Montag. H. April 1919
Erst« Blatt
Annahme van »njclftl f. die Lage»nummer dis zum Nactzmiriag vorder ohnejedeVerbmdiichkelt
3tU<nprei|t:
lür orlliche Anzeiyen 25 ßf.Jür au4roärtiqe 30 qJL, für Reklamen WIM.-nebft 20°/,leue- runas-uststag.Playvor- Idirift 20 % Aufchlag. Hauotichn-tieilen Au«. Goe^ Leranlwottsich hu Politik: Au«. Goetz, für den übrigen Teil: Dr- Remholü Zenz; für den Anzeigenlest: v. Beck; fämiltd) in Dieben
Nr. 88
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erfcheint ingHth, an&et Sann und FelertagS.
(n#notL Alk. 1^5, giertel- fdbrlid; Mk. 4.05 durch ahbole- tu Z,»eigfteftea monatl Alk. 1.25 durch die Poft AU. 4.05 oiertet« jährt. m«e|d)L tfcüell^ ^enxfpred) • ttnidilüfie: für bte Schritt eUung 112 Vertao,6^eschä>l»fteUe51 Anfchrxii für Drahtnachrichten^ Lnzetgee -letze«.
postlchecktonlo:
Swinert (L BL 1)686
169. Jahrgang . .
General-Anzeiger für Oberheffen
SVMttgrnmödr«S L. Verlag, vrühl'fche Umo.-Vuch. u. Steinbruderet H. Lange. Schrtftleitung, Sefchaftrstelle u. vruckerei: Zchulstr. 7.
Sturz der RätrdMitnr in Bayern
Ermordung des sächsischen Kriegsminiftm,
Spartakisten ans , -- . - -
fepAujetzt ho (fr tt, he_,ch» nacht GUätielJDQeSL.
Die Regier««- Hoffman« a« da» I bayerische Volt.
Bamberg, 13. April (WTB.) Tie Münchener Garnison hat die Gewaltherrschaft in München hinweygestgt. Tas Karlcnl)aus der landftemden Ginbruigiüige ist eingestürzt. Mini- chen und ganz Bayern atmen erleid» ert auf. Tie Gewalt der rrch.mäßigen Zöegierung Hoffnruim hat sich mit elementarer Gewalt durchgesetzt und ilt jetzt auch in München wicderhergesteffi. Als Vertreter der Regierung ist mit toeitgehenden Voll- rnachteii der Pichrlxüssoziasist Abg.ordnctcr Halls Bogel-Fürth narl) München entsandt loorden. Sei* nen Weisungen ist bis auf weiteres unbedingt Folße zu leisten. Gr ocveint in sich die gefaulte Zivil- und Militär-Vollzugsgewalt in München: alle bisherigen Anordnungen der Räteregieruns ind äusser Wirksamkeit gesetzt.
Bayern! Haltet treu zur Regierung Hoffmann ! Vereint alle Eure Kräfte, mit die Wiederkehr der soeben nieder geworfene n Gewaltherrschaft für alle Zukunft unmöglich zu ntzrchen und der Regierung den Wiedevaufbau des zerrütteten bayerischen Staates zu ermöglichen. 9iur Ordnung! und Arbeit führt zum Zie.e.
Bamberg, den 13. April 1919.
Die Regierung des $-rci|lnite5 Bayern. Ter Ministerpräsident Hoffmann.
tn ytv|eni)cini, oa oon Der B la »er u n gs z u -
grrültete Znwpcn flrien ftSnt> «toVt» leiert. Wir erfitdet die » fmntc
Par!'« vetchlösie.
