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Gemüse-Höchstpreise.

(Erje. ger.

20 P

38P

45 Pf.

Ti- Preise verstehen sich auf daS Pfund und Ware erster Güte. Ueberfchreikungen »vrftvben*

auf Ware

Bei-

55 Pf.

25 Pf.

. ** Ober-Bessingen, 3. (Sept. Lier trat eine Ortsgruppe des hessischen Bauernbundes bis Leden. Es haben sofort 36 Landwirte ihren tritt erklärt.

öroHjanbels» 40P.

'pflichtet, Ersatz zu leisten. Auch der oft vorgebrachte Ermvand, daß auf der zum Umtausch vorgezeigten fte ja bte Nummer d r Note sei, kann sich, wie obiger Paragraph 4 pes Bankgesetzes klar zeigt, auf keinerlei gesetzliche Grundlage stützen. Zum ©d>lu5 sei noch besonders darauf hingewiesen, daß es eine beliebte, aber auf die Unachtsamkeü des lieben Nächsten speku-

B e r l i n, 3. Sept. Aus dem besetzten Ge­biet erfährt dieTägl. Rundschau": Tief be­wegend ist das Schicksal eines evan­gelischen Pfarrers in K., der seit De­zember v. I. sein Haus der Besatzung ein* räumen mußte und für sich und seine Fa­milie nur ein Schlafzimmer und ein kleines Wohnzimmerchen behielt. Er hat an dem Sonntag der schwebenden Fciedensunterzeich- mung vom Wiederaufbau Deutschlands ge- -sprochen, und zwar lediglich in moralischem, 'sittlich-religiösem Sinne. Einige anwesende französische Offiziere nahmen mißdcutliche Worte aus dem Zusammenhang heraus. Die Vorlage des Manuskriptes und alle Erklärun­gen halfen nichts. Er wurde mit sechs Mona­ten Gefängnis bestraft, die er nun verbüßt.

ch. VonderMosel.l. Sept. Auf der steilen Straße im Martertale in der Cochemer -Endert ereignete sich ein schweres Auto­unglück. Der wegen seiner Gefährlichkeit seit alter Zeit den NamenMartertal" füh­rende Berg wurde von einem mit französi­schen Zivilpersonen besetzten Kraftwagen be­fahren. Dabei verlor der Lenker wohl die Ge­walt über das Fahrzeug und dieses reifte in die Tiefe. Zwei Insassen blieben tot und einige trugen Verletzungen davon. Das Fahrzeug wurde zertrümmert. Die Toten und Verwun­deten und der Wagen wurden nach Cochem geschafft.

= W iesbaben, 1. Sept. Bei entern Schieber in der Emser Straße beschlag­nahmte die Gewerbeposizei 200 Ztr. Zucker.

öer Höchstpreise werden wegen Preistreiberei mit Eejangms und mit Geldstrafe bis zu 200000 Mark ober mit einer dieser Strafen bedroht.

trotz aller Schwierigkeiten vvnstatten gehen würde. Hieran schloß sich ein Rundgang des Reichspräsi­denten durch verschiedene Meßlchufer an, während NoSke sich zu einer Truppenbesichtigung begab.

Beschaffungsbeihilfen für Beamte.

Berlin, 2. Sept. (Wolsf.) In den Kreisen preußischer Staatsbeamter herrscht noch vielfach Unklarheit über den Stand der Frage der einmaligen Be scha fsungs be ihil fe, die, wie bereits mitgeteilt, in Höhe von 500 Mk. für Ledige, 1000 Mk. für kinderlos Verheiratete und 200 Mk. für jedes zu berücksichtigende Kino geplant ist. Tie Reichsfinanzverwaltung war, da die Nationalver­sammlung nock< tagte, in der Lage, fosvrt die Zu­stimmung des Haushattsausschuss.s zu dieser HilsS- maßnahme einzuholen. Es wird daher die Aus­zahlung an die Reichsbeamten voraussichtlich um Mitte September erfolgen können. Für die preußi­schen Beamten wird sich die Zahlung ansck^ießen, ol-ald die Zustimmung der Landesversainrnluiuz do .liegt. Tie Volk. Vertretung wtick sich mnnittetiar nach ihrem für Mitte September in Aussichit ge­nommenen Zusammentreten mit einer entsprechen­den Vorlage der preußischen Staatsregierung zu (xian'cn haben.

Aus dem Reiche.

