Ausgabe 
4.6.1919
 
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Mittwoch, 4. Zum 1919

169. Jahrgang

Erstes Blatt

^ör»tr. A

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topographisch

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vieZriedenrbedlngungen für Oesterreich

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Ein Grenzgefecht mit der» Polen?

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echte wurden bic Dcntsten mit fchiveren Bei

zermkistereikn it Gießen und

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gen dieser Bc- nflten oder mir t nach anderer

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hörte nichts zu tun habe, und Genehmigung zur 1 bet Ausübung der Rcgierungsgewall in Provinzen Abhaltung öffentlicher Volksversammlungen ab. gehindert, die staatsrechtlich und verfassungSrecht- Tie Theater müssen nteiber spielen. Tie neue j lich Bestandteile des Reiches und der Gliedstaaten sind, und es sei ihr die Möglichkeit der loyalen Durchführung der in den Waffenstillstandsver-

Warschau, 2. Juni. (Wolff.) HaoaS. 1200 Deutsche überschritten die polnische Grenze und

,m 1919 liegt topographische Huis zur Em

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ns einzureichen.

Wiesbaden, 3. Juni Der französische ^mmaudaui lehnte d e Forderungen der Arbeiter­in: sosortige Verhaftung des ,,Präsidenten" horten wegen Hochverrats, Erklärung der Be-

Er. 128

Ter Siebener »njrigtt erscheiul täglich, außer Loun- und Feiertags.

vczngrpreir: monatl.Dlk.l.35, viertel- jäbrlich Mk. 4.051 durch hbbole- iu Zweigstellen itionatl. A!k. 1.25, durch diePost Wit. 4.05 viertel- ,01)11 ausschl. Beitellq. sierulprech > Anschlüsse: fürdieTchriltleitnngllL erlag,Geschäitsstellebl

AiischrittfürTrabtnach- richten: Anzeiger Gießen, postscheclionto:

;ranksutt a. M. 11686

Rai 1919.

orbnung über Jyttrorgnng?; sr- 607), vom 6- tzuli 1916 Mntmachuug, listpserden aus mt: li'chenStaüo-

«nuuuiHi von LnzeigLU f. die Laqesiunniner bis juni Rnchiniuag vorder otiuesedeVerblndlichkeit Preis für l mm höhe füt Anzeigen v.34mm Breite onlich 15 Pi , auswärts 18 Pi,, für Rcklame- anzeigen von 70 mm tfiMe 48 Pf. Bei Platz- voricl;riii20"/Auifchlag. Vauvtjchriltlcüer: Aug. Goea. Veranlworttich für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil: Dr. Remhold Zenz; für den Auzeigenteü: p. Beck; fäinliich in Gießen

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Schin|cr

trägen übernommenen Verpflichtungen genommen. Eine Duldung dieser Machenschaften verstößt gegen Artikel 5 des Waffenstillstandes. Die deutsche Re­gierung hat den zur Verfolgung von Verbrechen des Hochverrats zuständigen Obersten Reichsanwalt in Leipzig angewiesen, gegen die Hochverräter das gerichtliche Verfahren einzuleiten. Unter Berufung auf den angeführten Art. 5 des Waffenstillstands- Vertrages erwartet die deutsche Regierung, daß die alliierten und assoziierten Regierungen Anord­nungen treffen, daß die örtlichen Besatzungsbchör- den der Durchführung des vom Obersten Reichs- anwalt eingcleiteten Verfahrens keinerlei Hinder­nisse in den Weg legen.

nigungs-Gesepes )ie Einträge der den öMluhen 1 nicht mehr ent- en bei dem ju- zu lassen, W mgungsverM.

schärfste Verletzung völkerrechtlich übernommener Berpflichtungen dar. Tie deutsche Regierung lejjt gegen dieses Verchalten den schärfsten Probest etn und erwartet, das; namentlich in den Zeiten der Frwtertsverhcmblimgen seitens der Okkupations­behörden alles tunt.-rlassen wird, was dazu führen Imiife., den erfolgreichen Verlaus der Friedensver- handlung-eir zu stören und unmöglich zu machen.

