Ausgabe 
4.11.1919
 
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5. Nov. abend- 8 Uhr im Hotel

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Das Glück der andern

Original-Roman von Erich Eben stein.

Copyright 1916 by Oraner & Cotep., Berlin W 30.

Landkreis Sieben.

Allerheillaenmarkt.

-m. Düngen, 4. Nov. Gestern fand hier alljährliche Allerheiligenmarkt statt, einen lebhaften Verkehr aufzuweisen hotte.

dem Snierpaß.

Und dann Modesta Briuatuuig an bwjc Lsg.i

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dem 1 Tezembor yi-'arnrnrnbrängenb? Arbeit nicht bewältigt werden kann. Es kann :ebeni bringe nb and im eigenen 5-ntereffe empfvh en werden, der

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Beobachtung der ge.annten <5o;ma.itäun <ü»e Ein- (öjunq der ZrnSfck^me auS^echboifen ist. AuS- brück, ich bemerkt w rd, baß btt ötnterfepung von S-.r: rxuncien in ben Sdi.feäfärkrm (öafe8) der Banken nidx als öüuerlcjung im Sume bei DUpni 5$rr,(trift gi t.

* Der Gießener H a u - sra u e n v er^ ein halt seine Dauptversarnnlluna Mittwoch bat

Aus Statt und Land.

Gießen, den 4. Nov. 1919.

Folgen der verkchrdsperre.

Wegen derEinstellung des Personenverkehrs auf der Eisenbahn werden, wie uns das Postamt mitteilt, von heute ab bis auf weiteres Pakete und Gelo­briefe von der Post nicht mehr ange­nommen.

Jm Telegrammverkehr werden wegen des zu erwartenden starken Andrangs bis auf weiteres Glückwunsch- und Be- brüßungste'egramme sowie alle Telegramme in nicht dringlichen Familienangelegenheiten nicht mehr angenommen.

Veranstaltungen.

T ie n 9 t a g: Felfenfeller, 8 Uhr, öffentlich.' Mitgliederv-vsammlung des Mfeferv!remS W. aen der SBiditigfrit der XatK^rbnung Vorstands- irabl und Satzungsberatung, Wahl der Leisitz.r -um MieteinigungSamt und ertrag über die B.r- hanblungen der hessisckvm Stäbtcix-iri'ter in Frank­furt a. M. sind auch Nicht Mitglieder eing-e- üben. Knufm. Verein OrtSgv.tverbev'rem. Ter für heute tot gefe bett; muß rot gen

Einstellung der Züge miäfallen. Lichtspielhaus,

insbesondere auf Punkt 4 der Tagesordnung ver­wiesen ieji, wonach m der Brsami: lang die Dau 3 a ngestelltenfrage dchandcll wer­den soll.

** Verein der Teutschen demokra­tischen Partei. Nächfnm Ti/nStag. 11 Nov^, abenbä 8 Uhr, spricht Geheimrat Pros. Sommer überTie Psychologie der Revolution". Das brr Verfasser der Broschüre Jlnrg und Seelenleben" als berufene Fach ^.?ritd unserer teils positiv» teils negativ txm der Revolution boernilußken De- völkeruni über die Uracffen und 3uiommrnhänge ihres Tenkros, FüU ns. Wollens und Dandetns za sagen haben wird, bunte iidxT für alle i>n öffent­lichen Leben Stehenden und W rkrn'en von aller­größtem Interesse sein. Zu die er Versammlung ist ledermann eing.laden. Ter Eintritt ist frei.

** Die Deutsch nationale Jugend- gruppe und Teutschnationale Bolks- Partei veranstalten auf Sonntag den 9 No­vember, abends 7/> Uhr. im Lote! Einhorn einen vaterländischen Abend, an dem Professor Tr. Werner-Butzbach überEinst und jetzt!" sprechen wird.

