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Mittwoch, 10. Dezember 1919

169. Jahrgang

Erster Blatt

Vie neuen Noten der Entente

Auf Befehl der deutschen Regierung erfolgte

Dies stellt, welches auch immer die persönliche Der

stillstandes dar und gleichzeitig einen Akt, der auf die

UNg

r sei. Es müßte ein Versuch

,Zor- Ent- unb unter»

Annullierung von Verpflichtungen hinzi lt, zu denen bereits die Zustimmung erteilt war und die man im Begriffe war, endgültig zu unterzeichnen. Schließlich ist es kaum nötig, daran zu erinnern, daß die Wahl der Reede von Scapa Flow in Ermangelung eines geeigneten neutralen Hofens in allen Punkten, so. wohl dem Buchstaben wie dem Geiste nach Artikel

vle enrgiltige Verfassung Hessen;.

Darmstadt, 9. Dcz. (Wolff.) Die hes­sische Volkskammer nahm in der heuti­gen Schlußabstimmung den von der 9kg rung vorgelegten Entwurf einer end­gültigen Verfassung für den Volks­staat Hessen mit den Stimmen der Mehrheits­parteien an. Auf Grund dieser Verfassung findet die erste regelmäßige Neuwahl der Volkskammer im November 1921 statt.

mencean erwähnte Sondernote in der Frage von Scapa Flow vor. Die deutsche Regierung ist erst nach Erscheinen der gcgEischen Note in dec Lage gewesen, die Instruktionen be­kannt zu geben, die Herrn v. Lersncr vom

er auf die bcutidjen Einwendungen gegen das .Zusatzprotoroll zur Friedensratifikation ant­wortet, und l)cute liegt uns auch die von Cle-

273 des Waffenstillstandsvertrages entspricht.

Unter düsen Umständen sind die alliierten und

unserer Wirtschaft Auskunst geben.

Vor schwerer Entscheidung.

Berlin, 10. Dez. (WTB.) Im wärts" wird hervoraehoden, daß die

Ur. 289

Ter Sitter An zeige, erscheint laqlicb, außer Sonn- und Feiertags.

vezngrpreir:

Monatlich 2 Mark, merteljäbrtirh 6 Mark einschließlich deS Bestell­geld«; Dm di die Bost vierteljährlich 6 Mart aussckzließlich Bestellgeld. Fernsprech - Anschlüsse: für die LchriNleNunq 112* Berlaa,Äeschä'tsslelie5t AnschrdlsürDrabtnach- ruhten: Anzeiger tieften.

postscheälonto:

Zrantsurl a. M. 11686

Ansicht, daß die dycksckie die Verantwortung zurück-

ar ernst

. , . LautEclair handelt es sich um einen

gerade die Zerstörung dessen, was Deutschland den regelrechten Rückzug. Man Verzichtet auf die

Annahme von Anzeigen f. die Lageonnininv in! zuinNackmiliaq vorher. Srels fBr 1 mm höhe litt meinen o.34mm Breite orili t) 15 ßt, auSioär t« 18 für Reklamen von 70mm Breite 48 Pf. nebst 20*/, TeneningS- zulchlaq. Bei Platz- vorlckriitM'/ Auffcklag. Hauvtschri'tleiler: Ang. Goetz. Berantivortlich für Politik: Ang. Woeq: für den übrigen Teil: Dr. Reinhold 3enj; für den Anzeigenteil: v. Beck; sämtlich in Gießen.

Die Gefangenen aus Japan.

Berlin, 9. Dez. (Wolff.) Die Reichs­zentralstelle für Kriegs- und Zivilgesangene teilt mit: Der Heimtransport der deut­schen Kriegsgefangenen aus Japan erfolgt mit 4 Dampsern, von denen drei Ende Dezember direkt durch den indischen Ozean nach Deutschland fahren, während der vierte Mitte Januar über Tsingtau nach Deutsch­land geht. Mit den vier Dampfern sollen alle in Japan weilenden deutschen Kriegsgefange­nen in die Heimat befördert werden. Der im Januar abgehende letzte Transport wird gleichzeitig die Familien der Kriegsgefange­nen heimschäffen.

Bismark- Gedanken und Erinnerungen.