In einer zweiten nachträglicl;en Note stellt - vuU ne mu wa. AKiwyuvtisia- Erzberger fest, die deutsche Regierung werde in

*1; hier: Millingen. :'Jcoi 1919

Gillingen unb Fleisch-

Die Arbeitsrose» in England.

Amsterdam, 3. Juni. (Wolff.) DemAll- gemeen Handelsblad" zufolge beträgt die Zahl der Arbeitslosen in England über eine Mil­lion. Die Zahl der arbeitslosen Kriegsteilnehmer betragt 408000.

zu tun habe, und Genehmigung zur« öffentlicher .Volksversammlungen ab.

müssen weiter spielen. Tie neue | Regierung tagt im Landeshaus und wird von den bciten Hochverrätern, dem Tr. Dorten und dem Mittelschullehrer Klaus Krämer, unter

auMsgeM

(j-ov * y'-yvii uit «urciiti uul. juvt Schwarzen Sofien ii; die Luft und säuberten dann die Um» Munn des Stadthauses von Ansammlungen. tMgs um den Platz starrt ein Kranz von Ma- ^nengewehren. Auf Veranlassung sämtlicher Par- 5cnx wurde heute früh dre Arbeit mietet ausge- tantmen. General Mangin stellt in einem Auf- M, eine baldige Volksabstimmung in Aussicht. 2lS da hin behalte er sich vor, olle, die sich den Ordnungen der französischen Behörden wider- f?Eten. in das unbesetzte Gebiet abzuschieben. :'-*c Zugverkehr auf dem linken Rheinufer, der ^'zen des Streiks seit gestern völlig stillgelegen a>te, wurde heute wieder ausgenommen.

Berlin, 3. Juni. (Wolff.) Der Gesandte der deutsch-österreichischen Republik, Prof. Dr. Hart- m a n n, sprach sich zu einem Vertreter derDeut­schen Allgemeinen Zeitung" über den Aussug auS den Friedensbeoingimgen für Deutsm-Oesterrelch u. a. dahinaus:Sie sehen mich von dem Inhalt des Vertrages durchaus nicht überrascht Enttäu- sckuing kann nur in jenen Wiener Kreisen Herrscheu, die aus Interesse oder Kurzsichtigkeit sich Illusio­nen hingegeben haben. Mein Gesamlurteu geht dahin: Die Bedingungen sind unerträglich und undurchführbar. Sie stehen tm Gegen- ^rnnujc uuuiuhuhu satz zu dem Programm Wilsons und zum Geist! griffen die Polen an. Nach eiuc-n lanwren Ge

Geschichte Durch die territorialen Bestim- fechte wurden die Tcutfd.cn mit schweren Ver mungen werden nicht nur 3lA Millionen in einem z lushen zurückgeworfen.

Nrgienlngsprgsident v. Meister.

Berlin, 3. Juni. (WTB.) Der Regierungs­präsident von Wiesbaden, v. Meister, der zum 1. 8. feinen Abschied erbat und erhielt, wurde vom Mi­nister. des Innern schon ab 1. Jun i be­urlaubt. Seine dienstliche Tätigkeit ist bereits beendigt.

DieKölnische Volközritnny"

Köln, 2. Juni. (Wolff.) Redakteur Dr. Fro­ch er ger erklärt in einer Zuschrift an dieKöl­nische Volkszeitung", daß für die Reise nach Mainz und die dortig? Besprechung er die Verantwortung ausschließlich allein za tragen habe. und Verlag und Re­daktion Der nischen Volkszeitung" als solche an keiner Weise davon betroffen werden. Der da­mals allein hier anwesende Vertreter »iotert B a- ch em riet ihm sogar von der Reise entschieden ab. Um sowohl dem Verlage als auch der Redaktion derKölnischen Volkszeitung" weitere unberechtiiste Ilngrisse zu ersparen unb zur Beruhigung der Be­völkerung seinerseits beizutragen, scheide er einst- fveilen aus eigenem Antrieb aus dem Redaktions- verbände derKölnischen Volkszeitung" aus.