"DerBereinfürRafenfpiele 1900 hält DonncrStag den 6. November, abends 8'/«* Uhr, eine außerordentliche Gi-neralm-rsammlung ab mit der Tagesordnung: 1. Entlastung bei Vorstandes, 2. Ergänzungswahl des Vorstandes, 3. Saeungflänberungen, 4. Ver chiedeneS

* Berichtigung Zn der Beirnechung des 3. Konzerte- des Gießener KonzerlvereinS von» 3. 11. 19 muß es am Schluß richtig heißens trefflichen Interpretin ferner Komposi­tionen, nicht betreffenden Interpretin seiner Komposition.

lassen, sich tu wehren. Nur den Schluß feiner Ab­handlung über einen neu entdeckten Kometen wollte er erst beenden.

So standen die Tinge, als Modesta eines Abends bei der Deimkehr vernahm, MaynuS wolle am nächsten Morgen nach GlaverShetin reisen. Seit dem Tode des alten Grafen war niemand von der Familie dort gewesen. Nim wollte er sich von dem Zustande der Zimmer dort über­zeugen, denn er wollte vielleicht später mit feiner Frau dort wohnen.

Während man bei Tisch noch darüber sprach, blickte Moesta zufällig auf. Da sah sie MagnuS Blick auf sich ruhen mit einem so seltsamen Ge­misch finsterer Frage und düsterer Glut, daß sie bis ins Derz henem erschrak.

WaS trollte er von ihr? War er böse? Safet.- ec sie denn? Und warum?

Verwirrt erhob sie sich, schützte Kopfschmerzen vor und bat, zu Lett geben zu dürfen.

AIS aber eine Stunde später sich auch Evelvn »nr Ruhe begeben wollte, stand Modesta, ihvtt harrend, oben in der Schwester Schlafzimmer.

Wie, du bist noch nicht zu Bett, Ttubefla? Tn wolltest bxb"

Aber als ich eben die Treppe btraut- gtten wollte, kam ein fremder Mm sch ans mich zu und gab mir einen Brief für dich"

Ttr für mich?" sagte Evelvn bestürzt und starrte Modesta, deren Augen seltsam starr ous ihr ruhten, verwirrt an.Wo ist er gib her!"

Gleich. Aber findest du eS nicht auch fjnbn> Ur, Evelyn, das er ihn feinem Ti ner üb.rgib jnh 'Uh «re etn Ivb barnit iit5 Schloß hernnschkich? ^enn genau rrie ein Ti<b, der fick za »nrbenten tat, .stond er m roter Fensternische d's Korridors gedrückt. Und er fayte ausdrücklich, daß er den rriel nur dir oder mir versömich übergeben dürs:, sonst keinem Menschen."

Evelyn war blaß geworden

ES wird ein Bettelbrief icin," murmelt? sie: b aib ihn doch erreich bet!"

Schweigend reichte ihr Modesta da- Kuvett aus dickem, fernem El^nbrinpacher Und ffe ging nicht, rote Evelyn so heiß wünsche Sie Dlfeb ; Ltrben mch jatz btt Schttx.st.-r uiUKUxuibt an, fra-

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Vormittags war Schweinemarkt, zu dem cuw ansebnkiche Zahl Ferkel uno Einleg schwrine auf* gefahren waren. Diele Marktbesucher, aiuh von auswärts, waren erfdrienen und der Dandel ging gut vorstatten. Es koiwten je nach Qualität 68 Wochen alte Ferkel 90100 Mk, dl.cre 160 bii 220 Mk. Crn Paar fräftiae Eiulcgichtvrine wnr-

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g-nügungen und Unterhaltung war vstchlich go> lorgt. Zirkus, Panorama, S-chiffschaukel, Schieß' bube und fiiitD brachten Abwechlung und am Abend fand imDarmstädter Dos" Tanz statt.

WohuungSmoogkl.

