0eegeTpen|tec.
Roman von Anny Wothe.
Aetrikaetodice Q>p y richt 1911 by A*y Wetbt-MiM, L*t<
Nachdruck verboten.) yortfrtzung «
..Wenn Ihr nicht «ukpaßt, Jt toten,1' luchte SSs«, „und btt Geschichte noch roeittt frernxnt, dann fifcen rott tttt und Ihr könnt nachher die ganze Nacht allein auldteiben, alles wieder auseinander zu klütern."
„Mü Euch Sölve wedderken." lachte der Jfepitän, „Hfr ich gern drei Nächte."
„TaS wär eine schöne Straf«. Schämt Euch «uh gebt tünitig acht Nicht fallen (allen! Sein Hör denn nicht den beülolen Wirrwarr, den Ihr bi anriditrt'r Ter Faden muh hierher Jetzt halt't endlich fest, denn sonst ist doch alle Mühe umlomt.
„Du flehst. Bent." schaltete Petcr schmun»elnd rin. „bas unlcreins noch Diel lernen muL KP lalb er sich mit Beiberfram bemengt. Sölve ist streng. Glaubst du wohl, daß fit mir nicht mal erlaubt, mit den Traustieieln in den Pelel zu fom> men? Die meint, das schicke sich nicht. Cstrtd ist das flU ich."
Tie jungt Frau sah aus -albgejenktcn Lugen <xur,
„Woher roet^l du oal, Peter?"
„Na, ich denke es mir. Schah, weil du nie etwas lagst."
„Ich läge vieles nicht, wo- ich denke."
xknl Danken iah schan zu der langen Frau herüber. Wai chr kacheln nicht wie ein Hohn und Spott, itbrnm <4 nicht unter den leichtgefentten jBuntxrn wie ein Feuerbrand?
die
Ta Mödlich war es. al» halle ein Schuh durch Nacht.
vl-nt und Peter sprangen zu gleicher Zeit aut.
..Schilf in Not." rieten sie wie aufi einem
•Ohinbc
„Tie Teerjacken her." schrie Peter mit Donner- stimme au) die Diele hinaus.
„Schönste Schwägerin." begütigte er, .,e» ist ein Glück, baß Ihr keine solche Tyrannin seid, wie die fleine Sölve. Ihr feht ia selbst, wie ruchlos sie mit mir altem Knaben verfährt,"
Sölve hatte ihm eiten Mao» aut die Hand verfehl, weil er abermals btt Fäden verhedderte
„Luch muh man in.strenge Zucht nehmen," drohte sie lachend. „Kbcr fast will es mir f(beuten, als kt al.es verlorene Liebesmüh bei Tuch. Gebt das Garn her, Akke mag nachher versuchen, den ungerichteten Schaden zu kurieren. Ihr aber seid für alle Zeit in Gnaden von solchem Hausdienst befreit."
„Nicht bös« fein." schmeichelte Bent und fefcte verstohlen nach Sölves Hand.
Sie entzog ihm diese rasch und mit einem schalkhaften Mick aul ihn brachte Re schleunigst bai G'vroijr von ftäJen in Sicherheit.
„Modder sagte" memte sie altklug, ..das Momtsvolt wäre daheim zu nichts nubte Nur broufem, da stände es feuicn Wann. Hier mühten wir regieren."
„Das schrint Ihr ja aus dem Grunde zu verstehen, Sölve Wabderten Ich bin schon annj (lein unter Eurer Huld yrooc e i," lachte Knt und zeigte mit der Hanb eine Spanne hoch über den Futzb^<n.
„So klein, Sölve Dedderten."
Sölve lachte hell auf
Forte
gegrübt.
(Fonsetzung folgt.)
Schwurgericht.
• Gtesten, 8. Doz. Urkunden fälfchung.
