Ausgabe 
10.7.1919
 
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Errichtung der Zentralstelle ein Fortschritt, den ich I meistern und der RechtSanwaN Paul L ü f tinD^ voll anerkenne. Tvrum darf ich wohl auf die itnmj zum Notar mit dem Amtssitze J'

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Gefahren Hinweisen. Tie erste Gefahr ist die, d.ch sie Mittel zum Zweck wird. Sie ist auch früher oft mißbraucht worden. Ich kann nur Bolks- bftdungsarvdt um der Sache willen treiben. In dieser Hinsicht habe ich einen Schrecken bekommen, als ich den Schluß der Rede des Herrn Präsi­denten hörte. Wenn die heilige Sache der Volks­bildung an die schwankende politische Partermehr- heit geknüpft werden sock, wtrd sie zugrunde gehen. Eine nettere Gefahr ist, daß die Volksbildungs­arbeit nicht der .revolutionären Mode, alles lieber tief er te über Bord zu werfen, erliegt. Es besteht die weitere Gefahr, datz man an die alten Volksbildungsoererne anknüpft, öndern grundsätzlich neue gründet. Es gut an brauchbare alte Eürrichtungen anzuknüpfen. Man oll nicht bestehende SSerdnc vor den Kopf stoßen, sondern auch beinährte Personen l-inzuziehen. Neue Bcnegungen bringen vielfach nicht nur brauchbare Personen hoch, sondern egoistische Macher. Ich rede nicht pro dv-mo, obwohl ich als EirrzelPerson in 10 Jahren 70 000 Mk. für Volksbildungs- Wesen aufgewendet, aber ich habe, viele FreunLe, die sich zurückgesetzt fühlen, ivdl sie zu stolz suid, sich aufzndmngen. Selbstlose Mitarbeit ist selten, aber sie ist unbedingt notwendig. Die Volksbil- dnngsarbeit soll großzügig sein, keine Klemttch- keftsarbeit, aber Kleinarbeit. (Beifall.)

** Amtliche Personalnachrichten. Die Negierungsbauführer August Härter aus Pirmasens, Bernhard Laux aus Biebrich a. Rh., Gustav Schefold aus Ulm a. D., Otto Schmidt aus Marburg und Karl Schneider tms Pfaffen boerfurth wurden zu Negierungsbau?

auch in der Verwendung der Brennstoffe geb. er)d^int. Es lutrb zur Erreichung dieses ö'ax wiederholt darauf hingewiesen, daß durch U m - änderuna der Herdfeueruna (Einbauen von Kahlensparer) eine Ersparnis von 3u50 Pro-s zent des sonstigen Verbrauchs zu erzielen ist. Tu Orts kohlen stelle ist in der Lage, nähere .to]

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nannt. Dem Schulamtsanwärter Wilhelme G ö t t m a n n aus Brensbach i. O. wurde dm Lelwerstelle an der Volksschule zu U n t e r - Senö b a ch, Kreis Erbach übertragen. In den Ruhe- tand versetzt wurde der Lokomotivheizer in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschaft Heinrich Dehler zu Bingerbrück. , r

* Personalnachrichten der Ersen- bahnd i re ktron Frankfurt a. M. E- wurden befördert zum techn. Eisenbahn-Sekvetär Techn. Ob.rlahnassistent Schemel zu Gießen; zum Bahnmeister 1. Klasse: Bahnmeister Tanrmtt zu Dillenburg; zum techn. Bureau«ssistew ten Tcchn. Bureaudiätar Milch zu Frankfurt a. M.; zum Zugführer Seliaffner O. Walther ziu Nidda; "zu Lokomotivführern die Reserve- Lokomotivführer Vit Hard, Graß, Lenz zu Hanau, Seitz, Arndt, Kuridinger, Henkel, Wolff, Lehr, Balbach, Reul zu Frankfurt a. M., Post, Apfel zu O ber-Ro den Rüb zu Gedern, Göbel, Eckhardt, Vogt zu Gießen; zu Weichenstellern 1. Kl. die Weichienfteller Klös und Bommersheim zu Nidda, Lind zu Hungen, Brchler zu Hanau; zum Weichensteller Hufs- weickensteller Kraft zu Stockheim.

