Ausgabe 
14.4.1919
 
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nbuftrieller unb Der

mit der blatten

IvuwrnnrütK und dem Ban bryte früh gar <Tt6etj5<tud

Hcssk« «assaa.

0 Marburg, 11. Apttl. Der ftetwerne Dar au! 'dem BSrendrmrnen rtrbm dem Lalber- teuft m der H-rlüs-rimche. der so oft ftibrr Otetxnfumb fntbrntiittni Ulf# wer trrtb brr mid> in dreiem Wuttersemester sah oft mit der Mannt

bHl er droftend eine lange Steige. <nrt 'deren Srttze em btfar OU^NiIlon steckte Ein urtmukfrS Bild, da? ferne B:rtun» trog der trüben Zeit auf bte 3trajenw1«*ii nirfX Verfehlte.

Au» ßeffen.

Die Selbstverwaltting her Schule.

Das hessische Lande>-amt für das Bildungs­mr fen gibt in derDarmstädter Zeitung" zwei Entwürfe bekannt, br mit der Selbstverwaltung der (-xlxiU? ernst machen wollen. Der eine lieht einen Landesschulbeirat, der andere Elternbeiräte an allen öffentlichen tSdnlcn vor. Es soll pu diese Weise eine engere Fühlung zwischen Schule und At.mbaus und damit auch zwischen Schule und Volksleben hergestellt werden. Beide geplante Körperschaften sollen sich aus Lehrern und Eltern zufammensepen. In den Elternräten bekommen iact^emä& die latent die Majorität, vier soll bet Lehrer mir als Sachkenner mitwirlen. Bei beson­deren Rrnnen können auch Sachverständige anderer Art. bn'ptelSweisc Yente, zugezogen werden Der LandeSs.vulbeirat besteht zum gröberen Teil auS Schulmännern Vlnd) der Vertreter der Pädagogik an der LandrSUniversität ist als Mitglied vorae- irbrn. Daneben Vertreter der Clternschasi. Alle diese Vertretungen sollen durch freie Bahlen ge­wählt werden und das Recht der Initiative haben. Für die Elternbeiräte erfolgen, so sagt der Ent- tmirf^bie Wahlen am besten in Etternaben den, die der ^ximlkitrr zu solchem Zwecke beruft. ?rür den Landesschulbeirat wird die Behörde Zunächst 6* Elternvertreter in Ermangelung einer Elterno rga- nisaüon berufen müsse».

Landkreis Kietze».

Grün berg. 10 April. In km mrojm M Ende gehr-nden Schuljahr war die hieige Real- schuk in 6 Massen von 161 «Indern besucht, c«r- unier 48 Mädchen. Der obersten Klasse, der Unter» Sekunda, gehörten 19 Schüler an, die am 25. MürZ sämtlich bu Einiührr»M'P üfmg bestamden l-a'.En. In einer von den Angehörigen der Schüler und Vhcinthcn der Art statt sehr gut besuchten, in der Turnball. abgehaltenen Scknufeier bat am 6. April ihre Encka'sung aus dem Sd>ult>crbanbe fbnttge» hmben An der Realschule sind zur Zeit ernschi. des Tirekwrs 8 ordeMliche. 3 auärterbmilid* Leiner und 2 Volontäre tdig Alle 8 ordentlichen Lehrer.mb 3 Volontäre, die der frriccr'ucffüm dem Lehrkörper der An''al' aug^hött ha.en, warn, i.l 5di<. 3 LehramtSassesioren ;tnb trfäten, 2 wur­den schwer verwundet. Das neue Schuljahr be- ginnt Montag den 28. April: der (Eintritt in txt Sexta taut ied) vollendetem 3. Bottsschuljatzt erfolgen.

