Ausgabe 
10.7.1919
 
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Erstes Blatt

169. Jahrgang

Donnerstag, 10. Juli 1919

Alls dem töCGC W einem mittel-!Sympathie quS. Wir dürfen der.Zustimmung I iUSxJc elr 1 der bayrischen Wals und des sonstigen links- rhemlschen Zusammenschluß. rheinischen (Gebietes, des Nahetales, der eigen» grta, imfrr rt(.ni«,h,8 tümlichen Oldenburgischen Exklave Birkenfeld,

,__tnm l«h zu- und des in Frage kommenden Hunsrück-Ge-

und

cv auS M,«nL»«ü- ertulatz unb SüdilsS itaN

Kaffee, ungebrannt, etwa Tee.......

Kakaopulver . .

und des in Frage kommenden Hunsrück-Ge­bietes wohl sick)er sein, denn was können sich diese, sonst von Fremdherrschaft bedrohten Lande wohl besser wünschen als diesen An­schluß an den Rhein und ein festes, starkes deutsches Staatsgebilde!

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7.5010.

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GwßThüringen.

Weimar, 8. Juli, lieber die Aussichten des Zusammenschlusses der thüringi­schen Staaten gab in der letzten Sitzung des Landtags von Sachsen-Weimar vor Eintritt in die Tag sordnung der leitende Staatsminister und Be- vollmächtigte zum Staatsrat, Paulssen, eine Erklärung ob, aus der zu entnehmen ist, daß die Angelegenheit in ein entscheidendes Stadium tritt. Nach den Auslassungen des Ministers hätten den Staatsverträgen alle thüringischen Bundesstaaten restlos zugestimmt, mit Ausnahme von Ko bürg, das seine Zustimmung von einer Volksabstimmung abhängig mache, uno Sachsen-Meiningen, das noch keine offizielle Erklärung abgegeben habe. Schwarzburg-Rudolstadt stimme eben­falls dem Staatsvertrag xu, wünsche aber, daß der Gebietsaustausch im Schwarzlmrg-Rudolstädter Unterland nur mit Zustimmung der dortigen Be­völkerung erfolgen solle. Tie Ernennung der Mit­glieder zum Staats- und Volksrat soll unverzüg­lich stattjinden und dann eine Konferenz des Staatsrates auf den 14. Juli nach Weimar ein­berufen werden. Bei dieser Gelegenheit solle auch der Termin zur Einberufung des ersten Volksrates stattfinden. Alsdann wolle man mit dem Volksrat unverzüglich an die Ausarbeitung der notwendigen Gesetze für den neuen Staat Groß-Thüringen herantreten. Tie Aussichten für ein rasches Fort- schreiten der Verhandlungen sind nach Ansicht des Ministers günstig.

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Schokolade ...

Has Pfund, je nach Dualität

Fürwahr, dafür wollen wir leben und sterben, für diese breite, mitteldeutsche Rhein- überbrückung, für einen starken Zusammen­halt altdeutscher Kulturlande.2Ber will des Stromes Hüter fein?" Die Frage ist neu gelöst! Wie wollten wir es dann nicht etwa mit welschen Einflüssen aufnehmen, wcwn so starke deutsche Elemente sich zu gemeinsamem Schaffen zusammenschließen können! Die Gründung erfolgt, wie wir hören, auch im Ein­vernehmen mit der Neichsregierung. Das bleibt die Voraussetzung für das Gedeihen des Planes, daß auch die 'Nationalversamm- lung ihre Zustimmung erteilt. Größere, ein­heitliche, leistungsfähige und schaffensfreu- dige Staatsgebilde im Rahmen eines starken deutschen Reiches, Beseitigung der überlebten Kleinstaaterei, das ist die rechte Treppe zum Aufstieg, zur Festigung und zum Wiederauf­bau des.Reiches.

