Nacht Der» noch große
Frankfurts bedeutendstem Vürgermeister Dr. Franz Adickes errichtet Das Denkmal, ein Werk des Frankfurter Bildhauers Belz, wird schon während der Einfuhrmesse im Gipsmodell zu sehen isein.
= Frankfurt a. M, 30. Sept. Tic Poti'.er Hot umfassende Maßnrhmen imd Anardnun-
»nm Abbau deS Stra ne-ffen, der in den lebten
»andels gc- n zu einem
Täter wurden in der vergangenen haftet. In ihrem Besitz sand man Mengen von Falschschernen vor.
Geheimer K o m m e r z i e n r a t ^eichetheim hat mit Rücksicht auf sein Hobes Alter und seine geschwächte Gesundheit das Amt des Vorsitzenden der hiesigen H an - delskammcr niedergelegt und ist in Würdigung seiner großen Verdienste von der Kammer einstimmig zum Ehrenpräsidenten ernannt worden. Der heimische handel hat Geheimrat Heichelheim, der schon seil 1. Januar 1880 Mitglied der Handelskam
Strostenübel schlimmster Art g'warben nxir.
«= Frankfurt a. M, 1. CTi. deute kommt
bei L„ÄL, .
Stein besÄ.......... - -
Mannes in mittleren Jahren aus der i-hra ge-
fr. Frankfurt a. M., 29.
Hochsehulriachrichten.
hl. Marburg, 30. Sept. Das durch Be rufung des Geh Medizimrlrats Professor Lex er nach Freiburg freigenrorbene Ordinariat der Gbi nrrgie sowie die Leitung der chirurgischen .Minik in Jena wurde d'm ovd Professor Dr. Nikolaus G u l e T c in Marburg übertragen.
Au» Statt und Land.
Gießen, den 1. Okr. 1919.
Adreßbuch 1919.
Wir machen darauf aufmerksam, daß das neu bearbeitete alphabetische
Einwohner- und Kirmen-Verzeichms am 2., 3. und 4. Oktober während der üblichen Geschäftszeit in der Geschäftsstelle des Adreß- buch-Derlages, Schulstraße 7, zu jedermanns Einsichtnahme offen liegt Später verlangte Berichtigungen und Aenderungen können nicht mehr berücksichtigt werden.
vrühl'sche Universitätr-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange.
Sept. Au dem Festhallengelände wird auf Veranlassung des Konsuls Kotzenberg, dec die Mittel dazu zur Verfügung gestellt hat, ein Denkmal von
von den Gästen erhoben, sämtlichen Ganhn^- engenenttn in die Annahme von Trinkgeldern bei ofvrtiaer Entlassung verboten.
i ] Kirchhain, 30. ^ept. Bei der Hammuhle dem Torfe Anzefahr wurde die mit einem 'in beschwerte Seiche eines unb.Tannien
*t.Gin Jubiläum der Postkarte. Am .1 EftW)cr wird die Postkarte 50 Jahre alt. Tic erste Idee dazu rührte von dem Staatssekretär d. Stephan her, der schon im Oktober 1865 auf dem 5. TcuGeben Postkongreß in Karlsruhe in einer Tentfdirift die Einführung eines „Post- blattes" Dorfdjlufl, damit aber nicht durchdrang. Am 1. CTtübcr 1869 itnirbc dann die „Korre- . soondciizkarte" zum erstenmal in Oesterreid) ein aesührt und zwar aus Anregung des damaligen Ministerialrats Tr. Herrmann. In Deutschland wurde die „Eorresvondcnzkar.'e" am 25. Juni 1870 rtngefübrt und im März 1872 ihr Name in „Post karte" umgeänbert.
3um Sohntarif der (ttastwirtschaftS- angestclltcn.
Wui schreibt uns von beteiligter Seite: Ihre Notiz im „Gieß Anz " über Absdäuß eines Lohn-- itariss im Gastwirtsgewerbe möchte ich dahin berichtigen, daß dieser Tarif noch nicht abgeschlossen worden ist, sondern das zunächst nur die Angestellten mit diesem Taris am 23. September an die Arbeitgeber lerangetreten sind. Der -alte Tarif wurde von den Kellnern vor etwa fünf Wochen ocTihtbigt. Sie nahmen sich also zur Aus- «arbeilung des neuen Tarifs reidilich Zeil, während •fic von den Arbeitgebern verlangen, daß sie innerhalb ad)t Tagen ihr Einverständnis zu dem neuen Tarif erklären. Tiefe kurze Frist sollte wohl im Jöinblid aus das demnäckyt beginnende Semester einen gclinbcn Druck aus die Wirte ausüben.
