Ausgabe 
8.8.1919
 
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hreiifcifdie Ncaieruna bat ihren ab(cbTienbcn |bc5 alten österreichischen Staates na <6 einem a»® und sich>u?Ab^

tung gemsser vrc»b'sch-r GkbictStmr 6c«it WLÄ?di-r »-»«glich der »mkric«»'ch»'txm erklärt. Von At e i n i n g c n wurde eine Er- b_nc s)trt;fer 199 bestimmt ist, durch bi' Rcpara-

Groß-Thüringen.

die bisheri-1 iumg zur Folge haben. Die 9totc beantragt, daß die ußen. Die>!Auf teilnng der Schulden auf die (Gebiete

tellvorstand."

Köln, 7. Aug. DieKöln. Ztg." meldet aus Erkelenz: Eine aus gestern einberufene Ver­sammlung zu Gunsten einer rheinischen Republik batte keinen Erfolg zu verzeichnen. Der viel­genannte Dr. Dorten hatte diese Versammlung einberufen und war selbst erschienen. Man ließ ihn aber einfach nicht zu Worte kommen. Er wird ein zweites Mal nicht wieder kommen.

Berlin,?. Aug. Der Volksratfür Thüringen trat gestern im Weimarer Landtagssitzungssaal zum erstenmal zu einer Beratung zusammen. Zum Vorsitzenoen wurde der Abgeordnete Leber gewählt. Die umfangreiche Debatte betraf die bisherig gen Abmachungen mit Urer

klärung abgegeben, nach der cs nunmehr vor­behaltlos der Schaffung G.roßthürin- gcns zustimmte.

tav, ba n W Er ist gestern nach langer Fct -nrückgekehrt.

OSlbes iän'lligte für fr inrfftnat Bench $ Eioigung ztviß

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hattet verloren. W er den B:

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tzu Tolgenoen Forderungen kommt: Aus die­sem Grunde sehe ich mich gezwungen, nunmehr Forderungen^ die in der Presse nicht gestellt nxn- ben dürfen, int Kabinett zu stellen, nämlich diese: Tie $)errcn Staatssekretäre Möchten den Reichs- kanzler bitten, dem Kaiser z u empfehlen, freiwillig zurückzutreten. Zur Begrüu- dung wird unter anderem ausgeführt:, Es kann nicht bezweifelt toerden, daß die Friedens- Verhandlungen beträchtliche g ünst ig ere Aussichten bieten, wenn im Tatschen Revchi die voUziogene Aenderung des Systems durch den Wech­sel an der höchsten Stelle des Reiches mvch innen und außen deutlich sichtbar gemacht wird. ä-ic ganze politische Situation legt die Veinnuttmg irahe, bas; der vvrgeschlagene Schritt nur Hinausgezögrrt, aber doch nicht vermieden werden kann. Teshalb ist es besser, wenn der Kaiser jetzt schon ans der Gesamtlage die Konsequenzen, die nach Ausmstung f,aWreicher deutschier Staatsmänner gezogen toerden! müssen, so schnell als möglich zieht.

Köln, 6. Ang. Das Kartell der Christlichen Gewerkschaften Köln erläßt folgenden Aufruf an feine Mitglieder:Freunde, die Augen, auf* Neuerdings versuchen politische Heißsporne in bft Rheinland-Frage eine vorschnelle Entschlietzung

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Aus dem Aeiche.

Die Reste der deutschen Handelsflotte.

Wir besaßen am 1. Januar 1913 eine Flotte von 4850 Schiffen jeder Größe mit insgesamt 4 935 909 Brutto-Re- g i ft e r t 0 n n e n. Wir behalten mit den Schif­fen bis 1000 Tonnen 3649 Schiffe mit zu- ammen 589 263 Brutto-Registertonnen und mit den Schiffen über 1000 Tonnen 105 Schiffe mit zusammen 135 673 Brutto­registertonnen, alles in allem behält Deutschland 3754 Schiffe mit zu- ammen 724 944 Brutto-Register- tonnen. Das Endergebnis ist ein V e r l u st von über vier Millionen Brutto-Re­gistertonnen, das ist mehr als vier Fünftel unseres gesamten Schiffsraums, der nicht ganz genügt, um unsere Ostsee-Schiffahrt Mit eige­nem Frachtraum zu betreiben.

Größere Abholzungen in Preußen.