** Aus de m MilrtLrwochenblatt.

den. Es ist eine volle Zerrüttung unseres Volkes, ein Schwinden des Gemeinschaftsgefühls, festzu­stellen, eine Gesetzlosigkeit, AM diesem Grunde

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Ter Abschied mit der gesetzlichen Pension wurde! Major Hüter im Fcldart.-Regt. Nr. 27, Aul-) nant d. Res. Held mann im Feldart.-Regt/ Nr. 61 (II Darmstadt) und Hauptmann Sarto»! rius im Inf.-Regt. Nr. 117, bewilligt; der­selbe ist zugleich bei den Offizieren der Landw.« Infanterie 1. Aufgebots an gestellt.

** Tie Ortskohlen st ekle der Stadl Gießen teilt mit:Der Kohlenmangel, _ unter, dem wir bisher schon gelitten haben, nimmt mwrn größeren Umfang an. Tie Versorgung der Be- oölkerung mit Brennstoffen begegnet un lauftn« den Jahre zufolge der dauernden Streiks mft» Un­ruhen der Bergarbeiter und den unzureichenden Betriebsmitteln der Eisenbahnen fast unüb-erwrnd- lichen Schwierigkeiten, so daß die denkbar größte Sparsamkeit in der Verteilung, sowohl als

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Hohenzollern oder der Hexenprozesse. Der Redner gibt den Stundenplan der Kurse beiannt (Lebhafte Unterhaltung im Hause), um zu beweisen, daß sie politisch neutral waren und auch keine Uebersütte- rung ftattsand. In unserer Schule wurde bisher nicht von Kant und Goethe und anderen Geistes­fürsten gelehrt, dagegen mit dem Kaiser ein Per­sonenkultus getrieben. Leider hat ein Teil der Arbeitgeber die Mittel und dadurch ihren Ange­stellten die Teilnahme verweigert. Deshalb müssen staatliche Mittel bewilligt werden, damit die Volksbildung wirklich Volks bildung wird. Abg. Diehl (H. V.): Ich muß dem Bil­dungsamt freudigen Tank, aussprechen für das, ui/i», icit-tr-,was die Zentralstelle für die Volksbildung leistet. :fem Grunde | Daran hats bisher gefehlt. Und deshalb ist die

ist der fMliche Wiederaufbau unseres Volles die < ernsteste Arbeit, die unser harrt Dazu gehört aber ! auch nicht nur kühner Wagemut/ sondern ge- 1 wissenhafte Vorbereitung und völlige Gerechtig- ' Feit. Und davon scheint es uns oft das Landes- - bildungsamt fehlen zu lassen. In Erziehungs- : fragen hüten wir uns doch vor schönklingenden i Phrasen, vor dem Beschwören großer Geister der Vergangenbeit, die einen mehr plakathaften als i sachlichen Eindruck machen! Vor allem müssen wir 'Volksbildungsarbeit nicht mit der Geste eines Bilderstürmers treiben, als wenn wir alles, was bisher auf diesem Ge- ' biete geleistet wurde, von Grund auf um­gestürzt werden müsse. Durch die Errichtung einer staatlichen Zentralstelle besteht die Gefahr, daß die Volksbildungsorbeit in eine Zwangs; ade gesteckt wird, daß auch dieses Gebiet sozialisiert wird. Wir aber fordern das freie Spiel der geistigen Kräfte. Die Notwendigkeit der staatlichen Beihilfe leugnen wir nicht, aber dieZentvalstelle muß sich vor dec Ge­fahr der Reglementierung hüten. Wir haben nichts dagegen, daß in den Volkshochschulkursen über den Sozialismus von sozialistischen Wissensck>aftlem ge­sprochen wurde, sondern, daß die Gegner des So­zialismus und der Demokratie nicht zu Worte ge­kommen sind. Nur so wäre es möglich gewesen, eine wahre Wolksbildungsarbeit zu leisten, indem An- lhänger )und Gegner, die Vertreter der verschieoen- ften Richtungen ihre Ansichten entwickeln können. Früher hat der Herr Präsident die Wahl des Themias ganz anders gerechtfertigt als jetzt, wo er sich auf den Wunsch der Zuhörer

