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töen Landesverband Kriegsbeschädigter und Driegshinterbliebenec bzw. dem Einheitsvec- »<nti> Kriegsbeschädigter Deutschlands Sitz ^Leipzig anschloß. Den Vorsitz sührt Käme- «ad Jakob Schmidt in Lich, Hintergasse 10, ^welcher Anmeldungen auch von d»,n umliegen- ven Ortschaften entgegennimmt.

** Steinbach, 29. Juni. An seinem 79. Geburtstage wurde hier unter allgemeiner Be- teiligung .von Nah unb Fern Altbürgermeister Heinrich Kraemer zur letzten Ruhe gebracht. Nur ein Tag krank, war er am 24. Juni gestorben. Mit ihm i)t eilte Persönlichkeit dahingegangen, die weit über die Grenzen seiner engeren .Heimat all­gemein . bekannt und von allen, die ihn kaimten, MÄgeschätzt war. In Steinbach genoß er das Vertrauen aller. Wer irgend einen Rat bedurfte, kam zu ihm. Er l)älf allen nach bestem Wissen in der wohlwollendsten Weise. Kraemer wurde im Mai 1884 Bürgermeister unserer Gemeinde und er beileibete dieses Amt 27 Jahre lang zum Sogen der Gemeinde. Eine Wiebcrwahl lehnte er 1911 mit Rücksicht auf sein Alter ob. In die Zeit seiner Amtsführung fällt die Durchführung einer Reil-e gemeinnütziger Unternechnungen, so die Fclbbe- reinigimg, die Erbauung der Wasserleitung und der Kanialisation dos Ortes, sonne des neuen Schul- Hauses. Auch die Vermögensausei nandersctzung zwischen der stürgerlickLn um) der Kirchengemeinde sano wählend seiner Amtssül/rung statt. Ter Ver­storbene war fei. 1883 Mitglied des Kirchcnvor- standes und 25 Jahre lang Mitglied der Tetanats- synvde und des Dekanatsausschusses. Auch be- kleidete er eine Reihe von Ehrenämtern im Kreis-a Ziesten. Bei .seiner Beerdigung zeigte es sich, welch großes Süncljen Altbürgermeister Kraemer genoß. Nach der Grabrede des Ortsaeistlichon wur­den eine Reihe von Kränzen am Grabe niederge- legt. Namens der Kirchengemeinde tat dies der Ortsgeistliche, für das Kreisamt Gießen Reaie- rungsrat.Langermann, für den Tckanatsausschuß Dekan Gußmann, für die Gemeinde Gemeinderats- mitglied Balser, für den Vogelsberger Rinderzucht- Verein Kreisamtsgehilse Lederer, für die lchesige Sparkasse Spartassenredmer Gcrl-ard, für den Ge­sangverein Eintrackit Weißbinder Christian Pitz. Auch der Fürst und die Fürstin von Lich hatten durch ihren Kammerdirektor einen Kranz am Sarge des Entschlafenen niederlegen lassen.

tt Langsdorf, 29. Juni. Ein Akt stärk- st e r Roheit wurde in der Nacht von Samstag atus Sonntag in einem Teil der hiesigen Gärten !unb Pflanzstücken verübt. Von roher Buben Hand wurden überall sämtliche Pflanzereien üvelchc bei der jetzigen trockenen und armen Zeit für die Be­sitzer von großem Werte waren, ausgerissen und zur Erde geworfen. Es wirb vermutet, baß die Tat von verärgerten Hamsterern ausgcsührt wor­den ist.

** W i e s e ck, 1. Juli. In hiesiger Gemeinde hat sich eint Vereinigung sämtlicher Ge- mernde beamten unb -BÄiensteten gegründet. Bei der am 27. Juni l. Js. veranstalteten Wahl des gesetzlich vorgeschriebenen Angestellten-Aus- schusses wurde in diesen gewählt.: Gemeinderechner Möbus, Flurschütz Roth und Polizeidiener Weller. Es lag nur ein Wahlvorschlag vor.

w. Holzheim, 30. Juni. Das Fest der sil­bernen Hochzeit begeht morgen der Gastwirt und Dirigent Georg S a m e s mit seiner Ehefrau Mar­garetha, geb. Bender.