Unter dem Vorsitz des Landgerichtsrats Schade
ziikskormnandos für sich und Berte jedesmal ie 50 Mk. Entlassungsgeld eeschtomdril zu haben. Mit den NoisaauÄvnsen, die ft? selbst anfertifften, erhielten sie an den Bahnbösen die erfvrberlidjen MilitärfahrLrrten. Auf ihrer Tour kamen sie mich nach rhm umdrehte, btitzschnell eine Selbstlade Manöver ebenso gelang wie bei den airdeven Bezirkskommandos: sie wurden schlirtzlich in Mar
der Kfjtoerrn össentlichen UrLmdensälschung m fortgesetzter Begangenschaft im einlrrtlidyr. Husam- mm bann mit Detrng für schuLig und billigten ihnen mildernde Umstande zu, woraus sie z!u sechs MonatenGefängnis oerurtiilt wurden. Die Anklage Dcrtrat Staatsanwalt Rrurvth, die Verteidigung führten Rochtsanwall Metz und Peters.
9. Der. 1919.
Mord.
Deute wurde vor dem Schwurgericht btt 2bt* ffege gegen Fritz Maus von Alsfeld wegen Mords verlmntxlt.
Die Anklage vertrat Steratsanwalt Neuroth. bi« Vttttt.ägwig führte RcchtSamoaU F-ischer. Wie eviimertid), mürbe am 28. Februar 1919 vor dem LelenSmittelamt der Siche r her ts wach man n Böhm von einem Einbrecher, dem er geiuchlew-s Fleisch abnehmen wol.te, erschossen. Der l£m* brecher war der Angeklagte Maus, ter in der Nacht zuvor mrt 2 Genvsien das Fleisch bei Metzgermeister Sack gestohlen hatte und eS morgens zusammen mü Ieinem Genossen Waldeck zur Bahn bringen wollte. Am Leben-miltelamt wurden brfcv von Böhm an gehalten. Während WaLeck bem Böhm vorzuläuscheu versuchte, eS handele sich um gehamsterte Fleischjvaven, machte Maus Miene, sich zu entfernen, da es ihm bei feiner bergan» gen bett — er ist mehrfach rochen Diebstahls be* straft — nicht unwaljrscheinlich kfeat, tast er festgenommen würde. Böhm riet ihm zu, zu bleiben, andernfalls er von seiner Aalte Gebrauch machen werde. Drum hatte er das gesagt, als sich MauS nachi hm umdre'hte, blitzschnell etne Selbstltex- pistole au4 der Tasche zog, ibn am Rock packte uno nirderschost. Böhm stt in felge des aus aller-
Znf.-Regts. 112 in Donaueschingen, uto lentee als feldjer den ganzen GeschästSgerng bi Entlassungen. Zahlungsanweisungen und dergleichm ftmnen. Er ist geständig, zusammen mit M-rte ZablimgSanwei- imtgm, Päsfe und Rcissansweite fälschlich angefer- tigt, und auf Grund Vieser PLpiere bei 13 Bezirks ko nrmandos für f '
inrüdiirtAnnen. Segen der technischen ÄngefMt* ten roll binnen acht lagen ein Tarif ertrag ab- geschfeiien werben und fiiket entrui ^Handlung am Sams:ag btu 13. Dezember 1919, vormittags 9 Uhr, statt.
nidnter Nähe am chn abgegebenen Schuffes, ter ine L^imge schwer verletzL'. etnxx Togr braut M- stör en Unmittelbar nach tern Schar, lz dka .s rort, vielen Polenten, b* ibn roittjalten exklien, riet er zu: „Gatz weg, ober ich idjkt deck zu, feanneu."
