feit und 3 tiefen ecftrrf be5 £>trrn Tohn ffcrfMflt doch alles Maß. (Erneuter Lärm bei den Unab- hängigen.) Die „Freiheit" schrieb: Lüttwitz will nicht abrüsten. iveneral von Lüttwitz hat nur ^daraus hingewiesen, daß eine allmähliche Ab- tüfiimw, das heißt Entlassung der Soldaten ge- büieu ist durch die Arbeitslosigkeit usw. In Frankreich nimml die chauoiniüuche Presse all^ <nau- big aus, was die „Freiheit" schreibt. Die Ber- bimgrn für die Reichswehr haben leit ande^- halb Monaten saß restlos aufgehört. Aoer der den kurzen >tontratten mit den Leuten und hier unb da Neueinstellungen nötig. Mündliche ‘^et» Handlungen mit der Entente werden eingelötet werden über alle militärischen Fragen, um, wbald eZ möglich ist, altes Mißtrauen zu beseitigen.
<Verfall.) Die Werbungen für .ikurland konnten leider nicht so leicht unterbunden werden. .;n Deutschlano befinden sich noch russische Bosscke- roiflcn. Einige betätigten sich,in München |o, daß wir sie nicht frei herumlauten lassen konnten. (Beifall.) Gegenüber den unbotmäßigen Soldaten in Kurland die Sperrung der Lebensmittel anzu- wenden, geht noch nicht an, sonst würden die Leute in Lettland plündern und wir möchten das Land unversehrt verlassen. -Beifall.)
NeichSmiMer des Aeußeren Müller:
Durch die Vermittelung des amerikanischen Staatssekretärs in Paris ist uns ein Schreibeil zu- gegangeii, wonach die Zulassung der deutschen Gewerkschaften in Washington von der darNgelt Kon- serenz selber abhängt. Tie Regierung ,tnd die tretet der Arbeitgeber werden ebenso wie die Gv-r werlschaftcn sehr gerne an der Konferenz teilnehmen, vorausgesetzt, daß sie gleichberechtigte Mitglieder derselben sein werden. Verhandlungen die j i'erhalb sind im Gange. Zur Zeit können wir gar feine Verträge mit der russischen Regierung schließen, denn dos ist unS von der Ratifikation verboten worden. Ich hoffe, daß wir später einmät mit Rußland wieder zu wirtschaftlichen Beziehungen kommen. Nach Polen ist von uns fein veeresgut verkauft worden, wohl aber nach der Tsd-echo-^lo- wakei mit Billigung der Entente. Die lettische Ne- giming steht auf dem Standpunkt, daß der Vertrag in Bezug auf das Einbürgerungsrecht der deutschen Truppen deshalb hinfällig wird, weil ein Teil der deutschen Truppen sich an dem Staatsstreich beteiligt haben. Ich hoffe, dah unsere Leute nunmehr zurückkehren und sich nicht schuldig machen an dem M ord her Greise und Kinder, den die Blockade im Gefolge haben würde. General pon der Goltz hat crltort, daß er an keiner Gegenrevvlutiion teilnc^ men würde. Er soll aber doch abberufen werden, wegen des Mißtrauens, das nun einmal gegen ihn besteht und weil er nicht der rechte Mairn für Ver- l^ndlinrgeu zu sein scheint. Die Affäre der west- russischen Regierung ist mir amtlich nicht bekannt. Ieoensalls erkennen wir keine nord- oder südwest- ruffische Regierung an. Tie russischen Werbungen suche ich zu verhindern. Ich hoffe, daß die Truppe^ im Baltikum die ruhige Ueberlegung bald .nieder gewinnen.
Abg. Eisenberger (Bayrischer Bauernbund) erklärt sich im allgemeinen mit den Aus- Mrungen des Reichskanzlers einverstanden. Zur Lösung des ErnährungspiwblemS muß die Regie- Vung eine Saupolitik treiben (Heiterkeit) und die Schweinezucht fördern.