K «irch-Sön», 12. Avril. Dvter Tag. wiederholte sich aus der Straße nad) fciörnAeitn folgender Vorfall. Ein Lraftwageu benutzte diese Straße, und aus Dem Dagen wurden Gewehr» s ch üssc auf die im Heide beschäftigten D aner * (e u t e abgegeben, so daß sie flüchten mußte». Ein Säemann mußte rn der «derfuafr edmH suchen: ein Landwirt, der gerdbc Jauche fuhr» jagte im Trab davon.

«trete Alsfeld.

uv Ruppertenrod. 12. Avril. Dem Sarge unseres Bürgermeisters Heinrich Nest­ell pp folgte gestern ein Leichenzui, wie er fetten hier gesehen ward Pfarrer Jung hielt die Okab- rebc Goabgesänge der Schuli»gend begleiteten die Leichenfeier. Im Auftrag der Demelli^^ legte Lebrcr Strack einen Zdmni am Grabe nieder, Hh: das ÄrelSamt Zkreisafsessor Ranz, für, die .('.reis- schnlkommisswn sprach Schulrat Duff, für die BezirkSsvarkaste Pfarrer Schmidt-Aeünber^Allc Redner rühmten die Pflichttreue, die ungewöbn- lidr Bescheidenheit, die gründlichen Amtskcnnt- nifte, den Fleiß bei Verstorbenen.

(starfrnburn unh Rheinhesse».

**Offenbocha. M, 14 Avni R«h dem soeben bcnni8<rgr herum IahreFberüKt tmrr die hie- fitr Goerhc schule hn lebten Jahre von 357 Sd*- l -rn besucht 122 batten ihren elterlichen Dobnsitz in Osten dach. 43 tarnen ans anderen Hess eschen Orten uno 192 aus Trxxmfhrrt und Umgnxrtb Der Lehrt«« der Sst^befckprle ist übereinstimmend mit dem Der hcTWn Realschule.

** A m tliche Persoualnachrichten Ernannt wurde am 1. April 1919 Lons Lied ui I arm^abt zum Sch.ci.»gcdil oi bei der kni*- nicl schal l dm Versuchs :atu>n na: Sirfini» vom 1 April 1919 an. Ernannt wurde am 10. Apri Martin Mover zu Mainz ;um Schrcibsebilsen bei der Gewi rbeinsveftiou Mainz mit Wcrftm! vom 1. Avril 1919 an. Für den Fall, ba demnäch't die Stelle des La::dp7r:chgsekretärS bei tvm Landgeruch 2armf!abi tret w.-rden sollte, n'l in Aos vsi okommet, bvfe Stelle mit einem mittleren Ju ki Beamten zu hefaien. Bewerbungen Iminen fiton :e&t bei dem Ministerium brr Justiz ein gereicht werden. l5nbc brr Bcwerbungsfrist: 20. April ds Is

** Das Fest der silbernen Hochzeit feiern Dienstag den 15. d M Dachdeckermeister

1 ft r a u i! o P f und Frau Ldristiue geb. Luh.

*» «arteuhauK-DiebftLtzle. In

fnr Durchführung bringt. fetüenS Teutschsand befürwortet bat (Zuruf bei den Unabhängigen: Unb der ist heute noch Minister!j Unter diesen Um­stünden tonnt#1 es dahin kommen, daß ber Slaats- tsericküshvs sich auch mit einem Midgiteo derselben {Regierung wird befassen müssen, von Der diese Vorlage kruSgeht Air lehnen sie ab. (Beifall ber bat Unabhängigen.)

Damit schließt das Haus die Besprechung. Die Sorlagc geht an den Wir.fätast-ausschuß.

Nächste Sitzung Montag 2 Uhr: Jnterpellr- kion Auer (6.) bet testend Maßregeln zur Ernäh- nmgssrage.

Dnnburfl als Nachfolger Schiffers.