Paris, 13. April. (WTB.) Rach dem diplomatischen Legebericht tagten die vier Staatsleiter gestern Vor- und Nachmittag. Sie lösten zunächst die Frage des Saargebiets endgültig. Da- nach erhält Frankreich die Ausbeutung des Kohlenbeckens auf immerwährende Zeit und das volle Eigentum an den Bergwerken. Tie Landesvcrwaltung sollte ihm nach englischen Bättermeldungcn auf 15 Jahre übertragen und dann die Bevölkerung zur Abstimmung über die künftige S aatcangehörigveit berufen werden, ernd Lösung, die auch Wilson toegen der Achtung vor feinen Grundsätzen gefordert habe. Diese Nachrichten werden für zuttefstrch gehalten, ausgenommen vielleicht die Tauer der Verwaltung durch Frankreich. In der Finanzfrage erzielten die Staatsleiter ein Uebereinkommven über die Höhe des Betrages, zu dessen Zahlung Deutschland sich im Prälimiinarfrieden verpflichten soff und zwar als Deckung für eine er ft später feftju* setzende Gesamtentschädigung. Tie T eckung dürfte nicht unter 125 Milliarden Franken betragen und soff in Jahreszahlungen in Gold, fremden Werten, Rohstoffen oder Krediten aus ausländische Plätze beschafft werden. Man hofft, das; Frankreich zur Wiedergutmachung der Schäden drei fünftel davon erhalten könne. Ferner- wird eine erste beträchtliche Zahlung als sofortige Abschlagszahlung gefordert werden. Tas Ergebnis der jetzigen Uebereinflinrmtitng gilt nach Havas in Paris als wichtiges Zeichen für die glückliche Richtung der Beratungen und für den gleichmässigen Wunsch der Affiierten, schnell zu be- dcntungsvoffen und praktischen Beschlüssen zu kommen.
Lloyd George reift am 15. April nach England zurück. Er dürfte aber schon am 18. April wieder zurück sein, so daß die Beratungen keine Verzögerung erleiden werden.
Bern, 12. April. (WTB.) Das „Journal" erklärt sich sehr zufrieden, daß es den französisch-englischen Bestrebungen gelungen sei, durchzusttzen. baft nicht nur die Kriegsschäden, sondern auch die Kriegskosten zurück- ecstattet werden müssten.
Deutsche Nationalversammlung.
(36. Sitzung.)
Weimar, 12. April.
Am Regierungstisch: Scheidemann, Schiffer und andere.
Präsident Fehrenbach schlägt vor, den an letzter Stelle aut der Tagesordnung stehenden Gesetzentwurf über
die Regelung der Kaliwirrschnft sofort in Angriff zu nehmen, damit der Ausschuß ihn schon heute nachmittag beraten könne.
Das Haus ist damit einverstanden.
Abg. Sackse (S.): lieber den Generalstreik im westfälischen Kyhlengebiet kann ich mitteücn, daß die Regierung mit den vier Bergarbeiterverbänden die siebenstündige Arbeitsschicht einschließlich Ein- und Ausfahrt sofort eingeführt hat und daß zur Prüfung der Frage, ob auch eine sechsstündige Schick)! für die Industrie erträglich ist, eine Kommission eingesetzt ist. Hierfür wird eine internationale Regelung eintreten müssen. Bei der gestrigen Revierkonferenz der Vertrauensleute unseres Bergarbeiterverbandes haben 217 Vertrauensleute für die Wiederaufnahme der Arbeft, 82 dagegen gestimmt, 16 haben sich der Stimme enthalten. Die Arbeit wird also wieder auf genommen werden. (Beifall.)
Im bevtfeften Bergbau besteht jetzt die kürzeste Schichtzeit in der ganzen Welt. Das vorliegende Gesetz bringt für den Kalibergbau nicht die vollständige Sozialisierung, wohl aber einen sehr bedeutenden Schritt dazu. Es soll eine alsbaldige Gemeinschaftswirtschaft im Kalibergbau eingerichtet werden. Ein Reichskalirat und ein Sachverständigenrat sind vorgesehen. Die Kalierzeuger werden zu einer Betriebs gemeinschaft zusammen- geschloffen, an deren Verwaltung auch die Arbeitnehmer beteiligt werden. Die völlige Sozialisierung der Kaliindustrie würde sich leichter durch- Nlhren lassen als die irgendeiner anderen Industrie, wenn wir normale Zeiten und Verhältnisse hätten. _
Geh. Oberwgierungsvat Kreßmann: 2,as Kalisyndikat ist in der ganzen Welt eingeführt und fiebert uns durch seine Be-äehungen eine weitere
Etat Ereignisse in Sachsen nnö Sayern.
