Ausgabe 
3.1.1919
 
Einzelbild herunterladen

"veu ZwttretMden Me Vertttattungsbehärden fyofcen die Zureiserr in txt-5 befette i^biet auf die äußerst brrnglichsbem Fälle zu beschrän- Tei: und sind dafür vcranttvortlich, daß Reisen, für die sie die Passsi-rsck-eine rut^flo stellt hlrb?n, nur zu ben angegebenen Ztv-ecken ibenutzt tvcrbcu. Bei Verstößen hiergegen wird die Allgemeinheit unter der Aufl)ebung der Reister laubnis M leiden haben. Begleiter van Militärtran ^Porten (Ofsz. u. Mannschaften), die nach Coblenz gerichtet sind, melden sich beim Militär-Paßamt des Konnnandeurs der «neutralen Zone, Abschnitt III, in Coblenz, Casrorpfasfenstt. 21 Part. Feritspr. Nr. 493. Die Militärpersonen erhalten auf den Bahn- I^fen in (5 ob lenz von amerikanischen Sol­daten (M. P.) Merkblätter und Ausweise zum Passieren durch Coblenz nach dem Mililär- Waßamt. Die in die neutrale Zone Abschn. III 'beurlaubten Militärpersonen melden sich beim zuständigen Landratsamt ihres Hei- matsmt-'s zwecks Aushändigung eine? vom Ivornmandeur der neictralen Zone Abschn. HI ausgcsertigten Urlaubsscheines. Beurlaubte Militärpersonen dürfen in der neutralen Zone keine Waffen tragen.

Frankfurt a. M , 2. Jan. lPassierschnue fÄr das von den Ainerikauenr besetzte Gebiet.) Es wird bctanntgemadyt, das; für Ausreisen hi das Von Amerikanern besetzte (^bret ein von der Orts- Polizeibehörde ausgestellter und gerempelter Pas­sierschein mit Angcito des Zweckes, Tauer, Ort der Reise mit Perwnalbescheibimg genügt und er- focherlich ist. Ter Passier>N>ein darf nur in äußerst »rüuyeitbcn Fällen ausgestellt werden. Das Polizei­präsidium teilt mit, daß diese Passierscheine in tcn zuständigen Revieren des hiesigen' Polizeibezirks ausgestellt werden.

Arbeiter- und Soldatenrat.

Ans dem Reiche.

Vcrändcriiugen im Auswärtigen Amt.

Berlin, 1. Jan. Der bisherige Unterstaats- feitretär Frhr. v. d. Busschc-Haddenhausen hat einen mehrmonatigen Urlaub nachgcsucht und erhalten. Zum Unterstaatssekretär ist der bisherige Dirigent der po­litischen Abteilung des Auswärtigen Amtes, Frhr. Langwerth v. Simmerna, ernannt worden. Weitere Veränderungen in der handelspolitischen Abteilung und in der Presseabteilung des Auswärtigen Amtes stehen bevor.

Die preußischen Minister.

Berlin 2. Jan. (WTB.) Justizminister Dr. fturt Rosenfeld richiete an den Zeittralrat der deut­schen Republik folgendes Schreiben: Im Namen der preußischen Minister Adolf Hoffmann, Paul Hofsmamr und zugleich für mich, teile ich Ihnen rsÄgnckxs mit: Wir waren verreist bstv. erkrairkt, kömreil uns also daher erst heute zu den Erklärun- gen unserer Genossen Breitscheidt, Hofer, Simon -und Ströbel über deren Verbleiben in der Regie­rung äußern. Wir schließen uns diesen Erklärungen an. Wir stehen anf dem Boden der Auffassung, äderen energische Vertretung dicrch Genossen Barth, -Dittmarm und Haase zu ihrem Austritt aus dem 'Rate der Vollsbeauftragten führte. Auch ivir wün­schen eine Aussprache mit dem Zentralrat. Wir machen von dem Ergebnis dieser Aussprache miser Verbleiben im Amte abhängig.

Eine Demonstration gegen Adolf Hoffmann.