Abg. M e e r f e l d (So-.) erklärt das Verhalten der unabhängigen Presse im Falle Haase für demagogisch. Das Zentrum hat in seiner Rhein- laitbspolitik eine sachliche Wendung durchgemacht. Im Rheinland gibt es heute keine Partei mehr, die dem deutschen Einheitsstaat nriberltre&t. Was die französischen Sozialisten in der französischen Kämmer zum Besten gabern ist unverständlich. Aber die gesamte französische Presse ernährt sich von der deutschen unabhängigen Presse. (Zustimmung. Lärm bei den Unabhängigen.) Die Rheinländer in ihrer erdrückenden Masse wollen von Frankreich nichts wissen. (Beifall.)
Abg. Dr. Traub (beutsch-natl): Das Ministerium des Wiederaufbaues vruß ganz konform mit dem des Auswärtigen Amts gehen. Die deutsch- nationalen Beamten haben ein Recht zu der Frage, was in dem Diensteid von ihnen verlangt wird. Die Negierung fordert die Hellighaltuna des Eides. Klber wer war eS, der früher den Eck für nicht bindend erklärte? Die Verlängerung der National- versanrmlung widerspricht dem demokrattschen Gedanken. Der Redner krittsiert dann eine Reihe sozialdemokratischer Presseäußerungen. (Wiederholter Lärm links.) Die deutsch-nationale Partei hat mit anonymen Handlungen und Veröffentlichungen nichts zu tun. (Zuruf Noskes: Die anonnmen Pamphlete sind von Ihnen. Andauernder Lärm. Rufe links: Verlogene Gesellschaft?) Wir haben sie nicht bestellt. (Zuruf Noskes: Das hat Herr -Hrrgt zugegeben. Lärm.)
Abg Dr. Trau b (Dtsch.-natl.) fortfahrend: D« Mehrzahl der Soldaten im Baltikum will nickt- als im Frieden leben imb ein Stückchen Land bebauen. (Beifall rechts.) Ich freue mich «tufct, daß es Frankreich schlecht geht. Tnrch die Revolutton sind wir aber nun mal in das Elend hinein gekommen (Stürmischer Widerspruch links, Beifall rechts, Zischen (inte.)
Reicksmrnister NoSke: Ich bin der bartfdfe narvnalen Partei nicht nadyelaufen, war aber bereit zu einer Aussprache, die auch h'ute vormittag statt-reff inden hat.
Abg. Frerlierr v. Richt Hofen (Dem.): M- lein die Demokratie kann unser Vaterland retten Sie allein kann Ordnung imb Autorität Herstellen, ohne zur Diltatur zu greifen. Mr brauchen da^ Ausland zu unserer Wicderaufricktnnsi Tas Vertrauen des Auslandes zu imfcrer Rvg-iernng muß gestärkt werden. Dazu trägt di- Haltung der Cm» sitiun, besonders von rechts nicht bei Der Frieden sverttag ist deut Selbstbestimmunasrecht der Völker und zumal dem des deutschen Voltes nid-.t gerecht gewrfem. Am Völkerbund — so wenig er im irren Ansckxmungen entspricht — trollen wir Mitarbeiten, weil dort die Vertreter der Staaten der Welt zusammentomm^i werden imb fine Aussprache für lmS von Nutzen ist. Wir hätten einen Müderen Termin der Wahlen gern gn'eben, aber die Aufgabe der Nationalversammlung ist erst erfüllt, tvenn wir dem deutschen Volk die Möglichkeit zur Arbeit völlig gesichert haben werden.
erfolgt Vertagung nach einer Reihe von persönlichen Bemerkungen
Nächste Siluing morgen 1 Uhr Anfragen, Etatsberatung, Fortietzung.
Schluß nach 6v, Uhr.
$rantturter Einfuhrmeffe.
Frankfurt a. M., 9. Oki. Wolff.) Die ßöudiae Wiederkehr der frankfurter Messe ist gesickert. Für die nächste Messe haben bereits 1000 Aussteller ihre Anmeldungen! vollzogen
Aus Statt und Land.
Gießen, den 10. Ott. 1919, Lebensmittel.