Kreis Lauterbach.

O Lauter ba ch, 29. Juni Der Bezirk Alsfeld - Lauterbach - Fulda - Schlitz Gäbels- bergerscher Stenographen hielt heute hier seinen ersten Bezirkstag nach dem Kriege ab. Das damit verbundene Wettschreiben hatte eine starke Beteili­gung aus dem ganzen Bezirk unb erzielte gute Resultate. Mehrere wertvolle Ehrenpreise für die einzelnen Silbenabteilungen waren gestiftet wor­den. Die selbständigen Glaser- und Schreiner- Meister des Kreises Lauterbach versammelten sich heute hier und gründeten eine bereinigte Fach­gruppe zur Vertretung ihrer Interessen.

Kreis Schotten.

Q G l ashüttt n, 30. Juni. In unserer Ge- Zneinde hat der unglückliche Krieg 11 Opfer ge­fordert. Folgende Krieger starben den Soldaten- tob: Ihcholf Erk, Karl Rcinemer, Reinhard Schmidt, Otto Schmidt, Karl Füller, Karl Weber, Heinrich Füller, Otto Füller, Wilhelm Gischler, Adolf Roth unb Otto Kropp. Vermißt sind seit 1914 zwei Krieger: Karl Stöhr und Karl Schäfer.

Kreis Friedberg.

Kohlen am Taunus.

---Ober-Erlenbach, 29. Juni. Eine Ge­sellschaft erwarb für 30 000 Mark von der Ge­meinde das Schürfungsrecht auf die in der Ge­markung vorhandLNen Braunkohlenfelder. Sie hat am Torfausgang nach Seulberg sofort mit dem Abbau begonnen. Das Kohlenflöz liegt wenige Meter unter der Erdoberfläche und ist von ziem- lidjer Mächtigkeit. Mit dem Verkauf der Kohlen, hie bei dem gegenwärtigen Kohlmmangel flotten Absatz finden, ist bereits begonnen Die Kohlen kommen naß aus der Grube, müssen also erst ge­trocknet werden, sind aber sonst von guter Be­schaffenheit und Hcizkraft. Schon vor Jahren wur­den hier Kohlen gefördert, doch lohnte sich ihr Ab­bau wegen der besseren Ruhr- nnb Saarkohlen nicht mehr, weshalb man den Betrieb einstellen mußte. Jetzt in der Not greift man wieder nach den heimischen Brennstoffen

*

Rl. Friedberg, 29. Juni. In der letzten Stadtverordnetenfitzung wurde zu der Anforderung des hiesigen Arbeiterrates an die hiesige Stabttasse Stellung genommen. Ter Arbeiterrat verlangt die Auszahlung von 735,65 Mark, während die Mehrheit der Stadtverordneten sich auf den Standpunkt stellte, daß mit der Ein­führung der Verfassung die Arbeiterräte als er­ledigt zu bett achter: seien, mithin die Auszahlung verweigert werden müsse. Unseres Wissens ist Friedberg die einzige Stadt, die die Forderungen des Arbeiterrates abgelehnt hat, so daß man ge­spannt fein darf, wie der Konflikt zur Erledigung, kommen wird.

bdbe r g, 1. Juli. Heute feiern Kanz- lcirat t. R. Werner Graulich und Ehefrau Elisabeth geb. König das Fest der goldenen Hoch­zeit.

o%. Friedberg, 1. Juli. Für den Kreis , Örtebberg wurde ein Krerslebensmittel- a m t gefeiwifen, das dem Kreisamt Friedberg un­tersteht. Tie Geschäftsräume dieses Amtes be­finden sich vorläufig im SchLoß in der Burg Fried­berg. Zum Vorstand wurde Kreisamtmami Walter bestellt.