Ebert und Noske auf der Leipziger Messe.

Leip z i g, 2. Sept. (Wolff.) Reichspräsident Ebert und Reichswehrminister Noske sind Irute vormittag zum Besuch der Leipziger Messe, im Sonderzug von Dresden Vommend, hier einge- ti offen, wahrend der Rrichisivirtschaftsministcr Robert Schmidt bereits seit gestern in Leipzig weilte. Mit ihnen kamen u. a. Staatsminister Uhlig und Ministerialdirektor im Reichswirt- schastsministerium Müller. Tie Herren wurden am Bahnhos tom Oberbürgermeister Tr. Rothe und Vertreter des Meßamtes empfangen und in Automobilen nach dem Meßamt geleitet, wo eine offizielle Begrüßung durch den Oberbürgermeister stattfand. In feiner Erwiderung hob Ebert hervor, daß er gern und freudig der Änladung zum Be- suche der Messe Folge geleistet habe, nicht deshalb, weil damit einem ferner Herzenswünsche entsprochen, wurde, sondern weil er biefen Besuch mrgesichits der Bedeutung als Ehrenpflicht angesehen habe. Er freue sich, daß man in Leipzig gleich nach dem Zusammenbruch wieder an die Arbeit gegangen sei, die nicht nur der inneren Wirtschaft, sondern auch dem Welthandel gelte. Ta die Arbeit die Quelle aller Kultur fei, iverbe die Welt bald wie­der erkennen, was DcutsciiLond in fulturefier Hin­sicht zu leisten vermöge: die Welt werde abec auch erlernten, daß sie die deutsche Industrie und den deutschen Handel nicht entbehren könne, und sie werde einsehen, daß es Torheit sei, den Versuch, zu machen, Teutschland von friedlicher Mitarbeit auszuschließen. Bon allen Hemmnissen, die sich dem Aufbau entgegenstrilen, müßte man vor allem eines überwinden lernen, nämlich die Verzagtheit, die sich noch in weiten Kreisen geltend mad;»?. Ge­linge dies, dann könne man getrosten Schrittes weiter marschieren. Ter Reichs Präsident fand mit seinen Ausführungen den lebhaften Beifall der Anwesenden. Ter Direktor des Meßamts, Dr. Köhler, gab sodann einen geschichtlichen Ueber- blick über tue Messen. Nachdem Geh. Kvnunerzien- rat R a s e n t ha l über die Jnfarmativnsrrise durch das neutrale Ausland berichtet inib weiter fesl- aefttlt batte, daß die Arbeiter in den Meßindustrien durchaus arbeitswillig seien und die Produktion mit größter Anspannung zu fördern suchten, über­brachte der sächsisch' Minister des Innern Uhlig, Grüße der sächsischen Regierung und sprach bte Hoffnung aus, daß, wenn die seelische Erkrankung unseres Volkes erst überwunden sei, der Aufflieg

-geordneten Stellen derartige Erklärungen und Ver­sicherungen ihrer Vorgesetzten einfach nicht be­achtet haben.

Mannheim, 2. Sept. (Wolff.) Ti"Pfalz- Zentrale" mclbct: Die Regierung brr Pfalz gibt imttrm 31. August 1919 eine amtliche Mit - teilung über die traurigen Vorgänge in Lud­wigshafen heraus, die von allen pfälzischen Blättern veröffentlicht werden muß und deren .Veröffentlichung die sianzösische Behördege­nehmigt" hat. Dieser Kommentar gibt eine so harmlose Erklärung des Ueberfalls auf das Postgebäude in Ludwigshafen, daß man aus den ersten Blick sieht, daß es sich um eine Dar- ftrHimg handelt, die von der franzöftschen Be- satzungsbehörde vorgefchrieben wurde. Nach dieser Bluttat toäre die Ludwigshafener Bluttat lediglich darauf zürückzuführen, daß ein franzö­sischer Polizist auf der Tveppe des Hauptpostamtes hinffel; in seiner Aufregung dann zum Revolver griff und drei deutsche Beamte, die in seiner Nähe waren, nie der schoß. Bezeichnend für die Aus­lass mrg des Regierungspräsidiums ist jedoch der Schlußsatz:Für den Fall, daß die Untersuchung der amtlichen deutschen Stellen gegenteilige Tat­sachen zutage fördern wird, behalte ich mir ausdrücklich die mir geeignet crschci- n e n d e Richtigstellung v o r." Es ist zu hoffen, daß diese Richtigstellung recht bald erfolgen wird, denn die deutsche Bevölkerung hat ein Recht darauf, zu erfahren, wie diese beutfeben Beamten von französischen Kriminalisten niedergesäwffen wurden. Oder ist das Leben eines französischen Soldaten mehr wert als das eines deutschen Post­beamten -

Alldeutscher Verbandstag.