P Grünberg, 2 Nov. Auch hier macht sich der Mangel an Mietwohnungen bemerkbar. Beamten, die nach dem Kriege hierher versetzt wurden oder anberen Zuziehenden iid es schwer, eine geeignete Wohnung bekommen. So sonnte i. B. der hierher versetzte Kr. tsgevme«er er* letzt, übet ein halbe- Jahr nach seiner BMetzung, eine Wohnung hier behüben. Zwei andere Beamte, ein Gerich -Vollzieher und ein Lahnbeamter, die in ähnlicher Lage sind, haben daher beim Stabt* Vorstand Antrag auf Beschlagnahme von Wohn uw* gen gestellt. Dieser hat nun einen zunächst auf Mietern und Berm ctern $u"ammengte; trn Wob* nuiigsausichuß teau tragt. Ermittlungen anza* stellen, ob und inwiweir durch Teilung größerer Wohnungen oder durch baulich' P-Tänix-rimgen in Däusern neue Mietwohnungen berritgere U werden können Außerdem ist noch eine weitete Maß­nahme, ähnlich rtrtc in anderen Städten, getroffen worden Saut eims Beschlu! es des Stabtoorfian» deS. der die Genehm gung deS SandeS-Atbeit-- und Wirtscha tsamteS genmben hat. ist nämlich das Vermieten an Personen, die von aus­wärts zuziehen, ohne Zustimmung de-Miet* emigung-amteS verboten.

Schönau der fremüiliche Saal dort mit den kleinen Bauernmädrigen, die sie immer so freund­lich begrüßten als ihre liebe, liebe Taute", war doch ihre einzige Zuflucht gewesen! Bisher hatte es sie auch gar nicht gestört, wenn Datald, an­scheinend mit einem Buche beschäftigt, in einer Fensternische saß,weil er dem Geplauder der Kleinen so gerne pihörte". Sie hatte ihn kaum beuchet.

Aber jetzt! Me Unbefangenheit war weg. Sie erschrak, wenn sie ihn erblickte, und errötete, wenn er sie ansprach Er aber sah jeden Tag froher drein, denn er nahm diese plötzlich Be­fangenheit für ein gute- Zeichen.

Modesta sann und sann, bis ihr endlich ein Ausweg einfteL Sie wollte mit den Kleinen AuS- flüae machen, anstatt in der Schönauer Stube *u N tzen.

ES war ja Sommer! Unb dann war sie mit den Kindern allein; denn man konnte ja ieben Tag anderswohin gehen. Ihr stand niemand im Wege, und sie brauchte vor niemand zu bangen.

Ganz heimlich verabredete sie eS mit den Kindern und gab ihnen den Ort an, wo sie die Tante Modesta erwarten sollten.

Tante Luise mache jmar ein verblüfftes Ge­sicht über diesen vlötzlichn Einfall, aber sie liefe sich bald überrtben, datz eS den Kindern Spaß mach und auch viel gesünder sei. Außerdem konnte »K jj ihren lang-'tlxigten Wunsch bk-Schilstub?" einmal frisch malen lasten, nun endlich ausführen

Darald hörte abends den Berich i einer Tante lächelnd an.

Ab sie floh ihn? Seine Nähe verwirrte sie leim UnterruU ? Er hatte sich alfj in den letzten Tagen nicht getäuscht? Wie glücklich ihn das mache!

Süße-, Keine# MÄlchen? Wie ein scheue- Vöglein. das sich erschreckt gefangen sieht, fühlte sie das Netz, da- seine Siebe um ihre Seele spann, und wehrte sich ...