Weimar, 13. Avril. Ministerpräsident Scheibemann empfing heute den scheibenden Finonzminister Schiffer unb darauf ben von ber deutsch-demokratischen Fraktion als Rach- folger in Vorschlag gebrachten Abgeordneten Dem bürg, öeute nachmittag ist der Abgeord­nete Ternburg von dem Reichspräsidenten Ebert empfangen worden Seine befutitwe Ernennung zum 9Rcid>5rinaninrtniUcr dürfte nunmehr UN- mittelbar bevontehen

Schisser bat am Samstag entern Dertrejer der amtlichenDeutschen dlllg. ^Ztg." Mgatbe Er- flärung über die llrfachm fernes Rücktritts ge­geben:Wir haben keinen Grund, zu ver- j. weif ein. solange nicht sinnlose s^rderungen an un» --stellt werden, sei e» entroeber von der Snttnte, sei es von mrverantworttxhm Elementen unseres Volkes, die die Lage gar nicht Oberfeben können. Tie Steuergesehe. dir der Ratwnalver- sammlrmg demnächst zugehen werden, smd falt völlig fertiggestellt In chnen habe nfr meinen Mitarbeitern versucht, den Au^veg zu weisen, der mir zur Gesundung wiserer finanziellen Kratt zu rühren scheint. Was k-frten Endes der Anstoß war? Ich verhehle nicht, daß ich mich in Fragen der Schaffung unb Besevung neuer Stellen im Etat ber Meinungen, die scküießlich das Uebergrwicht erlangt, nüfi mizuschiteiVn vermochte."

am Freitag imPostkeller" stattfand und zadl- reichen Besuch austoies. nahm nach einer Dar­legung ü'.'erDie Zustände in Bavem ' einstimmig eine Entschließung an, in der u a. gewrdert wird; Die Wiederherstellung der feit 70 Jahren in Bavern besdhenben Bolksfreibeiten des allgemeinen Wahlrechts und ber Pressefreiheit, die sofortige Einberufung des Landtags unb das schärfste Vor­gehen argen die landesverräterischeri Bolsche­wisten. Sie fordert eine vom MedrheitSwillen befl .Volkes getragene Regierung unb die BiDunv eine» unpolitischen deimatschuveS.

Die noch nicht a bge holten Erb­en r e i s e r können noch bis einscbl. Mittwoch.

16. April, gegen Vorlage des BestellauSweises ans Zimmer 7 deS Stadthauses in Empfang genommen werden. Die nach diesem Termin nicht abgchvlten Reiser werden anderweitig veräut>rt.

** Postverkehr. Mit Stuttgart ist ber Poft-, Telegraphen- und Fernsprechverkehr wieder ausgenomnien worden. Rach einer amt­lichen Mitieilung können Postpakete nach Danzig bis auf weiteres nicht angenommen werden

* Tie Beschaffung guter Zieb- bunbe wird brurgenb von der doerrsverwaltunq gewünscht. Wer einen brauckcharen önnb kräftig nicht zu all. gut erngestchvcn den er nicht icilnt dringend bciöitrrt, dorthin abgibt, tut ein gutes vaterländisches Werk. Am Dw'sch werden be £>unbe beeilt natürlich nicht mit Lurusprer'aa. Angebote find z« richtem <rn die §riegshurDemeld»i stelle, ffominenteroret Lxckler, Tarrnftobt

Der Hätttongrtft.