Was die Forderung der Kellner für Wirt und Gast bedeutet, dürfte kurz nachstel-endes Beispiel illuftricrcn Angenommen' Der Eiu- VausStnins einer Ftascbe Wein ist 10 Mk. Je nach Grost? und Eharakrer des Lokals dürsten in heutiger Zeit 30 bis 35 Prozent Geivinn hieran genommen werden \>tmu tritt, nehmen wir den höchsten Prozentsatz, 10 + 3,50 -- 13,50 4- 2Oon Dein steuer ergibt ein Verkaufspreis von 16,20Mk. Der ffefinct sordert aus diese 16,20 Mk llmsatz für seine verhältnismäßig gerrngfü"ige Leistung 1,62 Mt Verdienst wahrend dem Wirr an demselben Obiekr 3,o0 Mk. verbleiben, wofür er aber olle Spesen Heizung, Beleuchtung, Zinsen, Wäsche usw. zu tragen bat. Noch günstiger für die Kellner resv. ungünstiger für die Wirte stellt sich dis Ver- tzälnis, wenn ein- DobnungSredmung oder eine Speisenrechnimg als Beispiel angenornme-i wird.
Dieser Tarifenhnurr sichert dem Kellner, je nach Größe und Charakter b.\< Geschäftes eine nwnailid?c Barneinnahmc von 700 bis 1200 Mk, wo»u stoch hiuzulvmmt freie Verpflegung und Dohnunc;, die ganz gering gerechnet mit 150 Mk. Vi veranichlagrn ist.
KriegSgefaugcnen-Heimtchr.
Die uns der Empsangsausschuß für l>.im kehrende Kriegsgefangene mittcill, treffe» I cnte mittag II Uhr 1475 für das hiesige Durchgangs lager bestimmte Heimkehrer ein. — Vor einigen Tagen brachten wir eine Anregung, die m den Abend- und Nachtstunden hier eintreifenben Gefangenen mit Fackelbeleuckstuui zum Lager zu flctcitm und gaben dabei der lieberzeugung Ausdruck, daß sich unter den Beständen des 4.iird^ gangslagers genügend Fackeln zu diesem Zweck finden würden, .hierzu teilt uns die Kommandantur des Durchgangslagers mit, daß sie nur über einen ganz geringen Bestand an Fackeln verfüge, die bei dec Verteilung bei Dunkelheit zur Beleuchtung der Plätze erforderlich seien. Tie Kommandantur habe aber beim Generalkommando die lleberweisung eines größeren Postens von Fackeln au5 Heeresbcständen beantragt und wird dann gern hiervon die nötige Zahl von Fackeln zur Verfügung stellen.
Die neuen Fcrt.fprcchgebührcn.
Die neuen Nebengebühren im Fernsprechverkehr liegen jetzt mit den Ansführungsbestimmun- gen zur Fernsprechgebührenordnung vor. Nebenanschlüsse auf dem Grundstücke der Hauptstelle kosten 40 Mark jährlich^ sonst 60 Mark Jeder Meter über 100 kostet 1 Mk. Bei Reihenschaltung betragen die Gebühren für eine Aintsleitling 60 Mark, für jede weitere 10 Mk. mehr, bei Benutzung von Gehäusen 80 und 10 Mk. usw. Private Nebenanschlüsse kosten auf demselben Grundstück 20, sonst 30 Mk., jede AnschilußlVse 12 Mk.
Bei den öffentlichen F e r n s p rechst e l i e n kostet das Gespräch jetzt im Orts- und Nachbarortsverkehre 20 Pf., im Vorortsverkehr 40 Pf. Im Fernsprechverzeichnis kostet jede Druckzeile über drei von entern Teilnehmer 10 Mk. O-fnr Verlegung von Sprechstellen kostet in dem <eiben Raum 1.2 Mk, in demselben Gebäude 20 Mk, sonst 50 Mk Für einen besonderen Wecker ober Fallscheibe sind jährlich 6 Mk. zu zahlen, für ein zweites Mikrophon 10 Mk. Die jährliche lPousck»gebühr beträgt im Bezirksnetz für F-rauft- .firrt a. M. 500 Mk , im oberschlesischen Industrie- bezirk sowie in der preußisck)en und säckisischen Obcrlausih 400 bis 700 Mk., im nieder rheinisch- westfälischen Jndustriebezirk 200 bis 1200 Mk. usw.