** Ausgabe von Süßstoff (Saccharin!. Für die Zeit vom 1. bis 15. Oktober 1919 wird gegen die LieferungSabsckmitte 8 der Süßstvffkarte „H" (blau und 5 der Süßstoffwarte „G" (gelb) von den Sützstvssabgabestrllen Süßstoff abgegeben.
** Verbilligte itartof f ein. Tie Personen und Familien, die sich zum Be^ig verbilligter Kartoffeln und Brennstoffe gemeldet haben, können Karwiselscheine auf hiesige Händler oder- Kartoffelbezugscheine auf Landwirte aut dem Städt. Lebens mittelcrmt, Zimmer J6, in Empfang nehmen. (Siehe Bekanntmachung.)
*
♦♦ Amtliche Personalnachrichten. Ernann t wurden am 2. Oktober: Der Vorsteher oer landwirtschaftlichen , Winterjchule zu Saarburg, Oekonomierat Adolf Glaser, zum Vorsteher der landwirtschaftlichen Winterschule zu Lauterbach: der Vorsteher der landwirtschaftlichen Winterschulc zu Saargemünd, Ernst Metz, zum Vorsteher der landwirtschaftlichen Dinterschule zu Schotten: der LandwirtschastSlehver Tr. Heinrich May zu Alzey zum Borsteler der landwirtschaftlichen Winterschule zu Lick). Sämtlich mit Wirkung vom Tage des Tienftantritts an. — Durch Entschließung des Hessischen Landesamtes für das Bildungswesen vom 30. September 1919 ist der Lehr- amtsreferendar Karl Beysel zu Dieburg zum Lehramtsassessor ernannt worden. — Am 19. September d Is. wurde der Staatskassier RechnungSrat Friedrich Bitsch zu Grünberg auf sein Nachsuchen unter Anerkennung- feiner dem Staate geleisteten Tienste vom 1. Otto der l. Js. ab in den Ruhestand versetzt.
♦* Aus de m Stadttheaterbureau, Zur Egm ont - Auf sührung am Samstag fei noch bemerkt, daß im letzten Bild bet Vorhang nickst nach Cgmonts Abgang, sondern erst nach AilÄtti-n- gen der Siegessymphonie fällt, um die Gefahr zu vermeiden, daß durch vorzeitigen Aufbruch die herrliche Beethovenfche Schlußmusik des Werkes gestört wird. Tic Aufführung des Schausviels „Der Gymnasial Professor" zur Vorfeier von Herrn Tr. Mfrco Bocks 6 0. Geburtstag am lvmmcndcn Montag darf als 1. hessischer Dichterabend bezeichnet werden, da Direktor Steingoetter die Absicht hat, eine Anzahl von Werken landsmännischer Autoren diesen Winter auf der hiesigen Bühne herauszudringen. Es ist an Werke von N i e bc raall, Goorg B ü chne r gedacht und an das in diesem Blatte bereits erwähnte symbolische Schauspiel Diogenes (Ein Narr des Lichts) von Tr. Ernst Schwarz- Eckyell.
** Er Weiterung der Zuständigkeit des Finanzamtes. Mit dem 1. ds. Mts. ist die bisher für das gesamte Gebiet Hessens tums durch das Erbschaffssteueramt in Darmstadt erfolgte Veranlagung der Erbfchafts- und Schenkungssteuer auf die einzelnen Finanzämter übrige gangen, so daß diese nunmehr statt des Crbschaftsftcueramtes in Darmstadt für die m ihren Bezirk fallenden Erledigungen zuständig find. Die gesetzliche Regelung der Erbfchafts- und Schen- rungssteuer hat durch das neue ReichsertfechaftS- fteuergesetz vom 10. September 1919. das die Bestimmungen über bfe Besteuerung der Nachlässe des Erwerbs von Dodestvogen und der freigebigen) Zu.vcnbun^n unter Lebenden enthält, insbesondere insofern gegen bisher eine Aenderung erfahren., als nunmehr auch der Erwerb der Ehegatten und Kinderzur Steuer heoarrgezogen .nirb. Jeder der Steuer unterliegende Erwerb ist von den zur Entrichtung der Steuer verpflichteten Personen innerhalb einer Frist von 3 Monaten nach Kenntnis des Anfalls Dem Finanzamt anzumelden, falls nicht der Steuerbehörde infolge Vorliegens gerichtff sicher oder notarieller Beurkundung des letzten, Willens oder der Zuwendung unter Lebenden vhne-i hin von dem Steuerfalle Kenntnis zuvommt. Für die Schenkungssteuer kommen u. a. nachträglich auch die nach dem 31. Dezember 1916 zugunsten von Ehegatten und Abkömmlingen gemachten Zuwendungen in Betracht. Die Frist zur Anmeldung dieser Zuweisungen begrämt mit dem 1. Sept. 1919.