Berlin, 7. Aug. Dem schon verschie­dentlich geäußerten Verlangen, den stacken Kohlenmangel durch verstärkte Beliefe­rung mit Brennholz auszugleichen, wird Rechnung getragen. Dem Vernehmen nach steht schon in allernächster Zeit ein Erlaß an die preußischen S t a als f 0 r stve r Wal­lungen bevor, unter besonderer Berücksich­tigung des Brennholzbedarfs ein Drittel mehr als bisher abzuschlagen. Auf die Gemeinden und auf die sonstigen Waldbcsitzer soll in ähn­lichem Sinne eingcwirkt werden. Für Staats­forsten, die bisher 12 Millionen Festmeter lie­ferten, würde sich das Ergebnis um 3 Mill. Festmeter steigern, für die Gemeinden und Privaten sogar um ungefähr die Hälfte. Ge­nügend Arbeiter feien vorhanden, um das Ab­holzen durchzusühren. Schwierig bleibe natür­lich die T r a n s p 0 r t f r a g e. Mit dem Ab­schlagen soll so schnell begonnen werden, daß bas Holz möglichst noch auf dem Wasserwege ab transportiert werden kann.

des Lande- "e größere «rklärlMriwise einzuladm

JWen gcroefen i j?! ei" Kvmp ßinbrutf.

B? bird- Na S1 dst LaM Ä-REünd 2 künftige Be B sollen erst » ton den OT will l^1 .treten; eine rtjbS Räv IL0,W«Sue If -M We Lüx.» d-

Eine neue österreichische Protestnote.

Saint Germain, 6. Aug. An dem von der Entente festgesetzten Tag überreichte die Frie- densdclegatton der Friedenskonferenz eine Rote, die eine Einwendung gegen den V e r t r a g in seiner Gesamtheit enthält. Die Note macht in den Einleitungssätzen den Obersten Rat darauf auf* merksam, daß Deutsch-Oesterreich mir solche Mil­derungen des Vertrages verlangt, die für fein Volk eine Daseinsnotwendigkeit find. Was die Grenz­fragen anbelangt, so habe sich Deutsch-Oesterreich umsonst auf das Nationalitätenprinzip und das Selbstbestimmungsrecht der Völker berufen. Es lehne nunmehr die Verantwortung ab und gebe den Erfolg der Entente der Entsä>eidung der Ge­schichte anheim. Wenn die Gebietsforderungen Deutsch-Oesterreich in jenem Mindestmaß erfüllt würden, in dem sie in der Anlage der Note auf­recht erhalten werden, so wolle Deutsch-Oester­reich sich selbst überreden, daran zu glauben, daß es in diesem Gebiete selbständig und in Frieden leben könne. Dabei sei Deutsch-Oesterreich schon jetzt fest davon überzeugt, daß es die ihm von dem Vertrag aufgebürdeten ök0n0mis ch en Lafielt nicht tragen könne und daß es, wenn fie Nicht wesentlich gemildert würden, zusammenbrechen müßte Deutsch-Oesterreich wolle nichts als leben. Möge ihm der Friedensschluß die Gewißheit geben, daß es auch wird leben können.

Tie Note geht im einzelnen auf jene wirt­schaftlichen und finanziellen Klauseln des Vertrags­entwurfs ein, die, wenn sie unverändert bestehen blieben, verderblich wirken müßten. Sie führt aus, daß es Teutsck>-Oesterreich in den nächsten Monaten unmöglich sei, Milchkühe und Vieh zu liefern, da doch ferne Kinder infolge Fleisch- und Milchmangels hinsterben. Teutsch-Oesterrcich müsse sich unter die finanzielle Kontrolle der Entente- Mächte stellen lassen, erwarte aber, daß die Re­parations-Kommission mit der durch die verzwei­felte Lage gebotenen Schonung vorgehen und Deutsch-Oesterreich die notwendigen K r e d i t e zur Beschaffung von Rohstoffen und Lebensmitteln ein-

Abg. Wurwi (U.S.): Die Kirche bart keine Vorrechte haben.

Ab^. Dr. M untnt (D.Ntl.): Die Bestimmung ist ein unabwendbares Bedürfnis für die Religions­gesellschaften. Für die Wiederbelebung des gefanv* ten Volkslebens bedürfen wir ihrer Mitarbeit.