Berlin, 2. Fan. Ueber eine Massendem«nstration der Christlichen Volkspartei im Zirkus Dusch und im Lustgarten, die in Demonstrationen gegen den Kultus- .minifier Adolf Hoffmann auslief, wird in den Bläsi Lern berichtet. Eine Riesenkundgebung von Katho­liken und Protestanten im Zirkus Dusch und unter freiem H mm:l im Lustgarten diente in erster Linie dazu, die beiden Kandidaten, Dr. Maximilian Pfeiffer vom Zentrum und den evangelischen Pfarrer Hecker von der Lutherkirche als Kandidaten für die National­versammlung zu empfehlen. Das bekannte anti­religiöse Auftreten des Kultusministers Hoffmann gab den Vertretern beider Konfessionen Gelegenheit, ihre Kandidaten wirkungsvoll einzuführen. Der Zirkus Dusch war schon vor Beginn der Versammlung so überfüllt, daß die weiter heranströmenden Maßen nach dem Lustgarten geleitet werden mußten. Dort chatten sich gegen 11 Uhr etwa 30000 Menschen ein­gefunden, zu denen von drei Stellen des riesigen Platzes gesprochen wurde. 3m Zirkus Busch sprach zuerst Dr. Pfeiffer, der erste Kandidat der Christlichen Dolkspartei: Wenn seine Partei auch Freiheit für alle Berufsstände fordere, verwerfe sie doch die Gleich­macherei der Sozialisten. Die Christliche Volkspartei .sehe in dem Nebenmenschen nicht nur den Denoffen, sondern den Bruder. Schließlich wurde in den Der. sammlungen der Katholiken und Evangelischen auf gefordert, in geschloßenem Zuge nach dem Kultus­ministerium zu ziehen und gegen Hoffmann zu der inonftrieren. An dem Zuge beteiligten sich etwa 60000 Personen. Getragen wurden die Reichs- farbcn und das schwarz-rot-goldene Banner. Der Zug 1-8----- ........... i" " '

Das imdttsanik Mnteutt des Hemi kalaha» IM.

Roman von H. A. AdamS.

(Nachdruck verboten.) (44

(Fortsetzung.)

Und bann faßte ich meinen Entschlnß. Ich hatte intr noch drei Wochen zn. leben. Ich schwor mir zu, daß ich sie cruskosten wolle. Vetter hatte mir verlvehrt, Horace zu sehen. Ich liebte ihn. Jcl> würde ihn itmuer lieben Ick) sah auch, daß es feinem Zweck für mich hatte, Vater zu bitten, daß er mich mit Horace Zusammentreffen lasse. Er konnte mich nid# vorsätzlich diese drei Wochen noch ab kürzen lassen; und der Arzt hatte gesagt, daß jede Aufregung verhängnisvoll wer­den wurde. AIS ob ich nicht glück­lich wäre, wenn ich Ijcute abend in Hora ces Armen sterben fömite! So schmie­dete ich Pläne über Pläne, bis ich ihn end­lich wiedersah Und ich will mein kurzes Sebert bis zum Aeußersben aus kosten. Daß es sv kurz ist, ist um so mehr Grund, alles Glück eines langen Lebens hiuein,yipressen. 0to.ck>hcr ist alles glerck^iiltig" Voller Leidew schast ließ sie ilyren Blick, der fern in der Stacht geweilt lZatte, yi Galahad zurückcilert Dank Ihnen! Ick) bin glücklich gewesen? Ich hoffte, als ich ineiuL Briese auswarf.

bewegte sich am Dom und an oer Hedwigskirche vor­bei durch die Linden zum Kultusministerium. Der Abgeordnete Pfeiffer hielt eine Ansprache, die in e'-n Hoch auf die demokratische Republik, die gleiches Recht für alle schaffe, au^-lief. Dann wurde der Ver­such gemacht, Adolf Hoffmann in dem Hause zu finden. Als dies vergeblich war, sprach Pastor Hecker zu der Menge und bot Herrn Hoffma n seinen Nenjahrsgruß und erklärte, daß die deutsche Seele ein Porzellanladen sei, den Adolf Hoffmann zertrampeln könne Der Zug bewegte sich dann zur Reich Kanzlei. Keiner der Volksbeauftragten ließ sich jedoch blicken. Pfeiffer erhob nochmals Protest gegen die rein sozialistische Republik und erklärte, daß man nur mit rein geistigen Waffen Kämpfen wolle. Wei­tere Demonstrationen gegen Adolf Hoffmann wurden in Aussicht gestellt.