beruft. Ich bin mir nicht klar, was der Herr Präsident unter Sozialismus versteht. Wegen der Unklarheit des Herrn Präsidenten stehen wir seiner Arbeit voll Mißtrauen gegenüber. Ohne Autorität ist kein ftaatliä>es Zusammenleben möglich, ob das nun die alte oder eine neue Autorität ist. Es gibt nur eine Einordnung in das Volk, aber nur eine Unterordnung unter die Autorität. Und es liegt im Wesen der Autorität, daß sie die Unterordnung erzwingt, daß sie bricht, was sich nicht biegen will. (Abg. Dorsch: Sehr richtig, und zwar mit allen Mitteln. Heiter­keit links.) Autorität ist nicht möglich ol-nc Re­ligion, und zwar nicht ohne eine Bekenntnis- reügion, und nicht eine Religion, die eine bloße moralische Weltanschauung ist. Im übrigen halte ich ein Religionsgespräch für überflüssig. Von gleichem Gewicht wie die Religion ist nach unserer Meinung zur Erziehung unseres Volkes die Er­ziehung zur nationalen Gesinnung. Das spreche ich aus auch auf die Gefahr, des Chauvinismus ge­ziehen zu werden. Ich sehe auch hier nicht klar, was Herr Dr. Strecker unter dem Chauvinismus versteht. Ganz gewiß wünschen wir keine Erziehung zum Chauvinismus, sondern zum gesunden Na­tionalismus. Die pazifistischen Ausführungen des Herrn Präsidenten entsprechen nicht der Stimmung der uns feindliäien "änder auch jetzt nach dem Friedensschluß. Sie hätten nicht in dielen Tagen vom Tisch einer deutschen Regierung falten dürfen. Wenn man während des Krieges die pazifistische Bewegung aus der Schule fernhielt, war es eine berechtigte Notwehr. Tie nationale, nicht die pazifistische Erziehung kann eine Plattform bilden, auf der wir uns alle zusammen finden, Mcht mit philosophischen Problemen, sondern mit der viel­seitigen Erörterung konkreter Tinge müssen wir von unten anfangen, ebenso auf dem wirtschaft- lichen Gebiete, sonst erreichen wir statt BolkÄnl- dung nur eine gefährliche Halbbildung. Tie prak­tischen Volksbildungsarcheiten brandten uw dürfen nicht abhängen von persönlichen Wettanschauiuigs- fragen des Herrn Präsidenten; darum hätten sie auch «ar nicht erörtert zu werden brauchen. Prak­tisch ist bei der Aussprache über die Volksbildung nichts herausgekommen. BollSbildungsarbeit hat nichts mit dem Parteiwesen zu tun. Wir bitten, doch nicht immer toieber vom Regierungstisch nationale und spartakistische Bestrebungen zusam­menzustellen ; wir ziehen doch gegenüber der sparta- kistischen Zerstörmigswut an einem Strang. (Es tritt eine Pause ein.)

Nach der Pause teilt Präsident. Adelung mit, daß noch 9 Redner vorgemerkt sind. Die Ge­schäftslage des Hauses gestattet nicht, die Aus­sprache morgen fottzusetzen, die weitere Aussprache muß zurückgrsteltt werden, wenn sie heute nicht zu Ende geführt werden sollte.

