Ausgabe 
11.8.1919
 
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Erst« Blatt

169. Jahrgang

Montag, 11. August 1919

Amerikanische Kohlen für Rheinland- Westfalen.

Köln, 9. Ang. Wie dieKöln. Volkszbg." hört, sind an Verbraucher ht Rheinland lüib West­falen gestern Angebote auf Lieferung von ameri­kanischer Kohle gelangt. Es handelt sich dabei um Sckiffs- und Kesselkohlen, für die ein Preis von 26 Dollar für die Tmrne ab Rotterdam, Antwerpen und französische Hasenplätze verlangt rrird.

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Grotz-Thüringen.

Weimar, 7. Aug. Eine für die Bildung des thüringischen Gemeinschaftsstaates günstige Wendung haben die am 6. August in Weinrar ab- aehaltenen Versammlungen des thüringischen Volksrates genommen. Zu ihm hatten alle thüringischen Regierungen aus Einladung des Wci- marischen Landespräsidenten Leber, der zum Präsi­denten des Volksrates erwählt wurde, Delegierte entsandt. Die Verhandlungen betrafen in der Hauptsache das bisher mit Preußen Erreichte. Da­nach hat Preußen seinen ablehnenden Stand­punkt aufgcgeben und sich bereit erklärt, gewisse Gebietsteile abzutrcten. Die Vertreter Meinin­gens haben bestimmte Zusagen gegeben und vor­behaltlos nunmehr dem Gemeinschastsvcrtrag zu­gestimmt. Obgleich in Koburg alles noch von der Volksabstimmung abhängt, ist der thüringische Gemeinschaitsstaat durch die Erklärung Preußens und Meiningens nunmebr völlig gesichert. Der Abfall Koburgs würde oie Bildung des neuen Staates in keiner Weise hindern. Zum Gemein­schaftsvertrag wurde ein Nachtrag beschlossen und eine Resolution angenommen, nach welcher die Wciterförderung des Staates Thüringen beschleu­nigt werden soll.

Weimar, 9. Aug. Dem wiederholten Be­sprechungen der Vertreter der thüringissten Staaten über die Schaffung eines Groß-Thüringen ist heute eine weitere gefolgt, an der auch Vertreter der wirtschaftlichen Interessengruppen teilge- nominen haben. Die Aussprache soll morgen fort­gesetzt werden.

Wie die Regierung enthüllt.

Tttn' 10. Aug. Der Reichsministerpräsi- wnt Bauer hatte in seiner Rede in der Na-!

Amtliche Warnung an die Lisenbahn- beamten.

. SB.ertin, 9. 9ug. kWolsf.» Amtlich. Ter Minrster der öffentlichen Arbeiten richtete folgenden Erlaß <rn die Beamtenschaft der preußisch-hessischen Staatsbahnen:

In Erfurt wurde am 6. August ein Mittel- deutscher Block geschaffen, um die Demo­kratisierung der Eisenbahn zu erzwingen. Diesem Block sind die Bezirke Kassel, Ersurt, Halle und Magdeburg beigetreten. Als Kampfmittel wird neben ständiger Bearbeitung der Presse die Schaf­fung einer Organisation bezeichnet, die der Bun- desleitung alsschlagfertige Waffe" dienen soll. Diese Organisation soll vor allem die Propaganda der Streiks unter den Eisen­bahnbeamten betreiben. Es heißt in dem Pro­gramm wörtlich:Eine Streikorganisation ist durchzubilden. Tic Namen der Beteiligten sind gegenseitig auszutauschen. Regelmäßige Zusam­menkünfte der Streikleitungen sind zu vereinbaren, um im mündlichen Benehmen eine schlagsertige Organisation bis zum 1. September 1919 zu schaffen."