Kreis Friedberg.

^.Bad-Nau heim, 28. Juni. An 20Mit­glieder der Freiwilligen Feuerwehr konnten durch Bürgermeister Dr. Kayser Ehrenurkunden für ILjährige Dienstzeit überreicht werden..

He,sen-8canau.

= Höchst a. M 30. Juni. Auf dem letzten Wochen m arkt wurde zum erstenmal seit Jahren wieder Butter Landbuller im freien Handel zum Verkauf augeboten.

mr. Frankfurt a.M., 29.Juni. Der Haushaltsplan der Stadt für das Rech­nungsjahr 1919 schließt mit rund 70 Millio­nen ab. Die Einkommensteuer muß bedeutend erhöht werden. Sie wird von 275 Prozent aus 315 Prozent kommen. Die Haussteuer wird um 20 Proz., die Gewerbe- und Betriebssteuec um 40 Prozent erhöht. Neu ist auch eine Kon- zessionssteuer. Der neue Etat ist gerade doppelt so hoch wie der letzte Friedensetat von 1914, der 35 Millionen betrug.

hl. Marburg, 30. Juni. Ein Einbruch wurde in der Nacht von Freitag auf Samstag bet Kaufmann Eigner in der Bahnhofstraße ausgesührt. Ten Dieben sielen eine Kiste Schmalz, gute Kern- und Toilettenseife im Werte von etwa 1000 Mk. und ein Teil der Tageskasse in die Hände.

, Marburg, 29. Juni. Der Marburger Universitätsprofessor Walter Schücking, der als Mitglied der Friedensdelegation mit in Versailles war, sprach gestern aveno in einer in den Stadt­sälen abgeha.tenen übcr.u.Iteit Versammlung über seine Ersahrungen und Eindrücke, die er dort gewonnen uno die Lage, in die Deutschland durch diesen seiner Ansicht nach nicht mehr zu verhin­dernden Schmachsrieden gekommen sei. Seine Aus­führungen würben mit große Beifall, allerdings auch mit vereinzelten Zwilchenrusen, ausgenommen.

Aus dem besetzten Rheingebiet.

--- B a d H o rn b u r g v. d. H., 30 Juni. Wäh­rend eines Spazierganges im Weilfersgrund rource ein hiesiger 15jähriger Schüler, der sich in Begleitung seines Vaters und eines Freundes befand, am Sonntagnachmittag von aiem Fran- zosen durch einen Schuß in den Ober­schenkel schwer verletzt. Nach Aussagen von Spaziergängern hat. der Franzose aus dem Knic- anschlag mit Vorbedacht auf b.n Jungen geschossen und dann, als er die Wirkung seines Schießens sah, vor Freude in die Hände geklatscht. Tie Spaziergänger befanden sich auf neutralem Gebitt. Tie Franzosen wilberten während dieser Zeit tu ihrem Posten gebiet mit Jagdgewehren.

Bad Ho mburg v. d. H., 30. Juni. Ter Frankfurter Frühzug würbe am Sonntag zwischen Rödelheim und Weißkirchen von fran- zösisäien Posten ungehalten, angeblich, weil ein Fahrgast mit einer Glasflasche nach den Sol­daten geworfen haben sollte. In Weißkirchen unter­zogen die Franzosen sämtliche Wagen einer ein- stündigcn genauen Durchsuchung, worauf sie den Zug nach Homburg widerfahren ließen.

mr. Mainz, 30. Juni. Tie bisher für in das besetzte Gebiet einreisende Personen tu Grics- heim bei Darmstadt bestehende dreitägige Qua­rantäne wurde aufgehoben.

mr. Cronberg, 30. Juni. Der Güter­verkehr der besetzten Orte Cronberg, Weißkir- chen, Eschborn und Niederhöchstadt mit dem be­setzten linksrheinischen Gebiet, der bisher verboten war, da er nur Über einen Teil der neutralen Zone bewerkstelligt werden konnte, ist nunmehr frei- gegeben worden.

mr. Langen, 30. Juni. Am Sonntag kam es anläßlich der Siegesfeter der französischen Be­satzung mit der Zivilbevölkerung zu schweren Schlägereien, in deren Verlaus mehrere Frauen schwer verletzt wurden. Auch einige fran­zösische Soldaten mußten sich im Lazarett verbin­den lassen.