Präsident des Landesbildungsamtes Dr. Strecker: Um das Vertrauen des sozia- listischen Volksteiles, der bisher im Ausspreck>en seiner Gedanken gehindert wurde, für die Volks­bildungsarbeit zu gewinnen, ist es ganz gut, ihn etwas stärker zu Worte kommen zu lassen. Gerade in der Gegenwart ist es dringend notwendig, end­lich in der Schuldftage die Wahrheit zu sprechen. Hier llasft eine unüberbrückbare Kluft zwischen uns und Ihnen. (Beifall links wid Widerspruch rechts.) Ich habe über die Schuld der anderen nicht geschwiegen. In pädagogischen Fragen glaube ich mindestens soviel Verständnis zu besitzen wie Herr Tingeldey. Wir haben nicht die Köpfe mit unverstandenen Problemen erfüllt, sondern sie von unverstandenen Problemen geklärt. Ick bin im Germanistenverein für die Erweiterung der natio­nalen Erziehung eingetreten, allerdings darf der Geschichtsunterricht nicht wie bisher nur eine Ver­herrlichung der Dynastien bezwecken. Wir würden die Mitarbeit der Rechtsparteien lebhaft begrüßen, auf dem Gebiete der Volksblldung aber schicken Sie uns nicht nur Aufpasser, sondern Mitarbeiter. Wenn sie Besseres auf dem Gebiete der Volksbil-

Arrs Stadt rrnd Land.

Gießen, den 10. Jul: 1919.

Lebensmittel.

** Käse-Verteilung. Am Freitag intb Samstag den 11. und 12 .d. Mts. gelangt in den Verkaufsstellen der Firma Gebrüder Grieb HandlLfe ytr Ausgabe. (Siehe Bekanntmachung.)

* Zucker-Ausgabe, (ylusgabe Nr. 6.) Vom 10. bis 16. d. Mts. einschließlich gelangen gegen Abgabe des Bezugsabschnitts Nr. 6 aus einer dem Lebensmittclamt zur Verfügung stehenden Reserve 500 Gramm Zucker zur Ausgabe. Es wird empfohlen, diesen Zucker als O. b st z ucker zu verwenden, da angesichts der Zuckerknappheit Cinmachsucker seitens des Reiches nicht ausgege­ben werden kamt. Tie auf den Monat Juli außer­dem entfallende Menge Zucker in Höhe von 750 Gramm auf -den Kopf wird, sobald sie eingetroffen ist .(voraussichtlich auch und) im Monat Juli) zur Ausgabe.gelangen.

** I n der ft ä b t O b ft- und Ge­rn Ü s e ft e l l e kommen heute Heidelbee­ren zum Verkauf. Kirschen in größeren Mengen find bereits unterwegs und werden voraussichtlich morgen eintressen und mit 1.70 Mk. das Pfund abgegeben. Ebenso treffen Karotten und Erbsen ein.

Kino auf dem Lande.

a. Aus Ober hes sen wird uns geschrieben: Die Kinos mehren sich auf dem Lande in erschreckender Weise. Es läuft auf schamlose Geld- inacherei hinaus, was da vor sich geht. Wenn,;. B. in Alsfeld, Büdingen je zwei Kinos sich überbieten, Geschäfte zu machen, so wird mit allen Schikanen Publikum herangezogen. Wenn in Schotten, Nidda, Hungen, Lich und wer weiß wo noch Kinos aufge­taucht sind, so ist ersten und letzten Endes die reine Profitsucht die Triebfeder dieser Neugrün­dungen. Wo die Kinovorstellung als solche allein nicht mehr zieht, wird hinterher ein Tanz veranstaltet und der dauert gewöhnlich bis an die helle Sonne. In Schotten hat man erfreulicher­weise das Ansinnen auf Zulassung des üblichen Schlußtanzes abgelehnt, da der Turnverein feine Turnhalle »u diesem Zweck nicht vermietet. Ja, es sind bestimmte Anzeichm vorhanden, daß näch­stens auf den Ortschaften wechselweise Kinovorstel­lungen veranstaltet werden.

