Ausgabe 
7.11.1919
 
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Ter Saal ist gut gehest.

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haben.

Kreis Schotten.

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Fortsetzung 43.

Sorte.

(Fortsetzung WgL)

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Das Glück der andern.

Original-Roman von Erich Eben stein.

Copyright 1916 by Ordner » Coep., Berlin W »

mittag ton 46>'? Uhr rat Phi'/ophe? wnL strv. Ter Lpie.plan b ürgt kbrssi'che uni> moderne 5Dhi$if, and somit u id>:m Bcsachtt Rechnung ßetragm.

♦♦ Eine alte Gießener Firma, die Aug. Frerssckre Univ -Buchhandlung, »crm. Heyrr- 1790 hat in den letzten Tagen flf s. äume, Selt 'rZweg 89, den

RRaAbrrnt v ei eu.)

Unb fe.nn taxf lähmend ein bumiter Stfrvxf durch seinen Lech. DaS war das? WaS ging denn nur in ihm vor?

Ebe er sich darüber klar wurde, schreckte der leise Laut einer Stimme, die seitwärts hinter jungen Fichte er läute, rhn aus.

ES war Modest S Stimme Urb tvr, mit bem sie svrach, konnte ja nur Harald sein, den sie hier im Walde getroffen hatte! Bielletcht war eS so­gar ein verabredetes Stelldichein, inu> sie war gar nicht vor ihm geflohen, sondern hatte sich nur

Kreis Lauterbach.

= Zchlitz, 6 Nov. Lier plant man die Errichtung einer Diamantschleiferei. für deren Betrieb eint Anzafe lunger Leu.e auS der Stadt und den Nachbarorten herangebüdet werden soll.

Q Schlitz. 5. No». Der hiesige Seter a> nen* und Militärverein re anstatete eine stark beiuch'e B e ß r ü fe n n g i f eie r für die bis jetzt au3 der Gelangenschatt Leim gekehrten. 2,ir SegrützungSa: skrackc hielt Stifte ar.er Boeck. er. Im Mittelpunkt der gangen Beranitaltung lianr Iiöö von Hans Engler nach Berta v Suttners gleichnamigen Roman bcarle.iete tieraktige Drama ,,T i c Dassen nieder". Tas von hiesigen Damen und Herren trciilidb roie. er gegebene 5tfli hinterließ einen starken Eindruck. Kommenden Sonntag wird die Äu'führung für Schlitz und Schsitzcrlan> wiederholt. Der gfeinertrag Der Ser» anstalmng soll dem Fonds iur Lchaiftmg einer Kriegergwei kstätte zuaefuhri wer en. In Uetz- Haus en hielt der Kriegerverband Lauterbach- Schlitz seinen zweiten Be irkstag nach dem Kriege ab Der Geschäftsbericht deS BezirkSvor sitzenden Denz-.l-Lmiterbach ergab daß Cai Kriegerv«eins- we'e.i im Bezirk noch nicht eingcschla^en ist. Lehrer Sommer-Berns Hausen sprach von der alten Aett und von den neuen Aufgaben, die den Hania- d er einen überall erwachsen. In Wil los­sind für eine Kricgeraebächttrisstätte bereits 2100 Mark gesammelt wo wen.

C Schlitz, 6 Nov. Auch unsere Stadt hat jetzt ihre Volk-Hochschule. Unser BolkSLft- dungsverein hat sie in einer Form geschahen, die ür ländliche Berhältnisse vielleicht bie, idealste ist. Dir P'legc deS Leimatgedankens steht im Vordergrund bet Arbeit. Drei Vortrags- reihen sind für diesen Winter oorgeeben, die Volks- und Heimatkunoe. Naturkunde und Lebens­kunde a.'iwed/idno behandeln Die erste Reihe, Buder auS unserer Leimatgeschichie", hak bereite vorige Woche mit einem Bortraz über die Urzeit begonnen. Der erste Vortrag der zweiten Reihe behandelte heute abenddie Erde als HimmelS* körper". Berde Vorträge waren sehr stark brsuchk, und die sich anschließende lebhafte Aussprache zeigte, wie glücklich man in der Auswahl der Themata grw s n Tie S gebniffe ber Verlesungen, die wöchent.ich einmal statt inden, sollen noch durch beimatgeschicht iche Wanderungen und zwanglose Untertialtungdabenbe, die nach Bedarf eingeschoben werden, erläutert und ocrtie t werden Be anderer Tank gebührt vor allem den bnden hiesigen Geist­lichen, die den VolL^ochschu gedanken hier in bi# Tal umgesetzt und mit allen Kräften gefördert

plötzlich erinnert, daß der andere sie hier er« warte . . . ?