Aus dem -lmtsverkündigungsblatt.
** Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 96 vom 30. September enthält: Bekanntmachung, die Kartoffelverfvrgung betreffend. Vom 24 September 1919. — Bekanntmachmny, betreffend Baustosfbewirtschaftung. — Fcldbcreinigung in bei Gemarkung Heuchelheim. '
ßartoffcluerforgung.
höhere Verwaltungsbehörde ist der Provinzial ouLsckuß: untere Verwaltungsbehörde das zustän big? KreiSaint. Gemeinde ist jeder im Senne des Artikels 1 der Stäbte> und l.'anbgemeinbeorbeumn gebildete Vorstand Kommunalverband ist bet Kreis, sofern nicht nach § 2 mehrere Kreise Kit einem Verband zin'ammengefaßt oder Aenderunger getroffen sind. Die den KommunalverbLnden uni Gemeinden auferlegten Verpflichtungen sind barf Deren Vorstand zu erfüllen. Ter Berbandsausschmk kann Grundsätze für die Führung der Berbands- geschäfte ausstellen. Insbesondere kann er eim GiNchäftsstelle zur Führung dieser Geschäfte einrichten und anordnen, nach 'welchen Grundsätzen ein Ausgleich zwischen Uebersckuß- imb Bedarfsgemein ceit im üommunalverbands bezirke stattfinden soll Tie für die Verwaltung und den Geschäftsbetrieb des Kommunalverbandes erforderlichen Geldmittel haben die beteiligten Kreise nach Maßgabe der Beschlüsse deS Kommuualverbandsausfchusses unter an teilweiser VeNellunq nack« der .Bevölkerungsziffer der letzten Volkszählung vvrlagsweise auszubringen. Gewinn und Verlust werden aus die beteiligten Kreise nach Ddaßaabe der Beschlüsse dc. Kommunalverbandsnusschulses verteilt. Tie Von den Vorständen der Kommunaloerbände zu erlassenden Vorschriften über die Versorgung der Bevölkerung mit Kartoffeln sind dem Hessischen Landes-
ernährmrgsamt zur Genehmigung vorzulegen. Tie Vorstände der Kommunalverbände haben geeignete Sachverständige mit der ständigen Ueberroo liung einer sachgemäßen Einkellerung (Einmieten) und Aufbenahrung der Kartoffeln zu betrauen. Bei ein Bedienungszufd lag von 10 Prozent und im I Kortosselerzeugern mit 200 Quadratmetern Kar- totclgciterbe für Logi^ und Frühstück 25 Prozent ’ toffelanbausläche uno weniger findet eine Sichxr^
in allen Gasthäusern und Hotels das Trinkgeld in Fortfall. Dafür wird auf Steife imb Trank
10. Lkwber 1900 stellvertretender Vorsitzen-! der, am 1. Februar 1909 Vorsitzender der Handelskammer geworden war, hat er dreier nicht nur sein bewährtes Wissen und feine (fr- sahrung zur Verfügung gestellt, sondern auch durch materielle Freiaedigkeit, belonders durch : Schenkung de- schönen Handelskammergebau- des, hohen Anspruch auf die Dankbarkeit des gesamten Handelsstandes sich erworben. Als Vorsitzender der Handelskammer war er zugleich deren Vertreter im Bezirkseisenbahn- rat Frankfurt a. M. sowie in dessen ständigem Ausschuß. Auch seiner langjährigen Tätigkeit als .Handelsrichter (fett 1. Januar 1892) tft heute zu gedenken. Herr Geheimrat Heichelheim steht wohl an der Spitze Derjenigen Mitbürger, die bis ins hohe Alter so lange Jahre unermüdlich im öffentlichen Leben Ehrenämter versehen haben. Daß er insbesondere auch in seiner Tätigkeit alsStadtver- o r d n e t e r das volle Vertrauen der Bürger- schäft besaß, ist unbestritten, wenn auch infolge der Äengriippierung der Parteien seine Wiederwahl versäumt ivurde. Möchte ihm noch ein langer und freundlicher Lebensabend beschie- den sein! .: ..