**AusRheinhessen,30. Juni. In den letzten Tagen kamen nach Eich^ Hamm, Gimbsheim, Ibersheim, Guntersblum und anderen Orten Rheinhessens ganze Scharen Mädchen aus der Pfalz zum Besuch der derzeitigen Besatzungstruppen, die vorher in der Pfalz waren. Die Mädchen dehnen diese Besuche in der Regel einige Tage aus. Kommentar überflüssig!

Gerlchtrsaal.

X Hanau, 29. Juni. Bor dem Schwur­gericht haben vorgestern die Berl-anblungen gegen die Teilnehmer an den Fcbruarunruhen begonnen. Insgesamt haben sich 15 Personen vor dem Schwurgericht zu verantworten, die als Rädelsführer ober sonstwie aktiv an den Plünde­rungen und Ausschreitungen betnligt gewesen sind. Am Freitag wurde der Schlosser Karl Meyer aus Hainstadt, wohnhaft in Hcmau. wegen sclfweren Aufrulws, begangen in Tateinheit «mit schwerem Landfriedensbruch, unter Annahme mildernder Umstände zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis ver­urteilt. Gestern verhandelte das Schwurgericht gegen den Arbeiter Friedrich Wilhelm Schad auS Hanau, dem Aufruhr, Landfriodensbruch sowie schwerer Hausfriedensbruch zur Last gelegt wurde. Tas UrteÜ gegen ihn lautete auf 2 Jahre 9 Monate Gefängnis. 1

Sport.

* Fußball. Vergangenen Sonntag spielte auf dem Sportplatz an der Hardt die 1. Mann­schaft des Vereins für Rasen spiele 1900 Gießen gegen die gleiche Mannschaft des Kasseler Ball- spielveremsUnion". Tas Spiel war ausgeglichen, schnell und äußerst fair. Gießen im Feld überlegen, versagte jedoch im Angriff. Im ent­scheidenden Augenblick verstand es die Stürmer­reihe nicht, die sich bietenden Gelegenheiten aus- zuuützen. Tiefem Umstmcd verdankt Kassel auch schließlich den Sieg mit 3:1 Toren. Die 2. Mannschaft von Gießen spielte in Marburg gegen den bärtigen V. f. B. nrcentschieden mit 3:3 Toren, ein Resultat, das als günftig bezeichnet werben muß, da Gießen mit viel Ersatz antrat. Tas Spiel ber Alten-Herren-Mcmnschaft gegen bie 3. Mannschaft gewann biefe mit 2:0 Toren. Tas Spiel riet viele heitere Momente hervor. Am Samstag spielten im Ausscheidungsspiel des 18. Armeekorps die Militärmannschaften ber 24. Dragoner unb des Fußart.-Htegts. 3. Letztere ge­wann mit 2:0 Toren.

mr. Franks urta. M.^30. Juni. Mit Auf­wand von vorerst 3175 000 Mk. wird die Stadt auf Ersuchen der Frankfurter Sportvereine am Biegwald ein Stadion errichten lassen.

Hochschnlnachrrehten.

mr. Frankfurt a. M., 30. Juni. Ter Se­nat der Universität hat die Einführung eines Zwischensemesters in diesem Jahre ab» gelehnt.

