Ausgabe 
10.6.1919
 
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Beamten» und Lehrrr stände srbauht. Daraus er­wuchs die ybottoenbigfeit einer gewissen organisato­rischen 3ufamm.enfa.nung der Parteigenossen aus dem Lehrerstandc zu einer Arbeitsgemeinschaft, ivas m eurer zu Ostern abgehaltenen Konferenz be­schlossen wurde. Dort wurde auch die Herausgabe einer besonderen Zeitschrift für die sozialdtino- kratischen Lehrer beschlossen, die am 1. Juli 1919 erscheinen soll. Es sei zu Höften, daß in nicht zu ferner Zeit der für die Partei so notnrendige agi- latorische Nachwuchs heran Vornme.

Putschversuch in Hannover.

Hannover, 7. Juni. (WTB.) Äm 6. Juni 10 Uhr 30 abends versuchten etwa dreißig Personen, teils in Zivil, teils in Uniform, das am Waterlooplatz gelegene Militärarrest haus zu stürmen und die Insassen zu befreien. Die Angreifer waren mit Wurfminen, Handgranaten und Revol­vern ausgerüstet. Durch die Wachsamkeit der Militärpolizei wurde der Angriff ver­eitelt. Das gleiche Schicksal erlitt ein zweiter Angriffsversuch, der nachts gegen 2 Uhr erfolgte. Leider gelang es in der Dun­kelheit nicht, der Angreifer, die in die Masch- 'chesen flüchteten, habhaft zu werden. Die Angriffsversuche bezweckten, Personen, die we­gen der vor einiger Zeit erfolgten fpartakisti- schen Anschläge im Militärgefängnis festge­setzt waren, zu befreien.

Aur Stadt und Land.

Gießen, den 10. Juni 1919. Pfingsten.

Wieder waren es Tage, da das Firma­ment in glühender Bläue herniederstrahlte. Wenn am ersten Feiertagsnachmittag auch dumpf grollender Donner aus der Ferne her­überdrohte, so tat dies doch dem sonnigen Cha­rakter der Feiertage keinerlei Abbruch. Was Wunder, daß es fast niemanden in seinen vier Wänden litt, daß Stube, daß Haus und Gar­ten zu eng wurden. Zu Tausenden waren die Gießener hinausgezogen, mit Kind und Kegel, mit fröhlichem Gesang, Guitarreuspiel und Mundharmonika. Einzeln, in kleineren Trupps und ganzen Karawanen verließen sie nach allen Seiten die Stadt. .Nach dem Bahn­höfe bewegte sich seit den ersten Frühstunden ein fast ununterbrochener Menschenstrom, eine richtige Völkerwanderung. Wen sollte es auch nicht hinauslocken aus dem dumpfen, ,staub­geschwängerten Häusergewirr der Stadt, in die freie Natur zu frischem fröhlichen Wandern. Ganz jvic in .Friedenszeiten, da die Rucksäcke Schinkenbrötchen, Wurst, Eier und sonstige gute Dinge kaum fassen wollten, war es zwar nicht. Aber schließlich beein­trächtigt es die Schönheit der Matur wenig, wenn man auch nur einKunsthonigbrot" in der Tasche weiß. Der herrliche Genuß, durch den Duftenden Wald zu streifen, dem Sang der Vögel zu lauschen, an einem munter plätschernden Wässerlein zu still verträumtem Sinnen sich niederzulassen besänfttgt selbst das Knurren des im Dorfgasthaus ent- täuschten Magens. Die Gesichter aller, die am Abend müde und staubbedeckt in die hei­mischen Mauern einzogen, sttahlten wider von eitel Sonnenschein und Freude. Pfingsten, Tage der Landpartien und Wagen­fahrten, der ausgelassenen Freude und des Trunkcnseins von Frühling und Liebe aber auch Tage der vollgepfropften Eisen­bahnwagen und Wander - Heuschrecken- schwärme auch Heuer ward ihr daslieb­liche Fest".

t^s grünten und blühten Feld und Wald; auf Hügeln und Höhn, in Büschen und Hecken klebten ein fröhliches Lied die neuermiutiertcn

Vögel;

Fede Wiese sproßte von Blumen in duftenden Gründen,

Festlich heiter glönzte der Himmel und farbig die Erde."