Eine Erklärung der Zentrumsfraktlvn der Nationalversammlung.

Berlin, 3. Juni. (WTB.) Die Zen- trnmsfraktion ver Deutschen Natio­naloersammlung hat in ihrer heutigen Sitzung einstimmig folgende Erklärung be­schlossen:

Die Zentrumsfraktion der Deutschen National­versammlung hat mit Trauer und mit Entrüstung Kenntnis genommen von dem gewissenlosen Trei­ben einiger Persönlichkeiten, welche mit Unter­stützung der feindlichen Besatzungsbehörden auf Loslösung von Gebietsteilen des Deutschen Reiches aus dem bischerigen oerfas.uagsrecht.ichen Bestand hinarbeiten. Diese Machenschaften sind um so ver­werflicher, als sie sich in dem Augenblick ans Tageslicht wagen, wo das Deutsche Reich die schwerste Stunde seines Daseins durchmacht und ihm eine dunkle Zukunft droht. In der größten nationalen Gefahr ist die Einheit des Reiches und Geschlossenheit des Volkes aller deutschen Stämme und Gebietsteile erste vaterländische Pflicht. Was vierjährige Kriegsnot an ein» heitlichem Willen geschaffen hat, muß in der Friedensnot erhalten bleiben. Ebenso schimpf­lich, wie die Fahnenflucht im Kriege ist, ist die Fahnenflucht im Frieden. Es gibt zur Zeit kein größeres Verbrechen am deutschen Volke, als durch Unter­stützung und unter Mitwirkung des Feindes auf die Trennung von Lan­desteilen vom Ganzen hinzuarbei­te n. Die Zentrumspartei weist durch ihre be­rufenen Vertreter alle diese vaterlandsfeindlichen Bestrebungen mit größter Entschiedenheit zurück. Sie hat keine Gemeinschaft mit Persönlichkeiten, die sich an solchem Treiben beteiligen, und fordert alle Parteifreunde in ganz Deutschland auf, in geschlossener Einheit unb. unerschütterlicher Treue zum Reite zu flehen. Die Zentrumsfraktion ist mit allen Kräften bemüht, in der neuen Verfassung des Deutschen Reiches den Bestrebungen auf Anerkennung der landsmännischen EigenartvollRechnung zu tragen. Sie wird insbesondere mit allem Nachdruck darauf hinarbeiten, daß die schweren Schäden, un­ter welchen die besetzten Gebiete leiden, von der Allgemeinteit des deutschen Volkes getragen toer< den, und nie, nie vergessen, welche großen Opfer die linksrheinische ^Bevölkerung für das Reichs- ganze bringt. Tic Anerkennung joer landsmänni- schon Eigenart der Vetters! ichmig cntgegenzufüh- ven, ist eine rein irmerpolitiste teutfte Ausgabe, die unter keinen Umständen in Verbindung mit dem Gegner angestrebt oder durchgesetzt werden darf. Tic Zentrumspartei sieht daher jeden, der sich an solchen Bestrebungen beteiligt, als außer- lxalb der ^Partei stehend an.

Gietzener Anzeiger

Seneral-Anzeiger für Oberhessen

AwlMngrrunödruS u. Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- u. 5teindruckeret R. Lange. Zchristleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Zchnlftr. 7.

Beihilfe französischer .Offiziere ausgeübt. Amts- ' gerichtsrat von Stein ist nach achtstündiger Hast wieder entlassen worden.

Berlin, 3. Juni. (Wolfs.) Von maßgeben­der Stelle wird erklärt: Die Agence Havas leiht, wie nicht anders zu erwarten war, den rheinischen Hochverrätern ihre tätige Mithilfe. Die dlgentur telegraphierte am 31. Mai aus Aachen folgenden Stimmungsbericht in die Welt:Das Volk der Rhe :ften Republik will si ch der Verachtung entziehen, die die ganze Welt allem zuteil werden läßt, was deutsch ist." Die Meldung der Agentur ist denn doch zu durchsichtig, als dan sie die Wirkung erzielen könnte, die von ihr beabsichtigt ist.

