Mittwoch, 2. Zull 1919
Erstes Blatt
169. Jahrgang
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die belgischen und englisä-en Militärbehörden umfassendere Vorkehrungen treffen müssen.
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|fr Lunger der Millionenstadt gesteigert wird. Do begreift man es, bafe die verantwortlichen Pteichs-stellen die äußersten Mittel anwcnden, mu der Lage Herr zu werden. Noske hatte imler den Versprechungen dec Eisenbahner seinen Erlaß über das Streikverbot wieder lnrückgerwmmen: jetzt sieht sich der Eisenbahnminister Ocscr zu strengen Anoronun- geu veranlaßt:
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beiten betreffen, werden mit Rumänien und der Tschecho-Slowakei abgeschlossen werden. Infolge des in Gegenwart der Friedenskonferenz gepflogenen Meinungsaustausches zwischen dem bel- gisckien Minister des Aeußern und dem. Minister
ber Hoch- und Untergrundbahn streikt. Es besteht der dringende Verdacht, daß kommunistische Hetzer an der Arbeit waren. Die Kisenbahnerverbände hatten bekanntlich die Wiederaufnahme der Arbeit empfohlen, aber die Arbcitsunlnst glühte im stillen fort. Da scheinen nun dunkle Elemente den Brand der Uiizufriedeicheit und politischen Putscherei euch in die weiteren Verkchrsverhältnisse der Riesenstadt geschleudert zu haben. Und nun streikt wieder alles: Straßenbahnangestelltc und Eisenbahnarbeiter auf den Vorortstrecken!
Die Regierung hatte durch die mitgeteil- ten Maßnahmen zur Senkung der Lebens Mittelpreise, wofür ans allgemeinen Mitteln anderthalb Milliarden Mart
Die verbilligten Lebensmittel.
Berlin, 1. Juli. (Priv.-Tel.) Ter „Voss. Ztg." wird von zuständiger Seite mitgeteilt, daß Imit der Ausgabe der verbilligten Lebe n s m i t t e l bereits am 7. Juli begonnen wird.
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Ter Lietzener Anzeige» erschemc täglich, außer 6onn- und Feiertags.
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Streik fortgesetzt.
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Mschen davon, daß die Arbeiter große Lohnaus- ;|lle erleiden und die streikenden Beamten kraft des Gesetzes ihres Diensteinkommens für die Tage der l/beitseinstetlung verlustig geben; sind die Folgen |r bie Allgemeinheit unübersehbar. Nie Zufuhr nach Berlin kommt ivegen der Be- ^ebseinstellung auf den Bahnhöfen ins Stocken, liegen 9000 Wagen allein für Berlin kamen unter» kg8 zum Stillstand. So müssen wertvolle rebensmittel zugrunde gehen; das vieh muß unterwegs verhungern und di? rischscndungen verderben. Der Stteik ipürbe aber auch verhindern, daß die vorbereitete Anikung der Lebensmittelpreise und die Verteilung
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Berlin, 1. Juli. (Wolff.) Dec Minister ter öffentlichen Arbeiten erließ folgende Bekanntmachung:
Auf Anregung der Eisenbahner stellt die Re- leicrung tartno le Auslands'ebe. smit el zu bedeutend Herabgefeschen Preisen zur Verfügung, die einen Llufwand von andettbalb Milliarden er- frrbmi und dem gesamten Volke zugute kommen, tomit hat sie das Aeußersbe geian, was nach Kege brr Siaatsfinanzen möglich ist. Sie wird llxr auch ioeitcrlyisi ihrem Personal zu helfen bemüht bleiben. Tie Temokrattsierung der Eisen- sthnverwaltung erfolgt in voller Uebereinstim- [rung mit dem gesetzgeberischen Vorgehen im Reiche Inh i>'n Anschau uugen der La.rdesversamrnlung. hrd> die Einführung der Betriebsräte auf Grund k?- Reich-geietzes wird dem Personal ein weit-
Anuahme von Anzeige« s. die Tagesmunmer bis zum Rackmiilag vorher ohne jebe'Bctbmbli.titeit Dreis für \ mm höhe für An Zeigen v.34min breite örtli ii 15 Pi, ausivartS 18 Vt, für Reklame» an zeigen von 70 mm Freue 48'Vf. Bei Platz- vorlckrii.20" Aulfckfag. Hauvtfchri'Ueiler: Aug. Goeg. Verautwortlich für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil: I>r. Reinhold Zenz; für den Anzeigeuuil: v. Beck; sämtlich ui Viehen
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bb'ndee Mitimrkungsiocht ei.:geräumt. Sämtli.he riscnbahn!orga>»rsa.!ionen Habers aucbrücklld> erklärt, kife sie den gegenwärtigen Streik nicht billigen. Auch sonst betonen weite Kreise des Volts wiederholt, daß die Arb.'it wieder ansgenom- [keu ,werden würde, sobald ber Stteikerlaß des lieich«wrlnministeriums, durch den sie sich in ihrer
Neichsmi nister a. D. Preuß.