= Frankfurt a. M., 29. Juni. Der ! Privatdozent an der Universität Frankfurt

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der Deutschen Volkspattei Kommerzienrat Kling- man im Interesse unseres VolutaichutzeS öie spar in Wettbewerb trat. Bei der AbstimmungI einzuführen und beschlagnahmt «ese Tas

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der durch Handschlag verpflichtet wird.

Eine Eingabe der Lehrerinnen höheren und erweiterten Mädchenschule bi tet Aufnahme einer Lehrerin in das Kuratorium Schule.

rterben. B

Bei allen angeführten Waren handelt es su imt solckie, welche ans dem besetzten Gebiete M men, oder um Schiebeware. Dem HandelveAk' man im Interesse unseres Balutascknitzes die

hängigen vorgeschlagen toerbe. Tie beiden sozia- liftisckien Parteien hatten sich aber auf den Unab­hängigen Fourier geeinigt Es kam zu einer Ab­stimmung über die Zahl der Beigeordneten, wo- burd) diese aus zwei festgelegt wurde. Trotzdem hielten die sozialdemorvatischeu Parteien an ber Aufstellung Fouriers fest, der mit dem Kandidaten der Teutfchen Vos'

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L je» W, Pifin Äinl Ik pel*" ^ermc'st IkllhlbereHttz Lj) machte!!,? Miourdc öahli I Stimmen. - kigcrmeist« L Stimmtet» [e stellvertrüe mit 2b8 ' bat Scinnch J feunen.

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Sitzung der Stadtverordneten.

Gießen, 30. Juni 1919.

LebenSinittelv.-rsorlmng. Veigeordnetenwahl.

Tie Lesttige Sitzung der Stadwerordneten, über die wir heute vorerst einen Teilbericht bringen, nahm wiederum einen erregten Verlauf, da die Lebensmittelversorgung Gießens zur Sprackie kam und die Wahlder unbesol­deten Beigeordneten auf Antrag der Un­abhängigen in öffentlicher Sitzung behandelt wurde.

Anlaß zu einer Erörterung ber Lebens­mittelversorgung in Gießen gab em Ein­gesandt im Ofießener Anzeiger, das vergangenen Freitag erschien. Es war darin zu versckneoeneni Großeinkäufen deS LebenSntittelamtes an Kolonial­waren Stellung genommen, bie in bet Bevölkerung des Preises unb ber Beschaffenheit wegen Miß­stimmung erregt hatten. Ter Gießener Anzeiger glaubte bas Eingesandt ttotz verschiedener zweifel­hafter Angaben bringen zu sollen, um eine öffent­liche Klärung der Sachlage herbeizuführen. In­zwischen hat die G t o ß Han de l s-Ve r c i n i- gu n gzu dfiiem Eingesandt folgendeAufklärung" übersandt:

Unter Bezugnahme aus das Eingesandt in Nr. 147 des Gießener Anzeigers nimmt die Groß­handels-Vereinigung Beraiüassung, zu crflären, daß sie mit der Vermittelung, sowohl ber Ern- als auch ber Verkäufe, der darin beanstandeten Wa'.en, wie Heringe. Sltrfee, Scho vladr ufiv., nich s zu tun hat, da das Lebensmittelamt feine Ein­käufe selbständig ohne Zuziehmrg von Sachver­ständigen des Kobrmialüiaren-Grvßhanbels getä­tigt lfat." ,

Gleichzcttig und unabyangtg von diesem Ein­gesandt erfolgte bei der Stadt eine Eingabe der Großhmidler und die im Sitzungsbericht mitge­teilte Eingabe der Kleinhändler Gie­sens, die ebenfalls zu den Einkäufen des Lebens- niittelamtes Stellung nahmen.