Admiral Scheer verabschiedet.

Berlin 2. Jan. (WTB.) Dem bisherigen Ehef des Admiralstabes ber Marine, Admiral Scheer, ist der nachgesuchte Abschiri> mit der gesetzlichen Pension beioilligt worden.

Rus Hessen.

Ans dem Wahlkreis Hessen-Nassau und Waldeck.

Eine gutbesuchte Bertreterversamrnlung ber Bezirksorganisationen der Derrtschen Volkspartei für den Wahlkreis Hesseu-Rassau und Waldeck, die am 29. Dezember in Gie­ßen tagte, stellte folgende Kandidatenliste für die Wahlen zur Nationalversammlung auf: Geheimrat Rießer, Präsident des Hausa- bundes, Berlin, Landwirt Krüger-Hoppen- rade, bisheriger Laudtagsabgeoroneter, Ar- beitersekrctär Geißlcr-Frankfurt a M., Stadt- verordnctenvorsteher Chemiker Dr. Kalle-Bie­brich, Frau Julie Bassermann-Mamcheirn, Ingenieur Christian Banfa-Limburg, Stadt­verordneter Rechtsanwalt Dr. Rumpf-Frank- furt a. M., Fabrikant Dr. Heraus-Hanau, Stadtverordneter Behle-Bad Homburg, Schornsteinfegermeister Franck-Frankfurt am Main, Kreistierarzt Lübars-Dillenburg, Pro­fessor Hans Köppo-Marburg, Landesbiblio- tl/ekar Hopf-Kasscl, Schriftsteller Mr. Friedrich Boettcher-Mengeringhausen.

Frankfurt a. M., 31. Dez. (WTD.) 3m Hotel Rose" trat gestern der Ientralausschuß der Zentrumspartei unter dem Vorsitz des Reichstags­abgeordneten Gröber zusammen. Der Tagung wohnte auch Staatssekretär Crzberger, ferner Herold, Bachem, Dr. Pfeiffer und Dr. Müller-Fulda bei. Die Ver­handlungen trugen streng vertraulichen Charakter. Der Wahlaufruf wurde im Wortlaut festgesetzt, ebenso die Leitsätze für die Politik der deutschen Zentrums» Partei.

Lebensmittel.

** Marmelade-Verteilung. Von Montag den 6. bis Freitag ben 10. d. M. einschließlich gelangt in den Kleinhaudels- geschästen gegen Vorlage der Lebensmittel­karte und Abgabe des Bezugsabschnittes Nr. 14 V-, Pfund Marmelade zum Preise von 50 Pfennig zur Ausgabe. Siehe Bekannt­machung.

** Städtifcher Gemüseverkauf in ben Marktlauben. Morgen und folgende Tage kommt Weißkraut, Wirsing und anderes Gemüse, Karotten, Gelbe Möhren, Rote Rio- ben, Kohlraben und Zwiebeln markenfrei ziun Verkauf. Auch Kohlraben, »u Futterzwecken geeignet, werden zenter- uno pfundweise ab­gegeben.

** Städtischer Wildverkaus. In den Städtischen Wild Verkaufsstellen, (bei denen die Vorbestellung erfolgt ist, wird Samstag den 4. d. M. auf die Bestellausweise 701 bis 800 Wild fleisch gegen Ablieferung der Fleischmarken der 2. Woche abgegeben. Auf den Wochenabschnitt entfallen 500 Gramm. Siehe Bekanntmachung.

* * Amtliche Personalnachricht. Dem Pfarrer Dr. Christoph Zimmermann zu Sandbach wurde die evangelische Pfarr­stelle zu Arheilgen übertragen.

** Eine Einschränkung desGas- verbrauchs und der elektrischen Beleuchtung wird durch Bekanntmachung im Anzeigenteil unseres Blattes bestimmt. Demnach darf Licht u. a. nur gebrannt wer­den: in Fabriken und Gewerbebetrieben von vormittags 7 Uhr bis nachmittags 5 Uhr. In Läden mit offenen Verkaufsstellen von vor­mittags 8 Uhr bis nachmittags 5 Uhr. Aus­genommen sind Lebensmittel- und Frifeurge- schäste, welche bis abends 6 Uhr beleuchten dürfen. Jtt Bureauräumen bei Privatgeschäf­ten und Behörden von vormittags 8'/r Uhr daß Gott Mitleid mit mir habei^und mir helfen werde. Es war so wenig, um was ich ihn bat nur drei Wochen des Glückes. 9htr drei Wochen voll Liebe. . ."