Berl in, 1. S?pt. Ter Gesa m t v o r stand desAlldeutschen Verbandes" hat ge» uern in Berlin getagt, um Programmänderungen, die durch die lebten Ereignisse notwendig geworden ftnbf vorzunehmen. Rechtsanwalt Etaß aus Mamz erklärte in seiner einleitenden Ansprache den Novemberumsturz alsdas größte palitisclte Vrboechen Der We^tgescksichte!" Tie Manier des angeblich neuen Regimes seien im Grunde die Trahtzieher des alten! Der Bries Hindenburgs an Michaelis vom August 1917 7et eine Betätigung für die alldeutsche Politik während des Krieges. Ter geschäftsiühcende Ausschuß will mit allen gegen eine Stimme dem Derbmid ein La-e3 B kenntnis zur Monarchie barschagen. 2er V rband gedenkt dabei nicht bei einer Restsn- fatwn nach französisck)em Muster mitzuwirk.'n. Ihre Notwendigkeit muß twm Balke anerkannt ivcrden. ehe sie stattfinden kann, und das Herr schergeschlccktt selbst müßte leine Rückkehr erar­beiten. Auch muß der neue Monarch der all- deutsckxen Auffassung vom Herrschertum ent prechen.

Freiherr von Vre t i nyho ff-S cheel er­klärte: Rückkehr zur Ddonarchre und Reaktion feien nickü dasselbe. Tas Kaisertum sei mi einer frei- heitlichen Verfassung sehr wvhl verträglich. Ter alldeutsche Verband verlange die Rüclgeivinnung der uns ceraubten Gebiete Stück für Stück aus den Händen der Räuber. Das ist die Forderung einer deutschen Jrredmta. Ter dritte Punkt ist die Einreihung Teuffch-Oesterreichs in d*s Teutsche Reich. Auch für sie lxält der Alldnitsche Ber- banban dem Erlösungsgedanlen fest. Tonn wandle er sich gegen die Borherrsck>aft des Judentums.

Justizrat Dr. Rosin aus Wien überbrachte die Grüße brrGroßeeutsck>en Bereinigung" der deutsch-österreichischen Nationalrersammlung. Die Herrsckaft des Kaufes Habsburg sei für immer vorbei. Falls sie wiederfel/rat sollte, würde man kurzen Prozeß mit ilir machen. Man würbe sich selbst mit den rabilälsten E emen ten zu ih'er D.- ' kämpftmg verbinden. Sie seien Anhänger der Ein- 1 Verleihung TriUsckteOesterrrichH in Dentsii^and, sie verlangen einen Hohenzollern, aber feinen Habs­burger.

Tarrn wurde die Abänderung des Programms i in den einzelnen Punkten beschlossen. ;

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 3. Sept. 1919.

Wann werden beschädigte Geldscheine eingelöft?

Tiefe in der heutigen Zeit des Papiergeldes immerhin aktuelle Frage sei hier einmal behandelt, nachdem sich die Fälle l/äufen, wo halbe Ein- und Zweimarkscheme zur Reichsbank gebracht werden, um dieselben gegen unbeschädigte umzutauschen. Meist haben die Ueberbringer solcher Hälften dies: vollwertig in Zahlung genommen, weil sie irgeirb wann einmal gesprächSnrise gehört haben, daß die ReickjSbank verpftichtet fei, für beschädigte Noten Ersatz zu leistens ober weil ihnen dies die Personen, die ihnen die Hälfte in Zahlung gaben, mit dem Brustton der Ueberzegung einznreden wußten. Ta iich, wie gesagt, solche Fälle bedenNich mehren, liegt der Gedanke so nahe, daß es auch Leute gibt, die es als ein gutes Geschäft betreiben, aus einem ganzen Sck-ein zwei vollwertige halbe zu machen, und so auf die einfachste Art 100 Prozent zu ver­dienen. Auf die Unwffsmheit anderer Leute zu ft» kulieven, hat sich von jeher gut rentiert. Es erscheint angebrackst, der breiten Oeffent lichtete, bc solchen Tin gen oft nur mit der zweifelhaften Kennt­nis des Hörensagens gegen übertritt, den unzwei­deutigen Paragraplsen 4 des Bansge'ettes. in wel- ckpem bi? Ersatzpflicht der Noten ausgebenden Bank