Stuttgart, 9. Dez. (WTB.) Wegen der Veröffentlichung des dritten Bandes von Bismarcks Gedanken und Erinnerungen ' hatten die Vertreter des Kaisers bekanntlich Einspruch beim Landgericht Stuttgart erho­ben. Jetzt sind Ve rg l e ichs ve r ha n d- l u n ge n zwischen den Parteien im Gange, die auf eine gütliche Lösung schließen lassen.

veutschr Nationalversammlung.

Berlin, 9. Dez. 1919.

124. Sitzung.

Am Ministertisch: Erzberger und Dr. S ü d e k u m.

Präsident Fehrenbach eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 35 Minuten und teilt rin Dankschrei­ben des österreichischen Stoatsssanzlers für die deutsche Hilfsaktion mit, die in Oesterreich nie ber­get) en werde. (Beifall.) Der Präsident teilt writ-n: mit, daß infolge Eingehens der (Ententenott bet Minister des Aeußern aus diese ein geben will noch einer Sitzung des K'aüinetts, die ober noch nicht stattgesunden hat. Demgemäß schagc er vor, tie Kundgebung der Nationalversammlung gegen die Zurückhaltung der deutschen Kriegsge.angcnen von ' der Tagesordnung abzusetzen.

Das Haus ist damit einverstanden. Nächste Sitzung um 2 Uhr. Schluß 1 Uhr 40 Minuten.

Berlin, 9. Dez. 1919.

125. Sitzung.

Auf der Tagesorvmmg stehen zunächst Anfra­gen.

Eine Anfrage Simon- Schwaben (Soz.) wirb wie folgt beantwortet: Die Ausdehnung der Er- betimg der Zölle in Gold auf svgenannte- L«bes- Pakete aus dem Ausland wird ni'cht aufrechterhrl- ten. Diese Pakete sind abgnb:frei mit gewissen geringen Ausnahmen. Auf ei.ie Anfrage Iecker (Soz.) wird geantwortet: Eine Verdoppelung des Grundlohnes für die Bemessung ber baren Lei­stungen der Krankenkassen und die Abänderung bet Grenze für das Erlöschen der Bersicherungspslicht (bet lieben"ebrritung eines Gehaltes von 5000 Mk.) wird zur Zeit erwogen. Eine Anfrage Dr.Be cke r- Hesfen (D. Vp.) wird wie folgt beantnrort/.t: Ein Heimstättengesctz wird der Nationalversammlung vermutlich im Januar zugehen.

Es folgt die zweite Beratung des Gesetzent­wurfes über das Reichsrwtöpfer. Zu § 1 liegt ein Antrag Riester vor, den Entwurf an den 10. Ausschuß zur Umarbeitung AicriufniDerroriiat. Zu diesem Antrag wird namentliche Abstimmung beantragt.

Abg. Dr. Riester (D. Vp.) begründet seinen Anttag: Wir produzieren jetzt monatlich P/i Milliarden Papiergeld. Wirkliche Reformen sind nur das Zandessteucrgesetz und die Reiäisabgaben- vrdmmg. Alles andere ist ein in größter Hast zusammengesteUtes Mosaik von Steuern. TIYIeiv- salls gemeinsam ist t>rc Idee einer mittelbaren Sozialisierung. Speziell das Notopscr und die Rrichseinkommensteuer sollen den Unternehmer zllm bestbezahlten Angestellten seines Betriebes machen. Unsere Wirtschaft kann nur durch die Privatbetriebe wieder aufgebaut werden Es ist unrichtig, die Abbütdung der Kriegsschuld einer

ehemals vorgesehenen Zwangsmaßnahmen und die Deutsck>en fetten nidytv mehr zu be­fürchten. Der Druck von Berlin habe gewirkt.

NachCroix" bestätigt die Note, daß die Kriegsgefangenen unverzüglich nach dem Inkrafttreten des Friedensvertrages entlas­sen würden. Das bedeutendste Zugeständnis aber betreffe den Scküußparagraphen des Protokolls. Die Alliierten verzichteten dar­auf, Deutschland besondere Zwangsmast, nahmen onzudrohen für den Fall, daß es Die dort vorgesehenen Verpflichtungen nickst aus­führe. Dieses Entgegenkommen sei offenbar von der Absicht eingegeben worden, Deutsck>- land die Zustimmung zu erleichtere.