Die Großstadt kann also hierin dem Lande nichts Neues mehr bieten. Will das Land eine Be­rechtigung 4um Vergnügen etwa aus den täglichen Wergnügungsanzeigcn der großstädtischen Zeitun­gen, die ja auch hier stark verbreitet sind, lesyn? Man möchte es beinahe annehmen. Und wie ün- finnig wäre dies. Die Großstadt spekuliert mit den Kinos meist auf wechselndes Publikum, auf länd­liche Besuckxer und natürlich and) auf die Leute, die das Geld leicht verdienen. Aus dem Lande da­gegen ist es meist immer tvieder dasselbe Publikum, das die Kinos besucht. Man tvill nicht gegen Kino- barbietungen sein; aber was zu viel ist, ist zu viel. Der Staat braucht die Steuer! Gut. Aber der Staat braudjt auch jetzt erst recht fleißige, spar­sam e L eu t e, die sich etlvas von ihrem Verdienst zurücklegen, «damit sie sich zur Zeit einen geord­neten Hausstand gründen können.

befiämpft, daß m^.r die Entwicklungsmöglichkeften des Kinos ausirutzt.

Abg. Dinge ldeh (D. V.): Es lag gar- nicht in unserer Absicht, mit unserer Anfrage bei der jetzigen Geschäftslage eine derartige Ans­prache über das ganze Schulwesen zu entfes- eln. Wir begrüßen es aber, daß das von uns o oft ^'wünschte RcgieruugsProgramm bei dieser nebensächlichen Gelegenheit vom Lcmdesbildungs- lamt entwickelt wurde. Trotz der Erklärung des Herrn Präsidenten wollen 'wir die Hoffnung nicht ganz aufgeben, daß sich eine gemeinsame Platt­form für das ganze Haus finden wird auf dem Gebiete des Volksli.dungsweseiis. Vor dem Krieg war die Volksbildungssache nicht SackM des Reichs und des Staats, fernhern privater Vereinigungen. Und es ist ja bekannt, wle segensreich gerade in Unserer Gegend der . Rhein-Mainische Verband wirkte. Nach dem Krieg und der Rkvolution ist Volksbildungssache etwas ganz anderes gewor-

kunft zu erteilen." _ _

** Versorgung der Miltta ran W äter. Vielen versorgungsberechttgten Militärs antoärtern scheint es immer noch nicht bekannt zu fein, daß sie nach einer Verordnung des Staaten* aucschusses front 4. März 1919 ihre früheren Be­werbungen um Stellen im Staats- und Koum rnunaldienst bis 1. August d. I. erneuert haben müssen. Erfolgt diese erneute Bewerbung mch! bis dahin, so wird die frühere Vormerkung ge­strichen. Diese Bestimmung finbet auch aus Mi­litäranwärter Anwendmtg, die fror der Demobil­machung aus dem aktiven Militärdienst ausge- schieden sind. m-

** Auszahlung der Versvrgungs- gebührnisse. Um eine Verzögerung ota Stockung in der Auszahlung der Versorgung-' gebührnisse nach Möglichkeit zu vermeiden, (M den Rentenempfängern empfohlen, beim; Wechseln ihres Wohnortes b« Ueberweisung llp'i Gebührnisse van einer Postanslalt zur andern mchtt wie es vielfach geschieht, bet den zurzeit übcii lasteten Pensionsregelungsbchöcdm, sondern dW auf weiteres nur bet der bisher -ahlenden PoW anstatt zu beantragen. 1

** Gießener Medizinerschaft. DI 4. ordentliche Versammlung der Gießener Medq zinerschaft sand im gwßen Saale des Hotel Grchl Herzog am. 3. Juli statt. Ter Bertteter, der G. A zur Verbandssitzung deutscher Kliniker schalten, in Leipzig tagte, erstattete Bericht über Verl^ und Ergebnis der Verbandssitzung. Für die E dem bisherigen Verbände neu gebildete TeiltM Medizinerschaft sollen Satzungen festgelegt roerttu deren Bearbeitung einer Kommission von Iri Mitgliedern der G. M. übertragen wurde. Ci« Vorschlagsliste für die am Semesterschluß vorziH nehmende Neuwahl des Vorstandes wurde cu| gestellt. Nach kurzer Besprechung der bemnä« hattfinöenben Wahlen der Bertteter für den schultag in Würzburg berichteten die Kommsssl« für Resormvorschlä^e und die BücherkommmE über das Ergebnis ihrer Tätigkeit.