3n ber heutigen Verhandlung verfechte Waldeck, der bei dem Zusammenstoß mü Böhm unbeteiligt dabeiaestanden hatte, aber zugeben mutzte. >rst er dem Maus zugerufen hotte, er solle nicht schießen, Heu Maus nach MögUctcketl zu entiafien. tir erklärte, Böhm habe mit der rechten tzond seine Pistole gesogen, mü der linken aber nach der £>anb des Mans aeseÄagen und habet vielleicht bewirkt, daß die Ptlwle zur Entladung tarn. Seine -fessage sand keinen Glauben, da fit im Wider- svruch mit den Aussagen der Zeugen Trccksler und Ball'er, die den Vorfall mü angesehen hallen, stand, auch dem ^'ftwnibcfuto »viaersprach. Be- diesem war festgestellt, daß außer der schweren Sc «ustverletzung in ber Brust Böhm auch ein» solche an der rechten .Hand zivischen den Fingern halte. Schließlich standen ihr entgegen die Auslagen der Frau Waldeck und der Zeugin Marscheck, bei denen Waldeck und Maus kur» vor ihrer Feit- nähme über den Vorfall gesprochen hatten und wobei Maus selbst erflart halte, er habe ge» sckwl'fen, weil sonst Böhm vielleicht habe schieden (örnien.
Maus selbst, bet, wie brtamt, hei ber Schwur- gerichlstagung im September durch lautes Brüllen und Toben eine Verhandlung unmöglich gemacht halte, gab heute überhaupt keine Auskunft und beschränkte sich darauf, nachdem er ansänglich ebenfalls wieder durch tierische Laute die Der- IxmOlung zu stören versuche hatte, während der ganzen Verhandlung vor sich hin iif jammern
Nach dem äuBerit klaren, allgemein verständlichen Gutachten des Medizinalrats Dr. Wagner bqtanb fein Zweifel, daß Maus zur Zeü der Tat völlig klar und zurechnungsfähig war, daß aber fern jetziges Verhalten neben großer Simulation aus einet Haitpsychose beruht, einet nervösen Erkrankung infolge der Haft, die sofort verschwinden würde, wenn Maus wieder in Freiheit käme. Interessant war, daß RtauS erst »jr ganz kurzer Äcit tn der veil- und Pslegeansvalt mü einem unteren Insassen ten Pia» zu einem
Fluchtversuch entworien hotte.
Den Geschworenen wurden Fragen wegen Mords, Totschlags und Körperverletzung mit tödlichem Erfolg vorgelegt. Der Staatsanwalt plädierte für Bejahung ber Frage wegen Mords, während ber Verteibiger für Bejahung ber Fragen nach Körperverletzung mit tödlichem Erfolg eintrat.
Nach turjer Beratung verkündete bet Obmann
Mchrlieit.) r
Persönlich bemerkt Abg. Dr. Hu gen berg 'D.-Natl.l: 9Loch nehme ich ben VorVtna nicht tragisch Jckr verwahre mich dagegen, baß ich gr agl haben könnte: Ich ivünsche bte Bes'vung des Rulngebietes! Ich habe nur gejagt, bte Politik Erzbergers würde beb n führen und dann mfre er ?s nur möglichst gleich tun Ich Hal« Herrn Eez- herger laniie sür einen Landesverräter gehalten. (Lärm. Präsident Fehrenbach ruft den Neuner zur Ordnung.)
'JGjg Dr Stresemann (D. Dpt): (Per- sönlich.l Ich habe im Jahre 1917 ben Gedanken einer Reichsvermögensabgabe nur erörtert, nicht
rycrDcn durch ein Abkommen mit $elci-"X- Ich freue mich, daß so eine Beesöhnung mit Belri? angebahnt ist. (Beifall) Tie Vaupt ache llt, daß wir kerne neuen SdiuLxn machen Öir Haden ben Besitz zu 75 Prozent an brr Ausbringung ber Steuern herovgezo'ten, der Reil von 2j Prozent soll von ben lchioach.ren Schultern oetratwn wer ben Was tilgen wir denn in einer G.neration? In 3U Iachren werden wir 2J Prozent get Llt haben von den Schulden, 80 Prozent überlasten wir HL f t:gen Generationen. (3<t)t richti l! bei bet Mehr beit.i Es liegt fein Grund vor, btt Vorlage an bte komrni'sion zurückzuoernxi en, benn bie orrl»elenden Anrröge finb bereits in dec Kommis pn erörtert und abgelrtot worb n. Die Vorlage lagt kein Wort bavon. daß bas Notopfer in einem Iahet bezahlt werden soll. Jeder hat 33 Jahr? Zeit dazu, der Landwirt 50 Jahre. Seine Schuld steht zu Buch, aber er behält das Geld im Betrieb Eine Zwangsanlethe wäre nur denkbar als Ergänzung zur Sri eg »an leit* Tte Zwangs an leid: nach dem Antrag Arnstadt entb.'hrt jeder Möglichkeit auf die Vechälmisst des Smzclnen Rücksicht zu nehmen. Nehmen Sie die Vorlage in der letzt,en Fonn balo an, benn sonst wäre an eme Veral/schiedung der Umsatzsteuer nicht zu beuten. (Beifall b-i der
empfol>lm
Nächste Sitzung Donnerstag 1 llh-r, setztms. Schluß 6V| Uhr.
