Ausgabe 
5.9.1919
 
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Aus dem Reiche

Vom früheren

Berlin,

[^Lüficnen Aug<nr an seinem Herren, wieder und immer wieder ihren süßen.

roten Mund.

sie wußte nicht, wie es plötzlich über sie kam, aber sie konnte nicht anders. Sie ruhte mit ae° und er küßte

Hus dem besetzten Gebiet.

Mainz, 4. Sept. (Wolff.) An der Kai- scrbrücke geriet heute vormittag ein fran­zösisches Boot in Brand. Dabei wur­den vier französische Soldaten getütet und einer schwer verletzt.

Wiesbaden, 4. Sept. Am hiesi­gen Landestheater konnten mehr als 900 Abonnementsgesuche für die neue Spiel­zeit nicht berücksichtigt werden.

Kronprinzen Rupprecht von Bayern.

Mein," jubelte er,endlich mein" und zog sie fast trunken vor Seligkeit auf fein Knie,aber ist es tenn auch wahr, Stagiti, du willst mir gehören, alles Trübe bannen helfen und ba8 Kind als das beute erziehen?"

Ja, ich will," sagte sie, ihm fest die Hand reichend,und ich bin gewiß, Sigrid segnet uns in diesem Augenblick, aber nickt brau Ben im Wclt- gewühle ivollen wir unser Glück suchen, nicht du sollst mit mit tenausgehm, sondern ich will bei dir bleiben auf Soendburg, als dein gehorsames imb treues Weib."

Ragna," rief Sven, das bräutliche Mädck-en

Erfolge der russischen Bolschewisten.

Stockholm, 4. Sept. (Wolff.) Wie Politiken" aus bester Quelle erfährt, bessert sich die militärische Lage der Sow- Zct-Negierung zusehends. Der Vor­marsch D e n i k i n s ist aufgehalten und Kiew wieder genommen worden. Im Osten steht die rote Armee vor Tobolsk, das be­reits eingenommen worden ist. Koltschak trifft Vorbereitungen zur Räumung von Omsk. Noch weiter östlich stehen die Nätetrup- pen vor Wladiwostok.

= Schlitz, 4. Sept. In einer gut besuchten Versammlung sprach der sozialdemokratische Vvlls- fammerabgeorbnete Dittmann über die p o li­tis ch e L a g e und nahm dabei besonders Stellung zur Aufhebung der Zwangswirtschaft. Wie die Aufhebung der Lederbewirtschaftung üolc Folgen gezeitigt habe, so würden diese auch bei den Lebensmitteln nicht zu vermeiden sein. 'Bei vollständiger Aushebung der Zwangswirtschaft müsse unser Voll verhungern. Durch einen gerech­ten Ausgleich zwischen Stadt und Land müsse un­sere Volksernährung gesichert toerben. Die Auf­gaben der neuen Zeit beständen darin, das Volk zueinander, nicht gegeneinander zu führen.

das Gebot der Stunde. Demselben Blatte seine Verlobung mit dec Prinzessin An­zufolge hat der Kronprinz am 29. August tonie von Luxemburg g elö st.

Ein Buchdruckerstreik in Elberfeld und Bannen.

Elberfelo, 5. Sept. (WTV.) Nach­dem vor einigen Tagen in der Druckerei Sa­muel Lucas das Setzer- und Druckereiperso- nol wegen Lohnforderungen in den Ausstand getreten ist, hat am 4. September nachmit­tags der Ausstand dec Buchdrucker in Elber­feld und Barmen einen größeren Umfang an­genommen. Außer der sozialistischen Presse kann keine Zeitung erscheinen. Wie verlau­tet, wird der Ortsverein der deutschen Druckeceibesitzer gegen die Ausständigen we­gen Kontraktbruch klagbar Vorgehen. In ver­schiedenen Druckereien wurden die Gehilfen wegen Arbeitsverweigerung entlassen.

fcuerfennt. Ter Entwurf erteilt das Wahlrecht an alle Frauen mit, Ausnahme der Prostituierten. Das Wahlrecht in Verwaltungsangelegenheiten wird ihnen erft zugesprachen in den Abuimmungen, die nicht vor dem 31. Juli 1920 stattfinden werden.

Deutschlands Beziehungen zu Holland und der Schweiz.