Wem in Deutschland noch bestimmte politische Ziele vorschweben, wer dabei auf Ordnung und Sicherheit noch einigen Wert legt, den muß, selbst wenn er auf der äußersten Linken stehen sollte, tiefe Trostlosigkeit überkommen ob des durchaus schwächlichen, nach jeder Richtung hin aussichtslosen Durcheinanders in unserer inneren Politik. Die Rate- Regierung Bayerns ist, wie zu erwarten war, schnell wieder zusammengesallen und ihre lauten Wortführer sind zerstoben und verstummt. Die Regierung Hoffmann wird die Zügel wieder in die Hand nehmen. Die Genugtuung über diese Meldung wird getrübt durch die yreultd^en Nachrichten, die aus Sachsen kommen. Wohin die Duldung ungeordneter Straßendemonftralionen schließlich führt, das geigte sich wieder in Dresden. Der Kriegsmi- nister Neuring, den die tobende Menge von der Elbebri.cke in den Fluß stürzte, um ihm bann ft och durch Gewehrschüsse den Nest zu geben, hatte nichts von dem verbrochen, dessen man ihn beschuldigte. Er war doch wohl auch nicht in der Lage, umgehend Lohn- und Gehaltszulagen zu gewähren. Ein G e s ch w ä tz und G e r ü ch t, er wolle auf die Menge schießen lassen, genügte für diese, den abscheulichen Mord zu begehen. Jetzt ist über ganz Sachsen der Belagerungszustand verhängt, denn die Sache hatte doch eine tie* frre politische Bedeutung. Der „Vorwärts" stellt nämlich fest, das Vorgehen der Dresdner Aufrührer sei genau nach dem Plane erfolgt, der auch für Berlin vorgesehen war und durch seine rechtzeitige Aufdeckuna vereitelt wurde. Die Drahtzieher hätten dieKriegsbefchä- bigten vorgef choben, um nach dem bewaffneten Zusammenstoß sagen zu können, es sei auf Kriegsbeschädigte geschossen worden. Also Spartatiftcirmadje! Der „Vorwärts" klagt in bewegten Tönen, die ganze Zukunft der Sozialdemokratie hänge davon ab, ob sie tm Reickie Ordnung schaffen kann. „Gelingt ihr das nicht, so werden eines Tages andere li)r dieses Amt aus der Hand nehmen, »mb wir werden eine Aera des Schreckens erleben, so baß mancher, der jetzt auf Noske schimpft, bic Wiederkehr der Aera Noske auf den Knien herbeisehnen wird." Die Wahrheit ist, daß die sozialdemokratisdie Parteiführung jetzt ziemlich i"achtlos ist gegenüber den Geistern, die sie selber rief. Das zeigt sich so recht auch auf dem Nätekongreß, der nckch immer fein Gude nehmen will. Ursprünglid) sollte er sich nur mit der Organisierung der Arbeiterrate und mit Fragen der Sozialisierung befdjäftv gen. Jetzt ist er aber vollständig Zu.einem Nebenparlament geworden, das sich in heftigen politischen Debatten ergeht. Die Forderung eines Reichssoldatenrates, der dem Neichswehrminister an die Seite gestellt werden sollte, wurde nur mit ganz geringer, schwankender Mehrheit abgelehnt. Dagegen soll eine Solda^enratsvertrelung beim Reichs- wehrministcr eirrgeridjtet werden, tue allerdings bei der Führung und Verwendung der Trnvpen keine Mitwirkung haben solle. Diese „Milderung" haben die Mehrheitssozialisten bewirkt. Ihre Redner klagten ähnlich wie der „Vorwärts". Der Abgeordnete Cohen gestand zu, daß die Sozialdemokratie jetzt die Sünden büßen müsse, die sie durch eine 50iähnge Agitation und negative Kritik begangen habe. Der Reichsarbeitsminister Wisell erklärte ebenfalls, daß man die Arbeiter zu einer grenzenlosen Ueberschätzung ihrer, eigenen Kraft großgezogen habe und daß ne letzt nicht mehr wüßten, daß auch im sozialistischen Staate Arbeit die erste Pflicht sei...