Ak»g. Dr Hu gen berg (D.-Natl.): Der Umfang der Gegmr.chatt gegen das Gietz wachil ständig Ick bewundere bi« Energie uno Ruck- sickuslvsigkeit, mit ber her Finanzministet bie Wirt- schast des Reiches führt, l ibet in unhrilval er Wirkung Dem Antrag Riester werben wir zu- stimmen Zu 9 1 haben mir ben Antrag Arn- floßt eingebracht. Wenn auch bie Abgabe zu nn drittel in bet Form einer einma'iyn Dermögens- ftener und zu zwei Drittel in ber Form ber Ufbernabme einer neu zu begehenden Steuer* a’deifx entrichtet wird, bie bei einet oprojentigen Verzinsung mit einer abwärts gestaffelten Zins* schemsteuer belastet wirb, den Unternehmern, bic ihr Geschäft betreiben, auch um ihre Arbeiter zu beschäftigen, wird durch bas Notoper bie Existenz völlig ruiniert. Die Zwangsanleilte wäre, nicht so löblich geioefen. Die Behauptung des Flnanz- ministerS, untere Wirtschast sei im Auisiteg begriffen, ist wirkungs:os an ben ausländischen Bör- stn vorübergegangen. Wie kann ein Futanrrni- iiifter erst bie Leute durch Steuerzahlung unsähtg ■machen, bann baran denken, ferne icflroebenbe Echulb |u beseitigen? Bei bem Notopser steht bie Erpropriierung bei Mittelstanbes in srchcre Aussicht Die von uns vorgeschlagene Zwangsanleihe wäre im wesentlichen eine Lonvertierung früljeter Schuldverschreibungen. Das btshertge Verhalten ber angelsächsischen Rasse spricht nicht dafür, baß sie uns Zeit lassen werben, uns zu erholen, aus wolstverstanbenen, eigenen Interessen. Der Feinb wirb iugreuen, wo Sie (zu Erzberger) es ihm so leicht machen! (Sehr richtig! rechts, Lärm links). Das Notopser ist em unerhörter Leichtsinn! Wenn Sie (au Erzberger) das deutsche Volk in bie Sklaverei führen wollen, dann lassen Sie boch lieber gleich bas Ruhrgebiet beteten. 'Wütender Larrn bet ber Mehrheit. Ruse: Schluß! Lump! Glocke bes Präsidenten. Redner versucht weiter zu sprechen, wirb aber bind) ben andauernden Lärm verhindert.
Vijepvä.rdent Haußmann (nachdem er sich entsteh Ru!-e verschafft): Ich bitte, ben Redner nicht am Spreckxn zu verlMtdern. Ich bitte zu beachten, waS Sie dem Hause und bem Weiter- anno ber Berl-anolungen schuldig sind. Ich bitte den Redner fertzufahcen.
^Abg. Hugenberg versucht mit sehr starker Stimme wci'.erzusprecten. Erneuter, tosender Lärm bei der Mehrheit, besonders bei ben Sozialdemv- tfratm. Schlntzrufe. Rufe recht-: Redefreiheit.)