Diese Pvopaganda des Streiks ist, besonders im jetzigen Augenblick, ein Verbrechen am deutschen Volk. Jedem Einsichtigen steht die Gesayr des völligen Zusammenbruchs des Wirtschaftslebens vor Augen. Dazu kommt die besorgniserregende Lage der Koh len Versorgung und die Befürchtung, daß sich die Verhältnisse im Winter noch erheblich verschlimmern werden. Diese Tatsachen müssen insbesondere dem Eisenbahnbcamten klar sein, der infolge seiner Tätigkeit die Entwicklung des Wirt­schaftslebens genau verfolgen kann. Jeder Eisen- lxihirbeamte kennt auch die schwierige Betriebs- lage, mit der die Eisenbahnen augenblicklich kämpfen. Alle diese Umstände müssen in icdem von Ihnen die Ueberzeugung von dem Ernst der Lage int Eisenbahnwesen befestigt haben. Wenn in einem solchen Augenblick eine kleine Anzahl von Beamten eine Organisation schaffen will, um den Streik zur Durchsetzung persönlicher Wünsche proklamieren -u können, so ist Has eine Tat, die aufs schärfste verurteilt werden muß. Ich bin über­zeugt davon, daß die weitaus überwiegende Zahl von Eisenbah-nbeamten diesem Borgehen fremd und voll Ab scheu gegenübnsteht. Ich weiß, ich brauche den Beamten von dem Plan dieses Blockes nur Mitteilung.zu machen und Empörung über solches Vorgehen, das unser Wirtschaftsleben neuer-t lid) schwer erschüttern würde, wird auch in Ihnen lodern! Diejenigen, die hier eine Streikorgani­sation schaffe:: wollen, die als Werkzeug in ihrer Hand sederzeit zum Losschlagen bereit fein soll, gefährden die staatsrechtliche Stellung der Beamten aufs schwerste, beim wenn Beamt: selbst Pflichten verneinen, die sich aus ihrer staatsrechtlichen StcUung ergeben, so gefährden sie -dadurch diese Stellung selbst! Das Vorgehen jener Beamten ist eine Verletzung der elementarsten Be­amtenpflichten utrd eine Gefährdung der Rechte der gesamten Beamtenschaft, die sie ahnungslos dem Verderben zuftihren und ein Verbrechen gegen die deutsch^ Wirtschaft unb damit gegen unser ge­samtes Volk! Ich darf keinen Zweifel darüber lassen, und ich weiß mich darin einig mit der Staatsregierung, daß die Fortsetzung dieser Pläne und jede Betätigung der Streiborganisation an den schuldigen Beamten mit den gesetzlichen Strafen gcahnct roerben wird! Ich richite hier­mit die ernste Mahnung an jeden.Beamten, sich von solchier Streikorgamsation .fernzuhalten, und erwarte von bcm gesunden.Sinn der Eisew- bahnbeamten^ daß sie die Erkenntnis von der Fre- del Hastigkeit lenes Unternehmens in alle Kreise der Beamten tragen werden. Sie erfüllen damit nicht nur ihre Pflicht, sondern sie tun das, was ihrer Person, ihrem gesamte,: Stande und dem gesamten dmtschcn Volk allein Helsen kann, über die schwere Zeit der Gcgemvart hinwegzutommen. Tas nieder» gebrochene, aus tausend Wunden blutende Vater­land, bedarf zu seiner Aufrichtung in einem an­deren Maße der Treue der Beamtenschaft als vor denr unglücklichen Kriege. Nur wer so denkt, hat den sozialen Geist erfaßt, denn sozial wirken heißt nicht sich voranstellen, sondern dem Großen und Ganzen dienen!

Berlin, 10. Aug. (Wolff.) Wie wir zu­verlässig erfahren, hatte am 10. August der Vor­hand des Gewerkschaftsbundes der Deutschen Ei se n ba hn bea mten mit bcm Minister der öffentlichen Arbeiten eine Besprechung über den in der Dagespresse veröffentlichten Er­laß an die Eifenbahnbeamtenschaft. Zn ihr wurde vom Vorstand und einem Vertreter kcr Erfurter Bundesbezirksleitnng die Erklärung abgegeben, sich künftig auf jeden Fall den W.'i- sungeri und der Leitung der Zentralleitung der Gswerkschast zu fügen. Tie Bundcsleitnng ihrer- mts übernahm die Gewähr dafür, daß von Erfurt kerne Sonderstrerkaktion unternom­men oder gefördert wird. Ter Erfurter Vertreter erklärte auch feinerseits, daß von Ersurt vtme Einverständnis der Zentralbundcslcitung ^in ^lrerkweder propagiert noch erklärt werden sollte, ^er Minister stellte fest, daß zur Frage des ^treikrechts der Beamten an sich durch «einen Erlaß eine grundsätzliche Stellung nicht §*>wmmen sei. Ter Erlaß habe vielmehr die Eisen- ^hnbeamtenschast über die Verwerflichkeit der Pro- ^verung eines Verkehrsstrciks in der jetzigen echsten Zeit aufklären sollen. Ebensowenig sei e me geordnete Betätigmrg der Organisation durch

Erlaß irgendwie behindert worbe::.