Die Hansastädtc und die Cutschüdi-ungS- fordcrung.

Berlin, 10. Dez. (WTB.) Wie die Deutsche Allg. Ztg." erfährt, werden wahr­scheinlich zwei oder drei hervorragende Per­sönlichkeiten der tzansastädte das deutsck-e Material über die Entschädigung für Scapa Flow in Paris Vorbringen. Aus den Noten könnten wir entnehmen, so sagt das Blatt weiter, daß die nach den früheren Erklärungen der Gegner entstandene Befürch­tung, es könnten entgegen dem Vertrage weitere Bedingungen ge st elltwer- d e n > nicht gerechtfertigt ist. Das ist mit Befriedigung festzusteilen. Ein Zuge­ständnis ist es aber nicht.

Die Alliierten und unsere chemische Industrie.

Berlin, 8. Dez. Von der En tente ist der deut­schen Regierung e ne Denkschrift zugegangen, in der unsere chemische Industrie ausgesordert wird, Auskünfte zu geben über ihre Fabrikationsge­heimnisse. Sie stützt sich auf das Kapitel 2 des Friedensvertrages und zwar auf die §§ 164 ff. und vor allem auf den § 172, in dem es heißt: Binnen 3 Monaten nach Inkrafttreten des gegenwärtigen Vertrages hat die deutsche Regierung den alliierten und assoziierten Regierungen die Beschaffenheit und Herstellungsart aller Spreng- und Giftstoffe sowie ähnlicher chemischen Präparate, die von ihr im Kriege angewandt und zu Kriegszwecken bereitet worden sind, mitzuteilen. - Die Denkschrift greift weit über die Bestimmungen hinaus. Eine endgültige Stellung­nahme der Regierung dazu ist noch nicht erfolgt. (F. Z.)

Eine R^ise Ek6menceauS nach London.

Paris, 9. Dez. (Wolff.) DasPetit Journal" meldet, daß Cl^menceau morgen noch London reisen werde, wo er mit Lloyd George und mehreren an­deren Ministern zusammentteff«.

Das Blatt bemerkt dazu, es sei selbstverständttch, daß die Bedeutung der gegenwärtigen wirtschaftlichen Fragen Beratungen unter den Thefs der beiden Re­gierungen notwendig mache, die zum Abschluß von Uebereinkommen in bezug auf die Politik, der beiden Länder führen würden.

nommen werden, die Starrheit der Gegner zu überwinden. Die verlangte wortlose Un­terschrift unter das Protokoll kann die Re­gierung nicht leistest, wenn sie nicht das deutsck)e Volk der unberechtigten Rachgier sie­gestrunkener Kapitalisten ausliefern wollte.

Ptefscstimmen.

Berlin, 10. De^ (WTB.) In den Kommentaren der Morgenb.älter zu den beiden neuen Noten der Entente heißt es wei­ter: Um in der Entschädigungsfrage für Scapa Flow unter Wahrung unseres Rechtsstandpunktes dem Verlangen der Geg­ner einen Schritt näher zu kommen, rät das ,,Berliner Tageblatt" die Erfüllung der Forderung, da auf diese Weise schon jetzt erreicht werde, daß die Entente es zu der von uns als unausbleiblich bezeichneten schweren Beeinträchtigung unserer wirtschaftlichen Le­bensinteressen nicht erst kommen lckßt.

Wie dieVossche Zeitung" sagt, hat Deutschland in seiner Not keinen anderen Helfer als die Höre Erkenntnis seiner Lage und die Notwendigkeit seiner künftigen Existenz.

In derKreuzzeitung" wird aus­geführt, daß eine Erfüllung der Forderung selbst beim allerbesten Willen und bei Him- anfetzung aller Lebensinteressen Deutschlands

in der Gefangenenfrage verlangt und es war dieSchlußbestimmung" in dem Protokoll wegen Scapa Flow alsunannehmbar" be­zeichnet worden. Das übrige ergibt sich so ziemlich aus der uns jetzt vorliegenden Pariser Antwort.