Mochte fiel Sange würde er ihr nicht mehr

9be Berndt" nach dem Douptmamnschen Tram2 mir Lxnny Ponen. Schr>.r>-Wer8<Lrch prLlr, Wanderratte", großer Zirkus tm und das Sui't* ipieldlimmetDäni". #

** Amtliche Personalnachrichten Durch En.schl^e'vung des Sanix3amt5 für das Bil- dungswescn muti>en tue Lehr a re errnbarinnen Paula Geißler zu Schotten, Dr Magdalene verrmann -u Mainz, vildegard K u l l m a n n tu Darmstadt und Ida Zimmermann zu Darmstod zu Sehranttsaf ^s orirmen rmatrt. Ernanni wurden am 25. Ct-obcr b^r Arni Gericht s- fefte <rr bei dem Amtsgericht Darmstadt I Konrad Deinrich Koch zum AnttSgerichtsob re^retär b.i dem Am Sgerecht Ulrichstein utrd b.r Zustizprakti- kant Phil wo C u r' ck m a n n in Cf enbach zum Amt-gerichtefekrctär bei dem Amtsgericht Cf en» buch. lieber tragen wurde dem Schu.'anttSan- roärter August S te i n m a nn aas Dannenrod die LehreNttlre an der Volksschule ju Derchen- Hain. Kreis Schotten. Er.uuvrt.rouroe am 29 CT ober der Sehramtsostechor Gustav Busch aus Darmstadl zum Cberlehrer an der Viktora- schul« und dem SehveriTmenseminar in Darmstadt mit Wirkung vom l. Oktober 1919 ab; der Sehr- amtsreferendar Dr. Dans Rolofs zu Gießen zum Lehramtsastessor.

** D i e Preisfestsetzungen für Kohle. Im Reichsgesetzblatt erscheint eine Beknnntmacl)una des Reichswirtsch-iftsmini- sters, durch welche die bisher für die Ruhr­kohlen festgesetzten Döchstprei e ab 1. Oktober 1919 aufgehoben werden. Gleichzeitig macht der Rechswirtschaftsminister im Deutschen Reichs- und Preußischen Staatsanzetger be­kannt, daß die Ruhrzechen berechtigt sind, ab 1. Oktober 1919 die Preise für alle Sorten Kohle außer den geringwertigen Sorten um 10,50 Mk. je Tonne und für alle Sorten Koks außer.Kvksgrus, bei dem die Er- böhung nur 2,50 Mk. beträgt um 15.75 Mark je Tonne, <are Preise einschließlich Koh­len- und Umsatzsteuer, zu erhöhen. Die Preis­erhöhungen, die im wesentlichen zum Aus­gleich einer Lohnerhöhung von durchschnittlich 4 Mk. für Mann und Schicht dienen sollen, sind bereits früher bekanntgegeben. In dec neuen Art der Verkündung dieser Preise kommt zum Ausdruck, daß feit dem 1. Sep­tember 1919 das Kohlenwirtfchasts- gefetz in Kraft getreten ist. Hiernach werden die Brennstoffverkaufs­preise vom Reichskohlenverband festaesetzt und veröffentlicht. Bis zu seiner Bildung, die erst in diesen Tagen erfolgt ist, hat der Reichswirtschaftsminifter die Befug­nisse des Reichskohlenverbandes wahrzu­nehmen.

** Der Preis der Zündhölzchen. Dir Zündholzindustrie-Gesellschatt m. b D. gibt be­kannt: Trotz des gesetzlich Mlgdcgten Höchst­preises von 1.30 Mk für ein Paket 10 Schach­teln Zündhölzer inländischer ober ausländi eher Er­zeugung werden txm Verbrauchern immer noch höhere Preise abverlangt. Tie Verbraucher können sich gegen derartige Ausbeutung nur schützen, wenn sie dte Zahlung eines Prei.es über 1.30 Mk. glatt verweigern unb die Berkäuler zur Anzei?e brin­gen. Tie In teressen-Verttetuna der deutschen Zündholzindustrie, die Zündlwlzindustrie-GeseN- schatt m. b. D. in Berlin W 50, Kurfürstendanmi 229 verfolgt alle ihr gemeldeten Fälle auf gericht­lichem Wege.