Regierung trifft unverzüglich MaßnalMen zur Wiederherstellung von 5Rube und Ordnung Einwohner Dresdens! Verschärf t nicht das Eleni) der Gcgcmrart. 9h>t und Entbclxrnng haben wir alle ertragen. Durch Unbesonnenheit witt> Eure Lei- denszeil vettä^sert.
Dresden, den 12. 9lpril.1919.
Tas Gesainttninisterimn. I. B.: Uhlig.
Dresden, 13. April. Mittags (WTB.) Tie Minister sind im Kullutinini'tetiMn versammelt, um ang.siichs der Loge über weitere Maßnahmen zu bc.a e.i. Aul festen der Zivilisten nurden bei den gestrigen Unruhen zwei getötet und »ebn teils (eicht, teils schwer ver- uundet. Tie tieidr des Kti gZinrri!rrs war m- fv!g7 des hol)en Wasstrstandcs der Elbe noch nicht auszufinden.
TZelagerungSzustand über ganz Sachsen.
Dresden, 13 April. (WTB.) Das Gesamt- ministerinm hat über den gesamten Freistaat Sachsen den B e l a g e r u n g s z u st a n d verhängt und die Kommandogewalt dem militärischen Oberbefehlshaber übertragen. Das Gesamtminislerium hat »um Oberbefehlshaber Bruno Kirchhof in Dresden bestimmt. Dieser hat für die Zeit des Belagerungszustandes das Standrecht verkündet.
gedeihliche Entwicklung deS Absatzes im auÄmfbc Das ist um so nnchtiger, als wir mit dem Verlust der elsässischen 5Cn üverte rechnen müssen. Was das aber bedeutet, beweist die Tatsache, daß nach verständigenberechiungen mit deut Inhalt der elsässischen Kaliläger der gesamte Wellbedarf aus 175 tzahre gedeckt werden kann. Wir tverben damit rechnen müssen, daß nur in nxitigrn Jahren etnxx ein Viertel mrseres Gesanrtabsatzes an die eliG- sischen Werke tneiixm abtreten müssen
Abg Imbusch (Z.): Die Sozialis e img der Mliindustrie ist notwendig, ihre Weiiersütinmg muß aber so erfolgen, daß dadurch die Ausfuhr
Dresden, 12. April. Im Lause von De- monftrationen der Verwund« en der Dresdener Lazarette gegen den Kriegsiniid er Neurin g drang die auigeixg'e Menge in das Kriegsmini lcrium ein, ergriff den Kriegsminstter, sck^evpte ihn ans die Straße, mißhandelte ihn schsver und stürzte ihn von der Brücke in die Elbe, wo er erschossen wurde.