Berlin, 1. Juli. (WTB.) Der Reichsmi- nifler a. D. Abg. Prof. Dr. Preuß ist zu weiteren Arbeiten am Verfassungswerke mit der V e r - tretung des Reichsministeriums be» traut worden.
Lloyd George im Unterlaufe.
London, 30. Juni. (Wolff.) Reuter. Unterhaus. Lloyd George, ber das Unterhaus um 3.45 Uhr betrat, wurde eine große Ovation dargebracht. Die Mehrzahl der Mitglieder erhob sich von den Sitzen, jubelte und winkte ihm zu. Tie Mitglieder der linken Opposition blieben sitzen. Die Mehrzahl erhob sich jedoch nach der wiederholten Aufforderung von dem übrigen Teil des Hauses. Die Mitglieder der Arbeiterpartei blieleu sitzen. Hierauf sangen die Mitglieder des'Hauses die Nationalhymne. Nack) Beendigung ber Nationalhymne wurden drei Hochs ausgebracltt. Zwei Mitglieder der Arbeiterpartei bliebim während des Absingens ber Nationalhymne sitzen. Ein Mitglied der national-demokratischen Partei, Seddon, lenkte die Aufmerksamkeit des Hauses auf die Tatsad>e, daß zwei Mitglieder der Arbeiterpartei, die der Krone den Treueid geschworen, eine Achtungsverletzung dadurch gezeigt hätten, daß sie bei ber großen Gelegenheit sitzen geblieben seien. Seddon fügte hinzu, er hoffe, daß dies protokolliert werde. (Großer Beifall.) Lloyd George erklärte, ber Vertrag sei der umfassendste, weitestgehende Vertrag ber jemals abgeschlossen worden sei, was Zahl und Macht der davon betroffenen Nationen, die endlose Verschiedenheit ber in Betracht kommenden Interessen, die Größe der in Mitleidenschaft gezogenen Gebiete und die darin verkörperten vielversprechenden neuen Versuche betreffen, die dem ganzen (Tbarafter der Dinge in der Welt und dem Schicksal der Menschheit eine neue Richtung geben lönniert. Er werde am Donnerstag einen Gesetzentwurf einbringen, um die Negierung instand zu setzen, die Bestimmungen des Vettrages zu verwirklichen und er werde eine Erklärung über den Vertrag und die Methode für seine Durchführung abgeben.
Ein Rat der Fünf.
Paris, 1. Juli. (Wolff.) Havas. Der „Temps" schreibt, daß nid# ber Rat der Zehn, sondern der Rat der Fünf die Verhandlungen her Konferenz weiterfuhren werde. Er bestellt aus (Hemenceau, Lansing, Balfour, Tittsmi und Ma- tino. Tie erste Sitzung werde wahrscheinlich heute stattftnden. Als erste Arbeit werde die Vollendung des Vettrages mit Oesterreich in Angriff genommen, ßodanu die Abkommen mit ber Türkei und ^Bulgarien.