** Volkshochschule. Die Vortragsreihe über Zeit ungswesen beginnt Donnerstag, 6. November, abends 7 Uhr, im Naturgeschichts­saal der Oberrealschule (Eingang von der Bis- rnarckstraße». Anmeldungen tvtbcn dort vor und nach den Vorträgen noch cntgegatGeitommen. In diesen Vorträgen wird j-dermnnn Gelegenhrt ge­boten, sich einen Einblick in Theorie und Praris deS Presscwi-sens zu Dcrfdxiifen. Aus den zur Be banb(uRg getang^nben Themen s-ien nur genant: Die Bedeutung der Zeitung und ihre Auimibe in der Zukunft, die öffentliche Meinung, die Zensur, die führenden Tagesblätter, die Auslandspresse und ihre Politik unb Stellung zu Deutsch'and, Führimg durch die Brühlsche Universitäts-Buch- und Stcinbrucferct.

** Siebig-Museum. Am Sonntag den 2. November fand vor zahlreich erschienener Zn° Hörerschaft der Experimerttal--Vortrag statt über

volkstümliche Arzneimittel brf_berm Fr. F. fer­ner. Tie Dörer pLg^cn mit Stxinnung von An­fang bi- Ende den interessanten Ausführunzen öe$ Vortragenden. Er führte eine RcQe von *iv peri menten an Tieren aus, um die Wirkung der Arzneim uet pi bcrocien. Lesonderes machte die Bvriühruna de- überlebenden Frosch- l -rzens, bei:en TLrigteit und Veränderung nach Tigciafingaben gezeigt wurden. Zum Schlüsse sei­nem Bt-rtrageS eitrouri er ein> über di: mo­derne Forfchungswcise in der Mrdijin, an £>an2> der Endvhaie der Abderchalden'schen Reaktion aui Sdevangrickrifl, die der Redner au $ führen konnte. Sehr (rfertetcb waren auch die Streiizüge in das Gebiet des Aberglaubens in der Deflkunde, der an der Revrvduk.wn ein-4 Kirchens. mLdes von Mazedonien erläutert wurde. Geh. Pros. Sommer dankte dem Redner mit anett.mnenben Worten. Er>mte die hervorragende Led.-ukung <TU-n- mroteller Forschung wie iit uns heute als Beispiel rn?rg.führt wurde unb gab der Hoffnung Raum, daß noch weitere Bortväge dieser Art jm Siebig- Museum gehalten werden. Nach Schluß des Ver­trag s sand die ZachreSversamnUung der Gesell­schaft Liebig-Museum statt, über bte noch berich­tet wird.

** Oberhesfischer Kunstverein. Tie Ausstellung ist morgen, Mittwoch, von 111 Uhr uno nachmittags von 3-5 Uhr geöffnet, Donners­tag und Freitag von 111 Uhr.

* Milchoersoraung ^n:olge ungenü­gender Belieferung der -stadt Gießen mit Milch kann für Dienstag den 4. d. M. auf die aul

Siter lautenden Milchmarken keine Milch ge­liefert werden.

A u f hebun g de-Nummerplatten- zwangs führ Fahrräder. Wie wir aus zuver­lässiger Quelle rrfahrLN, wird nun auch die hef- sisae Regierung den Nummer^attenzwang für Fahrräder aufheben und damit einem feit langem in Radfahrerkrrien gehegten Wunsche Rechnung tragen. Tatsächlich war denn auch Dessen d r einzige Staat, m dem man aus polizeilichen Grün­den und zur Stroerkvntralle glaubte, eine äußere Kennzeichnung der Fahrräder nicht entbehren zi können, ^m übrigen scheint eine Aenderung der Fahrradverordnung nicht bea!.>sich igt j i fein, p daß auch künftig der Radah^er zur An- meckang seines Fahrrades, Entrichtung bei Fahr­rad stemvels und zum Mitsühven thrr Ausweis- (arte oerpf.ichtet ist.