Es wäre wohl das schönste deutsche Land, das wir bei der Gründung Rheinfrankens un­ser Heimatland nennen würden. Uralte Kul­turstätten sind die SSiecfe der Bewvhiver des be­zeichneten Gebietes, die alle stammverwandt, alle wirtschaftlich eng aufeinander an­gewiesen sind. Gleichen Reichtum an Wasser­straßen (Rhein, Main, Nahe, Lahn) würde kein anderer Einzelstaat besitzen; dazu kommen die mannigfaltigen Gebirge, frucht­baren Ebenen, gedeihliche Landwirtschaft, aber auch beträchtliche Industrien. Wir Oberhessen wollen vor allem dafür ein» treten, daß unsere nördlichen Nachbarbezirke, das ganze Lahngebiet, dem rheinfränkischen Lande zugeschlossen wird. Daun vertrauen wir, daß starkes deutsches Leben in der West­mark gewichtige Bausteine zum Wiederaufbau unseres größeren Vaterlandes legen wird! Ein neuer, hoffnungsfreudiger Geist soll bei uns einkehren und er soll nach der Ratifizie­rung des Friedens schon bald so starten Aus­druck erhalten, daß fremder Willkür das Tor verschlossen bleibt.

sannnenbrach und die Fürstenkronen der Ein- zelstaater in den Staub rollten, da wußten wir von vornherein, daß nun auf neuen Grundlagen aufgebaut werden müsfe, nicht nur in allgemein gesellsck-afflicher, sondern auch in geographischer und ethnographischer Hinsicht. Der Freiheit war eine Gasse ge­schaffen auch für gesunde Länderneuordnun- 6en. Wir dachten nicht an einZerschlagen" Preußens, an Verunglimpfung: öden Verurtei­lung der preußisch-deutschen Mission, die nun freilich endgültig mißglückt war aber wir sahen wieder alte Zusammenhänge stamm- licher und wirtschaftlicher Art, die Zeichen einer älteren Vergangenheit wiesen uns dar­auf hin, daß keineswegs nur Ruinen vor uns lagen, sondern ein wertvolles, ohne besondere kämpfe erreichbares Erbe sich vor uns auftat. Unser Landstrich zumal, staatlich insel- kaft umgrenzt und nur durch schmalen Brückensteig verbunden mit den übrigen Tei­len des 'Großherzogtums, fühlte sofort, daß Schritte getan werden müßten, um zu einem natürlicheren, leistungsfähigeren Staats­gebilde zu gelangen, zu welchem wir um uns die besten Vorbedingungen gewahrten. Nichts mehr band uns an künstliche, kleinstaatliche

2fu$ dem Reiche.

Die Briefmarken der Nationalversammlung.

Der Abgeordnete Dr. Rießer hat folgend? kurze Anfrage an die Regierung gerichtet:

Tie Reichsregierung hat zu Ehren der im Text der Marken besonders bezeichneten Nationalver- lung. die aber nicht gefragt worden ist, neue Postmarken zu 10, 15 und 25 Pfennigen aus­gegeben, deren überaus geschmacklos«; Ausführung sehr bedauerlich ist.

Tie weißrote Zehnpfennigmarke zeigt einen roten Baum, der bei gutem Willen des Beschauers die Absicht erkennen läßt, einen roten Eichbaum, also eine seltene Naturerscheinung, vorzustellen; die braunblaue Fünfzehnpfennigmarke bietet die eben­so merkwürdige Anschauung blauer Aehren oder irgendwelcher blauer Zweige, wahrend die grün­weißrote Fünfundzwanzigpfennigmarke in rotem Grunde das Bild eines niederknienden narften Jünglings aufwrist, der ein entweder Backsteine ober Brot enthaltendes Brett auf dem Kopfe trägt, wahrend sein linker Fuß von einem niederstürzen­den Fallschirm oder einer Mauerkelle bedroht ift

Wir fragen an: ist die Regierung bereit, dar­über Auskunft zu erteilen:

1 ob vor Fertigstellung dieser Marken, di« wohl nur das Inland erfreuen sollen, ein Wett­bewerb unter Künstlern ausgeschrieben worden ist,

2. wie lange diese Marken im inländischen Umlauf bleiben sollen,

3. ob beabsichtigt ist, auch für die übrigen Post- wcrtzeichen neue Marken ähnlicher Art heraus zugeben.

Warnung vor §chleichhan-e!;preisen.