Um dem Lebensmittelamt Gelegenheit zur Rechtfertigung zu geben, ließ Steig. Krenzien, der in Abwesenl-eit des Oberbürgermeisters die Sitzung leitete, unterMitt.ilungen" Stadtamt- maun ' Tr. Seib, beit Leiter des städtischen LebenSmittelarnts, den Angriffen gegenüber einen Rechenschaftsbericht aL-legm. S ine Aus- sührungen ergaben, soweit er sich mit einzelnen Auostanden befaßte, eine vollkommene Rechtserci- gung des Amtes, wenn man prinzipiell d r An­sicht ist, daß das L-ebensmittelamt nichts unver­sucht lwsen darf, die allgemeinen Lebensbediir- aungen zu oerbilligen. Eine ftar& Stütze sano das LebenSmittelamt in dem Geschäfissührer des Kon­sumvereins, Stadtv. Diener.

Eine weitere Aussprache 'wurde durch den äußeren Umstand verhindert, daß eine Beratung über die Lebensmittelver.orgnng nicht zur Tages- orbnung ftanb und ein großer Teil der Stadt- Väter am eine Debatte nicht vorbereitet war. Es wurde daher nach versMedenem Diu und Her beschlossen, daß die AuSsülfrungen des Stadtamt- mcmns in schriftlicher Form dem Lebensmittel- ausschuß überwiesen werden und die Lebensmittel­versorgung Gießens als Punkt 1 auf der Tages­ordnung ber Sitzung am nächsten Montag stehen soll.

Die WahlberunbefoIbetenfBeigeorb» n c t c n ftanb ebenfalls ursprünglich nickst auf der Tagesordnung ber öffentlichen Sitzung. Ein An- trag der UnabWgigen forberte aber öffent­liche Wahl. Es ergab sich bei der Ausspro'che, daß trotz vielsackier Beratungen des Aeltestenrates noch immer keine völlige Einigung über die Zahl der zu wählenden Beigeordneten erzielt war. Die bürgerlichen Parteien hatten sich bereit erklärt, einem dritten, sozialbemokratisckien Kandidaten iljre Stimme zu geben, falls fein Mitglied ber Unnb»

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unb Ablcttungsoorsteher am Hygieniichen In­stitut Dr. Eiknst Teichmann ist im Alter von 50 Jahren plötzlich gestorben. Der Ver­storbene, ber u. a. auch in Gießen studierte, war ursprünglich Theologe unb als solcher Re- bakteur berChristlichen Welt" unb wanbte sich später naturwissenschaftlichen Stubien zu. Sein besonberes Arbeitsfeld lag auf dem Ge­biet der Malariaerkcankungen, zu deren Stu­dium er eine große Forfchungsreise nach den deutschen Kolonien unternahm. An die For­schungsreise schlossen sich ausgedehnte Versuche über die Immunisierung gegen Trypano­somen, die in vielerlei Hinsicht als grund­legend anzusehen sind.

Vermischtes.

Erdbeben in Italien.

Bern, 30. Juni. (Wolff.) Nach tele­graphischen Nachrichten wurde gestern mittag zwischen 5 und 6 Uhr die Gegend von Tos­kana von zwei außerordentlich heftigen Erdbeben betroffen, die sich bis nach Pisa, Bologna und Venedig bemerkbar mach­ten. Unter der Bevölkerung herrscht große Panik. Taufende kampieren im Freien. Am schwersten heimgesuchr ist das 30 Kilometer lange Tal des Mugello, durch das die Bahn nach Florenz ,ührt. Nach den letzten ^Nachrichten find die Wirkungen des Bebens in einigen Gegenden katastrophal. Einige Dör­fer finb vollständig zerstört worden. Auch in einigen Städten wurde erheblicher Gebäude­schaden angerichtet. Man spricht von hundert Toten. Militärische Hilfe ist aufgeboten.

erhielt Kommerzienrat Klingspvr 24 Stiav men, Gesclmfisführer Courier 17 (Stimmen.