Man faim sagen, daß diese Antivvrt nickst ganz so grob und gewalttätig klingt, als sie von der französischen Presse angeküurdigt wor­den war. In der Rechtsanseinandersetzipra nimmt der französische Ministerpräsident noch immer einen unerträglick>en hochfahrenden Ton an und er versagt es sich rum Schluß nicht, noch einmal die Kündigung des Waffen- stiNstandes anzudrohen. Ader in den Sachen selbst haben doch wohl englische und ameri­kanische UebErlegungen einen merkbaren Um­schwung bewirkt. Klipp und klar stößt Cls- menceau unfreundlich l)ervor, die Gefangenen würden mit der Friedensratifizierung end- aültig ausgcliefert. Es wird auch kein Zwei­fel mehr darüber gelassen, ob nach der Frie­densratifikation die Entente sich immer noch Gewaltcingriffe in Deutschland Vorbe­halten will. Wir-ren, daß die Ver­tragsbestimmungen ,st)urch die vom Völ­kerrecht anerkannten gewöhnlichen Ver- fal)rensarten" gewährleistet werden sollen. In der Frage einer Entschädigung für Scapa Flow behält sich die Entente eine Art von Gnadenakt vor, bleibt aber in ihrem soge- nannken Rechtsanspruch unerbittlich. Wir sol­len das Schiffsmaterial bercitstellen, und un­sere Gegner wollen dann sehen, was $u tun sei, um Deutschlands Wirtschaftslage in die­sen Punkten erträglich zu lassen. Ein sehr bescheidenes und im Grunde für uns wieder besckstimendesEntgegenkomyien".

Unsere Regierung steht vor bitterster Ent­scheidung.

Die Note über Scapa Flow

Herr Präsident!

Am 27. 11. haben Sie mir ein Memorandum zugehen taffen, in welchem sich die deutsche Regierung weigert, dir Forderungen zu erfüllen, die die alli- ierten und assoziierten Mächte in ihrer Rote vom 1. 11. wegen der Zerstörung der deutschen Flotte in Scapa Flow am 22. 6. 1919 gestellt hatten, und in ber sie Vorschlags, diese Angelegenheit einem Schieds­spruch zu unterbreiten. Die deutsche Regierung, der der Standpunkt der alliierten und aftozi etten Mächte am 28. 6 1919 mitgeteilt worden war und die zwei- mal, am 28. 6. und am 3. 9 1919, darauf bezüg. lichr Mitteilungen machte, behauptet heule, daß diese Zerstörung in nichts eine Verletzung der Verpflichtungen Deutschlands bedeute, daß die zerstörten Kriegsschiffe im Augenblick ihrer Zer. ftörung nicht zur Auslieferung an die Alliierten bestimmt waren und weit mehr noch, daß die Zerstörung den alliierten und affoziierten Machten selbst zur. Last falle, da siein Widerspruch mit den Bestimmungen des Artikels 23 des Waffenstillstandes diese Kricgssch'ffe .nicht in einem neutralen Hafen, sondern in einem feindlichen interniert hätten". Die alliierten und affoziierten Mächte können in dem deutschen Memorandum nur einen schwer erklärbaren Versuch erblicken, absichtlich die Inkraftsetzung des Vertrages und die endgültige Wiederherstellung des Friedens hinauszu- zögern. In ihrer Rote vom 3 9., die sie nach Kennt­nisnahme der authentischen Erklärungen des die zer- störte deutsche Flotte befehligenden Admirals an die alliierten und affoziierten Regierungen gerichtet hat, halte die deutichc Regierung, weit entfernt, die in dieser Angelegenheit gegenüber den Alliierten obliegen­den Verpflichtungen anzuerkennen, im Gegenteil geltend gemacht, daß der Admiral keineswegs die Absicht gehabt habe, die Verpflichtungen zu verletzen, die die deutsche Regierung hinsichtlich seiner Person eingegangen war. Die deutsche Regierung selbst erkannte ebenfalls an, daß der befehligende Admiral bet der Zerstörung der deutschen Flotte auf Grund eines allgemeinen Befehls gebartbeit habe. Sie fügte hinzu, daß der Aorniral sehr wohl nwßte, daß die deutschen Vorschläge selbst hinsichtlich der Friedensbedingungen die An­rechnung der Flotte aus die Wiederautmachungen vorauösahen. Hat nicht der Uber des deut­schen Admiral stabes insgehrim dem Admiral von Reuter am 9. Mai nach Scapa Flow gesckrricben:Wie muh immer sich das

Schicksal dieser Schiffe unter dem Druck der Ereig. niffe gestalten möge, so wird es nicht ohne uns ent- schieden werden. Es wird von uns selbst ausgefübrt werden, und eine Auslieferung an den Feind bleibt usgefd) loflen."