* Weitere Erhöhung der Druckj fachen preise. Die Buchdruckereigehilfen hatten schon seit Anfang Mai b., 3. dne erneifl Teuerungszulage von wöchentlich 15, 18 tR 20 Mark, je nach Größe des Druckortes, M außerdem ist ihnen der alljährliche Anspruch d-l einen Erholungsurlaub bis zur Dauer teil 15 Tagen zugebilligt worden. Die Buchdruckevk» sind hierdurch um so schwerer belastet toowflj als auch dem kaufmännischen und Hilisperfoi»! entsprechende Zugeständnisse gemacht roerctl mußten und das Steigen der MaterialienprR noch immer anhält. Sie smd daher gezwun^n, ekl bisherigen Aufschlag auf die Friedenspreise wi oeutschen Buchdruck-Preistarifs um wettere 50 PR zent zu erhöhen, was einer Erhöhung des gt0JJj wattigen Preisstandes für die verschiedenen Ar« von Drucksachen um 15 bis 18 Prozent gleiöj kommt. Die Preiserhöhung ist damit in den en« sten Grenzen gehalten, so daß die BuchdruckeM-V mit den unvermeidlichen Mehrforderungen K| ihren Auftraggebern sicher allseitig das erwacleW Entgegenkommen sinden werden.

* KeineGesindedienstbücher m t V-\ Die Gesindedienstbücher sind bekanntlich mit Jl Gesindeordnungen abgeschafft. Einzelne Poli-eiR Hörden vertreten aber iwch die Meinung, das bi§I)crigen Vorschriften über die Führung von sindedienstbüchern noch in Wirksamkeit [eten- ^1 haben sogar in Bekanntmachungen die Mawt^.I dieser Vorschriften in Erinnerung gebracht. *< preußische Minister des Innern hat deshalb c-l Ober- und Regierungspräsidenten und den Wl Präsidenten in Berlin gebeten, die PolizeiverMH itungen ausdrücklich darauf hinzuweisen, daß nur die Gesindeordnnngen, sondern auch die erg^l zenden Gesetze ober Verorbnungen dazu aufgel'MW sind. Ebenso haben Polizeiverordnungen ihre hing verloren. Wegm des reichsrechtlichen EinglW fes in das Gesinderecht können auch ferne Polizeiverordnungen erlassen werden.

* Bezirkswettschreiben. Tcr M Gießen des Hessen-Nassauischen (Rhein-Maindl Verbandes (Babelsberger Stenographen vecanftiR am 27. Juli in der Bezirksschule (West-AnIM ein BeziMwettschreiben von 60 Silben aufwar»! um je 20 Silben steigend. Hiermit D*r5unbcrt l| eine Geschäftsstenographen- und d.rattikerpruii^I sowie ein Schön- und Richtigschrerben. Mit Wettschreiben ist ein Vertvetertag verbunden.

düng leisten können, will ich Ihnen gerne meinen Platz einräumen. (Präsident Ulrich: Wenn wir ihn hüben wollen. Lebhafte Heiterkeit im ganzen Hause. Die Glocke des Präsidenten: Ich bitte keine Zu­rufe, besonders nicht vom Regierungstische aus.) Ich habe es nicht notwendig, zu betonen, daß ich mein deutsches Vaterland von ganzem Herzen liebe und eine wirklich nationale Erziehung unserer Jugend erstrebe. (Beifall.)