Paris, 1. Juli. (Wolff.) Havas. Ter , Temps" glaubt zu wissen, daß Wilson bei seiner Ankunft in Neuyvrk eine Kundgebung an beit Kongreß richten werde, in ber ber Standpunkt Amerikas zum FriedenHoertvag erklärt wird.
in sich zum allergrößten Teil ihrer Pflicht gegenüber I Paris, 1. Juli. (Wolff.) Ter oberste Rat
III v vllllle dem Volksgauzen bewußt und bestrebt, gemein (am der Alliierten wird morgen nachmittag um 4 Uhr
Kaum ist es gelungen, in Hamburg ^'t den zahlreichen gleichgesmnienArbeflern den I Beschluß fassen über di« Arbeitsmethoden die ■ «nm K-rikünftig beim Ausarbeiten der versd)tedenen
nut Oesterreich, Bulgarien und der Türkei zu schließenden Verträge befolgen wird. Hinsichtlich O e st e r r e i ch s ist ber Vertrag völlig b e - endet, ausgenommen die militärisckien Bedingungen. Infolge der Note der Alliierten hat die türfifdze Delegation beschlossen, Frankreich zu verlassen. Sie wird am Mittwoch abreisen. Ber-
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Otto Schaaf.
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Iter Waldschtnid Apotheker,
der auswärtigen Angelegen leiten Hollands wurde beschlossen, eine internationale Kommission von 14 Mitgliedern zu bestimmen, in der die vier Großmächte, sowie Belgien und Holland mit je ^tßei ^Mitgliedern vertreten sind.
Tie Ratifikation des Friedens.
Berlin, 1. Juli. (WTBtt WiG die „Deutsche Allg. Ztg." von zuständiger Stelle erfährt, liegen feste Entschließungen in ber Richtung einer bat“ digen Herbeiführung der Fricdens- ratifikation von deutscher Seite nod) nicht vor. Der Grund dürfe darin liegen, daß noch eine Reihe Vorfragen, so besonders die genaue Grenzfestletzung in den abzutretenden Gebieten, erledigt werden müssen. Für die Ratifikation des Friedens werbe auch die preußische Landesversammlung aus bem Jahre 1849 mitwirken müssen.
Teutschseiudliche Kundgel-ungc» in Spa.
Spa, 1. Juli. (W. B.) Obwohl den englischen und belgifd)cn Behörden bekannt war, daß der Abtransport des Hauptteils der W a f f e u st i l l st a n d s k o m m i s s i o n abends itmti) lUfcr erfolge, verhinderten sie starke deutschfeindliche Kundgebungen und Ans- fchreitungen vor bem Hotel, in den Straßen und vor bem Bahnhof nicht. Johlen, Pfeifen, Schreien und feindliche Rufe erfolgten. Auch wurden einzelne Steine gegen die von dem Hotel abfahvenden Automobile geworfen. Obwohl einige kleinere Steine die Insassen trafen, gab es keine ^Verletzungen. Die Glasscheiben eines 9lutomobilswurdenzertrümmert. Die Haltung der englischen und belgischen Polizei war tadellos. Am Bahnhof fand sich ber englische General Green persönlich ein. Das wenig zahlreiche Aufgebot war jedoch gegen die Menge machtlos, die anscheinend von auswärtigen Elementen weiter aufgehetzt wurde. Ein von der belgischen Zivilbehörde trotz Ersuchens ber belgischen Gendarmerie nicht verbotener Umzug mit Musik trug zur Aufreizung ber Einwohnerschaft bei. Nack den Vorkommnissen von Versailles hätten
Der Garantrevertrag für Polen.