Neichsfinanzminister @r »berget: Abzugs- Möglichkeit bedeutet kein Vorrecht der Kirche, fon- dern ein solches der Steuerzahler.

Der Antrag Wurm sll.S.) wird abgelehnl, § 6 mit dem Antrag Gothein angenommen.

§ 8 wird unter Ablehnung der wzialdem* 'ratifdpen Anträge angenommen.

§§ 9 bis 14 werden ohne Aussprache ange­nommen. _ . _

§ 15 wird unter Ablehnung eines so-zialdemv- frati'fdjien und eines unabhängigen Antrages, die für eine Einschränkung bzw. Streichmrg v-on Er- eichterungsbestimmungen eintreten, in der Aus- sckußfassung angenommen.

Zu § 16, der die Staffelung der Kriegsabgabe Vorsicht, beantragen ein unabhängiger und ein sozialdemokratischer Antrag, die Kriegsabgabe er- hcblich zu verschärfen. Tie beiden Anträge wer den abgelehnt.

§ 16 gelangt in der Ausschußfassung Mr K» nähme.

Zu § 24 wird ein Antrag Gröber angenom­men, wonach der Steuerpflichtige im Falle ba Stundung die Entscheidung des Reichsfinanz Hofes anrufen kann.

Nach § 28 kann bei wissentlich falscher An gab auf Gefängnis und Verlust der bürgerlichen Ehren,

Abgabepflichtigen.

Ter sozialdemokrattiche Antrag wird abgelehnt und §13 ht der Ausschußfassung angenommen. Ebenso werden die §§ 16 bis 19 mit unerheblick-en Aenderungen in der Ausschußfasfung angenommen.

§20 besagt: Wenn die Gefchäftsgewinne der früheren Kriegsgeschäftsjahre im Gesamtergebnis hinter dem entsprechenden Betrage des Friedens- gewinnes zurückblciben, so darf der Mmdergewmn vom Mehrgewinn des 5. Kriegsgeschäftsjahrcs ab­gezogen werden. Abg. Schädlich (Soz.) be­fürwortet die Streichung des Paragraphen. §20 wird unverändert angenommen.

Zu §24, der die Abgaben für inländlsche Gefellschasten auf fast 80 Prozent des Mehr­gewinnes festlegt, indessen eine Neche vor Er­mäßigungen vorsieht, werden sozialdemokratilche und unabhängige Anträge ein gebracht.

Ti? Anträge für Ermäßigung werden ab­gelehnt. Tagegen wird ein Antrag, bei der even­tuellen Erstattung der Kriegsabgabe von Gesell­schaften die von ihnen erlegte Kirchensteuer Nicht mit in Anrechnung zu bringen, angenommen.

Zu §25, Abgabe für ausländische Gesell­schaften, stellen die Sozialdemokmten einen gleichen Antrag wie zu §24. w _

Reichsminister Erzberger bittet dem Ausschuß- beschluß zuzusttmmen

Tie Sätze des § 25 werden unverändert ge- laffem^ $ 36 enthalten: Gemeinsame Vor­

schriften. Auf Antrag Hermann (Württemberg) (Deni.) wird dem §33 ein Satz hinzugefügt, der den Genoftenschaften die Abstoßung von Kriegs­anleihe erleichtern soll. ,

Reichsminister Erzberger: Die Regierung ist entschlossen, alles zu tun, Irm den Genossen­schaften bei her Wstoßung von Kriegsanleihe zu Hilfe zu kommen.'

Auch die Schluß Vorschriften des Entwurfes ge­langen zur Annahme. Damtt ist die zweite Lesung der Vorlage beendet.

Es folgt die zweite Beratung des Gesetzent­wurfes über eine Kriegsabgabe vom Vermögens-

Den Bericht erstattet 9Ibg. Bohlmann (Dem.).

Abg. Rieß er (D.V.): Keine Partei und keine Fraktton int Hause wird sich der Pflicht ent­ziehen, dem Reiche in feiner schweren Notlage das Mtwendige zu geben. Lediglich darüber geht der Streit, inwiewcil die Grenzeii der Besteuerung mit Mück-sicht auf die Fortdauer und Wiederaufrickftung Unserer Wirtschaft abgesteckt werden sollen.