Der Bauer, .der im Feiertagsschritt durch die Fluren wandelte, machte aber ein anderes Gesicht. Zwar, die Frucht steht nicht schlecht. Wenn er den Himmel prüfend überbli^: nichts, kein Regen zu erwarten, der so bitter not tut, bann schüttelt er fast verzweiflungs­voll das Haupt. Trocken ist's, sehr ttocken, die Erde dürstet. Wie lange noch? G. K.

*

Die nächtliche Ruhestörung tm Viertel der Kaiser-Allee hat sich in den Pffirgst- N ächten in mäßigen Grenzen gehalten. Es scheint demnach bei manchen nur einer Mahnung zu grö-

. fetter Rücksichtnahme bedurft zu haben. Qlnbete aber sind nicht zu belehren, so z. B. ein Trupp der allabendlich mit seinenDamen" dassinnige" Lied singt:

Denn es kann ja nichts Schöneres geben. Als in Hamburg em Mädchen für Geld.

Die unermüdlichen Sänger und Sängerinnen dieses Liedes müssen cs wohl wissen.

Tvpisch war auch, daß in vergangener Nacht von zwei Sängern, die zur Ruhe gemahnt wurden, der 4jine in die Nacht hinein als feine Auffassung der Sackstage rief:Wir find im freien Deutsch­land, da darf jeder tun und lassen, was ihm Spaß macht!"

Es tonnte den Anwohnern der lärm gestörten Strafe en ctiicS Tages auch Spaß machen, sich zum Selbstschutz zusarnnrenzuschließen und den rücksichts­losen Sängern handgreiflich zu üerbeutlid?en, daß das Wohl der Allgemeinheit dem Spaßbedürfnis des Einzelnen vorgeht.

*

** Amtliche Personalnachrich- t e n. Dem mit Wahrnehmung der Dienstver­richtungen eines Ministerialrats im Staats­ministerium beauftragten vortragenden Rat Geheimen Legationsrat Dr. Wilhelm N ei d- h a r t wurde der AmtstitelMinisterialrat" verliehen. Dem Pfarrassistenten Otto C o - l i n zu Bad-Nauheim wurde am 6. Juni o. I. die zweite evangelische Pfarrstelle zu Beer­felden übertragen. Der Direktor des Landeszuchthauses Marienschloß, Karl Stumpf, wurde mit Wirkung vom 20. Juli 1919 zum Direktor der Zellenstrafanstalt Butzbach, der Aktuariatsassistent bei dem Amtsgericht Darmstadt II Wilhelm Uhrig zum Aktuar bei einem noch zu bestimmenden Amtsgericht mit Wirkung vom 1. April 1919 ernannt.

** Polizeibericht. In der Nacht zum 7. Juni 1919 wurde dem Besitzer der Schiffe n- berger Mühle bei Watzenborn seine einzige wertvolle Kuh von unbekannten Tätern gestohlen. Tie Spur führte in der Richtung nach Gießen. Es gelang am 1. Feiertag die Diebe Friedrich Schmidt aus Launsbach, Karl Becker aus Stein­bach und Georg Schneider aus Watzenborn zu er­mitteln und festzunehmen. Tie Kuh wurde in derselben Nacht im Hause Leibgesterner Weg 23 von Jakob Leinweber geschlachtet. Das Fleisch wurde zu Schleichhänblerpteifen an zwei hiesige Hotclwitte zum Teil verkauft, dort vorgefunden und beschlagnahmt. Kopf, Haut und Eingeweide wurden noch bei Leinweber vorgefun­den und beschlagnahmt. Die Diebe sind arbeits­scheue Elemente, welche sich von Schiebungen er­nähren, außerdem entpuppte sich der Dieb Becker noch als Fah-rvadmarder. Zwei La zarett- infassen wurden mit einem Sack Gemüsenudeln (150 Pfund) betroffen, den fte von Unbekannten erworben haben wollen. Es handelt sich hier um TiebeSgut. Bom 6. auf 7. wurden mehrere KistenWeinauf dem Güterbahnhof aus Güter­wagen entwendet. Die Diebe haben den Wein am Freitag nachmittag zwischen 3 und 4 Uhr mit einem zweiräberigen Handwagen von Klein-Linden her in der Richtung nach bet Schönen Aussicht zu gefahren. In den beiden letzten Fällen er­sucht 'die Kriminalpolizei um zweckdienliche Mit- teilurrg. Gestern, am 2. Pfrngstfei-crtag, zwi­schen 1-1 und 1 Uhr mittags wurde au« dem Museum des Neuen Schlosses, Landgraf-Philipp- Matz, ein Bild, PvmmerscheS Seebad, AquarÄk von O. Moll, mit weißem gerieften Rahmen, .20x25 groß, im Werte von 300 Mcktk gestohlen. Sachdienliche Mitteilungen erbittet die hiesige ^Kriminalpolizei.