** Nach 8 113des Gesetzesüberdas Branntweinmonopol haben alle Personen, die sich gewerbsmäßig mit dem Verkäufe von Trink- brannttvein an Der brau ck)er befassen (sog. Wiederverkäufer), vor Eröffnung ihres Betriebs der Steuerbehörde schriftliche Anzeige hiervon zu machen. Von bereits bestehenden Betrieben dieser Art ist die Anzeige alsbald zu erstatten. Zu den anmeldepflichtigen Betrieben gehören außer den eigentlichen Händlern und Wirten auch Konsumvereine, Kasinos, Logen und ähnliche Vereinigungen und zwar auch daim, wenn sie Trink- brannhuein nur an ihre Mitglieder oder nur in ihren eigenen Räumen abgeben.
** Die vom Hessenbund der internationalen Korrespondenz- und Tauschvereinigung „® lohn 5" in der Zeit vom 4. bis 6. I. M. im Pvstkeller veranstaltete mtemationalc Ansichtskarten-undBrief- m a r kenau sste 11 u n g hatte trotz des am Sonntag herrschenden schönen Wetters einen sehr starken Besuch zu verzeichnen. Leider tonnte die Ausstellungsleitung durch die derzeitigen Schwierigkeiten beim Postversand nicht die eigentlich vorgesehene Zahl Briefmarkensammlungen zur Auslage bringen. Dadurch kam es auch, daß bei den Sonntag und Montag abend veranstalteteu Berstei- aenmgen von Marken alles vorhandene Material fast restlos aufgekauft wurde und mancher Jnter- effent fort ausgehen nyrßte. Das (Srgchnid der am Sormtag veranstalteten Drämiiernng war: Ehrenpreise: ZehleS-Frmtkfurt a. M., Boß- Nürnberg, Bofsard-Baiel, G. Grünig jr.-Gießen, Ztollrack-Jsenburg, Schindler-Sttittgart, Else Grü- nig-Gießen. 1. Preise: Schreckenderger-Kässel, Malm-Reval, Schott-Gießen, Anny Jläner-Gießen, K. G. Schmidt-Gießen und Panlonin-Steglitz. Die beiden Ausstellungsleiter Zchles-Frankfurt a. M. und G. Grünig jr.-Gießen wurden in Anbetracht ihrer hervorragenden Leistungen zu Ehrenmitgliedern des Hessenbundes des „Globus" ernannt.
** Die Deutsche Volkspartei 6er» f 25. Ottobcr, im Saal des
Hotel Einhorn etncn Familienabenü. Für den 13. Novernber ist ein Vortrag (mit Lichtbildern! über „tettoro-Borbed und der Krieg rn Ostafrika" von seinem Adjutanten, Haupt- mamt v. Ruckteichell, vorgesehen
*• Der Evang. Arbeiterverein hält morgen Lamstag im Vereinslokal eine Hauptversammlung ab, die sich in der Hauptsache mit der dtagc der Bewilligung der erhöhten Ber- bandSbeilräg:, einem Antrag auf Austriu aus dem Verband, sonne mit Rrgelnna der BcttrZge des Vereins beschäftigen wird. (Kietze Anzeige)
•* Einen Kursus im Putzmachen hat die Mceschule feit diesem Sommer eingerichtet, der unter der Leitung der für "Putzmachen staatlich getTTÜTtm preußischen Gewerbelehrerin Frl. Pauli steht. Gelechn wird die Anfertigung von Hüten, Koppen, minder Häubchen, Beuteln, Schnmckkifsen, fairic sie Umarbeitung am Pelzen. An den Winterkursen können noch einige Tarnen teilneh- mcn. Anmeldung Stemstraße 10.