sierende Selbsthilfe der Besitzer Vvn halben Schemen i|t, zwei rechte oder z:vei linke Hälften, Deren Nichtzuiammengehörigkcit schon bei ober- fläcklichem Hiniehen zu erkennen ist, zu einem ganzen Schein zusammenzukieben. Wer sich vor B.-rlusten bewahren will, dem bleibt die kleine Mühe pickt erspart, bei Entgegennahme falcher Sck.ein? dieselben auf obenange ührte Falle hin' zu prüfen. Zwei zusammengehöiende ften eines Scheines sind besonders daian zu erkennen, baß m den hierbei auseinandergerissenen groß gedruck­ten Worten wieTar.ehenska'seniätein" iXk-r Reicksschu:Denverwallung" bei Äufeinanderhateon der Hchslen nickst mehrere Buchstaben fehlen, wie

meist zu beobachten ist, wemi die Hälften durch Beichneiden aneinander gepaßt sind.

** Für Gemüse find ab 1. September für Hesien und den Regierungsbezirk Wiesbaden ftst- gcnde Höchstpreise seitgesetzt:

Äleinbanteb#

50 Pf.

50 Pf.

Aur Hessen.

Die oberhkf'ische Bauernbewegung.

# e t a m m b e i m, 3. Sept. Im der Geiß'- schen Wiitsck^i t wurde eine Ori g uppe deslH effv» schenBauernbundes ge^cüiidet, ixr 52 Mit- stlt der beit arten Vor.itzender wurde H i. rickr Heß, Stellvertreter Richard Schmidt, Sch iuführcr Peter Braun VII., Beiliber Bollbrecht Meub, Heinrich ^chenk VI. und Wilhelm Rau. In Staden wurde eine Ortsgruppe gekündet, der 27 Mit­glieder beitraten, in Dorheim traten 40 Mit­glieder einer Ortsgruppe bei. Vorsitzender wurde Georg Wilhelm Reuß, Stellvertreter Christian Gottl>arb 3if <irb, Sch.i t ü ver Georg Wil. em Schäfer zu Beijitzern Heinrich Christian Jfflond unb Albert Fritz.

» Lindenstruth, 3. Sept. Hier und in Saasen wurden nach vorauSgegan^.men Bor- trägen in Der ammlimgen Ortsgruppen des Hessischen Bauernbundes gegrüntet. Tie Ortsgruppe in Lindenstruth zählt 25 Mitglieder, in Saasen oO Mitglieder. Vorsitzender dec Orts­gruppe Lindenstruth ist Wilhelm M I.

4>erwalters See fand gestern unter ungetruer '-großer ®eteiJiguHg der Ludwigshafener Äastilke- rung statt, lieber die Vorgänge am letzten Freitag an Ludwigshafener Hanptr-oitamt gibt die pfäl­zische Regrerung mit Genehmigung der französi- fchen Besatzurrgsbehörde euren amtlichen ftommen» <ar heraus, nachdem bis zur Stunoe jede erbeut* Eiche Untersuchung durch deutsck-e Stellen fehlte, die nähere Angaben gestatten würde.

Speyer, 2. Seoi. (Wolff.) Ter stellver­tretende Regiecungsprästdent der Pfalz l>a'te mit dem General ,Fayo11e, Oberbefehlshaber der sianzösifchelr Heeresgruppe in der Pfa z, eine Be- kpvechlmg, in dec General Fayolle den Regicrungs- präsidentm die Versicherung gab, daß die Be-: sa.ungsb.h rden tu der Pfalz tüchen Frage, -die eilte rein deutsche Angelegenheit sei, unbe­dingte Neutralität beobachten würden. Temgemäß sei allen Gruppen und a.len Parteien vhrre Unterschied dec Richtung grundsätzlich die vollste Freiheit gefvähr'eistet, die pfälzische Frage in Wort unb Schrift, in Bersammlunge:, wie in der Presse, sack'ich zu erörtern. Voraus'etzung ser lediglich, baß bei der Behandlung bei pfälzischen Fvage jeber Angriff unb jede Unterstellung gegen» über bet französischen Regierung und der sran- iöfifdien Armee unter allen Umstünden unlerbieirx.