** Von einem Hitzsch lag befallen sprang am Nachmittag des zweiten Feiertags zwischen der Männerbadeanstalt und dem F-reibad ein Mann mit den Kleidern in die Lahn. Von mehreren Personen wurde er aus dem Wasser gezogen und mit dem Sanität^- auto in die Klinik gebracht. Er hatte vorher lange Zeit in der Sonne gelegen.

Landkreis Gießen.

-tat Hungen, 10. Juni. Gestern nach­mittag fand im Saale desDarmstädter Hofes" eine Versammlung der sozialdemokra- tischen Partei statt, die von hiesigen und aus­wärtigen Bewohnern beiderlei Geschlechts stark besucht war. In 11/2stündiger Rede sprach Konsumdirektor Diener-Gießen. Er ent­wickelte das Programm der Sozialdemokratie und ging dann näher auf die wirtschaftlichen Probleme ein. Zum Schlüsse sprach er noch über die am kommenden Sonntag hier statt- findende Gemeinderatswahl. Nach kurzer Aussprache, die die Aufteilung der Fidei­kommisse und großen Gitter, sowie die Woh­nungsfrage und Lehrwefen betraf, sc^ der Vorsitzende der Ortsgruppe die Versamm­lung.

Feuilleton.

Bürger und seineLeonore".

Sunt 125jährigen Todestage des Dichters Gottfried August Burger, der cm 8. Juni 1794 starb, mag an die Entstehung seiner bekanntesten Dichtung-, der noch heute als Allgemeingut gelten­den BalladeLeonore" erinnert werden, zu der er wohl schon in feiner Jugend Eindrücke emp­fangen hatte. Bürgers Aufenthalt auf dem Päda­gogium in Halle fällt in die letzten drei Jahre des siebenjährigen Krieges; diese Schuljahre Bür­gers waren für die Anstalt in Halle sehr bewegt; bald mußte eine Konferenz ausfallen, well eine Menge feindlicher Offiziere sich herumsühren liefe, bald hatte ein Lebrer das Wette gesucht, und man erinnerte sich bloß seiner bedenllichen Worte, befe doch fein besser Leben anjetzo als das Soldaten­leben soi, indem niemand Brot als nur diese Leute hätten; der Nachtwächter der Anstalt traute sich, weil er lang und die Werbung stark mr, nicht auf die Straße. Bürger hat bann wohl auch die Rückkehr des damals in Halle stationierten Bernburgischen Regiments aus dem siebenjährigra Kriege mit an» -geschaut. Wir können daher annehmen, daß er in diesen Tagen die Eindrücke empfing, welche feiner Leonore" den welthistorischen Hintergrund gaben und aus denen die Sttophe hervorging:

Der König und die Kaiferm, Des langen Haders müde. Erweichten ihren harten Sinn Und machten endlich Friede.

üvd iedeL Hecr mit Sina nab Sans,

Mit Paukenschlag und Mna und Klang, Geschmückt mit grünen Reifem, Zog heim zu fernen Käufern."

GS war beinahe ein Jahrzehnt später, und er war, 1772, durch Boies Vermittlung, noch nicht 25 Jabre alt, schon Justizamtmann der Herren von Uslar int Amte Wtengleichen bei. Göttingen, als er eine ztoeite Anregung empfing. Im Mond­scheine hörte er ein Bauernmädchen fingen:

Der Mond, der scheint so helle. Die Toten reiten so schnelle: Fein's Liebck>en graut dir nicht ?"