Leipzig, 3. Sept. (Wolff.) Auf dem vom Meßamt anläßlich der Herbstmesse veranstalteten Holländer-Abend hielt 9Jtini[terialbireftor Müller vom Reichswirtschaftsministerium eine bemerkenswerte Ansprackze betreffend biebeutfrf)» holländischen Handelsbeziehungen. Ministerialdirektor Müller führte u. a. folgen­des aus:

Die während des Krieges sich in Holland häufenden Vorräte aller Art und M r<- «VtT'.iJ (< ' V. /'w/v Axk« A? n'o der Hunger nach Rohstoffen und Lebensmitteln andererseits, den der Krieg in Deutschland erzeugte, gab in Holland zu der Auffassung Anlaß, daß nach Aufhebrnrg der Blockade si^' rin gewaltiges Geschäft von Holland nach Deutschland cnttoideln werde, und daß Holland von Deutsa-land binnen kürzester Frist lcergekauft werden mürbe. Das war nun tat­sächlich aus naheliegenden Gründen (schlechte Va­luta, Mangel an ausländischen Zahlungsmitteln in Deutschland) nicht der Fall, wenn auch ansehnliche Mengen holländischer Waren seit dem Wasfmstill- stand nach Deutschland eingeführt worden sind.; Diese Tatsache fd>tint in Holland zum Teil einen Umschwung der Meinungen ins entgegengesetzte Extrem herbeigesührt zu haben. Manche hollän­dischen Wirtschaftskreise sehen die künftigen deutsch- holländischen Wirtschaftsbeziehungen überaus pe s- simisti sch au. In letzter Zeit erregten Ausfüh­rungen der holländischen Presse über die Zukunft der deutsch-holländischen Wirtschaftsbeziehungen Müffchen. Ter Verfasser geht von der Annahme aus, baß Deutschland durch den langen Krieg von dem ausländischen Markt verdrängt worden sei, insbesondere hätten sich ArnerikaundJapan an seine Stelle gesetzt.

Was die Meinung des Verfassers über die Schwierigkeiten für Deutschland, seine Produkte abzusetzen anbclangt, so trifft seine Ansicht nach bisherigen Beobachtungen nicht zu, sie würde vielleicht zutreffen. wenn überall hi der Welt auch nach Beendigung des Krieges mit der gleichen ober höherer Intensität gearbeitet würde, wie vor dem Kriege. Tatsächlich hat jedoch nicht nur in Deutsch­land, sondern auch in anderen Landern, insbe­sondere in den kriegführenden Ländern, die Ar­beitslust und Produktion wenigstens einstweilen nachgelassen, so daß überall große Nachfrage nach Waren besteht. Auch Deutschland fehlt es zur Zeit nicht an Absatz für feine industriellen Er­zeugnisse, sondern es erhält im Gegenteil mehr Angebote auf Lieferung von industriellen Er­zeugnissen, als ihm zu produzieren möglich ist. Nichtig ist, daß die Arbeitslust und Produktion ht Deutschland nach der Nevolnt'on außerordentlich zurückgegan- gen sind, jedoch muß man annehmen, daß sic sich allmählich wieder heben toerben. Zum Teil ist das in den letzten Monaten bereits der Fall gewesen. Dann aber ergeben sich, auch für die oeutstl)-hvlländischen Wittstl'iaftöbeziehungen weit größere Möglichkeiten, als der Verfasser jener Aus­führungen sie zu gesteht. Eine erhebliche Aufnahme- sähigkeit besitzt Holland für Fahrräder, Fahrrad­le ile und für Maschinen wie z. B. Werkzeugmaschi­nen, Textilmaschinen und andere. Auch gewisse Rohllosfe wird Holland voraus sich', lich von Deutschs lanb weiter beziehen. Ausfuhr von Arzneiwaren, Farben und von Chemikalien verschiedenster Art wirb auch künftig zweifellos möglich sein. Auf der anderen Seite ist Deutschland für Holland ein te-

sal, nickst in deinem Tun und Lassen. Jeder Mensch ist allein für sich selbst verantwortlich. Wenn du aber meinst, daß du um Sigrids Willen sühnen mußt, so beißt die Sühne aber nicht ent­sagen, sondern leten, leben für mich, Ragna!"