Dl-epväsident Haußmann unterbricht die Sitzu'ig aus eine Viertelstunde. Im Hause Heibeil erregt debattierende Gruppen.
Schluß 4'/. Uhr.
Die Sitzung wird um 5 Wfrc wieder eröffnet.
Vizepräsident Haußmann: Die Wendung deS Redners, bie bie Unterbrechung hrrttorqftufm hat, konnte bie Gefühl« des HaufeS verletzen. Ich spreche mein Bebauern bar über aus. Ich bitte aber auch, bie Redefreiheit zu wfUeBieren und bitte ben Redner fort zu fahren.
Adg. Dr. Hugenberg (D.-N.): Das Not- opser ist ein SozialisterungSgesetz. Sozialisier en aber bringt fern Gelb, sondern kostet Geld. Die Zeit kann nicket mehr fern sein, wo Deutschland vom Marxismus geheilt sein wirb. Es stecht bei Ihnen, zu entscheiden, burch wieviel Leiden wir vorbei noch hindurch müssen. (Beisall rechts.)
Minister Erzberger: Der Vorredner hat den sondezcharen Mut gehabt, von der Tribüne deS Hauses in wo hl vorbereiteten Redewendungen llnerl) rtes auszusprechen. Namens der Regierung must ich diese Unterstellung aufs schärfste zurück- weisen. Wir stehen mü dem Feind in schweren Unterhandlungen: bie neue Note broht mit neuen Besetzungen, unb in bietem Augenblick bringt es ein Mitglied der Deutsckmotionalen Partei fertig, mit bem Gedanken der PveiS^bung weiteren bei ft- frfrn Lander zu spielen. (Andauernde Pfuirufe bei der Mehrheit.) Wenn ein anderes Mitglied des HauscS so ctroaS getan hätte, hätte ich bie Entrüstung der Rechten geg n einen solchen Landes- Verräter fel-en mikren. (Stürmische Entrüstung ve(U3. Glocke bei Präsidenten. Lärm linksO Ich stelle nur die objektiven Wirkungen seiner Aenße ringen scst. (Neuer Lärm. Präsident Feh- renbach bittet energisch um Ruhe.) Es ist eine Verleumdung ber Regierung, wenn man sagt, wir hätten eine korrupte Berwal*
brgenn die diesmalige Schtvu rgerichtStagung mit einer Verhandlung gegen ben Bäcker Heinrich Naumann von Duisburg und den Schlosser -Franz Berte von Mernes wegen öffentticher s chwe rer U rf u n den s ä I schu n g. Naumann ----------- --------
war Sdroribtr bei bem Abwicklungskvmmando bes ber Geschworenen, baß die Fragen wegen MorbS Hnf.-Regts. 112 in Donaueschingen, und lernte als bejaht worben sei.
Das Gericht verurteilte daraus ben Angeklagten au m Tobe und zur Aberkemtung der bürgerlichen Ehvenrechte.
einigen Generation (nrhufeben. Notopser unb tirng. Unsere tdtrodrnbe Schuld wird Sind^nnlcmm-niteua müssen auf mehrere. ®ene- rotwnen verteilt werden, unb zwar müßte bie ievige Generarion am geringsten belastet werden. Der einzige Eriassangstermin des Nowpsers lötzt alles künitig entstehende vermögen unangetastet. Tas Notopiergesetz hätte in seinem Taris dalli kommn-ft ungesez bcrüdfi' t gen m ficn.
Zurückverweisung au ben Ausschuß wird auch er- torberlid) durch gewisse außenoolitiiche Gründe, bie ich fy.er nicht erörtern möchte. Wenn uns eum dar Gutachten des RrichSjusttAmii isters beruttgi haben sollte, so würbe unser Vorschlag einer Der- trilung auf mehrere Generationen ein gewaltsames Eingreiien ber Entente rnuibestens erschweren
Der LchlichtungSauSschuß der Provinz vderhesse«
verhandelte in feiner Sitzung am 6. Sex mbar Ifb. Js. in Aron galten. Tas Berfahren gegen ben Schornsteinst-germeister Römer in Grvß-F»l«i wegen Wiedereinstellung und Lolmerhöhung eines Gesellen fercb durch Vergleich seine Erledigung.