** Ein P ferdeverkaus findet am 6. d. M., nachmittags 2 Uhr, auf dem Dofe der Städtischen Kaserne statt. S. Anzeigenteil.

** Hinterlegung von Wertpapie­ren bei i>e ii Banken. Wie auS der D-iöNent- lickung im Inseratentefl berporgeht, tritt am 1. Te» jember ds. Q5. eine Ärrartmung über Maßnahmen gegen die Kapitalflucht m Kraft, wonach Zins­ader Gewinnanteil scheine sowie au-g'lof'e, gekün­digte oder zur Rückzahlung fällige Stücke von mlär.btidien Wertvapäwoi nur Banfen und zwar nur solchen Banken zur Einlösung, Beleihung ufr-r Gutschrift übergeben und nur txr.i solchen Danken zu diesen Zwecken angmommen ro-rben dürfen, bei denen das ganze Wertvopfer oder der Zins­oder Cewimdatei. scheinbo^en mit dem Ern.-uerunyS- schein hinterlegt sind Ive Bvnchnst ftibet ktme Anwendung, wenn bet (Eigattüneer dem für ibn zuständigen Sinan^unt ein Berz ickaris s> irvs L - sipeS an Wettpr.pv.en unter Angabe Renn- werte-, der Gattung mid der üblichen llnter- sckeibungSmerkmalc in doppeltet AEr:igund ein- rridi. Tie eine Ausfertigung Verb echt bet Pen BeconlamrngSakten während dfe and.'« dem Eigen­tümer mit rotem DestätigungSvermerl d S Finanz- amts über die Anmeldung zurücklHögeben wird Legt der Eigeittünret das mit dem ife|iäriganiq4- rermerf des Finanzamts oerfeOme Der>ichnis einer Bank vor, so tarn biefe die Zins- oder tzfe- winnanteiischeine der in dem Bet^nchnis aufge» 'ährten Wettpatnieve ober etiaiige auSaeiosfe, ge- tünbigt« ober zur Rüchxchsunc) fällige Stücke etn- lösen, beleihen oder gutt'chverbrn. ES ist femit rinleuchtend, daß bfefe letztere Borstbrift für jeden Lfesitzer von Löertvapferen außev^rdentliche Be­lästigungen mtf sich bringt, da bei jedem Kauf >der Beriauf, bei Auflösung uiiv, dem Finanz­amt Kenntnis zu gebrn ist. Um den »itraulxatb.-n, i:nt ä b i/r i Bor ch i en zu etty ien, emp edlen bie in einer An-eige deS femtigen unter»

zeichneten Danken alKm Besitz!rn von WeTtpapi,- ren, die zu Sxmfe auch wahrten 9BerU»perrt a-djt bald gegen eine einheitliche, mäßige Gebühr zur Hinterlegung m offene Depots rötiurneben und madren dabei aufmerksam, daß eine baldige Einreichung erwünscht ist, ux-il sonst dfe fick an

Maßnahmen gegen die Wohnungsnot.

Gießen, den 1. Nov. 1919.

Das Stadt-Wohnungsamt läß' und nach­stehende Zuschrift auf die Auslmfungen des Juristen zugehen:

Der zwet.e Artikel übet .Maßnahmen gegen die Wohnungsnot in Nr. 25b des Öiefecner An- zergers veranlaßt uns zu folgender flurflärung: Eine Anordnung zur Beschlagnahme en'behrlulFt Teile üfer grofect Wohrrungen ist deshalb nie er» S^nygen, weil sie nicht w):w.-ndig ist. Erne Er- ir Vg ignmg zu einer fetdyen Aiwrdnmrg ist dahrr selustver ändlich auch niemals «geben wvrden. § 1 der Bekannt machung deS Defl. Sandes-Arbetts- und Wirtschaftsam s vom 12. Mat 1919 befhmmt:

Tie Gemein ebehärd- tarnt arunbnen, datz der Versüg'maslErechstigtc ihrem Beaustrayten über btr benutz.en Äohnting.-n inti) Räume sonne über deren, Vermietung Auskunft zu erteilen und ihm Die Desich ignng zu gestatten hat."