Ach, du glaubst nicht," fuhr er leidensckzaftlich fort, ihr zu Füßen stürzend imb seinen heißen StoPT in bee weickZen Falten ihres Gewandes ber­gend,tote fein: ich gelitten. Reue, Pein, Sehn- sucht, Verzehvende Sehnsucht nach dir trieb mich von Ort zu Ort tch kann nicht ohne dich leben, Ragna, ich kann nicht! Behüte das Kind, ich bitte dich, aber nimm den Baler dazu. Liß mich mit dir gehen, wohin du willst, nur liebe mich und werde mein Weib!"

Ragna hielt bebend Svens Haupt umschlungen.

Au» Hessen.

Erhöhung der Schlachtviehprelse?

nt. Friedberg, 3. Sept. Auf der gestrigen Viehverteilung in 5-riebterg waren im ganzen 8 Stück Vieh (Kühe unb Rinder) aufgetrieben. Tie Ablieferung rotrb von Woche zu Woche schlech­ter. Ter Hess. B auernbu nd hat am 27. 8. ein Schreiben an das Landesernährungsamt geri.ip tet, in dem es heißt: Häute von Kälbern, Rin­dern, Ochien sind im Preise derartig gestiegen daß dem Metzger durch den Verkauf der Haut fast die Anschafsungskosten für das Schlachtvieh ge­deckt werben. Solange biefe Preissteigerung an­hält, ist eine Erhöhung der Schlachtviehpreise un­bedingt notwendig. Tie Fleischpreise bleiben un­berührt. Tiefe Maßnahme würde auf die Ab­lieferung von Schlackstvieh sehr günstig wirken. Es ist Ihnen vielleicht bekannt, daß in den Preisen der Häute ein wildes Treiben eingesetzt hat. So werden für Kalbs häute bis zu 100 Mk., für Kuh­häute 500700 Mk. und für ftstche von Dullen cis zu 900 Mk. bezahlt. Hält man dagegen, daß dem Metzger für ein Kalb im Durchschnitt 90 bis 100 Mk., für Schlachtkühe 600 bis 900 Mk. ufto. bezahlt werden, so ist unsere Behauptung richtig, daß dem Metzger das Vieh zum Schlachten sozusagen umsonst geliefert wird. Daß terartiae Verhältnisse dazu beitvagen, der SckMarzschläch- tevei Vorschub zu leisten, liegt auf der Hand. Tie Gesetzgebung hat auch keine Veranlassung, dm Verdienst des Erzeugers zu schmälern und den Metzgern unverdienten Gewinn zuzuwenten. Bei einer Preiserhöhung von Rindern: 1. Kl. 2 Mk., 2. Kl. 1,60 Mk., 3 Kl. 1,20 Mk. unb die Kälber auf 2,50 Mk., würde nach Abzug des Erlöses für die Häute dem Metzger der gliche Verdienst wie beute zukommm, und dem Verbraucher könnte das Fleisch zum heute geltenden Preise geliefert werben. Sollten reichsgesetzliche Bestimmungen einer Erhöhung der Schlachtviehpreise entgessen stehen, so bitten wir Sie, erwägen zu wollen, ob nicht der Erlös $>er Häute dem Landwirt zu- fallen soll, bzw. ihm die Haut zurückzuerstatten sei. Mr sind überzeugt, daß die von uns vor g.schlagenen Maßnahmen eine bessere Abli scrung des Schlachtviehes zur Folge hätten und daß die Schwarzschlächterei damit wirksam befäntipft werden könnte. Bis heute blieb dieses Schreiben un­beantwortet.