Der Reichsbevollmächtigte für Kolonial, roarett in Hamburg veröffentlicht folgendes:

Der Schleichhandel in Kaffee. Tee, Kakao und Schokolade hat einen derartigen Umfang angenommen, daß ich mich genötigt sehe, zum Schutze des zünftigen Han­dels und der Verbraucher, insbesondere der minderbemittelten, Bevölkerung, energndx Schritte zu ergreifen, um diesem unerhörten Treiben Einhalt zu tun.

Ich weise zunächst darauf hin, daß auf Grund der Weltmarktpreise und unter Berück­sichtigung des heutigen Standes unserer Va­luta zur Zeit folgende Preise als ange­messen imKleinhandel bezeichnet wer­den können:

Die Lage in Elsaß.

Bern, 9. Juli. (WTB.) Cachin, der zu­sammen mit Longuet und Frossard eine Vortrags­reise durch das Elsaß gemacht bat, sprach über die von ihm gewonnenen Eindrücke. Frankreich habe seit dem Waffenstillstand in Elsaß-Lothringen nicht an Ansehen gewonnen, das herrschende Gefühl in der Arbeiterklasse sei ein tiefgehenpes allgemeines! Mißbehagen. Man beklage sich hauptsächlich über die Verhängung des Belagerungszustandes iati> über die Beschränkungen der politischen Betätigung durch die Behörden. So seien z. B. die gewerkt schädlichen Zusammenkünfte nur unter polizeilicher Aust eckst gestattet. 3L* Arbeiterpresse sei der schärf­sten Zensor unterworfen. Sehr häufig würden die Auflagen beschlagnahmt. Die statischen Arbeiter von MHlhcuiscn sind seit drei Socbm im Aus­stande ej.r Einführung des französischen Schul­unterrichts habe die Bevölkerung in große Ver­wirrung gebracht, weil die Proletarierkinder dies« Sprache nicht beherrschen. Bei den Ausweisungen fesien viele Ungerechtigkeiten vorgckommen. Ledig­lich aus Denunziationen hin wurden viele Unschul­dige ausgewiesen, während die Klerckalen begün­stigt werden. Unterdessen mache der Sozialismus Fortschritte. Die sozialistischen - Zeitungen von Straßburg, Mülhausen und Metz hatten ihre Auf- lagcnzifsern vergrößert. Die Gewerkschaften um­fassen 125 000 Mitglieder. Den Versailler Vertrag würden die elsaß-lothringischen Genossen ebenso ein­schätzen wie die französischen, nämlich dahin, daß der Sozialismus die Bedingungen des Viereprats nicht anerkennen könne.

Der künftige englische Botschafter in Berlin.

H a a g, 9. Juli.Daily Herold" meldet, daß der englische Arbcitsminister Barnes,, dec die Arbeiterpartei im Kriegskabinett ver­trat, als englischer Botschafter in Ber- l i n genannt wird.

Wilsons Ankunft in Amerika.

Amsterdam, 9. Juli. (WTB.) Den eng­lischen Blättern vom 7. Juli zufolge antwortete der Präsident Wilson vom DampferGeorg« Washington ' aus drathlos auf die Kritik der Män­ner, die dafür ein treten, daß Amerika zu der Po­litik des isolierten amerikanisäsen NakvnalismuH zurückkehren soll. Der Präsident erklär^ daß Amerika sich in den Dienst der Mensclchrit stellen müsse, und daß er wahrscheinlich eine Kampagne für dieses Ziel in den Vereinigten Staaten führen werde, weil er der Ansicht sei, daß es notwendig sein werde, die Versicherungen auszuführen, die er der Pariser Konferenz bezüglich Amerikas Bereit­schaft, seinen Teil an den Lasten aus der 9tm* prduung der Dinge zu übernehmen, gegeben habe.

Die Rückbeförderung der deutschen Kriegsgefangenen.