Tazu ist zu bemerken, daß bis jetzt die unter-

Bei der stäbt. Obst» und Gemüse-» stelle kommen morgen und bie folgenden Tage Weißkraut, Gelberüben, Roterüben, Kahlraben, Römisch kahl, Gurten, Aepfel unb Birnen »um Berkans.

* Gefangenenheimkehr. Unter dem Klange der Glocken zog gestern nachmittag der erste größere Transport unserer etiblichi aus Fem-- deshand erlösten Brüder durch die schon seit langem zum freund4ichien Willkomm geschmückten Sttaße« unserer Stadt. Es nuten 955 Mann: bis auf vier Kranke alles gesunde unb unverwundete Männer. Sie kamen aus englischer GesM'.genschast vow' Lainmellager von Calais. Es waren durchveg von der Sonne sehr gebräunte Leute in Didjeftaltiyn, oft. Phantastischen Uniformen. Tie Leute fnlxn meist ernst brem. Lastet doch allen diesen vielfach fdon seit Jahren von ihrer Familie abwesenbeir Männern die drückende Frage der Ungeivißheit auf der Seele: wie wird's zuhtuie ausselien? Tie Anteilnahme der Bevölkerung Idjt diesmal er srcul ick erweise sehr rege: rvahrscheiuliä!' eine- Folge der reck.tzeitigen Anmeldmig des Transports. Besonders auch die weibliche Jugend bereitete Den# Heimkehienden einen freundlichen Emvfaug, der auch durchaus begründet war, denn den treuen Landsleuten waren draußen walnlich kerneilei Zärtlichkeiten zuteil geworden. der Kom­mandantur des hiesigen TurchgaugSlagers wird uns noch mitgeteilt, daß in zioei bis drei Tagen mit weiteren größeren Transporten zu rechnen fet

** Stellen für heimkehrende Kriegsgefangene in der Reichswehr. Zur Tutchsührung der Verminderung des HeeteS auf Grund des FriedenSveritages sind tünftigbiit Neu an Werbungen unb Neueinskeslnngen in bie Reick-swehr verboten. Für -urLkkebrende Kriegs­gefangene unb bie bei Abwicklungffie.len zurück- gelxiltcnen Kapitulanten wirb eine beitimmte An­zahl von Unteroffizier- unb Ndamiftiafts-Ltellei« osf-engehalten werden. Es cmpftehlt sich- daher nicht, zum Zivecke der Meldung noch Vostspielige Reifen zu Werbestellen oder Truppenteilen zu unterneh, nehmen, da sie ohne Erfolg fein werden.

** Heber 3 V« M illionen für Kriegerwaisen! Die Krieger-Fecht- anstatt, eine her großen Wvhlsahrtsein- richtungen des Deutschen Kriegerbundes, hat seit ihrem Bestehen (1884) bis zum Jahres­abschluß 1918 durch kleine Sammelbeiträge die gewaltige Summe von rund 3 250 000 Mark für die Waisenhauszwecke des Deut­schen Kriegerbundes aufgebracht. Der Deutsche Kriegerbund besitzt heute bereits fünf Wai­senhäuser, zwei weitere sind im Entstehen.

♦♦ Tie Ausgabe der Holz zettel -um Bezugs des ftäbtifdxm Brennlw »'s sinoet morgen nicht statt. Tie Ausgabezeiten werden neu ge­regelt unb bemnächst bekanntgegeben.

♦♦ Pakete auS Amerika. Auf den Zoll­ämtern lagern gegenwärtig Tausende von Pa­keten aus Amerika, die ihre Empfänger nicht erreichen können, weil die Ein fu hrbewil-

für beschädigte Noten klar formuliert wird, in Er- mnerung zu bringen. Er lautet:Für beschädigte Noten hat die Bank (die Rrichsbank) Ersatz zu leisten, sofern der Jnl^aber einen Teil der Not: vräientiert, welcher größer ist als die Hälfte." Wird also, wie in den oben angeführten Fällen, genau die Hälfte einer Note präsentiert, so ist die Bank nicht ver) "

i)öt5ftpreU

Stangenbohnen 32 Pf.

Buschbohnen 32 P .

Wachs- u.Perlbohnen 38 P .

Pufibohnen 15 P .

Erbsen 30 P.

