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Kreis Schotten.

Schotten, 3. Sept. Nach Beschluß des Kreisansschusses wurden die Gemeinderats-- wählen von Burkhards und Wohnseld für ungültig, die Wahlen des Wilhelm Fiscl)er zu Schönhausen und Adolf Roth von Glas­hütten als Bürgermeister für gültig erklärt. , # Sellnrod, 3. Sept, Goldene Hoch­zeit feierten die Johannes Frey V. Eheleute.

Krcls Friedberg.

= Friedberg, 3. Sept. Tic Stadtverwal­tung beabsichtigt, im kommenden Frühjahr ein gröberes Gelände in der Näl-e der Stadt in Stücken von 200 Quadratmeter als Gartenland zu verpachten. Tie Firma David Krämer, Koh- lcnhandlung, Hanauer Straße, hat sich mit der Farma Gustav Schwarz u. Söhne, Kohlcnhandlung, vereinigt. Ter neue Name der vereinigten Firmen lautet: Gustav Schwarz u. Söhne, G. m. b. H., Abteilung II., Kohlen und Baumatreialien.

Ans dem AmLsverkündigurrgsblatt.

** Tas Amtsverkündigungsblatt Nr. 82 von«. 2. September enthält folgende Be­kanntmachungen: Verordnung über die Preise für Phosphordüngemittel. Verordnung über die Preise für Stickstoffdüngemittel. Verordnung über die Bildung einer Preisausgleichsstelle für Thomas- phosphatmehl. Bekanntmachung zu der Ver- ordming des Bundesrats über künstliche Dünge­mittel vom 3. August 1918. Verordmmg über künstliche Düngemittel. Errichtung einer Bäckec- zwangsinnung für den Landkreis Gießen. Aus­schluß unzuverlässiger Personen vom Handel. Feldbereinigung Dreis an der Lumda.

Tic Preise für Phosphor säure- düngemittet sind neu festgesetzt worden. Tie Preise für Superphosphate find für zwei Gebiete festgesetzt. Gebiet I umfaßt Deutschland mit Aus- nalMe der Freistaaten Bayern (einschließlich Pfalz), Württemberg, Baden, der Provinzen Star­kenburg und Rheinhessen, des Freistaates Hessen und der Hohenzollernschen Lande. Gebiet II um­faßt die von Gebiet I ausgenommenen Gebietsteile. Sie betragen für 1-Kilogrammprozent zitratlös­liche Phorsphorsäure im Gebiet I 418 Pf., im Gebiet II 410 Pf. Maßgebend ist der Höchstpreis des Gebietes, in dem die Vollbahnstation des Empfängers; liegt sie im Gebiet II, so gilt der Höchstpreis ab Frachbausgangsstation Bingen. Zahlung: Barzahlung mit V/j vom Hundert Ab­zug. Die Preise für Thomasphosphatmehl be- t.agen für 1 Kilogrammprozcnt Gesamtphosphor- säure 67 Pf. und zitronensäurelösliche Phosphor- säure 78 Pf.

JndenPreisenfürStickftoffdünge- mittel sind ebenfalls einige Aenderungen ein­getreten.