Leipzig, 3. Sept. (Wolff.) Am Dienstag abend versammelten sich, wie schon zu früheren Messen in Leipzig, die aus der Schweiz gekom­menen Einkäufer und Aussteller »u einem gemein­samen Essen mit den Vertretern oer deutschen und Wischen Regierung, der Stadt Leipzig und des Meßamtes. Oberbüraermeifter Tr. Rothe gab in ferner Begrüßung oer Hoffnung Ausdruck, zur nächsten Frühjahrsmesft eine größere Zahl Ver­treter der Schweizer Industrie als Aussteller in Leipzig zu sehen. Der in Zürich kürzlich gefaßte Plan, ein eigenes Schweizer Haus auf der Messe zu errichten, würde in jeder Hinsicht begrüßt und unterstützt werden. Der eidgenö ische Konsul R i r- z e l knüpfte an die bevorstehende stärkere Beteili­gung der Schweizer Industrie an der Leipziger Messe an unb forderte für die Schweiz weitgehende Berücksichtigung bei der Einfuhr ihrer Waren. Ter Zustand dürfte nicht testeten bleiben, daß die be­setzten Gebiete im Westen eine offene Grenze bil­deten, durch die Waren aus den westlichen Ländern einftrömten, während die Schweiz bei der Einfuhr ihrer Erz-eugnisse durch Anwendung der besteheu- deit Einschränkungen an ihrer Grenze gehindert sei. Zu einer bemerkenswerten undgebung des fueunb- schaftlichen Verständnisses für die schweizer Art ge­staltete sich eine Rede des Rrichstoirtschastsministers S ch m t d t. Der Kernseiner Ausführungen lautete folgendermaßen: Die Messe läßt sich nicht von Hein* lieben Gesichtspunkten leiten. Tie Industrien aller Länder sind nach Leipzig eingrladen, um hier ihre Erzeugnisse auszustellen. Ganz leicht wird es uns allerdings nickst gemacht, diese Einladungen ergeben zu lassen Unser Wirtschaftsleben gleicht einem Kranken, der vorsichtig behandelt sein will, wenn er sich auch schm in Genesung befindet. Aber gerade Genesung wird gefordert. Wenn nickst engherzig vorgegangen, soitdern Raum für freie Betätigung von Handel und Verkehr geschaffen wird, denn Handel und VerLhr find es, die die Völker einander näherbringen, wenn erst mit dem ganzen Wirrwarr aufgeräumt worden ist, den der Krieg angerichtet hat, wenn ?rft der Haß ver­schwindet, der den Völkern eingeimpft ist, bann ist es auch so weit, daß alle SSö'JIler sich eins fühlen als Glieder einer groben 23 ö (Ter* familie. ES ist möglich, daß es in unab­sehbarer Zeit dazu kommen wird, ich gestehe aber, daß ich noch nicht die notwendige Festigung der Grundlage sehe, die es einer solchen Völkerorgani- fatiou ermöglicht, diese ihre Ausgabe zu erfüllen. Die Völkergemeinschaft darf nicht einzelne Völker ausichliesren, deren große kulturelle Bedeutung an­erkannt ist. Die Regierung betrachtet es als ihre besondere Ausgabe, dazu beantragen, daß die Völker zrach dem schweren überftanbaien Kampfe einander nähergebracht werden. In btefer Be­ziehung bietet uns die Schlveiz ein Vorbild der Völkersamilie im Kleinen imb erlangt dadurch für sie hervorragende politische Sebeutung. Ebenso vorknldftch ist die Kraft und Beharr! ich teil, wo­mit sich die Schweiz im Kriege ihre Neu­tralität bewahrte, ottvohl es ihr wahrlich von allen Seiten schwer gemacht worden ist. Sie hat es srchl Mühe kosten lassen, ihr Reckst zu hüten und ihren Boden zu schützen. Auf polftischem Ge­biet lind wir bei den Völkern in jüngster' Zeit we­sentlich näher gekommen; wir werden uns die Schweiz zum Lehrmeister nehmen, um im kul­turellen Sßettftreit wohl der ganzen Menschheit zu bienen; besonders and?, die sozialpolitischen An­lätze sollen in Deutschland, weiter ausgeblldet .oer- ben. Vielleicht werden wir dann später einmal über unseren Meister hinwegwachsen.

Ter Minister schloß mit einem Hoch auf die Schweiz unb die Sckvoerzer Mcßbesuckxer, das be­geisterten Widerhall fand.

Nach, ihm sprach noch der sächsische Minister des Innern Uhlig, der auf die Maßnahmen zur Hebung der Valuta ^u sprechen kam und darauf hinwies, daß der beabsichtigte Umtausch der Bank­noten nickst stattfinden werde.

Mehrere Reden ließen noch die Zuversichit der Schweizer Meßbesucher auf wirtschaftliches und po­litisches Wrederer starken Teutschstands erkennen. Ter Wend vxrliel in äußerst angeregter S timmung.

laß ihn mir. Sieh, er ist noch fo klein, er «be­darf so sehr meiner Sorge und Pflege, nur noch einige kurze Jahre, Sven, laß mir das Kind."