Ein Erlaß deö Generals Mangin.

General Mangin hat in Mainz folgenden Erlaß veröffentlicht:

In mehreren Fabriken ist die Arbeit unter dem Vorwand des Propstes gegen die Rheinische Republik eingestellt worden. Schullehrer haben ihre Klassen geschlossen und damit Kinder hilflos mitten in die politischem Kämpfe Hinern, auf di? Straße geworfen. Tie Behörden der Rheini­schen Republik, die eine sehr große Stimmenmehr­heit in der Bevölkerung für sich haben, diskutieren seit einem halben Jahr über die Interessen ihres Vaterlandes, ohne die allgemeine Ordnung zu stören.

Tie deutsche Regierung hat sie mit Zuchthaus- und 'Fesiungsstrafen bedroht. Dann haben sie die Republik im Verbände des Deutschen Reiches er­richtet nnb die Erlaubnis zur Vornahme von Wahlen nachgesucht, die 'drin rheinischen Volk erlauben sollen, seinen Willen kundzutun. Nichts aus ihren Erklärungen kann zum Vorwand für Kündgebimgen dienen, die die allgemeine Ord- mmg und das wirtschaftliche Leben stören, und die ich nicht dulden kann.

Die Führer entgegengesetzter Kundgebungen werden aus dem besetzten Gebiet ausgewiesen werden.

Tas rheinische Volk wird in den Wahlver­sammlungen das freie Wort haben, wie es dies in allen derartigen Versammlungen seit der fran­zösischen Besatzung gehabt hat

Der heutigen Lage wegen muß man ganz besonders behutsam fern, niemand darf das ver­gessen! Demgemäß ordne ich diese Bekanntmachung an und befehle, daß sie beachtet wird

2. 6. 19. Mangin.

Protest ost Hoch wegen der Vorgänge in den Rheinlanden.

Berlin 3. Jimi. (WTB.) Ucbcr den Hoch­verrat am Ryeiu l-at der Vorsitzende der deutschen Waf'senstillstandskommisfion Rciljsminister Erz- be r ge r an den Vorsitzenden der deutfck-en Kom­mission in Sva, General von Hammerstrin, heute gedrahtet:

Ersuche Sie noch heute folgenden Protest an Marsckall Fach durch General Nudant überreichen zu lassen:

Nach den bisl-er der Reichsregiennig bekannt- genm denen Nachrichten wurde am Sonntag vor­mittag der Ausimf zur Gründung einer Rhcinis'chcn Republik in Mainz blafetiert, unterzeichnet von namenlosen und bekannten AusstMon. Tie Be­völkerung hat, um ihren Widerspruch ririrt Ausdruck zu bringen, die meisten Plakate wieder abgerissen, französische Militärbehörden sind bagrgen einge- friritten und haben Deutsche, tvclche die Plakate beseitigten, ver'haftet unb bis zur Stunde noch nicht freigxlassen. Bei einer Besprechung, welche der Nassauische Aus- sckniß gegen die Rheinische Republik mit Oberst Pin 0 t hatte, hat dieser einem beutfdjen Beamten, der pflichtgem.äß darauf aufmerksam machte, daß die französischen Militärbehörden einen Hochverrat (gegen das Deutsche Reich unterstützten, erwidert, er werde den Städten, die mit der Gründung der neuen Republik sich nicht absinden, die Lebens- mittelabsperren lassen und hinzugefügt, daß ter Beamte innerhalb 24 Stunden aus dem be- besetzten Gebiet ausgewiesen werden würde. Nach amtlichen Meldungen ist Regierungspräsident Winterstein, der höchste Verwaltungsbeamte der Pfalz von den französischen Okkupationsbehörverl aus der Pfalz ausgewiesen worden, unb französische Okkupationsbehörden haben weiter zwei Depesäum eines Staatsanwaltes Dorten in Wiesbaden, der sich aus Eigenem den Titel des Präsidenten ter 'neuen Republik beilegte, an die Friedenskommission der alliierten und assozirerten Mächte in Paris ent» yegengenommen, in welchen er u. a. gebeten hat, nach Paris zu Verhandlungen kommen zu oürfen.