Diese Worte tönten immer in seinem Ohr imb wirkten so aus seine Einbildungskraft, daß er schnell «mehrere Strophen von ber einige Monate nachher vollendeten .Leonore" entwarf, welche Bore, dem er sie mitteilte, so sehr bezauberten, daß btefer ihm nunmehr keine Ruhe ließ, bis das Stück fertig war. Mit diefer Dolleitdung ging es allerdings sehr langsam, imb es blieben immer einzelne Strophen, die erst zuletzt ein Faden aneinander reihte. Das so berühmt gewordene Gedicht übte dann seine volle Wirkung zuerst in dem poetischen Zirkel in Göt­tingen aus, dem neben Boie die beiden Stolberg, Voß, Hahn, Holty, die beiden Miller und Wehrs angehörten und die den Göttinger Dichterbund bil­deten. Sic wußten, außer Boie, nichts von dem Inhalt des Gedichts und diefer kannte eS auch nicht vollständig, und als Bürger es vorlas und bei der Stelle:

Rasch auf ein eifern Gittertor

Ging's mit verhängtem Zügel, Mit schwanker Gert ein Smlag bann Zersprengte Aoß und Riegel."

Die regenlose Zeit hält nun schon fast fit)

ith ist für I folgedessen einen schlechten Stand. Mnblnrr- Io- Rothemann, 5. Jur

Uetzhausen routi

ieteinigungsämtk

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hat

fetach Erledigung dieses feierltrfjen Akt« die öffentliche Versammlung und in an»

statt.

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«durch eine -Oeffnung In Treisbach mußt, kauf skommissi

und war auf der Stelle tot.

bannen ziehen, weil die Landwirte sich widersetzten.

Mai fjeinr

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N« 2nbt»ii

3, Rob

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Ar Verlobung ^Werner

Aus dem besetzten Rheingebiet.

mr. Flörsheim (Main), 9. Juni. Hm eine Sitzung französischer Offiziere mit btt

,te am Freitag die Siebe in* i 0 n unverrichteter Sache von

Das neue Stadtparlament.

Gießen, den 10. Juni 1919.

errichtet. Vorsitzender für sämtliche Gfemeinben H Gerichtsassessor Schneider. Ferner wurden in \t, dem Orte zloei Beisitzer aus den Kreisen der So­

mit feiner Reitgerte an die Tür des Zimmers schlug, sprang hierdurch Stolberg in vollem Schreck von seinem Stuhle auf. Bürger, der bisher nur mit ängstlicher Besorgnis an das Sclsicksal einer von aller konventionellen Form so abtoeichenden Dich­tung gedacht batte, glaubte nun selbst etwas Gutes vorgebracht zu haben, und es wurde ihm, als er bald nach dem Abdruck im Musenalmanach eine Reise in feine Heimatgegend machte, bte Freude, in einer an seine Schlafkammer stoßenden Bmiernstube seine ,Leonore" vom Schulmeister unter dem lau­testen Beifall der ländlichen Zuhörer vorlesen zu hören.

; Frau K. 1

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Kreis Lauterbach. i ----<T»

la. Lauterbach, 10. Junt. In 51 der, Wock^n an Dte ^cgäcker mrd-Wiesen zeigen h 67 Gemeinden des Kreises Lauterback "

sM 22, Gern«

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Uten, Ge^llA M M auf §trabe h.itr.reintgi Stadt, dir öffn

Straßen h Ke durch der r Staicn bei Lolchen M Jir 1919 2844 im Vaftah Losten mr vM die W yng erfordert 5112570 W., t «der Ltrafer Mr, Mnfe iMrrhickMg d Itf gegen 66930 M fallen. 2 Mima mrd trii insgesamt M Mk. Tie s. hitun g find ba«

Mieter und zwei Beisitzer ans den Kreisen der Mo bestimmt.

. ______.... -. Juni. Ein geifer-,

krank gewordener Frankfurter Jäger erschoßoö dem Felde ein hinter einen Reisigbausen geslict tetes Mädchen mit dein Jagdgewehr. Rach btt Tat flob er nach Kerzell, doch ist sein Aufeuth:ii noch nickt festgestellt worden.

G Aus dem Schlitzet Lande, 6. In den Gemeinden Bernshausen, Hutzdorf, Nietza. Stoll, Ober-Wegfurth Queck, Rimbach, Schlitz tut

Frankfurter Uraufführung.