Zurück natürlich. Sie nicht stören. Fort je schneller, desto besser, er wußte ja genug. Und trotzdem blieb er regungslos stehen und starrte auf die rangen Fichten, als Seien seine Füße im Boden festgewurzelt.

Und dann trieb eS ihn plötzlich vorwärts, wie von unsichtbarer Land geschoben, näher zu den Fichten, hinein m das Gewirr vor dtimgcner Affte

Aber schon nach wenigen Schritten blieb er mm zweiten Male regungslos stehen, gebannt durch daS liebliche Bild, das sich ihm bot

Ja, eS war Modesta. Aber nicht mit Larald, sondern mit einer Anzahl kleiner Mädchen, die im Halbkreis um Sie am dem moosigen Boden einer Walvlichtung saßen.

Und ihre seinen, weißen Lände stochten kleine Kränzchen aus Waldglocken, Ginster und tiesroten Steinnelken, die sie dann auf die Köpfchen der Kinder setzte, und die Kleinen mit vor Eiier ge­röteten Bäckchen an einem Flechtwerk aus Gras­halmen bemmbaftelten. .

Manchmal unterbrach sich Modesta tm Er­zählen, um einer oder der anderen dabei behilflich

So mußt du es machen, öeryben!" er­klärte sie,daS gibt dann ein hübsches Muster, nicht n»br?"

Wie sanft und weich ihre Stimme klang Wie Glockenklang. Und ihre traurigen Augen, me in der letzten Zeit immer einen so unruhigen, ge­hetzten Ausdruck gehabt hatten, leuchteten so froh, wie freundliche Sterne. ,

Er hatte sie nie so gesehen. So kindlich woh, so unsagbar lieblich. Schwer atmend starrte er sie an.

Die Geschichte war zu Ende.Sing uns an

bisherigen schräg geg trüber, b?z->gen.

** Die VII. ProvinzialverbandS- auSRettung oberbeff. Kaninchenzüch­te r findet am Samstag und Sonntag auf der Liebigshöhe statt. Sie ist verbunden mit der 2. Klubschau des Schwarz- und BlaulohstubS für Lessen und angrenzende Gebiete. Es sind 427 Nummern gemeldet und alle Rassen vertreten, sogar die jüngste, das Marburger ^ebtanindjen. In Anbetracht dessen, daß das Kaninchen seines Fleisck> und Fellnutzens wegen immer weitere Anhänger findet und bei der Reichhaltigkeit bet beschickten Rassen dürste »ich ein Besuch sehr emp­fehlen. Siehe Anzeigenteil.

Landkreis Gichen.

Lich, 5. Nov Nachdem der zum StiftS- pfatitt em/imte Pfarrer Schsr^mr (Fris-ckchorn) in der Schlvßkirche zu Eisenbach sowie in Frischborn und Allmenrod seine Abschiedspredigten gehalten hat, wird er nächsten Sonntag durch Dekan Engel (Obornhofen) in seine hiffige Wirksamkeit ein* geführt und eingefegnet werden, lieber sieben Jahre war unser neuer Stiftspfarrer in, bet Pfarrei Frisckchorn-Schloß Ei enbach segcnsr ich tätig Zwei Jahre hatte er alLTbtnjH im Kriege feine Gemeinde verlassen, um seinen Dienst als Feldgeistlicher in Rumänien zu tun.

Lich, 5. Nov. Innige der Zuasperv.' beginnt der Unterricht der landwirtschaftlichen Wmterschule nidyt am 10. Nov., fondern am 17. Nvv. vormittags 9l/s Uhr.