Reichsfinanzminifter Erzberger teilt Mit, daß die von mehreren Seiten verlangte Tabelle über die verschiedenen Steuern der Stemwkommis- sion bereits überreicht sind und morgen dem Haus zugehen können.

§ 6 bestimmt, welche Beträge von dem zu ver­steuernden Vermögenszuwachs abzuziehen sein würden. ,

Ein Antrag Gothein (Dem.) sieht den Ab­zug einer Summe vor, die im Todesfälle des sonst Abgabepflichtigen an die Familie gekommen ist.

Ein Antrag W u r ml (tt.S) will die Bestim­mung über die Kirchensteuer streichen.

Abg. Gothein (Dem.): Der Antrag, der von Riitgliedern mehrerer Parteien mtterschricben wurde, entspricht mir der Billigkeit.

trauenswürdigkeit usw. zu geben.

** Der Schwindler, der vor einig« Tagen bei einem hiesigen Fahrradhändler ei« wertvolles Motorrad ergaunerte, ift tu Ufingen verhaftet worden. Es handelt sich W einen Vffeseldwebel, der früher beim hiesigen Rec» mente biente und auch von der Militärbehftte wegen verschiedener Vergeben gesucht wurde. M bereits kurz mitgeteilt, sprach er vor einig» Tagen bei einem hiesigen Fahrradhändler M um ein Motorrad zu kaufen. Unter bem w wände, das ausgesuchte Rad auszuproben, tont« er das Fahrzeug und fuhr auf und davon Sein» Weg nahm er über Bad-Nauheim. nach Ufinffd In Obermörlen versagte die Maschine, und du a keine Kenntnisse befaß, mußte er das Rad P Fuß fortbewegen. Hierzu nahm er zwei Knato ans Obermörlen an, die ihm Mfen sollten, M Maschine nach Ufingen an die Dahn zu bringt» Am Freitag vormittag an derWalkmühle <® gelangt, machte der Gauner Halt, um sich W Erftischung zu erbitten. Als er seinen Weg M Ufingen fortfetzen wollte, traf ein Kraftfahrer AI der den Spitzbuben feftljielt. Es war der 0»^ schäftsinhaber von Gießen, der sofort nach M] Vorfall fein Motorrad bestieg und den GoM» üuffudjte, was ihm nach drei Tagen denn ai»g gelang. Als der Dieb jedoch den Verkäufer »I kannte, nahm er über die Wiesen Reißaus mj| verschwand im Walde. Das wertvolle Mowr»ß hat der Bestohlene somit wiedergemndcn

** Eine weibliche Leiche ist ffflW mittag bei der Burkfchen Mühle aus der LH geländet. Es handelt sich um ein DienstmadÄI aus Staufenberg, das erst 16 Jahre alt m» Tie Ursache, iveShalb das Mädchen tu den J ging, ist jedenfalls im Verkehr mit Soldaten > > fucton. Tie Leiche befand sich anschemend betflll seck>s Tage im Wasser. A n , L J

* Alle Kleintier-Züchter Gie­ße ns, welche Grummetgras benötigen, roj oen zu einer Besprechung wegen Samwv« Bestellung zu ermäßigtem Preise am W

tag, dem 11. August, abends 8 Uhr rmAb l senkeller", Bahnhofstraße, emgeladen.

Uns dem besetzten Gebiet.

Französische Gewaltherrschaft in Rheinhessen.

Berlin, 6. Aug. Wie dieP.P.N." er­fahren, haben in Sprendlingen in Rhein- Hessen Mannschaften des dortigen ftanzöftschen TankgeschwaderS angeblich versucht, das Sol­datendenkmal auf dem Marktplatz umzu - stürzen. Die Jugend, die darüber besonders Ungehalten war, hat das Denkmal daraufhin be­kränzt und demonstrativDeiltschland, Deutsch­land über alles" gesungen. Aus Wut darüber hat die französische Milttärbehörde eine Reihe von Einwohnern verhaftet. Drei von den Einwohnern sind wieder entlassen worden, einer ift flüchtig geworden unb drei sitzen noch in Haft.

Kultusminister" Krämer.