Berlin, 9. Juli. (Priv.-.) In einer von einem hiesigen Mittagsbliatt gebrachten Mel­dung aus Haag ist die Rede von einer Bespreckstmg zwischen dem Vorsitzenden der deutschen Friedens- oelegation, v. Lersner, und dem Generäl sekro- tär der Ententekonferenz, Dulasta, über die Rückbeförderung der deutschen Kriegsgefangenen. Hierin befindet sich die SSemerfinig, es stehe grundsätzlich sest, daß die Rücksendung der ftricg^gefangenen in gleichem Maßstabe erfolge, in hxkfjem deutsche Zivilarbeiter in Frankreich zu Wiederherstellungs­arbeiten der zerstörten Gebiete eintreffen. Die­ser Auffassung Muß auf das entschiedenste ent­gegengetreten .werden. Deutschland ist bereit, am Wiederaufbau NvrdfvankreidB mitzuwirken und zu diesem Zwecke geschulte deutsche Arbeiter zur Ver­fügung zu stellen. Es ist nicht angängig, die Bereit- Itclhmg dieser Arbeitskräfte in irgend einer Weise mit der Heimbeförderung der Kriegsgefangenen in Zusammenhang zu bringen. Diese bat vielmehr nach Artikel 214 des Friedensvertrages ohne wei­teres iigch Inkrafttreten mit größter Beschleunig gung zu erfolgen.

Berlin, 9. Juli. (Wolff.) Der Saargebiet­schutz teilt mit: Das Saar gebiet erhielt von der Entente das erste Zeichen ihres Wohlwollens durch die Rücksendung der Gefangenen, die im Saar­gebiet beheimatet sind. Das Zeichen, unter dem die Heimkehr der deutschen Soldaten erfolgte, liech ausgebrückt in der Bekanntmachung, welche in leinigen Zeitungen des Saarg^nets zu lesen ist: Die Bevölkerung wird dringend von ihrem Bürger­meister gebeten, beim Empfang Oer Kriegsgefan­genen keine KundgMmgen auf den Straßen zu veranstalten, insbesondere keine vaterländischen Lieder zu singen.

Wie aus den Berichten über die Ankunft der Freigelassenen hervorgeht, bereitete die Bevölkerung den Heimkehrenden einen begeisterten und rühren­den Empsang. Amtliche Bekanntmachungen der Militärverwaltung verordnen, daß nach Ablauf von 24 Stunden nad) der Ankunft die Kriegsgefan­genen alle militärischen Abzeichen von den Be­kleidungsstücken entfernen müssen. Außerdem ist das Tragen von militärischen Kvprbebeckungen unterlagt. Jeder Kriegsgefangene, der sich den An­ordnungen widersetzt, wird verhaftet. Im ganzen sind 1200 Gefangene aus dem Saargebiet frei» gelassen.

Eine Kundgebung in Rheinhessen gegen die Dortensche Republik.

Frankfurt a. M., 9. Juli . /Wolff.) Aus RhriulMen wird uns mit der Bitte um Ver­öffentlichung- folgendes geschrieben:

Zu einer großen Versammlung fürjneRhei­nische Republik" war zum 6. Juli nach Gau- Algeshrim iRhemliessen) aufgefordert worden unb eine riberwälligende Kundgebung gegen diese Re­publik ist daraus geworden. Eine über tausend Personen zählende Menge, Anhänger aller po- litischen Parteien, warteten der Tinge, die da kommen sollten. Nach Eröffnung der Versamm­lung durck) den Vorsitzenden machte er die kurze Mitteilung, . daß der Versammlung im letzten Augenblick die Erlaubnis der französischen Be­hörde in Singen entzogen, auch Herr Tr. Dorten am Erscheinen verhindert fei. Unbeschreiblicher Tumult erhob sich, jnan verlangte über die Gründe Auskunft Antwort aber war nicht zu erhalten. Ein Teil der Dortenschen Drahtzieher verließ heim­lich den Saal und unter einem brausenden Hoch auf Teutichlaiid schloß der erste Teil des Schau­spiels! Ter Zweite begann 5 Minuten später. Es wurde festgestellt, daß dem anwesenden fran­zösischen Ortskommandanten von einem solchen Verbote seiner eigenen Behörde bis zur Stunde nichts bekannt war. Tie Menge begab sich mit den französischen Offizieren zusammen wieder in den Saal, und ein sehr wohl bekannter Redner stellte Jeff, daß hier in unerhörter Weise mit der öffentlichen Meinung umgefonmgen würde, es Passe dies ja in den ganzen Mchmen der Do»ten- schen ©tunbimg, gesagt müsse aber werden, daß die treuen Rheinhessen sich keinesfalls von dem Geheimkabinett Torten einen neuen S'aat auf» Färben lassen würden. Unter dem gegenteiligen Gelöbnis für die deutsche Einheit und Freiheit, unter ber Zusicherung, daß das Rheinland des Teutschen Reichs Westmark auf Leben unb Sterben mit dem Reiche verbunden bleiben irtoUc, wurde folgende Entschließung ein­stimmig angenommen:

Die Versammlung lehnt bie am 1. Juni aus- geruiene Rheinische Republik entschicben ab unb forbert, daß die Neubildung von Gliedstaaten nach wirischaülichen Gesichtspunkten allein den- gewähl­ten Regierungen und Volksvertretung unter Mit- hil'e der gesamten Seiöcnmg Vorbehalten bleibt."

Unter abermaligem Hoch au; oas deutsche Vaterland, das aus der Versammlung heraus aus­gebracht wurde, verließ die Menge langsam den Saal. Die ungeheure Erregung machte einer all­gemeinen Heiterkeit Platz, als man zu wißen bekam, daß Herr Dr. Dorten und einige toeitere Republikaner" mit den beidenStaatsautos der Rheinischen Republik"" rechtzeitig in Gau-Alges­heim erschienen waren. Vielleicht habenwichtigere Regierungsgeschäfte"" die Herren nach ihrer Resi­denz zurückgerusen. Das entzieht sich allerdings unserer Beurteilung!

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Enge. Den deutschen Einheitsstaat aber wuß- trn wir in kalter, weiter Ferne. Die Unglücks- agc geboten den heimatlichen Zusammen- 'chliiß. Sv begrüßten wir mit lebhaftem Ge- ühl den Gedanken eines Groß-Hessen, indem wir mit Genugtuung erkannten, daß auch im ganzen Reiche bie (Wendigkeit einer Neu­gliederung, gerade im nationalen, vaterländi- chen Sinne, nicht verborgen blieb.

Der Gedanke hat sehr schnell Wurzeln uschlaaen, und nur die Besorgnis, daß die Aeuteiltmg unter den Umtrieben unserer st rinde vielleicht zu einer Zerstückelung Deutschlands würde, ängstigte manche Ge- |ihüter. Die deutsche Nationalversammlnng ist fir.it dem gnmbfcgenben Paragraphen 18, der eine Neugliederung vorsieht, nod) nicht völlig ms Reine gekommen. Die Aenderungen fön» nen unb dürfen nur in Anlehnung an freu­dige Reichs treue erfolgen. Alle Wege, die ich in EigenbrLdelei verloren, erschienen mit Nicht verdächtig, besonders da, wo die Feinde deutsches Land besetzt hielten. Nur im Einver­nehmen mit den Reichs in stanzen erstrebten mir die Gestaltung Groß-Hessens, wobei wir fußen wollten auf dem freien Volkswilsen hmb einer Abstimmung, deren Wirkung nie» hitanb in Berlin oder Weimar verkennen tonnte.

Nun scheinen in ben letzten Tagen bie kotscheibenden Würfel über unser engeres Hei- matland gefallen zu sein, unb zwar nicht an den Ausgangsorten der großhessischen Bewe- [ßirng, sondern auf linksrheinischem Gebiete. Dort hatte sich allenthalben ein entrüsteter ÜZidcrspruch gegen die Umtriebe eines Dorten Ixeltend gemacht, dec den Pufferstaatsgedanken Iwtopagierte und den Rcichszusammenhang mit lllnterstützung der fremden Gewalten zu zer- lMagen bereit war. Der harte Friedensver- h"ag hat unsere linksrheinischen Volksgenossen Im eine sehr schwierige Lage versetzt. Sie füh­lten es, daß sie ohne ein festes, haltbares I6taatsgebilde, dem sie angehören, ihrDeutsch- Ipm nur schwer würden verteidigen können, p-nter dem Druck der fremden Besatzung fühl- [t n sie dieselbe Notwendigkeit, die uns in Isiberhessen auf ein Großhefsen hingewiesen liatte. Ein fester, heimatlicher Zusammen- IjHluß ist die Parole! In Darmstadt, wo Irlan aus hauptstädtisc^n Besorgnissen zuerst pen neuen Wind der Entwicklung nicht recht Ipü-jeu wollte, ist man bald stärkeren Antrie- I reu gefolgt: man sah Rheinhessen bedroht, und llrformte die finanzielle Unmöglichkeit, auf L « emstaatlichem Flecken weiterzuwursteln. Herr Ulrich, über dessen Mainzer Besuch neu­lich nur eine offizielle Notiz durch die Blätter lring, hat, wie jetzt berichtet wird, der überall I ^drängenden Bewegung Rechnung getragen. | wir erfahren, daß bei feiner Unterredung mit Ben General Mangin folgende Lösung der iphrinlandfrage in Erwägung gezogen wor- [fcii fei: Es soll eine Mittelrhei- I^is.che Republik gebildet werden, Wie im wesentlichen aus dem bis­cherigen Großherzogtum Hessen lünd Alt-Nassau, dem Nahetal mit ^'Anschluß eines Teiles des Huns- »rmcks und der bayerischen Rhein- Vpf^alz besteh en soll.