Äräd Alsfeld.

a. Mücke, b Nov. Nachdem bce Gendarmerie Nieder-Ohmen erst vor einigen Tagen in Schelln- Hausen einen guten Fang getan hatte, gelang es ihr gestern abend, auch hier einen Schleich­händler zu entlarven. Ten Bahnbeamten war schon vormittags ausgefallen, daß ein Hotelier aus Haiger, der mit mehreren Schließkörben hier an* kam, von einem reichen Bauer au- Stockhausen hier abgeholt wurde. Die Körbe sollten nachmit­tags vor der Rückreise des Betreffenden hier auf* gegeben werden und waren mitFrisches Obst" bezeichnet. Ter Bahnvorstand, dem die Sache ver­dächtig vorkam, knachrichtigte sofort die Gendar- merie in Nieder-Ohmen. Der der Untersuchung der Körbe kamen fünf Zentner Korn zu Tagt, ein Quantum, welcbeS für eine mittelstarke Familie etwa x/j Jahr lang zur Brotversorgung ausreicht.

«utz dem «mttzverrüudiguugtz-latt.

"Das Amtsverkündiaunasblatt Nr. 116 vom 6. November enthält: Die Wahl xnm ProvinzialauSschuß der Provinz Dberbef-en. KriegShinterbliebencn-Fürsorge. Bekannt* machung der Platzvertrctung Bad-Nauheim des ReichSoerwertungsamtS. Abiüdrung hinterleg­ter Erlöse aus verwertetem £)rrrr»trut. Em- malige Beschanungsoeihil e cm Staatsbeamte ufm. vöckstpreise für Brotgetreide, Mehl und Brot sowie für Rind- und Hammel leffch. Brennstoif- Versorgung der Haus! a. langen der Landwirtschatt und des Kleingewerbes in den Landgemeinde» des Kreises. Die feindlichen Kriegs- und Zivil- «sangenen Die Beschäftiaung seindltcher Kriegsgei an gen er während der Kriegszeit. Ein­sendung der Kreisabdeckereioerzeichmi e ;bier: lür ben Monat Oktober 1919. Reinigung der Fuß- steige von Schnee und EiS.

Höchstpreise für Michl und Brot im Streife Girh-n.

Auf Beschluß be3 Kreisaus chusfeS vom 3 N» vember 1919 nrüs'en infolge des herab-e etzten Aus- mahlungssatzez für Brotgetreide mit Wirkung vom 3 November 1919 ab bis auf weiteres t* Preis« für das von dem Svmmunalverband an die Stabs Gießen forme an bk Landgemeinden des Kreises abzugebende Mehl, wie folgt festgesetzt werden. I. Roggen mehl, 82prv»entige Ausmadlnna, 80 Mk. für den Doppelzentner; 2. Weizenbrotmell, 80pro- zenttge Ausmahlung, 88 Mk. für den Doppelzent-

Sollte er ihr nach Schstpau folgen? i

Warum nicht? Dann 7hb er die beiden doch gleich beisammen und Bo rave sich so am besten überzeugen, wie die Dinge standen.

Auffallend? Bah war es nicht ganz natür­lich, daß er seinen freeunb Harald nach der Heim­kehr begrüben ging?

Erregt schritt er auf dem ein geschlagenen Weg weiter, verlieh den Park und trat in den Wald ein.

Für das sonnige, stille Waldweben, sonst sein Entzücken, hatte er heute Vein Auge ES war eine sich immer steigernde Unruhe in ihm. Bi terfrit und ängstliche Erwartung Denn immer bitterer empfand er die Tat sack»?, daß Modesta vor ihm ge­flohen war, wie vor einem Feind.

Und immer unruhiger wurde er bei dem Gedanken an die Gewißheit, die er doch suchte, der er geradezu nachlief. Die ganze Zeit in Gla- versheim hatte er kaum an etwas anderes gt* dacht^ als an die beiden

Sie waren noch nicht öffentlich verlobt. Aber konnten sie eS nicht heimlich fein? Konnte er sie nick« bet letxrr ^'..N'urg frntxn zärtlich Arm in Arm strahlend vor Glück?

Bei dieser Vorstellung krampfte ihm plötz- Zorn die Brust zusammen, so daß er lähltngs neben blieb. Die Hände aber ballten sich ihm zu Fäusten.