Paris, 1. Juli. (WTB.) Zwischen den Vereinigten Staaten, Großbritannien Frankreich, Italien und Japan einerseits und Polen andererseits wurde in Bestätigung der Anerkennung Polens als un abhäng vger Staat unter Z rite il ung von Gebieten des ehemaligen Deutschen Reiches ein V ertrag unterzeichnet, daß b?n Polen diese Gebiete zugesprochen werden. Im ersten Mschni t dieses Vertrages verpflichtet sich Polen, allen Bewohnern Polens Schütz von Leben und Freih.it zu gewähren. Alle Bewohner Polens toerben das Recht haben, jeden Glauben, jede Religion und jedes Bekenntnis auszuüben, das mit der öffentlichen Ordnung und mit den guten Sitten nicht in Widerspruch steht. Polen erkennt als polniscl)e Swatsangehörige die bisl-ettgen deutschen, öste.-reichtsd^ungarische.i und rumänischen Staatsangrhörrgen in Polen an, dies unter bem Vorbehalt ber Bestimmungen des Ftte- densvett n ges mit Teutsdfland und Oesterreich über die St-aalsangrhöttgen, bie nach einem bestimmten Tage auf bem in Frage fommenben Gebiete ihren Wohnsitz genommen haben. Immerhin können ben oben erwähnten Personen, wenn sie über 18 Jahre alt sind, ober ben gegenwärtigen Umständen entsprechend eine andere Nationalität wählen, in' den Gegenden, wo zahlreiche polnische Staatsbürger wohnen, deren Muttersprache nicht die polnische,ist, Erleichterungen durch Privatschulen verschafft loerben zur Grkrnung ihrer Sprache. Aber die Erlernung der polnischen Sprache wird obligatorisch sein. Diese Bestimmungen werden unter die Goran t i e des Völkerbundes gestellt. Der ständige Schiedsgerichtshof wird über die Differenzen entscheiden.
Der zweite Abschnitt bezieht sich auf die politische Vertretung und die Z o l l - t a r i f e. Polen wird den Alliierten Transitfreiheit und Meistbegünsttgung gewähren. Es wird einer gewissen Anzahl internationaler Konve. tionen betreffend Telegraph, Eisenbahnen, Sanitätchvesen usw. beitreten. Polen wird den dem Völkerbund angehörenden Staaten gleick)e Rechte und Privi- legierr gewähren. Polen übernimmt die Verantwortung für die russische öffentliche Schuld und für alle anderen finanziellen Verpflichtungen des ruffifd)cn Staates.
Hindenburg.
Berlin, 1. Juli, lieber den Empfang einer Abordnung von Göttinger Studenten durch Hin de nburg liegt jetzt folgende nähere Mitteilung aus K o l b e r g vor:
Die Abordnung überbrachte dem Generalfelb-
Msrschäll lolgsrbeu Belchluß^ „Wir haben be»
Dienst wieder ausnehmen, ihre Entl-ssung nach den disziplinarischen Bestimmungen. Für Sicherung der A r b e i t s f r e i h e i t ist Sorge getragen. O e s e r.