Verkin, 12 April. Im Räietangrrß tmtrbe Tröte über DuticktandS Aufbau und das Nöie- shstem gespvockim, m-d zwar von dem Melnhr.ts- sozialisten Eohen-Reuß und dem Unabhän- «gen Däu mig. Eohen-Reuß hat int ivefcntheben Inhalt feiner Nede hie erhobenen Forderungen in einem Antrag der sozipldemokratisckrm Fraftiun nicbcrgclcgt. Er sparte in ber Begründung des Antrages weder mit Vorwürfen gegen bie Sozial- demollatischf Partei unb N^erung. noch mit Angriffen gegen die Unabhängigen und Demo- traten. Tie Nationalverfammlwiq nach W'imar zu verlegen, wo sie wie unter einer Glasglocke tagte, fei ein Schildbü vrsircich, die txr5 Ab wan­dern der soziale mokvruschTN Masse nach links und re4i:8 mit bewirkt I>at Tie sozial i ilty Re­gierung hat auf loirtschvftlichem Gebiet keine GdXagfraft bewiesen unb auf sozialem versagt. Aber auch dieBerblendungderArbeiter- schaft, die Fvrderungm erheben, die das Mög­liche übersteigen, ist zu rügen. Die Regierung ist daran nicht ohne Schuld. Sie hat Zusagen ge­macht, die sie unmöglich halten tarn. Tie größte Schuld aber an den gegenwärtigem Zuständen trägt die alleräußerste Linke, bie zuerst begonnen hat, mit Mrrsckünengewrhreri. politisch- Fvrderungen zu erzwingen. Dauern sei nur ein Witz In TeMstksand würde sich die Räterepublik höchstens ein halbes Jahr behaupten tonnen. Was fte aber alles zerschlagen würbe, ist gar nicht auS-udenken Der Redner gab dami Schilderungen aus dem bolsch-wistrschen Rußland. Reu war wohl die Mitteilimg, daß die Sowiettepublik gegen- tt&rtig 6 MÜlw-nen Beamte umfaßt, von denen jeder ein Gestalt von etno 9000 Rubel bezieht, so daß das Volk fährlüh für Beamtengehüller 54 Milliarden Rubel aufbtiitgtm muß

Däumia bezeichnete Cohen« Gnfnmrf als einen unglückseligen Kompromiß Die Rateorgani- fatron, wie die Unabstängigen sie erstrebten^werde versuchen, den von ben Russen begangenen Rvien- fehler zu vermeiden, indem sie sich nicht roie btefe ausschließlich aus die ifraft ber schwieligen Faun Tlüt*en. sondern eine Gemeinschaft zwckchen Kops- unb Lwndarb^i ern erstreben würde.

Die unabhängige Fraktion brachte einen Antrag ein, wonach der Rät-kongreß bte auswärrrge Politik der gegenwärti'rcn Regierung, tnübesonderr die Führung der WaffenstillftandS- verhandlunnen durch Erll'erger oerwirst, weil da- durch die Gegensätze zwischen Deusichland und Frankreich verschärft würden. Der Antrag fordert miver.ii glich' Einst llung der Feindseligkeiten gegen die Son»,et cecsierunq unb die Anknüpfung frtuni* schaftlicher Beziehungen »u allen Mächten, befon- ders zu Rußland

Dr. Paul Michaelis (Dem.) wendet sich gegen eine 9tätertgkrung, da sie genau so herrsche wie ber Massenstaat Zu Beginn ber Nachmittags- sitzung nahm R e i ch 4 m i n i st e r 9B i fi eil das Wort: Wie es keine halbe Wahrheit gibt, so gibt öS auch keine halbe Demokratie. Die fouitc noch zweifellos bestehenden tfoiwmifrfxn llngleicblxntcn darf man nicht zum Anlaß nehmen, bte Demo­kratie preiscuqeben Es fehlt sicherlich im Boll eine staatsbürgerliche Erziehung Das gilt für weite Streite des Bürgertums unb der Unter­nehmer, aber auch Sie (Au ben Unabhängigen! haben eS viel an staaisbürgerlichcr Einsicht feMen lassen (Unruhe.) Das kann man nicht durch dos Rätesvstrm ersetzen (Mit erhobener Stimme!: Wir in ber Regierima halten fest an dem demokratischen Prinzip und sind libeneugt, daß wir bamit dem Willen des ganzen Dolles entsprechen Mein Bor aänger bctl den Arbeitern Zusagen gemacht, bte die Demmungslo'iakeil ber Arbeiten grongtjogen haben unb die ich keineswegs birtigcn konnte Es spraclien u a. noch Kültski, Ricl>ard Müller und Schröder. Montag FortseyMig.