** Wem gehört daS Geld? Ende 1918 ober anfangs 1919 wurden in Gießen in der Bahnhofsstraße in der Nähe bei Post­amtes 188,10 Mk. gefunden, die in einem Papier verpack: auf bem Bürgersteig lagen Der Eigentümer wird ersucht, sich dieserhalb mit der Kriminalpolizei ins Benehmen zu 'e6CIL** Gefaßte Diebe. Arn verflossenen Sonntag wurde tm h-e'igen Sladtlheater ein Uebericber entwende.. Gestern ge mtg e; nun, den:er zu ermitteln und de.i Ueberzieher wieder zur Stelle zu bringen. Der Dieb ist ein dahier wohnender junger Mensch, der ganz dreist behaup.ete, weil er keinen Ueberzier ge» hcht, sich in das Theater begeben zu haben, um >ich dort einen tu holen. Ferner tonnten hierdurch diejenigen Diebe sestgestellt werden, die vor einiger Zeit in Bad-Nauheim aus ver­schiedenen Wirtschaften mehrere Ucbcrzicher, Schirme und Hüte entwende: hatten. Es kom­men drei Gießener junge Leute in Frage, die eine Reife nach dort unternahmen und dabei die Diebstäh.e aussührten. S e arbeiteten in der Weise, oaß sie beim Betreten ber Lokale einen Gummimantel, den einer trug, auf den ausgesuchten Ucfrrjeljer häng e.i und beim Weggange beide Mitnahmen. Vor einigen Tagen wurden hier zwei von Frankfurt zu­gereiste Personen festgenommen, die einen fal­schen Füns-igmarkchein in Zahlung gegeben hatten. D.e weiteren Feststellungen ergaben, daß sie noch mehr solche Scheine verausgabt haben und man es mit Personen zu tun hat, die sich mit gewe.bsmüßiger Vertreibung von falschem Äeld befassen.

**AuS,ahlungvonMiNtärversor- gckngSgebührnissen durch das Vosttestcll- perfonal. Tie Vordrucke zu trn Anträgen auf A is* zaslung von Mi i.ärversor ungS^e ü rnijcn durch die Best ll r köimen am Renten,chalier der Post- anstalten in Empfang genommen w.rdcn.

rm. Darmstadt, 6. Nov. Ein Zeichen der Zeit ist eS, daß bei dem hiesigen Landgericht der Drovinz Starkenburg seit B-s.iuu dicies Jahres 236 Ehesck-eidungöpro-csft anhängig gemacht wor­den sind.

SreiS Wetzlar.

** Lützellinden. 5. Nov. Bei der Dreschmaschine verunglückte Walter Len», Sohn des Georg Len^. Beim Reiniaen deS Dreschwagens kam er in die Trommel, wobei ihm ein Bein bis über da - Ante ab­gerissen wurde. Nach Anlegung eines Not» Verbandes wurde er im Auto in die Klinik nach Gießen gebracht.

Hkssen-Naffau.

Frankfurt a M, 6 Nov Am BamS» tag mittag wurde in einem Schuhgeschäft eine Verkäuferin angeblich von zwei Männern Ürer- fallen und ihre- Warenlageri btraubt. Di« Ermittelungen der Polizei ergaben letzt, datz das MäÖckien im Einverständn - mit ben beiden Man- nem gearbeitet hat, um ihre Firma z^t «trügen. Der Wert der geraubten Schuhe und antvrrr Waren beträgt etwa 25 000 Mk. Die Verkäuferin und ihre Helfershelfer wurden verchatttt.

- Hachenburg, 6. Nov. Die Bewohner der Ortschaften von Al«nrod sind feit einer Woche in den Schulstreik eingetreten, und zwar des­halb, weil der Lebrer, für dessen Anstellung die Gemeinde die Kosten bewilligt hatte, in einem Nachbaron seinen Wohnsitz erhalten hat. Die Eltern halten ihre Kinder von dem Schulbesuch zurück und wollen es auf eine gerichtliche Ent­scheidung an kommen lassen.

Seine Gedanken waren bei Modesta Warum war >ie gef.obcn x>k ihm? tn-tot sie, die mit d.rn Gesicht gegen daS Schloß zu saß, mußte ihn ja gesehen haben!

Und war ik wirk ick tun Schönau?

Es ließ ihm feine Ruhe, und noch kurzer Zeit erhob er sich, um, wie er vorgab, btt inzwischen erngefaufenen Postsachen durHzuseben.