Berlin, 5. Aug. Wie an zuständiger Stelle bekannt wird, ift der Oberlehrer Dr. Adolf Krämer, der im sog. Kabinett des Herrn Dorten als Kultusminister fungierte und we­gen dieser Unterstützung der Dortenschen Be­wegung auf Veranlassung des Provinzial- schulkollcgiums Kassel unter Einleitung des Disziplinarverfahrens vom Amt suspendiert worden lvar, auf Veranlassung der französi­schen Besatzungsbehörde unter Auszahlung seines vollen Gehaltes wieder in sein Amt em- gesetzt worden. Diese Maßnahme über­steigt die Befugnisse der französischen Be- satzungsbehörde. Ihre Rückgängigmach­ung wird von deutscher Seite erwogen.

Die rheinische Republik.

Rl.-Kried! fod) fand im hi, »lle Sitzung statt 'Regie r u n g u r bM herkizufü Mietern der ob.

in dem Artikel 199 bestimmt ist, durch bi? Rcpara- tionskommifswn nach der Leistungschhigk.it der ein­zelnen Sukzessivnsstaaten verteilt werden sollen.

Einer kriegswirtschaftlichen Katastrophe gleich- be deutend ist der Beginn der B a n k l iq, u 1 da - t io n am Tage nach Friedensschluß. Tie Bank müßte ihre Geschäfte weiligsteuS bis Ende dieses Jahres unter Kontrolle der Reparationskommif- fion chrtsetzen. Tie Note macht weiter daraus aus- merkiam, daß die deutsch-älterreichischien SckMd- ncr ihre in ausländischer Währung kontrahierten Schulden in ausländischem Geld? ernt Öfen fallen, ist unerfüllbar und würde alles in Kvnknrs treiben.

Zum Schluffe weist die Note daraus hin, daß Tevtfch-Oesterreich dem Sieger gegenüber zu jeber aufgetragenen Leistung verhalten sei, sich aber mit den Nachfolgestaaten nach Friedensrecht oder ^we­nigstens nach nachbarlichen Rücksichten ansein- midcrsctzen null. Von unbestreitbarem Wert für alle Teile wäre es, Mitglieder der deutsch-öfter- veichischen Abordnung cmzuhören und sie zu münd­lichen Aufllärungcn in den zuständigen Ausschuß zu berufen. Tiefe M-antelnvte macht noch umfangreiche Vorschläge über die politisckien und territorialen Fragen. Sic umfaßen etwa 150 Druckseiten. Die Kapitel über die Reparationen imd die finanziellen Klauseln werden außerdem auf weiteren 100 Seiten behandelt, wobei auch zu jenen Fragen,, die in der Note nicht erwähnt itnb, begründete Acnderungsvorschläge gemacht werden.

Deutsche Nationalversammlung.

Donnerstag den 7. August.

Präsident Fehrenbach eröffnet die Sitzung um 4 Uhr 20 Minuten.

Die Interpellation Frau Abg. Dransfeld unb Gen. (Ztr.), betreffend Entlassimg der Frauen bei der wirtschaftlichen Demobilmachung wird von der Regierung später beantwortet.

Es folgt die zweite Beratting des Gesetzent­wurfes über eine außerordentliche Kriegsabgadc für das Rechnungsjahr 1919. Der grunblegenoe §1, demzufolge die Einzelpersonen für das Jahr 1919 eine außerordentliche Kriegsabgabc von ihrem Mehreinkommen zu entrichten Haben, wird ohm Erörterung angenommen, ebenso die §§ 212. §13 setzt die Steuersätze fest: dazu verlangt ein sozialdemokratischer Anttag eine Erwetterung und Erhöhung der Sätze.

Abg. Droener (Soz.) begründet den An­trag Das Reich braudje Geld, und was den Schiebern in Form von Steuern abgenommen werde, brauche von der Masse der Bevölkerung nicht aufgebracht zu werden. _

Abg. Becker (D. Vp.): Die Steuer kifft nicht nur die Schieber, sondern auch die ehrlickMi Geschäftsleute. Die Steuer bedeutet schon au Grund der beschlossenen Sätze eine Blutentziehung, die die Grenzen des wirtschaftlicb Möglichen über­schreitet. Unter keinen Umständen- darf über sie hinausgegangen werden.

Abg. Wurm (Unabh.): Nach diesem elenden Kriege hat niemand mehr ein Recht, aus dem Kriege noch ein Mehreinkommen davonzutragen. Das muß bis auf den letzten Pfennig weggesteuert werden. .