Ragna Gvendburg.

y io man von Anny Wothe.

kNachdruck verboten.) Fortsetzung 49.

Sven, mein kleiner Sven," bauefite die jung? Frau, erschüttert die Sxmb auf die überquellmden Augcn pvessend. /r3ft cs möglich, du Gute, Ein­zige. Tas hast du gewagt, die gefahrvolle Reise mit dem Kinde, nur um deiner armen, kleinen, verirrten Schwester das Sterben leicht zu machen, o, wie soll ich dir danken, bitte, laß sie kommen, laß sie zu lyir, die Zeit eilt und es dunkelt bald."

Tu wrrst leben, Sigrid, für dein Kind wirst du lebm!"

Stein," sagd? Sigrid hart.Ich will nicht," dann richtete sie ihre Augen groß und glänzend nach der Tür, durch welche Ragna soeben ein paar Worte sprach-.

Ernst, düster, bleich, die dunklen Haare an den Schläfen leicht ergraut, ftanb Sven auf der Sckfwelle und trat langsam zögernd auf Sig­rids Lager M. Sie sah mit einem unbeschreiblichen Blick von Wechi und 8teue zu ihm auf, so daß er vollständig entwaffnet, mit fast angstvollen Augen auf die hinfällige Gestalt blickte, bie seine bar» ««reichte Hand mit einem leifan Wehelaut an bie Lippen zog.

B?rgib, vergib, Sven," schluchzte sie,vergib mir alles, was ich dir getan, damit ich ruhig sterben kann cs, ist so süß zu nihen."

Tu hast gebüßt, Simid," sagte er sanft, die Locken van ihrer fieberheißen Stirn streichend idinx-r gebüßt für den kurzen Trmim von Glück, «r keiner Ivar. Um diesen da," sagte er mit wclx'm Lackeln auf das tintig zappelnde Kind, das Ragna herein trug, ireifcnD,laß uns versuchen, auch ohne Li-cbe zu leben, als treue Freunde, a'.s gute Ka- ntvnit>*n, damit unser Kind den Sonnenfdjeüi des lElteru Hauses nicht entbehrt."

Sigrid bedeckte Svens Hände.mit Küssen und

Tränen und als man ihr bas Kind reichte, bas mit großen, erschrockenen Augen zu seiner Mutter auf» lab, da ging eS wie ein Leuchten über bad blasse Antlitz.

Sie beugte sich über das rosige Kinderantkitz und bewegte murmelnd die Lippen. Keiner ver­stand bie Worte, aber Ragna und Sven wußten, baß es ein Gebet war. Unb dann legte sie das Zttnd tief aufatmenb in Ragnas Arme unb sagte leise:Versprich mir, ihn zu erziehen, so gut, so rein, fo svamm wie du. Sein Vater wird damit zufrietx'n sern. Es ist mein hei. igstes Be.inack)Mis an dich, die ich liebe und deren Große mir ein Traum ja lächele nur ein süßer Traum erst ganz gezeigt."

Glaube mir Ragna," ju^r sie leise fort,in den stillen Tagen meiner Leidenszcit hier, hab? ich es tief und heiß empfunden. Nicht im Welt­getriebe da draußen blüht uns ^as echte und wahre Glück, fanbmi daheim in beschaulicher Stille int Leben und Wirken für die Ftrmilie, für das Glück der Unfern, da wurzelt die Seligkeit, die das Weib hoch emporhebt, bis dort hinauf, wo die Ad er kreisen. Nicht die Ruhmessck>wnnge trägt auiwärts äu der glänzenden Sonnenhöhe, son­dern bi? Liebe allein trägt uns hoch hoch empor!"

Jäh brach sie ab ihre heißen Lippen suchten das Händckien des kleinen Sven, das sich ihr ent­gegen streckte, zu küssen, dann sank sie mit einem leisen, ächzenden Laut zurück.

Ragna wiegte das Kind auf ihren Armen. Sigrid ließ es mit einem süßen, wehen tiädFht gcichehen.Wie ist das Sterben schön!" sagte sie leise, tvohlig die Sorten Glieder unter der Teck? delwed,komm Sven, setze dich zu mir und laß mich an deinem Herzen jd^afen schlafen ich!äsen!"

Sven hielt bas rotgoldene Köpfchen lautlos an seiner Brust. Mit einem Blick unsagbarer, er- bainrenb.T Liebe sah er auf fein junges Weib

hernieder, bas hier, bas fühlte er, sich zum ewig?n Schlummer neigte.