Aber Sie haben sie ja," sagte Galahad eifrig. Es schien ihm, als ob' die einzige Angelegenheit der Wett nunmehr sei, baß Sibyl ihren Augenblick ber Freude habe.

Ach ja," seufzte sie leise und glücklich. Ich liebe Horace, mrd er wird morgen hier sein."

,^a, er kommt morgen," log Galahad tapfer.

Aber sie war überzeugter als er.Ich weiß, daß er kommen wird," sagte sie ge­lassen.Und jetzt bin ich sehr müde bitte, fahren Sic mich nach Hause."

Sie sank in ihren Sitz zurück, und als Galahad das Boot Wer die stillen Wasser ruderte und trübfhmig den silbernen Regen plMphoreszierenden Glanzes beobachtete, der von feinen Rudern tröpfelte, und das stille, weiße Oieschöps im Stern des Bootes, Farn es ihm vor, als sei er ein ungeheuerlicher Charon, ber fühllos eine tote Seele über die Wasser der VcrgessenlM fahre. Er war der Fährrncurn des Todes.

Am nächste?! Ntovgen erklärte Galahad Em beim Frühstück, daß der Fischfang wie gewöhnlich sckjleckst gcsoesen sei. Er habe nickcks für den Tisch nach Hause gebracht. Em, meldje

b.o nachmittags 4 Uhrj vom 15. Februar 1910 ab bis 5 Uhr nachmittags. In allen öffent­lichen Lokalen, Klub- unb Versammlungsräu- nten von vormittags 9 Ulyr bis abends 10 Uhr, in Theatern, Lichtspieltheatern und Kon- ^erträumen von 4 Uhr nachmittags bis 10 Uhr abends.

** Aus dem Stadttheaterbu­reau. Auf die am Samstag den 4. Januar stattfindende zehnte Fr ei t a g-Ab ou ne­in e n t - V o r st e l l u g, die eine Wieder­holung von ShakespearesKaufmann von Venedig" bringt, sei auch an dieser Stelle ganz besonders hingewiesen. Am nächsten Sonntag gelangt am Nachmittag Die Rose von Stambut" zur Auf- suhrung, während abends der neue Schwank Die bessere £älfte" gegeben wird.