Die „Do s s r,.f2 Zeitung»" berichtet ans Trrsden darüber ausführlich: Hier kam es heute kurz nach Mittag» zu einer Schießerei an der Friedrich- Angust-Brücke. Llm Vormittag gegen 10 Mn Mitten sich aus dem Thoa'erplatz etwa 500 'kriegsbeschädrgte Lazarettinsissen und La arettgstTilfen versammelt, die die sofortige Wiedcrerhöhimg ihrer kürzl.ch herabgesetzten Löhne forderten und dabei demonstrierten. Die Demonstranten zogen gegen Mittag vor Das Gebäude des Kri gyniniftrriums. Eine Alwrdnung verla: g e den Kriegsminister zu sprechen. Dieser bewilligte ihre Forderungen nicht unb drohte an, daß er die Abordnung wegen Hausfriedensbruchs verhaften lassen werde. Tie Temonsttanten nahmen nun eine iierarlsfordernde Hal'ung an, so daß die im Hause unte'g'brachen Regierungs:ruppen Anlüß hatten, einzuscheilew. Es heißt, daß zuerst von feiten der Reg'erungstruppen Handgranaten geworfen wurden. Es stellte sich später heraus, das; es keine scharfen Handgana:en waren. Daraus verhaftete die das Gebäude umringende Menge die im KriegZminislerium untergcbrach e, mit Regic- i-ungstrurpcn besttze Hauptwache. Man zerschlug ihre Gewehre und waN ihre Muni-' !ion in die naTe Elbe. Es sind indessen aicu'« Waffen in den Händen der Revoltierenden verblieben. Es unterliegt k.inern Znxafel. daß Kommunisten auch lfter die Hand im Svi.le haben. Gegm^ Uhr ttach mtttags nxtr noch ein lebhaftes Feue rge- secht im Gange. Die gcnrze übrige Stadt ist rulng.
Nachmittags Uhr drangen die Temon- ch unten in das Gebäude des Krieg-sministeriums ein, hol'en d-m K>.i gsmrnisder a n die Straße, wo es zu lebhof en ,?msei'. an^. sctzitn^n ün *m hr fachen Täffickstelien Rim . Scksuiey.sty brachte man den Kriegsmini''ter um 4 Uhr nach bet Mitte der Friedt ich-August-Brücke und war s ihn von dort aus in die hochge hen de Elbe. Ansck^einend war der Kriegsminister ein guter SckKvimmer, denn er vermochte sich längere Zeit über Waffer zu halten. Die Temonstraiiten lebhaftes Jnfanteriefeuer, bis schllicß- lich der mit dem Tode ringende Krieg-sminister •lvtc den Angen der nach vielen Tausenden zählenden Zuschpuer verschied. Es wird ein Sturm auf bas Schloß erwartet. In TreS- ben-Neuftadl herrschen Straßcn- kämpfe. Augenblicklich sch inen die regicrungs- tTeucii Truppen die ObeAxrnd zu haben. Tre Dtesden'-r Grenzjäget und die aus.Pirna gelvl- ten Regierungstruppen haben sich in der klatlro- lischtn Hofkrrche zur Vettei)igrmg emg^richtet.
Wie das genannte Blatt aus Regierungskreisen weitet hört, hat sich die sächsisch Regierung an die ReAlSregienmg mit bet Bitte um triitcunige Hilfe gewandt. Mehrere tausend Mann Regierungstruppen werden von Berlin nach Dresden entsandt werden.
Dresden, 13. April. (WTB.) Das Gesamtministerium erläßt folgende Kmrdgebung:
An die Eimvohnersck»aft Dresdens!