Echo de Paris

Deutschland zwei bedeutende Zuge­ständnisse. Unsere Allianz Drangt nickt mehr 400000 Tonnen Hafenmaterial und, i was noch viel schlimmer ist, wir erftären, daß der Friedenszustanö wiederhergestettt toiro iunb der Frieoensvertrag in Kraft tritt.

deren Verzug das Pnüolvll zu irnterzeickmen, welciies den Austauich der Ratifikationen und die Jnkrast- setzung des Friedensvertrages gestaltet und so die Rückkehr zum normalen Leben und die Milderung der Leiden der Böiker fiebert.

Genehmigen Sie ufw.

gez. Giernetueau.

Berlin, 9. Dez. (WTB.) Nach bem nun­mehr vorliegenden amtlichen Text ber beiden NotenClemenceaus haben sich folgend« A--- tveichurtgen -von dem von uns berbreiteten Text, ergeben: Nach dein Hinweis auf bi: Separamote (Denkschrift über Scapa Flow) heißt es: Nach E.npf ng des im Pro lote ll g foibcrteit vollstänvigeu Verzeichnisses aller Schwimmdocks, Schwimm- tralpte, Schlepper und Bagger werden bie alliier­ten intb assoziierten Mächte die von inten getrof­fenen Anweisungen mitteil.it, wöbet sie der all­gemeinen wirtschaftlichen Lage der deutschenHäfenRechnungtragenwer- ben. Nach Erwähnung des letzten Paragrapl-en des Protokolls heißt es: Bon diesem Z.üpuntl an wirb die Ausführung ber Bestimmungen des Protokolls, das die Voraussetzung für das Inkraft­treten des Friedensv r.rages b.flkt du ch die A l- gemeinen Bestimmungen biete» Vertrages, sowie durch die vom VSlk-rreckst aitcrtannten gewöhnlichen BerfahrenSarten gewälwlristct.

Wie wir hören, tritt der Ausschuß für Aus­wärtige Angelegenl.rit.il morgen zusarnin rn, um sich mit den neuen Noten ber (Entente zu b fassen.

Berlin, 10. Dez. (WTB ) Der Pressechef ber Reichsregierung, Ministerinlbirekwr Rau­scher, stellte gestern abend in einem Vortrag fest, daß die Ra che p-o l i t if der Entente übertoie= genbeine Ang st pv l i t ik sei. Er sagte dann: Wir können die als Entfchäd sträng für die bernich- teten Schisse von Soapa ytoro verlangten Bagger, Docks usw. nicht ausliefern, wenn wir uns wirt­schaftlich nicht endgültig ruinieren wollen. Wir fi:ti>£ber unter dem Zwange der 88erlxilnti,f<? bereit, Ersatz auf anderen Gebieten zu leisten und wir wollen vor der Unterzeichnung des Bert«lges Sach­verständige nach Paris schicken, die ütier die Lage

bas Urteil im Prozeh Marloh.

Berlin, 9. Dez. (W.B.) Oberleutnant Mar« l o h ist von der Anklage des Totschlags, da er ediglich befehlsgemäß gehandelt hat, frei« gesprochen worden. Er wurde wegen unerlaub­ter (Entfernung zu drei Monaten Festungs­haft verurteilt, von denen zwei Monate durch die U tersuchungshast als verbüßt gelten.