** Lichtspielhaus. Ab morgen bis einschließlich Montag findet Uraufführung des Films „Tie VerMrten" von Hans Hyan statt.
** T ic Schwarz-Wciß-Lichtsviele bringen nur bis Sonntag den 12. Oktober das Wiw-West-Schaufviel „Rote Rache", ein spannendes Trama aus dem Leden eines Farmers, in fünf Akren, außerdem noch das dreiattigc Lustspiel „3m Laden nebenan", mit Thea Steinbrecher in der Hauptrolle.
Landkreis Gießen.
-m. H-ngen, 10. Okt. Aui eigenartige Weise Denifnmmtc kürzlich ein älterer Mann aus dem Nachbarort Villmqen im hiesigen Bahnhof Beim Ausgang nach der Stadt schlug ihm die schwere Tür in den Rücken, wodurch er Die mir 3 Stufen hohe Treppe heruntergescküetchert wurde und io unglücklich zu Fall kam, daß er einen doppelten Beinbruch davvntrug.
r Sputet, 9. Ott. Bon schwerem Unglück betroffen wurde die Familie deck Müllers Heinrich Wirth hier. Nachdem der älteste Sohn im Kriege gefallen ist, traf gestern morgen Die_ Nachriä^ ein, daß enter her beiden jüngsten Söhne, erst letzte Ostern aus der Schule entlassen, in einer auswärtigen Mühle tödlich verunglückt sei.
* * Lollar, 10. Ott. Samstag und Sonntag heranftaltct der Kaninckren-Zuchtverein Lollar und Umgegend eine Kaninchen Ausstellung mit Prämiie rung der ausgestellten Zierat und Gegenstände, zur Förderung der Kaninck)enzücht, verbunden mit Preiskcgcln und Prcisschießen.
Ärcis Äüdingrn.
* * N i d d a, 10. Okt. In dem in der Tienstog' Nummer cntbaltenen Bericht über die hiesige Volkshochschule fehlt fol^ndes: 1. Mi11- uoch: „Aus dem Reich des Schönen — Glanzzeiten der Malerei" (Lehramts-Aifessor Lanckl)ard. 2. T on nerötag: Ueberblick über die Geschichte der deutschen Literatur von ihren Anfängen bis zur Gegenwart (Oberlehrer Tr. Becker).
Kreis Schotten.
e Köddin gen, 9. Ott. Ter Landwirt Louis Rühl wurde zum Bürgermeister unserer Gemeinde gewählt.
sSchvtten,9. £>ft. Auf dringlichen Antrag des Krcistagsmitglieds Rehart-Ulrichstern hat der .Kreistag des Kreises Schottest einstimmig d'it Beschluß gefaßt, an die hessische Regierung das Ersuchen zu ruhten, zu dem Aut«ount>erne hmen M ücke — U lrichstein euteifber Höhe nach noch näher zu bestimmenden Beitrag zu bewilligen.
e Scho t ten, 9. Ott. Tos Zkreisamt veröffentlicht im hieffgen KveiMatte die Nam m von 17 Landwirten, die rn den letzten Monaten rotgen Uebertrctung her Kriegsgesetze be- traft worden find.
Kreis Friedberg.
* P o hl - G ö n s, 10. Ott. Ter frühere Orts- b?nter Joharmes Zörb III. feiert am 10. Ottol^r mit seiner Ehefrau Katharine, geboren» Schmidt, das Fest der goldenen Hochzeit. An Glück- nrünfden wird es dem alten, noch sehr rüstigen Jubelpaare nicht fehlen und auch das Hess. Olfer- tonsistorium ließ durch Pfarrer Naumann ein Gi üchimrnschschreiben und Gefangbuch überreichen, da Zörb jahrelang auch im Dienst der krvchlichm Gemeinde gestanden bat.