Am 12. April na.lMtttag) versammelten sich einige hundert kriegsverletzte Soldaten vor dem Knegsministerium. Anlaß dazu gab die vom Reich cmg^dncte töy rabfc fcung der Löhn ung der Unteroffiziere und Mannschaften auf den Friedenssatz, die aber für Lsackisen zunächst keine Anw.mdung findet. Tie sächs sche Regierung wird sich unverzüstich an die R.nchs- leitmtg wegen der Aufhebung dieser Vcrsugung wenden. Ein verbreitetes, aber n^chg-wiesen'.'T maßen falsches Gerücht, daß der Mrft ter N e u- r i n 9 Austrag zum .Wersen von Handgranaten gegeben hatte, gab den dstffaß .zu einer starken Besch'eßung und Etstürrnimg des Krieasministe- rftrms Ktirgsmini er Neurrrg wurde aul bestialisch Weist ermordet. Eine solch Hanblungst^nse fordert die R-gerung^n ''«fnrfrn Gegen m a ft* - ' Ter Belagetungsz u-
B am berg, 13. April. Heitte früh traf hier hie Nachricht ein, daß es heute ntcht regierungstreuen Truppen glückte, die M ün chene r R at e- regierungzu stürzen und die Ko m mu,m - stensührer aefangen zu nehniLrn Eine Ab- ordntmg der Münchmer Truppettteste roetjte bte= Ter Tage hier unb traf mit bem Kriegsmimsterrum die nötigen Den-iubatungen unb Borbetettungen.i Die Aktion in München ist nur mit M ündjene^ Truppen durchgefühitt chorben,spez«ff das Lech remment hat sich um die Wiederhersteffung der Ordnung verdient gemach Dr. Lev ien, M^i h- fam uiib der frühere unabhängige Minister ey mon sind verhaftet, Landauer ist verschwunden und wird gZucht. Tr. Llpp kmn rn ein Irrenhaus. Tie Regierung wird nocy ftrr längere Zeit in Bamberg bleiben, auch der Landtag wird hier zusammenberu.eti werden Nachdem auch Augsburg kapituliert hat, stehen nur^ noch Hof und Rosenheim außerhalb des der Regierung Swffmamt, doch srnd rn Hol keine Truppen. Tagegen rechnet man ^mit Wiverstand in Rosenheim, da dort spartakigisch, gut aus-
nicht erschwert wird.
Abg. P p h l m a n n (Dcnt.): Wir haberi gegen die Sozialisierung des Kalibergbaus »roch stärkere Bedenken als gegen die Sozialisierung des Kohlenbergbaus. Mindestens wäre eine solche Uebrr» ftürzung nicht notwendig gewesen. Wohl aber sind wir der Meinung, daß der Artikel 3 der Vorlage, der eine Erhöhung der Kalipreise vorsieht, sofort durchgefuhrt wird. Tie Erhöhung ist gerechtfertigt durch erhöhte LÄ-rre unb durch die (sKwährung von Teurungszulageu^ Diesen Artikel wollen also auch wir sofort verabichiedmi. Tie übrigen Artikel aber haben Zeil. Wir vertrauen auf die zunehm Nid« Einsicht der Bergatbeiletschaft und hoffen auf eine baldige Beendigung der sinnlosen Stteiks.
Abg. Behrens (T.-Nat.).: Wir sind feine grundsätzlichen Gegner bet Sozialisierung, haben, aber bic allergrößten Bedenken gegen dieses Gesetz. Wie denkt sich die Regierung die Teilnahme der 'Arbeitnehmer bei der Verwaltung der Vertriebs-^ gemeinschaft? Wir ersuchen die Regierung erneut, fest $n bleiben auch iii der elsaß - lothringisch« Frage. (Lebhafter Beifall.)
Abg. Reinecke ,'D. Bp.): Es ist bedauer« sich, daß. weil das Kali ins Ausland geht, uufert armen Sandböden nickst genügend bedacht werden können unb die Kültwiernng der Smidböden unb Moore in Frage geßc l: ist. Wir wenden uns auch hier gegen die Sozialisieruna, wie wir überhaupt gegen die Sozialisierung sind.
Abg. Dr. Cohn (Unabh.): Das Gesetz ist unbrauchbar. Es ist eine Kulisse, hinter der em kapitalistisches Schauspiel ausgeführt wird. Kein ernsthafter französischer Polisiker denkt an eine Annexion des Saargebiets. (Lacken.) Die Fraw- zosen wollen nur die <5aar1We, die sie unbedingt brauchen. Haben doch die deutschen Heere auf dem Rückmarsch auf Anordnung des HauptguartierÄ die Kohlenschächte bei Lens ersäuft. (Hört, hörtff
Das Gesetz geht an den Au^chutz.