Ti.se Anordnung ist am 6. Junt mit der Grmädtigtmg nach obiger Bekanntmachung er* flpngen. Eine weitere Anordnung entlKIt dte Be­stimmung nicht. Tagcgen lautet der Schlußsatz dcS 8 1: _ . . .

Aus diese Wohnungen hüben bt e in den 88 4 unb 5 der Bekanntmachung gegen ben Wo hn u n g S m a ng el borge» se henen Bestimmungen | inngemäfe Anwen bring."

Nach i«n 88 4 und 5 kann btt ©emembebe- Mrbe SÄHnungSuck-ende zuweilen, erforderlichen-, fall- das Mie^einigungsamt we^en Fettsetung eines Mietverttages nrrrufen. Räume gegen Ver- gfiiung zur Errichtung anrotbern unb dre per» gerichteten Räume weitervermieten, hiermit ist, rote auch vor kurzem der Reg-.erungSverrietet in bet Versammlung in Frankfurt ausführte, der Qfemrirtbetx-bjr'ix- das Rechst zur Beschlagnahme entbehrlicher Teile der in ß 1 der Bekanntmachung» vom 12. Mai 1919 bezeichneten übergroßen Woh­nungen erteilt.

Der Schlußsatz der Bekanntmachung des Ober­bürgermeisters üom 6. Juni b.-traf die AUmstellung etwaiger Nichtlinien für bi- ben WohnumgSrnhaber zu belassenden Räume. Eine Veröffentlichung tst wie in den meisten anderen Städten bisher unterblieben, weil hier von Fall zu Fall ent­schieden ist. . . .

Es kann wiederholt versichert werden, daß alle Anordnungen ergangen sind, zu denen die Stadt ermächtigt wurde, und daß alles geschieht, was unter den obwaltenden Umständen jur' Be­hebung der Wohnungslwt möglich ist. Das Woh­nungsamt hätte iveit mehr Erfolge, wenn feinen Anordnungen gegenüber größeres Entgegenkommen gezeigt würde

Wegen des Zuzugs von Studenten muß deren Zwar, is a k, die aus dem Kriege entstanden ist, doch ciuch berücksichllgt werden. Es sind bei der Sande.'zentra.behörde Anträge nach dieser Rich­tung bin gestellt.

Tie Besch agnahme der Bauitvffe rst erst vor ganz fur;er Zeit ergangen. Dort ist das Bauamt dfe mstättdige Stelle.

Ihr war, als müsse sie sich schämen, jemand zu legegiten mit dttfem häßlichen B-rdacht ge»« txe Schwester im SxrtKn, der dxh nicht weichen nollte . . .

Evekvn lag im verdonfesten Zimmer unb starrte finster nach der Stucftk-de, deren Gold- leisten matt in der Dämmerung funfelfen.

Was tun? Sie war wütend War es nicht genug, bafe sie fernem Rufe gefolgt war? tafe fu ihm reinen Wein <nngeschenkt halte über ihre Ab­sichten?

Mußte er fo-unverschämt rütfiiMtof fein, auch die Alte in alle- einzuwihen, daß dfe ihr heute keim AuSritt in SerbOetten vor allen kfeut.m in den Weg lief, weil siedie endlich fennen lerneM wollte, btr ihre- Reiten Schicksal in bänden bvlt"K Und t-ö Hieb wahr: Alle Weiber bringen Un­glück. (tf»UK6UMa jXMJ

Minuten später plötzlich- twr Paul Gottorb gestan- ten, der aus eixtrot Seitenweg her auf dfe Straße einbog ....

zie hatte ihn sofort erfrrrmt an feinem glatt- rafferten Gesicht unb ben heilen, scharfen Augen. Und auch er mußte fie erkannt ^iben, denn er zog hastig ben £>ut unb grüßte.