Die große Katharina, so nennt sich eine Groteske von Vernarb Shaw aus dem Petersburger Hofleben des 18. Jahrhunderts, die im Frankfurter Schauspielhaus ihre Uraufführung erlebte. Was wollte der irische Sattriker, dem wir während des Kriegs ferne mannhafte Haltung gegenüber Deutschlcmd zu hänfen hatten, mit die­sem Stück? Uns ein Sittenbild zeichnen und WQxxä. welch seltsame und absonderliche*

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schauungen und Gewohnheiten diese deutsch-rnUb Fürstin, dieliberale Kaiserin" beherrschten? zu wäre eine Komödie nicht nötig gewesen!

et aber, in scherzhafter Form seinen Landslco ernste Wahrheiten zu sagen, so ward dies iW, höchstens in hübschen, sporadisch eingeilreuit« Aphorismen erreicht. Tenn von den auftrcls' den Personen haben ganz gewiß t* beiden Engländer Recht, die sich natürlich empfindende Menschen von all dro Possenvolk am russischen Hof rühmlich obhck» Die Handlung soweit überhaupt von ihr V sprochen toerben kann umfaßt eine Reihe vor Prügel-, Trink- und Schimpfszeneu in btriifi Ausgestaltung und bratet Situationen, die vo» Euripides bis ins Kasperltheater ihre 2ii> hing nicht verfehlte, reichlich auS. Aber all dich wenig geioähtten Spässe, schassen noch lange *e& Parodie. Tie Uraufführung mar ein Erfolg W Regie und Darstellung. Herr Brügmann M mit viel Geschmack für besonders hübsche Btt nenbilder gesorgt, und F-tt. Aschenbach rB die .Herren Impekoven und Ka r chow we»' eiferten in ihren Rollen, nm da Leben MJJ täufdjnt, wo ber Dichter versagte. Den Abrr beschloß die KomödieEine Ab r echu u ns von Gustav Wied, ein Altersheimibyll zwr'M I zwei Greisen, das vielleicht novellisttsch zu | werten wäre, auf ber Buhte aber bald erm^ce muß. ihm jedes dramatische Vorwärts schreiten fehlt.

mr. Frankfurt a. M., 9. Juni. Nidby I m pekvven, die kleine vierzehnjährige Frank­furter Tänzerin, bte sich augenblicklich auf einer Tournee in ber Schweiz befindet, wirb tm Herbst dieses Jahres auf Wunsch Gerhard Hauptmanns bttPrppa" in fernem SchauspielUnd Pippa tanzt" im Deutschen Theater in Berlin spielen.

schließender nichtöffentlicher Sitzung werben dir treuen unbesoldeten Beigeordneten gewählt.

Die zweite öffentliche Sitzung ist auf Moma den 16. Juni, nachmittags 4 Uhr, anberaumt. 3r btefer Sitzung werben die neuen Stadtväter uni Stabtmütter sich zum ersten Male amtlich mit btt Angelegenheiten bar stäbtischen Verwaltung zu « fassen haben, denn außer der Einführung imb Ver bfiidttung der unbefolbeten Beigeordneten steht atf der Tagesordnung Voranschlag der Stcbtf fasse und der städtischen Nebenfasfen für 1911 Man darf damit rechnen, daß bereits in biet« Sitzung eine Reihe von Anttagra emgebracht den wird.

Aus dem Voranschlag der Stadt Gießen für 1919 haben mir bereits bef wichtigste, die Abschlüsse ber Stadt-Hauptkasse uni ber Nebenkosten sowie die neuen Gemeinbestconi mitgeteilt. Wir greifen heute bte hauptsächlichste» Titel der Betriebsredmunp becatte, hie gegen Vorjahr eine roefentlidye Erhöhung erfahren ha

Unter Ditel 2. Gebäu oe. sind in Einnah 32 387 Mk., in Ausgabe 30 090 Mf. vorges gegen 25 759 Mk. und 19 400 Mk. im Vorjah Maßgebend Ifeerfür ist, baß an verschiedenen bnuben Jnstanbseynngsarlteiten unerläßlich si die bei den erhöhten Kvstem Hölzere Ausgaben hingen.