----- Vilbel, 9. Okt. Während ber Gassperrstunde ließ eine hiesige Familie die Hähne offen, wodurch sich alle Mitglieder eine schwere Gasvergiftung zuzogen.
Starkenburg und Nheinhessen. Oberbürgcrmcistcrwahl.
= Offenbach, 9. Ott. Die Stadtverordnetenversammlung nahm beute abend die Wahl dos Obrobürgermeifters vor. Da eine Einigung auf einen gemeinsamen Kandidaten nicht zustande ge- tommen war, hatte jede Fraktion einen eigenen Bewerber aufgestellt. Im ersten Wahlgang entfielen auf den bisherigen Oberbürgermeister Dr. D u l l o 5, den mel)rheitssozialistisck)en Kandidaten, den Berbandsleiter der Technischen ' Angestellten und Beamten Gran zin-Berlin 17, den demokratischen Kandidaten Bürgermeister Gündert- Mainz 17, den Zentrumskandidaten Bürgermeister Rech- Offenbach 1, und auf den unabhängigen Kandidaten Hüttmann- Frankfurt 12 Stimmen. Es mußte Stichwahl finitfnwen. Hier erhielten Granzin 26, Gundert24 Stimmen. Für Gündert hatten in diesem Falle allem Anschein nach mehrere Unabhängige gestimmt.
«
----- Grvß-Gerau, 9. Ott. Etwa 26Ztr. Butter, die aus Schleichhandelswegen von Groß- Gerau nach Frankfurt gebracht weiden sollten, würben im Frankfurter Hmiptbahnhof, wo die Ware als Eilgut lagerte, von Boomten bed Wncher- arntes beschlagnahmt.
= Worms, 8. Ott. Die hiesige Zuckerfabrik kann wegen Kvhlen mangel ihren Betrieb vorläustg nicht aufnefirnen. Bisher wurden ihr nur 15 Prozent des Bedarfs gcliefat.
Kreis Wetzlar.
ra. Dorlar, 10. Okt. Der Gesamteres aus der äußerst geringen Gemeindeobftverstei rttii g beträgt 6600 Mark.
Hessen-Nassau. Straßenüberfall.
= Frankfurt a. M., 9. Ott. Auf dem Wege nach Hanau wurde ein Soldat, der ein Gespann führte, von zwei Männern überfalle n die ihm die Pferde aus zu spann en vcrfucküen. Als die Räuber mit Messern auf den Soldaten eindrangen. machte dieser von seiner 'Stoffe Gfew brauch. Dem einen Räuber brachte er einen derben Bajonettstich bei. dem andern einen Schuß in den Oberschenkel. Die Verwundeten wurden von Sttaßenpasfanten fvrtgeschasff.
Der Regierungsbezirk Kassel und die Abgabe von Vieh an die Entente.
Kassel, 7. Ott. Nach einer Mitteilung der Laudnirnckattskammer .Kassel entfalten nach den in'fonnt gewordenen Zahlen auf den Regierung»- b?zirk Kassel zur Abgabe an die Entente ungefähr 770 Pferde, 550 Schafe imb 360 Ziepen. Do noch nicht fefisteht, ob der Regierungsbezirk Staffel neben Niederungsvieh aoch Simmentaler liefern muf, taten über die Zahl der z i liefernden Küh.' nock, nichts bcflimmtiX' gesagt werden, jedoch dürft? im ungünfiigsten Falle mit einer Lieferung von löck ficns 2500 bis 3000 Stück zu rechnen fein. Ti ' Zahlen bedeuten jedoch nichts Endgültiges, son- । bcni sind zunächst nur eine Aorverteilung, die
noch- mehr oder weniger umfangreichen Abänderungen unterliegen wird. Tie Kuh: follen erkennbar tragend ober in Milch sein. Bezüglich des e>ewicktes und der Milchleistung konnten bisher mit der Entente noch keine fest'n Berembarungm getroffen werden. Iedock) feint als feststehmo rnt- gelben werden, don Tier: von guter Mittel- aualität zur Älblieserung an die oamirehtdle, als welche für b:n Regierungskvzirk Staffel bie Stadt Frankfurt bestimmt ist, verlangt werden.