Berlin, 1. Juli. (Priv.-Tel.) Laut einer Meldung der ,.B. Z. am Mittag" rechnet die Direktion der Gwßen Berlirrer Sttaßenbahn mit einer längeren Dauer des Verkehrs- st r e i k s. Seit heute früh ist auch der Ctab'bahir-, Ringbah:r- unb Vorortverkehr in Gvoß-Derlrn eingestellt, und zwar von Amts wegen an) Anordnung des Präfide:tten' des Eisenbohnbireklions^ezirkS Berlin. Im gegemvärtigen Zeitpunkt, bei dem herrschenden Mangel oif Lollomvtiveri und Wagen und bei dem schleckten Zustande ter Betriebsmittel glaubte bie Eisenbal-rrdirektion die Vermittoottung für die Sicherheit des Lebens ber Fahrgäste nidyt mehr übernehmen zu können. Tie Einstellung ist eine automatifd>e F>olge des Streiks ber Straßeirund U ntergnmdbahnen. Die Omnibuskutsck^r, Schaffner und Führer der Autobusse traten vormittags ihren Dienst an. Die großen Fabttken' Berlins hielten burdjroeg den betrieb aufredjt. Zunreist sorgteir die grvßen Unternehmrnrgen rechtzeitig für Fuhrgelcgerrh^iten. Sie sandten Rollwagen und Lastauto mobile, die die Leute zu den Arbeitssiätten brad^en. Dagegen fehlten in ben Fabrikbetrieben, die in den Vorotten liegen, Henle früh zahlreiche Arbeiter und Angestellte. Tie Re- giening geht gegen die Drahtzieher des Groß- Berliiicr Verkehrsstreiks energisch vor. Zahlreick^e Führer der Kommunisten, darunter auch der bekannte Kominunist Herfurth, sowie eine größere Anzahl revolutionärer Obleute sind fe st- genommeir worden. Ursprünglich war ber 19. Mai für ben Beginn des Genewlstreiks m Aussicht genommen. Tie Führer der Unabhängigen batten bereits eine Ministerliste für die künftige Räterepublik und Vroklaniottmren vorbareitc^
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Pfad, so jetzt auf dem Heimkehrweg von ruhmüber- glänzter Wahlstatt. Ob er im Schattental der tiefsten deutschen Traurigkeit auch münbet, dennoch bleibt die Liebe und Treue des ganzen deutschen Volles Euer Exzellenz nie weichender Weggenosse. War „Hindenburg" uns Losung und Feldgeschrei in vier harten Jahren von Schicksalsnot- und Kriegs Wetter, so soll fortan in gleichem Wortklang die Waterlandsliebe und hoffende deutsche Treu^ stch weiterkünden und fortxünbcn bis in die Zukunft, die in neuem Erstrahlen die Schmach und Trauer dieser Gegenwatt vergesserr machen lrnrbs Das deutsche Bürgertum grüßt aus dieser Gesinnung und Hoffnung Errer Exzelleirz in niemals wankender Treue und Dankbarkeit.
Das Präsidium des Reichsbürgerrats: Dr. Wessel, Berlin, Präsident, Dr. Meyer-Abs- berg, Vizepräsident, Dr. Schmidt, Elberfeld, Beis.
Kol berg, 1. Juli. (WTB.) Generalfeld- marsckwll von Hindenburg erläßt folgende Dankeskundgebung: Anläßlich meines Rücktrittes vom Kommando gingen mir aus allen Teilen Deutschlands Abschiedsgrüft.' und Wünsche in überreicher Ztthl zu. Die ft eundliche Gesinnung, die bann ausgedrückt ist, bewegt mich tief und wird tnich als Lichtblick in die Zukunft geleiten. Ich kann leider nicht jedem einzeliren persönlich antworten, danke aber hiermit allen von ganzem Herzen.
Die Regieruttgstru-pi'n in Hamburg.
Hamburg, 1. Juli. (Wolff.) Tie Beset* zung des O st teils von Hamburg vollzog sich im allgemeinen ohne Zwischenfall. Ter Hauptbah chof, das'Rathaus sowie sonstige Punkte wurden schon am frühen Vormittag von starken Truppenabteilungeir besetzt und durch Geschütze unb Maschiuengttvehre gesichert. Drahtverl/aue sperren zur Zeit die nähere Umgebung des Rathauses ab. Das zur Arbeit eileitbe Publikum ertrug bie Sperre mit gutem Humor, denn es fühlt sich unter dem Schutz des Militärs sicher und zieht Vergleickie mit den Tagen, an denen ber Aufruhr in Hamburg tobte und Handel und Wandel gänzlich lahmlegen mußte. Tie kleinen Vehinderungen des Vettehrs wurden deshalb gern in Kauf genommen. Nur an einigen Stellen tourben Truppen Dom Publikum in h^ausfordernder Weise be» lästigt. An diesen Stellen schritt das Militär so- fott energisch ein.