Abg. Häuser (Soz.) erfiärt als Teilnehmer des Gießener Hochschlckkurses, daß diese Kurse durchaus nicht patteipolitisch wären. Aber es ist doch selbstverständlick, daß Ijeute der Sozialismus dn zeitgemäßeres Thema ist als die Geschichte der

Land! I v. Neuern, 6. pketo Gemeinden «knjühning und 1 lit Kmeindcratsmit liti Bellojf, Schrei pe. Michl, Viaui hl,Mrto. Phil. Ma H. Zur l 1915 ausgefü F l« Gemeindehäu^ p&arinbttat alt ton wn 78 d ein, Don ' «Seintäume daS

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Darmftadt, 9. Juli. Der Finanzaus- chuß der Hess. Volkskammer tagte gestern und )eute, um die Regierungsvorlage bete. )ie Teuerungszulagen derStaats- be amt en zum Schluß zu beraten. Nach län­geren Auseinandersetzungen wurde dec Vor- chlag des Abg. Reiber angenommen, wonach )en Beamten, Staatsdienftanwärtern usw. eine laufende Teuerungszulage von 200()Mk. als Familienzufchuß gewährt wird, die ledigey Beamten ohne eigenen Haushalt erhalten, 80 Prozent des Familienzuschufses, Vollwaisen erhalten eine Beihilfe von 700 Mk. Der lvei- tere Antrag, das Gesetz rückwirkend bis zum L. Januar d. I. gelten zu lassen, wurde abge- ehnt und die Rückwirkung nur bis zum 1. April gutgeheißen. Auch die.Gewährung einer beantragten einmaligen Teuerungs­zulage fand keine Gegenliebe. Damit dürfte sie vielbesprochene Angelegenheit bei der am Donnerstag ftattfindenden Beratung int Ple­num der Volkskammer ihre glatte Erledigung inden. Die Vorlage bete, die Errichtung von Erweiterungsbauten für die Universität Gießen wurde geneh­migt.

Schluß der Sitzung l1/^ Uhr.

Nächste Sitzung: Donnerstag vorm. 9 Uhr. Es werden zunächst die Teuerungsvorlage und das Laudgesetz bchandctt. Tie Aussprache über das Volksbildungswesen wird abgesctzt.

Wer die Preise fm Wege, des Ketten­handels steigert, macht sich, sofern nicht der allgemeine Tatbestand des Wuchers schon er­füllt ist, evtl, auch schuldig eines Vergehens gegen § 1 der Verordnung vom 8. Mai 1918 wegen Preistreiberei (Reichsgesetzblatt 1918, Seite 395), wonach wegen übermäßiger Preis- ftagerung auf Gefängnis und Geldstrafe bis -u 200000 Mk., oder auf eine dieser Strafen erkannt werden kann.

In allen Fällen, in denen mir Vergehen gegen diese Verordnung im Handel mit den oben bezeichneten Kolonialwaren zur Anzeige gebracht werden, werde ich die betreffenden Händler rücksichtslos zur Anzeige bei der Staatsanwaltschaft bringen, gleichzeitig die Beschlagnahme der Waren, auf die sich die strafbare Handlung bezieht, gemäß § 15 der genannten Verordnung, sowie die Entziehung bzw.. Versagung dec Handelserlaubnis bei der zuständigen Behörde veranlassen. Weitere Maßnahmen zur Bekämpfung des Schleich­handels sind in Aussicht genommen. Im übri­gen weift ich die Vecbraucherkreise unter Be­zugnahme auf meine unlängst erfolgte Ver­öffentlichung in den Tageblättern nochmals darauf hin, daß zur Zahlung von Schleicl?- Handelspreisen für Kaffee, Tee, Kakao und Schokolade umso weniger Veranlassung vor­liegt, als in kurzer Zeit der legitime HandelinderLageseindürfte, die fraglichen Waren etnzuführen und zu den oben angeführten Preisen den Ver­brauchern zugängig zu machen.

öerfafiunggebenöe Volkskammer der Zreistaater Hessen.

20. Sitzung.

Darmstadt, 9. Juli.

Präsident Adelung eröffnet um 9Vs Uhr die Sitzung. Das Haus fährt sofort (in der

Aussprache über das VolksbildungÄvesen weiter.