-- Kassel, 9. Oki. Während der Fahrt wurde der Perfonenzug Kassel—Hagen tron_ Beamten der Gewerbevolizei durchsucht. 20 Schiebern konnten etwa 30 Ztr. Mehl und Fleisch abgenommen werden.
[1 Marburg, 8. Ott Am 10. Oktober beschließt der längs ihrige Geistliche der reformierten Gemeinde, Pfarrer a. T Tr. tbeoL Reinhard Scheffer in vc')er Rüstigkeit fein 85. Lebensjahr.
Die Kartoffelernte.
Q Aus der Wetterau, 8. Ott. Die^K ar- toffelernte, die dieses Jahr vctehältnismäßig spät begann, gebt nun ihrem Ende entgegen. Sie ist in den einzelnen Gemarkungen sehr ungleichmäßig ausgefallen, so daß sich ein allgemeines Urteil über den Ertrag nur schwer fället läßt. Ge^ markungen, die höher liegen und dazu auch nicht ui die Gebiete der ab und zu niebergenangenat Gewitterregen fielen, haben naturgemäß an\ schlechtesten abgefchnitrrn^ während andere t^cmartungai, die im Laufe des sommers häufiger Niederschläge hatten, gute Ernte aufzwoeisen haben. Die Un- gleichmävigkeit, bie fürs gante OKbi-et gilt, be- herrfcht aber selbst audi bie einzelnen Okmartunget, in Denen je nach der Bodenart die Erträge Mischen f,gut" und „schlecht" schwanken. Großer Schaden tft der Ernte stellenweise durch die M ä u s e p l a g e entstanden, besonders in der südlichen und mitt-* leren Wetterau, während im nördlichen Teil Mäuse fast gar nicht aufgetreten sind. Manche Gemeinden haben die Plage mit allen möglichen Mitteln »u bekämpfen gesucht. Gift stand nur in geringen Mengen zur Verfügung. Da wurde die Schuljugend in den Ferren zum Kamps gegen die Mäuscplage auf* (geboten. Drei bis fünf Pfennig Wurden für jede getötete Maus bezahlt. In den Streifen, die von der Mänseplage betroffen sind, konnte bis jetzt mit der Aussaat der Winterfrucht noch nickt begonnen werden. Man wartet auf naßkalte Witterung, die den Mäusen mehr zusetzen würde, als alle sonst angewandten Mittel. Lin den Balmhofen werden allenthalben schon Kartvfseffr verladen, bisher rät der Hauptsache zu dem festgesetzten Höchstpreise. Aber die letzten Tage haben Händler, die auch gegen Abgabe von Bezugsscheinen mir tauften, schon 8 und 9 Mark für den Zentner gezahlt. Die Belieferung von Privatpersonen in Den Städten Friedberg, Bad^Nauheim Butzbach und Vilbel erfolgte bisher durchweg auch zu dem nock angemcficnen Preis von 8—10 Mk., wobei durchweg gute Speisekartoffeln (Industrie) frei ins Haus geliefert wurden. In den letzten Tagen macht sich aber auch hier eine unerfreuliche Preissteigerun g geltend. Es müssen in den Städten jetzt schon 10—12 Mk. für den Zentner bezahlt werden. An dieser Preis-- treiberei tragen die Schuld in der Hauptsache die Käufer selbst, die den Saite Leuten bie verlockendsten Preise anbieten, um nur möglichst ball» ihren Bedarf gefidjert zu sehen. So wurden von Pensionsinhabern in Bat»-Nauheim schon bis zu 15 Mk. für den Zentner geboten. Unter diesen Umständen wird der weniger bemittdnben Bevölkerung ber Städte der Ankauf ihres Winterbedarfs außerordentlich erschwert. Dte Leute haben die Bezugsscheine in der Hand, können dafür aber nur mit Mühe erlangen, was ihnen zustedt. Selbst auf den Landorten hält cs der b^ugSderechtigten Bevölkerung mitunter schwer, sich in der eigenen Gemeinde mit Kartoffeln zu versorgen, alles eine Folge der unverantwortlichen PreiStr ibrrei, die sich gewisse Bevölkerungskreise leider leisten können.