** Von der Landes-Universität Der neue Rekta r Pr 3 f. Tr. Kalbs! e i sd> hat heute die Geschäfte d s R'ktarals über nominell. Seine Sprechstunden find Montag, Mittwoch and Freitag ron 11'.—12*/_. Uhr, Bismarckstr 22. Am 22. September wurde der außerordentliche Prasessar und Pr.isektor am anawrniichen Institut der Landes-Unirersität Gießen Tr. Bruno Hcnueberg zu Gießen mit Wirkung vom I. Oktal,-r an ^uin ordentlichen Honorarprofessor in der medizinischen Fakultät der Landks-Universi- tät ernannt.
** Amtliche Per sott al nachrichten. Ter Lehramtsassessor Heinrich Schaaf aus Altenschlirf wurde mit Wirkung vom 1. Oktober zum Oberlehrer an der höheren Mäpch.-.rnschule in Gießen ernannt. Durch Entschließung des Landesamts für das Bildungswesen wurde der Lehramtsreferendar Dr. Wilh. G l r t s ch zu Gießen zum Lehramtsasscssor ernannt. Der Bauassessor Bauinipektor Ludwig V>o g t zu Darmstadt mrbe zum Krcisbaumspcktor ernannt.
** Monatskarten für b i c Straße n- ba hii werden ab heute zum Preise von 12 Mart ansgegeben. Die Anträge sind schriftlich an die Direktion des ElekttixitätswerkeS zu richten, unter Beifügung ein cd zum Auf Neven geeigneten Lichtbildes.
** Eine K o h l e n s ck> i e b n n g. Am Freitag den 26. Sept, imirbe hier auf dem Bahnhof ein gedeckter Wagen angel-alten, die Papiere lauteten auf Umzugsgut von Vor l-alle nach Großen-Linden. Ter Magen war aber in Wirklichkeit mit Stein^ kohlen für einen Gvoßen-Lindener Einwohner beladen. Die Sohlen wurden beschlagnahmt und der hiesigen >tohlenstelle überwiesen.
** Teutsche Bol kspartei. Tie gestrige von zahlreichen Angehörigen d.'S Mitteistand's bc suchte öfsentlid-e Versammlung besch^vß auf Grund eines umfassenden Referates des Herrn Revisors Mahr von der Zentralstelle für das Gewerbe in Taimstadt und eingchender Aussprache, sich voll uitb ganz her von der 18. ordentlichen Haupt- virjammlung des Verbandes Deutscher Olewerbe- vercine und Handwerkervereinigungen gefaßten Ne- folution anzuschließen, die folgenden Wortlaut hat: „Tie 18. ordentliche Hauptversammlung des Vorlandes Deutscher Gewerbevereine und Handwerker- üereintgungen erblickt in dem Rvichsnobopfer eine schwere Schädigung des deutschen Wirtschaftslebens, sie hält die geplante große einmalig? Vermögensabgabe vom Standpunkte steuerlicher Ger Öligkeit für bedenklich und wegen der Nichtffnbeziehung der großen (Stintmimen ohne Vermögen sowi: liegen der unabänderttchenFeMetzmig der Abgabe nach, dem Besitzstände am Stichtage für ungerecht. Tie Hauptversammlung des Verbands sieht in der steuerlich«! Wegnahme eine- Teils dr'S Betriebs- lapitals eine Lebensgefahr für die Selbständigkeit des gl werblichen Mittelstandes und ^mpfieh't angesichts der finanziellen Notlage des deutschen Reiches statt einer einmaligen Verrnögensahwb,' eine lausende Vermögenssteuer von etwa V» bis 3 v. H. in Verbindung mit einer entsprechend gestaffelten Reichseinkommensteuer."
** Kammerrnusikabend. Die vom Evangcl. Arbeiterverein für Sonntag in der Stadtkirche geplante Geistliche Musikaufführung muß infolge plötzlicher Verhinderung eines Mitwirkenden verschoben werden, dagegen findet an diesem Abend im Markussaal der erste Kamrnermnsikabend unter Mitwirkung bewährter Kräfte statt. Zur Aufführung gelangen Werke von Haydn, Mozart und Beethoven. Der Reinertrag des Konzertes soll für die Sterbekasse des Vereins Verwendung finden. Der Verkauf der Eintrittskarten wurde der Musikalienhandlung E. Challier übertragen.