Ans dem Ueiche.

Der neue bnitidje Gefan-te in Schwkdnt.

Berlin, 12. April. Oberbürgermeister Koch in Zkassel, einer her denwlratischen Vertreter des Wahlkreises .Hessen-Rasiau, ist zum Gesandten in Stockholm auser'ehen. Die Negierung hat bereits eine dahingehende An- frage an ihn gerichtet und es ist mit Sickere beit anzunchmcn. daß Oberbürgermeister ftoch den Gesund len posten übernehmen wird. Ge­genwärtig ist Freiherr v. Luctns deutscher Ge­sandter in Schweden.

Eine ReichcumfaßsteA-r für SrnnftWe.

Berlin, 12. April. Wie dieGer­mania" erfährt befindet sich unter den neuen Stcuerplänen auch eine vo» Reich -» et»

Bund der Industriellen nunmehr ein - heitlich verschmolzen firtb. hat feinen Sitz in Berlin. Er bezweckt nach § 1 der einstimmig angenommenen Satzung die Herbeiführung eines e-.nheitlichen Vorgehens der beteiligten Mrcife bei der Gemeinschaftsarbeit mit ben Arbeituehmciui, die auch in Fach-, Orts- und Landesverbänden owie Fachgruppen geleistet werden kann.

Der Streit der vantbeamien.

Hamburg, 13. April. (WTB.' Eine Dcr- ammlung der Bankbeamten beschloß, sich am Dienstag dem Streik der Berliner Bank­beamten anzuschließen, wenn die mor­gigen Derlxtndlungen in Hamburg #u keinem Er­gebnis führen.

Die Spartaliftengefahr in Braunichweig.

Berlin, 12. April. Aus Braun- chweig wird berichtete Gestern abend ent­wickelte sich am Bahnhof Börssum, 25 Zlilometer südlich Braun'chweig an der Bahn­linie Börssum-Harzburg, ein F e u e r g e - echt. Im Laufe des Tages hatten Goslarer Jäger den Bahnhof besetzt und einen Panzcr- zug vorgeschoben, um die Eisenbahnstrecke Magdeburg-Börssum-Hildesheim zu sichern. Bei Einbruch der Dunkelheit erschien von )Zraunfchweig kommend ein Militär- raftwagen, der von einem mit Bewaff­neten besetzten Auto gefolgt war. Da die Wa­gen auf Anruf nicht standen, sondern die Re­gierunastruppen angriffen, wurden sie unter Maschinengewehrfeuer genommen. Intel schweren Verlusten mußten sich die Braunschweiger Äomumnisten zurückziehen. Sie hatten v i e r T o t e und mehrere Verwun­dete. Auf dem Führersitz des Lastwagens saß eine Frau mit einem Säugling. Sie wurde chwer verletzt, das Kind ist tot! Rach dieser Niederlage haben die Braunschweiger Sparta­kisten keinen neuen Angriff mehr unter­nommen.

Straßenkämpfe in Düsseldorf.