M'odesta aber war h erschrocken gearfen, bah fie zu danken vergaß.

Nun auälte sie sich seit Stunden ab, die an gib vollen Ge>>onfen liochwrerben, dfe jene Begegnung in ihr heran fbestlmwren hatde.

Nack- Tisch war ffe zu Evelhn gorilt und bitte <ie fragen wollen Wal, wußte ffe selbst nicht Srun'. Ctxr doch.Weißt bu, baß jener Mensch tt ift V* hatte ffe frEv wollen. Aber Epelo« hatte sie gar nicht za Worte twrmen liffen. ber- risck und mifveunpich hatte sie sich Srönmg rvrbrten, tkim ffe fei müb- Dom Ritt unb wolle $d(afen Unb was brs denn überhaupt für eine Monier fei, mir gleich so in ihr Zimmer n ftftrm? Cb man denn nirgends fiaa fei vor ihren Zubringlichkeiten?

Ganz prschffeluen war Mvbest» hinruggeschltz. chen

Es war nur gut, baß sie den Kindern gleich für Nachmittag abiesigt hatte Sfe wäre Ifeute «rklvch nicht fähig grorien, unbefangen mu ihnen zu

rünbera. 2 Nvv. Vorige Woche weL« etcr von Butzbach hier zur Besichtigung

gend, anastpoll. Konnte das denn wirklich ein Bettelbrief Fein?

Evelyn riß bas Kuvert auf, überflog ben Brief, der darin lag, und knüllte beides hosttg zusammen, indem fie e- in die Tasche schob.

Sie war jetzt sehr rot g',norden.

,,Ein Seite.Brief, wie ich dachte . . Jagte sie lcrchthin,eine arme Bänerin in Fritda^ bittet mich um ein Almosen für ihr Neugeborene-. Es trifft sich aut, daß Magnus morgen früh abrrift. Ta will ich nachher gleich selbst hin und ihr etwas bringen."

Tu selbst?" fragte Mvdesta sehr erstaunt, denn Evelyn wäre früher eher g-storben, als sich periönlich etwas mitBettlerpack" zu schaffen ja machen

Jetzt nickte sie mit gezwungenem Lacht».

,Hch fei bst jawobl! Mon lernt eben allerlei in die>em gesegneten R'ttemag Aber nun geh schlafen. Kleine, ich bin furchtbar müde. ®ite Nacht."

Sie nickte, klingelte nm bi» fianrmerTinflfr und n anbte sich von Miodesm ab, die zögernd dis Zirnnver verließ. XTX.

Dfe ein schwerer Alp lag 4 auf Modesta. War es denn möglich, was fxe kaum za denk n nagte?

Satte Evelyn sie geifern wirklich befognt und wüste fie, baß jener Gottzorb, ber ffe schon in Wien mit feinen Sulbigmgen verfolgt hälfe, hi-r iraT? War ffe am Ende gir mit »hm zusammen- getroffen heirnlich hinter TUgnud Rücken?

Modesta jann unb sann. Es moßte eine Er­klär unq geben, dfe alles anders erschrinen lfeh aufelärte.

Aber sie fand keine. Tfe Tatsachen bli'ben teffeten. Sie war, al- ffe heute mit ihren SFfn- oern ben Weg -um Kaier paß einschi »g, Epelvn be­gegnet, die, roe <*5 schfen. vom Kais^rpaß herab- geritten kam. Unb Eve-hn w r furd4bar er chrock n, als ffe die Sefgwffer vor sich plötzlich erkannte: xnn sie hotte bock noch beim Frühstück ganz un- be'angen gefegt, ffe wollte btu»: nach Frieda o reiten. Frfedau lag aber in der entg:gtitgefesten Ricktung mb gab feinen ©eg vo nbort nach