2er frühere Knner.
London, 30. Juni. (WTB.) Reuter. Im Unterhaus fragte Bottomley, ob irgendwelche Schritte in Verbindung mit den holländi- scl/cn Behörden getan worden seien, um ein Entkommen des Kaisers zu verhindern. Harms- Worth erwiderte: Die alliierten Regierungen haben durch ihre Vertreter im Haag ber nieder- ländischen Regierung die Notwendigkeit vorgehal. ten, entsprechende Schritte zu tim, um eine Ak» reise des Trüberen Kaisers aus Holland zu verhindern. In Erwiderung einer weiteren Anfrage erklärte H a r m s w o r t h , daß keine Verhandlungen bezüglich des früheren Kaisers mit den Niederlanden eingeleitet seien.
Der frühere deutsche Kronprinz.
Brüssel, 1. Juli. (Wolfs.) Havas. Da4 Blatt „Le Soir" veröffentlicht folgende Meldung, die wir unter allem Vorbehalt wiedergeben: Eine diesmal sichere Nachricht auf Grund eines in Amsterdam eingetroffenen Telegramms meldet uns, daß der deutsche Kronprinz am Sonntag aus SBicringen mittels eines Schiffes oder Auto- moblls entwichen ist.
Die Ludendorff'pcndc.
Berlin, 1. Juli. (Priv.-Tel.) Wie bte Abendblätter melden, brachte die L u d e n d o rff s - spende bis zum Mai 155 Millio ne n Mk. ein. Die Beträge werden von ber_ Kriegsve- schädigtenfürsorge zur ergänzieudeir Fürsorge fiu« LriLSsbeicMiLte verwandt.
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Sietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Gderhessen
Zwilltttgrnmddruck u. Verlag: vrühl'fche Univ.-Vuch- u. Steinbruderei N. Lange. Schriftleilung, Geschäftzstelle u. Druckerei: Schulfir. 7.
schlossen, daß, falls die Feinde die Auslieferung Eurer Exzellenz verlangen sollten. Eurer Exzellenz, Göttingen als Wohnsitz angeboten wird. Wir sind gewillt, Eure Exzellenz mit der Waffe in der Hand gegen jeglickie Gewalt zu schirmen und mit unserem Leben für die Person unseres Nationalhelden einzustehen."
Darauf erwiderte der Generalfeldmarschall u. a.: „Sie können sich denken, wie bitter mich dieser Tag trifft, denn ich habe im Spiegelsaal von Versailles die Ausrichtung des Deutschen Reiches selbst mi(erlebt. Wenn bie Feinde in i ch alten Mann, der nichts weiter als seine Pflicht und Schuldigkeit seinem Kaiser und König und seinem Vaterlande gegenüber getan hat, an bie Wanb stellen wollen, so sollen sie mich haben! Sie werden damit nur eine Schande mehr auf sich laden. Ich will aber Ihre jungen Leben meinetwegen nicht hinvpfem! Ihre Aufgabe wird es fein, in steter Pflichterfüllung die Ordnung und ben Aufbau imseres Vaterlandes wiederherzustellen. Vertrauen Sie auf Gott, aber nicht bloß das, sondern arbeiten Sie selbst tätig mit! Ich liege die feste Hoffnung, daß Sie es schaffen werden! Wir Alten werden den Wiederaufbau Deutschlands wohl nicht mehr erleben. Uebcrbringen Sie meinen. Dank Ihren Kommilitonen! Es ist mir eine freudige Genugtuung, daß Sie in dieser Zeit so treu zu mir stehen/'
Der Reichsbürsterrat an 5)indrnburg.
