Ausgabe 
14.4.1919
 
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Die

Die Ideen des Bolschewismus.

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«t®*8 wove akttakd toeynt der Ereelchung dieses Zieles mit leistungsfähigen Schulver- bänden, namentlich solchen, in denen mittlere oder höhere Lehranstalten vorhanden sind, Verhandlungen einleiten und über das Er­gebnis bis zum 1. Oktober berichten. Es würde erwünscht sein, wenn möglichst schnell in einer erheblicheren Anzahl Orten Lehrer- und Lch- rerinnenstellen errichtet würden, da bei dem augenblicklichen Angebot von Lehrkräften eine sofortige Versehung dieser Stellen durchführ­bar und zweckmäßig erscheint.

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sehr lebhafte« «sprach« wmrben dann Me %* Schelprr enb Ottrnhetmer besprochen. 3ei ersten Falle war bas gesamte Personal in der Dernrteilung des Vorgehens des Intendanten einig, im Falle Ottenheimer stellte sich bas Orchester geschlossen gegen den Kapellmeister Ottenheimer, dem ftc die Fähigkeit zur Leitung von Opern absprach. Die künstlerischen Absichten des Intendanten wurden anerkannt und bas Bestehen bet Cliquen zugegeben. Gegen 1,3 Uhr nachts kam es zu einer Abstimmung des gesamten Personals, die eine geringe Mehrheit ür ein Vertrauensvotum für die Intendantur ergab.

Nachdem gestern morgen im Anschluß an die Teilabstimmung pm Donnerstag der Rest des Theaterpersonals, da§ an jenem Abend nicht an­wesend war, über die Vertrauensfrage ebenfalls abgestimmt hat, bat sich folgendes E nderged- n i s herausgeslellt: Abgegeben wurden 284 Stim­men, davon lauteten auf Vertrauen 132, aut Mißtrauen 146, ungültig waren 6. Demnach wurde dem Intendanten Dr. Krätzer ein Mitt" trauensvotum mit 14 Stimmen Mehrheit erteilt.

Darmstadt, 12 April. Der Intendant der hiesigen Bühne, Dr. Krätzer, ist auf das ihm vom Personal erteilte Mißtrauensvotum hin ju* rüdge treten.

plagte heimkrh, wurden, ng, dir mb M. e $« ^stimmig <n wir): ihren in Igantuim sosochgr rifte SBot-

Bolsche. Dillen des

Bildung

;n Erb. Mittwoch vkises ans rtnommtn tbgcholtrn

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eROwttexi. 10. April. 5fr einer OrtS- MvrVenversammlimg des Hessischen Bolksbnndes Narbe mrchstehende Entschließung gefaßt: Die Ortsgruppe Schotten des .^eiTifdjen Volks' Hundes erwartet von der Nationalversammlung, 'haß der vom gesamten hessischen Volke mit Freute begrüßte 8 15 der Reichsverfassung, welcher die Schaffung eines hessischen Landes- Kaates von dec Diemel bis-zum Neckar «möglicht, auch in dieser Form Gesetz werde."

merung jener Gewalt durch die unteren Gewalten, das ist die Auffassung der Bolsche.tn,ten unb Jlnar- chislen. Tic brüte orediyt Tuldung gegenüber Kbcr Gewalt.Du sollst dem Hebet mcht wider- leben, mir deine £>änbe selbst rern Dor ©ewxti halten!" Welche Armut im Vergleich zu der lötti' gestaltigkeü, di-c dieses Pvoblent im wrsteuropm- scheu Teufen angenommen hat! Noch ,n etwas zeigt sich diese Gedankenarmut: Lenins £xn4>t» merkStaat und Revolution" beslebt in iverter nichts als dem Versuch, zu beweisen nicht etto.i daß brr Bolschewismus bie brr. Anforderungen brr Wirklichkeit entsprechendste Lehre fei, sondern nur, daß er mit dem Manschen Sy Item des Sv ^n- lismtlä übereinstimnte. Marr ist für btc B.stsch nisten der Brinaer des neuen Cwangcltums, kuw Mehrwertlehre ist ihr Dogma, das nicht geprüft und nicht beurteilt, sondern geglaubt wird, xxx Russe ist gläubig, und glaubt er mcht an b« Togmen der eignen Kirche, so fällt er um io leichter irgendwelchen von Westett komntendei^ Lehren anheim. Noch etwas typisch mu,stsch«- kommt biumi : Ter gebildete Russe, der seine ergae .itultur bis zu gewissem Grade immer noch oLs etwas fremdes und Angelerntes emvfncker, hak von dem Russen der Masse eine ähnliche Aut' sassung wie Rousseau sie vom primitiven Natur menfdKn hatte: Tas sei der eigentlich gute, der toahrbaft vernünftige, noch durch ferne .Kultur verdorbene Mensch, ixmbrit er fernen Instinkten nach, so handelt er vernünftig^ Und darum tonnt man auch das Geschick der Menschheit getrost in