Sven, der vor ihr stand, hatte ihre bittend er­hoben Hände mit fünftem Druck erfaßt und zog sie unwlllkürlich gegen feine Brust.Warum Ragna," sprach er sanft,warum sträubst du dick» so gegen den Vater, wo du das Kind so liebst?"

fltagna erbebte, aber fast gewaltsam ihre Hände aus den seinen befreiend, sagte sie leiten sck>aft- schaftüch,ich kann nicht länger auf Svendburg leben, die Mauern erdrücken mich, es ist, als ob hier alles über meinem Haupte' zusammen- bricht. Weißt du es denn," fuhr fie fast heftig fort, was ich hier in dreien endlosen, langen einsamen Jahren gelitten habe. Welche Qual, welch,£ Nene mich erfaßt:, daß ich, ich allein es war, die das ganze Elend verschuldet?

Mein Freiheitsdrang, die Sucht nach Selbstän­digkeit lockte mich fort aus der Heimat. Großes wollte ich tun, Großes schaffen und vollbringen, aber das Nächstliegende vergaß jch. Für andere kämpfte ich in Wort imb Schrift und die eigene Schwester liefe ich allein. Andern wollte ich Glück und Unabhängigkeit bringen und meine eigene Familie, das mir zunächstliegend:, ging darüber zu Grunde. Wäre ich daheim geblieben, hätte ich Sigrid nicht aus den Augen gelassen, so wäre es nie dahin mit ilyr gekommen."

Tu Lauschst dich, Ragna." entgegnete Sven ernst.Nickt andere tragen die Verantwortlich­keit für unjer Tun und Handeln, sondern wir selbst. Sn Sigrids eigener Brust lag ihr Schick-

Ragna Svendburg.

Vioman von Anny Wothe.

(Nachdruck verboten.)

' (Schluß.)

verzeih' Sven," sagte sie freundlich ernst, daß ich dich so lange warten liefe, aber der Kleine war etwas unruhig."

Ihm fehlt doch nicksts, ist er krank?" 91cm, nein, beruhige dich, er ist ganz wohl" Ragna.stockte.

Tu wolltest mir etwas sagen," fragte Sven freundlich mild, Ragna einen Sessel zu schiebend imb ihr warm in die Augen sehend,wird cd dir mir, deinem treuesten Freunde gegenüber fo schwer?"

Ragna nickte, es war als kämpfte fie mit den aufflrigmb-en Tränen. Wie unerträglich die Erd­beeren dufteten und fchwül der Rosenduft ins Gemach zog.

'Ja, Sven, sagte sie endlich und sah ihn mit wehem Läcteln an,es wird mir sehr schwer, aber es lftlst nichts, es muß gesagt fein, du kehrst nach Svendburg zurück, und das ist dein Reckst. Dm sagst aber nickt, ob du nur gekommen bist, um wieder zu geben oder zu bleiben? Willst du das letztere tun, so weißt du, daß ick gehen muß, aber ich flehe dich an laß mir das Kind, das einzige (Rück das ich habe, laß mich Sven mit mir nehmen. Sieh," fuhr sie eifriger werdend fort, beide Hände bittend zu Sven aufhebend,du sollst ihn sehen können^ fo oft du magst, aber

deutendes Einfuhrland für holländische Er­zeugnisse der verf ckstedensten 9lrt sowohl für Lebens­rnittel als auch für Rohsvoffe. Schtvierig für Teutschland ist allerdings die Bezal-kung der hol­la irdischen Einfulsten . Es ist jedoch anzunehmen, daß hier durch. Kreditgewährung von hol­ländischer Seite bis zu einem gewissen Grade ge­holfen werden könnte.

TaS englische Lustftottenprogramm.

Amsterdam, 4. Sept. (Wolff.) Den englischen Blättern vom 2. Septefttber zu­folge beschloß die Negierung die Einschränkung des Luftflotten Programms. Die Ar­beiten an einigen großen Luftfchiffen wurden eingestellt. Mehrere Luftschiffe und Luftschiff­häfen wurden Organisationen zur Verfügung gestellt, die sich die Förderung der Handels- lustschiffahrt zum Ziel setzen.