Diese Handlung französischer Okkupativnsbc- hörten steht im schärfsten Gegensatz zu den Wasim- stillstandsbtbingnugen vom 1. November 1918 und zu den wiederholten Erklärungen des Marschalls Fach gegenüber ben Unterzeichneten bei den Er­neuerungen des Waffenstillstandes. Das Veral­ten ter französischen Militärbehörden stellt eine

yer Sturm geqen die Umtriebe in den Rheinlanden.

> Die Pariser Blätter bejubeln die Auscu- fung der rheinischen Republik, und die mili- uni|d)cn Machthaber auf dem linken Rhein ufer spielen noch immer dieBeschützer" der Hochverräter. In ihren Aufrufen spielt die Jüge von derMehrheit der Bevölkerung" ?ine Rolle, die friedlich für ihre Grütldungs- j ziele arbeite und beschützt werden müsse. Gleich daneben aber kommt der Pferdefuß: Gegen- undgebungen werden verboten, Personen, die 1$ nicht fügen, werden abgeschoben. Erfreu- stcherwcise regt sich denn doch in der deutschen Einwohnerschaft der beherrschten Gebiete ein Sturm voller Empörung, der "besonders utt Generalstreik wirksamen Ausdruck gefun­den hat. In Wiesbaden haben sämtliche politischen Parteien, mit Ausnahme des Ben­imms, einen gemeinsamen Protest veröstent- licht, aber auch das Zentrum rückt von dem hochverräterischen Treiben jetzt weit ab, wie 1 rite Veröffentlichung der Zentrumsfraktion ! der Nationalversammlung dartut.

Die hessische Negierunb hat bei den fran­zösischen Stellen und bei der Reichsrcgie- iiing Verwahrung eingelegt, besmrders gegen ' die Verhaftung von Parlamentariern, die ; den Franzosen nicht gefügig waren. Minister- Präsident Ulrich hat die Reicktsregierung auch ausdrücklich ersucht, in Spa. Protest ein- ,rlegen. Der Reichsminister Erzbcrger hat i'dies in zwei Noten schon besorgt: man kann 1 aber nicht behaupten, daß sie in der Farrn »sehr wirksam abgesaßt wären. Es ist viel- inehr ziemlich flüchtige Arbeit, und dieEr- ganzungsnote" enthält Feststellungen, die schon in der ersten Note klarer und treffen­der hätten formuliert werden können.

Der Demonftrationsftreit

Köln, 3. Juni. Ein eintägiger De mon- Itrati 0ns streik gegen die Ausrufung der lkheinischen Republik hat gestern hier stattgefun- h?n. Heute haben alle Werke die Beschäftigung totrber aufgenommen. Die Bevölkerung verhält sich ruhig. Angeblich des Streiks ruhte auch der ibersonenzugverkehr auf ter Staatsbahn. Der erste V-Zug wurde auf Veranlassung ter Besatzungsbehörde durch das Streikgebiet geleitet.

A a ch e n, 3. Juni. Trotz ter bisherigen Miß­erfolge wird hier die Errichtung einer Rheini­schen Republik mit Energie weiter propagiert. Ifogenüter den großen Kölner Blättern, die die 'Lostrennung vom stteiche bekämpfen, erklärt das Aachener ZentrumsblattVolks­freund": die Herrschaften in Köln, gleichviel welcher politischen Färbung, mögen sich gesagt jein lassen, daß die Rheinische Republik wenn nicht mit, dann gegen Köln errichtet werten wird.