Düsseldorf, 13. April. (WTB.) Gestern wurde in ben Straßen der Stadt mehrfach von Häusern unb ans Fenstern geschossen. Der Hauptbahnhof wurde aus den benachbarten Häusern unter Feuer genommen, wodurch mehrere Zivil­personen getötet zwei schwer und eine leicht verwundet wurden. Das Militär sah sich genötigt, zur Wiederherstellung ber öffentlichen Siclierheil einzufchreiten. In ben Abendstunden unb in ber Nacht nahmen die Regierunas rühren ben K a m v f gegen die Spartakisten wieder auf, die sich im Stadtteil Oberbilk verschanzt hallen. Das Maschinengewehrfeuer dauerte bis in die Morgeir- stundcn. Heute vormittag um 8/«9 Uhr begann ein äußerst heftige^ Geschütz- und Minenwerferfeuer, das etwa s/4 Stunden dauerte Darauf drangen bie Regierungstruppen von verschiedenen Seilen vor. ES gelang nach kurzer Zeit, den Dbcrbilter Markt­platz zu nehmen und die Spartakisten zu vertreiben. Die Soldaten gehen daran, bie Häuser ber dortigen Gegend zu durchsuchen. In Oberbilk sind die Re­gier ungstruppen vollständig Herren der Lage. In der Kölner Straße sind bie Verwüstungen sehr erheblich. Die Masten ber Leitungen der Straßen­bahn liegen zerschossen unb Fenstersclieiben sind zertrümmert, Dächer abgebedt unb ganze Stock­werke eingestürzt. Der Hauptangriff würbe von bei Kölner Straße unb vom Hauptbahnhof her geführt. Die Rcgierungstruppen finden fcinen er- bfWichen Widerstand mehr. Bon ihnen wurden nur wenige verwundet Dagegen wurden zahlreiche Zivilisten, darunter auch Diele Unbeteiligte, in bie Krankenhäuser cinwüeferl. zum Teil schwer ver­letzt. Die Spartakilbm sind zum größten Teil iu Ellern geflüchtt-t. Der private Fernsprechverkehr ist noch gesperrt.

A«» Statt and CanO.

Gießen, 14 April 1919.

Die Folge« der «ohlennst machen sich immer mehr bemerkbar. Die di^Güter- abfertigung Gießen mitteilt, ist bet Stück- gutoerkehr vom 15. April ab fast gänzlich ein- gestellt. Selbst Umzug Saul wird vom 15. '2lp.U ab Dadäufin nicht mehr befördert. Zuietassen iinb noch einzelne Stückgüter, über bie bie QMerabterti- gung AuÄuntt cnbt. An Ladungsgut ist nur zugelassen: Bich, stöhle. Koks, Briketts, Zeillings- brudpanier. Saatgut, Düngemittel und Mllllär- gut in beschränktem Umiange. ,

Auch der Personenverkehr rorrb wesent­liche Einschränkungen erfahren müssen. Seit gestern sind audgeialten bte Hüge:

Oheßcn ab 10 42 nach Eitorf,

Vorzug 777 FrankfurtD eßen an 7.50, Haaptzug 776 G.eßcn ab 2 28 Frankfurt.

Neu eingelegt sind seit gestern die Sonntags- züge: 1

774 von MarburgGießen an 9.46,

781 Gießen ab 8.35 Marburg.

Ter Aus soll weiterer Zuge ist zu erwarten.

Wie bereits ang tu.ibigt, werd ebenfalls bte Gas« und ElektrizitätSeinschrän- k u n g von moryn ab ein treten. Wie wir hören, rotrb sie e wa bte glcülm Be cimmungm umfassen nie die Einsck.ränkLto im Januar und Februar Wirtschaften Dürfen nach 9 Uhr abends rceoer Gas nod) elektei ch s Licht wrbremten Für HauSbal- :u:»gen ist De' L ch v rbrau h bis ViH Uhr abends erlaubt. Dafür tr.rb fto^fla-5 te>n mittag/»2 bis 7.6 Uhr und von abends/JO bis morgens 6 Uhr al^T.cUt wrden.

Die ftvhlenzufubr der städkischen Werke hat ich infolge Der wilden Streiks im Kohlenrevier mmer noch mehr verschlechten.

Eierjagden.

Die Ausnahmeregelung des Hess. Landes- crnährungsamtes, wonach im Großlerzogtum die Eierabiabepflichi und Eicrhöchstpreise be­stehen bleiben, hat unter der Landbevölke­rung vielfach Unwillen erregt. Bersammlun- gen haben vielerorts erregt gegen die Aufrecht­erhaltung der Eierverordnung Protest erho­ben. Eine eigenartige Beleuchtung der Frage geben nachstehende Meldungen aus Marburg. Demnach muß auch der Landwirt froh fein, daß die Eier nicht freigegeben sind.