Die sozialdemokratische 3n ter Deflation über die Verteilung der ausländischen Lebensmittel unb ihre zu hohen Preist kommt am MoMag -ur 93er- Handlung.
Es folgt die Vorlage Über die Ermächtigung der Reichsregierung zum
Erlaß von Verordnungen in der Ucder- gangszeit.
Die Ve-cordnungen sollen unter Mitwirkung eines Ausschusses der Nationalversammlung erlassen werben können. Ein Antrag aller Partciett will die Zahl der Ausschußmitglieber von 15 aiff 28 erhöhen.
Reichsministet Dr. Preuß: Namens bet; Regierung kann ich erklären, daß hier keinerlei. Gelüste nach unkontrollierbarer Machtausdehnung vorliegt. Es kann aber plötzlich bas Bedürfnis hervortreten, Verordnungen zu erlassen, um beispielsweise der Verschleuderung von Heeresgeräk zu steuern. Wenn dazu der verfassungsmäßige Weg der Gesetzgebi'.ng beschritten wird, so wird der Zweck solcher Maßnahmen sich oft nicht mehr erfülle« lassen. Gegen eine Erhöhung der Mitglieder zahl auf 28 hat die Regierung nichts einzuivenden.
Abg. Becker- Arnsberg (Ztr.): Dem Grund-, geben Fen des Gesetzes stimmen meine politischen« Freunde zu.
Abg. Wald stein (Dem.): Wir erwarten, daß das Gesetz in möglichst einschränkender Weist interpretiert und nicht durch Verordnungen geregelt wird, was durch die Gesetzgebmig erledigt werden Fann.
Abg. Knollmann (D.-Nat.): Die Vorlage von heute bedeutet nicht nur eine Verl äuge-, rung, sondern eine Ausdehnung des Gesetzes timt 1914. Es wird eine neue Flut von Verordnungen zur Folge haben. Die Notwendigkeit des Gesetzes sehen wir ein Der vorliegenden Fassung tönnett wir aber nicht zustimmen.
Abg. Haase iUnabh.): Ich sehe nicht ent, weshalb dieses wichtige und weittragende Gese^ so überstürzt verabschiedet werden soll. Dst Er- faftrungen, die wir mit den früheren Ermächtigungsgesetzen gemacht haben, sollten uns schrecke»?. Für mich ist der Vorgang, der sich am 27. März zwischen? Herpt Erzberger und mir abgespielt hat, ein besondere Anlaß, dieser Regienmg zu mißtrauen.
Präsident Fehrenbach: Was das mit dem Gesetz zu tim haben soff, vermag ich wirklich nicht .einzusehen. Ich bitte Sie jetzt, zur Sache zu sprechen.
Abg. Haase forffohrend: Ich wiff mtt diesen Feslsteffungen nur nachweisen, weshalb wir und weshalb spc-ziell ich alle Veran^a'su-g laben, der iRegiemng in Fragen der auswärtigen Politil das schärfste Mißttauen en'gegenzubringen unb ihr daher diese Blankovollmacht zu verweigern. (Zuruf: Geschickte Rabuliftik!)
Präsident Fehrenbach: Bei einer solchen Auffassung gibt es überhaupt nichts unter Sonne, IM-ond und Sterne, was man nicht ntit diesem Ermächtigungsgesetz in Zusammenhang bringen llönnte. (Sehr richtig und Heiterkeit.)
Abg. Haase fvnfahrend: Ich nukfrtc hier nirr noch die Tatsache feftfteflen, daß derselbe Som • Erzberger am 4. September 1914 eine Denkschrift । versaßt hat, in der er die Anwendung berfelbai : Grundsätze, die letzt bic Entente Deutschland gegew