Berlin, 9. Dez. (Wolff.) In ber Urteils­begründung gegen Marloh hrißt eS nach der VSm Ztg." u. a.: Tie Erschießung ist objek­tiv unberechtigt. Es fragt sich, wie weit der Angeklagte durch Befehle seiner Vorgesetzten gedeckt ist. Für das Gericht ist maßgebend, nicht was tatsächlich befohlen, sondern was dem An­geklagten tatsächlich übermittelt worden ist. DaS Gericht ist ber Ansicht, baß rin Dienstbesehl bor- lag. Es fragt sich, wie ber Angeklagte den Befehl aufaesaßt hat. Hier muß man sich in die Lage berfeben, in der sich damals der Führer der kleinen Schar befand. Es war die Zeit der schwersten Unruhen in Berlin. Es kommt hin»u, daß der Angeklagte der Ansicht sein konnte, daß die Re­gierung ein Interesse an schärfster Unterbrü^ui^ ber Unruhen hatte. Es war dem AngeNagten nicht der Gegenbeweis zu führen, baß er aus anderen Motiben als denen des überbrachten Befehles ge­handelt hat. Und ba dieser Gegenbeweis nicht geführt wurde, mußte angenommen werden, haß ber Angeklagte glaubte, einen Befehl anszusühren. Der Angeklagte war daher von ber Anklage des Totschlages srrizusprechen. Der unerlaubten Ent­fernung machte er sich strafbar. Das Gericht ist aber ber Ueber$eugung,-ba6 er'baju gedrängt wurde und hielt deshalb die niedrigste Strafe für ausreichend. Wegen des Gebrauttzs falscher Ur­kunden und Pässe mußte Verurteilung eintreten.

Die veröffestttichnng der deutschen Atten über die Vorgeschichte der Krieges.

Berlin, 9. Dez. (WTB.) Die deutsche Regierung veröffentlicht die gesamten deutschen Akten des Auswärtigen Amts über den Ausbruch des Krieges. Nachdem Karl Kautsky in den Frühtaaeu der Revolution mit ber Sichtung und Zu­sammenstellung der Dokumente begonnen und mit mehreren Mitarbeitern im Laufe einiger Monate vollendet hat, ist die Vorbereitung für den Druck in Zusammenarbeit mit den Herren v. Graff, Max Montgelas und Prof. W. Schücking beendet worden. Die Publr- fation unterscheidet sich von den bisherigen Farbbüchern aller Art durch ihren Unisang, sowie vor allem durch den G^ist, aus dem sie entstanden ist. Sie ist nicht eine Rechtferti­gung der eigenen Regierung um jeden Preis crsttebende Auswahl, wie die meisten Färb-

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheften

SwlMirgrnmddnick ruVerlag: vrichl'fche Univ.-Vuch- u.Stembrnderei U.Lange. Schriftleltiirtz. Seschastzstelle ».Druckerei: Schnfskr.7.

ten zußeht. Infolgedessen fordern die alliierten und assoziierten Mäcküe die deutsche Regierung auf, entibrcd^nb ihrer Note vom 1.11. oljnc wei­

ßer Vorgeschichte des Krieges von Bedeutung sind, mit dem einzigen Zweck, der Wahrheit zu dienen. Jedes Dokument ist darin vollständig abgedruckt ohne Auslas­sung, Zusatz oder Veränderung.

ausgeich!offen ist.

Paris, 9. Dez. (WTB.) Zu den beiden ?ieute veröffentlichten No ton an Deutschland iegen folgende Pariser Blätterstim- . _

men vor: bücher, sondern eine umfassende Herausgabe

sagt: Wir machem aller Mtenstücke, welche für die letzte Phase

-uSloär.igkn Ami- erteilt roqtbtn finb und unln Dv., auf die Clemencecm Bezug nimmt. Kurz ge- f assoziierten Mächte der lagt, hatte unsere Negierung sich gegen den Negierung heute nicht U ______________

Vorwurf der Verschleppung verwahrt, indem weisen faim, die ihr znsällt, und nicht in einem sie die neuen schweren Bedingungen beanstan- Sclnedsspruch eine Lösung für Kriegshandlungen bete, die in keiner Beziehung zum Friedens- f^1 kann, deren Regelung den erwähnten Mäch- vertrag ständen. Ferner waren G a r a n t i e n **&-* £ K "****

Wir haben in einem Teil unterer gestri- unö °h°z»-n-n M-ch>-n -u-,i-!-rn Mte.

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