Marburg, 11. April. Seit ber Frciextbe ber Eier hat in den Dörfern ber näheren und

enteren Umg fort/) eine wilde 3 a i b tusch hie­rin urg-hrten Lebensmittel emge fa.it Vielfach fa<n id) bie Landwirte gezwungen, ihre« r e n z u schließen oder ixt rfbcguxi-ibtefte Person, die tm Hose ist, dorthin zu beordern. Da in manchem Hose im Täy oft zwanzig jmb mehr Personen um (ievr nxnhirag-n, töirncn natürlich die wenig en befriedigt wenden. Wer z. B. mit ber Jfreiilxxbn in bie Ott schuften des C^txrrfar Grundes fahrt, kann in dieser Hinsiche reiche Be- cL^adjrungm machen. Daß bie Eier mtirr solchen Bechallmssen rftf# billiger werden, ist Leicht zu begreifen.

Marburg, 12 AprL. Sell gestern sllck im hiesigen Kreise wieder Höchstpreise für Gier festgesetzt worden. Der A.- intb S -Rat hat, rtü tvcücT rnllgeteill sei, dem Ktteseernährungs- amt den Vnllvg ujürrbrritd., nmgebenb die Wicdereintührung der staatkichen Eier bewirt schaf tun g bcxxxrfafft« zu wol­len ES wird darauf hnigenncs«, daß bei der wilden Jagd nach Gicnt diese ml irbctn Preise auf- getauft werden und die wirtschaftlich Schwachmi diese völlig entbehren müssen

Unsere Befürchtungen, die wir bei der ersten Nachricht von der beabsichtigten Frei­gabe des Eierhandels geäußert hatten, haben sich demnach für Marburg bewahrheitet.

Eine neue Hamftermerhode.

--- Unter-Schmitten, 13. April. Zog Da am Mittwob eine Z i r kn s ge se l l s chn f t mit mehreren Wag.m in den On ein und kün­digte für Frettag eine Galavorstelllmg an. Ein­trittskarten wurden im Aushau sch gegen Lebensrnittel atöO'gcben. Eier, Kerttvsfkln, Mehl, Buttenrocken und öergl. wandetten in Fülle in die Zttckuswagen. Die gartie Einwohner schift freute sich auf bie SaÜNvrstrllung am Frrilag Doch als ber Freitag aufdämmerte, war bad fallende Volk Samt den »hamsterten Schätzen verschwunden. Die guten Unter-Schmittener waren geriebenen Ham>rr-Schmndlcrn zmn Orter ge­fallen. In welch m Dörf ern mag i>:e .^ZirkuS"- Ge'cllsckosi tarn Qwe Wgevams auf-xmen ?

= Fulda, 13. April. Tas GaSwert mußte roeg.n ftrtjteranangtl» den Betrieb ein- stellen.

Gießen Berpftegnngsssatip« der polnischen Truppe».

Berlin, 12. April. («TB.) Tie Trans­porte der polnischen Truppen über fkoblenz guer durch Deutschland beginnen wie bereits? von der W^ffenstillstand.ckommission milgeteilt am 16. 4. vormittags. Der Provi.in' o tb die Munition wer­den wahrscheinlich über tScttin befördert. Tie er­forderlichen Vereinbarungen über Fahrplane und BerpflcguNttttauftnthal e such gemeinsam getroffen von der Unterkouwiission für das Inn^porhrofcn in Svaa und der Eisenbahnabteilmtg des deutschen öcnaxdftabc-j. Bcrvflegungsauf ent­halte während der Durchreise sllid für die polnischen Truppen vorgesehen lli G i e tz e n, Dil- beim »höbe, Sangerhausen, fliehen, 9?eubictenb3ri, Taucho, Dvbrilugk, Lirchhain unb Lissa.