Titel 3, Grundstücke, sind mit 89 403 M Einnahme und 33 471 Mk. Ausgabe vorges int Vorjahre 58 509 Mk. und 24 101 Mk. Erlös für Heu- und Grummetgras aus den ftal scheu Wiesen ist mit 60 000 Mk. veranschlagt. VoranMug für 1918 sah 30000 Mk. vor, es den erlöst 111 400 Mk. Der Durchschnitt der 1 ten drei Jahre erbrachte 65695 Mk.

Titel 4, Waldungen, sieht in Einwü 331320 Mk. gegen 242 507 Mk. vor. Der " einer Fällung von 8200 Festmetern ist mit 328 Mark in Ansatz gebracht, tm Vorjahre brachte Fällung 240 000 Mk. em. Es sind jedoch auch i) Ausgaben erheblich gestiegen imb zwar von 65'S Mark auf 108 465 Mk. Allein für SchneidlK Fuhr löhne und Togelöhne für das Hol; zum fit.' verkauf sind 30 000 Mk. neu eingefetzt.

Die ftäbtif&en Werke sollen aui Schuldenttlgung und Kapitalzinfen an Ueberschi'fa erl ' . ' ' '.......

gen 18374 Mk. im Vorjahre, Gaswerk 105 3d Mark, gegen 108 000 Mk. im Vorjahr, Wosse» werk 55 000 Mk. gegen 59 300 Mf im Borjr^ Die lieber sch üsst erbringen bemnad; 18 000 Ä weniger als tm Vorjahre.

Bei Titel 7, Schlachthof und Fleisä beschau, übersteigen die. Ausgaben die Ein» taten noch erhMicher als im Vorjahre. Für B9U

die Gemeinderatswahlen nur je ein Wahlvvr schlag eingereicht worden, von vier Gemein­den stehen die Nachrichten noch aus, in 12 Ge­meinden liegen je zwei und mehr Wahlvov- schläge vor.

O Ausdcm Schlitzer Lande, 9. Junr.

Verlobung

Ae Nfiat

In den Gemeinden Schlitz, Hutzdorf, Frau-feiom- bach, Uellersl^ausen, Mieder-Stoll und Uetzhausen sind rund '100 Mark an Waisenbüchsengel­dern eingegangen, die an die Landeslvaisenanstalt überführt wurden.

Kreis Friedberg.

bz. Butzbach, 10. Juni. Ausseher Wohl­fahrt und Frau geb. Schäfer feiern heute ihre silberne Hochzeit.

, O Jriedberg,9. Juni. Die Parteiorgani­sation dec Unabhängigen Sozialdemokratie für Friedberg, Bad-Nauhcirn Butzbach und Umge­gend hat einenArbeitertouristenblmd Natur­freunde" gegründet, ber heute seinen ersten ge­meinsamen Familieitausslug über ben Winterfteut, die Kapersburg und Lochmühle nach ber Saal­burg unternahm.

= Friedberg, 9. Juni. Aus der Wohnung des BLckermcisters llarl Engel, Kaiserstraßc 111, wurden für 30000 Mark Wertpapiere und eine größere Barsumme gestohlen. Als TLter ermittelte und verhaftete man das Schneider'sche Ehepaar fit ^Gernsheim. Tas Paar hatte die Wertpapiere in Frankfurt a. M. verkauft. Vom Erlös daraus faub man bei ihm noch etwa 20 000 Mark vor.

Starknburtz und Rheinhessen.

R. M. K. Darmstadt, 9. Juni. In Neinheint i. O. wurde in der Nacht zum Sonn­tag der auf Posten stehende Wachmann Lud­wig Borger aus Ueberau e r s ch o s s e n, pls er einen auf dem Bahnhof stehenden Güterwa­gen mit Leder, den er gewaltsam geöffnet hatte, plündern wollte. In der Nähe von Niederramstadt, im Walde bei Waschenbach, wurde heute ftüh der Jagdpächter H. Mül- l e r aus Niederramstadt mit einem Schuß in dem Kopf tot aufgefunden. Die Art der Ver­letzung und verschiedene Blutspuren machen es wahrscheinlich, daß M. in einen Kampf mit Wilderern verwickelt wurde, die ihn erschossen haben.