Der Wiederausbau Nordsrankreichs.

Berlin, 9. Aug. (Wolff.) Der Zentral- rat der deutschen sozialistischen Republik, gcz. Cohen, erläßt an alle Arbeiterräte der deut­schen Republik folgenden Aufruf:

Eine der wichtigsten Bestimmungen des Frie- dcnsvcrtragcs ist die Bestimmung über den Wie­deraufbau der in Frankreich und Belgien zer­störten Gebiete. Von der Art ihrer Ausführung hängt Außerordentliches für das zukünftige Ge­schick unseres Landes ab. Die Leistungen Deutsch­lands für den WiÄxrausbau müssen in der Haupt­sache in der Stellung geeigneter Arbeits­kräfte bestehen. Jede onberc Form, beispiels­weise die Bezahlung oder übermäßige Lieferung von Rohmaterialien würde katastrophale Folgen für unser Land haben. Es handelt sich also darum, daß die zahlreichen in Deutschland vorhandenen Arbeitskräfte, die teilweise ohne Beschäftigung sind, fügung stellen. Es ist selbstverständlich, daß die sich f r e i w i l l i a für den Wiederaufbau zur Vcr- iJntevessen der Arbeiter dabei nach jeder Seite genährt tvcrden müssen. Unerfüllbare Forderungen aber, wie sie in letzter Zeit auftauchten, dürfen nicht gestellt werden. Sie würden ohnehin die verzweifelte Lage unseres Landes noch verzweifel­ter gestalten. Es darf nicht vergesse:: werden, daß wir bei allen bei: Wi^eraufbau betreffenden Din­gen nicht frei, sondern von der Entente abhängig sind, und daß vor allem eine vorherige Ver­ständigung mit Frankreich erzielt werdet: muß. Am besten würden zweckentsprechende Arbeits-Be­dingungen durch ein gemeinsames Handeln der deutschen und französischen Gewerk­schaften zu erzielen sein. Aber auch für die Arbeiter rate der deutschen Republik liegt hier eine lohiiendc Aufgabe. Sie müssen bei: deut­schen Arbeitern sagen, daß diese Arbeit nicht ge­schieht für den deutschen unb französischen Kapi­talismus, sondern für das eigene Volk und dessen Erhaltung. Jede privatkapiälistische Form bei dieser Wiederaufbauarbeit beseitige:: zu wollen, wäre ein nutzloses Beginnen und absolut un­möglich. Vergessen wir nicht, daß ickm-ll zu

twnalversammlung am 28. Juli einen Brief des früheren Reichskanzlers Dr. Michaelis an den Generalfeldmarschall von Hindenburg vom 12. September 1917 verlesen. Michaelis teilt jetzt die Schlußsätze dieses Briefes mit, die der Rcichs- ministerpräsident Bauer weggelassen hatte. Sie lauten:

Dazu kommt, was wir im Osten an Macht und Einfluß in politischer, wirtschaftlicher und militärischer Beziehung hinzuerwerben. Sieht so einHunger"-, ein Verzichtfrieden aus? Wer wird wagen, Deutschland, das sich drei und vier Jahre weit im feindlichen Land siegreich gegen eine vielfache Uebermacht behauptet, das noch letzt­hin eine unvergleichliche Probe seiner Schlagkraft im entfernten Osten gab, je tvieder anzugreifen? Nein, unsere Stürmer und Dränger sollen sich beruhigen. .Wenn wir dem Volke unb der Welt den F-rieden verschaffen Föitncn, bann sollen wir es tun und nicht einen Monat länger eines noch so wertvollen Stützpunktes wvgen (gemeint ist Lüt­tich. D. Red.) Krieg führen. Helfen Sie also bitte für Aufklärung sorgen."

Michaelis fügt dieser Mitteilung folgende Be­merkung hinzu:

Ich behaupte, daß es den Vertretern der Regierung auch nicht vorübergehend gelungen wäre, mir mit einem gewissen Erfolg auf einen Teil ihrer Wähler Vorzuwersen, daß ich einFrie­densangebot" in unverantwortlicher Weise von der Hand gewiesen hqtte, wenn mein Brief vollständig verlesen worden wäre.