Eine Preisausgleichs st elle für T h o m a s p h o s p h a t m e h l wird zur Regelung dcS Preisverhältnisses zwi chen den im Inland her- gestellten und dem eingeführten Thomasphosphat- mehl errichtet Diese Preisausgleichsstclle unter­steht dem Reichswirtschaftsministerium. Durch eine Umlage werden die Mittel aufgebracht, welche zur Förderung der Einfuhr und zum Ersatz des Aus­falls von Frachtvorteilen in den Fällen erforder­lich sind, in denen die Lieferung nach Orten süd­lich der Linie Lengeler Prüm Gerolstein Mayen Andernach Koblenz Gießen Marburg Treysa Hersfeld Bebra Eisenach Weimar Jena Eisenberg Crossen Zeitz Altenburg Glauchau Chemnitz Aue Johanngeorgenstadt ab rhei­nisch-westfälischen Werken erfolgt. Mit der Umlage wird das Thomasphosphatmehl belegt, welches vom 1. August ab aus eigener Erzeugung als Dünge­mittel abgesetzt worden ist. Zur Zahlung der Um­lage ist der Erzeuger verpflichtet. Bis auf weiteres werden folgende Umlagebeträge festgesetzt: für ein Kilogramm (Äesamtphosphorsaure 33 Pf., für ein Kilogramm zitronesäurelösl. Phosphvrsäure 39 Pf. Wer Thomasphosphatmehl erzeugt ,hat der Preis­ausgleichsstelle oder der sonst dazu bestimmten Stelle bis zum 15. jedes Monats, erstmalig bis zum 15. September für die Zeit vom 1. August bis 31 .August schriftlich anzumelden, wieviel Thomasphosphatmehl er im vergangenen Monat abgesetzt hat unter Angabe des Gehalts an Ge- amtphosphorsäure oder zitronenlöslicher Phos­phorsäure. Beim Verkauf von Thornasphosphat- mehl darf die Umlage dem Preise zugeschlagen wer­den, auch wenn dadurch der Höchstpreis über» chritten wird. Für Thomasphosphatmehl, das vom 1. August ab auf Grund eines vor Inkraft­treten dieser Verordnung geschlossenen Vertrags geliefert wird, kann neben dem vereinbarten Preise ein Betrag in Höhe der auf die gelieferten Mengen entfallenden Umlage gefordert werden, auch wenn durch den Zuschlag der Höchstpreis überschritten wird. Tie Umlagebeträge werden nach Anweisung des Reichswirtschaftsministeriums neben den oben­genannten Zwecken zur technischen imb wirtschaft­lichen Förderung der Kunstdüngeranwendnng in der Landwirtschaft und zur Deckung der Unkosten der Pveisausgleichstelle verwendet.

Die gewerbsmäßige Herstellung von Mischungen aus schwefelsaurem Ammo-1

tiyung noch Nscht geregelt ist. Es handelt ftc6| Am Lebensmittel, also um Gegenstände, ine rwcy immer nicht im Ueberfluß bei uns vorhanden und die bei längerer Lagerung dem Verderb ausge­setzt sind. Die deutsche Valuta wird durch solche .Auslandssendungen in keiner Brife berührt, weil dafür ja keine Gegenleistung in Bar nach Amerika tzurückf ließen Unter diesen Umständen ist es also tun verständlich, warum sich die oberste Zollbehörde nicht zu ciirer generellen Verfügung ausrafft, daß Pakete aus dem Ausland dem Empfänger aus- Bulicfem sind, wenn dieser einwandfrei nachweisen Kann, daß es sich um Liebcsgabensenüungen

Handelt.

** Entwendet '.vurde am 31. August, abends gegen V-12 Uhr, von einer Bank in der Süd-Anlage neben der Jvhanneskirche ein schwarz- orauer zweireihiger Wintcrulster, in dem sich ein Paar graue Glacehandschuhe, ein weißes Taschen­tuch und vier Schlüssel befanden, und ein schwarz- seidener Handbcutel, der ein weißes Taschentuch, rin kleines braunes TamenportemVnnaie mit etwa, 6 Mk., eine Nagelfeile, ein kleines Messerchen und 5 Schlüssel enthielt. Für Herbeischaffung der Sachen und Ermittelung des Täters sind 50 Mk. Belohnung ausgesetzt. Am Donnerstag, den 28. August wurde in dem Schalterraum des Post­amtes in der Bahnhofstraße eine schmale längliche Lackleder-Handtasche entwendet. Tie Tasche ist hell- lila gefüttert und enthält, ein..Gefach, in dem sich ein silbernes Portemonnaie mit 20 Mk., ein Visi­tenkarten äsckchen mit Visitenkarten auf den Namen Kätl)e Brauer", ein Hundertntarkschein mit rotem «Stempel uno ein weißes Tasck-entuch, gezeichnet rot M. W.", befanden. Ferner wurde durch Ein­steigen in ein offenes Fenster in der Augenklinik 125 Mk. gestohlen. Sachdienliche Mitteilungen er­bittet die hiesige Kriminalpolizei.

** De r Maschinenbauer-Gesang­verein beschloß am 27. August in seiner &e- «reralversammlung in Zukunft den NamenGe­sangverein Frohjinn" zu fuhren. Anlaß zu der Nantensänderung gab die allgemein bestehend« Auf­fassung, cs könnten nur im Maschinenbau be­schäftigte Leute Mitglied dieses Vereins werden.