Abg. Dr. Heim (Ztr.): Ich wäre auch für so hohe Sätze, wenn zwei Bedingungen erfüllt würden: eine genaue Durcharbeitung des Gesetzes und die Prüfung der persönlichen Verhältnisse der

gelöst wird wie dies bei 'Oesterreich geschieht, farm nicht erklärt werden, daß vier Fünftel ferner Staatsangehörigen feinen Anteil an der Haupt­masse der Verpflichtungen des ehemaligen Gejamt- staates haben. Rechtlich und ökonomisch Meint es selbstverständlich, daß sich alle Sukzessions­staaten in ihrer Gesamtheit in die Schulden der alten Monarchie zu teilen haben.

Abgesehen von der Banknvtenschuld ergibt sich <ms den Klauseln des Friedensvertra^s für Deutsch-Oesterreich eine Schuldenlast von rund 40 Milliarden. Es sollen also zwei Drittel der g e s a m t e n S ch u l d e n des österreichischm Staa­tes, ohne die Notensckmld, einem Fünf tel der früheren Bevölkerung aufgdaftet werben. Die gesamten Einnahmen Deutsch-'Oestei'reichs, die nach'dem letzten Budget 2V2 Milliarden betragen würden, reichen gerade hin, um die Schiuldeuziusen zu decken, ohne daß irgend etwas für die unbedingt notwendigen Staatsausgaben übrig bliebe. Die Zu­teilung eines Vielfacksen der Deutsch-Oesk-rreich ge­bührenden Scknildeii, müßte einen regellosen Zu­sammenbruch unb die Auslösung der sozialen Ord-

Köln, 8. Aug.' Das Aktionskomi­tee, das die vorbereitenden Schritte zur Gründung einer rheinischen Republik betret­en soll, hat sich bereits konstituiert und bie Verteilung der Aemter vorgenommen. Es wurde beschlossen, eine großzügige Pro­paganda vorzunehmen und sofort mit allen bestehenden Arbeitsausschüssen in Ver­bindung zu treten. Gleichzeittg wird Dr. Dorten eine Agitationsreife nach Berlin unternehmen und zunächst in eini­gen Städten des Niederrheins Versammlun­gen einberufen. . ri, _ _

Soviel wir wissen, besteht em Haftbefehl gegen Herrn Dorten. Sollte er es trotzdem wagen, nach Berlin zu gehen, so wäre damit ^Gelegenheit gegeben, des Landesverräters habhaft zu werden, was im besetzten Gebiet durch die Franzosen verhindert wird.

Köln, 7. Aug. Eine aus allen Teilen des Rheinlandes besuchte Versammlung des Augustinus - Vereins (Katholischer Pretzverein) nahm folgende Entschlie­ßung mit großer Mehrheit an:

1 Tie auf eine territoriale Neuordnung mv fereS Vaterlandes gerichteten Bestrebungen müssen «um Endziel haben die Schaffung eines organi­schen deutschen Einheitsstaates, der ans möglichst gleichwertigen Gliedstaaten besteht, tne mit möglichst weitgehender Selbsweiwaltmig aus- rustatten sind. 2. Tie von der preußischen Re- gierimg vorgeschlageneii kleinen Erweiterungen der Autonomie der Provinzen im Rahmen des bisherigen Preußen genügen durchaus Nicht den heutigen Bedürfnissen, besonders mcht der Rtoinlande. Tie zu gewährende Autonomie im Rahmen des Deutschen Reiches muß sich min­destens auch erstrecken auf weitgehende Selbst­verwaltung auf dem gesamten kulturellen Gebiet, auf freie Besetzung der Beamt en stel­len mit Männern, die das Vertrauen des Volkes oenießen, und auf möglichst freie wirtschafteck)e Betätigung. 3. Ter Augustimlsverem ersucht sein: Mitglieder, in vorgenannter Richtung für Schaf­fung eines westdeutschen Gliedstaat.'s wirken zu wollen. Auf diese Weife werden auch bie Bestrebungen zur Errichtung eines rheinischen Glüdstaates im Rahmen des Deutschen Reiches am ehesten Erfüllung finden.

Die christlichen Gewerkschaften zur rheinischen Frage.

Aus Stadt «nd Land.

Gießen, den 8. Aug. 1919.

** Amtliche Personalnachrichten. Lmidgerichtsrat Karl Schmahl wurde an 4. August zum Amtsgerichtsdirektor bei dem Amts­gericht Gießen ernannt.