** Die Frauenversammlung, zu der der Verein für Frauenstimmrecht zu gestern abend im Hotel Großherzog die Frauen ciit^claben hatte, erfreute sich eines recht starken Bciuch?s, ein Beweis, wie sehr die Frauen bestrebt ftui), sich durch Pulitis che Bel ehr im g ein eigenes Urteil für die bevorsteljenbcn Wahlen zu bilden. Die Vorsitzende des Vereins, Frau Prof. Dr. Bons sei, begrüßte die Erschienenen und bat um Einsichttiahme ber vfsengelegten Wahllisten. Herr Pros. Dr. Honigmaun hatte sich die Aufgabe gestellt, die Entstehung der verschiedenen Parteien, ihre bisherige Wirksamkeit und ihre Ziele und Aufgaben darzulegen. Er ging dabei aus von» unbeschrankt monarchischen Staat, wie er überall in Europa bis zur französischen Revolution be­stand, wie es dann zu einer Umgestaltung der Staatsformen kam, wie sich nach dem Sturze Napoleons cnrch in Deutschland zwei Parteien, bildeten, die monarchisch-reattionäre, die alle Ideen der Freiheit unterdrückte, und die demokratische, die eine Teilung der StaatSgewalteir, eine Verfassung und eine Volksvertretung erstrebte, wie die Fürsten die versprochene Umgestaltung hielten oder nicht hielten und wie erlt nach dem Erwachen der Freiheit im Jahre 1848 es zu beroftroierten" Verfassung in Preußen im Jahre lo50 kam. Er schilderte die Zustände im alten Feudalstacrt, inic die Konservativen die von Gott gewollte Ordnung des Staates unb ihre Privilegien verteidigten und zu erhalten suchten, und die Demokratie und bas Bürgertum für die Mitarbeit des Volkes, für die freie Rede und die Aushebung ber Zensur^ für die Aenderuug ber Gerichtsbarkeit usw. kämpften, tüte in ben Kammern die rechte und linke Seite unb bei ben Parteien ein rechter und linker Flügel unb eine Mittel- ober Kornpromißvartei entstanden, wie sich die Zentrumspartei bildete und wie sich nach ber Gründung des Reiches die Parteien durch bas allgemeine, gleiche unb geheime Reichstags­trahlrecht um gestalteten, wie die io; ialdemokratis chc Partei entstand, wie bas Ausnahmegesetz gegen die Sozialdemokraten und die Kullnrkampsgesetze gegen die katholische Kirche gewirkt habcnt: ferner be­rührte er die Arbeiterversicherungsgesetze und sprach bann übet die Ziele und Programme ber einzelnen Parteien, wie sie bei ben Wahlen von 1912 sich barstellten und wie sie im Kriege nach der Auf­hebung des Burgfriedens wirkten. Die Konser­vativen hätten im Bunde mit ben Großgrtmd- besitzeru, dem Bunde der Landwirte, den Antisemi­ten Und der freien wirtschaftlichen Vereinigung für die Vormachtstellung Prenßet^, gegen das vom Kaiser versprochene Wahlrecht in Preußen, für den Militarismus, für ben U-Bovt-Krieg unb für die alldeutschen Ideen gefäntpft; die Freikonser- vati ven hätten dieselben Ideen vertreten, seien über für die Einführung des Wahlrechts in Preußen gewesen. Die Nationalliberalen im Bunde mit der Schwerindustrie seien im preußischen Land­tag gegen die Wahlreform unb im Reichstag dafür gelvesen, sie, haben sich alldeutschen Ideen hinge­geben und bilden jetzt eine kleine Kompromißpartei. Die fortschrittliche Volkspartei, die früher weniger sozial war, betone seit längerer Zeit mehr die sozialen Reformen, sie habe im Kriege gegen die..Konservativen, gegen die Alldeutschen, gegen die Hebelgriffe der Militär Partei unb gegen die Zensur gekämpft. Das Zentrum habe nach dem Kulturkampf als MittelPartei manches gute Gesetz zustande bringen Helsen; die Sozial­demokratie, die vor dem Kriege stets staats- berneinenb gewesen sei, habe bei Ausbruch des Krieges sich auf ben vaterländischen Standpunkt gestellt unb die Kriegskredite bewilligt, sie habe sich aber jetzt gespültem 1917 haben sich Zentrum, Sozialdemokratie und Fortschritt vereinigt, um einen Verstcnrdignngssijeden unb eine Demokrati­sierung unb bas Wahlrecht, herbeizuführen, unb jetzt feien die ehemals als reichsfeiichlich aebrand- martten Sozialdemokraten an ber Regierung. Im neuen Staat träten jetzt die Parteien unter anderem 92amen mit ihren Wahlprogrammen in die Wahl- lagitatüm, da gelte es, sich für eine Partei zu ent­scheiden, die Nationalversammlung werde die Grundlagen schasien, auf ber das neue Reich er­richtet werbe, bie zweite Versammlung werde bann die Gesetze geben, unb baju mitzunnrken bei der Wahl fei jetzt bas Recht und die Pflicht der Frauen. bie Vorsichtsmaßregeln getroffen hatte, bie Angelschnur in seiner Tasck^e zu untersuchen, elfe er ernxtd>t war, nahm seine Erklärung mit einem ödwmgen entgegen, das ihm sehr grimmig vorffam.

Augeusckxcinlich war er beim Angeln ge­wesen, aber wie lange und mit wem? Sie tonnte dcm schrecklichen Geist des Argwohns nicht bannen. Das nächste Mal wollte sie ihm nachgehen und sich Gewißheit verschaffen.