** Experimentalabend Pasgueel- Barys. Wir verweisen iwchmals aus den heute abend im Saale des Hotel Ginborn sta«findenden Experimental Vortrag des bekannten Experimen- tal-Pfyckwlogen Pasgueel-Bary, der, wie uns mit» geteilt wird, zusammen mit der Berliner Shrimi - nalpolizei erfolgreich an der Aufklärung eines größeren Verbrechens aus psychometrische Weise arbeitete.
** 'Preußisch-Süddeutsche Klas - sen-Lotterie. Die Einlösung der Lose zur vierten Klasse muß unter Vorlegung des Vor- klassenloses bis yim 3. Oktober, abends 6 Uhr, geschehen. Die Freilose müssen gegen Rückgabe der Geirinnlose bis dahin in Empfang genommen werden.
Landkreis Gießen.
_ lp Hungen, 30. Sept. Auf dem gestrigen to di ro c i n c m a r 11 war eine Zufuhr von 299 Ferkeln uird Ein leg? m zu ver zeichnen. Dor Handel ging ziemlich lebhaft, doch verblieb ein llcberftnnb Bezahli wurden für 6 bis 7 Wochen alte Ferkel 50 bis 70 Mk. das Stück, für 8 dis 10 Wochen alte 80 bis 120 Mk. Einlegschwein? waren wenig aufgtthebcn und standen verhältnismäßig höh>r int Preis.
Gerichtssaal.
X Hanau, 29. Sept. Wegen Beleidigung durch die Presse batte sich heute vor bet Strafkammer der kommunistische Redakteur Gustav Hammer ans Frankfurt, der während der Beschtagnalmte des Hanauer An.zeu*ws terndj die Spartakisten für den politisch en Teil dieses Mattes veranl wörtlich zeichnete, zu verantworten. Am 30. Dez. v. I. erschien int Han. Anz. ein Artikel, überschrieben „Ein Held", der sich mit der Verlegung des Landratsamles von Hanau nach Frankfurt beschäftigte unb die Mitteilung enthielt, Landrat Schmid in Hanau habe bei seiner „Flucht" sich die Kreiskommunalkasse widerrechtlich angeeignet und diese mitgenommen. Vom Landrat Schmid war in dem Artikel als von einem Spitzbuben gesprochen fvorden. Für diese Nummer zeichnete verantwortlich' Redakteur Hammer, der heute vor den Schwirlen des Gerichts fhrnb. Der Staatsanwalt beantragte 1 Jahr Gefängnis, das Gericht erkannte wegen verleumderischer Beleidigung des Landratt Schmid auf 6 Monate Gefängnis und Ver« ösfentlichung des Urteils.
X Marburg, 29. Sept. Das in den ersten Tagen des Monats August gegen die Führer der Hanauer Kommunisten gefällte Urteil der Marburger Strafkammer ist rechtskräftig geworden Der Staatsanwalt hat die Revision zurückgezogen
Kreis Büdingen.
La. Büdi ng en, 30. Sept. Durch unvorhergesehene Schwierigkeiten muß ter Beginn des ersten Semesters der B o l k s h o ch s ch u l e aut den 13 Oktober verlegt werden. Semesten'chluß wird 1 dann am 19. Dezember fein. Tie Einz-ichnung für die einzelnen Lehrgänge sind sehr zahlreich, ^»rch . die Verlegung des Semesteranfangs ist auch die Frist zur Efftzeichnnng auf den 6. Oktober verlängert worden.
Kreis Alsfeld.
oz. Alsfeld, 30. Sept. Der hiesige Verein der Schuhmachermeister hat folgende Preise für Schuhwaren und Reparaturen festgesetzt. Hierbei iiTurbe der bisherige gesetzliche Zuschlag für Unkosten und Gewinn bei Neuanfertigung um 10 bis 15 Proz. ermäßigt, so daß die neuen Prene um 20 Mk. pro Paar billiger find, als in benachbarten Städten. Es kosten ab 1. Oktober -Lvnn- tags-Herreiistiefel 150 Mk. Desgleichen xamen- stiescl 140 Mk., Rindiger-Mann schuhe 130 JÜit Drsgleickcn Frauerchalbscktuhe 98 Mk. Herren len und -Fleck 22^50 Mk. De-sglnicn Damen lh,.Ä) Mark Von einer Einkaiissvereinigung wurde wegen der iiirfidieren Lage vorerst abgesehen.
Kreis Vniitcibadi.