** Geschäftsjubiläum. In der Nott; kn uplerer gestrigen Nummer über das Jubiläuni bei brr Firma Gg. PH. Gail ist richtig zu lesen: Heinrich Aubel.

Landkreis Gießen.

-m. Langsdorf, 3. Sept. Unter beit gestern Stad) Gießen Mrückgekehrten Gefangenen befindet sich auch ein Sohn unseres Ortes, Heinrich Pauli. Er war feit drei Jahren in englischer Gefangen­schaft; seit einem Jahr traf keine Nachricht mehr von ihm ein. Umso größer ist die Freude seiner Altgehörigen, den schon totgeglaubten nun bald wieder in ihrer Mitte zu haben.

ga. Grün berg, 2. Sept. In der letzten Gemeindcratssitzung wurde folgendes mitgctcilt: Auf einer Bürgermeisterversammlung bie in Gießen statt fand, teilte das K'reisamt mit, das; die Beauftragten des Viehhandelsverbandes, die bet den Landwirten das Vieh zum Abschlackten -u beftimmen batten, infolge der Erlebnisse wäh­rend der letzten Bauerttben^gung ihr Amt nicht mehr anszuüben gedächten. Ta die BcmernvMtnt- yungen freiwillige Lieferung versprvck;en hätten. Mle, gestützt auf dieses Versvrechen, der «erftuf.i gemacht werden, das ftlr die Versorgung mrbedingt nötige Vieh ohne Zwischenvermitllung zu beschaf­fen. Nacki der Umlage für die einzelnen Orte des /Kreises hätte die Stadt Grünberg wöchentlich^ 2 Kälber und 2 Rinder aufzubrrngen. Tie Bürger- meiiter wurden nun beauftragt, festzustellen, ob «in ihren Orten dio Möglichkeit einer derartigen sveiwüligen Lieferung besteht. Zur Erörterung im Gemeinderat waren die beiden landwirtschastlichen Mitglieder des Arbeiter- und Bauernrats Auaust Frank und Ghriftobb Trinkaus IV., sowie der Ka- tast<v.-sührer Röhm und die beiden Viehauffäufer Dosmairn und Zimmermann zugezogen. Nachi ein­gehenden Besprechungen kam man zu dem Beschluß, daß ein Ausschuß bet den Viehhaltern die nötigen Ermittelungen au stellen soll.

Kreis Büdingen.

P- Nidda, 1. Sept. Zur Hauptversammlung des Veteranen Verbandes Nidda und Um­gegend hatten sich 34 MitgliÄ»er von 60 noch lebenden Veteranm aus beit Feltyügen 1866 und 1870/71 eingefunden. An Unterstützungen wurden 345 Mk., ait Sterbegeld 320 Mk. ausbezahlt. Bei der Wahl wurde Kamerad Hammel als Vorsitzender und Edelmann-Ober-Lais als Schickftführer neu-, die übrigen Vorstandsmitglieder durch Zuruf wie­dergewählt.

Kreis Lauterbach.

** H e r b st e i n, 3. Sept. Tas Hess. Gesamt- Ministerium hat am 12. August auf Grund des § 80 des Bürgerlichen Gesetzbuches, des Artikels 7 des hessischen Ausführungsgesetzes zum Bürger­lichen Geietzbuck) und des Artikels9 der vorläufigen hefiischien Verfassung, dieBerlit-Krieger- heim statten ft i ft nngHochwald hausen^ Mit dem Sitz in Herbstein als rechtsfähige Stif­tung genehmigt, mtd zwar mit Wirkung vom 4. Juni 1919 an.

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nrak mit Superphosphat, Natrium-Ammvnkum- Sulsat mit Superphosphat, schwefelsaurem Ammo­niak mit Superphosphat und Kali und Natrium- Ammonium-Sulsat mit Superphosphat und Kali wird mit der Maßgabe gestattet, daß die fertige Mischung mindestens vier vom Hundert zitratlös­liche Phosphorsäure und höchstens vier vom Hun­dert Kali (K8 0) enthält. Die gewerbsmäßige Her- ltellung dieser Mischung ist nur den Personen ge­stattet, die sie schon vor dem 1. August 1914 ge­werbsmäßig her gestellt haben. Der Preis der Mischung berechnet sich nach dem Höchstpreis für Stickstoff und Phosphorsäure. Der Kalipreis im Mischdünger darf den jeweiligen Preis für 20pro- zeuttges Kalidüngesalz ab Frachtausgangsstation um höchstens 8 Pfennig für Beförderungskosten für d-as Kilogramm Kali (K2 0) übersteigen. Ms Mischlohn dürfen außer dem Höchstpreis 3,50 Mk. 100 Kilogramm berechnet werden.