Erzberger.

Weimar, 9. Aug. Der Abgeordnete Mit­telmann von der Teutschen Volkspartei hat an den Reichspräsidenten Ebert ein Schireiben ge- richitet, in den: er sich auf das schärfste gegen bas Austreten des ReichsfinanAmrinsters Erzberger wendet und vom Reichspräsidenten verlangt, daß er den Minister Erzberger zur Klage gegenüber den vielfachen schweren Anschuldigungen veranlasse.

handeln gilt, daß die neuen Formen aber, die die Privatunternehmer vollkommen ausschalten sol­len, im Augenblick noch gar nicht existieren. Ter Wiederaufbau Frankreichs ist gemeinsames deutsch-französisches Interesse, ja noch mehr: ge­mein-europäisches. Tas müssen die deutschen Ar­beiter ein sehe:: und danach handeln, dann wird die Frucht des Wi^>craufbaues eine Annäherung des deutschen und französischen Volkes sein. Die deutschen Arbeiter nxerbei: dann von sich sagen dürfen, daß ihnen das Hauptocrdienst an diesem Ergebnis zu danken ist.

Ter Zentralrat richtet daher an alle Arbeiter­räte den dringenden Appell, im Sinne dieses Auf­rufs tätig zu sein unb mit beizickragen, daß der deutschen Republik aus der Nichterfüllung gerade dieser ausschlaggebenden Friedensbedingung kein neuer unabsehbarer Schaden erwächst.

Berlin, 9. Aug. (Wolff.) kBei den Be­sprechungen über die WiederaufÜaufrage ist in den beiderseitigen Anschauungen, eine ge­wisse Annäherung erzielt worden. Die deutsche Kommission unter der Leitung von Geheimrat Schmitt vom Auswärtigen Amt reift heute nad> Weimar um dem Kabinett Vortraa zu halten. Wie bereits gemeldet, sind für die Vorbereitung sämtlicher Fragen betreffend die Entsendung von Arbeitern usw. eine große Zahl von Unter» kommissioneu eingesetzt. Die Besprechungen werden am 18. August in Versailles fortgesetzt.

Französische Verbrechen an deutschen Gefangenen.

Berlin, 9. Aug. Kriegsministerium und Oberste Heeresleitung haben ein Buch über die deutsche Kriegführung und das Völ­kerrecht bei Mittler u. Sohn in Berlin er­scheinet lassen. Aus diesem Buch gibt die Deutsche Tageszeitung" einen Absatz wieder, der sich mit den f r a n z ö s i s ch e n © r c u e tatenandeutschen Kriegsgefange- nen beschäftigt. Darin heißt es: Nicht nur, daß gut90Prozentaller verwunde­ten und unverwundeten deutschen Gefange­nen von französischen Soldaten und Offi­zieren auf das grausamste crusgeraubt, daß sie beschimpft, geschlagen, ge­treten, bespieen worden, sind, in zahl­losen Fällen sind sie auch auf verbr e cher- ische Weise hingemordet worden. Die deutsche Regierung tft im Besitz von Hunder­ten von beschworenen Aussagen deutscher Heeresangehröiger und von zahlreichen be­stätigten Zeugnissen französischer Soldaten und Zivilisten, aus denen unwiderleglich her­vorgeht, daß Tausende von Deutschen nicht im ehrlichen Kampf gefallen sind, son­dern wehrlos oder gar verwundet von den Messern, Bajonetten, Gewehren und Revol­vern unzivilrsierter frar^ösffcher Mörder ihr Ende gesunden haben. Mne neuerlich aufge­stellte Liste dieser Unglücklichen schließt mit der Zahl 2069 ab.

Die Ablieferung von Vieh.

Versailles, 9. Aug. (WTB.) Ä 7. Au­gust fanden vormittags und nachmittags längere Besprechungen zwischen den Vertreten: Frankreichs, Belgiens unb Deutschlands über die Frage der Lieferung von ViehundPferden entsprechend dem § 6 des Anhangs 4 zu Artikel 236 des Frie- densverträges statt. Ueber einen großen Teil der Fragen und ihre technische Durchführung wurde Einigkeit erzielt. Dix deutschen Sachverständigen haben heute Versailles verlassen, um in Deutsch- lanb noch weitere Erhebungen anzustellen imb die .notwendigen Vorbereitungen zu treffen.