Zur Wahl des ziveilen unbesoldeten Beigeord­neten gab Stabtv. Ebel im Namen der Tenv- kratischen Partei folgende Erklärung ab:Die Demokratische Partei hatte beschlo'sea, in erster Linie Herrn Justizrat Grünewald, in zweite Linie Herrn Justtzrat Tr. Rosenberg für Ci: eine der beiden erledigten Stellen unbefotbetet Beigeordneter vorzuschtag.m. Nach em nun Herr Justizrat Grünewald in ptnem Briefe seinen Ver­zicht auf die Kandidattir angefimbigt bat, schlag.ii wir Herrn Justizrat Dr. Rosenberg vor."

Ta kein Gegenkandidat ausgestellt war, wurdr Justizrat .Rosenberg mit 25 Stimmen gegen 7 weiße Zettel gewählt. Tie scliävierige Frag« ber Beigeorbnetenwahl hat damit endlich ihre Lo« sung gefunden.

Auf ber eigeittlichen Tagesordnung stand dcr Plan per Errichtung einer städtischen S te i n s a bri k, der an bie Baudeputation $urM verwiesen wurde, die Wahl eines Volksvilbungö- auöschusses, in den die Stabtv. Erharb, Gmeliil, Bamu, Görz unb Mann gewählt wurden, foioit die Ernennung der Wahlvorstelier und ihrer Ersatz­männer für die Kreistagswahlen.

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3. Sitzung.

Beginn der Sitzung 5.15 Uhr. Anwesend sind Beig. Krenzien, Stabtamtmann Dr. Seib unb 41 Stadtverordnete.

Zu Urkundspersvnen werben erwähl: S ch rn a h l und Fourier.

Beig. Krenzien eröffnet die Sitzung mit dem Hinweis auf den Verlust, den die StLit- verordnetenversammlmig durch den Tob von Stenk btrcfior Heichelheim erlitten hat, von befielt] finanzpolitischen Kenntnissen man viel er­wartete. An seine Stelle tritt Architekt Grode,

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Berlin, 30. Juni (Wolff.) Blättermelbun- gen zufolge gehen in ber sächsischen unb preußi­schen Ol> er lausitz ununterbrodyen Regen­güsse nieder, wie sie seit Jahrzehnteii nicht beob­achtet worden sind. Sämtliche Flüsse führen Hoch­wasser. Tie Spree, die Neiße und die M anbau treten über die Ufer. Im Niefengebirge und in Schlesien gingen ivolkenbruchattige Regen nieder. Tie Temperatur sank dort auf vier Grad. Seit 24 Stunden regnet es ununterbrochen.

Auch im Schwarzwald ist in den höheren Lagen Schn-ee bis auf 1000 Meter herab ge­fallen. Infolge ber 5kcilte unb bes unerwarteten Schneefalles mußte bas Vieh von ben Weiben in die tiefer liegenden Ställe abgetrieben iverden.

Frau Naumann (D. B.h Frau Krame« (T.-N.), die Stadtperorbneten Ebel (Tem.) uni Krausmüller (D. V.) befürrovrten die Bitt« verlangen aber vorherige Verstäubigung über dir Personensrage.

Stadtv. Ur stabt (Tem.) bemerkt, baß mul Mrn Vorschläge eutgegemrehme, sich aber nicht: Personen präsentieren lasse. Er beantragt dahÄ ben Vorschlag von brei Lehrerinnen.

Das städtische Lebensmittelamt.

Beig. Krenzien: Im Gießener An­zeiger ist ein Eingesandt über die Geschäfts«« führung des Lebensmittelamtes n-i schienen. Außerdem haben die Großhändlers Vereinigung unb ber Schutzverbanbdtt Kleinhändler eine Einga be an die Stev!- verordnetenversammlung gerichtet. Ich habe bei! halb ben Leiter bes städtischen LebensmittelamlcU Herrn Dr. Seib, zu der heutigen Sitzung Ijinw gezogen, damit er sich rechtfertigt, bzw. zu oitied Angriffen Stellung nehmen sowie allgemeine führungen über die Geschäftsführung des Lebens mittelamtes machen kann.

Die Eingabe der Kleinhändler lautet: .