Höchst, 3. Juni. In Höchst wurden heute nacht von französischen Soldaten Plakate ! mit ter bekannten Proklamation ter Rhei­nischen Republik angeheftet. Die Arbeiter haben diese Plakate morgens wieder alle abgerissen. Um plUjr wurde in Höchst der Generalstreik l verbindet und sofort durchgesührt. Die Arbeiter derFarbwerke und anderer industrieller Unter» ncbnmngen feiern. Sämtliche Läden sind ge­flossen. Auch die Eisenbahnwerkstätten in Nied ließen still. Die Arbeiter stehen in erregten dich­ten Gruppen in den Straßen, während das fran- iöiifcfc Militär mit aufgepslanz-tem Bajonett Ord- ning zu halten sucht. Die Geschäfte wurden M 1 Uhr von ter französischen Behörde ge» ?wungen, wieder zu öffnen. Es wurde eine Der ordnung angeschlagen, in der es etwa «ißt: Die Militärbehörde ist für das materielle ... Wohlergehen der französischen Garnison verant- ' wörtlich und imiß darum alle Maßnahmen treffen, teldjc bei Wiederaufnahme ter Feindseligkeiten . nötig sind, sie verlangt, daß ter öffentliche Dienst wtb alle gemeinnützigen Betriebe ihre Tätigkeit » Steter aufnehmen. Durch die Schließung der- 6 Kaffees und Konzertlokale ist die französische Garnison benachteiligt. Sie müssen deshalb ab 1 llhr wieder geöffnet werten.

geschlossenen Sprachgebiet Böhmens unb des Su­deten lanteei wohnender Deutscher abgeschnitren, sondern auch jene Deutsch' von uns getrennt, die an der Südgrenze Mährens wohnen. Dagegen wurde die historische Grenze dort nicht sestgehalten, wo es zum Nachteil ter tschechischen Republik ge­wesen wäre: von ter Zuteilung westung,ariscl)er Komitate an Deu sch-Oeiterrciri ist natürlich jetzt feine Rede mehr. Sie Grenzziehung im Süden ist so, daß von Steiermark die deutsche Smdt Marburg abgetrennt werten soll. Ebenso soll uns das vollständig oeutsche Klagenfurt cM- rissen werden. Tie Tiroler Grenze soll bis Reschenscheidegg, Brennerpaß und Groß­venediger zu Italien geschlagen werden, mit einem geschlossenen Sprachgebiet von 3 0 0 0 00 Deutschen. Das Unglaublichste aber ist, daß, während hier im gwrzen die Wasserscheiden als Grenzen angesehen werten, man dies-.s Sog nm verleugnet, wenn ein Gewinn für Italien auf dem Spiele steht. Tie einzige Bestimmung de-s Vertrages, die man als zu (Ämstrn wenigstens ter äußeren Machtstellung DeutstteOesterreichs inter­pretieren könnte, ist, daß den Vorarlbergern verboten wird, oas Sclbstbestimmimgsrocht aud..n- üben. Tie> .Frage des Anschlusses an Deutsck)l-and ist in den vis ter verössentlickMn Bestimrnungen des Vertrages nicht tehantelt. Wir werten natüriid) bis zum Letzten gegen die BesckMntung unseres Selbstbestiinm-unrBrcckns Mtkämpfen. Tie Entente spricht abkichtlick>, mit einer Ijartiiädi^n Tendenz immer von Oesterreich, statt Teutsch-Oesterreick>. Sie baut daraus einen Teil ihrer finanziellen Pläne. Wir stel-en dagegen auf dem einzig mög­lichen juristischen Boten, daß Teutsch-Oesterrciai nicht mehr unb nicht weniger ein Sukzessionsstaol der alten Moirarchie ist, wie die Tschech«>-Slvwitei unb Südslawien. Tie Bestimmimgen über die Oesterrrichsich-ÜngarisckL Bank sind niichp ganz klar. Sicher ist, daß, ivcim Teutsckr-Oesterrcich so hvh' Strassummen auserlegt werdeir sollen,, wie die Blätter gelegentlich berichtet habeir, Teutschi-Oester- reich absolut unfähig wäre, sie zu bezahlen. Zur Unmöglichkeit gehört auch, daß RußlandScha- benersatzansprüche gegen Dcutsck^Oefter- reich ein geräumt werten sollen. Bvllstänbiae Un­kenntnis der Verhältnisse in Teutsch-Oelterreich spiegelt sich in den Bestimmungen des Vertrages wieder, seine Einrichtungen in Einklang zu bringen mit den Prinzipien von Freiheit unb Recht. Was mir verlangen, ist nur unsere Freiheit unb unser Recht unb was wrr uns verbitten möchten, sind die unbefugten Eingriffe in unsere Freiheit und unser Recht.