.4. Sept. (Wolff.) Wie dem Lokalanzeiger" aus München gemeldet wird, hat der ehemalige Kronprinz Rupprecht von Bayern, der im Begriffe steht, auf kurze Zeit in die Heimat zurückzukehren, an den Landtagspräsidenten Franz Schmitt ein Schreiben gerichtet, worin er erklärt, er habe das Gastrecht eines befreundeten Staates nur zu dem Zwecke in Anspruch genommen, um seine Zurückhaltung von jeder Einmischung in die staatliche Entwicklung Bayerns und die Einladung in den Willen der Heimat zu zeigen. Das Einfügen in die Bedürfnisse der Heimat sei für alle Deutschen jeden Standes

A«» Stadt and Land.

Gießen, den 5. Sept. 1919.

Das Ende der Bezugsschcinpflicht.

Das ReickSwirtschaft-Zministerium hat durch Verordnung vom 26. August mit sofortiger Rechts­kraft die Bezugsscheinpflickt außer Kraft geiet-t, und im Zusammenhang damit auch das i'einetjcü zur Kontrolle der Einhaltung der Bczugsscheinoorschrif» & ^geführte Verbot des Vcrlauls von Web-, Wzrk- unb Strickwaven an Verbraucher durch Per­sonen, die damit nickst gewerbsmäßig fileinban^eC tj^ben. In ^ikgfall kommen auch die Borschristerr über Einkaufsbücher vom 8. Tez-ml<r 1916.

.Lediglich der ordentliche ^,Bezuas'ck)ein" für A^b-' W'rk- und Strickwaren tst befritigi, dagegen bleiben die kommunalenBerechtigegsickeinc" für den Bezug fogenannter ,,5'iommunalroare" für die Versorgung der wirtschaftlich Schwachen befMen. Bestehen bleiben auch nock die Besttmmungcn üxt ben Handel mit gebrauchten unb getragenen >Uei* dimgs- und Wäsck.estücken, mir sind durck den Fi>rt- sall der Bezugsschempflicht naturgemäß Vorschrif­ten über die sogenannten'Xbaabebefdzrinigütigen" lur Mtkleider^ die zum Emptange eines Bezugs- sckzeins berechtigten, gegenstandslos geworden: rreg- gefallen sind gleichfalls die Vorschrift.en der Reick)s- belleidungs stelle über die Einkausslnlcher der Schneider, Sckmeiderimien und Wandergcn',rbe-> treibenden. Damit hat die Reick)sbekleckung>st.!lo den Zeitpunkt für gekommen erachtet, auch bi? Be­stimmungen über an Höchstmaß von Stossoerbiauch bei der SlTeiberanfertigung, ferner über die Eui- ichränkungen bei der Verwendung von Gast- wtrtswäsche, insbesondere allo das Mund- und Tischtuchverbot, endlich über die Verwendung gewisser Waschmittel in gttoerb.i? en'ckfereicn zu beseitigen. Mit diesen neuen Bestimmungen ist eine in weiten Kreisen feit längerer Zeit begehrte Erleichterung für den Verkchr mit Wel^, Wirk- und Strickwaren geschaffen worben.

Eine BolkSzählung.

findet am 8. Oktober statt. Der Wortlaut der dies­bezüglichen Bckanntmachung ist im gestrigen Amts- verkündigungsblatt abgedruckt. Nachstcheitd gebete wir die wichtigsten Einzelhetten wieder:

Gezählt wird die o r t S an wesend« Bevölkerung, das sind die in der Nacht vonr 7. zum 8. Oktober 1919 ständig oder vorüber gehens anwejenden Personen, ferner die vorüber«, ge hend anwesenden Personen, so daß sämt­liche m der 8äfr!gemeinte oerorgten Per'onen er­saßt werden können. Jeter Hauslaltungsvorstinv erhält eine HaushaltungSliste, in welche er oder fein Stellvertreter alle Personen, die in ter HauS- bilnmg .üternackstet halsr und die 6ur HoushaltunI gehören, einjutragen hat. Tie Angaben, sind ge­mäß ten der Haushaltungsliste aufgeomeften Er­läuterungen sorgfältig zu madxm. Für KricgS- gefangene, die unter Aufsicht ter Heeresv.'rwalM tung in geschlossenen Verbänden (in Kasernen, Ba» recken, Lazaretten, Sagem ufw.) in bei Nacht vom 7. zum 8. Oktober 1919 unter gebracht itxicn, ge­nügt summarische Angabe ter An za Ist. An- fragen bezüglich ter Zähllmg sind an die Zentral stelle für die Landesstatistik in Darmstadt zu rich­ten. Eine besonders wichtige Aufgabe ist die sorg­fältige Auswahl der Zähler, da die hi ten Htms« balttmgslisten gemachten Angaben von den Zäh­lern nachzuprüwn sind. Tas Lantesrmt für tei Bildungswesen, Abteilung für Sckulan gelegen- teilen, hat deshalb verfügt, daß tenienigen Leh­rern, die sich am Zählgeschält brtcitigm, mi- te­stens zwei schulfreie Tage zu ge1väh7en finb. Jur Eintragung in die Hnushalttmgsftste sind die H ius» hattungsvorstänte oder in deren Abwesenlstftt de­ren Vertreter verpflichtet. Soiveit dies nicht mög­lich ist, hat der Zähler die Liste selbst auszufüllen. Die ausgefüllten und bescheinigten HaushaltungS-, Ko n t r«o 11 i sten und Gemeinde bogen sind spätestens am 14. Oktober 1919 an die Zentralstelle für die Landesstatistik in Dar mstrdt abzusenden. Ter Termin muß unbe­dingt eingehalten werden. Tie Zäh-» hing der gebniffe finden für steuerliche Zwecke keines­wegs Venvendung. Wer sich weigert, die vvrge- ichriebenen Eintragungen in die HauShaltungs- lifte zu machen, oder lver wissentlick, :vahrteits- widrige Angaben macht, wird mit Geldstrafe bi» zu 1500 Mk. bestraft.

Tiefe Volkszählung soll vor allem eine Grund-, läge für die Lebensmittclverteiluirg bilden. Es istz dater außerorteittlich wichtig, die Haushaltungs­listen sorgfältig und rechtzeitig auszufüllen.

*

** Eine Sitzung der Stadtverord« netenversammlung ist auf Dienstag^ 9. September, nachmittags 4 llhr, mit nach stehenter Ta gcsor dnung einberufen wor­den: Mittelltmgen. Baugesuche des K. u. L. Mehrum für Pie Frankfurter Straße; Befreiung von § 70 ter Aus^ührungsverord i ung zur A l- gememen Pauordnung. Bauge'uch deS Ber..inS Rud.rfport >Ür das Lahnn.f'er; Befreiung vom § 18| des Ortsterustatuts. Errichttmg einer Einfticdi- Qimg durch H. W. Rinn in ter Südanlage. Er­richtung einer Einfriedigung in ter Gutenterg- ftrafee durch K. Küchel. Baugesuch des Ludwig

fest an .feine Brust pressend,Ragna, jetzt bist du erst ganz mein."

Ter Svmmerwind webte den Duft ter Ro'ei, in schweren Wolken ins Ztrnmer. Ter rote Wem funkeldr blutrot im Ker?, en schein.

Hell klangen die Äiäser aneinander:Auf unkt; Liebe!"

Tic Kurzen flammten noch rin mal auf, und die Rosen glühten von Düften schwer.

Unb bann standen Ragna und Sven nock lange eng aneinantergcschmicgt am Be tchen tes stillte-, das freundlich lächelnd im Sd>lummer lag. Sie sprackum nichts aber in ihren Äugen lag ein sonnen« durckglühtcs Glück.

Aus ten Meereswellen zitterte bad Mond- licht unb die Lampen am Leuchtturm grüßten wie rote Flammen. Karras, ter alte Leuchtturm- Wächter, braute sich einen steifen Grog und hob das Gläs läck-elnd gegen Schiofe Svendburg au ft

Glück und Heil," sagte er. Ter gute Alte hatte schart Augen er halte heute Nu.'nni.tag mehr gesehen als Sven, als er in RagnaS Augen klickte.

Unb die Meereswellen lachten dazu unb,trugen die Word: jauchzend fort zu dem stolzen Schlosse, das jo glückliche und zutunftSsvohe McnfckMkinter barg.

Tas Mvndlicht ater zftterte auch über einen stillen Hügel unter dem dunklem Baum des Parkes Im Fliederbusch fang ein kleiner Bogel und flog termt hoch empor. War es .Sigrids arme, zuckende Seele, die sich endlich befreit, hoch empor schoans zu ten Sternen?