Tte Errichtung einer Böcke r zwang s- tnnung für das Landkreis Gießen ist bean­tragt worden. Alle selbständigen Handtverker, die im Kreis das Bäckerhandwerk betreiben, werden aufgefordert, dem Kreisamt schriftlich oder münd­lich in der Zeit vom 15. bis 25. September mit- zuteilen, ob sie sich für oder gegen die Errichtung der Zwangsinnung aussprechen. Tie Abgabe der mündlichen ErAärnng kann während des ange­gebenen Zeitraumes Wochentags von 912 in den Dtensträumen des Kreisamts Gießen, Zimmer 11, erfolgen. Die Abgabe einer Aeußerung ist auch für die Handwerl'er erforderlich, die beit Antrag auf Errichtung der Zwangsinnung gestellt haben.

Der Kreisausschuß hat durch Beschluß vom 25. August den Metzger Johann W i ß n e r von Rüddings Hausen als unzuverlässige Person vom Handel mit Fleisch und Fleischwarm ausge­schlossen.

zu machen. Ter Rat des internationalen FriedenS- bureaus fügt sich aber jetzt sckwn einfach dem Ur­teil an, daß die Entente gefällt hat, die jedoch in per Frage der Verantwortlichkeit selber Partei ist. Ob dieses Verfahren den wirNichen pazifisti- fchen Grundfätzen entspricht, darüber darf wohl gestritten werden, und ebenso über die Frage, ob jene deutschen Pazifisten, die sich Deutschland gegenüber auf den Standpunkt gestellt haben, von dem aus die Entente in dem Der failler Frieden diktiert bat, Anlaß haben, auf den Glückwunsch des Rates des internationalen Friedensbureaus stolz zu sein.

Eisenbahnminister Oefer an die Werkstätten- arbeitet.

Berlin, 3. Sept. (W. B.) Den Abend­blättern zufolge weist Eisenbahnrninister Ocfcr in einem Aufruf an die Werkstättenarbei- tcr darauf hin, daß es zur Förderung der Re­paraturarbeiten unbedingt nötig sei, Versamm­lungen irgendwelcher Art auf die Pausen und nach dem Betriebsschluß zu verlegen.

Die Entschädigung für die Tötung des Sergeanten Mannheim.

Berlin, 3. Sept. (W. B.) Wie die Abend­blätter melden, wurde die eine Million in Gold, die Frankreich für die Ermordung des Ser­geanten Mannheim als Buße von der Stadt Berlin forderte, der deutschen Regie- rung von privater Seite angeboten. Die Regierung nahm die Summe an und führte sie an die französische Regierung ab. Sie betonte aber dabei, daß sie an ihrem Rechtsstandpunkt unver­ändert festhalte, und daß ihr der Betrag von privater Seite ausdrücklich für Zwecke des Rotev Kreuzes überlassen wordm sei.

Turne».

4 Ortenberg, 3. Sept. Bei dem Feld­berg t n r n f e st, das in diesem Jahre in Homburg abgehaltcn wurde, errangen vom hiesigen Turn­verein in der Unterstufe Heinrich. S chen k den 10., Otto Engel den 18., Gustav Rüger den 21. Pr.

Vermachtes.

* Ein weiblicher Bürgermeister. In dem Rhöndorse Steinberg wurde eine Frau (die erste in Deutschland) zum Bürgermeister ge­wählt. Die Wackere lieißt Fvau S ch n chi e r t und ist Besitzerin einer Gastwirtschaft. Als solche hatte fie im Verkehr mit ihren Stammlischyäften mehr­fach die Amtsfülwung ihres Vorgängers auf dem Bürgermeisterstuhl bemängelt und in scharf ab­fälliger Weise krittsiert. Ter BürgermMer, dem diese kritischen Aeußerrmgen natürlich nicht ver­borgen blieben, rächte sich dafür auf höchst originelle Art. Als nämlick- seine Amtsperiode abgelaufen war, trat er zurück und schlug der ernannten Ge­meinde vor, der Frau Gelegenheit zu geben,es besser zu machen". Nach einiger Ueberlegung nahm die Gemeinde diesen Gedanken auch auf, und schon sah sich die streitbare Wirtin einsttmmig zum Bür­germeister gewählt. Man erwartet nun im ganzen Torfe Taten von Frau Schuchert, die, wie es heißt, seit dem Tage ihrer Wahl ein wenig einsilbig ge­worden ist.