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Operette von Rudolf Bernauer und Rudolf Schanzer. Musik von Walter Kollo.

Der Inhalt dieser Operette ist, wie das heute meistens au sein pflegt, ein Vorwand &u musikali­schen Einlagen und die Gelegenheit zu harmlosen Witzen. Da höhere Ansprüche nicht erfüllt werden sollen, wäre es unbillig, auf ichrer Ersülluns zu bestehen. Die Operette, wie sie nun einmal tjl, füllt einen Abend aus angenehmste Weise aus, ssc unterhält und belustigt. Sie ist manchmal bumm, und auch darüber kann man herzlich lachen, aber sie ist nicht geschmacklos, und dessen muß man nch reuen. _

Rein äußerlich zeigte sich der Darstellungs­erfolg schon daran, daß fast jede Gesangserntage wiederholt werden mußte. Walter Kollos Mutek ist nicht besonders originell, aber in ihren melodiösen Wendungen ohrenfällig genug, um hasten zu bleiben. So zum Beispiel Die DuetteOhne Geld chbt's keine Austern" und junges verz, laß btt Liebe fein", sowie das in drolligen Neimen auf Mädchennamen unerschöpfliche Klagelied des

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^Tie" Hauptdarsteller des Abends, Margot Werner (tolle Komteß) und Adolf Falken (Kammerdiener wider Willen>,<rvaren stimmlich und schauspielerisch ausae^-ichvet. Moryot Werner hatte eine überlegene Leichtrgkeit und Adolf Falken, dessen Organ in letzter Jett entschieden freier und traqfätjiger geworden ist, gab ihr an aufgeräumtem Spiele nichts nach. Drollig bis zur Drallitimmnng 1 war Hermine Wossidlo. Auguste Marcks gab eine glaubwürdige Gräfin und Ltnse Delosea röte opercttenhaste Pensionsvorsteherm ab. Be­sonders erwähnt sei Artur Reppert als Valdmn Kose, der vom Pech in der Liebe verfolgte oadtfe Sehr wirkungsvoll waren Itudols Goll, Eirl Ernst Schaum und fiktrl Volck, besonders tn dem Terzett des dritten Aufzuges. Der ganzen Aussübrung merkte man den Ehrgtr'. an, am Schlug her Spielzett noch einmal alle Kräfte ein^u; tf3.cn.

Die Spielleitung versah in seiner für das leich­te« Genre besonders geeigneten Art Rudolf Go l l. Tie zeitweise erfrisä>enden Tänze waren von Lma O l d i n i eingeübt. Dem Orchester verlieh Ludwig M a r g u t h den operettengemäßen Zug. zz.

die Hände ihrer primitivsten Schickst legen.