Die Stimmung im Viererrat.

Haag, 3. Juni. (Wolssi) Der Pariser Be­richterstatter herNew Dort Tribüne" mrift no-dj» rnals darauf hin, daß der Viererrat geneigt ist, Deutschland Zugeständnisse zu nrachen. 'Wilion ist für größere, Clernenceau für geringere Aenderungen. Italien wünscht so rasch wie möglich seine Hantelsbeziehungcn mit Deutschland und seinen nördlichen Nachbarn wie­der aufzunehmen. Auch Lloyb George rechnet jetzt offenbar mit ter Stimmung in literalen unb radikalen Kreisen in England, die die strengen Friedensbetengungen terurteilen.

Versailles, 3. Juni. <(WTB.) Tie Pa­riser Ausgabe terChicago Tribüne" meltet, daß auf Grund ter Erörterungen tes englischen Ka­binettsrats in Paris am Sonntag Lloyd Ge­orge eine ,Kampagne zugunsten von Zugeständnissen begann, um Deutschland xur Unterzeichnung tes Frictensverttages au veran- lasicn. Sein Plan ist, so führt das Blatt aus, von ter deutschen Teltzgation genau zu erfahren, was Deutschland verlangt, bevor es zeichnet, unb dann von Deutschland das Derspreckren, ru er.vir- fen, daß es zeichne, rverm diese Veränderungen, vorgenommen worden sind. Lloyb Goorgc sucht augenblicklich Wilson unb Clernenceau zu. Zugeständnissen im Vertrage^ zu bringen. Angesichts ter unnachgiebigen! Haltung Wilsons, ter feine Veränterungen außer in ten Fragen ter Methode unb Form vor­nehmen will, hat Lloyd George größere Hoffnmig, Clemenvean zu belehren, als Wilson unb rhn xu einer Revidierung des Vertrages zu brutgen. Man erwartet, daß Belgien Frcmkrerch folgen wird, und glaubt, baß, wenn Englarü», Franksch nnb Belgien einig sind, Wilson ohne Lchwite.gfriten gezwungen werten kann. Vrrän.dcrungen am Ver- trage vorzunchmen uijb barin zu willigen, daß die Höhe tes von Teutsch'anb zu zahlenden Ge­samtbetrages sofort festgesetzt wird. DemMann" zufolge sollen vorstehende Aeußerungen terChi­cago Tribüne" zu wcit gehen. $mar testete in ten radikalen Kreisen Englands eine starke Strö­mung, die Llovd George 311 Einzclz-ugestänbnissen zwingen möchte, aber man könne nicht sagen, daß Lloyb George diesem Rate bisher gefolgt sei ater folgen wolle. Lloyb George hielt sich den teutigert Vormittag für die Prüfung ter teutüten (tegcnvorschläge frei, desgbick^n Wils in, dessen erster Eindruck sehr ungünstig gewesen sei.

M a i n z, B. Juni. Tie Franzosen haben fte brci sozialdemokratischen Führer Adelung, V Hil dbach und Ze eh verhaftet und damit kM Zorn ter Arbeiterschaft entfacht, ter sich in Bßcn^ Kundgebungen vor dem Stadthaus cnt- Tic französische Gendarmerie, die bte em»

Menge auseinantertreiben wollte, wurb." i*« ^rprügelt. Tann schickte man Senegal»

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