Statt dessen streifte er tm Park herum und suchte nach Modesta Und je länger er suchte, th-fto größer wurde die heimliche Sehnsucht in ihm nach ihrem schmalen Gesichtchen mit den ernsten dunklen Augen.

Wenn sich auch noch nicht» entfefneben batte, in ihren Augen, bildete er sich ein, würde er lesen, ob. . .

Freilich, was ging's ihn eigentlich an?

Viel! Unendlich viel!" rebete er sich vor, beim ehe ich da- nicht meift Dann ich Wizbna keinen Besch.td geben, kann ich nicht entscheiden zwiscknn Re.t negg und Glaocrshcim."

Ein Ganenarbciter, den er Zufällig traf, teilte ihm endlich mit, daß ba5 grtlbige Fräul in vor enter halben Stunde sehr eilig zum rückwärtigen Parktor hinausgelaufen f.l

Aus Stabt unb Canb.

Gießen, den 7. Nov. 1919.

Pakete zur Postbeförderuug wieder zu elaffeu.

Vom 8. November ab find gewöhnliche Pakete und Wertbriefe allgemein zur Post- heBebenina wieder zugegen; ausgeschlofsen bleiben w.t:erhin Wert- und Einschcetbpakere außer Bankiendungen.

Eine zurer.än'ige Zusammenstel­lung der wahreno der Verkehrssperre ver­kehrenden Arbeiter* und Personal­züge zu erhalten, ist uns bis heute noch nicht möglich gewesen.

Aricgtzgefaugcnen-Heimkehr.

Wie uns feeben vom Durchgangslager mit* gefvlt wird, ist für beute em T r a n 5 »o r t a u * franröii.chel Gefangenschaft an-cm I« bet. Die Ankunft fteot noch nicht f-ft. Eoenso i.t es unbekannt, ob es sich um fronte ober gettaibt Kriegsgefangene hanbcft.

Ersparung vo« Heizmaterial.

Wir erhalten von einem Sachverständi­gen nachstehende Zuschrift, die weitgehende Beachtung finden sollte: ,

Ich möchte auf ein in weiten Kreisen un­bekanntes. m. E. sehr wesenlliche) Moment Hin­weisen, das in dieser fohlenarmen tfet* vtel* leidet von allgemeinem Jntere.se sein dürfte-

Es ist eine in Laienkreisen wenig b,-achtete, dem Fachmann aber wohlbekannte Tatsache, duß an Yeuchtigkett reichere Luft schon bei aermgerer Temperamc wärmer empfunden w.rv -als hyden-t Luft Jedermann ist die schwule, drückend heiße, durch die mit Feuchtigkeit gesättigte Luft bedingte Atmosphäre vor einem nahenden Gewitter tm Sommer geläufig. Dieses im Sommer unan­genehm empfundene Naturphänomen läßt sich nun im Winter sehr zum Nutzen verwenden Man stelle aut ben gef«e^tzn Ofen <nw Scha le mi t Wasser mit möglichst breiter Oberfläche, und man wird erstaunt fein, daß man es in demselben Zimmer, in bem mm bei Ck-Wtben Therm^oeter- stand gefroren hat, nun gemütlich warm findet. Auf die hygienischen und gesundheitlichen Vorteile einer an Feuchtigkeit reicheren Zimmerluft soll hier nicht hingewiesen werden.

Lebensmittel.

SeiberRäbt. Obft-uttb Gemüse- stelle find wieder größere Mengen Karotten unb Weißkraut eingvtrah^n, die Margen und die fol­genden Tage zum Verkauf «langen. Vertäu.» ett von vormittags 812 unb nachmittags von 2 bis 4Vk Uhr.

** Freib an f. Samstag, 8. Nav., werden von 13 Uhr bk Nrn 30013050 behekrt.

Städtischer Wildverkauf. Belie­fert werden BestellauSweise Nr. 2201 bis 2260 gegen Abgabe der Fleischkarle der 46. Woche mit 250 Gramm.

* Milchversorgnng. Infolge unge­nügender Belieferung der Stadt Gießen mit Mllch kann für Freitag und Sonntag auf die auf V> Liter lautenden Milchmarken ferne Mllch geliefert werden.