Dz. Darmstadt, 10. Juni. Der Ober­bürgermeister wurde ermächtigt, eine Ueber- lassung von Wohirräumen an Personen, die von auswärts zuziehen, ohne Zustinrmung des Mieteinigungsamtes zu verbieten und den Aufenthalt in Gasthöfen, Wirtschaften und dergl. auf eine gewisse Zeit zu beschränken.

Hessen-Nassau.

][ Frankenberg, 7. Juni. In der im Kreishaufe unter dem Vorsitze des Landrats Stapelhorst abaehaltraen Sitzung des nragewähtten Kreistags wurde dem Antrag auf Versorgung des Meises Frankenberg mit Elektrizität Folge ge­leistet. Ebenso wurde den Anträgen auf (^ridytung einer landwirtschaftlichen Winter schule in Franken- berg und eines KreiskvohlfahrtSarnts zugestimmt. Ein weiterer Antrag, 5000 Mk. Beitrag zur Er­richtung einer Baracke für Hautkranke in Marburg zu geben, wurde abgelehnt.

]f Marburg, 7. Juni. Die Un ive r s i- t ä t erläßt am schwarzen Brett folgende Dekannt- smachung, die auch besonders bte zahlreichen wäh­lend der Feiertage nach Hause gereiften Studie­renden interessieren dürfte:Zu brr hier verbrei­teten Behauptung, das Generalkommaubo des 11. Armeekorps beabsichtige, die wehrfähi­gen Studierenden bei ber ^Möglichkeit einer feindlichen Besetzung Marburgs am 12. Juni ab* zutransportieren, erwidert auf amtliche Anfrage das Generalkommando, daß ihm von einer solchen Maßnahme nichts befamtt und auch kein Grund dazu vorhanden fei. Es ist tief bedauerlich, daß in dieser furchtbaren Zeit eine solche geradezu verbrecherische Beunruhigung hat um sich greifen können."

hl. Marburg, 10. Juni Am Samstag wurde im Stadtgarten die hiesige Bürgerwehr von Oberbürgermeister Trvje durch Handschlag und Unterschrift verpflichtet. Der Oberbürger­meister hielt eine Ansprache, worin er besonders auf den Zweck der Wehr hinwies. Sie sei gebildet zur Unterstützung der jetzigen republikanischen Re­gierung unb zum Schutze der Bewohner Marburgs. Außerhalb ber Stabt finde sie keine Verwendung; nur in Ausnahmesatten in nächster Umgebung der Stadt. Nach ber Verpflichtung wurde die Wehr in bra Kompagnien eingekeilt.

A Aus bemKreiseMarburg, 7. Juni. In Rrmhauseu stürzte ber 48 Jahre alte frülterc Gastwirt Daniel Schueider in feiner Sch'une

Die Einführung und Verpflichtung der neii<jt« wählten Stadtverordneten findet am Samstag dc 14. Juni, uachm. 5 Uhr, in öffentlicher Sitzmi

Gemeinbevertretnng fiattgefunben, um ben nötiijen Platz für französische Kasernenbauten I>ercit;ii< stellen. Es sotten Kasernen für zwei Regiment« Pioniere errichtet werden.

mr. Schwanheim, 9. Juni. Der Galwur Langenbach würbe von der fvanzösifchen Bcsatzu^ verhaftet, weil er in französischer Uniform, mij französischen Waffen tm Waive wilderte. Seh gesamtes Hab unb Gut wurde beschlagnahmt mit feine Frau und Tochter ausgewiesen.

wv. Ludwi gsHafen, 6. Juni. 155 Sery , leuten, die anläßlich des Bergarbeiterstreiks den pfalzifch-preußifchm Gruben nach dem reckrs - rheinischen Gebiet abgeschoben worden sind, isl) vom Obersten Verwalter des Saargebiets, G^enetd Andlauer, baut den mrausgesetzten Bemühung« der beiden Bergarbeitervrganisstionen die Heim, kehr ins Saargebiet gestattet worden, aber unttt der Voraussetzung, baß sie sich zu feiner Pro«» ganba ober sousttgen Handlung hinrcißen lasta, welche die Ruhe und Arbeit ftitren tonnten.

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