hebende Grund stücksunrsatz steuer. Sie soll, wie verlautet, bei sämtlichen Umsätzen in I mmo­bil i e n, also für H ä u s e r, Terrain, Acker­land usw. erhoben werden, und zwar in Höhe von 4 Prozent vom Umsatz. Die bisher bestehenden Grundstücksumsatzsteuern der Ein- zelstaalen und ftommiuten, die untereinander ehr verschieden waren, sollen zugunsten des Reiches aufge^ben werden. Bisher erhob das : reich zu den Gruichstücksumfatzstcuern der Einzelstaaten und Äommunen einen Zuschlag von Vi Prozent.

RkichStnmitltgksktz.

Berlin, 11. April, (w. B.) > wir erfahren, ist bie Regelung ber durch innere Unruhen ver­ursachten Schäden durch einen Gesetzentwurf fest- gelegt worden, der dem Staatenausschuß überreicht wurde.

Eio Reich-verdand der deutschen Jndastrie.

Berlin, 12. Avril. (WTB.) DieBeniner Polit Nachr." melden: Heute vormitta-i wurde in Berlin im Großen Fe.Vaal des Esvlauadc- Hotels die Gründung eines Rcichsvecban- des der deutschen Industrie secett.ch voll­zogen. Der Reichsverband, in dem die wahnrnd des Krieges im deutschen Industrierat zusammen- geschlosscnen Spittenverbände, dec Zentralver-

letzter Zeit wurden m hiesiger Stadt zwei Gartenhäuser erbrochen, wobei den Die­len ein ca 1 Meter langes Fecnrvhr, ein Cd- bttdDie Wein probe", 6 Rehbörner (swrter) auf Icknoarzen Plättchen. 12 »orotegiäfer, 1 ftartow mit Samen in Beuteln von der Firma vck. X)aba, steßen, 1 «rbeusleid, 1 Killelichürze. 1 Ädxiu- ckurze, 2 Paar Arbeitsschuhe. 1 Beil, 1 Zange L Sparen. 1 Gartenschere und 1 ovaler Spiegel in die Hände sielen.

** Tie HandelskammerGießeu hatte sich an die Ellenbahndirektu» Frankfutt mit bau Ersucke.! um Zugvermebrung gewendtt. Bon der Eisenbahndirckrion Frankiutt ist raut mehr folgende Antwort etnaegangen: Mit Rückslckt auf den mt- gün fugen Lokomonvstmid und die dauernden .stvhlensörberungsschwteri.'«ketten kann gegemoättig ane Iugvermehrung noch nicht vorgcnvmmen wer­den. atagegen ist in Aussicht genommen, mit der Einführung des So mm c n adert ans d» Züge Als­feld ab 10.15 vormittags nach Gießen und 2 17 nachmittags nach Fulda wieder verkehrst ;u lassen, wem: bis Dahm günstigere Berhältttisse eingetreten sein sollten.

** D a S Hessische AreikorpS ver­anstaltete am Donnerstag tm Saale der Lie- bigshähe zugunsten unserer zurückkchrenden Kriegsgefangenen einen Unterhaltungsabend, der sehr gut besucht war. Die Begrüßungsrede hielt der ftommandeur des Freiwilligen-B»« taillons Major Zickendrabt. Herr Dang hielt eine kurze Rede über Zweck und Ziele des Hessischen Freikorps. Der Abend wurde durch musikalische und humoristische Borträge nusgefüllt, an die sich eine Berlosuna und Tanz anschlossen. Der Ueberschuß des Abends betrug 500 Mark, die dem Durchgangslager Gießen zur Berwendung für unsere beimtab- renden Kriegsaesangenen überwiesen wurden.

** Eine Baveruversammlung, bte

band heu