Später beschloß Galal-ad, Horace noch einmal auf^usuchen: denn jetzt war er ent- sckxlossen, ihn M zwingen, die Posse zu Ende zu fülynen, bis zum tragischen unb nahe be­vorstehenden Ende. Es waren ja mir notfy lixntige Tage. Aber wie konnte er ihn dazu veranlassen? Der junge tan war offenbar Sibyls müde getporben unb liebte ebenso offenbar eni artderes Mädchen. Und Galahad, ber nach irgenbeinem Beweggrund fahndete, konnte Teincit andern als bie Wahrheit finden. Er mußte Horace alles sagen unb bas Ehr­gefühl des jungen Mannes anrufen, damit er die Sache burchkhalte bis zum Ende. Es war auf jeden Fall entsetzlich, aber noch ent­setzlicher wäre es geroesen, Sibhl bie Wahrl-eil zu sagen, oder, iukT? schlimmer, sie sie gar erraten zu lassen. Horace war, wie er hoff- nungsvoll zn sich seiber faßte, ein noch junger Mairn, ber ba» ganze Leden vor sich l)alte. Wqs toi inten ihm einige Tage ber Ver stel-

öür iciiu obj'-ktiven, klarer Anssschrunge,, mrtrtf der Redner ben Dank der Versammlung biirti) Vorsitzende. Bei ber baran anschließenden Aus­sprache wurden mehrere Fragen birrch den Redner intb die Vorsitzende beantwortet. Von einer Seite mürbe ber Rasionalismus und btc ^'itcr-- landsliebe ber Tentickmntio.ralen Partei besonders betont, bei dieser Partei seien nicht bloß die allen Konservativen, sondern auch liberale Männer wie Traub. Herr Dr. Honigmann sagte in seiner Er­widerung. es aäbe kckne Partei jnefyr. die nicht national gerichtet sei, elbll die Sozialdentokraiw sei vaterländisch, unb bi? Demokraten ließen sich an Vateriandsii.'be mm {einer Partei übertreffet, Traub sei jetzt nicht mehr liberal, sondern all' betitsch-kornervativ. Ter Llnregung, zu den bestehcn- ben Parteien noch eine Frauenpartei zu gründen, wurde von verschedenen Seiten iriter- sprachen. Es nmrbe noch der Wunsch aicsgesvrochen, an einem Abend von jeder Partei einen Redner über sein Parteivrograrnm spreck-en yu lassen; dem wurde aber entgegengehalten, das sei jetzt zu spät, durch die versch'.edeuen Wahsversammllkugen sei auch reichlich (Helenenbeit zur Delehnrng gegeben.

♦♦ Eisenbahnbeamtenversamnl- lung. Am Sonntag ben 5 Januar 1919 nachmittags 21/, Uhr kommen im Fürstenbos bie Eifcnvahnbcamten zusamtncn, um die Mitglieder des Beamtenausschusfcs zu üxu>. len. Vorher wird Pros. Dr. Gmelin ben. interessanten Vorttag über bie Verl-ältrtiL- wahlen halten. In dieser Versammlung wird auch bie politische Betätigung ber Beamten in Erwägung gezogen werben. Es wäre ba!xr wohl angebracht, wenn die einzelnen poli tischen Vereine Vertreter in diese Versamm­lung entsenden, um über bie Wünsche unb Ziele Aufklärung zu erteilen. Da auch bie Damen und wahlberechtigten Sohne ber Be­amten eingclabcn sind, so rechnet man mit einem sehr guten Besuch. Weil der Saal abend; anderweitig benutzt wird, so muß pünktlich V-3 Uhr die Versammlung beginnen. Siehe auch Anzeige in heutiger Nummer.

** Im Lichtspielhaus, Bahnhofstr. 34, gelangt ab Samstag den 4. Januar der Aufklärungs- filmDer Weg der zur Verdammnis führt" (Das Schicksal der Aenne Wolter, 1. Teil) zur Auf­führung. Unter dem Protektorate des Deutschen Nationalkomitees zur Bekämpfung des Mädchenhan­dels wurde er hergestellt und soll den Zweck verfolgen, unsere Heranwachsenden Töchter über die Gefahren aufzuklären, die den Frauen und Mädchen in der heutigen Welt drohen. Dieses wertvolle FUmwerk schildert die Verhältniffe ftreng realistisch.

Landkreis Gießen.

U Lang-Göns, 1. Jan. Der frühere Amthof, bisl>crigcr Besitzer Techniker L Seite, ging in den Besitz des Landtoirts Karl August Faber über.

Kre!s Frirdberg.