In dem Verfahren auf Antrag der Arb«itS- gemeiwschaft bei ÄngestelktenGießen wegen Geloltsauibefferung und Tarifverträge erging ein Schiedsspruch, nach welchem ein Tansvertray An- name unb Gültigkeit fand, von ten wesenllichsten Bestimmungen snen felgende mügeteilt: Tas Ein- femmen für a usgevildete Angestellte nach beendeter breiiähriger Lehrzeit wurde tellgr- setzt: im ersten Gehüsenjahr aus 225 Mk., im jrociten Geh^lsenjahr auf 250 Mk, im bntten Gehilfenjahr aus 300 Mk., bi- 22 Jahre alt .ruf 350 Mk.. über 22 Jahre alt auf 400 Mk, über 24 Jahre auf 450 Mk , über 26 Jahre aul 500 Mk unb über 38 Jahre alt auf 550 Mk Tiese Ge- teUter sind Mlnoestgehälter. Tie weiblichen Angestellten erhalten dieselbe Vergütung: bi- den sie aber eine breijäkige ordnungsmäßige kauf, männische Lehrzeit ober eine Pvaklilche Tattgkeii nicht burdxKmacht, fe darf ihnen 10 Pvozcut roe ni-er befehlt werben. Verkäuferinnen in offenen Geschäften erhalten: im ersten Gehilten- jahr 150 Mk., im zweüen Geblfenjahr 180 Mk, im brüt« Gehlfenjahr 210 Mk , bis Sä Jahre 240 Mk, über 22 Iahte 2<5 Mk. und über 35 Jahre 325 Mk. Lehrlinge und Lehrmädchm erhalten im ersten Jahr 50 Mk, im »weiten 75 Mk, im dritten 100 Mk. für ben Monat, vorausgesetzt, baß sie nicht Kvst tmb Logis bim Arr- beitgeber erhalten An jeden Angestellten, ter sich am Tage b«S Abichfes es biefes Dntrags im Dienste bn Firma b findet, tst rine f i n m a 11 g e A i r te schaftsbeihilfe in Höfe des neuen ManatS- gchaltS zu entricht«. Die Sätze geltet für mton- liche und weibliche Angestellte am 1 Ottotcr 1919 als garantiertes monatliches Mn dest» Einkorn inen. Kündigungen, bio in Erwartung bes Abschlusie- eines Tarifvertrags ausgesprochen wurden, sind
,Lhr wollt doch nicht hinaus auf- M^er," mehrte Eskrd, chr Buch iufammmlaiipenb, ..ter Sturm rast! Bei bieiem Wetter trügt Ihr Idn Boot m See."
Peter Banken sah seine Frau fest an. Di.' sonst Io frohen, blauen lugen waren riete«st, fast finster, ali er antwortete:
„Eß ist doch selbstverständlich, bad wir nntere Pflicht tun."
V^der Hel ein Schuß und noch einer Aufregend klang eß durch bas Donne« ter Wogen.
Im Augenblick standen die Männer bereit und neben ihnen Sölve. gleichfalls in Ocl^ug, b* schwarz, Sappe von Wachs euch fest um drs lange Gesicht gezog«.
„Akke, schnell mente OeftorftwM," »ebot sie in einem Ton, ber keinen WOerspruch buld.'te.
„v'Nst du vielleicht auch mü hinaus," spöttelte Eltrld, ,du bürstest ben Männe« mir im Bette lein "
Stt iah nicht tey ächtenden Mick von Bent aut ihre tunge Schwester.
„Tas wirb sich finden, waS ich tue," gib Sökve zurück, und Peter memte gelassen.