Berlin, 1. Juli. (WTB.) Das Präsidium des R e i ck) s b ü r g e r r a t s richtete an den Gene- ralfcldmarschall v. Hindenburg folgende Drahtung: In schwerer Notstunde des Vaterlandes wurden Euer Exzellenz sein Netter. Dem Sckmtzer seiner sruchtspTiidenden Fluren vor verheerendem Feindeseinbrnch, dem Hüter des kriegsumlohten bcutfdjen Hauses, seinem Bewohner vor Kriegs- s-rand Und Elend folgt unauslöschlid?er heißester Dank wie auT seinem siegumlenchteten Feld Herrn-
mung beruhigend einwirken würde. Da. haben HiBHf über auf der anderen Seite die politischen Agi- I latiorcM augenscheinlich ihre Bemühungen FuflfilolirmnnM i fkchsalls verdoppelt. Das Ende ist, daß das Wiffll | »ttkehrSlcben Berlins wieder lahmliegt, Le- lUiuuiiuiuvB^wL Äbfngnliftcl in Riefennrengen verderben, daß
stens den 3. Juli den Dienst wieder,_________ ________ ________________ .. .
aufnehmen, sind entlassen. Ebenso er-j träge analog den mit Polen abgeschlossenen, die
halten Beamte, die nicht bis zum 3. J.ili den namentlich die Sickerung der Rechte der Minder-
cmfgewendet werben, versucht, weiterer Un- upttedenheit vorzubeuaen. Wir haben diese taatliche Maßnahme, die allen Volksgenos- en zugute kommen soll, begrüßt. Es ist die Tinßcubfte Aufgabe aller beteiligten öffent- id)eu Dien Mel len, dem unerhörten Preis- tonrber, der sich allenthalben immer unan- s:ö.noiaer breit macht, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln, nicht nur mit Geldmitteln, enlgegenzuarbeiten Die anderthalb Milliarden, die der Staat aufbringen muß, teerben ja zwar wieher von den Steuerzahlern genommen werden müssen, aber dann ist wenigstens eine gerechtere Vertmlung und e.ne Erschwerung der Schieberarbeit erreicht oder gesichert.
Man hätte annehmen sollen, daß dieses Einschreiten des Staates auf die Streikstim-
nanhänger
„„b Sä» ilerial'en- ° 9Ubrv-rmitt-Ng^
Dsrbejlsfteiheit beeinlrächttgt ' fühlten, aufgehoben
$"0 sall,i^ ILl äm Vertrauen auf die Zusick)crungen etforb/bäti,,n9,^iS™^T^ -r -Stcd^Ifl8 aufgehoben, ^rotz-
durch iReflkrungätruppen di- SRufjc wicdechcr-
eitfi ,, Xnr CO n * x □ c .. k k jiTCl|C DCT <jCQrntCH UTTv 21tDCltVT iVCTvCTl TTtlt TR LT
-bU s t.in \ fr “ 1 ' c5 nicht nur als notwendig, sondern geradezu aV.
ila b t iweber ,brobent>e Arbeitseinstellungen j (Lileichteruiv des guf ihnen lastenden s«li ius. Das Personal der Straßenbahnen und schm Druckes empfinden, wenn ich nunmehr fvl gendes bestimme,:
F- verbilligten Rattonen allseitig und rechtzeitig lrchgesührt werden könnte. Hierdurch wird nicht -r bie Ernährung der Millionen-Groß- $?t Berlin, sonoern auch ber gesamte Volkskörper schwerste bedroht. Angesichts ber furchtbaren ttge, in ber ber Staat sich infolge bes Unglück- Äm Ausganges bes Krieges befindet, muß jetzt cs Wirtschaftsleben unbedingt mit allen Mitteln "«der in Gang gebracht werben, um das Land ,c bem Zusammenbruch und die Bevölke- r-tg vor weiterem Hunger zu bewahren. Schwel' Herzens, aber int Bewußtsein ber ernsten, ,c vor bem Volke obliegenden Verautwor- .H M sehe td) mich daher genötigt, nunmehr die ^nahme des Betriebes mit ben äußersten U-UteIn durchsuse^s^ Die Beamtenschaft ist