Woher kommt nun aber die Ansteckum^ttM des Bolschewismus auch unter unserer gebildeten Jugend? Da füllt einmal ins Gewicht, daß viele unter dem Truck, den der Statt während des Krieges auf sie ansgeübt hat, besonders schver gelitten haben, andere empfinden von Natur enc Mechanisierung durch den Staat von heute ms etwas kaum zu GrttagendeS, die .Hauptsache aber ist: Es ist tn diesen Teilen der Jugend ernt Sehnsucht nach Erlösung von allen Nöten der Gegenwart, und sic glauben niehl, daß die Nteld europäische Kultur die Möglichkeit einer soltchm Erlösung in sich trägt. Irgendwoher muß aber kommen, und so fallen sie der russlschat ,Lehre von der Erlösung der Menschheit durch den Bolschewismus" anheim. Sie vergessen da bei, daß die Lehren dieser Neligion nicht rehgwfen Charakters find, sondern volkswirtschaftlrchen, und daß es gegenüber Verstandesprodukten teu-. religiöses, gefümsmaßiges Glauben, sondern nur Vrüfung inrrch den Skrflanb geben darf. Zu­gleich liegt hierin, als Schlimmstes, das Bessnmt- ms, daß diese Teste der, 3ugenb an ihrer eigenen Kultur verzweifeln, daß sie den Glauberi vcr-- loren haben, es lägen auch in der deutschen Kultur noch Möglichkeiten für die Zukunft.

Nach den mit starkem und wohlverdnnrtem! Beifall anfgenommenen Ausführungen des Red­ners gab der Vorsitzende des Studentenausschusses dann noch bekannt, daß sich in Gießen eine vrtä* gruppe der ,^!iga zum Schutz der deutschen Muh- tut" gebildet hat, deren Ziel es ist, den Bvllch^ wismus zu studieren und zu bekäms)ten. Geschnsts- führer der Gruppe ist ftud. jur. Landmante Ste- phanftraße 6. H- T.

Vermischtem

Berlin, 13. April. sWTB.) In der letz­ten Rachr fuhren zwischen den E-tatunucn otS- bamer Bahnhof und Groß-Görschenev Straße zwei Stadtbahnzüge so bcftia aus­einander, daß zwei Wagen ineinander geschoben wurden. Dabei haben neun Per so ne» schwere Verletzungen erlitten.

In einem am letzten Mittwoch in der neuen Aula der Universität vor der Studentenschaft und Vertretern aller politi chen Pattcien gehaltenen Vortrag wies Pros. Goldstein von ter tech- m|d>en .Hochschule Darmstadt zunächst daraus hin, daß die bosschervistischen Ideen schon lange vor dem Auftreten der ietzigen Führer von anberen, vor allein Bakunin, ui ihrer ganzen Schärfe ent­wickelt wurden. Lenins Satz: ..Solange es einen Staat gibt, gibt es keine Freiheit, wenn es einst Freilwit geben wird, wird kein Staat mtiyr sein" ist nur eine dteuformulierung der alten Lehre, diß das eigentliche, durch die Revolution zu bi'kämp­fende Ucbei der Staat selbst sei. Ziel der Revo­lution soll sein, durch das Mittel der Diktatur des Proletariats einen Zustand zu schasfen, m dem der Starrt von selbst verschwindet, in dem die Mcnscksen zusammenleben ohne Gesetze, ohne Zwang, ohne lieber» und Unterordnung Und darum ist die Hauptaufgabe der Tiktatur des Proletariats die vollständige Vernichtung alles dessen, wodurch derStaat" fein Leben hat. Was au die Stelle dcS Zerstörten zu setzen ist, darüber darf sich der edle Revolutionär keine Gedanken machen, denndiese Gedanken könnten seine revo­lutionäre Energie lähmen". Fragen wir nun, ob wir mit dem Ziel des Bolschewismus, jenem Zustand menschlichen Zusammenlebens ohne <vc- sctze, ohne Heber-- und Unterordnung einverstan­den sind, so müssen wir zunächst feststellen, daß jenes Ziel als solches nicht deshalb abzuweisen ist, weil etwa feil« Erreichung mit äußersten Schwierigkeiten verbunden wäre, ober weil der Weg zu seiner DerwirkliÄu.ng nur über Terror und Schrecken führe. Wesk^ilb wir es aber ab- lehnen müssen, ist die Feststellung der einfachen Tatsache, daß feine Erreichung schlechthin unmög­lich ist, solange nickt die menschliche Natur sich völlig ändert. Und ein politisches und Wirtschafts­system entführen wollen, dessen Voraussetzung ein« völlige Umkrempetimg der metsschlichen Natur ist, heißt schon nicht mehr, eine Utopie zu verwirklichen suchen, fonbern heißt, mit nicht vorhandenen Vor­aussetzungen rechnen, etwas fchlaAhm Unmög­liches venvrrllickien wollen. Sein besonderes Ge- irräge erhält her russische Bolschewismus nun durch das desorckerr Gepväge des russischen Denkens. Für tue russische Serie gibt es drei Auffassungen des PrabtemsStaat and Freiheit'. Die erste fW das Ideal im -aristtschen Despotismus, jeran Macht, die alle unter sich zwingt, keine neben