„Sie kann vielleicht nützen ' rurck.drmgend hefteten sich feine blaam Äugen, bie ganz ernst gmxyrben, aut Estrtv
Hatte er erwartet, bjfc auch sie imt hmauS-
"Hastig trat er aut sie in «nb ehe sie eß sich vcrtoh barte er sie mitten aut ben Mund geküßt.
Tte Männer und Sölve waren schon brauten, ba stond Estrid noch immer im Pelel unb wucht, mu ber Hand toet ihre Lippen, als müllt ite einen Schandfleck weg reiben.
Aus Stadt und Land.
Gieren, bei 10. Tez^suter 191b.
Tas Heldenepos von Teulfch-Ostafrita.
Allzuwenig haben wir mährend des Kriege» oee dem übermenschlichen Rmgen unterer Brüder in Deutich- Ost Afrika erfahren, um une nur annähernd eine Dor- fteQung von dem heldenmütigen Widerstand der wenigen Kämpfer gegen eine vielfache Ueberiat)l uon Feinden machen zu können. Es ear daher dankenswert, daß dir Deutsche Volkspanei einen Mitkämpfer und Führer, Haupimann von Buchtefchell -u einem Bortrage gewonnen hatte, lieber drei Siunben warben bi« Hörer, die bi« Neu« Lula dich« füllten^ von dem Redner gefeflelt und lauschien mit Staunen den schlichten Erz rhiungen oon deutschem Heldenmut, deutscher Mannesneue und deutscher HflichterfkÜung. Unbesiegt vermochten die Kämpfer sich bi» zum Waffenstillstände durchzujchlagen in einer Kolonie, bie jur Prrisgabe besiimmi war. Au» jedem Worte klang der Nuhm des unvergleichlicheu Führers ooe Lettom- Dordeck, der nach dem Wort« Friedrich» des tSiotzen handelte: .StondhafttgkeN ist «,, d»« un» in all« Dingen aus der Gefahr bringt* und mü eiserner Energie immer wieder feinem D Leu den Weg fand. Deutich-Ost-Af-ika hätte nicht itr» loren ju geben brauchen, wenn man jur rechten Feil oorgeforqt hätte. So besah «» bei ^^eqsausdruch nur 2400 fchwarje Soldaten und 6000 Mgnn P»- lijeitruppen. März 1915 betrugen die strafte, die v. Lettow-Vo'b.ech pir Verfügung standen, 15000 Mann, einschließlich Etappe, darunter 3oOO Weihe. Damit sollte ein Gebiet z eimal so groh wie Deutsch- land gegen 300 000 Engländer verteidigt werden Wie diese Aufgabe im (Emjelnen gelöst wurde, die» nachjuerjählen, würde au weit führen. L^ttow.Bor> deck hatte da» Fiel, Deutschland nach strälten ie entlasten. Dah er dies erreichte, zeigen folgend« Fahlen. Gegen den einen General dämpften 14ti englische Generale. Di« Verlust« d«r Engländer betrugen. 20000 Europäer,60-SO000 Schwarj«, 140000Pferd«. 25000 Automobile. Der Feldzug kostete Enaland 12 Milliarden. Und nochmal» muh man sich öabri vergegenwärtigen, daß die Kampftruppe von feder Zufuhr abgeschnitten war unb dah ihr Führer auf da» Ersuchen um Lebensrnittel, Munition u|w. nur antworten konnte: ,tzolt cs beim Feind«.' Und es wurde da geholt. Bei der Ueberqabe, die nur durch d«i Waffenstillstand In Europa erfolgt«, gab der B«st der Kämpfer nur englische Bewehr, ab. Bon bei ursprünglichen Kampflruppe waren oon 3)0 Offiziere, noch 15 übrig, von 3000 Deutschen 160 Mann. Vie übermenschlichen Leistungen liehen sich nur ermöglich«, durch das treue Aushalten der schwarzen Askatt deren Haltung allen Schmähunaen unserer Femd« zum Trotz beweist, dah Deutschland kolonisieren harn*, und die Berechtigung dazu hat. Der Weihnachtsgnth der Askari aus bem Gefangenenlager besagt« noch, dah sie stolz feien, deutsch« Soldaten zu f«fe unb an Deutschland» ßubunft nicht verzweifelt«» Ium Mut und Willen sich für Deutschland» stark« Zukunfi einzus«tz«n rief auch der Redner auf, mdem er die stampf« in Deulsch-Vstafrika lum Symbol ö* für werden lieh, dah. wo ein Wille ist, auch ber weg gefunden wird. Mit einer längeren politischen Betrachtung, die den Lichtbildern folgte, unb bie in lt* Rutlifchwur auslief, schloh er den Borirag.