Vilbel, 2. Jan. Die Nidda führt gewaltige Waffermassen zu Tal, die bereits weithin über die Ufer getreten sind und große Landsttecken bis zur Mündung unter Wasser gesetzt haben. Der hessische Ort Harheim ist vom Hochwaffer umspült und von jedem Verkehr abgeschnitten. Zwischen Bockenheim und Hausen ergießen sich die Fluten in breitem Strome über die Landstraße 3n Hausen stehen bereits zahl­reiche Keller unter Wasser. Das Hochwaffer steigt noch rasch

Hessnl-Nassan.

= Dillenburg, 2. Jan. 3n Fleisbach stürzte in der Dunkelheit die Arbeiterfrau Hermanni über einen Pflug und schlug mit dem Kehlkopf auf einen Holzpflock so schwer auf, daß der Hals in kurzer Zeitstark anschwoll. Die Frau erstickte schließlich. - 30 Mann des Artillerie-Regiments 5 plünderten auf dem Bahnhoi mehrere Wagen eines Proviantzuges aus und raunten dabei.30000 Zigarren, große Dor­räte an Hafer, Mehl und Rosinen. Die Zugwache war gegen die Plünderer machtlos.

mr. Frankfurt a. M., 2. Jan. In den letzten Tagen passieren viele Lokomotivzüne Lie Stabt, welche auf ber Reise nach ber West­front begriffen sind zur Erfüllung ber Wasscicstill- stanösbebingungen.

rttrchlkche NachrZchten.

Evangelische Gemeinde.

Gottesdienst am Sonntag ben 5. Januar.

In ber S t a b t k i r ch c. 91/.-: Psarrassiskent Schäfer. Ter Abenbgottesbienst füllt aus. In ix- Johanneskirche. OV»: P'arrer Ausselb. 11 Küwerkirche für bie Johanncsgemeinbc. Pfarrer Ansfelb. Ter Llbenbgottcsbienst fällt aus. 8: Bibelbefprechung int Johirnnessaal. Kirch, berg: vorm. 1.0.Lollar: ncrchm. 1'/,.

Kalholische Gemeinde.

Samstag, 4. Jan., nachm. 5 unb abends 8: Gel zur hl. Beicht. Sonntag, 5. Jan., vorm. 6'/,: Cx. z. hl Beicht. 7: Hl. Messe. Gemrinsch. Komnnrnion b. Jungfrauen. 8: Austellimg ber hl. stzommmnen 9: $)od>amt. 11: Hl. Messe. Nachm. 41/?: Jun:- srcntenrilongregativn. 61/»: Andacht. Tiaspora (Ätttesbienst am 5. Jan.: Laubach 10, Lich 9l/2.

(liinfl miymcEdym? Emigo Tagc. ber Tänschui'.q, bas war alles, was Galahcib verzweissnn-'s voll erbat. Aber es würbe unqlDllsiich schwierig sein, ben simqen Mann zu über. Ireben, tbcim das andre Mädckxrn nxtr cwch auch noch ba. Wenn er bas Mabck)en toirflicf) liebte, mürbe er es bann tun? Gala- h<rd zoq die Ansicht jenes unbekannten Mad- ck^ens gar nicht in Betracht; sic hatte and) noch ihr i^ntzes Leben vor sich $knn es nötig wäre, sich an sie als letzten Rettmiqs- anker zu wenden, würde sie Horace sickier- lich erlauben, seine mitleidsvolle Rolle zu spielen. Man sieht, Gal<u>to befitc trotz feuter Ersalrrnnq mit Em bntnorii'eine rv mantische Meinung vom airdern Geschlecht

Er traf den Jüngling, als dieser aerobe Bloughs Geschäft verließ. Horace hatte ihn augenscheinlich erwartet, beim er blieb mir steifer Hal^nz stehen. Es fiel Galahab auf, baß ber jimge Mann ihn mit einem iteuen Gesichtsausdruck ansck-aute. Er schien geneigt zu sein, Galahad mit unvorhergesehener Hock)-« achtung zu behandeln.

Ich gehe gerade zum Frühstück, Herr Jones," sagte er.

Ich möchte mit Ihnen sprechen, Herr Lothian."

Wir tonnen hier rncht reden. Wollen Sie nicht mit mir kommen unb mit mir frühstücken, Herr Jones."- (Fortsetzung fo^tj