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».Varmstadt, 11. Spnl. In einer großen öffentlichen Versammlung im Kaisersaal, an der als Zuhörer auch die Minister Ulrich und Dr. Fulda und Kabinettsdirektor v. R 8 m h e l d teUnahmen, kam es zu einer großen Auseinander­setzung zwischen dem Intendanten und dem Persona! des Hoftheater». Der Syndikus des Kartells deut­scher Bühnenanaeftellter Dr. Felig. Berlin, der die Redefreiheit des Intendanten beschneiden wollte, wurde von dem gesamten Personal des Theaters abgelehnt, worauf er den Saal verläßt. In einer

Weche und Schule.

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Berlin, 12. April. (WTB.) Hebet die Herabsetzung der Klassenfrequenz zunächst in dem Gebiete leistungsfähiger Schulverbände hat der Kultusminister fol­gende Verfügung erlassen: Zur Durch­führung der von der Staatsregierung ange- kündigtrn Reform des Schulwesens ist es not» tuendig, versuchsweise etliche öffentliche Volks­schulen so ernzurichten, daß auf jede orbente liche Lehrkraft, mit Ausschluß der technischen, bei mrhrklassigen Schulen höchstens 40, bei einklassigen höchstens 50 Schulkinder entfal­len. Die Regierung des Provinzialschulkollc-

Wfen sind SamSwg früh 10 Uftr in einer von vorläufig drei stontbagntetn in Gries­heim ringerürft unb haben sofort bte chemische Fabrik unb bte Bürw7rmri,tcrr-i besetzt. Tic hiesigen ,;3einmtm durften Camswg nicht erscheftten, vom ß.iiipnttzig ab unterstehen sie der Bor-cnsnr, die in Höchst ihren Sitz bat. Für die Unterbringung der Truppen wurden vorerst Massenquartrere in Sckncken unb Säten bereit gestellt. Ter Schul- unterriebt fällt Wrnächst aus. Ter Verkehr mit dem Ort ist bis tfinn 16. Avril freiffegeben. Zu der Aesetzung Griesheims hat die Waffenstillstands-' kvmmissioit im Auftrage der deutschen Negierung dem Oberkommando der Alliierten eine Erklärung abgegeben, daß man sich in diesem! Falle des Ein­drucks nicht erwehren tonne, als ob es den Frm- tzosen lediglich darauf antondme, die chmrifckien ^Fabriken von GrieShcn» in ihre Hand zu bekommen.

= vkaintz, 13. April. lie Me1<ckkwaren- ßtbrik von Louis Busch in Mainz, die an der Verstellung von Krtegsartivcln 15 Million«! Mk. verdient haben soll, teilt tn einem Rundschreiben khren Gllulbigrm mit, daß ftehtfbfge der tut» flüdTicben Gestaltung der Berl>ältitisse ihre Z ah- ungen eingestellt hak". Tem Fiskus steht eine Forderung von 2Vi Mill. Mk. Krieg«bgaben für 1918 zu. Die Lunststunmlung ftn Werte von fünf HKiHtonen Mark ging in den Besttz eines Frank­furter Herrn über.

= Mainz, 13. April. Eine Anzahl fran- tzVfischer Geschäfte hat hier Verkaufsstellen einge­richtet, in denen Waren französischen Ur­sprung- zu haben find und die natürlich rcgai Wffatz finden Es tosten z. B. 450 Gramm 72proz. ftentfeik 5,756,75 SDrt., das Meter elsässiichen Vemdcntuckrs 7,909.75 Mk., Zlephir 12 Mk., Dandtuchstosf 8,50 Mk. Kleiderstoffe und Baum- wollwarcn sind in reicher Ausnmhl känssich Fei­gen, Salatöl, Olivenöl, Schokolade, Oelsardinen üsw. findet man ebenfalls in den Läden.

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