Die Abgabe von Teersarben.

Versailles, 9. Aug. (Wolff.) Gestern fand die erste Besprechung mit der Entente über die Ab­gabe von Teerfarben in Gemäßheit der Frie­densbedingungen statt. Die Verhandlungen werden fortgesetzt.

MoreSnet, Eupen, Malmedy.

Rotterdam, 9. Aug. (Wolff.) LantNieuwe Rotterbamsche Courant" ist in der belgischen Kam- nrcr ein Gesetzentwurf eingebracht worben, dem­zufolge in Moresnet, Eupen und Mal- medy die deutschen Gesetze vorläuftg Gül­tigkeit haben. Die belgischen Gesetze sollen allmäh­lich in Anwendung gebracht werden. Ein hoher Kommissar wirb mit der Verwaltung dieser Gebiete betraut werben unb mittels Dekrete bie gesetz­gebende Macht ausüben. Er untersteht der Aufficht des Parlaments. Ein Rat wirb ihm beigesellt werben, ber aus sechs Belgiern unb sechs Ein­wohnern der neuen Gebiete bestehen soll.

Italiener in Oberschlesien.

B e r n, 9. Aug. (Wolff.) Nach einer Pari­ser Meldung-desCorriere della Sera" wird Italien bei den alliierten Ueberwachungs- truppen für Oberfchlesien mit einem Regiment vertreten sein, nicht aber bei der Besetzung von Danzig.

Bolschewistische Weltpropaganda.

Amsterdam, 9. Aug. (Wolff.) DasAb- gemeen Handelsblad" unb dieDaily Mail" berich­ten über eine internationale Verschwö­rung, die die Ursache der .Streiks in Lon^ don fein soll und die auf eine völlige Umwülzungj der in England bestehenden Verhältnisse hrnz«le. TieDaily Mail" legt Nachdruck darauf, daß die veral:twortlichen Arbeiterfülwor an der Ver­schwörung nicht beteiligt sind. Wie das Blatt nut- bet, erstickte die Geheimpolizei von Scotland AmdS einen Versuch, im englischen Heere eine Meu­terei anzuzetteln, durch eine Haussuchung bei bolschewistischen Agenten, im Keime. Alle An­zeichen treffen darauf hin, daß die Verschwö­rung in Rußland wurzelt. Bei Arbeitern in Glasgow sind Belege gefunden worden, die beweisen, daß ein vollstäiünger Plan zur Errich- tung der Sowjetrepublik in England beftanb. Wie aus den aufgefurtbenen Papieren hervorgeht, sollten die Waffen und Bomben ben Verschwörern von Glasgow aus geliefert werde::.

Aus dem besetzten Gebiet.

Durchgehender Zugverkehr im Brückenkopf Mainz und WiesbadenFrankfurt.

Frankfurt, U. Aug. Gestern ist der all­gemeine durchgehenoe Eisenbahnverkehr im Brückenkopf Mainz nach Frankfurt, ber bis­her auf einige Personenzüge beschränkt war, wie­der ausgenommen, und zwar auf den beiden von Mainz aus nach Frankfurt führenden Linien, einmal von MainK-Hauptbahnhof über Goldstein unb weiter von Wiesbaden über MainzKastel Höchst. Auf der ersten Strecke sind es sechs Zug- paave, darunter drei Schnellzugspaave, auf der zweiten Strecke vier Zugpaare, darunter ein Eilzugspaar. In ber Mehrzahl han­delt es sich um solche Züge, bie sowohl nach Westen, nach Köln. Saarbrücken, Trier, Nahe unb Pfalz, wie auch nach Osten, Süden unb Norden in Frankfurt weitere Anschlüsse geben.

Die bre: Schnellzüg e verteilen sich auf bie bre: Hauptrichtungen bes Westgebietes, Köln, NahetalSaarbrückenTrier unb WormsLud­wigshafenSaarbrücken. Vom Rhein sind es bie Schnellzüge D 303 Frankfurt ab 8.05 vorm., Mainz an 9.14, ab 9.21, Köln an 1.07, D 350 Köln ab 3.33 nachm Mainz an 7.22, ab 7.40, Frankfurt an 8.53. Von SaarbrückenTrier bk Züge L) 201 Trier ab 7.30 nachm., Mainz an 1.28 vorm., ab 5.26, Frankfurt an 6.32. U 146 Frankfurt ab 7.02 nachm., Mainz an 7.55, ab 8.01, Trier an 2.25 vorm. Von MetzSaar­brücken, Ludwigshafen bie Züge D141 Metz ab 7.50 vorm., Mainz an 5.10 nachm., ab 5.36, Frankfurt an 6.42, I) 142 Frankfurt ab.0.4 vorm., Mainz an 11.14, ab 11.40, Metz an 5.20 nachm.