Deranft ltungen.

F r e i t a g. Deutsch, r rkmeister-sverband

8 Uhr öeitreifnnig, Kausm. Bcreinshaus. Licht- spiefhails Rose Bernd. Schnmrz-Weiß-Theatel Wanderratten, Flimmerprins.

LU. Bon der Landesuniversität. Der Privatdozent der Hygiene Dr. Otto Hunte­müller wurde »um außerttatSmäßigen außer­ordentlichen Professor ernannt.

* AuS dem ©tabttbeaterbureau. Ganz besonder- fei auf tne Aufführung des brei- aftigen SchiuipielsTer G h m n a s i a l di r e k- tor" von Alfred Dock hingewicsen, das am Sonn­tag nachmittag gegeben wird und zwar zu lllinen . Preisen, um es den weitesten Kreisen zugänglich zu machen. Alle, bte das interessante Werk, bas zu des einheimischrn Dichters 60. Geburtstag dem Spielplan nnd>er an her leibt wurde unb das hier in anerkannt vortrefflicher Darstellung gegeben wird, noch nicht gesehen haben, seien daraus auf­merksam gemacht, daß die Ausführung am Sonntag nachmittag unbedingt die fetzte ist.

* Gießener Konzertverein. Tas für Sonntag den 9. N wem der angefag): Konzert mußausfalle n, weil die auswarttAM Künstler tnbfge gänzlicher Einstellung deS Zug-D:rfehrs nicht kommen können.

Ein Militär-Streich-Konzert bet Regimentskapelle des ReichSwehr-Iufanferr!. Afetztments Nr. 36 unter Leittmg b4 Ob.rmuiik- mmsters Herrn D. Löd.'t, finbtt Sonntag nach-

e. Ober-Sch mitten, 5. Nov. Aus Anordnung des Lanbes-ArbeitS- und Wirt­schaftsamts wurde für unsere Gemeinde ein Mieteinigungsamt errichtet, zu dessen Vorsitzenden Rechtsanwalt Becker von Schotten bestellt wurde. Lis Beisitzer wurden aus dem Kreise der Vermieter Fabrikdirektor Daniel Schanz und zu seinem Stellvertreter Gustav Lenz bestimmt, wahrend auS dem Kreise ber Mieter Otto Jung und zu dessen Vertreter Hermann Eberhard n. bestellt wurden.

D. Sichenhausen, 4. Nov. Zu dem be­reits gemeldeten Selbstmord erhalten wir fol- aenbe Einzelheiten: Während der Abwesenfe>it feiner Angehörigen erschoß sich der 17iährige Schn des Heinrich Fischer XI. mit einem Karabiner. Als die Leiche ausgefunden wurde, stell'e eS ftch heraus, daß der Kopf durch ben Schuß roegqtnficn war. lieber die Veranlassung zur Tat ift noch nichts Sicheres bekannt Jeden'alls ist sie aber mit voller Msicht ausgeführt worden.

np. Ulridf fl et n, 6 Nov Mit die'em Monat bat die neu gegründete Aktiengesellschaft für die Postautoverbindung Mücke Ulrichstein ben Betrieb übernommen. Durch die Verkehrs? in- schränkung auf der Et en bahn acht der Post-Krast- wagen nur einmal täglich unb zwar nachmittags anlfen von Mücke nad) Gftßm um 7 Uhr abgeben, ben Lug unb abends zurück an ben um 8 Ubt auf Mücke ankommenden.

uv. Aus dem Vogelsberg, 6. Nov. Kürzlich wurde berichtet, daß der Fuchsbalg mit 260 Mark bezahlt wird Der Preis ist in­zwischen auf 300 Mark unb selbst bis auf 350 Mk. gestiegen Um diese ungeheure Preissteigerung zu verstehen, muß man davon erinnern, daß ber Fuchsbalg früher mit 3 Mark bezahlt wurde. Auch daS übrige Pol-wild kostet erstaunliche Be­träge: fv bezahlt man selbst für ben sonst wenig geachteten JltiS ober Ray über 200 Mark.

Kreis Friedberg.