Meteorologische Beobachtungen der Station Gictzeu.

Höchste Temperatur am 2.9. 21.4°, 3. 9. =13.7°.

Niedrigste 2.9. 4.9", 3. 9. = 4.8°.

Datum

Temperatur der Luft

Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

(Ererb 6er D.wöt» hung in Irhniel her sichtbaren Hln.ntelsflächr

Wetter

2.9. nm.

21.4

7.0

37

meist heiter

2. 9. abds.

13.5

8.2

71

1

trocken

3.9. vm.

7.4

7.2

93

1

nachts Tau

Letzte Nachrichten.

Amtliche Kritik an deutschen Pazifisten.

Berlin, 2. Sept. (WTB.) lieber den N a t des internationalen Friedensbu­reaus (Siehe Leitartikel!) wird von zuständiger Seite bemerkt: Tie wahren pazisisttschen Grund­sätze, von denen der Rat des internationalen Friedensbureaus spricht, gebieten doch wohl, daß gegen jedes Volk unparteiisch Gerechfigkeit geübt wird. Nur eine unparteiische Untersuckmngskom- misfion, der alle Archive zugänglich sind, uno vor der beide Parteien gleichmäßig zu Worte kom­men könnten, wie es in dem deutschen Weißbuch betr. die Verantwortlichkeit der Urmeter des Krie­ges heißt, könnte versuchen, ein Urteil darüber zu fällen, welches Maß von Verantwortung jeder einzelnen Regierung an der von allen Völkern gefürchteten Kriegskatastrophe beizumessen ist. Von deutscher Seite wird, wie vielfach schon betont worden ist, alles getan, um das in den deutschen Archiven vorhandene Material zur Lösung der Fraget, um die es sich hier handelt, dienstbar

Ein Schleichhändler.

Berlin, 3. Sept. Wegen Schleichhan­dels, SBudjer und Viehdiebstahl sowie Geheim­schlachtung wurde in Elmshorn der u n ab­hängige Parteiführer Schult zu 2Vs Jahren Zuchthaus verurteilt, obwohl er ankündigte, daß ihm noch im Laufe dieses Monats die all­gemeine Weltrevolution befreien würde. Sein Mit­helfer hatte es vorgezogen, zu flüchten.

Dom Kampf gegen die Bolschewisten.

London, 2. Sept. (WTB.) Reuter. Amt­lich. Es ivirb gemeldet, daß die Russen einen Angriff der Bolsch-ewisten abgeschla­gen und E m p i f a genommen haben. Sie. haben mehrere Eisenbahnzüge erbeutet. Bei einem erfolg* reichen Unternehmen am Ostufer des Onega-Sees wurden 150 Gefangene gemacht und 5 Maschinen­gewehre sowie 300 Gewehre erbeutet.

Kopenhagen, 2. Sept. Einem Telegramm ans Heisingsors zufolge find dort der Chef der englischen Streitkräfte im Finnischen Meer­busen, Admiral Coban, und der Chef der eng» lischen Militärmission in den Ostseepvovinzen, Ge­neral G o u g h, einaetvofien, um den Plan eines großen Vorstoßes gegen Petersburg vorzubereiten.

Wilson und die Arbeiter.