Dazu kommen als Personenzüge Mainz ab 8.24 vorm., Frankfurt an 9.54, Mainz ab 1.15 nachm., Frankfurt an 2.47 aus Köln, Mainz ab 8.22 nachm., Frankfurt an 9.47, Frankfurt ab 6.18 vorm., Mainz an 7.45 nach Köln, Frankfurt ab 10.28 vorm., Mainz an 12.00 nach Köln. Frankfurt ab 2.55 nachm., Mainz an 4.26 nach Köln.

Auf ber Strecke WiesbabenMainz 5 a ft ~ z^ranffurt werden gefahren die Züge Wiesbaden ab 7.30, Mainzkaftel 7.45, Frank- furt an 9.15 vorm., Wiesbaden ab 7.50, Mainz- kastel 8.05, Frankfurt an 8.54 vorm. Eilzug, Wiesbaden ab 4.19, Mainzkaftel 4.39, Frankfurt an 6.00 nachm., Wiesbaden ab 6.12, Mainzkaftel 6.32, Frankfurt an 7.52 nachm., Frankfurt ab 6.05, Mainzkaftel an 7,27, Wiesbaden an 7.48 vorm., Frankfurt ab 11.32 vorm., Mainzkaftel an 12.20, Wiesbaden an 12.35 nachm E lzug, Frank­furt ab 12.33, Mainzkaftel 1.54, Wiesbaden arr 2.14 nachm., Frankfurt ab 10.36, Maii^kastel 11.56 nachm., Wiesbaden an 12.16 vorm.

Die Züge sind für ben allgemeinen Verkehr benutzbar, wenn die Reisenden, im Besitz des vor­schriftsmäßigen weißen Passes oder ber Grenz Verkehrskarte sinb. Die Paßkon^

Internationaler 5ozialistentongreh.

Luzern, 8. Aug. (Wolff.) Am Schlüsse der heutigen Vormittagssitzung des internationalen! Sozialistenkongresses führte Bernstein aus: Deutschlands Lage ist ernst, so ernst, daß man sagen kann, wir stehen vor ber Schicksalsstunde Deutschlands und damit der deutsche:: Republik. Es ist ein verhängnisvolles Ereignis, daß die beiden deutschen sozialiftisck>en Richtungen zur Sicherung des Bestandes der 9iep:cklik nicht zusannnen ar­beiten. Ich bin kein blinder Verehrer der deutschen Mehrheitspartei. Ich gebe zu, daß verhäirgnisvolle Fehler gemacht wurden und noch gemacht roerben. Aber selbst wenn ihre Zahl noch einmal so groß wäre, würden sie gegenüber dem riesigen Fehler des Abseitsstehens der Unabhängigen leicht wiegen. Man will, teillveffe durch eine wei­tere Zerstörung in Deutschland, zu der große:: Re- volutwn kommen, die durch die Spartakisten Und flUonrmuniften mit Hilfe russischen Geldes durch­geführt werden soll. Man will Ausstände verur­sache::, von denen man weiß, daß sie das Los ber Arbeiterklasse nur noch verschlimmern. Von den Bergarbeiterstreiks hängt das Wohl unb Wehe von Atillionen ab. Die Streiks bedeuten für Deutschland bie Fortsetzung des Elends nach der Hungerblockade. Daher müßten sich alle Richtt:ngcn, die den sozialistischen Fortschintt wollen, die Hand reichen. Ich bedauere unendlich, daß die Unabhän­gigen sich immer mehr den Kommunisten verschrei­be::. Weil es sich um: den Aufbau der Republik und um ihre Festigung handelte, sollten wir sie zur Mitarbeit bewegen. Würden sich die beiden Rich- Itungcn vereinigen unb waren die Unabhängigen in ber Regierung, so könnten sie vieles verhüten, was sie heute fritifieren.

Ä yfhfc, Ä Annahme von Anzeigen

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