(-) B a ben ha u sen, 8. Ott. In der Marn- ebene ist bie Kartoffelernte, bedingt vurd> gün ■ fiigere NtederschLagsverhal tnisfe, b'Deutenb besser ausgriallen als in anderen Tellen HchatS. Ter Berkaui erfolgt allentchalben zu dem tesvg-fetzten Höcknpreise von 7,50 Ml. für ben Zentner. Die Bauernregel „Wenn's viel ijibt im Sand, s) ichadt's dem gomzen tienh", scheint sich h mck diries Jahr wieder zu benxchrheiom.
ra. Groß-Rechtenbach, 10. Ott. Im Gegensatz zu vielen deckbargemrinben fällt btrr die Kartoffelernte äußerst dürftig ans. Infolge der fortgesetzten Trockenheit während bei Sommermonate tonnten hier nur 20 Zentner per Morgen geerntet werden. Da der GesamtcwSsall etwa 8000 Zentner beträgt, kann von einer Ab- Ittfcnmq kaum bie Rede sein.
0 Marburg, 8. Ott. Ter KreisanSschuß hat auf Ersuchen der Vertreter der Landwirtschaft befdiloffm, den Landwirten, bie bis zmu 15. Nov. die Kar to f fetn tiefem, eine Prämri von 1 MT für ben Zentner zu bezahlen, dies güt auch für Lieferungen auf Bezu.Tssckeine. Ter Beschluß hat rückwirkende Kraft. Wegen der durch die großen Verschiebungen und Ueberbietrmgen geÜhcbeiat Kartoffelveriorgung tont es in der gestrigen Stadt- veroronetensitzung zu einer regen Aussprache, in der scharf gegen die Wucherer und Schieber loSgeMgen imb verlangt wurde, die für die Stadt benötigten Kartoffeln zu befdtfagnabmen und bann erst an die Belieferung nach anderen Städten zu denken. Auch mit der Ka r to f fe l b e l ie fe - rung sicht es, wie mitgeteilt wurde, höchst bedenklich aus. Ein Antrag betreffend Gewährung von Anwesenheftsgridenr für die Stadtverordneten, der in der vorletzten Sitzung von fowlbaiwftnii- felfer Seite gestellt worden war, erfuhr glatte Ablehnung.
Kriegsgefangenen-Heimkehr.
X Gelnhaar, 9. Qtt. Aus englischer Gefangenschaft fvtrrten zurück die Ätiegogeiangenai: Adoli Tebus und Hriirrich ’Ucinnert. Vm Mw- nert befinden sich nock, 2 Brüder, Wilhelm und Karl, in Gefangenschaft, ein vierter Bruder, fton* roh, ist Kriegsbeschädigter. Ebenfalls nach in Gefangenschaft sind aus imferer Gemeinde: Otto Scknepp und Iatob Iimgmann.
r Lauter, 9. Ott. Als erster traf am Sonntag abend der Krieasgefangene H^rm-ann Mebus ans englischer ^"angenschaft em. Er kam Dom Durchgangslager Münster i. W und befand sick vorher in einem Gefangenenlager in irr Nähe von Bovaume. Er ficht woblgenährt uno gesund aus. Hoffentlich felgen ihm die anderen recht halb!
Lützellinden, 8. Ott. Aus unserer Gemeinde imd in der letzten Woche zwei Mann aus ber Ofefangenscbaft znrückgekehrt. JorinnJ? Tckurä- irtümt aus aighidjer und Fritz Zörb au-> anrrr; tonischer. Ter dritte, Litdwig Krombach, Hot bereits