Ter unterzeichnete Schutzverein der Lebens-^ mittelhäizdler IjäÜ es im Interesse der Mlgcmfimi beit unb auch in seinem eigenen Interesse für sriiV Pflicht, ben Mitgliedern der Stadtverordneteiwe« fammlnng N'Ockfftehende Aussühcungeu zur gütige Beachtung zu unterbreiten.

Ter Zn-eck ber Lebensmittelämler ist nach all«, gemeiner Auffassung der, bie Verteilung r a lio4| nierter Waren in bie Wege zu leiten, uiM , Umständen auch notwendige Waren zu die der einzelne Händler feljr schwer erhalten M

TaS hiesige LebenSmittelamt geht von dir!aj Grundsätzen, hauplsäckillch in letzter Zeit, Mi er löblich ab, wofür wir nachstehende Beispiele W Tülyven:

1. Für den z. Zt. vetteilten Kaffee;«« Preise von 17 Mk. das Pfund liegt unseres Cvl achtens keinerlei Bedürfnis vor. Es wird uoiiiiäj sickstlich bei den meisten Händlern ein großer 141 unverkauft bleiben.

2. Tie zu verteilende Schokvlade e ganz gewöhnliche Sorte Lostet bie Tafel W Gewickst von 80 Gramni für den Berbrauchr 3M Mark. Ties ist entschieden zu teuer u.ib es litÄ auch hier keinerlei Bedürfnis vor.

3. Tie von der Stadt getauften O e I f i ri bin en sind den Händlern noch nicht angefatete Hier dürften bie Verhältnisse lote bei 1 unblj liegen.

4. Tie von der Stadt ferner gekauften Hüll senfrüchte sollen das Pfund etwa 2,80 M kosten; auch diese werden die wenigsten Leute kaiss'M

Rechnet man nun bie Ausgaben einer FanW von 6 Personen allein für bie beiden nickü i«| bedingt nötigen Artikel Schotalade und KülfM so erchbt sich

für Kaffee 6xV^ Pfd. ä 4,25--25,50 Mk. für Schokolade 6 Tafeln ß 3,90 -- 23,40.Mk.

zu). 48,90 Mk. 1

Wieviel Familien gibt es, welche für diese bet« entbehrlichen Artikel diesen Betrag auSgaflj können? 1

Für die zuletzt erhaltenen Heringe ift Händler ftjr die Tonne 560 Mk. angerechnet. -W Heringe sind sehr klein nnb infolgedessen vmU teuer. Hier sei festznstellen, zu wllck?em MW das Lebeusmittetamt die Tonne eingetauft M

Eine Anzahl Händler verkaufte aus.dem «« setzten Gebiet hereingesckMuggelte Seife, cjl Gießener Anzeiger Nr. 128 vom 4. Ium ^^1 (2. Blatt) weist die Preisprüsungsitelle für Jux«] Hessen daraus bin, daß es verboten ift, Seife, Kc"« Tee, Schrtalade usw. im Kleinhandel zu, fen, da diese Gegenstände beschlagnahmt sind wu sich somit der .Verkäufer ftrafbnr madyt.'M zeitig wurden eingellende Revisionen aiigef.ciW welche inzwischen au>ch durch das hiesige Poclz« amt stattgesunden haben. . J

Tie Kleinhändler haben den Verkauf Pj größten Teil eingestellt, mindestens aber keim n« Einkäufe getätigt, da unsere Faditzeitung (Koloui«« waren-Ztg.) am 20. Juni 1919 ebenfalls cm« diesbezüglicki-en Artikel brachte. M

Nun setzt sich das hiesige LebenSniiittc« amt über dieses Verbot hinaus, läßt Seid' W ben Marktlauben verkaufen unb schädigt somit criW nod) die Kleinhändler.

Ebenso blüht mit diesem Artikel ber Str»1 ßen handel besonders m der Nähe deS BE Hofs und müßte diesem Treiben em Ziel