In Lauterbach, 29. Sept. Im Personell' zug 553 wurde einer Frau von einem ungefähr 20jährigen Bursckien eine Handtasche mit 32 Mk. und eine Fahrkarte gestohlen. Er benutzte die Gelegenheit aus Bahnhof Nieder Ohmen aus der vor kehrten Seite herauszuspringen und ging flüditig — Am Samstag morgen schoß sich ein IGjäbrign: Holzarbeiter heim Spielen mit einem Teschiug in die Hand. Er mußte sich in ärztliche Behandlung Qtaeben.
** Schlitz, 1. Oft. Heute tritt unser neuer Bürgermeister Nievoth sein Amt an. — Heute sind 21 Jahre seit Eröffnung der Eisenbahnstrecke Sdsiitz—Salzschlirf verflossen.
=-= Schlitz, 29. Sept Eine Stiftung des Fabrikanten Friedrich Zöller ermöglicht die Anbringung aller- HauSwapven der bisherigen Bürgermeister der Stadt Schlitz im Rathaiisfaale. Tie künstlerisch ansgesührten Wappen wurden von dem hiesigen Malermeister Schrader au^gefübrt. Außerdem wurde aus städtische Kosten das Schützer Stadtwappeu, dessen Einzelheiten erst kürzlich fest- gestellt wurden, im Rathaussaale angebracht.
Kreis Friedberg.
ba. Butzbach, 30. Sept. In der letzten Sladtverordnetensitzung wurde u. a. beschlossen, beim Ministerium zu beantragen, daß ebenso wie die Stadt Friedberg und viele andere, ein Verbot des unerwünschten Zuzugs f ü r Butzbach erlassen wird, und zwar vorerst bis auf weiteres, und wenn dies nicht angängig, bann bis zum 20. Januar 1920. — Die Löhne der städtischen Arbeiter werden neu festgesetzt und betragen für männliche Arbeiter von 14—16 Jahren 70 Pf., von 16—20 Jahren L20 Mk. und über 20 Jahren 1,40 Mk. pro Stunde.
oa F r i e d b e r g , 30. Sept. Die Wahlen zum Kreis ausschuß, die in der heutigen Sitzung des Kreistages stattfanden, hatten folgendes Ergebnis: von den bürgerlichen Parteien wurden gewählt: Rechtsanwalt Tr. v. Helinolt, Bürgermeister Schmidt (Oppershofen), Land wirt Richard Vorbach OR ob heim v d. H.), von bin sozialdemolratisch.-n Par.cicn Schreinermeist.'r Hch. Schaub (Büdesheim , Lagerhalter A r ni briift (Vilbel), Stadtverordneter Repp (Friede berg).
Starkenburg und Rheinhessen.
tm. Darmstadt, 29. Sept. Tic Stadtverwaltung hat ein Verbot des W irr stverkauss erlaffen. Danach ist der Verkauf von frischer Wurst nur den Schivemsmetzgern erlaubt. Tie Wurst darf nicht mehr als 2,80 Mk. tosten. Dauerwurst dürfen nur Metzger und Delilalesseng.'schäfte führen, wenn Zulassung und Preis vorlzer genehmigt sind. Zimiderhandlungen können nur mit Gefängnis ge ahndet werden. — Die am nächsten Domwrstag stattsindende Stadtverardnetensitzung bat nicht >ve niger wie 37 Punkte auf der Tagesordnung.
Hessen-Nassau.
Ein weiblicher Stadtrat?
sm. Frankfurt, 30. Sept In einzelnen Xkreisen der Stadtverordneteir-Versammlung besteht dem Vernehmen nach die Absicht, einen besoldeten wei bl ichen Stadtrat zu wählen, für den erst noch ein Amt zu schaffen wäre. Als Kau didatinnen für die neue Stelle soll die Fraktion der Mehrheitssozialdemokraten die Frauen Stadtverordnete Henriette Fürth und Dr. Meta Quarck- Hammerschlag in Aussicht genommen haben.
Aufhebung einer Falschmün-erbande.