Ter Sonne letzter Strahl verglomm unb zit­terte noch einmal über bie rotglänzenbe Haar- maffe an seiner Brust, dann sank der letzte Fun­ken still ins Meer.

Noch einmal hob Sigrid den Blick, leuchtend umschloß er das jauchzende Kind und Ragna, die es auf den Armen hielt, dann irrte ein Lächeln, süß und kinberhaft über bie bleichen Züge und dann wcrr's vorbei.

Wie ein befreiter Vogel flatterte ihre S?ele zum Licht.

Tas Kinb haschte jauchz-enb nach den duftigen Rosen da draupen, deren Blüten entblättert im Windhauch starben.

Nun wül ich dich tragen, mein Mück, mein Traum, Mein Lieb, hock über das Weltenall, Wie -rinft der Abler bie Nack)tiaall Barg unter weichem Schwinge.!säum.

Ich will dich wiegen im Sonnensck>ein. In golbnem Friebcai, weltentrückt. Und du sollst fingen teifbcglückt, Tein Liebeslied für mich allein.

Prinz Emil von Schönaich-Cavolath.

Zwei Jahve, oft zu kurz für das Glück und lang, unendlich lang und gualvoll für bm, welchen das Glück mridtt.

Nach langer Wanderung wir Graf Sven end­lich nach Svendburg zurückgekehrt. Er stand im Wohnzimmer am geöffneten Fenster und blickte hnnaus auf das Me?r, das rin sanfter Windhauch in fronte W?!len zwang. Die großen, hohen Flügeltüren des Gemaches, die nach dem Garten führten, wa'.ten weit geöffnet. Betäubend zog der Tuff dcr Rosen ins Zimmer, die da draußen in Fülle blühten. Heiß flackerten die Kerzen bei großen Kandelaber, bte auf dem Kaminsims brann- tot. Aus einem Tischchen davor stand eine vor. roüban W«n um kränzte Schale voll buftiger Erd-

tertjen und blutrot funkelte köstlicher Wem in krysda! lenen Kelcl-en.

Alles mahnte zum Genuß, aber dumpf und schwer lag es auf Sven. Es war ihm, als müßte er eriticken in seinem eigenen woh.igen Heim. Hinaus, nur wieder hinaus, war der einzige Gedanke feiner Seele. Am Nachmittage war et brimgefomm.m. Es hielt ihn nicht länger in der Fremde. Tie Sehnsucht nach seinem Jungen machte ihn krank. Eine anbete Selm sucht bürste er nicht haben. TaS hatten ihm bamals RagnaS große ernste Augen deutlich gesagt, als er ausgezogen war, :>m ihr, wie er sich sagte, Platz zu machen. Unb wie gern bnttc er es doch gefeiten, wie befaeligte ihn der Gedanke, sie als Hüterin seines Kindes in dem alten schlöffe zu wissen, gewissetnraßen als einen Teil fernes Herzens.

Ohne Sigrid kehre ich nicht wieder zurück," l-atte er damals vor zwei Jahren an Ragna ge­schrieben, und er hatte Wort gehalten Aber wie anders wat ber (rinzug gewesen, al- er ihn sich gedacht.

Tot und starr, Orangenblüten in den tufot Locken, das bleiäte Geichlchen von einem GlückS- lädteln übersonnt, ho hatte man sie eingesorgt, die Frau, bie ihm so bitter weh getan, und der er doch nicht zürnen konnte. Wie ein holde« Frühlingskino war sie ihm noch im Tode erschicnen, imi> voll bitterer unb schmerzlicher Reue hatte er empfunden, baß er es nicht verstanden, bte zarte WmiberblÜte zu hegen unb zu pflegen. Im Ver­ein mit Ragna hatte er Sigrid aus dem Süden Iteimgebracht, damit sie in heimatlicher Erde, in icm stillen dunklen Schloßpark, den sie so feixt geliebt, schlafen konnte und au Gruben von allem Leib. Es war gerabc der Lenz in- nordische L.ind »tezogen, als sie bdmfamcn. Alle Wege umblüht >in blauen De-lchen, alle Lüsche gcsckmückt mit Invspendem Grün. Unb der Leine Sven batte dazu gelacht unb gejauchzt unb ganze ©üidjd ion halbzetdrückte« Aeilchat auf Sigribs Grab geworfen. (Fortsetzung folgt.)