* Bad-Nauheim. 6. Nov. Die Erinne­rung an die vor zwei Monaten aufgehobenen Spielklub- wird dadurch aufgefrischt wer-

ben/ daß, wie fetzt bekanM wird, einige dieser SlubS mit 200 000 Mark Steuern veranlagt waren.

C. Bad-Nauheim, 6. Nov Der Stein­hauer Lemrich Schäier aus Maoen versuchte feer, eine junge Witw. unb ein Zimmermädchen, benot gegenüber er sich als reicher GutZbe 15er ansgad, inö besetzte Gebiet nach Koblenz zu verichlep- p e n. Be-. Schäfer, bet vrrhas.et wurde fand man zahlreiche Schriftstücke, ti darauf ftfeießen daß er schon öfter ben Versuch gemacht hat, Mäd­chen ins beftyte Gebiet zu verlocken. xie ömffe Ludwig-Schule unb L<abtschule veran statteten gestern zum ehrrnden Gedächtnis ifeer tm Kriege gesallmen Schüler Gedenff iern, die zahl­reich besucht waren. üird> mrat Wii iz und Cbcr» lehrer Kredel ebr en bei Andenken ber Gefallenen durch längere Ansprachen.

oa. B i l b e l, 6. Nov. Bor etwa drei Wochen wurde vom jtommunalDetbanb anstatt des dis- berigen Schwarzbrotes sehr schönes Weißbrot ein* geführt unb ber Pre^s feer um 31 Pf. für ben Laib erhöbt Dtc Freude über das gute Brot dauerte in Vilbel aber nur zwei Tage, denn von da ab wurde teilweise wieder das alle Schwarzbrot ge- oaden nur ber erhöhte Preis blieb.

Starkenburg unö Nheintzesscn.

S<l»ülrrräte.

rm. Darmst a b t, 6 Nov Die Untersekunda deS hiei'imn Ncuen (Ähmna iums hat bei der gestrigen Wahl zu den Schülerräten mir 18 gegen 6 Stimmen die Wal,l eines Schülerrates für ihre Klasse abgefeimt.

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Lied, Märchentante!" bettelte eines der Hei new Mädchen. Urtb sie begann mit süßer Stimme ein Kinderlieb zu fingen, in dessen Kehrreim die Kin­der einfielen. ___

Plötzlich nahm eines der Kinder sein frw- lern ab und drückte es übermütig auf Modestas goldbraunes Haar, auf dem der leuchtende ®in,ut nie ein Ätörtern lag

.Letzt bist du wie eine Märchenkömgm, lww der oti uns erzählt hast!" sagte es lachend.

UnbMärchenkönigin!" wiederholt« W mrs unbewußt halblaut.

Da zuckte es wie Schreck durch ihre jäh <mfe springende Gestalt unb ihre Augen öffneten sich groß, verstört starrte sie chn an. Und all die Lernen drängten sich erschreckt um sie.

.Habe ich Sie erichveckr, Modesta >' frag* et; näherkommend, sanft.

3te schüttelte immer mach verwirrt ben Kips und zog den Kranz »u» ihrem fetr, den f* achtlos zu Boden gleiten ließ. Tarnt begann ite bafitg zu sprechen in ihrer Brr^genh'it Bvn )en Kradern, unb daß drüben in Schönau dos 5chalzimmer gemalt würde, anb sfe darum im Fre>en Schale dfelken Uno nw sie btt Kiittter so lieb habe unb Knibergärtn^rin werden woll und der Komtesse so dankbar sei. baß ffe iir nlautt habe, in der Spiel schüfe V* wirten, bJ rin«, neu.' Lfefrrrnn komm!. Unb d'ß die prar feier nur ein Teil von ihnen SxfeUerinnert f ten, tue ne infälliq in ber Mühle drüben ytroff« und hierher mitgenommen habe . . .

Sie wußte kaum, wns sie sprach, b bestürzt nar ite noch immer über fern tödliches Erschein'» hier. Unb auch er hörte kaum bte Hälfte rbvcr

Es gab ihm einen ordentlichen Stich in der Bnjst

Von dort aus führte ja der Waldweg nach Schönau! Also doch! Zwar teilte sich ber $5ta an der Rettenegger Örerue. IinfiS gptg es nach Berfe- stetten, reckUS nach ©oJnau was sollte Modesta denn in Berdftetten tun?