| Die rheinhessischen Blätter in Mainz und Ui^orms, soweit sie uns zu Gesicht gekommen 8 imo, begrüßen diesen Plan rückhaltlos. Auch Darmstädter Presse, die ihre geliebte s valuptstadt dem Herzen der Neugründnng ß * gerückt sicht, als es die Grenzen des Planes vocsahen^ drückt ihre

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i mit Bataten ko«« w vorn aber Zuckn brnSitp MtdaSValelM.2mtK i! einen Versuch mache», gn Herstellen Mb'

DaS Schicksal deS früheren Kaisers.

A rn st e r d a m, 9. Juli. (Wolff.) Den eng­lischen Blättern vorn 7. Juli zusvlgr sagte B e r- nard Shaw in einer Unterränmg mit dem Vertreter des ,,Sunday Ehvonicle"": Will;elm vvn Hoheuzollern sei jetzt ein gewöhnlicher Bürger und habe das Recht, zu leben, wo es ihm gesalle. Tas Beispiel Napoleons treffe hier nidst zu, da Napo­leon wegen seiner furd)tbaren kriegerischen Eigen« schäften persönlich gefährlich gewesen 7«. Jeder, der sich vor dem. früheren Kaiser fürchte, sollle in eine Idioten anstatt gebracht und auf Wahn­vorstellungen hin behandelt '.verden. Niemand habe das geringste Recht, sich in Angelegenlreiten dieses Herrn einzumisckien. Es sei Pflicht der Königin von Holland, sein Asylrecht sicherzu stellen.

Der frühere Kronprinz.

Berlin, 9. Juli. (Priv.^Tel.) DieTägl. Rundschau"" meldet: Der frühere Ordonnanzoffi­zier des deutschen Kronprinzen, Rittmeister Rech­ner g, richtete an Clemenceau ein Schreiben, worin e»üch für ben Fall, daß ein Verfahren geara oen deutfclten Kronprinzen eingäeitet loerbcn Hitlte, bereit erklärt hat, unter Eid zu bezeugen: Erstens, daß der deutsdie Kronprinz vor dem Kriege ener­gisch politische Bemühungen unterstützte, deren Ver­wirklichung ben Ausbruch des europäischen Krie­ges unmöglich gewacht hätten; zweitens, baß sich ber Kronprinz im Herbst 1914 bafür ent­setzte, Friebensverhanblungen miH Frankreich herbeizuführen; brittens, baß ber Kron­prinz 1917 Pläne befürwortete, weld)e darauf ab­zielten, einen allgemeinen FriebendurchVer- mittlungGroßbritanuienszu erreicheL

Annahme von Anzeigen f. die ^ageonummet bis gum Nachmittag vorher ohne iedeBerbmdlichkeu Dreis für 1 mm höhe für Antigen v.34 mm drett« öctlicti 15 pi., ausioärtt 18 Pf., für Reklame» an zeigen von 70 mm 8?ieue 48 IM. Bei Platz- vorfctirni2O^; Aufschlag. Hauvtschrittleiter: Ang. Goeg. Beranlroortltd) für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für ben Anzetgenlcü: ö. Beck; sämtlich in Gießen

m. 158

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