Professor strausmtzller dankte dem Bedum. woraus die Fuhörer in da» Lied .Deutfchlantz, Devstch- land Ober alle»- elnftimmten.
^eran fialtunfim.
Mittwoch: Hotel Einhorn, 5 Uhr, Märchen- abend. - Gewerkschaftshaus, 87* Uhr, Sffentllche Angestelltenverfammlun«z. - Cafe L«b, 8 Uhr, girkns Bernardo Lorch. - Lichtspielhaus (jetzt ad 4 Uhr geöffnet), ,Tie lebende lote". - ßid)t|ptele Selterfr weg. .Ein Walzeriraum- und „tüte fatale Dm- Ichwendung-. *
** Die tartoffelmarTen l bi- 8 50. Woche werben beliefert bei: Tarl Löbiack Äest-Anlage, Heinrich Trech-ler, Steinstrabe. Die Marken können bis eurschliebHch Don- nerStag eingelöst werden. .
- Rüböl»Ausgabe. Die AuSgab»- tage des Ruböl» in den Kleinhandel-geschälten ändern sich und zwar vom 13. Dezembsr bi- einschliehllch 19. Dezember.
** Deihnachtsverkehr. Bon der hiesigen Postdirektion wird un* mitgeteilt dost am 11. und 12 Dezember die Annghm, von Privatpaketen jeder Art, auSaenommen solche mit barem Geld, nach Ort Berlin ge- sperrt. — Nach dem ganzen Cberpoftbirefr lionSbezirk Berlin ist vom 13. bis 2d. Dezember bie Annahme von privaten Nochnahm» poketen jeder Art gesperrt.
Traufen war StockftnsterniS, als dir Männer mtt thv« Ratern« bem Strande «eilten. *e ein« Anzahl 3nidbtnrotmer taufe hm und tzn liricn e m _
Schwarz nsäUtrn sich bie Wolken von West» bet und unveimiich wütete bet Dito Tie Rotz' hnnck war« vttttummt, nur ein paar Leuchte raleien fliegen noch aui.
„Macht baS Rettungsboot ü<n/* rief SR« erregt ben Männttn zu ,^id Ihr nicht, M mwn Euver Hille bedarf?"
,,To legt he ov de Dobendnnk." meinten bte ectibtt. Ober die Her deutend, und standen W schlülliß
„ÄorwäN»." femnumbterte Peter. „Äibo Euch!"
Tn tat>ft4n ist schon »um BvotSdan- grrilL au- gtofe RettungSdnot. durch Taue cr rnfll. lute au' einer sogenannt« muttchbahn. *tt Männer, bte ihm aut An«i PeterS «folgt lito, knecht» fchmll in 8‘orhveftni und Ct:»cug 0« bmö» lich ben SLnvtster Ml um bir Ohren. La ick.r kräftige Gestalten sind eS — knurr spricht riZ rsvet.
^All<s klar!" rott ber vwitän.
,,Allo» tat," klingt eS zurück.
Tai Rettungsboot qleüei langsam bem öwH zu, dann fchtefe es fchnell in die hochnnfspritz«- ben Wogen. ___
Sölve wäre am liebsten mitprfebrrn^ oder sie muhte, man würde es nicht jularei. sturm- umbrauit stond sie nun am Ufer, test unb Hfl«, unb iah dem Boot nach, tu- in ben Q/t 4? oft* fdxtwto. Bent Bontevs Augen halten f« fltrttene