2lbg. Kaul (Soz.): Hatten die Nationallibe- Lalen dne Berechtigung zu einem Mißtrauen gegen das .Bollsbildungsamt? Was haben denn die frühere Regierung und die Nationalliberalen im alten Obrigkeitsstaat für das Volksbildungswesen getan? Auch nach der Revolution blieb die Haltung der Nationalliberalen dieselbe. Ter Redner verweist auf das Verhalten des nationalliberalen Rektors der Technischen Hochschule gegen die Ueberlassung von Hörsälen an die akademischen Volksbildungs­kurse. Trotzdem sind wir den Nationalliberalen dankbar, daß sie uns Gelegenheft geben, zu diesen Fragen Stellung zu nehmen. Wir billigen im großen und ganzen das Programm des Bildungs­amtes und bitten, daran unter allen Umständen festzuhallen, auch gegen die Angriffe des Zentrums. Wir haben um der Unterzeichnung des Friedens willen eine Regierungsmehrhdt mtt dem Zentrum gebildet. Wir waren uns bewußt, daß wir Opfer der Ueberzeugung bringen müßten. Wenn aber das Zentrum, wie die Verhandlungen in Weimar zeigen, glaubt, daß nun fdne Zeit gekommen sei. die Simuttcmschule zu beseitigen, so erklären wir, daß Nur unter allen Umständen an ihr festhatten. Bei aller Freiheft für die velligiöse Entwicklung! hatten wir daran fest, daß die Schule eine Staats- emrichtung ist. Die «Ärzmldemokvatie verfolgte ttoa jeher nickt nur wrrtjchaftliche, son­dern mich kulturelle Ziele. Tie kapita­listische Gesellschaft hat einen Kant, erneu Goethe, entert Beethoven bergebracht. Wie- viele Kante, Beethoven und Goethe hätte das Pwletadat der Lvhnfflaven hervor gebracht, wenn ihm nicht der Zugang zur Bildirng versperrt Nwr- den wäre? Die Revolution hat mcht Kulturwette zerstört, sondern auch dem so viel Vtißbvauchteu Stab dem Tück;rigen wirkliche frrie Bahn gemocht. Ter Redner lehnt gleichfalls die biStymge einseitige! Verstaudskultur ab, umb bekennt sich zur Religion, die allerdings keine positive Bekemftnisreligivil sein darf. Aus unserem Volke sollen nicht lauter Wissenschaftler werden, aber sie sollen teil haben, an den Errungensckiasten; der Küttur. Unser Volks- bilomtgswesen muß sich in einer Dreiteilung auf­bauen: Einheitsschule, Fachschulen, Bolkshvck- schule. Gerade der sdcherige ReligionsunterriM war dne Ueberffittewig mit Memorierstoff. Des­halb begrüßen wir die Erklärung eines kacholischen Schulmannes gegen die Stoffüberfütterung. Wir find für die Arbeftsschule statt der bisherigeni Lemschule. Aber nicht Autorität, sondern Ver- trauen und Kameradschaftlichkeit muß die Grund­lage der Schule sein. Das überspannte Autoritäts­prinzip ist zusammengebrockxn. Tie Volkshoch­schulen sind vorläufig nur für einen kleinen Teil des Volkes. Es gehött immer schon dn gewisser Grad fron Vorwissen und geistiger Elastizität da­zu. Wir halten die Wahl des Themas für den' ersten Volksl-schfchulkursus für diwÜMls glücklich Immerhin möck^len wir dem Bildungsamt empfth- fen, das Volkshochschiulwesen gegen die anderen; Zweige des Volksbildungswefens nicht zu fthr zu bevorzugen, da das crfbcce vorläufig nur wenigen zugute kommen faiut. Unsere Vollsbildmtg darf nicht nur Verstandesbildung sdft, sondern muß auch Erziehuitg zur Schönheit fein. Unser Volk hun­gert nach Schönheit. Man biete ihm das Beste der Kunst. Wir versprochen uns nichts fron der Wieder­einführung der Kinozensur. Lln der Entartung des Kinos ist ja z. T. die Kinopropaganda Luden- dvrffs schulo. Die Verwilderung des! Volkes durch das Kino ist zuzugeben, aber sie wird nur dadurch