an die Baudeputation zurückgewiesen. Dit Baugesuche bes K. u. L. Wehrum für den Aul­weg und bes Louis Schäfer für den Aulweg werden abgelehnt.

Dem Verkauf von städtischem Gelände an ber Gutenbergstrahe, an die Firma L. Kann und Melchior Ww., zu 18 Mk. pro Quarbratmeter, wird zugestimmt.

Die Neubesetzung der Stelle eines Feld­schützen wird genehmigt. Von den 29 Bewerbern wirb Wilhelm Bopf gewählt. Der Anfangsgehalt beträgt 1800 Mk., steigenb alle drei Jahre um 300 Mark bis zum Höchstgehalt von 2600 Mk. Daneben laufen zur Feit noch Teuerungszulagen für Verhei­ratete in Höste von 2000 Mk. und die Kinderzulagen.

Säugliugsfiirsorye.

Beig Kr enzien erklärt, baß der Verein für 'ouglingsfürforge mitgeteilt habe, daß er vor dem finanziellen Zusammenbruch stehe. Es sei eine schwe­bende Schuld von 10000 Mark au decken. Die Pro­vinz habe eine Unterstützung abgelehnt, der Kreis auf eine Anfrage vom vorigen Jahre überhaupt nicht geantwortet. Der Verein werbe das Säuglings­heim am 1. November fchließen, wenn nir Stadtverwaltung .bis 15. Oktober nicht den Fehlbetraa und die Garantie für die Fortführung oes Säuglingsheimes übernehme. Die Stabt müsse hann sehen, wo die 50 Kinder anderweitig unterge- rad)t roerber. Der Finanzausschuß schlage vor, die Fehlbeträge bis 1. Januar 1920 zu übernehmen. Da nut etwa ein Drittel der Kinder aus Gießen sei, müsse es aber auch Pflicht bes Kreises und ber Pro­vinz sein, hier cinzuspringen.

Stadtv. Ebel (Demj stellt fest, daß die Zuschüsse, die Stabt tragen müße, minbestens 28 000 Mk. be­tragen. Die ganze Anstalt müsse in den Besitz der Stadt übergeleitet, und die Kosten gemeinsam von Stadt, Kreis und Provinz getragen werden.

Stadtv. Wachtel (Ztr.) fordert, mit der Landes- ja Reichsregierung wegen Fortführung des Säug­lingsheims Verhandlungen anzuknüpfen. Es müßte evtl, damit gedroht werden, daß man nur Kinder

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Saat urch lLpnte lohnten, im großen und ganzen , dürften wir aber doch eine Miticlernte haben, : leider hat vielerorts die Hamsterei der Städter schon micber in unvernünftigem Maße eingesetzt, auch fällt die verschiedene Festsetzung bei- Mengen, Me auf Bezugsscheine in den einzelnen Kommunal- , verbänden bezogen werden dürfen, unangenehm aus, die tzeringfte Menge scheint der Kommunalver­band Offenbach festgesetzt haben, auf den Kopf nur 3 Ztr., wahrend Gietzen und Lauterbach z. B. für dieselbe Zeit 3/? Ztr. genehmigten. Das sollte auf alle Fälle vermieden werden.

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THrttcrvoranssagc für M i t twusch:

Wsltig bis bedeckt, zeitwrnse Niederschlage, west­liche Winde, Temvergtur wenig geäntert.________

Letzt Nachrichten.

Räumung des Baltikums.

Berlin, 13. Okt. lWTB.) Die Reich s- regierung beschäftigte sich gestern mit der neuen Note der Entente wegen der Räumung des Baltikums. Nachdem bereits früher die gänzliche Einstellung der Ver­pfleg u n g s z u f u h r an die widerspenstigen Truppen im Baltikum verfügt worden war, soll nun auch jeder Personenverkehr nach dem Baltikum gesperrt werden. Es dürfen nur Leerzüge zur Abholung der Trup­pen hinausfahren. General v. d. Goltz gab das Kommando am 13. Oktober endgültig an Ge­neral Eberhardt ab und wird demnächst in Berlin erwartet.

Uebergrifte der Letten.

M i t a u , 13. Okt. (W. B- > Der d e u t s ch e Beauftragte in M i t a u wurde am Don­nerstag von den Setten verhaftet, ebenso der deutsche Beauftragte in Libau mit seinem Personal. Die Regierung hat bei der lettischen Regierung Protest gegen die Ber Haftungen eingelegt Die lettischen Truppen ermordeten in den letzten Kämpfen die gemachten Gefangenen, darunter auch Deutsche. Thovensberg wird von der letti­schen Artillerie beschossen. Die Letten be­antworteten das Wafsenstillstandsangebot des Obersten Permondt Awalow noch nicht. Die Räumung NordrußlandS durch England.

London, 13. Okt. (W. B.) Amtlich wird bekannt gegeben, daß die Räumung Nordrußlands jetzt vollendet ist. Der letzte englische Transport ist gestern aus Murmansk abgefahren.

Ein Brief des ehemaligen Kronprinzen

Berlin, 13. Okt. (W.B.) DieTägl. Rundschau" bringt einen Brief des ehemali- aen deutschen Kronprinzen an einen seiner früheren Ordonnanzoffiziere, in dem er ausführt, daß Deutschlands Entwicklung eine gute geblieben wäre, wenn es seinen Staatsmännern gelungen wäre, den Krieg

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