= Frankfurt a. M., 30. Sept. Die Kriminalpolizei hob abermals eine Falschmünzerbande auf, die satt einem halben Jahr Deutschland mit falschen 50-Markschcinen überschwemmten. Die langjährigen Angestellten einer hiesigen galvanoplastischen Anstalt, der Chemi- graph Georg Roth, der Photograph Ernst Dorn und der Mechaniker Bischos haben, unabhängig voneinander und in verschiedenen Zeit- abftänben, aber stets auf Anregung des Mechanikers Ludwig Au Ibach aus Amorbach und des Schiebers Franz Schwabe aus Frankfurt wohl- gelungene Klischees zur Herstellung von falschen 50 Markscheinen beider Ausgaben angefertigt. Mit diesen Klischees hat der Geschäftsführer des „Klingenberger Boten" in Slingenberg, Franz Kreber ungezählte Taufende von Scheinen im Buch- und (Steinbtucföerfahren gedruckt und durch die gernannten Personen in den Verkehr bringen lasten, besonders in Frankfurt und Aschaffenburg. Weiteren Mithelfern ist man auf der Spur. Sämtliche
nt. Langgöns, 30. Sept. Die hiesig/ Ortsgruppe des ,,Hess. Innernbimbc»" ixit eine Sammlung für die Böckelspende veranstaltet, di> ben Betrag von 457 Mk. eingebracht hat In Anbetracht der Höhe der Summ.- und des llmftanb^, daß Tr. Böckel den Langaönfem ziemlich nabe gestanden bat. wurde dör Erlös bi rett m Dr.'Böcke l atgefübrt und zwar laut ,,^-ricb Neuen Tiges- zeuung" in der Weise, daß für 21,25 Mk. in einer bre'igen Zwiebackbäckerei Zwüback gekauft und mit- «««-', »i'l z,i »erbenten.' seil'«"Li,>ÄSeuidK
landet.
Die Sranffurter Messe.
= Frankfurt a. M., 30. Sept Tic erste Frankftirter Messe wurde heute nachmittag in feierlicher Weise im Börsensaal eröffne: Nach herzlichen Begrüßungsworten des Oberbürgermeisters Voigt und des Präfidertten Laden- b u r g hielt Universitäts Professor Franz Appenheimer einen Festvortrag über die Messe und ihre Bedeutung für Frankfurt a. M. und den Wiederaufbau des deutschen Wirtschaftsledens. — Die Stabt bat reichen Flaggenschmuck angelegt. — Kurz vor der Eröffnung sand eine mehrstunbige Besichtigmig der Messeräume durch etwa hundert Pressevertreter statt. In dem Riesenbau der Festhalle, zahlreichen Hal len anbauten und 6 in der Nachbarschaft bekgeimi Schulen sind Ausstellungsräume für etwa 3000 Aussteller geschaffen woc» den. Da die Anmeldefrist für die Aussleller zu knapp bemessen war, mußten hunderte von An- inelbungen abgewiesen worden, darunter 200 Schweden. Tie Mehrzahl der Aussteller ut aus dem unbesetzten Deutschland, dock baden auch viele Firmen aus dem besetzten (gebiet die Ausstellung beschickt. In erfteulich reicher Zahl ist das neutrale Ausland vertreten; aber auch bisher feindliche Staaten haben durch Entsendung von Ausstellern den langjährigen Bann, der auf den Völkern lastete, gebrochen. — Die Mess-« netet in ihrer geschmackvollen und praktischen Anordnung nid)t zum wenigsten aber auch durch die Fülle der ausgestellten Erzeugnisse aller Art ein Bild eidlichsten Strebens und Wollens, nicht nur das deutsche Wirtschaftsleben durch harte Arbeit wieder oufaubaucn, sondern auch die zerrissenen Fäden zuischicn Teutschlattd und den bisher feinMidxn Staaten wieder anzuknüpfen. Vor allem will die Messe, wie in der Eröffnungsansprache betont wurde, ein starker Hort und ein lebendiges Bindeglied mit dem Mutterlande sein. — Welche toirt» chastliche Bedeutung der Messe beigelegt wird, erhellt daraus, daß bisher 40 000 Besuck-er angemeldet sind, das ist etwa die Hälfte der Leipziger Besuchszisseni. Es darf schon heute gesagt werben, baß bie Frankfurter Messe eine ständige, sich jährlich zweimal wiederholende Einrichtung sein wird. Aus dem Festhallengelände sollen an Stelle der jetzigen Bauten feste Gebäude, die allein Messezwecken bienen, errichtet werden. Die Stadt steht im Zeichen der Messe und der Reklame, die sich großzügig und durchweg ge schmackvoll an allen Stratzcneckcn und Plätz<-v brcitmacht.