Rotterdam, 2. Sept. (WTB.) Der Nieuwe Rotterdamsche Courant" meldet an£' Neuyork, daß Wilson in einer Botf chaft an die Arbeiter und Gewerkschafen auffarberte, mit der Regierung im Kampfe gegen den Radikalismils zusammenzuwirkOr. Viele Arbeiterführer sind der Ansicht, daß Wilson die Forderungen der Arbeiter, nämlich Vertretung in der Verwaltung öer In­dustrien und Teilhaberschaft an dem Geivinn, un­terstützen wird. Wilsons Botschaft richtet sich ge­gen die radikalen Elemente in der Ärbfterschaft, die auf Verstaatlichung der Hauptttchustrie hin- fteuern.New Park American" meldet, daß die Konferenz zwischen den Arbeitgebern und Ar» beitnehniem in zwei Wock;en, in Abwesenheit des Präsidenten von Washington, erfolgen wird. ^Nieuwe Rotterdamsche Courant" zufolge erklärte Wilson in dem Mcnnfest noch: Weirn die Slrbet- ter sechs Monate nicht streiken, fo werd? dies dir Erzeugung erhöhen unb ihm die Möglichkeit bieten, die Teuerung zu vermindern. Der Präsident ist überzeugt, daß eine neue Jndn strieze it an gebrochen ist, und die Arbeiter nicht jitfrieben fein werden, bevor sie in der Industrie mitbeftimmen können und Anteile am Gewinn erhalten.

Welt-Baumwoll-Kongrest.

Haag, 3. Sept. (WTB.) Der,,Nieuwe Cou­rant" meldet aus Wachington, daß die amerifc- irische Regierung die Einladungen zum Welt- ba u m wo l lkong re ß, der im Oktober in New Orleans stattfindet, erlassen hat.

Behördliche Anzeigen.

Bekanntmach»mg.

Die im Abdruck nachstehende Felopvlizeiliche Anordnung wird hiermit zur Beachtung in Er­innerung gebracht. Zuwiderhandlungen werden un» nachsichtlich zur Anzeige gebracht.

Gießen, den 1. September 1919.

Ter Ob«bürgermeister. I. B.: Dr. R o s e n b t r g.

Feldpolizeiliche Anordnung.

Auf Grund der Artikel 36 und 43 des Feld- ftrafgesetzeH vom 13. Juni 1904 wird nach An- hörung der Stadtverordneten-Versammlung und rntt Gelrehmigung des Kreisamts Gießen vom 191 < für die Feldgemarkung der Stadt Greßen migeordnet, daß sämtliche offenen o et«flefriebigten bepflanzten @r,inbjtüde m ber Zeit vom 15. Juni ^5^0- Oktober 1919 von abends V6 iQi°or 9fcC n § 5 u0r und vom 16. Cf tobet 1919 ab von abends 8 Uhr bis morgens 6 Uhr geschlossen sind und deren Betreten allen Personen, «uch den Eigentümern, verboten ist. Ausgemunmen smd Flächen, die als Hausgärten bienen und mit dem Wohnhausbesitz unmittelbar verbunden sind.

Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis »u 60 Mk. ober mit Haft bis zu 14 Tagen bestraft.

Diese Anordnung tritt mit dem 15. Juni 1917 im Kraft. (101878

Greßen, den 11. Juni 1917.

>Der Oberbürgermeister. I. V.: Grünewald.

Frühbirnen-Versteigernng.

Donnerstag den 4. September d. Js., sollen an der KreisstraßeLichEberstadt" die Früh- birnen von etwa 20 großen Bäumen versteigert werden.

Anfang um 10 Uhr norm, am Bahnhof Hos- gill-Dorfgill.

Gießen, den 2. September 1919.

Der KveiSbauiiispettor des Kreises Gießen.

Cellarius. (101848

Gustav Braun u. Frau

Liesel geb. Trinkaus

danken herzlichst für die anläßlich ihrer Vermahlung

so zahlreich erwiesenen Aufmerksamkeiten

Gießen (Seltersweg 50), August 1919.

.................LW

Dr. med. Kockerbeck

Zahnarzt 10177

verreist bis 10. September

Allgemeiner Küfertag der selbstünd. Küfermeister der Republii Hessen betreffs: Landes-Verband am 7. September 1919, vormittaaS 10 Ilbr, im Saale^Zum Storchen"«?rautfurta.M.,Saalgassel. Tagesordnung: 1. Gründung des Verbandes

2. Wahl deö Vorstandes

3. Einteilung in Kreis-Verbönden 4. Verschiedenes.

Vertreter sind die Herren Syndikus Schiittler- Darmstadt und Sekretär Sternbeck des Süd­deutschen Verbands.

Wegen der Dringlichkeit, ist es Pflicht eines jeden selbständigen Kniermeisters zu erscheinen.

I. A.: Jakob Schober, Küsermeister.

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