** Aus dem Stadttheaterburean. Am kommenden Menstag gelangt nach langet Pause die so beliebte OperetteDas Drei« m ä d e r l b a u s" zur Aufführung. Wir empfehlen zeitig an die Vorbestellung der Plätze zu denken. Um dabei Verzögerungen zu vermeiden, weisen wir auch an dieser Stelle darauf hin, alle dies­bezüglichen Zuschriften nur an die Kasse deS Stadttheaters zu richten.

** Neue Einschränkungen Im Per« sonenverkehr sind, wie berichtet wird, wieder notwendig geworden. Die schwindenden Kohlen­vorräte wie der Mangel an Lokomotiven lasten sie nicht länger umgehen. Der Minister der offen!- lichen Arbeiten hat deshalb soeben die Eisend«hn-

rechte erkannt werden.

Abg. Krätzig (Soz.) beantragt, die Kann. Vorschrift in eine Mußvorschirift abzuändern, fliach 9)tiit.ilung eines Stcuersack^verständigen seien kaum 10 Prozent der Steuererklärungen richtig.

Abg. Ternbürg (Dem.) tritt dieser Be> Häuptling als gegen die Ehre des deutschen Bürger­tums gelichtet, entgegen.

§ 28 wird unverändert angenommen.

Ter Rest, der Vorlage wird ohne Erörterung angenommen.'

Tamil ist die Dagesvld-imna erTebigjt.

Nälchste Sitzung Freilag 3V2 Uh:. Anftagah Ergänzung zum Besoldungsgesetz.

Schluß 7 Uhr.

direkttonen angewiesen, eine Anzahl vor Züge» , miffuji yu 1 für den Personenverkehr am 15. August ausfall» N6at SDbnta zu lassen. In erster Linie kommen für die Ew d schränkung die Züge in Betracht, die mit dem In« | iHaMhübwfr; frafttreten des Sommerfahrplans am 1. Juni neu j aufgenommen werden koimten. Der Ausfall wift j vor allem die Schnellzüge betreffen. Aber auch | eine Einschränkung der Personmzüge dürste ßch 1 nicht umgehen lassen. Der Zwang, den notwendig­sten Verkehr aufrecht zu erhalten, wird auch dazu nötigen, wieder den Sonntagsverkehr zu beschrän­ken, wie dies schon früher geschehen ist. Da endlich die bleibenden Züge den gesamten Verkehr be­wältigen müssen, so müssen die weniger notwen- )igen Wagen aus den Zügen entfernt loerbcn. K fallen deshalb wohl auch Schlaf- und Speiscwagm wiederum weg. Der Umfang der Einschränkung» im einzelnen hängt von der Betriebslage ab. Mail hofft immer noch auf eine Besserung der VerlM nisse, insbesondere der Kohlenversorgung.

**W erbungen"fürJapan. D6 Kgl. Niederländische Generalkonsulat in Frankfurt a. M. legt Wert darauf, öffenb- lich zu erklären, daß es mit von Holland cm- gehenden WerbungenfürJapannicht d a s M i n d e ft e zu tun hat und völlig anßki Stande ist, irgendwelche Auskunft über Per-

räumen werde. , c . _ .

Die Note erinnert ferner daran, daß Oie Friedensdelegation wiederholt darauf gedrungen habe, die finanzielle Auseinander­setzung zwischen den Gebieten der früheren Mon­archie einer Kommission zuzuweisen. Tatsächlich sott nun eine Revarattonskommission auch für die Ordnung der inneren Verhältnisse sorgen, aber g rade in einigen verwickelten Fragen der Liqui­dation sind ihr die Hände gebunden. Was die Verteilung der Schulden anbelangt, würden die diesbezüglichen Klauseln des Vertrages, wenn sie unverändert blieben, den Staat und seine Bürger in einen ganz ungeregelten Bankerott treiben und ------------------ - . - die Aufrechterhaltung der si^ialen »Ordnung un--

herbeizuführen. Hinter dem Treiben steht Dorten, möglich machen. Weim ein Reich in Teile auf- das sagt genug. Setzt diesen wankelmütigen Volks- genossen die unabänderliche Treue zum einigen Vaterland entgegen! Weift ihr Sturmlaufen gegen die unter schweren Mühen zustandegekornmene Reichsverfassung mit Tatkraft zurück! Der Kar-